Samstag, 11/12 43. Wieder bis ½ 11 geschlafen, dränge nach Berlin, dann sehe ich die Dummheit dieses Eifers; ordnete meine Briefe, schöner Brief von Weber, aber vom 25. November! Dann aus Freiburg, von Friedensburg über Maunz, was mir eine ungeheure Freude machte und mein Selbstbewußtsein wieder stärkte. Wartete auf das Frühstück, Duschka scheint es besser zu gehen. Keine Nachricht von Adams aus Berlin, allmählig besorgt. Herrlich an meinem Nomos herumkorrigiert (belebt durch freundliche Anerkennung durch Maunz), schön zu Mittag gegessen, dabei war Ännchen aufgestanden, lief aber neurotisch weg, als Fräulein Geschke nicht kam. Ich war traurig und ekelhaft und hoffte, bald wieder in Berlin in einem eigenen Haushalt zu sein. Ging dann mit Claire über den Saley spazieren, über das Bussardtal, die Höhe des Saley, am Ibsenstein (der Idiot begegnete uns wieder), in Plettenberg, an der Post Telegramm an Popitz, daß wir Dienstag kommen. In der Abenddämmerung nach Hause, etwas am Schreibtisch, Tee getrunken.
Immer traurig, wenn ich die arme Üssie sehe, das neurotische Ännchen, an Berlin denke. Pfeiffer kommt erst Dienstag, wie schade. Angst vor der Reiserei. Sorge um die Gesundheit Duschkas. Wunderbare Stunde am Schreibtisch, über den Nomos, schön korrigiert, unglaubliche Freude. Schönes Mittagessen, aber Ännchen und Fräulein Geschke ziehen sich zurück. Widerlicher Betrieb, dazu das Klaviergeklimper. Um ½ 3 gingen wir (Duschka, Claire und ich) zum Friedhof, schönes sonniges Winterwetter, am Grab der lieben Mutter, auf dem Heimweg ging ich bei Sautter vorbei, bedankte mich für den Fernschreiber, gab ihm 2 Schachteln bulgarische Zigaretten und war froh, das erledigt zu haben. Wieder etwas am Schreiben über den Nomos, trotz einiger Müdigkeit große Freude (über Meridian). Schöner Tee und Kuchen, den die beiden schnell gebacken hatten. Zum Abendessen eine Flasche Nahewein (ein Glas mit Josef Schröder getrunken). Während des Skatspielens mit dem Vater lächerliche Szene mit Üssie, die jetzt plötzlich nicht mehr will, daß Ännchen auf ihrem Klavier in der Veranda spielt; wüste und ordinäre Schimpferei der Üssie, daß ich mich schämte (sie nannte Duschka eine böse Drüse, will das Klavier für ihre Nichte Üssie neu erhalten, usw. Dafür hat sie Kulturkreise für Hexen usw.). Traurig noch herumgeredet, heller Mondschein. Also übermorgen in Berlin. Um 12 ins Bett, Duschka nähte noch Kleider für Anima, bis 2 Uhr.