Donnerstag, 15. Juli 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Todmüde, aber behaglich, Keiper rief an, wird den Stein schon formen oder er geht nicht zu Baeumler (da darf man sich nicht sehen lassen). Wartete auf Nachricht von Jup. So kommt der Tod. Hielt meine Vorlesung, etwas zu sehr unter Druck. Holte mir die 2. Fotokopie von Nys, Freimaurerei,⁠ und freute mich darüber. Ein strebsamer Student namens Troeger fragte mich nach der Vorlesung wegen Immatrikulation und begleitete mich zur U-Bahn. Todmüde zu Hause, nach dem Essen ausgeruht. Um ½ 5 mit Duschka zur Finkenstraße, bei Alfred Schmid,

    dort war noch seine Mutter, eine gutaussehende Schweizer Bürgerin, 2 Assistenten (Presse) und ein hübsches Mädchen. Wir tranken Tee, sprachen über die Naturwissenschaft und ihre geistige Situation, Schmid sprach immer vom „Geist“; vom „autonomen Wesen“ usw. Ich war nicht sicher, was er wollte und hatte etwas das Gefühl, ausgequetscht zu werden. Sympathische junge Leute, schöne Bilder (eines von Moeschlin gefiel mir besonders;⁠ dann ein steinrheinisches Bild offenbar von Schmid selbst als Sebastian und Christus zugleich, sehr und sympathisch), nachher noch in seiner Bar, ein paar gute Cocktails getrunken. Um ½ 8 nach Hause, wo Frau Hahm Anima und das Haus verwöhnt hatte. Trank mit ihr eine Flasche Pfälzer, aber sie war zu langweilig. Müde und erschöpft, offenbar herzkrank. Der Eindruck von Schmid wird allmählig besser, sympathisch, aber schließlich doch: reicher Jüngling und unrettbarer Bourgeois. Nachts Alarm, nicht aufgestanden.

    Donnerstag, 15/7 43. Todmüde, aber behaglich, Keiper rief an, wird den Stein schon formen oder er geht nicht zu Baeumler (da darf man sich nicht sehen lassen). Wartete auf Nachricht von Jup. So kommt der Tod. Hielt meine Vorlesung, etwas zu sehr unter Druck. Holte mir die 2. …

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