Donnerstag, 23/12 43. Um 8 wurden wir wach, Anima auf ihrer Chaiselongue, war entzückend, beteten den Angelus, um ½ 10 schon am Schreibtisch im Kellerzimmer. Schöner, milder Tag; fern von Berlin. Schönes Frühstück, Üssie war ganz hysterisch und ekelhaft; etwas am Schreibtisch aufgeräumt, Wut über die Strafverfügung (freches und grobes Benehmen), dann schämte ich mich wieder dieser Wut, wollte nach Altena zum Betriebsamt reisen; ordnete ein paar Papiere, armer Teufel ohne Wohnung, die grauenhafte Unverschämtheit dieses sogenannten „Lebens“. Ging mit Duschka zu Frau Pfeiffer, brachte ihr ein Glas Honig, zur Apotheke. Bei Gerke eine Flasche Steinhäger. Dann zu Mittag wieder zu Hause. Freude an Anima, die die Geheimschrift aus dem heiligen Skarabäus von Poe selber entzifferte. Nach dem Mittagessen ging ich mit Anima in den Saley, bis zum Ibsenstein, schöne Sonne, warmes Tauwetter, wir suchten Moos für den Weihnachtsbaum. Nachher schlief ich, war aber nicht recht schlaffähig, die lächerliche Sache mit Altena stört mich, wie schwach und klein bin ich. Zum Abendessen schlechten Rotwein getrunken. Mit dem Vater und Üssie Karten gespielt, traurig und beschäftigungslos zu Bett, mit Anima noch den Angelus gebetet. Die arme Duschka plagt sich den ganzen Tag und ist erkältet.
Donnerstag, 23. Dezember 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Donnerstag, 23/12 43. Um 8 wurden wir wach, Anima auf ihrer Chaiselongue, war entzückend, beteten den Angelus, um ½ 10 schon am Schreibtisch im Kellerzimmer. Schöner, milder Tag; fern von Berlin. Schönes Frühstück, Üssie war ganz hysterisch und ekelhaft; etwas am Schreibtisch aufgeräumt, Wut über die Strafverfügung (freches und …