Mittwoch, 10. März 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Morgens wurde mir die Situation plötzlich klar, der arme Benito Cereno mußte sich doch sagen (wenn er überlegt, was besser ist, von einer Fliegerbombe getroffen zu werden): Besser durch sie sterben als für sie. Großes Warten, dessen Erfüllung ich nicht fähig bin. Vielleicht reife ich davon? Bereits Taciteische Zuspitzungen.⁠

    Abends 7 Uhr, bei einer Flasche Ungarwein, merkwürdig wie dieser Mensch sich jetzt äußert, dabei sieht er physiognomisch seinem entthronten Greifzahn doch immer noch sehr ähnlich; immer wieder Nietzsche, Übermensch, Gott sein wollen, und die letzten noch vernichten, damit sich der Pöbel dieser Zeit als einer schönen Zeit erinnert, weil es später natürlich noch viel schlimmer kommt, wie sonderbar. Verständnis dafür, daß es nur ein Schnittpunkt von Ausstrahlungen ist, die lächerlichen Deutschnationalen, die Schuld der deutschen Intoleranz (hier dachte ich an Hugo Ball und meine eigene Rolle), eine Ausschwitzung von Ludendorff, Kirdorf und anderen Geschwüren, ein Geschwür ist diese Schwurgemeinschaft. Nachgeschmack am anderen Morgen: voyons; schimpft, weil er herausgeschmissen wurde; ist aus der Kirche ausgetreten. Projiziert seine eigene Seele? Immer wieder Nietzsches Wille zur Macht, Vergötterung, erzählte ihm von Besitzaskese.

    10/3 43. Morgens wurde mir die Situation plötzlich klar, der arme Benito Cereno mußte sich doch sagen (wenn er überlegt, was besser ist, von einer Fliegerbombe getroffen zu werden): Besser durch sie sterben als für sie. Großes Warten, dessen Erfüllung ich nicht fähig bin. Vielleicht reife ich davon? Bereits …

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