Sonntag, 15. August 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Bis ½ 11 im Bett, deprimiert, etwas geschrieben, aber mühselig nur einige Zeilen weiter über den Nomos, oft stolz auf mein Wissen, dann wieder nichts, Z. Nachmittags kamen Appel und Weber-Schumburg; tranken Kaffee, aßen Käsekuchen, sprachen über Politik und die Möglichkeit eines Angriffs auf Berlin; Appel reist übermorgen nach Paris. Langes Gespräch mit Weber-Schumburg, über Ipsen (den er einen Eudämonisten nennt). Erschrak vor meiner Dummheit, Vertrauensseligkeit, Anklammerungsbedürfnis; Weber-Schumburg sagt sehr richtig: Die meisten Menschen wollen nicht allein stehen, sie passen sich an, sie wollen nicht in Opposition stehen, sie fürchten die physischen Gewaltanwender usw. Abends blieb er zum Essen, rührender Abschied von Appel. (Wo mögen wir uns wiedersehen; seine Mutter hat uns Mehl geschenkt); langweilte mich etwas, als Weber-Schumburg von Remarque erzählte (Strandgut), begleitete ihn zum Autobus. Kaum war ich eine Stunde zu Bett, da kam der Alarm. Stand auf, im Luftschutzkeller, es ging nach einer Stunde vorbei. Aber der „Aufbruch“ ist geschehen; jeden Abend. So lebten die frommen Juden, um das Gefühl des Exils zu behalten!

    Sonntag, 15/8 43. Bis ½ 11 im Bett, deprimiert, etwas geschrieben, aber mühselig nur einige Zeilen weiter über den Nomos, oft stolz auf mein Wissen, dann wieder nichts, Z. Nachmittags kamen Appel und Weber-Schumburg; tranken Kaffee, aßen Käsekuchen, sprachen über Politik und die Möglichkeit eines Angriffs auf …

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