Montag, 24/5 43. Nachts: Jud. 12 („Ich darf noch nicht essen von deiner Speise“) Konnte nachts nicht einschlafen (der Kaffee?), dachte an meine Mutter; hatte Nervenspannungen, das Bild von Bosch, das Fraenger erklärte, verfolgte mich, scheußlicher Jeck. Müde aufgestanden. Brief von Ännchen aus Plettenberg, auch das ist zerstört. Der arme Vater. Traf Unter den Linden Weber-Schumburg, sprach ein paar Worte mit ihm, begleitete mich zur Universität, erzählte, daß Blötz verreist ist. Verabschiedete mich von ihm. Traf Groh in der Universität, der über den Mangel an Nachwuchs klagte, in Berlin 5 Professoren des Öffentlichen Rechts, von denen aber nur Höhn und ich lesen. Dann Höhn getroffen, er wollte einen Mitarbeiter für seine internationale Verwaltungsakademie in Madrid; ich versprach ihm das Mögliche zu tun. Er warnte mich, das Flugzeug für die Rückfahrt an dem Tage zu benutzen, den ich angegeben habe. Ich war bedrückt. Sprach mit dem Kurator, dann eine gute Vorlesung über die Kontinuität der Legalität. Müde nach Hause, eine Stunde geschlafen. Zwischendurch immer spanisch gelernt. Angst und Sorge wegen der Reise. Ischias, ziemlich schlimm; vielleicht kann ich doch nicht reisen!
Montag, 24. Mai 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Montag, 24/5 43. Nachts: Jud. 12 (Ich darf noch nicht essen von deiner Speise Aber Judith antwortete und sprach: Ich darf noch nicht essen von deiner Speise, daß ich mich nicht versündige; sondern ich habe ein wenig mit mir genommen, davon will ich essen.) Konnte nachts nicht …
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Genannte Entitäten
Personen
- Anna Margarete Schmitt (1902-1954)
- Erland Weber-Schumburg
- Ferdinand Blötz (1901-23.9.1970)
- Hieronymus Bosch (1450-1516)
- Johann Schmitt (1853-1945)
- Louise Schmitt (1863-1943)
- Reinhard Höhn (29.7.1904-14.5.2000)
- Wilhelm Fraenger (5.6.1890-19.2.1964)
- Wilhelm Groh (13.8.1890-15.1.1964)
Orte
Werke