Mittwoch, 28/4 43. Marc. 2,9: Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben oder steh auf und wandle? Traum: in einem Zimmer mit Lammers, Krawitter steht dabei (ich sage mir: Es ist doch schön in Berlin zu sein, wo man die maßgeblichen Leute trifft.) Laufe zu einem Vortrag, Lammers geht mit mir, sucht eine elektrische Bahn, verabschiedet sich, sieht mich dabei freundlich an und sagt: „Wir verbleiben“. Ich sehe seine blauen Augen, sympathisch, wenn auch etwas schiefer Blick, renne davon, um noch rechtzeitig zum Vortrag zu kommen, komme aber doch zu spät, der Vortrag ist irgendwie ausgefallen. Um 9 auf, Karte von Frau von Schnitzler. Es regnet und ist kalt. Karte von Frau von Schnitzler (Laotse reitet auf dem Tier, um schneller vorwärts zu kommen). Anima ist erkältet und drückt sich herum. Mit großem Eifer das Manuskript über die westliche Hemisphäre korrigiert und für Frau Giese zurecht gemacht. Nach dem Essen ausgeruht, um ½ 5 zu Wagner, zum Grunewald, Spaziergang von 2 Stunden durch den Grunewald (Überläufer, der ausgepackt hat, über meinen Aufsatz aus dem Jahr 1934, die Stärke der Russen, den Gottmenschen, den Plan einer Opferung, Morrelles Äußerungen, den Terror und das Giftgas), sonderbare Mischung von Sympathie und Widerwillen für diesen Typ, der das doch alles mitgemacht hat und jetzt so spricht; dabei offenbar von ihm geprägt ist. Müde nach Hause, bin doch krank und erschöpft. Trinke eine Flasche Heppenheimer, die mir Popitz geschenkt hatte. Bekam mir aber nicht recht. Früh zu Bett. Schlecht geschlafen.
Mittwoch, 28. April 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Mittwoch, 28/4 43. Marc. 2,9: Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben oder steh auf und wandle? Welches ist leichter, zu dem Gichtbrüchigen zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder: Stehe auf, nimm dein Bette und wandele? Traum: in einem Zimmer mit Lammers, Krawitter …