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                <titleStmt><title>Tagebücher März bis September 1943</title></titleStmt> 
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                    <note type="introduction" resp="#MartinHinze"> 
                        <p>Dieses Tagebuch ist von März 1943 bis Januar 1944 entstanden. Die Einträge setzen in Berlin-Dahlem ein, wo Schmitt seinen Alltag zwischen Vorlesungen, wissenschaftlichen Gesprächen und Lektüren festhält. Er bereitet eine Vortragsreise nach Spanien vor, vertieft sich in Donoso Cortés und Ortega y Gasset, liest erneut Hobbes’ Leviathan und arbeitet parallel an seinen Überlegungen zu Völkerrecht und Raumordnung weiter, die er bereits seit den 1930er Jahren verfolgt. Diese werden in seinem 1950 erschienenen Werk <q>Der Nomos der Erde</q> ihren vorläufigen Abschluss finden.</p> 
                        <p>Am 27. März 1943 stirbt seine Mutter in Plettenberg; der Verlust trifft ihn tief und prägt dieses Jahr seines Lebens.</p> 
                        <p>Das hier erstmals publizierte Tagebuch dokumentiert ein Netz intellektueller Beziehungen zu Ernst Jünger, Johannes Popitz, Wilhelm Ahlmann und Werner Fraenger, das von persönlichen Spannungen durchzogen ist. Besonders das enge Verhältnis zu Popitz ist voller Ambivalenz: Momente der Nähe und Zuneigung wechseln sich ab mit Feindseligkeit und Ausdrücken von Zurückweisung und Einsamkeit. Ähnlich bei Jünger, wo sich intellektuelle Nähe und handfester materieller Neid mischen.</p> 
                        <p>Im Mai und Juni 1943 reist Schmitt zu Vorträgen nach Spanien und Portugal – nach Madrid, Coimbra, Granada und Salamanca. Die ausführlichen Aufzeichnungen dieser Reise hat er als Einlage in das Heft mit der Signatur RW 265-19601 eingefügt. In den knappen Notizen innerhalb des vorliegenden Heftes erscheint die Reise vielschichtig: Schmitt hält den Erfolg seines Madrider Vortrags vor 500 Zuhörern fest und die Begegnungen mit spanischen Intellektuellen wie Eugenio d’Ors und Pedro Laín Entralgo, notiert aber zugleich diplomatische Schwierigkeiten und politische Vorbehalte, die das Unternehmen begleiteten; Spanien ist seit der Niederlage der Achsenmächte in der Schlacht von Stalingrad im Februar 1943 und der Kapitulation des Deutschen Afrikakorps am 10. Mai 1943 zunehmend um Distanz zum Deutschen Reich bemüht. Die Reise steht im Kontext der kulturpolitischen Auslandspropaganda des Auswärtigen Amtes und des DAAD – dass Schmitt ein solcher Auftrag angesichts der angespannten Lage anvertraut worden ist,
                            <note>Vgl. 
                                <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Die Vortragsreisen Carl Schmitts während des Zweiten Weltkrieges</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 191-270</bibl>, der die Reisen als <q>genehmigungspflichtige Dienstreisen</q> im Rahmen einer <q>Remobilisierung der nationalistischen Kulturpropaganda</q> durch AA und DAAD beschreibt.
                            </note> steht im Widerspruch zu seiner Selbststilisierung als Außenseiter.
                        </p> 
                        <p>Mit dem Sturz Mussolinis am 25. Juli 1943 verschärft sich die Wahrnehmung der Kriegslage. Schmitt notiert: <q>Tief ergriffen</q> und erinnert sich an eine persönliche Begegnung mit dem Diktator im April 1936. In denselben Tagen liest er Léon Bloys <q>Salut par les Juifs</q> und kommentiert die Bombardierung Hamburgs kühl mit den Worten <q>Gruß aus Sodom und Gomorrha</q>. Kannte Schmitt den alliierten Codenamen <q>Operation Gomorrha</q> für die Angriffe auf Hamburg über ausländische Radiosender? Frappierend ist die theologische Semantisierung des Krieges, die sich in den Einträgen dieser Tage verdichtet: Am 29. Juli notiert Schmitt nach Nachrichten aus Hamburg <q>Deus est judex</q>, am 30. Juli schreibt er vom <q>Fegefeuer, das nun endlich kommen muß</q>, und am 31. Juli ergreift ihn bei der Bloy-Lektüre die Stelle über Sodom und Gomorrha – eine durchgängige Deutung des Luftkriegs als göttliches Gericht.</p> 
                        <p>In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1943 zerstört eine Luftmine seine Dahlemer Wohnung; Schmitt verliert einen großen Teil seiner Bibliothek. Es folgt der Rückzug nach Plettenberg in der westfälischen Heimat. Das Bild, das die Einträge von dort zeichnen, ist ambivalent: Beengte Wohnverhältnisse und Konflikte mit seiner Schwester Ännchen kennzeichnen diese Zeit ebenso wie die weiten Spaziergänge mit seinem Bruder Jup über den Saley und durch das Lennetal, bei denen Schmitt die Landschaft des Sauerlands mit einer Intensität wahrnimmt, die den Tagebucheinträgen sonst selten eigen ist – <q>tief glücklich beim Anblick der Berge an der Lenne</q>. Diese Naturwahrnehmung steht neben den Reisebeobachtungen durch ein Land, das 1943 bereits zu weiten Teilen zerstört ist. Schon die Anreise zur Beerdigung der Mutter im März beschreibt Schmitt als <q>furchtbare Fahrt von Hagen nach Plettenberg die Lenne herauf</q>; im Mai hält er die Zerstörung der Möhne- und Edertalsperre durch britische Bomber fest und notiert die Bombardierung der Sorpetalsperre.</p> 
                        <p>Durchzogen wird das Tagebuch von Gedichten, die Schmitt wiederholt rezitiert: Verse von Theodor Däubler, die ihn durch die Bombennacht begleitet haben, und vor allem Nikolaus Lenaus Merlin-Gedicht – <q>Wie Merlin/ Möcht ich durch Wälder ziehen</q> –, dessen Motiv des Waldgangs und des Hörens auf verborgene Stimmen wie ein Echo der eigenen Rückzugsbewegung ins Sauerland wirkt. Im Hintergrund steht Schmitts wiederkehrende Polemik gegen das, was er als <q>Termitisierung</q> der modernen Großstadtgesellschaft beschreibt: den <q>Freizeitgestalter</q>, den Amerikanismus, die technisierte Massenkultur – eine <q>massa perditionis der Großstadt</q>, wie er in einer bezeichnenden Verbindung von Insektenmetapher und Theologie formuliert. Gegen diese als übermächtig empfundene Entwicklung setzt Schmitt die Hinwendung an Natur, Dichtung und langsame Gelehrsamkeit – eine Art persönlicher Katechon gegen das Endzeitgefühl.</p> 
                    </note>
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                            <origin><origDate notBefore="1943-03" notAfter="1943-09" type="writing-period">März bis September 1943</origDate> <origDate when="1943-09-30" type="default-date">1943-09-30 (Default-Datum für undatierte Einträge)</origDate></origin>
                        </history> 
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                                    <p><label>Überlieferung</label>: Dunkelblaues Notizbuch im Format DIN A-6 mit durchgängig karierten Seiten ohne Paginierung (Archivsignatur RW 0265-19618). Das Buch enthält heute 108 Seiten sowie vier eingelegte lose Blätter. Es umfasst den Zeitraum März 1943 bis Januar 1944 mit mehreren nachträglichen Ergänzungen.</p> 
                                    <p><label>Struktur und Layout</label>: Fortlaufende Tagebucheinträge mit Datierung („Montag, 26/7 43"). Die Einträge variieren stark in Länge und Dichte. Ab August 1943 werden die Einträge lückenhafter, zwischen September und November 1943 oft nur stichwortartig. Die Einträge ab Dezember 1943 werden zunehmend fragmentarisch, ab Januar 1944 große zeitliche Lücken. Eingelegte Blätter enthalten teils Entwürfe für Briefe oder theoretische Überlegungen.</p> 
                                    <p><label>Schreibmaterialien</label>: Überwiegend schwarze Tinte, stellenweise Bleistift. Vereinzelt Einträge in roter Schrift oder mit rotem Buntstift markiert. Mischung aus Gabelsberger Stenografie und lateinischer Schrift, häufige Wechsel zwischen beiden Schriftarten. Zahlreiche fremdsprachige Einschübe (Lateinisch, Französisch, Spanisch).</p> 
                                    <p><label>Besonderheiten</label>: Auffällig sind die literarischen Zitate und Reflexionen (Bloy, Pascal, Nietzsche, spanische Dichter). Philosophische Notizen vermischen sich mit Alltagsbeobachtungen. Mehrere Seiten mit nachträglichen undatierten Reflexionen, teils aus dem Jahr 1944 rückblickend. Der Tod der Mutter am 27. März 1943 ist im vorderen Umschlag vermerkt.</p> 
                                </note>
                            </adminInfo>
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                <head hand="archival-note" type="label" xml:id="d1e16752">Nordrh.-Westf. Hauptstaatsarchiv <lb type="hard" n="2"/>
                    <seg type="signature-group">RW 0265</seg> <lb type="hard" n="3"/>
                    Nr. <seg type="call-number">19618</seg></head>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-09" n="1943-03-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e16963">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-09">Dienstag, 9/3 43 (Fastnacht)</date>. Vous êtes démodés (sagte <rs ref="#__GND_118521349" type="person" xml:id="d1e16973">Cocteau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118521349" xml:id="d1e16973_entity-link"/> zu <rs ref="#ValentinerClaus" type="person" xml:id="d1e16976">Valentiner</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ValentinerClaus" xml:id="d1e16976_entity-link"/> ich wollte eine Frau zwingen, hohe Brüste zu tragen usw.), Rülpser des 19. Jahrhunderts (Spaziergang mit Valentiner). Begegnung mit <rs ref="#__GND_118589520" type="person" xml:id="d1e16984">Oetinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118589520" xml:id="d1e16984_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_JN4E5WS8" type="document" xml:id="d3e16987">Selbstbiographie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JN4E5WS8" xml:id="d3e16987_entity-link"/> er hat einen <unclear>Schüler</unclear> singulariter delectus; das ist für mich <rs ref="#BarbulGheorghe" type="person" xml:id="d1e16998">Barbul</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BarbulGheorghe" xml:id="d1e16998_entity-link"/> radikal nur seine geschmackvolle Einrichtung, seine Freude an der grape fruit.<note type="editorial" xml:id="d1e17008">Vgl. zu Barbul 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 381</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e17014">
                        Die Sammlung vor dem Schlafengehen, <rs ref="#__GND_118594893" type="person" xml:id="d1e17018">Platon</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594893" xml:id="d1e17018_entity-link"/> wußte das;<note type="editorial" xml:id="d1e17021">Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author/>, <title>Politeia</title>, 9. Buch</bibl>.</note> einige Stunden solcher Sammlung in der Einsamkeit, weil meine <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e17027">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e17027_entity-link"/> und meine <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e17030">Tochter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e17030_entity-link"/> weg sind. Gefühl der Auserwähltheit ohne Gefühl der Sicherheit, wunderbar. Das gibt einem gewaltige Stiche ins Herz. Will einmal diesen <rs ref="#__GND_118553534" type="person" xml:id="d1e17036">Hopper</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118553534" xml:id="d1e17036_entity-link"/> nachsehen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e17040">
                        Sicherheit ist doch nur die zweifelhafte Annehmlichkeit des Nicht-Sehen-Brauchens, Nicht-aufmerksam-zu-sein-Brauchens; Nicht-gespannt-zu-sein-Brauchens.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e17049">
                        Stimson (in seiner Rede vom 9/6 1941 zu den Kadetten von West Point): <quote source="#__ZOTERO_5AZE2AKI" xml:id="d1e17059">Unsere Welt ist zu klein für zwei entgegengesetzte Systeme.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e17064">Vgl. auch 
                                <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 284</bibl>.
                            </note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17059_quote-src" target="#d1e17059">Quelle: 
                            <bibl type="newspaperArticle"><author>Henry L. Stimson</author>, <title>Stimson's Address at West Point</title>, in: <title>New York Times</title>, 6. Dezember 1941, S. 18</bibl>. — Vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 284</bibl>.</note> Ich: Unsere Welt ist groß genug für 5 Großräume.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-10" n="1943-03-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e17074">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-10">10/3 43</date>. Morgens wurde mir die Situation plötzlich klar, der arme <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e17082">Benito Cereno</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e17082_entity-link"/> mußte sich doch sagen (wenn er überlegt, was besser ist, von einer Fliegerbombe getroffen zu werden): <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=159" xml:id="d1e17087">Besser durch sie sterben als für sie.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e17089">Kein Zitat aus 
                                <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.
                            </note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17087_quote-src" target="#d1e17087">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>. — Kein Zitat aus 
                            <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.</note> Großes Warten, dessen Erfüllung ich nicht fähig bin. Vielleicht reife ich davon? Bereits Taciteische Zuspitzungen.<note type="editorial" xml:id="d1e17100">Den letzten Satz hat Schmitt nachträglich ergänzt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e17105">
                        Abends 7 Uhr, bei einer Flasche Ungarwein, merkwürdig wie dieser <unclear>Mensch</unclear> sich jetzt äußert, dabei sieht er physiognomisch seinem entthronten Greifzahn doch immer noch sehr ähnlich; immer wieder <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e17113">Nietzsche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e17113_entity-link"/> Übermensch, Gott sein wollen, und die letzten noch vernichten, damit sich der Pöbel dieser Zeit als einer schönen Zeit erinnert, weil es später natürlich noch viel schlimmer kommt, wie sonderbar. Verständnis dafür, <corr>daß</corr> es nur ein Schnittpunkt von Ausstrahlungen ist, die lächerlichen Deutschnationalen, die Schuld der deutschen <unclear xml:id="d1e17125"><app><lem>Intoleranz</lem><rdg>Intelligenz</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e17125_alt-rdg" target="#d1e17125">Alternative Lesart zu „Intoleranz“: Intelligenz</note> (hier dachte ich an <rs ref="#__GND_118506234" type="person" xml:id="d1e17130">Hugo Ball</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506234" xml:id="d1e17130_entity-link"/> und meine eigene Rolle), eine <unclear xml:id="d1e17136"><app><lem>Ausschwitzung</lem><rdg>Ausschwätzung</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e17136_alt-rdg" target="#d1e17136">Alternative Lesart zu „Ausschwitzung“: Ausschwätzung</note> von <rs ref="#__GND_118574841" type="person" xml:id="d1e17141">Ludendorff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574841" xml:id="d1e17141_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11877722X" type="person" xml:id="d1e17144">Kirdorf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877722X" xml:id="d1e17144_entity-link"/> und anderen Geschwüren, ein Geschwür ist diese Schwurgemeinschaft. Nachgeschmack am anderen Morgen: voyons; schimpft, weil er herausgeschmissen wurde; ist aus der Kirche ausgetreten. Projiziert seine eigene Seele? Immer wieder Nietzsches Wille zur Macht, Vergötterung, erzählte ihm von Besitzaskese.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-11" n="1943-03-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e17479">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-11">11/3 43</date>. Brief von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e17487">Jünger</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e17487_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=156" xml:id="d1e17490">Daß die Abnahme der Nervenkraft mit der Steigerung der Vernichtungsmittel in einem direkten Verhältnis steht;<app><lem type="origin">Das bestätigt meine alte Theorie, daß zwischen der Abnahme der Nervenkräfte und dem Wachstum der Vernichtungsmittel ein direktes Verhältnis besteht.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17490_quote-src" target="#d1e17490">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 156</bibl>. Ursprünglicher Text: Das bestätigt meine alte Theorie, daß zwischen der Abnahme der Nervenkräfte und dem Wachstum der Vernichtungsmittel ein direktes Verhältnis besteht.</note> einfacher: das Vakuum, das die Voraussetzung solcher Vernichtungen ist und innerhalb dessen dieser Verbrennungsprozeß allein möglich ist, nimmt immer noch zu. Liest täglich mehrere Male <rs ref="#__GND_118511866" type="person" xml:id="d1e17504">Leon Bloy</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511866" xml:id="d1e17504_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e17507">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 157</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-12" n="1943-03-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e17166">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-12">12/<corr>3</corr> 43</date>. In Erwartung der Rückkehr <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e17174">Duschkas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e17174_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e17177">Animas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e17177_entity-link"/> aus Plettenberg. Die Iden des März.<note type="editorial" xml:id="d1e17180">Metapher für bevorstehendes Unheil, bezogen auf die Ermordung Cäsars am 15. März 44 v. Chr.</note> Nachts Brief an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e17186">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e17186_entity-link"/> entworfen: Fabelhafte oder fatum Situation: die S. Dominick im Maelstrom. <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e17196">Benito Cereno</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e17196_entity-link"/> sagt sich: Besser durch sie sterben als für sie. Solche taciteische Zuspitzungen lassen Schulworte wie <quote rend="quoted" xml:id="d1e17199">existenziell</quote> weit hinter sich. Gruß ihres Cereno.<note type="editorial" xml:id="d1e17208">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> Die Uhr schlägt 2; der Hunger schlägt zu.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e17216">
                        Schlug morgens auf: Hiob 24,14<note type="editorial" xml:id="d1e17222">Schmitt nennt diese Stelle (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Hiob24,14" xml:id="d1e17224">Wenn der Tag anbricht, steht auf der Mörder und erwürgt den Armen und Dürftigen; und des Nachts ist er wie ein Dieb.</quote>)
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e17224_quote-src" target="#d1e17224">Quelle: 
                                <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Hiob 24,14</bibl>.
                            </note> in 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 158</bibl>.</note> (an H. unter dem Einfluß von <rs ref="#__GND_118589520" type="person" xml:id="d1e17234">Oetinger</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118589520" xml:id="d1e17234_entity-link"/> Vormittags: Sonderbarer, freudiger Schock durch den schönen Brief von <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e17240">Bruno Brehm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e17240_entity-link"/> zu <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e17243">Land und Meer</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e17243_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e17246">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Bruno Brehm an Schmitt vom 11. März 1943, RW 0265 Nr. 2021.</note> sah plötzlich wieder eine Wirkung und Wirkungsmöglichkeiten, Illusion, aber vielleicht das erste Mal, seit meiner publizistischen Tätigkeit, daß ich eine ganz freie Wirkung erlebte; alles bisherige eingezwängt im Fachlich-Beruflichen. Alter Knabe, fängst du dein Leben an? Rührende Illusionen, Begleiterscheinungen des Endes. Schön der Satz: <quote rend="quoted" xml:id="d1e17256">Warum erzählt Schmitt das einem Mädchen und nicht uns Männern?<app><lem type="origin">Warum schreibt Schmitt das für ein Mädchen und nicht für uns Männer.</lem> </app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e17262">Bruno Brehm zitiert in seinem Brief an Carl Schmitt vom 11. März 1943, RW 0265 Nr. 2021, unten auf der ersten Seite, einen Kriegskameraden.</note></quote> Nachmittags holte ich Duschka und Anima in <rs ref="#__GND_4046948-7" type="place" xml:id="d1e17267">Potsdam</rs> ab (17.24). Sie kamen pünktlich an, bei herrlichem Wetter, das mich an Plettenberg erinnerte. Abends tranken wir spanischen Cognac und aßen rumänischen Käse. Der Berliner, der auf den Käse paßte, <corr>woraufhin</corr> die Berliner Snobs diesen Käse besonders delikat fanden, das ist das Symbol; was sie heute an Begriffen und Schlagworten fressen, ist noch viel schlimmer.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-13" n="1943-03-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e17285">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-13">13/3 43</date>. Ohrenziehen, Grillenzirpen im Ohr und im Gehirn; Sommerwiesengeräusche. Morgens 5 Mos. 18.22 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Deut-18-22" xml:id="d1e17296">Der Prophet<app><lem type="origin">Wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn, und wird nichts draus, und es kommt nicht, das ist das Wort, das der Herr nicht geredet hat; der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet, darum scheue dich nicht vor ihm.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e17296_quote-src" target="#d1e17296">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>,</bibl>. Ursprünglicher Text: Wenn der Prophet redet in dem Namen des Herrn, und wird nichts draus, und es kommt nicht, das ist das Wort, das der Herr nicht geredet hat; der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet, darum scheue dich nicht vor ihm.</note> (dachte an die Rede, die <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e17302">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e17302_entity-link"/> immer bei sich führt, neulich in Plettenberg und daß keiner die <quote rend="quoted" xml:id="d1e17306">Historie</quote> heute liest!) Der General <rs ref="#__GND_118730924" type="person" xml:id="d1e17311">Marcks</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118730924" xml:id="d1e17311_entity-link"/> rief an, ich war zu befangen.<note type="editorial" xml:id="d1e17314">Marcks war mit Schmitt freundschaftlich verbunden.</note> Bereitete eine Tischrede für <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e17317">Werner Webers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e17317_entity-link"/> Abschiedsessen vor, über den Lehrstuhl als eine geschichtsfähige Einheit der Wirkungsstätte;<note type="editorial" xml:id="d1e17320">Das Manuskript hat sich nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> bei der Abschiedsfeier für Werner Weber hielt <gap/> <corr>eine freudige Tischrede</corr>, <unclear>wobei</unclear> etwas zu subjektiv, sprach mit <rs ref="#__GND_120225743" type="person" xml:id="d1e17334">Hettlage</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120225743" xml:id="d1e17334_entity-link"/> der mir gut gefiel, und seiner <rs ref="#HettlageMargarete" type="person" xml:id="d1e17338">Frau</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HettlageMargarete" xml:id="d1e17338_entity-link"/> Impulse aus Westfalen, ich sprach über die Kontinuität des Lehrstuhls, mein singulariter dilectus kam nicht zum Zuge. Ist wohl auch falsch gewesen. Traurig, alt und einsam nach Hause, früh zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-14" n="1943-03-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-14" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17351">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-14">Sonntag, 14/3 43</date>. Herrlich: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Num11,12" xml:id="d1e17357">4 Mo 11.12.<app><lem type="origin">Hab ich nun all das Volk empfangen oder geboren, daß du zu mir sagen magst: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern geschworen hast?</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17357_quote-src" target="#d1e17357">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Num 11,12</bibl>. Ursprünglicher Text: Hab ich nun all das Volk empfangen oder geboren, daß du zu mir sagen magst: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern geschworen hast?</note> <rs ref="#__GND_118730924" type="person" xml:id="d1e17364">Marcks</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118730924" xml:id="d1e17364_entity-link"/> erzählte, er habe, als Charkow gefallen ist, Buch 34 die Hölle von Dante aufgeschlagen: <quote source="#__ZOTERO_BMJWA628?p=596" xml:id="d1e17370">vexilla regis prodeunt inferni!<app><lem type="origin">Vexilia regis prodeunt inferni verso di noi.</lem> 
                                <note type="translation" xml:id="d1e17379">Der Höllenfürst entfalte seine Fahnen jetzt gegen uns.</note></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17370_quote-src" target="#d1e17370">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Dante Alighieri</author>, <author>Michele Barbi</author> und <author>Ernesto Giacomo Parodi</author>, <title>Le opere di Dante</title>, Testo critico della Società Dantesca Italiana, Firenze: R. Bemporad &amp; Figlio <date>1921</date>, S. 596</bibl>. Ursprünglicher Text: Vexilia regis prodeunt inferni verso di noi.</note> Fabelhaft; schönes Gespräch über den κατέχων; die gute <rs ref="#MarcksElisabeth" type="person" xml:id="d1e17386">Frau</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MarcksElisabeth" xml:id="d1e17386_entity-link"/> wunderbar die Frau: <rs ref="#__GND_118632884" type="person" xml:id="d1e17391">Wilhelm I.</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632884" xml:id="d1e17391_entity-link"/> war der κατέχων, <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e17397">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e17397_entity-link"/> der Böse! Das sagt die <unclear>Schnur</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e17402">Das Wort wird insbesondere im Rheinland in der Bedeutung Schwiegertochter gebraucht.</note> des <rs type="person" ref="#__GND_118577565" xml:id="d1e17405">Bismarck-Historikers</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118577565" xml:id="d1e17405_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e17408">Der Vater von Erich Marcks war der Historiker Erich Marcks (1861-1938), der mehrere Werke über Otto von Bismarck verfasste.</note> Schuld. Die Wiedertäufer in Münster, die Mystik; <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e17413">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e17413_entity-link"/> brachte ihm noch <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e17417">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e17417_entity-link"/> Nachmittags <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e17422">Goruneanu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e17422_entity-link"/> der den <rs ref="#__ZOTERO_ANMCIZXW" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e17425">Römischen Katholizismus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ANMCIZXW" xml:id="d3e17425_entity-link"/> großartig fand, von Mihai <rs ref="#__GND_123439515" type="person" xml:id="d1e17431">Atonescus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123439515" xml:id="d1e17431_entity-link"/> Bedeutung, daß in 2 Jahren niemand mehr von ihm sprechen wird, ein <quote rend="quoted" xml:id="d1e17437">irrelevanter</quote> Mensch;<note type="editorial" xml:id="d1e17440">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Mihai Antonescu, zu dieser Zeit stellvertretender rumänischer Ministerpräsident, an ihn vom 8. April 1943, RW 0265 Nr. 454.</note> ich liebe ihn sehr; er und <rs ref="#BarbulGheorghe" type="person" xml:id="d1e17444">Barbul</rs> <note type="editorial" xml:id="d1e17447">Vgl. zu ihm 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 381</bibl>.</note> sind wohl eher die singu<c type="ephemeral-hyphen">-</c>lariter dilecti. Spaziergang durch den Park zum <rs ref="#__GND_4251922-6" type="place" xml:id="d1e17460">Grunewald</rs>, darüber daß man sich nicht bestechen lassen darf, nicht billig verkaufen, daß der Wille zur Macht Wille zum Soldaten- und Königtum im Termitenstaat ist und weiter nichts; abends Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e17465">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e17465_entity-link"/> weinend, weil ihr <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e17469">Mann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e17469_entity-link"/> stirbt;<note type="editorial" xml:id="d1e17472">Ihr Mann Konrad Hahm starb am 15. März 1943.</note> begleitete sie nach Hause.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-14" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17514">
                        Brief an <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e17518">Bruno Brehm</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e17518_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e17521">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Durchschlag seines Briefes an Bruno Brehm vom 15. März 1943, RW 0265 Nr. 12838.</note> Sehr verehrter Herr Bruno Brehm! Die Frage <quote rend="quoted" xml:id="d1e17524">Warum schreibt Schmitt das für ein Mädchen und nicht für uns Männer</quote><note type="editorial" xml:id="d1e17526">Bruno Brehm zitiert in seinem Brief an Carl Schmitt vom 11. März 1943, RW 0265 Nr. 2021, unten auf der ersten Seite, einen Kriegskameraden.</note> sticht mich gewaltig ins Herz. Das ist aber kein Thema für eine schriftliche Darlegung, am wenigsten bei mir, da mir der Weg vom gedachten Wort zum geschriebenen Buchstaben immer länger und abwegiger wird. <corr>Umso</corr> lebhafter ist mein Wunsch, Ihnen im Gespräch zu antworten. Vor 12 Jahren sind Sie mir durch Ihren Roman <rs rend="quoted" ref="#__ZOTERO_GAH3A2T7" type="document" xml:id="d3e17542"><seg rend="longahnd">Apis</seg> und Este</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GAH3A2T7" xml:id="d3e17542_entity-link"/> begegnet,<note type="editorial" xml:id="d1e17550">Das Buch befand sich im Besitz von Schmitt, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note> zu dessen eifrigen Verbreitern ich mich zählen darf. Gerade in den letzten Tagen hatte sich jene Begegnung aufs Stärkste erneuert, durch die Lektüre der Akten des Saloniki<c type="ephemeral-hyphen">-</c>prozesses, die Prof. <rs ref="#__GND_123843375" type="person" xml:id="d1e17567">Uebersberger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123843375" xml:id="d1e17567_entity-link"/> 1933 veröffentlicht hat; <supplied>(</supplied>er hat vor kurzem auch den authentischen Wortlaut der Schlußrede des Obersten <rs ref="#__GND_118904248" type="person" xml:id="d1e17576">Dimitrivić</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118904248" xml:id="d1e17576_entity-link"/> entdeckt).<note type="editorial" xml:id="d1e17579">
                            <bibl type="bookSection"><author>Dragutin T. Dimitrijevic</author>, <title>Schlusswort</title>, in: <title>Der Saloniki-Prozeß. Deutsche Übersetzung nach dem serbischen Originaltexte, nachgeprüft vom Orientalischen Seminar in Berlin</title>, Berlin: Arbeitsausschuß Deutscher Verbände <date>1933</date>, S. 453-454</bibl>.</note> So traf Ihr Brief vom 11. März nicht eigentlich auf einen Fremden. Aber ich kann trotzdem nur damit antworten, daß ich den Wunsch ausspreche, Sie persönlich zu sehen. Je weniger heute – scheinbar – das Menschenleben gilt, umsomehr gilt mir eine Bekanntschaft unter contemporanen Erdgenossen, wenn das leibliche Auge, die retina, das Bild eines Menschen und das Schneckengewinde im Ohr seine Stimme aufgenommen hat, und je phantastischer sich die technischen Kommunikationsmittel steigern und, wie man behauptet, <q>Raum und Zeit überwinden</q>, umso mehr halte ich mich an das hic et nunc einer ganz primitiven räumlichen Präsenz von Mensch zu Mensch. Ich weiß auch nicht recht, wie ich Ihrem Wunsch, Bücher von mir zu nennen, entsprechen soll. Verzeihen Sie, daß mir da etwas schaudert vor meinem eigenen opus operatum. Soll ich Ihnen, Bruno Brehm, in juristisch-fachlichen Verpanzerungen entgegentreten, die anderswo sehr zweckmäßig sein mögen? Nein, ich hoffe auch in dieser Hinsicht auf eine freundliche Fügung, die uns bald zu einem guten Gespräch zusammenführt. Die Empfehlungen an <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e17628">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e17628_entity-link"/> habe ich bestellt; sie war darüber sehr stolz und hat sich ganz außerordentlich gefreut. Ich erwidere ihre Grüße bestens und bitte Sie, mich aufzusuchen, wenn Sie einmal nach <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e17636">Berlin</rs> kommen, ebenso wie ich mich bei Ihnen <supplied>in</supplied> Wien melden werde. Ich bin mit herzlichem Dank für Ihren Brief stets Ihr aufrichtig ergebener Carl Schmitt. Widmungen <unclear xml:id="d1e17646"><app><lem>der</lem><rdg>und</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e17646_alt-rdg" target="#d1e17646">Alternative Lesart zu „der“: und</note> <rs type="document" ref="#__ZOTERO_WIC6SV6Q" xml:id="d3e17651">Positionen</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WIC6SV6Q" xml:id="d3e17651_entity-link"/> an <rs ref="#BarbulGheorghe" type="person" xml:id="d1e17654">Barbul</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BarbulGheorghe" xml:id="d1e17654_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_ZJHKJP9C?book=1&amp;verse=1" xml:id="d1e17659">In nova fert<app><lem type="origin">In nova fert animus mutatas dicere formas corpora (dt: In neue Körper verwandelte Gestalten, drängt meine Seele dazu zu dichten).</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e17659_quote-src" target="#d1e17659">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Publius Naso Ovidius</author>, <title>Metamorphosen</title>, 1. Buch, 1. Strophe</bibl>. Ursprünglicher Text: In nova fert animus mutatas dicere formas corpora (dt: In neue Körper verwandelte Gestalten, drängt meine Seele dazu zu dichten).</note> an <rs ref="#__GND_123439515" type="person" xml:id="d1e17668">Mihai Antonescu</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123439515" xml:id="d1e17668_entity-link"/> <corr>virtu</corr> contra furore. Beide nahm <rs ref="#Goruneanu" type="person" xml:id="d1e17683">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Goruneanu" xml:id="d1e17683_entity-link"/> mit.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-15" n="1943-03-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17689">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-15">Montag, 15/3 43</date>. Sirach spricht: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Sir37,32" xml:id="d1e17698">Überfülle dich nicht mit leckerem Essen usw.<app><lem type="origin">Überfülle dich nicht mit allerlei leckerer Speise, und friß nicht zu gierig.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17698_quote-src" target="#d1e17698">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Sir 37,32</bibl>. Ursprünglicher Text: Überfülle dich nicht mit allerlei leckerer Speise, und friß nicht zu gierig.</note> Gehirntraum; morgens Nachricht vom Tode <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e17707">Hahms</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e17707_entity-link"/> In 10 vollen Jahren kein Wechsel der leitenden Männer, keine Ministerveränderung;<note type="editorial" xml:id="d1e17714">In der Sache nicht richtig; zahlreiche Veränderungen im Kabinett Hitler seit 1933.</note> welche Unfehlbarkeit in der Auswahl der führenden Schicht, welche stupide Dreistigkeit nicht nur gegenüber den Unterworfenen, sondern gegenüber der übrigen, noch nicht unterworfenen Welt; les bureaux s'en vont, les ministres restent;<note type="editorial" xml:id="d1e17724">Dt. Die Büros verschwinden, die Minister bleiben.</note> <rs ref="#__GND_1072386232" type="person" xml:id="d1e17729">Lasch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072386232" xml:id="d1e17729_entity-link"/> wird totgeschossen, <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e17732">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e17732_entity-link"/> bleibt; und wenn sie nicht gestorben sind, sind sie heute noch Minister. (Die Apostel, die hängen zusammen, <unclear>sagt <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e17737">Ahlmann</rs></unclear>.)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e17737_entity-link"/> Gespräch mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e17742">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e17742_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e17745">Bruns</rs> <unclear>und <rs type="person" ref="#__GND_118705490" xml:id="d1e17751">Höhn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e17751_entity-link"/></unclear> Terrorismus; der Zusammenhang von Terror und Rhetorik (oder ist der nur der bürgerliche Terror?<supplied>)</supplied>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17763">
                        Las die Rede des Generalpostmeisters <rs ref="#__GND_118798715" type="person" xml:id="d1e17767">Heinrich Stephan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118798715" xml:id="d1e17767_entity-link"/> über <rs ref="#__ZOTERO_AQQUG5R6" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e17772">Weltpost und Luftschifffahrt</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_AQQUG5R6" xml:id="d3e17772_entity-link"/> aus dem Jahr 1874. Dieser Mann gilt nun als besonders gebildet: Technischer Maschineneifer, historische Akademiearbeit und <unclear>autodidaktisch bei</unclear> geschichtlichen Kenntnissen, banaler humanitärer Fortschrittsglaube, Tüchtigkeit und Solidarität als ererbte Qualität, ein trauriges Bild; ich dachte an meinen armen <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e17782">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e17782_entity-link"/> der als braver und frommer kirchengläubiger Mann vor dieser ekeligen Auflösung bewahrt blieb. In dem Vortrag ist nur von technischen Dingen die Rede. Der Schluß lautet: <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_AQQUG5R6?p=74-75" xml:id="d1e17787">Jenes Gefühl, von welchem die Dichter singen: <q>Doch ist es Jedem eingeboren, daß er hinauf und immer vorwärts dringt, wenn über uns im blauen Raum verloren, ihr schmetternd Lied die Lerche singt!</q> wird nicht immer unerfülltes Sehnen der Menschheit bleiben. Unsere Kinder werden seine schöne Verwirklichung erleben (jawohl, wir erleben die schöne Verwirklichung des Flugwesens, heute in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e17800">Berlin</rs>, März 1943) und der Früchte derselben sich zur Vervollkommnung ihres Daseins erfreuen.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e17812">Klammerzusatz von Schmitt.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17787_quote-src" target="#d1e17787">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author/>, <title>Weltpost und Luftschiffahrt. Ein Vortrag im wissenschaftlichen Verein zu Berlin gehalten</title>, Berlin: Springer <date>1874</date>, S. 74-75</bibl>. — Klammerzusatz von Schmitt.</note> (Nun erinnere Dich noch der <quote rend="quoted" xml:id="d1e17815">Vervollkommnungstheorie</quote> des guten <rs ref="#__GND_116431393" type="person" xml:id="d1e17818">Fritz van Calker</rs>!!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116431393" xml:id="d1e17818_entity-link"/>).<note type="editorial" xml:id="d1e17822">Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Fritz van Calker</author>, <title>Vervollkommnungsidee und Entwicklungsgedanke im Strafrecht</title>, in: <title>Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft</title>, 1911, Bd. 32, S. 149-168</bibl>. Schmitt zitierte Vorstufen dieser Theorie in seiner bei Fritz van Calker entstandenen und ihm gewidmeten Dissertation 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Gesetz und Urteil. Eine Untersuchung zum Problem der Rechtspraxis</title>, Berlin: Otto Liebmann <date>1912</date>, S. 13,80-81</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_JN4E5WS8?p=69" xml:id="d1e17830">Habt Salz in euch zum Frieden,</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17830_quote-src" target="#d1e17830">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 69</bibl>.</note> sagt <rs ref="#__GND_118589520" type="person" xml:id="d1e17836">Oetinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118589520" xml:id="d1e17836_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_JN4E5WS8?p=69" xml:id="d1e17840">oder ihr werdet mit einem anderen Feuer gesalzen werden;</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17840_quote-src" target="#d1e17840">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 69</bibl>.</note> sic. <quote source="#__ZOTERO_JN4E5WS8?p=68" xml:id="d1e17852">Sacer intra nos spiritus sedet, malorum bonorumque observator et custos; hic prout a nobis tractatus est, ita nos ipse tractat,</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17852_quote-src" target="#d1e17852">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 68</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118613200" type="person" xml:id="d1e17861">Sen.</rs> Epistolae 41.<note type="editorial" xml:id="d1e17868"><quote type="translation" xml:id="d1e17869">Ein heiliger Geist sitzt in uns, als Beobachter und Wächter über unser Übel und Gutes; je nachdem er von uns behandelt wird, so behandelt uns dieser selbst.</quote> Schmitt zitiert Seneca nach 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date></bibl>.</note> (Und umgekehrt: Das ist meine Rolle auf diesem Piratenschiff).<note type="editorial" xml:id="d1e17875">Anspielung auf 
                            <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.</note> Leges non sunt scitum populorum, sed aeternum quoddam, quod universum mundum regeret sapientia imperandi et prohibendi, <rs ref="#__GND_118520814" type="person" xml:id="d1e17885">Cic</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520814" xml:id="d1e17885_entity-link"/> <rs ref="#__GND_4340135-1" type="work" xml:id="d1e17888">de leg. c. 2.</rs><note type="editorial" xml:id="d1e17890"><q>Gesetze beruhen nicht auf einem Beschluss der Völker, sondern auf einem gewissen Ewigen, das die ganze Welt leiten sollte, die Weisheit des Befehlens und Verbietens.</q> Schmitt zitiert Cicero nach 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 68</bibl>.</note> Oetinger (in seiner Selbstbiographie): <quote source="#__ZOTERO_JN4E5WS8?p=39" xml:id="d1e17901">Es ist nöthig, die Triebfedern des Geistes der Finsternis, wie für jedes Seculum, so auch insonderheit für diese Zeit, da der Drache reden wird, wie das Lamm, zu erkennen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17901_quote-src" target="#d1e17901">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 39</bibl>.</note> (Die Iden des März glücklich vorbei?)<note type="editorial" xml:id="d1e17909">Metapher für bevorstehendes Unheil, bezogen auf die Ermordung Cäsars am 15. März 44 v. Chr.</note> Sah, daß das Alte Testament diesseitig <hi>stärker</hi> ist als das Neue.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-16" n="1943-03-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-16" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17917">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-16">Dienstag, 16/3 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ch17,22" xml:id="d1e17925">1 Chr. 17.22.<app><lem type="origin">Und hast dir dein Volk Israel zum Volk gemacht ewiglich; und Du, Herr, bist ihr Gott worden.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17925_quote-src" target="#d1e17925">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ch 17,22</bibl>. Ursprünglicher Text: Und hast dir dein Volk Israel zum Volk gemacht ewiglich; und Du, Herr, bist ihr Gott worden.</note> Eifer: Oetingers, <rs ref="#__ZOTERO_373QACGX" type="document" xml:id="d3e17937">Das Geheimnis vom Salz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_373QACGX" xml:id="d3e17937_entity-link"/> Stuttgart 1770, kennenzulernen. Schrieb an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e17942">Jünger</rs> und teilte ihm das mit;<note type="editorial" xml:id="d1e17947">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 158-159</bibl>.</note> zugleich mit <rs type="person" ref="#__GND_118589520" xml:id="d1e17952">Oetingers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118589520" xml:id="d1e17952_entity-link"/> Satz vom Salz zum Frieden und der Notiz aus der Nacht vom 11/12 3/43 (<quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=159" type="document" xml:id="d1e17959">besser durch sie als für sie!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17959_quote-src" target="#d1e17959">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> Benito Cereno) tempestatibus maturesco<note type="editorial" xml:id="d1e17968">Tempestatibus maturesco, dt. Ich reife in Stürmen; Motto Ernst Jüngers.</note> ist besonders passend, weil es Pflanze und Luft im Auge hat; ich würde für mich diese Gedanken mit dem Vers: 
                        <l><quote rend="quoted-open-beginning" source="#__ZOTERO_B2DP93T7" xml:id="d1e17974">Reif sind in Feuer gekocht<app><lem type="origin">Reif sind, in Feuer getaucht, gekocht</lem></app> verbinden,</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e17974_quote-src" target="#d1e17974">Quelle: 
                                <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Reif sind, in Feuer getaucht</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 71</bibl>. Ursprünglicher Text: Reif sind, in Feuer getaucht, gekocht
                            </note></l> oder gar mit des großen Oetingers Satz: <quote source="#__ZOTERO_JN4E5WS8?p=69" xml:id="d1e17982">Habt Salz in euch zum Frieden, oder ihr werdet mit einem anderen Feuer gesalzen werden.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e17982_quote-src" target="#d1e17982">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Hamberger</author>, <title>Des Württembergischen Prälaten Friedrich Georg Oetinger Selbstbiographie</title>, Stuttgart: Liesching <date>1845</date>, S. 69</bibl>.</note> Fragte ihn nach <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e17987">Bruno Brehm</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e17987_entity-link"/> Ob Oetinger wohl vom Salz der Erde (zum Unterschied von Meer oder Feuer<supplied>)</supplied> spricht?
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-16" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e17999">
                        <rs ref="#__GND_1055153047" type="person" xml:id="d1e18002">Nys</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153047" xml:id="d1e18002_entity-link"/> weist in seiner Einleitung zu <rs type="person" xml:id="d1e18005"><corr>Vitoria</corr></rs> darauf hin, daß <rs type="person" xml:id="d1e18008">Vitoria</rs> gesagt <unclear xml:id="d1e18011"><app><lem>habe</lem><rdg>hat</rdg></app></unclear>:<note type="alternative-reading" xml:id="d1e18011_alt-rdg" target="#d1e18011">Alternative Lesart zu „habe“: hat</note> Der Satz <quote rend="quoted" xml:id="d1e18016">quidquid delirant reges
                            <note type="editorial" xml:id="d1e18019">Horaz, Ep. 2,14: Quidquid delīrant reges, plectuntur Achīvi. Alles was die Könige (die vor Troja entzweiten Agamemnon und Achilles) in ihrer Raserei verschulden, die Achäer (d.i. die Völker) müssen es büßen.</note></quote> gilt für heidnische Völker, nicht aber für Christen.<note type="editorial" xml:id="d1e18025"><quote source="#__ZOTERO_NVD6996H?p=48" xml:id="d1e18026"/>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e18026_quote-src" target="#d1e18026">Quelle: 
                                <bibl type="bookSection"><author>Ernest Nys</author>, <title>Introduction</title>, in: <title>Franciscus de Victoria, De indis et de ivre belli relectiones</title>, Washington: Carnegie Institution of Washington <date>1917</date>, S. 9-53, hier S. 48</bibl>.
                            </note> bzw. <quote source="#__ZOTERO_ASBK35EH?p=95" xml:id="d1e18028"/>.
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e18028_quote-src" target="#d1e18028">Quelle: 
                                <bibl type="bookSection"><author>Ernest Nys</author>, <title>Introduction</title>, in: <title>Franciscus de Victoria, De indis et de ivre belli relectiones</title>, Washington: Carnegie Institution of Washington <date>1917</date>, S. 55-100, hier S. 95</bibl>.
                            </note> Das Zitat lautet vollständig: <quote xml:id="d1e18030">Quidquid delirant reges, plectuntur achivi.</quote></note> Sehr schön und wichtig: Bei christlichen Völkern müssen die Regierenden selber für das <unclear>einstehen</unclear>, was sie getan haben. <unclear>Denke an meine Rede,</unclear> von der <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e18037">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e18037_entity-link"/> sprach, kann man gar nicht übersetzen, keine andere Sprache hat so viele Ansatzmöglichkeiten für Schmutz und Dreck. <unclear xml:id="d1e18041">Wo keine andere Sprache ist, ist solche <app><lem>Veränderung</lem><rdg>Verordnung</rdg></app> und boshafter Fluch.</unclear>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e18048">
                        <rs ref="#__GND_105665886" type="person" xml:id="d1e18051">Zimmermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_105665886" xml:id="d1e18051_entity-link"/> war abends da (mit <rs ref="#ValentinerClaus" type="person" xml:id="d1e18054">Valentiner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ValentinerClaus" xml:id="d1e18054_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116611715" type="person" xml:id="d1e18057">Hans Kuhn</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116611715" xml:id="d1e18057_entity-link"/> <unclear>grauhaarig-dackelhaft, freundlich,</unclear> etwas süßlich, <unclear>herb-säuerlich</unclear>-schwedisch-<unclear>fürchterlich</unclear>, kam mir zu nahe entgegen, war wieder zu wenig abweisend, halb und halb einverstanden, merkwürdige Verbindung, erzählte mir, daß <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e18071">Giselher Wirsing</rs> <quote source="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" xml:id="d1e18074">Land und Meer</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18074_quote-src" target="#d1e18074">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Land und Meer</title>, Leipzig: Reclam <date>1942</date></bibl>.</note> <quote rend="quoted" xml:id="d1e18078">voller Bewunderung</quote> gelesen hat; macht mich dadurch weich. Dabei sind wir situationsmäßig verbunden und die Dinge kommen wieder an uns heran, wie vor 12 Jahren. Nimm dich in Acht. Hans Kuhn war sehr lieb, sprach sehr vernünftig, rühmte die Begabung <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e18087">Animas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e18087_entity-link"/> die <unclear>verlegen darin</unclear> Farben nuanciert, was sonst kein Kind kann. Die schöne Bemerkung von <rs ref="#__GND_118717545" type="person" xml:id="d1e18094">Giono</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118717545" xml:id="d1e18094_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_PU7Z2TII?p=100" xml:id="d1e18098">Wenn einmal die Wildschweine aus den Schächten der Untergrundbahn hervorbrechen werden.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18098_quote-src" target="#d1e18098">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Jean Giono</author>, <title>Einsamkeit des Mitleids</title>, Berlin: S. Fischer <date>1934</date>, S. 100</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_11877235X" type="person" xml:id="d1e18101">Zehrer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877235X" xml:id="d1e18101_entity-link"/> meint, ich muß die Geschichte des 19. Jahrhunderts schreiben. 10-jähriger <gap/> Personalbestand. Wie will man sich das <unclear>erklären</unclear>? Es <unclear>ist</unclear> ein <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e18113">Göring</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e18113_entity-link"/> und keine Regierung. Fing Abends im Bett an, <rs ref="#__ZOTERO_KGCQRSTD" type="document" xml:id="d3e18119">Précepteur</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_KGCQRSTD" xml:id="d3e18119_entity-link"/> von Thomas zu lesen, erst sehr angetan, dann wurde es klein und langweilig, aber neugierig auf seine <rs ref="#GilbertColetteRenee" type="person" xml:id="d1e18124">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GilbertColetteRenee" xml:id="d1e18124_entity-link"/> (il est si doux).<note type="editorial" xml:id="d1e18130">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 154</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-17" n="1943-03-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e18137">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-17">Mittwoch, 17/3 43.</date> Sirach 14/12): <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Sir14-12-13" xml:id="d1e18148">Tue Gutes deinem Freund vor deinem Ende (denn der Tod säumet nicht und du hast keinen Bund mit dem Tod geschlossen)<app><lem type="origin">Gedenke, daß der Tod nicht säumet; und du weißt ja wohl, daß du keinen Bund mit dem Tode hast. Tue Gutes dem Freund vor deinem Ende, und reiche dem Armen nach deinem Vermögen.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e18148_quote-src" target="#d1e18148">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>,</bibl>. Ursprünglicher Text: Gedenke, daß der Tod nicht säumet; und du weißt ja wohl, daß du keinen Bund mit dem Tode hast. Tue Gutes dem Freund vor deinem Ende, und reiche dem Armen nach deinem Vermögen.</note> Traum von <rs ref="#__GND_4067037-5" type="place" xml:id="d1e18156">Würzburg</rs>, <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e18160">Giselher Wirsing</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e18160_entity-link"/> im Untergrund die erotischen Erinnerungen an <rs ref="#SauerLola" type="person" xml:id="d1e18166"><unclear>Lola</unclear></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SauerLola" xml:id="d1e18166_entity-link"/> Das also bleibt vom Leben, dabei sind gerade die <unclear>problematisch-zerrissenen Beziehungen</unclear> zu Frauen die süßesten und <unclear>nachhaltigsten</unclear> Süßen, unendlich nachklingend. Morgens kam ein Brief aus Würzburg, ich soll im Sommer dort den Vortrag <unclear>halten, will es tun.</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e18178">Der Brief ist nicht zu ermitteln; es findet sich auch kein Hinweis auf einen entsprechenden Vortrag.</note> <quote source="#__ZOTERO_AVSHDHT9?p=137" xml:id="d1e18182">Die das Maß verloren, unsre Väter.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18182_quote-src" target="#d1e18182">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Der Frieden</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 136-138, hier S. 137</bibl>.</note> Der Pietismus mit seiner Trennung von Innen und Außen; damit war das Maß verloren; darauf muß sich auch <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e18185">Hölderlins</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e18185_entity-link"/> Vers beziehen? Damit <gap/> der große <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e18191">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e18191_entity-link"/> schön getroffen. <quote source="#__ZOTERO_7MBZGMHM?p=80" xml:id="d1e18195">Der Glaube ohne Werke führt zu Werken ohne Glauben.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18195_quote-src" target="#d1e18195">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Sichtbarkeit der Kirche. Eine scholastische Erwägung</title>, in: <title>Summa</title>, 1917, Bd. 1, H. Zweites Viertel, S. 71-80, hier S. 80</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e18198">
                        Nachmittags 4 bei der Leiche <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e18202">Hahms</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e18202_entity-link"/> er sieht völlig abwesend aus, friedlich insofern er mit uns nichts mehr zu tun hat, hat sich in Sicherheit gebracht vor uns, der alte Fuchs und Taugenichts.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e18208">
                        Las den <rs ref="#__ZOTERO_KGCQRSTD" type="document" xml:id="d3e18213">Precepteur</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_KGCQRSTD" xml:id="d3e18213_entity-link"/> von Thomas; erinnert mich zu sehr an die schreibenden Produkte der collèges, aber ein echter Ansatz: Die Typizität der existenziellen Wirklichkeit, immer die gleiche Situation, keine Annäherung, sondern nur verschiedene Kreise um das Zentrum; das Zentrum aber ist die typische Situation: Hier: Der von einem <unclear>anständigen</unclear> Menschen auf dem Rücken davongetragene, furchterregende Schwächling.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e18223">
                        <rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e18226">Rörig</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e18226_entity-link"/> rief nachmittags an und kungelte gegen <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e18229">Ritterbusch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e18229_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e18232">Brinckmann</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e18232_entity-link"/> seine große Idee, daß das mittelalterliche Reich keine <quote rend="quoted" xml:id="d1e18235">Weltherrschaft</quote> war, gegen die Geistesgeschichte usw. <rs ref="#__GND_119014629" type="person" xml:id="d1e18240">Thomas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119014629" xml:id="d1e18240_entity-link"/> bestärkte mich in meinem Vertrauen darauf, daß man nichts <unclear>wollen</unclear> soll.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-18" n="1943-03-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-18" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e18248">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-18">Donnerstag, 18/3 43</date>. Wieder Sirach: 21,6 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Sir21,6" xml:id="d1e18257">Wenn der Elende ruft, so höret's Gott, und die Rache wird eilend kommen</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e18257_quote-src" target="#d1e18257">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Sir 21,6</bibl>.</note> (Dasselbe in der Hand, ganz aus der Übung: Immer die Mitte; der Bibelaufschläger bekommt allmählig die Einteilung in die Hand und kann dadurch die Auswahl beeinflussen!) Mittags holte mich <rs ref="#GremmelsHeinrich" type="person" xml:id="d1e18265">Gremmels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GremmelsHeinrich" xml:id="d1e18265_entity-link"/> in der <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e18268">Universität</rs> ab, mit seiner <rs ref="#GremmelsFrau" type="person" xml:id="d1e18271">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GremmelsFrau" xml:id="d1e18271_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e18274">Zu Heinrich Gremmels vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 94</bibl>.</note> wir aßen bei mir zu Mittag und brachten um 4 die Frau zum <rs ref="#BahnhofLichterfelde-West" type="place" xml:id="d1e18279">Bahnhof Lichterfelde</rs>, abends kam noch Frau <rs ref="#__GND_1012768287" type="person" xml:id="d1e18285">Tula Huber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1012768287" xml:id="d1e18285_entity-link"/> wir tranken meinen letzten Cognac, und aßen schön zu Abend. Immer wieder meine typische Situation, sich Freunde schaffen zu wollen mit dem ungerechten Reichtum, aber das nützt bei einer so kalten Streberin wie Frau Huber nicht viel, erzählte Gremmels vom κατέχων; er schien viel Verständnis dafür zu haben, hatte das Gefühl der geistigen Zeugung. Wiederbegegnung mit einem Buch von <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e18300">Benn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e18300_entity-link"/> aus dem Jahr 1932,<note type="editorial" xml:id="d1e18303">Wohl der Sammelband 
                            <bibl type="book"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date></bibl>.</note> mit <rs ref="#__GND_118506234" type="person" xml:id="d1e18308">Hugo <seg type="longhand">Ball</seg></rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506234" xml:id="d1e18308_entity-link"/> Schluß von den <rs ref="#__ZOTERO_ZTT3W4R8" type="document" xml:id="d3e18316">Folgen der Reformation</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZTT3W4R8" xml:id="d3e18316_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_ZTT3W4R8?p=144" rend="quoted-open-end" xml:id="d1e18318">Er wird <quote rend="quoted" xml:id="d1e18320">originell</quote>; er verfällt der Erbsünde des Protestantismus. Und er gerät in immer engere Sympathieallianz mit dem preußisch-protestantischen Pflicht- und Soldatengeist. Statt die mittelalterliche Weisheit zu exaltieren wie <rs ref="#__GND_118610465" type="person" xml:id="d1e18325">Schopenhauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118610465" xml:id="d1e18325_entity-link"/> es tat, hält er ihre Ideen für erschöpft</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18318_quote-src" target="#d1e18318">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 144</bibl>.</note> usw. (Über <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e18332">Nietzsche</rs><corr>:</corr> <quote source="#__ZOTERO_ZTT3W4R8?p=145" rend="quoted" xml:id="d1e18336">Bei vollem Bewußtsein und im Gefühle seiner Verantwortung untergräbt er Schritt für Schritt, und immer prinzipieller seine eigene Basis, gegen sein Empfinden, gegen seine Nerven, ja gegen seine Einsicht, und je mehr er sich isoliert, desto lauter nennt er diese Isolation seinen neuen Heroismus.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18336_quote-src" target="#d1e18336">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 145</bibl>.</note> usw.<supplied>)</supplied>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-19" n="1943-03-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e18353">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-19">19/3 43</date>, <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Deu16" xml:id="d1e18360">5 Mos 16</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e18360_quote-src" target="#d1e18360">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Deu 16</bibl>.</note> Traum: <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e18364">Ernst Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e18364_entity-link"/> ist mir fremd, das sagt mir ein junger Mann, der aber selber Jünger ist, der jüngere Jünger. Brief von Admiral <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e18367">Lützow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e18367_entity-link"/> der einen <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e18371">Aufsatz über See</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e18371_entity-link"/> haben will, unter Berufung auf <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e18375">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e18375_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e18377">Der Brief Friedrich Lützows ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Freute mich einen Augenblick, aber die Distanzierung ist schon da. Besuch von <rs ref="#GremmelsHeinrich" type="person" xml:id="d1e18382">Gremmels</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GremmelsHeinrich" xml:id="d1e18382_entity-link"/> Spaziergang mit ihm, riet ihm eine Habilitationsschrift über J. A. und J. V. zu machen.<note type="editorial" xml:id="d1e18392">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 94</bibl> und 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Gremmels</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1938-1956</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2001</date>, S. 51-129, hier S. 51-109</bibl>. Aufgrund seines Kriegseinsatzes hat Gremmels keine Habilitationsschrift verfasst. Für Bedeutung der Abkürzungen hat sich keine plausible Lesart gefunden.</note> Nachmittags kam auch <rs ref="#ValentinerClaus" type="person" xml:id="d1e18399">Valentiner</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ValentinerClaus" xml:id="d1e18399_entity-link"/> ich war tief gerührt davon, daß <rs ref="#LinnPierre" type="person" xml:id="d1e18402">Pierre Linn</rs> mir ein großes französisches Buch über die <gap/> geschickt hatte und bat Valentiner, ihm Petersons <rs ref="#__ZOTERO_K3S3RXIQ" type="document" xml:id="d3e18410">Märtyrer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_K3S3RXIQ" xml:id="d3e18410_entity-link"/> mitzunehmen und ihm zu danken. Wir begleiteten Gremmels zum <rs ref="#BahnhofLichterfeldeWest" type="place" xml:id="d1e18413">Bahnhof Lichterfelde West</rs> und machten noch einen schönen Spaziergang zu Valentiners Wohnung; Gespräch über die typischen Situationen des Lebens, die sich wiederholen; er erzählte davon, wie er bei der Aufführung des Hitlerjugendfilms <rs ref="#__ZOTERO_HMK26CTW" type="document" xml:id="d3e18421">Quex</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HMK26CTW" xml:id="d3e18421_entity-link"/> austreten mußte. Abends müde früh zu Bett. Zwischendurch <rs ref="#__GND_118506234" type="person" xml:id="d1e18423">Ball</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506234" xml:id="d1e18423_entity-link"/> gelesen, erdrückt, wie klein ist er und wie viel Richtiges trifft er. Davor muß ich mich hüten. <rs ref="#__GND_116968982" type="person" xml:id="d1e18430">Lévy-Bruhl</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116968982" xml:id="d1e18430_entity-link"/> Die positivistische Methode gibt kein Äquivalent für das, was sie eliminiert. Lass dich nicht betrügen von diesen episierenden und philosophierenden Physikern, wie <rs ref="#__GND_118594818" type="person" xml:id="d1e18439">Max Planck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594818" xml:id="d1e18439_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118548670" type="person" xml:id="d1e18443">Heisenberg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548670" xml:id="d1e18443_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118630717" type="person" xml:id="d1e18446">Weizsäcker</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630717" xml:id="d1e18446_entity-link"/> Sie führen nicht aus diesem Gefängnis heraus. So wenig wie die Romantik aus dem der Renaissance und der Klassik, aber sie spiegeln dir einige Befreiungen vor. Heute Mittag Beerdigung <rs type="person" xml:id="d1e18451">Hahms</rs> auf dem Waldfriedhof, während ich mit Gremmels spazieren ging.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-20" n="1943-03-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="tcqx">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-20">Samstag, 20/3 43</date>. War nicht imstande aufzuschlagen; versagte sich mir. Man lernt ein Buch zu schnell manipulieren. Damit wird die unsichtbare Hand, die uns führen muß, verdrängt und <unclear>vergrämt</unclear>. Winckelmann (an Usteri 15.1.1763): <quote xml:id="vwx2-a" corresp="#__GND_118633600 #__GND_117322962" next="#vwx2-b" rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_ZTT3W4R8?p=39">Es schauert mich die Haut vom Wirbel bis zur Zehe, wenn ich an den preußischen Despotismus und den Schinder der Völker denke</quote> (Schinder der Völker!), <quote prev="#vwx2-a" rend="quoted-open-beginning" xml:id="vwx2-b">welcher das von Natur selbst vermaledeite und mit lybischem Sand bedeckte Land zum Abscheu der Menschen machen und mit ewigem Fluche beladen wird.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e18494">Brief Winckelmanns an Usteri vom 15.1.1763 bisher nicht nachweisbar.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="vwx2-b_quote-src" target="#vwx2-a #vwx2-b">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 39</bibl>. — Brief Winckelmanns an Usteri vom 15.1.1763 bisher nicht nachweisbar.</note> Also: Wer brachte den Fluch?! Hier haben wir einen Fluch des <rs ref="#__GND_101422792" type="person" xml:id="d1e18497">Bruders</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_101422792" xml:id="d1e18497_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e18500">Hölderlin</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e18500_entity-link"/> Entdeckte in Balls <rs ref="#__ZOTERO_ZTT3W4R8" type="document" xml:id="d3e18507">Folgen der Reformation</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZTT3W4R8" xml:id="d3e18507_entity-link"/> die Stelle über die Vernichtung der Bildkraft, als Folge der Reformation.<note type="editorial" xml:id="d1e18512">
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 35,38-39</bibl></note> Ferner seine Äußerung über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e18517">Bruno Bauer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e18517_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e18521">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 105</bibl>.</note> Er hat ihn also bemerkt, weiß aber nichts von seiner weiteren Entwicklung; immerhin stellt er ihn mit <rs ref="#__GND_118578537" type="person" xml:id="d1e18526">Marx</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118578537" xml:id="d1e18526_entity-link"/> gleich, und wittert hier etwas Wichtiges. <quote corresp="#__GND_118585533" source="#__ZOTERO_ZTT3W4R8?p=34" xml:id="oYB3-a" next="#oYB3-b">Lasst euch das Herz nicht entsinken</quote>, schrieb Thomas Müntzer; <quote prev="#oYB3-a" rend="quoted-open-beginning" xml:id="oYB3-b">es ist das gerechte Urteil Gottes, daß die Tyrannen so jämmerlich verstockt sind; denn Gott will sie mit der Wurzel ausreißen.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e18542">Schmitt zitiert Müntzer nach Ball; vgl. 
                                <bibl type="bookSection"><author>Thomas Müntzer</author>, <title>Müntzer an die Gottesfürchtigen zu Sangerhausen, Allstedt, 1524 Juli 15</title>, in: <title>Thomas Müntzers Briefwechsel. Auf Grund der Handschriften und ältesten Vorlagen</title>, hg. von <editor>Heinrich Böhmer</editor> und <editor>Paul Kirn</editor>, Leipzig und Berlin: B.G. Teubner <date>1931</date>, S. 61-63, hier S. 62</bibl>.
                            </note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="oYB3-b_quote-src" target="#oYB3-a #oYB3-b">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 34</bibl>. — Schmitt zitiert Müntzer nach Ball; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Thomas Müntzer</author>, <title>Müntzer an die Gottesfürchtigen zu Sangerhausen, Allstedt, 1524 Juli 15</title>, in: <title>Thomas Müntzers Briefwechsel. Auf Grund der Handschriften und ältesten Vorlagen</title>, hg. von <editor>Heinrich Böhmer</editor> und <editor>Paul Kirn</editor>, Leipzig und Berlin: B.G. Teubner <date>1931</date>, S. 61-63, hier S. 62</bibl>.</note> Jetzt aber sagen sie Europa, und nisten sich in diese Ruinen ein, wie es sich für niedrige Dämonen gehört;<note type="editorial" xml:id="d1e18550">Anspielung auf 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernst Jünger</author>, <title>Epgrammatischer Anhang</title>, in: <title>Blätter und Steine</title>, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt <date>1934</date>, S. 215-226, hier S. 215</bibl>: <q>Die verfallenen Altäre werden von Dämonen bewohnt.</q></note> Kadaververwertung und Ruinen-Raumverwertung. Die <quote rend="quoted" xml:id="d1e18558">Keim-feindschaft</quote> (<quote source="#__ZOTERO_8TP6NXB5?p=115" xml:id="d1e18562">aus der <corr>Vermischung</corr> feindlicher Rassenräume gehen die Genies hervor<app><lem type="origin">In dieselbe Richtung geht die von der modernen Erbforschung bestätigte alte Reibmayrsche Ansicht, daß Genie am häufigsten in Gegenden und Landschaften von Blut- und Rassenmischung entsteht.</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e18562_quote-src" target="#d1e18562">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Das Genieproblem</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 109-132, hier S. 115</bibl>. Ursprünglicher Text: In dieselbe Richtung geht die von der modernen Erbforschung bestätigte alte Reibmayrsche Ansicht, daß Genie am häufigsten in Gegenden und Landschaften von Blut- und Rassenmischung entsteht.</note> finde ich bei <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e18571">Benn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e18571_entity-link"/> (1931)<supplied>)</supplied>. Alle Kreter lügen; wie kommt einer dazu, das zu sagen; nun, das erfahren wir Deutschen ja jetzt selber. Denke ich <unclear>an einen</unclear> <rs ref="#__GND_118691171" type="person" xml:id="d1e18581">Eugen Fischer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118691171" xml:id="d1e18581_entity-link"/> und andere brave Männer, so habe ich keine Lust, ihnen etwas zu glauben, das sind nicht individual-psychologische Angelegenheiten. Lügen ist ein Rassenproblem, sehr gut; der Genotyp lügt, das ist schlimmer als aller reizender Schwindel des Phänotyp. (Die Unterscheidung von <rs ref="#__GND_136932568" type="person" xml:id="d1e18595">Johannsen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_136932568" xml:id="d1e18595_entity-link"/> dem großen dänischen Erbforscher); <quote source="#__ZOTERO_G2J5E4E8?p=33" rend="quoted" xml:id="d1e18599">Es gibt nur den Einsamen und seine Bilder, seit kein Manitu mehr zum Clan erlöst.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18599_quote-src" target="#d1e18599">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Zur Problematik des Dichterischen</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 7-34, hier S. 33</bibl>.</note> (Benn); die mystische Partizipation (<quote source="__ZOTERO_GJQQEIII" xml:id="d1e18614">saughaft und getränkehaft</quote> genommen) <rs ref="#__GND_116968982" type="person" xml:id="d1e18617">Lévy-Bruhl</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116968982" xml:id="d1e18617_entity-link"/> Das logische (?) Denken liefert kein Äquivalent für die Elemente, die es eliminiert! Es kann daher niemals der Erbe der prä-logischen Denkweise sein; verglichen mit der Participation, die das prälogische Denken realisiert, ist dieser Besitz immer nur unvollkommen, unzureichend und äußerlich!! Die Seele trachtet nach Tieferem als nach logischer Erkenntnis usw.<note type="editorial" xml:id="d1e18639">Schmitt zitiert Lévy-Bruhl nach 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Zur Problematik des Dichterischen</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 7-34, hier S. 25</bibl>.</note> Dieser großartige Jude! <quote source="#__ZOTERO_G2J5E4E8?p=26" xml:id="d1e18647">Wer träumt den Traum?</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18647_quote-src" target="#d1e18647">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Zur Problematik des Dichterischen</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 7-34, hier S. 26</bibl>.</note> (fragt Benn) Das Ich ist nur eine späte und flüchtige Stimmung der Natur; Innen und Außen sind spät geschieden und für gewisse selten kontrollierte Schichten nicht einmal exakt;<note type="editorial" xml:id="d1e18658">
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Zur Problematik des Dichterischen</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 7-34, hier S. 26</bibl></note> <quote source="#__ZOTERO_2EP74V4N?p=76" rend="quoted" xml:id="d1e18673">Termiten mit Raum-Neurose</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18673_quote-src" target="#d1e18673">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Urgesicht</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 61-79, hier S. 76</bibl>.</note> (Benn). Schrieb vormittags an <rs ref="#__GND_11862654X" type="person" xml:id="d1e18679">Verdross</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862654X" xml:id="d1e18679_entity-link"/> zu seinem <rs ref="#__ZOTERO_LA3ICHDX" type="document" xml:id="d3e18684">Aufsatz über <rs ref="#__GND_118549421" type="person" xml:id="d1e18685">Heraklits</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118549421" xml:id="d1e18685_entity-link"/> Rechtslehre</rs>, νόμος ist Landnahme, ist <app><lem>der Bauer</lem><rdg>die Dauer</rdg></app>, <unclear xml:id="d1e18696"><app><lem>der König</lem><rdg>die Einung</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e18696_alt-rdg" target="#d1e18696">Alternative Lesart zu „der König“: die Einung</note> und <unclear>Ernährung</unclear>; <unclear>Krieg</unclear> ist πόλεμος und nicht άγων.<note type="editorial" xml:id="d1e18713">Im Nachlass von Alfred Verdross ist kein Brief von Carl Schmitt erhalten. Ein Sonderdruck des Aufsatzes von Verdross mit Widmung des Verfassers befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 22946, und zwar zusammengebunden mit anderen Aufsätzen in einem Sammelhefter, der den Titel <q>Nomos</q> trägt. Eingeklebt ist ein Brief von Verdross an Schmitt vom 24. März 1943, RW 0265 Nr. 16875.</note> Wie sinnlos, solche Briefe, aber es trieb mich etwas dazu, nicht der Geist, sondern die falsche Anarchie des <unclear>Gutausgeschlafen- und Gutgefrühstückthabens</unclear>. Denke an den Ausspruch <rs ref="#__GND_118540238" type="person" xml:id="d1e18721">Goethes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540238" xml:id="d1e18721_entity-link"/> von seiner <rs type="work" ref="#__GND_4113768-1" xml:id="d1e18725">italienischen Reise</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4113768-1" xml:id="d1e18725_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_EVA5M7PE?p=106" xml:id="d1e18728">Er habe Diät gelebt, damit nicht er die Dinge steigert, sondern daß Dinge ihn steigern können!<app><lem type="origin">Ich lebe sehr diät und halte mich ruhig damit die Gegenstände keine erhöhte Seele finden, sondern die Seele erhöhen.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e18738">Diesen Satz zitiert auch <quote source="#__ZOTERO_VAJTPQUB?p=58" xml:id="d1e18740"/>.
                                <note type="quote-explanation" xml:id="d1e18740_quote-src" target="#d1e18740">Quelle: 
                                    <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Der Aufbau der Persönlichkeit. Grundriß einer Geologie des Ich</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 35-60, hier S. 58</bibl>.
                                </note>
                            </note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18728_quote-src" target="#d1e18728">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author> und <author>Julius Vogel</author>, <title>Goethes Tagebuch der italienischen Reise</title>, in: <title/>, Berlin: Julius Bard <date>1908</date>, S. 106</bibl>. Ursprünglicher Text: Ich lebe sehr diät und halte mich ruhig damit die Gegenstände keine erhöhte Seele finden, sondern die Seele erhöhen. — Diesen Satz zitiert auch 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Der Aufbau der Persönlichkeit. Grundriß einer Geologie des Ich</title>, in: <title>Fazit der Perspektiven</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1931</date>, S. 35-60, hier S. 58</bibl>.</note> Dachte an den mickrigen <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e18745">Hegel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e18745_entity-link"/> als ich bei Ball las: <quote rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_ZTT3W4R8?p=140" xml:id="ZDJz_part-1">Sie graben unterirdische Schächte und Gänge nach allen Seiten; aber sie nützen sie nur für die Ausflucht, wenn sie den geraden, den aufrechten, den menschlich logischen Weg gehen sollten; nur wenn es, selbst um den Preis der Zerstörung, ihre <q>Freiheit</q> betrifft. Ich spreche von der Versklavung selbst (von der Musik, dem Glanze unserer Versklavung), von jenem abgeblendeten, verkrochenen, unheimlichen Wesen, das unter der albernen Oberfläche eines</quote> <quote rend="quoted" xml:id="ZDJz_part-2">konzilianten, bieder schmunzelnden Optimismus die böswillige Rache derer übt, die, lange verderbt, ihr aufrechtes Manntum eingebüßt haben.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="ZDJz_part-2_quote-src" target="#ZDJz_part-1 #ZDJz_part-2">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 140</bibl>.</note> Nachmittags zum Tee bei <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e18777">Brinkmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e18777_entity-link"/> Frau <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e18780">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e18780_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e18783">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e18783_entity-link"/> waren da, beiden war ich fremd. Traurig auf mich zurückgezogen, der liebe gute Carl Brinkmann mit seiner großen Belesenheit und seinem unendlichen Wissen. Ich sprach über das Postministerium. Popitz war feindlich gegen mich, worunter ich sehr litt. Wohin gehöre ich denn, einsames Mückchen. Brinkmann ging mit zum <rs ref="#N&#xFC;rnbergerPlatz" type="place" xml:id="d1e18791">Nürnberger Platz</rs>, wir waren immer in Erwartung eines Fliegeralarms. Erzählten von der <unclear>Elite</unclear>, von den Gerüchten über die <unclear>Milderung</unclear> der Judenbehandlung. Ich las den Aufsatz von <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e18801">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e18801_entity-link"/> über die <rs ref="#__ZOTERO_853P3GYW" type="document" xml:id="d3e18805">Epochen des Völkerrechts</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_853P3GYW" xml:id="d3e18805_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e18807">Im Nachlass von Carl Schmitt befindet sich ein Sonderdruck des zweiten Teils des Aufsatzes, 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Die Epochen der modernen Völkerrechtsgeschichte: Zweiter Teil</title>, in: <title>Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft</title>, 1942, Bd. 103, S. 260-294</bibl>, mit Widmung des Verfassers, RW 0265 Nr. 25101.</note> und lebte zuhause etwas auf, trank einen Cognac und war wieder beruhigt. Grauenhafter Zustand des Zurückgeschleudertwerdens. Ganz armer Teufel, poltere, auch gegenüber <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e18814">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e18814_entity-link"/> der sich einen Hof im Spreewald kauft.<note type="editorial" xml:id="d1e18817">Gretha Jünger berichtete am 15. März 1943 in einem Brief an ihren Mann vom geplanten Hauskauf <quote source="#__ZOTERO_AGBZC3KE?p=364" xml:id="d1e18819">nahe bei Cottbus, am Rande des Spreewaldes</quote>.
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e18819_quote-src" target="#d1e18819">Quelle: 
                                <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Gretha Jünger</author>, <title>Einer der Spiegel des anderen. Briefwechsel 1922-1960</title>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2021</date>, S. 364</bibl>.
                            </note> Zum Kauf des Anwesens kam es nicht.</note> Arbeitsunfähig, früh zu Bett; Z.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-20" type="entry-date"/></note>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-21" n="1943-03-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e18830">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-21">Sonntag, 21/3 43</date>. 2 Makk 8,7. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ma8,6-7" xml:id="d1e18836">Das alles trieb er am meisten des Nachts (den Feind schaden).<app><lem type="origin">Er überfiel unversehens Städte und Flecke, und steckte sie an, und nahm ein die bequemsten Orte, und tat den Feinden großen Schaden. Am meisten aber trieb er das bei Nacht, daß man weit und breit von seinen Taten sagte.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18836_quote-src" target="#d1e18836">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ma 8,6-7</bibl>. Ursprünglicher Text: Er überfiel unversehens Städte und Flecke, und steckte sie an, und nahm ein die bequemsten Orte, und tat den Feinden großen Schaden. Am meisten aber trieb er das bei Nacht, daß man weit und breit von seinen Taten sagte.</note> Schrieb an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e18842">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e18842_entity-link"/> zum Geburtstag,<note type="editorial" xml:id="d1e18845">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 160</bibl>.</note> den Psalm 42, über <hi>den Précepteur von <rs ref="#__GND_119014629" type="person" xml:id="d1e18857">Thomas</rs></hi><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119014629" xml:id="d1e18857_entity-link"/> (sehr gut hat mir die Wiederholung der typischen Situation gefallen: Der Schwächling, der den Terror auszuüben verstand, wird ohnmächtig davon getragen; das ist eine symbolkräftige Auflösung der Angstsituation, freilich etwas zu prompt und leicht.<note type="editorial" xml:id="d1e18865">Im Brief an Jünger ergänzt um: <quote xml:id="d1e18867">Meine Sympathie für Thomas ist durch dieses Buch noch gestiegen</quote>.</note> Auch die sensuelle Gewichtslosigkeit des Buches stört mich nicht; vielleicht steht er unter einem luftigen Zeichen (Waage?). Es wäre wunderbar, wenn die Franzosen als Moralisten das befreiende Wort für die heutige Situation fänden.) Mein <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e18875">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e18875_entity-link"/> erinnerte sich in der Tischrede, die er an seinem 90. Geburtstag hielt, daran, daß er als Kind einmal den Ausspruch gehört habe: <quote rend="quoted-open-beginning" source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=160" xml:id="d1e18878">Die Märzfohlen halten sich am besten. Das ist ein biologischer Trost in diesen harten Zeiten des Tieres.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e18882">Schmitts Vater wurde am 6. März 1853 geboren und feierte 1943 seinen 90. Geburtstag.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18878_quote-src" target="#d1e18878">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 160</bibl>. — Schmitts Vater wurde am 6. März 1853 geboren und feierte 1943 seinen 90. Geburtstag.</note> Um 11 Besuch vom Gefreiten <rs ref="#Moser" type="person" xml:id="d1e18885">Moser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Moser" xml:id="d1e18885_entity-link"/> aus Brüssel, Grüße von <rs ref="#__GND_1055158243" type="person" xml:id="d1e18888">Rehkopp.</rs> Es gibt ein heiliges Land, terra sancta, aber kein heiliges Meer. Das Meer ist weder heilig noch gerecht. <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e18898">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e18898_entity-link"/> zu Mittag: Die Engländer segeln hoch im Wind. Die U-Boote gehören nicht dem Meer an, sondern sind eine Rache des Landes an die See. Der englische Kapitän will im Ruhestand das Meer nicht mehr sehen, er pflegt seinen Rasen und kauft sich mitten im Land ein (ich soll <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e18907">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e18907_entity-link"/> einmal zitieren). Er meint, Benito Cereno würde Ostern abschrecken. Nachmittags der Geburtstag des Patenkindes <corr>von</corr> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e18918">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e18918_entity-link"/> <rs ref="#WeberAxel" type="person" xml:id="d1e18921">Axel Weber</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WeberAxel" xml:id="d1e18921_entity-link"/> Schreckliches Kollegengespräch mit <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e18926">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e18926_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118655698" type="person" xml:id="d1e18929">Berber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655698" xml:id="d1e18929_entity-link"/> (den Grewe einen durch und durch korrupten Menschen nennt) über den schleimigen <rs ref="#__GND_118707450" type="person" xml:id="d1e18939">Huber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118707450" xml:id="d1e18939_entity-link"/> den giftigen <rs type="person" ref="#__GND_118709437" xml:id="d1e18942">Heckel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118709437" xml:id="d1e18942_entity-link"/> die gute Leipziger Fakultät. Abends erzählte Duschka von dem Brief der serbischen Bäuerin, fremde Vögel sind gekommen und haben unsere Hühner vertrieben, die Schnecken sind davongekrochen usw. Tief gerührt von dieser slawischen Seele, der ich ganz anheimgegeben bin. Traurig und verzweifelt zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-22" n="1943-03-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e18953">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-22">Montag, 22/3 43</date>. Ap. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Act20,18-19" xml:id="d1e18961">20,18 f.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e18961_quote-src" target="#d1e18961">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Act 20,18-19</bibl>.</note> (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Act20,25" xml:id="d1e18964">werdet mein Antlitz nicht mehr sehen, <unclear>alle die, bei welchen ich</unclear><app><lem type="origin">Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, bei welchen ich durchkommen bin, und gepredigt habe das Reich Gottes.</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e18964_quote-src" target="#d1e18964">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Act 20,25</bibl>. Ursprünglicher Text: Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein Angesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, bei welchen ich durchkommen bin, und gepredigt habe das Reich Gottes.</note> sehr tröstlich.) Sah im Traum eine lateinische Vorrede von <rs ref="#__GND_118551698" type="person" xml:id="d1e18971">Hobbes</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551698" xml:id="d1e18971_entity-link"/> mit den Worten: etiam veritas, justitia (außerdem noch ein drittes, das ich vergessen habe). Warnung mit dem Sinn: Das alles wird hier zerstört. Gerührt von der anständigen Art, mit der mir Professor <rs ref="#KoehlerProf" type="person" xml:id="d1e18982">Koehler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KoehlerProf" xml:id="d1e18982_entity-link"/> für <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e18987">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e18987_entity-link"/> dankte; den guten Stil, die <quote rend="quoted" xml:id="d1e18988">unheimliche Gelehrsamkeit</quote> und die unbefangene Diktion rühmte.<note type="editorial" xml:id="d1e18991">Ein entsprechender Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Abends zu <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e18997">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e18997_entity-link"/> und <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e19000">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e19000_entity-link"/> im <rs type="place" xml:id="d1e19003">Bristol</rs> schön gegessen, mit einem 39-er Niersteiner dann noch in seinem repaire, sehr guter Niersteiner 32er (Ölberg und Rehbach) über <rs ref="#__GND_118547070" type="person" xml:id="d1e19012">Kaspar Hauser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547070" xml:id="d1e19012_entity-link"/> und Esperanto gesprochen, über die Lüge und den unfaßbaren Betrug der Zeit, rührende Gastfreundschaft, immer etwas in Angst vor einem Fliegeralarm, um 11 mit der S-Bahn nach Hause und sehr müde von dem vielen, schweren Wein. Blötz sagte mit Recht: Diese braven Leute, die herumfahren und bestimmen, wer in den Zuchthäusern nicht mehr lebenswert ist, wissen gar nicht was sie tun, daß sie das Prinzip der Justiz selbst verraten. Mir fiel ein: Wie muß doch die machtlose Überlegenheit des Richtertums steigen mit der technischen Machtsteigerung der Nichts-als-Machthaber; der Machthaber als Rechthaber in einer Person; das muß ja auseinanderbrechen. Damals in der Völkerwanderung brach es nach Kaiser und Papst auseinander; das ist das Geheimnis der römischen Kirche. Wäre ein schöner Buchtitel: Das Geheimnis der römischen Kirche: die <abbr>auct.</abbr> <expan>auctoritas</expan> neben der <abbr>pot</abbr> <expan>potestas</expan>. Die Menschen kommen flehend gekrochen und bitten um das bißchen Recht, ohne das der Mensch nicht leben kann. Warum muß das der Priester geben, der es sofort wieder zu neuem Recht benutzt? Wäre das nicht die große Rolle des Legisten? Des Rechtswahrers? Wenn er nicht unser Rechtsschöpfer sein müßte? Der Frühling ist wieder da und <unclear>es</unclear> wird noch lange dauern. Dachte an die Verantwortung der Leute des Jahres 32, von der <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e19054">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e19054_entity-link"/> sprach; sie trifft <rs ref="#__GND_124745792" type="person" xml:id="d1e19057">Ott</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124745792" xml:id="d1e19057_entity-link"/> mehr als <unclear><rs ref="#__GND_118730924" type="person" xml:id="d1e19061">Marcks</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118730924" xml:id="d1e19061_entity-link"/> Immer wieder <corr><rs ref="#__GND_118506234" type="person" xml:id="d1e19070">Hugo Balls</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506234" xml:id="d1e19070_entity-link"/> Bild von der</corr> <quote source="#__ZOTERO_FX6MSJF5?p=115" xml:id="d1e19074">Chloroform-<corr>Maske</corr>, <unclear>wird</unclear> der Nation <unclear>übergeworfen</unclear>, damit die Vergewaltigung widerstandslos vor sich geht.<app><lem type="origin">Und so wurde der deutsche <soCalled>Idealismus</soCalled> zu jenem Geheimkabinett, auf dessen Dach die Flagge der Vernunft und Aufklärung wehte, während im Innern ein Mystagoge seiner Nation eine Chloroformmaske übers Gesicht warf, und das betäubte Objekt dem Sadismus der Herrscher auslieferte.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19074_quote-src" target="#d1e19074">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Zur Kritik der deutschen Intelligenz</title>, Bern: Der freie Verlag <date>1919</date>, S. 115</bibl>. Ursprünglicher Text: Und so wurde der deutsche Idealismus zu jenem Geheimkabinett, auf dessen Dach die Flagge der Vernunft und Aufklärung wehte, während im Innern ein Mystagoge seiner Nation eine Chloroformmaske übers Gesicht warf, und das betäubte Objekt dem Sadismus der Herrscher auslieferte.</note> Das wäre profond.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-23" n="1943-03-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e19097">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-23">Dienstag, 23/3 43</date>. Jes. 32,16: <quote rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa32,16-17" xml:id="d1e19106">Und das Recht wird in der Wüste wohnen, und Gerechtigkeit auf dem Acker hausen, und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Gerechtigkeit Nutz wird ewige Stille und Sicherheit <supplied>sein</supplied></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e19106_quote-src" target="#d1e19106">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 32,16-17</bibl>.</note> Vielleicht wird dann das Recht sogar auf dem Meere wohnen! Von dem Wein heftige Kopfschmerzen, auf den Augen und oben im Scheitel, daher Angst, das Schicksal des armen <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e19121">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e19121_entity-link"/> zu erfahren.<note type="editorial" xml:id="d1e19124">Seit Sommer 1941 erkrankt, starb Hahm 1943 an einer Hirnblutung.</note> 2 Soldaten brachten Fett aus <corr>Serbien</corr> von der <rs type="person" ref="#TrumicAngelina" xml:id="d1e19129">Schwester Duschkas</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TrumicAngelina" xml:id="d1e19129_entity-link"/> Ich besorgte einige Kleinigkeiten und dachte darüber nach, daß ich schon 10 Jahre Professor in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e19134">Berlin</rs> und Staatsrat bin; die 10 Jahre 23 – 33 waren viel schöner. Mit Kopfschmerzen zur Bibliothek, <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e19139">Gottfried Benns</rs> <rs type="#__ZOTERO_9DZTSSZ9">Aufsätze</rs> geholt,<note type="editorial" xml:id="d1e19145">Schmitt besaß zu dieser Zeit zwei Essaybände von Benn, nämlich 
                            <bibl type="book"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Der neue Staat und die Intellektuellen</title>, Stuttgart und Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1933</date></bibl>, RW 0265 Nr. 26829, mit der handgeschriebenen Widmung <q>Aus dem Jahre 1934 - long long ago! Herrn Prof. Dr. Carl Schmitt mit verehrungsvollem Gruss. Gottfried Benn 3.IV.1943</q>, und 
                            <bibl type="book"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Kunst und Macht</title>, Stuttgart und Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1934</date></bibl>, RW 0265 Nr. 28596.</note> Eifer sie <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e19154">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e19154_entity-link"/> zu schicken, tat es aber nicht. Vorlesung gut, freute mich darüber. Benn gelesen, oft mit Bewunderung dann wieder mit Abneigung; er saß doch tief im Schmutz. Rief nachmittags bei ihm an und fragte, ob ich ihm etwas an die im Telefonbuch genannte Adresse schicken kann, eine nette Frauenstimme antwortete. Schickte ihm <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e19166">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e19166_entity-link"/> mit der Widmung <quote rend="quoted" xml:id="d1e19168"><unclear>ωρ αειζω</unclear><app><lem type="translation">Dem ewigen Gefährten.</lem></app></quote>. Entdeckte bei ihm einen Satz über den Schmerz, der <hi>vor</hi> <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e19179">Jüngers</rs> <rs ref="#__ZOTERO_SIV6I93U" type="document" xml:id="d3e19184">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SIV6I93U" xml:id="d3e19184_entity-link"/> ist; (der Schmerz als <unclear>Entlarver</unclear><supplied>)</supplied>.<note type="editorial" xml:id="d1e19188">Bisher nicht ermittelt.</note> Das große Datum 23.7.<hi>1847</hi>, <rs ref="#__GND_11854893X" type="person" xml:id="d1e19199">Helmholtz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11854893X" xml:id="d1e19199_entity-link"/> entwickelt in der Berliner Physikalischen Gesellschaft <rs ref="#__GND_118579584" type="person" xml:id="d1e19204">Robert Mayers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118579584" xml:id="d1e19204_entity-link"/> Gesetz von der Erhaltung der Energie, mechanisch begründetes, allgemeines Naturgesetz; damit beginnt die volle Begreiflichkeit der Welt als Mechanismus.<note type="editorial" xml:id="d1e19212">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Nach dem Nihilismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 7-24, hier S. 12</bibl>.</note> Das andere Datum 1859: Erscheinungsjahr von <rs ref="#__GND_118523813" type="person" xml:id="d1e19222">Darwins</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118523813" xml:id="d1e19222_entity-link"/> Theorie; der Mensch der hochgekämpfte dicke Affe.<note type="editorial" xml:id="d1e19225">
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Die neue literarische Saison</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 132-149, hier S. 148</bibl>.</note> Aus diesen beiden Daten entstand der Montage--Typ, jeder Vorstellung einer menschlichen Schicksalshaftigkeit zynisch entwachsen (<rs ref="#__ZOTERO_9DZTSSZ9" type="document" xml:id="d3e19240">Nach dem Nihilismus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9DZTSSZ9" xml:id="d3e19240_entity-link"/> 1932).<note type="editorial" xml:id="d1e19241">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Nach dem Nihilismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 7-24, hier S. 13</bibl>.</note> <hi>1885/6</hi> <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e19251">Nietzsches</rs> <rs ref="#__ZOTERO_8UFJDMWW" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e19256">Wille zur Macht</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8UFJDMWW" xml:id="d3e19256_entity-link"/> dessen 1. Buch den Untertitel führte: Der europäische Nihilismus. Geburtsstunde des Wortes März 1862, als <rs type="person" xml:id="d1e19257">Turgenjews</rs> <rs ref="#__ZOTERO_2SG2CGW8" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e19263">Väter und Söhne</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2SG2CGW8" xml:id="d3e19263_entity-link"/> erschien. <quote source="#__ZOTERO_H4GQBUQ5?p=16" rend="quoted" xml:id="d1e19264">Weiter können auch russische Geschichtsforscher diesen Begriff nicht verfolgen</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e19264_quote-src" target="#d1e19264">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Nach dem Nihilismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 7-24, hier S. 16</bibl>.</note> (So?) Nietzsche sieht den Übermenschen noch biologisch positiv; wir sehen ihn bionegativ; aus Werten, die die Rassen schädigen, entwickeln sich die Genialität und Differenzierung des Geistes;<note type="editorial" xml:id="d1e19280">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Nach dem Nihilismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 7-24, hier S. 20</bibl>.</note> der Geist ist dem Leben übergeordnet, der konstruktive Geist. Er sieht nicht, daß der Mensch <unclear>im Ganzen, auch der animalische, biologisch ist</unclear>. <hi>1882</hi> Dubois-Reymond in seiner Berliner Rektoratsrede <rs ref="#__ZOTERO_8M6BDA76" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e19296">Goethe und kein Ende</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8M6BDA76" xml:id="d3e19296_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118613723" type="person" xml:id="d1e19297">Shakespeare</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118613723" xml:id="d1e19297_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11858331X" type="person" xml:id="d1e19300">Molière</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11858331X" xml:id="d1e19300_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118607626" type="person" xml:id="d1e19304">Schiller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118607626" xml:id="d1e19304_entity-link"/> blieben schaffensfreudig bei der Stange.<note type="editorial" xml:id="d1e19311">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Goethe und die Naturwissenschaften, seine Kritik des Physikalismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 25-85, hier S. 34</bibl>. Benn zitiert nach <quote source="#__ZOTERO_8M6BDA76?p=7" type="document" xml:id="d1e19315"/>.
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e19315_quote-src" target="#d1e19315">Quelle: 
                                <bibl type="book"><author>Emil Du Bois-Reymond</author>, <title>Goethe und kein Ende. Rede bei Antritt des Rektorats der koenigl. Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin am 15. October 1882</title>, Berlin: Buchdruckerei der koenigl. Akademie der Wissenschaften <date>1882</date>, S. 7</bibl>.
                            </note></note> <rs ref="#__GND_118540238" type="person" xml:id="d1e19318">Goethes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540238" xml:id="d1e19318_entity-link"/> Arbeiten über Naturwissenschaft sind totgeborene Kinder eines Dilettanten usw.<note type="editorial" xml:id="d1e19321">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Goethe und die Naturwissenschaften, seine Kritik des Physikalismus</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 25-85, hier S. 34</bibl>. Benn zitiert nach 
                            <bibl type="book"><author>Emil Du Bois-Reymond</author>, <title>Goethe und kein Ende. Rede bei Antritt des Rektorats der koenigl. Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin am 15. October 1882</title>, Berlin: Buchdruckerei der koenigl. Akademie der Wissenschaften <date>1882</date>, S. 21</bibl>. Dort heißt es: <q>[...] Goethes Arbeiten die totgeborne Spielerei eines autodidaktischen Dilettanten</q>.</note> 1808 gegnet die moderne Naturwissenschaft: Begriff des Atoms bei <rs ref="#__GND_118678671" type="person" xml:id="d1e19333">Dalton</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118678671" xml:id="d1e19333_entity-link"/> Entzückend Goethe an <rs ref="#__GND_118556312" type="person" xml:id="d1e19338">Jacobi</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118556312" xml:id="d1e19338_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118505696" type="person" xml:id="d1e19341">Bacon</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505696" xml:id="d1e19341_entity-link"/> Dieser kommt mir vor wie ein Herkules, der einen großen Stall von dialektischem Mist gereinigt hat, um ihn mit Erfahrungsmist zu füllen.<note type="editorial" xml:id="d1e19350">Schmitt zitiert den Goethe-Brief an Jacobi vom 7. März 1808 nach 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Irrationalismus und moderne Medizin</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 114-131, hier S. 127</bibl>. Bei Goethe heisst es: <q>So habe ich eine unbedingte Verehrung für Roger Bacon gefaßt; dagegen mir sein Namensvetter, der Kanzler, wie ein Hercules vorkommt, der einen Stall von dialektischem Miste reinigt, um ihn mit Erfahrungsmist füllen zu lassen</q>. Schmitt zitiert hier Goethe nach Benn: <q>Der Kanzler Bacon kommt mir vor, schrieb Goethe an Jacobi, wie ein Herkules, der einen Stall von dialektischem Mist gereinigt hat, um ihn mit Erfahrungsmist zu füllen.</q> Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Irrationalismus und moderne Medizin</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 114-131, hier S. 127</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_QFWASERW?p=147" xml:id="d1e19362">Wer mit der Zeit mitläuft, wird von ihr überrannt; aber wer stillsteht, auf den kommen die Dinge zu.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19362_quote-src" target="#d1e19362">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Die neue literarische Saison</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 132-149, hier S. 147</bibl>.</note> (Benn)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e19371">
                        Las des Nachts den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_QTH7IJN2" xml:id="d3e19377">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QTH7IJN2" xml:id="d3e19377_entity-link"/> von Wittich über <rs ref="#__GND_118547070" type="person" xml:id="d1e19378">Kaspar Hauser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547070" xml:id="d1e19378_entity-link"/> (<rs type="work" ref="#__GND_4160160-9" xml:id="d1e19381">Hochland</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4160160-9" xml:id="d1e19381_entity-link"/> 30). Die Besprechung, die <rs ref="#__GND_1053157479" type="person" xml:id="d1e19387">Steinbömer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1053157479" xml:id="d1e19387_entity-link"/> von dem <rs ref="#__ZOTERO_E62MU7D2" type="document" xml:id="d3e19392">Buch</rs> <rs ref="#__GND_118919598" type="person" xml:id="d1e19393">Masurs</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118919598" xml:id="d1e19393_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118616641" type="person" xml:id="d1e19396">Stahl</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616641" xml:id="d1e19396_entity-link"/> gemacht hat: der jüdische Jüngling (Stahl!), nobel gekühlt, sic. Aber auch vieles sehr schön, besonders das <unclear>Zitat</unclear> Stahls: <quote source="#__ZOTERO_IPA6NMRP?p=38" xml:id="d1e19409">alles Wissen ist Geschichte und wird wieder Geschichte, wenn es Weisheit wird.<app><lem type="origin">Die älteste Weisheit ist Geschichte und ihre Mittheilung bloße Erzählung, und erst wenn alle Wissenschaft wieder Geschichte und Erzählung seyn wird, wird es die letzte Weisheit seyn.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19409_quote-src" target="#d1e19409">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Julius Stahl</author>, <title>Christliche Rechts- und Staatslehre</title>, Heidelberg: J.C.B. Mohr <date>1833</date> (<title type="series">Die Philosophie des Rechts nach geschichtlicher Ansicht</title> 2), S. 38</bibl>. Ursprünglicher Text: Die älteste Weisheit ist Geschichte und ihre Mittheilung bloße Erzählung, und erst wenn alle Wissenschaft wieder Geschichte und Erzählung seyn wird, wird es die letzte Weisheit seyn.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-24" n="1943-03-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e19417">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-24">Mittwoch, 24/3 43</date>. Dan. 11, 37/8: <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Dan11,37-38" xml:id="d1e19426">Die Götter seiner Väter wird er (der König) nicht achten, er wird weder Frauenliebe noch einiges Gottes achten, denn er wird sich wider alles aufwerfen. Aber an des Statt wird er den Gott der Festungen ehren.<app><lem type="origin">Und die Götter seiner Väter wird er nicht achten; er wird weder Frauenliebe, noch einiges Gottes achten; denn er wird sich wider alles aufwerfen. Aber an des Statt wird er den Gott der Festungen ehren; denn er wird einen Gott, davon seine Väter nichts gewußt haben, ehren mit Gold, Silber, Edelsteinen und Kleinoden.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19426_quote-src" target="#d1e19426">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Dan 11,37-38</bibl>. Ursprünglicher Text: Und die Götter seiner Väter wird er nicht achten; er wird weder Frauenliebe, noch einiges Gottes achten; denn er wird sich wider alles aufwerfen. Aber an des Statt wird er den Gott der Festungen ehren; denn er wird einen Gott, davon seine Väter nichts gewußt haben, ehren mit Gold, Silber, Edelsteinen und Kleinoden.</note> Müde, Kopfschmerzen, ohne Kaffee; Brief von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e19434">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e19434_entity-link"/> der sagte: Nicht Mars regiert die Stunde,<note type="editorial" xml:id="d1e19438">Bei Schiller heißt es allerdings: <quote source="#__ZOTERO_BTN4CJSA?p=111" xml:id="d1e19440">Der Tag bricht an, und Mars regiert die Stunde</quote>.
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e19440_quote-src" target="#d1e19440">Quelle: 
                                <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Schiller</author>, <title>Wallensteins Tod. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen</title>, in: <title>Schillers sämtliche Werke in zwölf Bänden. Mit einem Bildnis des Dichters und einer Einleitung von Albert Ludwig</title>, Leipzig: Hesse &amp; Becker Verlag <date>[1916]</date>, S. 109-219, hier S. 111</bibl>.
                            </note></note> sondern das Böse im Menschen, und das ist nicht Schicksal, sondern menschliche Schuld, wenn es auch Feigheit ist. Erschrak vor dieser Kraft und Sicherheit meines Bruders und schämte mich. Schwankte immer noch wegen <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e19448">Benn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e19448_entity-link"/> schickte aber den Brief ab. Hielt mühsam meine Vorlesung Völkerrecht, nett mit <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e19451">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e19451_entity-link"/> dem ich meine <rs type="work" xml:id="d1e19454">Strafprozeß-Denkschrift</rs> gab, müde nach Hause und wie tot geschlafen. Abends Gespräch mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e19460">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e19460_entity-link"/> (über <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e19463">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e19463_entity-link"/> <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e19466">Hahm</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e19466_entity-link"/> <rs ref="#Meerkatz" type="person" xml:id="d1e19469">Meerkatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Meerkatz" xml:id="d1e19469_entity-link"/> (ich als preußischer Landadeliger, gegen den Snobismus der spanischen Aristokraten wie Alba), <rs ref="#__GND_116116021" type="person" xml:id="d1e19478">Keiper</rs><note type="editorial" xml:id="d1e19480">Zur Beziehung Wilhelm Keiper – Schmitt siehe den Brief Keipers vom 27. Juli 1944 an Schmitt, in: 
                            <bibl type="bookSection"><title>Briefe an Carl Schmitt. Eine erste Auswahl</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Piet Tommissen</editor>, Brüssel: Economische Hogeschool Sint-Aloysius <date>2001</date>, S. 117-171, hier S. 127-128</bibl>.</note> (über <rs ref="#__GND_118589520" type="person" xml:id="d1e19485"><unclear>Oetinger</unclear></rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118589520" xml:id="d1e19485_entity-link"/> Besuch von Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e19488">Petrović</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e19488_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e19491">Klićković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e19491_entity-link"/> nett über das Buch von Fried <rs ref="#__ZOTERO_6Q56XBQ5" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e19497">Soziale  Revolution</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_6Q56XBQ5" xml:id="d3e19497_entity-link"/> gesprochen. Todmüde zu Bett. Brief von <rs ref="#__GND_118567128" type="person" xml:id="d1e19500">Herbert Krüger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118567128" xml:id="d1e19500_entity-link"/> unangenehmer Eindruck eines Strebers und Schlaumeiers.<note type="editorial" xml:id="d1e19503">Ein entsprechender Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> <rs ref="#__GND_118587749" type="person" xml:id="d1e19506">Harold Nicolson</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587749" xml:id="d1e19506_entity-link"/> Sohn einer Irin.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-25" n="1943-03-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e19515">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-25">Donnerstag, 25/3 43</date>. Jo 9.25 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Joh9,25" xml:id="d1e19524">Eines weiß ich, daß ich blind war und bin nun sehend<app><lem type="origin">Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e19524_quote-src" target="#d1e19524">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Joh 9,25</bibl>. Ursprünglicher Text: Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend.</note> Hörte Nachts das angstvolle Krähen des Hahns, glaubte, daß er sich gegen eine Ratte wehrt. <unclear>Rattenkomplex</unclear>: Gau, Kreis, Ort. <unclear>Ratte</unclear>. Unterschied zwischen <rs ref="#__GND_118520814" type="person" xml:id="d1e19537">Cicero</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520814" xml:id="d1e19537_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_12877505X" type="person" xml:id="d1e19540">Tacitus</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12877505X" xml:id="d1e19540_entity-link"/> beide in einer gefährlichen Situation, aber der erste machte noch schöne Perioden, das heißt es gibt noch eine Öffentlichkeit und <gap/>, bei Tacitus dagegen schon <unclear xml:id="d1e19551"><app><lem>geheime Signale</lem><rdg>Geheimsignale</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e19551_alt-rdg" target="#d1e19551">Alternative Lesart zu „geheime Signale“: Geheimsignale</note> und Zinken, Cassiber, die man sich im Geheimen schickt und zusteckt. Parallel: 1932 – 1942.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e19560">
                        Müde um ¼ 7 auf, zum <rs type="place" xml:id="d1e19564">Prüfungsamt</rs> Assessor-Examen, halb im Schlaf, neurotische Angst um <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e19567">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e19567_entity-link"/> Wutanfall wegen der Möglichkeit, zur Völkerrechts-Tagung (morgen und übermorgen) eingeladen zu werden.<note type="editorial" xml:id="d1e19572">Nicht ermittelt.</note> Verehrung und Bewunderung für <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e19576">Benn</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e19576_entity-link"/> Bewunderung <hi>kann</hi> im Deutschen nur ironisch sein; ich kann mich verwundern, aber einen anderen <hi>be</hi>-wundern, ist doch komisch.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e19590">
                        nihil scimus nisi quod memoria tenemus<app><lem type="origin">tantum scimus quantum in memoria tenemus</lem></app><note type="editorial" xml:id="d1e19598">Cicero, Philippica VI 3, § 7. 
                            <note type="translation" xml:id="d1e19600">Wir wissen so viel, wie wir im Gedächtnis haben.</note></note> (<rs ref="#__GND_118520814" type="person" xml:id="d1e19603">Cicero</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520814" xml:id="d1e19603_entity-link"/>. Der <unclear>feine</unclear> Minister: Wollen die Herren noch etwas dazu sagen oder fühlen sie sich schon zu alt; <unclear>Tretjatöpfe</unclear>;<note type="editorial" xml:id="d1e19614">Wahrscheinlich Anspielung auf <rs ref="#TretjakowSergeiMichailowitsch" type="person" xml:id="d1e19616">Sergei Michailowitsch Tretjakow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TretjakowSergeiMichailowitsch" xml:id="d1e19616_entity-link"/> (1892-1937), mit dem sich Benn in einem Essay beschäftigt, den Schmitt gelesen hat: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Die neue literarische Saison</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 132-149, hier S. 138-142,146</bibl>.</note> <unclear xml:id="d1e19623"><app><lem>Der</lem><rdg>Die</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e19623_alt-rdg" target="#d1e19623">Alternative Lesart zu „Der“: Die</note> arme <gap/>, kein freier Mensch mehr möglich. Progressive Zerebralisierung (statt Rationalisierung, occidentale Zerebration) Lieblingsausdruck von <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e19640">Benn</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e19640_entity-link"/> Vormittags Assessor-Examen, Kriegsexamen, unter <rs ref="#CreutzfeldtKurt" type="person" xml:id="d1e19643">Creutzfeldt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#CreutzfeldtKurt" xml:id="d1e19643_entity-link"/> der nette <rs type="person" ref="#KirchhofStudent" xml:id="d1e19646">Kirchhof</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KirchhofStudent" xml:id="d1e19646_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e19649">Kein Hinweis in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> Mittags fing <rs ref="#Marie" type="person" xml:id="d1e19656">Marie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Marie" xml:id="d1e19656_entity-link"/> die Ratte; dank der Klugheit von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e19660">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e19660_entity-link"/> die sich die richtige Methode ausgedacht hatte. Sehe darin ein beruhigendes Symbol. Traf mittags vor dem <rs ref="#Justizministerium" type="place" xml:id="d1e19665">Justizministerium</rs> <rs ref="#Sch&#xF6;pf" type="person" xml:id="d1e19668">Schöpf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xF6;pf" xml:id="d1e19668_entity-link"/> und freute mich darüber. Nachmittag rief <rs ref="#__GND_118550322" type="person" xml:id="d1e19671">Gerhard Hess</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118550322" xml:id="d1e19671_entity-link"/> an, das freute mich ebenfalls, es kamen 25 Flaschen Wein von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e19679">Weber-Schumburg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e19679_entity-link"/> Großartig. Fühlte mich behaglich und nur durch den Gedanken an die morgige Völkerrechts-Tagung gestört. Aber ich schlug auf <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa15,8" xml:id="d1e19684">Jes. 15.8.<app><lem type="origin">Geschrei gehet um in den Grenzen Moabs; sie heulen bis gen Eglaim, und heulen bei dem Born Elim.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19684_quote-src" target="#d1e19684">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 15,8</bibl>. Ursprünglicher Text: Geschrei gehet um in den Grenzen Moabs; sie heulen bis gen Eglaim, und heulen bei dem Born Elim.</note> den offenbarlichen Verderber, vastator meridie. Abends sehr schön <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e19695">Schmoller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e19695_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e19699">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> (über seinen Aufsatz Gleichgewicht der <unclear>Großräume</unclear>, die wirtschaftliche Selbstverwaltung als einziger Damm gegen eine bolschewistische Zentralisierung der brave <unclear xml:id="d1e19708"><app><lem>Hocker</lem><rdg>Hugo</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e19708_alt-rdg" target="#d1e19708">Alternative Lesart zu „Hocker“: Hugo</note> und der kluge <unclear><rs type="person" xml:id="d1e19714">Carl</rs></unclear>, über <rs ref="__GND_118555561" rend="longahnd" type="person" xml:id="d1e19717">Inama Sternegg</rs> Tendenz zur Grossstaatenbildung)<note type="editorial" xml:id="d1e19721">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Gustav von Schmoller an Schmitt vom 26. Dezember 1942, RW 0265 Nr. 29883, in dem Schmoller berichtet, daß <q>das Reich</q> seinen Aufsatz [über Großräume] gebracht habe. In <rs ref="#DasReich" type="work" xml:id="d1e19725"><q>Das Reich. Deutsche Wochenzeitung</q></rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#DasReich" xml:id="d1e19725_entity-link"/> ist allerdings zwischen dem 5. April 1942 und 11. Juli 1943 kein entsprechender Beitrag nachweisbar.</note> und <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e19729">Goruneanu</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e19729_entity-link"/> dieser war wieder entzückend, brachte Kaffee mit, gab ihm <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e19737">Benito Cereno</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e19737_entity-link"/> Schöner Bordeaux und herrlich slowakischer Weißwein (Bösinger). Um ½ 11 gingen sie schon.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-26" n="1943-03-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e19744">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-26">Freitag, 26/3 43</date>. 5 Jes 23/24: (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa5,22-24" xml:id="d1e19753">Wehe denen, die den Gottlosen gerecht sprechen und das Recht der Gerechten von ihnen wenden! Wie des Feuers Flamme Stroh verzehret, wird ihre Wurzel verfaulen.<app><lem type="origin">Weh denen, so Helden sind, Wein zu saufen, und Krieger in Völlerei; die den Gottlosen gerecht sprechen um Geschenke willen, und das Recht der Gerechten von ihnen wenden! Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehret, und die Lohe Stoppeln hinnimmt, also wird ihre Wurzel verfaulen, und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie verachten das Gesetz des Herrn Zebaoth, und lästern die Rede des Heiligen in Israel.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e19753_quote-src" target="#d1e19753">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 5,22-24</bibl>. Ursprünglicher Text: Weh denen, so Helden sind, Wein zu saufen, und Krieger in Völlerei; die den Gottlosen gerecht sprechen um Geschenke willen, und das Recht der Gerechten von ihnen wenden! Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehret, und die Lohe Stoppeln hinnimmt, also wird ihre Wurzel verfaulen, und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie verachten das Gesetz des Herrn Zebaoth, und lästern die Rede des Heiligen in Israel.</note> Traum: In den frühen Morgenstunden: Die Juden veranstalten eine Luxusaufführung von <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e19763">Benito Cereno</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e19763_entity-link"/> ich sehe reich gekleidete jüdische <unclear>Mädchen</unclear> mit maliziösen Gesichtern, die arrivierten Typen von Rechtsanwälten wie <rs ref="#__GND_137692331" type="person" xml:id="d1e19769">Oppenheimer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137692331" xml:id="d1e19769_entity-link"/> <rs ref="#Salander" type="person" xml:id="d1e19772"><unclear>Salander</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Salander" xml:id="d1e19772_entity-link"/> usw. Großes Fest, <unclear>Tante</unclear> <gap/>, manches wie der Film <rs ref="#__ZOTERO_V8A4BJ4Q" type="document" xml:id="d3e19782">Jud Süß</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_V8A4BJ4Q" xml:id="d3e19782_entity-link"/> Schließlich geht ein sinkender, bereits mit Wasser überlaufender Salondampfer namens <quote rend="quoted" xml:id="d1e19785">Heinrich Heine</quote> ab; eine dreiste Jüdin ruft: Sie sind die deutschen Pastorentöchter, Sie hassen uns und tun uns Schweine ins Gesicht. (Im Traum Nachwirkungen des Anblicks eines sehr frechen Lümmels in der U-Bahn, der mir jüdisch vorkam; Angst auch weil ich <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e19796">Goruneanu</rs> <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e19801">Benito Cereno</rs> gab) B.C = Benito Cereno. Brief von <rs ref="#__GND_11862654X" type="person" xml:id="d1e19807">Verdross</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862654X" xml:id="d1e19807_entity-link"/> aus dem ich entnahm, daß die Völkerrechts-Tagung stattgefunden hat;<note type="editorial" xml:id="d1e19810">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Alfred Verdross an ihn vom 24. März 1943, RW 0265 Nr. 16875, in dem Verdross mitteilt, dass er wegen Prüfungsverpflichtungen nicht an der Tagung in Berlin teilnehmen kann.</note> Wut auf <unclear><rs ref="#Edm&#xE9;" type="person" xml:id="d1e19816">Edmé</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Edm&#xE9;" xml:id="d1e19816_entity-link"/> derer ich mich aber schäme. Schönen Kaffee getrunken, den Goruneanu mitbrachte, aber nicht mehr die alte viehische Freude daran. Brief an <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e19824">Schmoller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e19824_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118555561" type="person" xml:id="d1e19827">Inama Sternegg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118555561" xml:id="d1e19827_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e19832">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> Meiner Erbärmlichkeit bewußt. Überschattet von dem Zwang, heute oder morgen <unclear>auf der Straße sammeln</unclear> zu müssen.<note type="editorial" xml:id="d1e19840">Wahrscheinlich für die NS-Volkswohlfahrt oder für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes (WHW). Hermann Stresau notiert am 6. März 1943 in sein Tagebuch: <q>Heute und morgen Straßensammlung mit gewaltigem Aufgebot von Sammlern, alle 10 Schritt begegnet einem so ein Büchsenschwenker.</q> 
                            <bibl type="book"><author>Hermann Stresau</author>, <title>Als lebe man nur unter Vorbehalt. Tagebücher aus den Kriegsjahren 1939-1945</title>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2021</date>, S. 327</bibl>.</note> Grauenhafte Depressionen, einsam, <unclear><corr><app><lem>abgeschottet</lem><rdg>abgeschnitten</rdg></app></corr></unclear>, aufgeschmissen, erledigt, fertig, Z. Mit Füßen getreten, usw. Erkannte aber den neurotischen Charakter dieser Art Gefühle, allerdings auch ihren pädagogisch-biologischen Sinn (der Selbstanstachelung). Schrieb einige Briefe; die Frühjahrsmelancholien; <unclear>die Stare pfeifen wie <rs ref="#Galbeck" type="person" xml:id="d1e19864">Galbeck</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Galbeck" xml:id="d1e19864_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e19867">Benn</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e19867_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e19871">
                        Fragte <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e19876">Wieacker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e19876_entity-link"/> (brieflich) nach der These von <rs ref="#__GND_170464679" type="person" xml:id="d1e19881">Georgescu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_170464679" xml:id="d1e19881_entity-link"/> factum = extra jus (civile) Doppelsinnigkeit dieses extra! als geschlossener sakraler Raum; ferner der Name <quote rend="quoted" xml:id="d1e19891">Rom</quote> ein uneigentlicher Name, der wahre Name ist aus sakral-herrischen Gründen unbenannt und unbekannt! <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e19896">Das Problem jus und factum</quote> interessiert mich besonders, weil es sich dabei um die Verhältnisse der Okkupation der agri occupatorii handelt, an denen es ursprünglich kein Eigentum im Sinne des jus civile gab; die possessio an ihnen war factum, weil es kein jus ist. Das ist eine auch völkerrechtlich sehr fruchtbare Erkenntnis, wie ich überhaupt immer mehr dazu komme, die alte, naive These der Juristen des 16./17. Jahrhunderts antik zu verstehen: Das Völkerrecht = römische Rechte (und der wahrhafte Raum des römischen Rechts das Völkerrecht) ist. Extra Europam nullum jus gentium. So wie extra muros kein jus civile. <quote rend="quoted" xml:id="d1e19939">O, wie bin ich vernichtet.</quote> Anruf des Habilitanden <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e19942">Hahn</rs><note type="editorial" xml:id="d1e19945">Vgl. zu Georg Hahns Habilitation 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>.</note> (von <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e19950">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e19950_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e19954">Höhn</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e19954_entity-link"/> einerseits zurückgesetzt, andererseits froh, überhaupt angesprochen zu werden. Gibt es denn keine Erlösung? <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e19960">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e19960_entity-link"/> lachte sehr lustig über den Salondampfer Heinrich Heine.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-27" n="1943-03-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e19969">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-27">Samstag, 27/3 43</date>. Jes. 42, 24/5: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa42,24-25" xml:id="d1e19978">Sie wollten auf seinen Wegen nicht wandeln, und gehorchten seinem Gesetz nicht. Darum hat er über sie ausgeschüttet den Grimm seines Zorns und eine Kriegsmacht; und hat sie umher angezündet, aber sie merkten's nicht.<app><lem type="origin">Wer hat Jakob übergeben, zu plündern, und Israel den Räubern? Hat's nicht der Herr getan, an dem wir gesündiget haben? und sie wollten auf seinen Wegen nicht wandeln, und gehorchten seinem Gesetz nicht. Darum hat er über sie ausgeschüttet den Grimm seines Zorns und eine Kriegsmacht; und hat sie umher angezündet, aber sie merken's nicht; und hat sie angebrannt, aber sie nehmen's nicht zu Herzen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e19978_quote-src" target="#d1e19978">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 42,24-25</bibl>. Ursprünglicher Text: Wer hat Jakob übergeben, zu plündern, und Israel den Räubern? Hat's nicht der Herr getan, an dem wir gesündiget haben? und sie wollten auf seinen Wegen nicht wandeln, und gehorchten seinem Gesetz nicht. Darum hat er über sie ausgeschüttet den Grimm seines Zorns und eine Kriegsmacht; und hat sie umher angezündet, aber sie merken's nicht; und hat sie angebrannt, aber sie nehmen's nicht zu Herzen.</note> Die alte Verzweiflung, dann wieder Behagen des Frühstücks. Brief von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e19988">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e19988_entity-link"/> daß die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e19992">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e19992_entity-link"/> schwer krank ist. Telefonierte mit dem Admiral <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e19995">Lützow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e19995_entity-link"/> machte nur einige Notizen zum <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e20000">Nomos</rs> und bekam wieder Freude an der Arbeit. Mit <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e20003">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e20003_entity-link"/> telefoniert, schickte ihm <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e20008">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e20008_entity-link"/> <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e20010">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e20010_entity-link"/> kam und brachte eine Arbeit, er will morgen nach Schlesien reisen, gefiel mir gut und sprach sehr nett.<note type="editorial" xml:id="d1e20013">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Ohrenzwitschern. Nach dem Essen geschlafen, müde, um 5 eine Viertelstunde gesammelt, ging wie im Traum und wie nichts, dann am Schreibtisch gesessen, wie in der Kinderzeit, an die gute Mutter gedacht, die Lungenentzündung hat. Dachte daran, daß sie vielleicht stirbt, und all die alte Liebe und Anhänglichkeit erwachten. Wie streng und richtig hat sie uns erzogen, wie hat sie gespart. Wie hat sie sich in mein Herz geprägt: Noch heute denke ich mit den <unclear>stärksten</unclear> Gefühlserinnerungen daran, daß ich in den ersten Jahren in Attendorn, im Konvikt, Heimweh hatte und mir auf meine Taschenuhr einen kleinen Papierzettel anbrachte: Mon fils, tâchez-vous d'être toujours appliqué. Die große sehnsüchtige Traurigkeit des <unclear>Konviktoristen</unclear> erwachte. Ich sehe mich in meiner lächerlichen billigen Kleidung, später in meiner bei <unclear>Löwental</unclear> gekauften <quote rend="quoted" xml:id="d1e20043">landesüblichen Tracht</quote> einlaufen, der Spott der häßlichen und brutalen Kameraden, der dünkelhafte <rs ref="#SteinbruchPraeses" type="person" xml:id="d1e20046">Praeses</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SteinbruchPraeses" xml:id="d1e20046_entity-link"/> und alles das. Abends riefen <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e20051">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e20051_entity-link"/> an (der morgen kommen will) und <rs ref="#__GND_118564668" type="person" xml:id="d1e20054">Kohlrausch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118564668" xml:id="d1e20054_entity-link"/> wegen der Habilitation <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e20057">Hahn</rs><note type="editorial" xml:id="d1e20060">Die Habilitation Hahns fand am 3. April 1943 statt; vgl. dazu 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>.</note> und der Dissertation von <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e20065">Schroer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e20065_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e20068">Kein Hinweis zur Dissertation von Schroer in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> + Tod der Mutter. Abends etwas Vermut getrunken, um 10 - 4 Fliegeralarm, große Aufregung, <rs ref="#Marie" type="person" xml:id="d1e20075">Marie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Marie" xml:id="d1e20075_entity-link"/> besonders ekelhaft, dauerte im Luftschutzkeller bis 12 Uhr; nicht so fürchterlich wie am 1/3; immerhin große Störung und Herzbeschwerden. (<quote rend="quoted" xml:id="d1e20081">Wer diesen Krieg auf dem Gewissen hat, der muß wirklich in der Hölle braten</quote>). Beherrscht, <rs ref="#__GND_118764543" type="person" xml:id="d1e20084">Seneca</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118764543" xml:id="d1e20084_entity-link"/>-Zitat begriffen, du hast nichts als dich selbst;<note type="editorial" xml:id="d1e20089">Vgl. Seneca, Ad Marciam de consolatione, VIII, 2.</note> du darfst nicht fürchten, was du nicht ändern kannst usw.<note type="editorial" xml:id="d1e20092">Nicht ermittelt.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-28" n="1943-03-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-28" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20097">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-28">Sonntag, 28/3 43</date>. Notierte mir morgens um 6: Sie schließen das Wesentliche aus und stellen einen leeren, immer wieder in sich selbst zurücklaufenden Kreislauf her; sie geben kein Äquivalent für das, was sie ausschließen, dafür aber eine Beschleunigung der Umlaufsgeschwindigkeit. Das ist das Gesetz von der Erhaltung der Energie, oder die ewige Wiederkehr des Gleichen, oder die Lückenlosigkeit eines durch zuständige Gerichte geschlossenen positivistischen Gesetzessystems. Sie kennen kein non liquet, weder tatsächlich noch rechtlich, aber auf dem Hintergrund eines ignorabimus. Welch Unanständigkeit gegenüber dem Recht und gegenüber den Tatsachen. Eventuell die Klage abweisen, das heißt, ein Unrecht bestätigen oder ungesühnt lassen, und es dadurch zu sanktionieren. Hörte die Signale der Feuerwehr und erinnerte mich des Verses von Jesaja vom vorigen Morgen. Warnung des Gottes Abrahams. Schlug auf: Esr. 4,1-3: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Ezr4,1-3" xml:id="d1e20130">Die Kinder des Gefängnisses bauen den Tempel; als das Volk im Land mitbauen will, antworten sie: <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e20133">Wir wollen allein bauen.<app><lem type="origin">Da aber die Widersacher Judas und Benjamins höreten, daß die Kinder des Gefängnisses dem Herrn, dem Gott Israels, den Tempel baueten, kamen sie zu Serubabel und zu den Obersten der Vaterhäuser, und sprachen zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen; denn wir suchen euren Gott gleichwie ihr; und wir haben ihm geopfert, seit der Zeit Asar-Haddon, der König zu Assur, uns hat heraufgebracht. Aber Serubabel und Jesua und die andern Obersten der Vaterhäuser in Israel antworteten ihnen: Es ziemet sich nicht, uns und euch, das Haus unsers Gottes zu bauen, sondern wir wollen allein bauen dem Herrn, dem Gott Israels, wie uns Kores, der König in Persien, geboten hat.</lem></app></quote></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e20130_quote-src" target="#d1e20130">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Ezr 4,1-3</bibl>.</note> (So sprechen die zurückgekehrten Migranten zu den im Land Gebliebenen! Das ganze Buch Esra eine Geschichte der zurückgekehrten Migranten, einschließlich ihrer Rassegesetzgebung! Überaus lehrreich und beispiellos in der übrigen Weltliteratur; großartiges Buch, das Alte Testament). Hatte etwas <unclear>Vogelbrennen</unclear>; arbeitete an dem <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e20153">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e20153_entity-link"/> über den Nomos, frühstückte (mit <corr>mißglücktem</corr> Kaffee), da kam um ¼ 10 die Post und das Telegramm vom 27/3: <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20161">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20161_entity-link"/> 18 Uhr gestorben; <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20165">Vater</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20165_entity-link"/> Also gestern, als ich von ihr erfüllt war und am Schreibtisch saß. Ruhig und vertrauensvoll. Du liebe Mutter, ich war doch dein bevorzugter Sohn. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e20170">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e20170_entity-link"/> weinte, wir beschlossen morgen zusammen nach Plettenberg zu reisen. Um ½ 11 holte mich <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e20177">Carl Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e20177_entity-link"/> zu einem Spaziergang ab, wir gingen zum Grab <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e20181">Hahms</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e20181_entity-link"/> und der Frau <rs ref="#PopitzSlotCornelia" type="person" xml:id="d1e20184">Popitz</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PopitzSlotCornelia" xml:id="d1e20184_entity-link"/> unterwegs wunderschön unterhalten über die häßliche Absurdität von <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e20189">Nietzsches</rs> <quote rend="quoted" xml:id="d1e20192">Übermensch</quote>, die Geschmacklosigkeit eines solchen Wortes, die Ironie, mit der es bei <quote source="#__ZOTERO_ZHB7WCS9?p=32&amp;line=490" xml:id="d1e20197">Goethe</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e20197_quote-src" target="#d1e20197">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Faust. Eine Tragödie. [Erster Theil]</title>, in: <title>Goethes Werke</title>, hg. von <editor>Erich Schmidt</editor>, Weimar: Böhlau <date>1887</date>, S. 1-238, hier Zeile 490, S. 32</bibl>.</note> gebraucht wird, politische Verbrechen, schließlich über Großraum, Autarkie, Anarchismus und Nihilismus, Großraum nihilistischer als die Welteinheit. Um 12 fuhr er mit der U-Bahn zurück. Begleite Duschka zur U-Bahn, sie fuhr zu Frau <gap/>. Dann mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e20210">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e20210_entity-link"/> zu Mittag gegessen und allmählig immer trauriger, wegen des Todes der Mutter. Die Steuererklärung schnell erledigt. Vorlesungen abgesagt. Mittags schlecht geschlafen, nervös, arme Mutter; träumte von <rs ref="#__GND_124745792" type="person" xml:id="d1e20218">Ott</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124745792" xml:id="d1e20218_entity-link"/> Ich gehe mit ihm spazieren, er wohnt bei mir, es kommt ein heftiges Gewitter, währenddessen ich die Worte hörte: repraesentatio humanitatis. Er wohnt bei mir und ich überlege, ob ihn das nicht kompromittiere. Nachher an Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e20229">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e20229_entity-link"/> geschrieben: Ich habe die Stunde (des Todes meiner Mutter) mit exakter Deutlichkeit gefühlt und der Abschied war wie eine Zusammenfassung der vielen Erinnerungen, die eine Mutter mit ihrem Sohn und einen Sohn mit seiner Mutter verbinden. Die Zukunft dieser Verbindung ist dabei ebenso wirklich, wie die Vergangenheit.<note type="editorial" xml:id="d1e20236">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 76</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-29" n="1943-03-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20244">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-29">Montag, 29/3 43</date>. 2 Kö 25 27/28 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ki25,27-28" xml:id="d1e20253">Erhöhung des jüdischen Königs durch den König von Babylon<app><lem type="origin">Aber im sieben und dreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König Judas, weggeführet war, am sieben und zwanzigsten Tage des zwölften Monats, hub Evil-Merodach, der König zu Babel, im ersten Jahr seines Königreichs das Haupt Jojachins, des Königs Judas, aus dem Kerker hervor, und redete freundlich mit ihm, und setzte seinen Stuhl über die Stühle der Könige, die bei ihm waren zu Babel.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20253_quote-src" target="#d1e20253">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ki 25,27-28</bibl>. Ursprünglicher Text: Aber im sieben und dreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König Judas, weggeführet war, am sieben und zwanzigsten Tage des zwölften Monats, hub Evil-Merodach, der König zu Babel, im ersten Jahr seines Königreichs das Haupt Jojachins, des Königs Judas, aus dem Kerker hervor, und redete freundlich mit ihm, und setzte seinen Stuhl über die Stühle der Könige, die bei ihm waren zu Babel.</note> Eingepackt, telefoniert, zur Bahn, alles klappte, aber die Flasche Moselwein lief aus; sie war mir nicht vergönnt (Mahnung der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20261">Mutter</rs>?)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20261_entity-link"/>. Bequeme Fahrt mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e20265">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e20265_entity-link"/> bis <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e20269">Hagen</rs>, die Dissertation von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e20272">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e20272_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e20275">Lorenz von Stein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e20275_entity-link"/> gelesen, schlecht;<note type="editorial" xml:id="d1e20278">Vgl. zu Georg Hahns Habilitation (sic) 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>.</note> auch von der Arbeit von <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e20284">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e20284_entity-link"/> enttäuscht (über Prisen und Kriegsbeute).<note type="editorial" xml:id="d1e20287">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Duschka war ruhig und ernst. Ich trank eine Flasche Bordeaux. Meine einzige Ablenkung ist wissenschaftliche Arbeit, aber was bin ich; alles unsolide, nicht im Kontakt mit der Wirklichkeit und dem besten Material. Sehr glücklich über den <hi>Brief von <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e20298">Gottfried Benn</rs></hi><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e20298_entity-link"/> zu <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e20305">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e20305_entity-link"/> besonders über das Wort: herodotisch.<note type="editorial" xml:id="d1e20310">Der Brief Gottfried Benns an Schmitt vom 18. März 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 1230.</note> Er bewundert den Satz, der auf <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e20315">Konrad Weiß</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e20315_entity-link"/> zurückgeht. Furchtbare Fahrt von Hagen nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e20318">Plettenberg</rs> die <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e20321">Lenne</rs> herauf (tiefer Eindruck des durch Bomben zerstörten <rs ref="#BahnhofPaderborn" type="place" xml:id="d1e20326">Paderborner Bahnhofs</rs>: Damals sangen wir: <quote source="#__ZOTERO_KFUTKBMD" xml:id="d1e20329">O Maria hilf</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20329_quote-src" target="#d1e20329">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><title>Meerstern, ich dich grüße. O Maria hilf</title>, in: <title>Sursum corda! Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Diöcese Paderborn</title>, Paderborn: Jungfermannsche Buchhandlung (Albert Pape) <date>[1913]</date>, S. 310</bibl>.</note> Um 11 in Plettenberg, von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e20332">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e20332_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e20335">Üssi</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e20335_entity-link"/> abgeholt. Aßen noch zu Abend, sprach mit <rs ref="#HauerK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e20338"><unclear>Käthe</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HauerK&#xE4;the" xml:id="d1e20338_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e20342">Möglicherweise Käthe Hauer, Tochter der Nachbarn von Johann Schmitt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Jugendbriefe. Briefschaften an seine Schwester Auguste 1905 bis 1913</title>, hg. von <editor> Hüsmert, Ernst</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2000</date></bibl> (Register).</note> sah die Mutter nicht mehr; sie ist in dem Verandazimmer aufgebahrt. Schlief im Zimmer mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20349">Vater</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20349_entity-link"/> Die Wirkung Plettenbergs trat ein: weit weg, in Sicherheit. Die gute Mutter betet für mich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-30" n="1943-03-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-30" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20357">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-30">Dienstag, 30/3 43</date>. 4. Luk. 35 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Luk4,35" xml:id="d1e20366"><quote rend="quoted" xml:id="d1e20367">Verstumme</quote>, sagt <rs type="person" ref="#__GND_118557513" xml:id="d1e20370">Jesus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118557513" xml:id="d1e20370_entity-link"/> dem bösen Geist<app><lem type="origin">Und Jesus bedräute ihn und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie, und fuhr von ihm aus, und tat ihm keinen Schaden.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20366_quote-src" target="#d1e20366">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Luk 4,35</bibl>. Ursprünglicher Text: Und Jesus bedräute ihn und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie, und fuhr von ihm aus, und tat ihm keinen Schaden.</note> Bezog es auf mich. Gut ausgeschlafen, das Behagen, an der Bahre der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20379">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20379_entity-link"/> sie sieht sehr schön aus, das herrliche Gesicht, mit der sicheren Nase. Hatte den Drang, ihr etwas in den Sarg zu legen, einen Zettel mit der Aufschrift: mon fils tâchez d'être usw. Mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20388">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20388_entity-link"/> gesprochen, es regnete, sodaß ich keinen Spaziergang machte. Was bedeutet der Tod der Mutter? Das Ende der Geborgenheit? Die eigene Geburt? Das alles während eines Erdbebens und der Leichenfledderei und Kadaver-Verwertung. Orgie einer Gangsterbande. Angst vor der Habgier <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e20395">Ännchens</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e20395_entity-link"/> Wartete auf <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e20399">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e20399_entity-link"/> <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e20402">Emmi Achterrath</rs><note type="editorial" xml:id="d1e20404">Emmi Achterrath (geb. 1889), verh. Wolf, war eine Schulfreundin von Schmitt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Jugendbriefe. Briefschaften an seine Schwester Auguste 1905 bis 1913</title>, hg. von <editor> Hüsmert, Ernst</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2000</date></bibl> (Register), und 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Tagebücher Oktober 1912 bis Februar 1915</title>, hg. von <editor>Ernst Hüsmert</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2003</date>, S. 5</bibl></note> war vor einiger Zeit da, einen Augenblick wieder dies kindische Bedürfnis, aber schnell erholt: Verstumme. Jup kam um 5 mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e20415">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e20415_entity-link"/> er hatte große Angst, wegen etwas, was er heute Morgen im Sender gehört hatte. <unclear xml:id="d1e20419">(40 Beamte <gap/> <app><lem>Art</lem><rdg>Arbeit</rdg></app> bewirtschaften</unclear><supplied>)</supplied>.<note type="editorial" xml:id="d1e20429">Nicht ermittelt. Eventuell Reaktion auf die Veröffentlichung des Führererlasses 239 vom 29. März 1943 zu Vorbereitungen für den Fall eines Angriffs Englands über die Türkei, d.h. über den Balkan und Serbien; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Moll</author>, <title>Führer-Erlasse 1939-1945</title>, Stuttgart: Franz Steiner <date>1997</date>, S. 330-331</bibl>.</note> Mit Jup eine Flasche Cognac. Traum morgens: <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e20436">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e20436_entity-link"/> spielte Klavier in dem Zimmer, in dem die Leiche der Mutter liegt, ich bin empört, sie sagt das ist doch nur eine Puppe (Wachspuppe); ich ohrfeige sie. Abends mit Jup Skat, über die Mutter, ihre Einsamkeit. Des Nachts lauerte der sauerländische Wind. <quote rend="quoted" xml:id="d1e20444"><unclear>Der Wind der Förster der Erde</unclear>.</quote> Allein dies war der 30.3.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-03-31" n="1943-03-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-03-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20452">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-03-31">Mittwoch, 31/3 43</date>. 2 Kö 11.14:<note type="editorial" xml:id="d1e20460">Gemeint ist 2. Kö 16,11.</note> (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ki16,11" xml:id="d1e20463">Und <rs ref="#Uriah" type="person" xml:id="d1e20465">Uriah</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Uriah" xml:id="d1e20465_entity-link"/> baute einen Altar<app><lem type="origin">Und Uria, der Priester, baute einen Altar, und machte ihn, wie der König Ahas zu ihm gesandt hatte von Damsakus, bis der König von Ahas von Damaskus kam.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20463_quote-src" target="#d1e20463">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ki 16,11</bibl>. Ursprünglicher Text: Und Uria, der Priester, baute einen Altar, und machte ihn, wie der König Ahas zu ihm gesandt hatte von Damsakus, bis der König von Ahas von Damaskus kam.</note> Empfand das als eine Aufforderung der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20472">Mutter</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20472_entity-link"/> ¼ 7 gingen wir zur Kirche und hörten das Requiem für die Mutter, das schöne Dies irae und Miserere, nahm mir vor, alles Polemische abzustreifen (empfand, daß im gregorianischen Gesang mehr Musik ist als im Kunst-Gesang; <unclear xml:id="d1e20489"><app><lem>Fluch</lem><rdg>Flucht</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e20489_alt-rdg" target="#d1e20489">Alternative Lesart zu „Fluch“: Flucht</note> über Kunst und Kultur). Nachher geschlafen, mittags 12 kamen <rs ref="#Johanna" type="person" xml:id="d1e20497">Johanna</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Johanna" xml:id="d1e20497_entity-link"/> <rs ref="#Heiber" type="person" xml:id="d1e20500"><unclear xml:id="d1e20501">Major <app><lem>Heiber</lem><rdg>Heimer</rdg></app></unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Heiber" xml:id="d1e20500_entity-link"/> und <rs ref="#Luischen" type="person" xml:id="d1e20507">Luischen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Luischen" xml:id="d1e20507_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e20510">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Jugendbriefe. Briefschaften an seine Schwester Auguste 1905 bis 1913</title>, hg. von <editor> Hüsmert, Ernst</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2000</date></bibl> (Register).</note> Gerührt. Der brave <unclear xml:id="d1e20515">Major <app><lem>Heiber</lem><rdg>Heimer</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e20515_alt-rdg" target="#d1e20515">Alternative Lesart zu „Heiber“: Heimer</note> Heftiger Wind und Regen, das <rs ref="#__GND_4051800-0" type="place" xml:id="d1e20524">Sauerland</rs> als der Übergang und Grenzscheide von <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e20529">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e20529_entity-link"/> Freute mich dieser Entdeckung.<note type="editorial" xml:id="d1e20530">Später verarbeitet in 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Welt großartigster Spannung</title>, in: <title>Merian</title>, 1954, H. 9, S. 2-9, hier S. 4</bibl>.</note> Der liebe <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e20535">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e20535_entity-link"/> mit seinen ironischen Bemerkungen. Die gute Mutter. Wie ein junges Mädchen, der Tod als Erlöser, die Jungfräulichkeit, die der Tod bewirkt. 3 Uhr Beerdigung der Mutter, großer Leichenzug, viele Kränze, der Regen hörte auf, aber heftiger Wind. Schöne, würdige Leichenfeier. Nachher Kaffee getrunken und schön mit Luischen und Johanna. <unclear xml:id="d1e20545"><app><lem>Heiber</lem><rdg>Heimer</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e20545_alt-rdg" target="#d1e20545">Alternative Lesart zu „Heiber“: Heimer</note> überaus sympathisch. Erzählte die Geschichte von <rs ref="#__GND_12349057X" type="person" xml:id="d1e20550">Eltz von Rübenach</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12349057X" xml:id="d1e20550_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e20553">Dieser kritisierte 1937 Übergriffe der NSDAP gegenüber der katholischen Kirche und musste daraufhin seinen Rücktritt als Reichsverkehrs- und Reichspostminister einreichen.</note> Um 6.50 begleitete ich sie zum Bahnhof. Jup dachte: Man kann ebenso gut hinter einer leeren Puppe hergehen. Abends mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20561">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20561_entity-link"/> im Musikzimmer, 1 Flasche Moselwein, dann etwas Münsterländer Korn; der Vater behaglich unter den Seinen; hat vielleicht Angst vor der Einsamkeit.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-01" n="1943-04-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e20567">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-01">Donnerstag 1/4 43</date>. 1 Ko 6,7 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Co6,7" xml:id="d1e20576">Es ist schon ein Fehler, wenn ihr miteinander rechtet; warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun<app><lem type="origin">Es ist schon ein Fehl unter euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum lasset ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht lieber vervorteilen?</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20576_quote-src" target="#d1e20576">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Co 6,7</bibl>. Ursprünglicher Text: Es ist schon ein Fehl unter euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum lasset ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht lieber vervorteilen?</note> Gut ausgeschlafen bis ½ 11, schön gefrühstückt; Schock als ich hörte, daß <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e20584">Ännchen</rs> <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e20588">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e20588_entity-link"/> nicht im Haus haben will. Wie traurig ist das. Konnte aber nicht mit ihr sprechen. Es hat wohl auch keinen Zweck. Freute mich über <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e20593">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e20593_entity-link"/> über die Weltlage gesprochen, lieber Junge. Ich ging nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e20596">Plettenberg</rs> spazieren. An der <rs ref="#__GND_7535198-5" type="place" xml:id="d1e20599">evangelischen Kirche</rs> und <rs ref="#PlettenbergAmtsgericht" type="place" xml:id="d1e20602">Klumpe</rs> vorbei.<note type="editorial" xml:id="d1e20606">Im Haus Klumpe in der Wilhelmstr. in der Nähe der Kirche war das Amtsgericht angesiedelt.</note> ½ 7 zu Mittag gegessen, Jup Krach mit Ännchen (die von <rs ref="#Klara-Luischen" type="person" xml:id="d1e20609">Klara-Luischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Klara-Luischen" xml:id="d1e20609_entity-link"/> verlangt hatte, daß sie den Rektor bittet, den Kindern mitzuteilen, daß der Musikunterricht ausfällt). Mit Jup zur Bahn, der Zug fuhr später, wir tranken ein Glas Bier, traurig. Ich fuhr mit Jup nach <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e20616">Attendorn</rs>; dann zu Fuß nach <rs ref="#__GND_16031795-2" type="place" xml:id="d1e20619">Heggen</rs>; den alten Weg, in Heggen auf den Zug gewartet. Die Furcht fällt ab, die Umwelt verwandelt sich, erkenne meine Nichtigkeit, meine lächerliche Abhängigkeit vom Eindruck auf die Menschen. Fragte Jup, wo die Freiheit besser aufgehoben: Im universalen Weltreich, <corr>oder</corr> in einem der 4-5 Großräume. Er meinte auch, im Weltreich. Sein Bedürfnis sich zu verdrücken (auf der Bahn zwischen Finnentrop und Olpe 3. Klasse war man in Sicherheit).
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e20637">
                        Kindischer Trost. Die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20641">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20641_entity-link"/> will ein Zeichen geben. Wie die schöne <unclear xml:id="d1e20644"><app><lem>Stille</lem><rdg>Stelle</rdg></app> am großen Meer</unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e20644_alt-rdg" target="#d1e20644">Alternative Lesart zu „Stille“: Stelle</note> <gap/> vom Farbenbogen. Heute morgen wollte ich <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e20655">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e20655_entity-link"/> mein Testament mitteilen: <unclear>Er fand, daß die Liste zu schmal war -</unclear>; er lachte zerstreut und drehte am Sender. Bei Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e20660">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e20660_entity-link"/> vorbei, aber nur <unclear><rs ref="#Annemann" type="person" xml:id="d1e20664">Annemann</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Annemann" xml:id="d1e20664_entity-link"/> getroffen. Zuhause erzählte der <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20667">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20667_entity-link"/> von der Firma.<note type="editorial" xml:id="d1e20670">Graewe und Kaiser (Graeka) in Plettenberg, Schraubenwerk, 1872 gegründet, profitierte von den Rüstungsaufträgen im Zweiten Weltkrieg, 2002 geschlossen. Johann Schmitt arbeitete dort als kaufmännischer Angestellter von 1876-1928.</note> Wie ein ahnungsloser Schmetterling bin ich durch diese kapitalistischen Zeiten geflogen. Die beruhigende Wirkung <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e20676">Duschkas</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e20676_entity-link"/> Abends noch das Geld der Mutter gezählt, zu viert. Schlecht geschlafen (Herzbeschwerden, war der Weg nach <rs ref="#__GND_16031795-2" type="place" xml:id="d1e20681">Heggen</rs> zu <unclear>anstrengend</unclear>?).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-02" n="1943-04-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20689">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-02">Freitag, 2/4 43</date>. Nachts Herzbeschwerden, um 7 auf, Traum von <rs ref="#__GND_4512339-1" type="place" xml:id="d1e20695">Oppen</rs> (ist mit jungen Leuten eingeladen, wir suchen noch einige Flaschen Wein zusammen, im Keller noch schöner Kuchen, tut mir leid, ihn zu geben, der schöne Kuchen). 7.49 von <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e20700">Plettenberg</rs> abgereist, von <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e20703">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e20703_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e20707">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e20707_entity-link"/> begleitet. Mit einigen landwirtschaftlichen Lehrern im Zug bis <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e20712">Hagen</rs>, einsam; der gute alte <rs ref="#__GND_118743724" type="person" xml:id="d1e20715">Redlich</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118743724" xml:id="d1e20715_entity-link"/> kam in mein Gedächtnis zurück, wie rührend sagte er mir: Gott schütze Sie. Weder vor diesen Sakramentalen und noch vor (den) Samaritern, wohl aber vor diesem <hi>alten</hi> Juden schäme ich mich; wie schön: wir erleben den Bankrott der idées générales<note type="editorial" xml:id="d1e20730">Selbstzitat aus 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Nationalsozialistisches Rechtsdenken</title>, in: <title>Deutsches Recht</title>, 1934, Bd. 4, H. 10, S. 225-229, hier S. 225</bibl>.</note> (das hast du vor diese Säue geworfen); wie lustig sein ignorabimus; wie richtig sein Ansatz local government; wie weise sein <quote rend="quoted" xml:id="d1e20749">unter uns staatsrechtlichen Auguren</quote>. Wie schmutzig auch die Juden sind, noch schmutziger ist der Judenfeind. 1 Kö 13,15: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ki13,15-17" xml:id="d1e20756">Er spricht zu ihm: Komm mit mir heim und iß Brot; (kurz nachher: du sollst nicht wieder gehen den Weg den du gegangen bist)<app><lem type="origin">Er sprach zu ihm: Komm mit mir heim, und iß Brot! Er aber sprach: Ich kann nicht mit dir umkehren, und mit dir kommen; ich will auch nicht Brot essen, noch Wasser trinken mit dir an diesem Ort. Denn es ist mit mir geredet worden durch das Wort des Herrn: Du sollst daselbst weder Brot essen, noch Wasser trinken; du sollst nicht wieder den Weg gehen, den du gegangen bist.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20756_quote-src" target="#d1e20756">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ki 13,15-17</bibl>. Ursprünglicher Text: Er sprach zu ihm: Komm mit mir heim, und iß Brot! Er aber sprach: Ich kann nicht mit dir umkehren, und mit dir kommen; ich will auch nicht Brot essen, noch Wasser trinken mit dir an diesem Ort. Denn es ist mit mir geredet worden durch das Wort des Herrn: Du sollst daselbst weder Brot essen, noch Wasser trinken; du sollst nicht wieder den Weg gehen, den du gegangen bist.</note> Auf der Reise von <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e20768">Plettenberg</rs> nach <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e20771">Berlin</rs>: Erschrak vor den unhöflichen, neidischen Mitreisenden; im anderen Abteil viele sympathische Mitmenschen, die nette alte Psychologin, <unclear>von Herrn</unclear> <rs ref="#__GND_118779656" type="person" xml:id="d1e20776">Lersch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118779656" xml:id="d1e20776_entity-link"/> der Chemiker <rs ref="#B&#xF6;hmeClaus" type="person" xml:id="d1e20779">Claus Böhme</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#B&#xF6;hmeClaus" xml:id="d1e20779_entity-link"/> Pantrofil; Reinsalzflasche; <rs ref="#__GND_119171805" type="person" xml:id="d1e20789">Richard Kuhn</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119171805" xml:id="d1e20789_entity-link"/> die <rs ref="#__GND_1055124446" type="person" xml:id="d1e20794">Arbeitspsychologin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055124446" xml:id="d1e20794_entity-link"/> aus <unclear>Beuthen gab mir</unclear> <rs ref="#__GND_118779656" type="person" xml:id="d1e20799">Lersch</rs> (Schülerin <rs ref="#__GND_116268360" type="person" xml:id="d1e20804">Poppelreuters</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116268360" xml:id="d1e20804_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e20808">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e20808_entity-link"/> schlief in ihrem Abteil. Erfuhr etwas über die chemischen Mittel zur Zerstörung der Reblaus, schauerlich; will alle Farben für Lebensmittel <unclear>verbieten</unclear>. Jetzt sind wir um ein gutes Herz ärmer, sagte Duschka von der armen <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20815">Oma</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20815_entity-link"/> Trank Abends eine Flasche Mosel (<unclear>aber</unclear> zu viel Chemie!); typisch. Mit dem Programm, um die Reblaus zu töten, tötet man den Wein; den Juden zu vernichten, vernichtet man das deutsche Volk; ungeheuerliches Symbol! <quote source="#__ZOTERO_DBRK9BCS?p=377" xml:id="d1e20824">Der Geist verbindet, das Bewußtsein trennt</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e20824_quote-src" target="#d1e20824">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Eduard Spranger</author>, <title>Geist und Seele</title>, in: <title>Blätter für Deutsche Philosophie. Zeitschrift der Deutschen Philosophischen Gesellschaft</title>, 1937, Bd. 10, S. 358-383, hier S. 377</bibl>.</note> (<rs ref="#__GND_118546317" type="person" xml:id="d1e20829">Hartmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118546317" xml:id="d1e20829_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118616390" type="person" xml:id="d1e20832">Spranger</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616390" xml:id="d1e20832_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e20835">Urheber der Sentenz ist Nicolai Hartmann.</note> ha, ha. ½ 11 müde und traurig zu Bett. Frau <rs ref="#SchmitzMaria" type="person" xml:id="d1e20844">Schmitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmitzMaria" xml:id="d1e20844_entity-link"/> in Breslau ist krank, Nerven und Seele zusammengebrochen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-03" n="1943-04-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20850">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-03">Samstag, 3/4 43</date> Off. 2,3 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Rev2,5" xml:id="d1e20859">Gedenke, wovon du gefallen bist, und tu Buße, und tu die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir kommen bald und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20859_quote-src" target="#d1e20859">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Rev 2,5</bibl>.</note> Die ersten Werke bezog ich auf die Übungen meiner Kindheit und Kinderzeit, dachte an die gute <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e20866">Mutter</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e20866_entity-link"/> Die ersten Werke sind aber auch die ersten richtigen Taten des freigewordenen Menschen. Von der Mutter habe ich die <hi>Fertilität</hi> meiner Intelligenz; vom <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e20876">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e20876_entity-link"/> nur die Intelligenz. Ziemlich frisch und unternehmend zur <rs ref="#__GND_1016783-3" type="place" xml:id="d1e20881">Universität</rs> gefahren, das Colloquium <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e20890">Hahn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e20890_entity-link"/> über Konkretes Ordnungdenken im Völkerrecht und <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e20893">Lorenz von Stein</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e20893_entity-link"/> <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e20896">Ritterbusch</rs> war gemütlich, <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e20901">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e20901_entity-link"/> eifrig, <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e20904">Emge</rs> <unclear>geradezu</unclear> scheußlich (über den Begriff der Norm, des Abstrakten, des Konkreten, wenn ein Lausbub dem anderen etwas befiehlt, ist das eine Norm usw.) Hahn gefiel mir gut, er gab die vernünftige Antwort: Neutral betrachtet kann man immer fragen. Sah wie anpassungsfähig Ritterbusch ist, nachher mit Höhn über die Bewegung der Freiheitskriege und ihre Art Nationalismus, von der bis 1871 alles gelebt hat. Das gefiel mir gut. Hatte ihn wieder gern; er scheint sich einsam zu fühlen. Meinte, Ritterbusch arbeitet zu wenig wissenschaftlich. Ging einsam nach Hause und schlief nachmittags. Schöner Spätnachmittag am Schreibtisch, aber <unclear xml:id="d1e20922"><app><lem>hörig</lem><rdg>hungrig</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e20922_alt-rdg" target="#d1e20922">Alternative Lesart zu „hörig“: hungrig</note> und im Grunde verzweifelt. Merkwürdiger Gleichmut. Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e20927">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e20927_entity-link"/> will Mittwoch kommen. Las <rs ref="#__GND_118807153" type="person" xml:id="d1e20930">Walt Whitman</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118807153" xml:id="d1e20930_entity-link"/> über Frankreich: pale symbol of my soul, its dearest hopes. Herrlich der Vers: 
                        <l source="#__ZOTERO_5VGJQ7BD">Sure as the ship of all, the Earth itself!</l> Abends einsam, in Erwartung des Schicksals, an Höhn die Abschrift meiner Stellungsnahme zu <rs ref="#DienerRoger" type="person" xml:id="d1e20944">Roger Dieners</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DienerRoger" xml:id="d1e20944_entity-link"/> Habilitation.<note type="editorial" xml:id="d1e20947">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 77-80</bibl>, mit Auszügen aus Schmitts Gutachten.</note> Mit <rs type="person" xml:id="d1e20952">Duschka</rs> zur <unclear><rs ref="#Kaserne" type="place" xml:id="d1e20956">Kaserne</rs></unclear>. Duschka wurde auch nervös und stöhnt, klagt über Herzbeschwerden. So geht alles seinen Weg. Ich trank eine Flasche Rotwein zum Abendessen und  ging um 11 zu Bett. Lese im Bett noch den Aufsatz von <rs ref="#__GND_118637487" type="person" xml:id="d1e20964">Zweigert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118637487" xml:id="d1e20964_entity-link"/> über <rs ref="#__ZOTERO_P684GD3G" type="document" xml:id="d3e20969">ausländische Zahlungsverbote</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P684GD3G" xml:id="d3e20969_entity-link"/> das sind schlaue Positivisten, sie wollen die Struktur der Sache nicht sehen; sie sind aber als echte Attentisten überlegen: die Attentisten und Adiaphoristen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-04" n="1943-04-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e20976">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-04">Sonntag, 4/4 43</date>. Durchgeschlafen, aber doch sehr traurig wachgeworden. Habak. 1,13 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Hab1,13" xml:id="d1e20985">Deine Augen sind rein, daß du des Übels nicht sehen magst und dem Jammer kannst du nicht zusehen<app><lem type="origin">Deine Augen sind rein, daß du Übels nicht sehen magst, und dem Jammer kannst du nicht zusehen. Warum siehest du denn zu den Räubern, und schweigest, daß der Gottlose verschlinget den, der frömmer denn er ist?</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e20985_quote-src" target="#d1e20985">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Hab 1,13</bibl>. Ursprünglicher Text: Deine Augen sind rein, daß du Übels nicht sehen magst, und dem Jammer kannst du nicht zusehen. Warum siehest du denn zu den Räubern, und schweigest, daß der Gottlose verschlinget den, der frömmer denn er ist?</note> Dachte an meine Mitleidsneurosen. <unclear>Ankündigung</unclear> von 10.000 Mark vom Postministerium! Das ganze Kapital wollte ich <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e20995">Jup</rs> <unclear>gönnen</unclear>. Dachte an die gute <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e21002">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e21002_entity-link"/> wie sie die <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e21005">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e21005_entity-link"/> aufgenommen hat, aus lauter Gutmütigkeit, und nachher schlecht behandelt wird. Ihre Isoliertheit, das ist mein Schicksal. Jetzt aber beginnt eine neue, mutterlose Zeit. Telefonierte mit <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e21011">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e21011_entity-link"/> und lud ihn für Donnerstag und für <rs ref="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e21016">Orpheus und Euridike</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" xml:id="d3e21016_entity-link"/> ein. Korrigierte an meinem <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e21020">Nomos-Aufsatz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e21020_entity-link"/> auch noch etwas nach dem Mittagessen, dann wieder länger geschlafen, dann lange Telefongespräche mit <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e21023"><hi>Benn</hi></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e21023_entity-link"/> (war viel zu eifrig, sprach vom κατέχων und vom Nihilismus, fand einen snobistisch-weichlichen Klang in seiner Stimme, der mir nicht gefiel, er ist kein Historiker) und mit <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e21034">Fränger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e21034_entity-link"/> der anrief und von dem großartig durchkonstruierten Buch <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e21041">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e21041_entity-link"/> sprach; besonders <gap/> was mich sofort wieder belebte; er bat um <rs ref="#__ZOTERO_PQMCNJA7" type="document" xml:id="d3e21048">Tolnay</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PQMCNJA7" xml:id="d3e21048_entity-link"/> den ich ihm versprach; er will mir etwas über <rs ref="#__ZOTERO_FFZ6XI7V" type="document" xml:id="d3e21051">Ensor</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_FFZ6XI7V" xml:id="d3e21051_entity-link"/> schicken und Donnerstag Nachmittag kommen. Sorge wegen der Flieger, um ½ 9 zu Fuß zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e21055">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e21055_entity-link"/> dort schönen Wein (Rauenthaler 37, wohl derselbe, den <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e21058">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e21058_entity-link"/> mir geliehen hat, also bringt er ihn von Popitz). <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e21064">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e21064_entity-link"/> war dabei, nett unterhalten, Popitz über die Schuld der Engländer am Kriege (weil sie gegenüber Polen <unclear>oft mehr</unclear> mitgemacht haben!), ich spreche dumm und viel zu viel; um ½ 12 telefonierte es: Voralarm. Nach Hause gerannt, Herzklopfen und geschwitzt. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e21071">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e21071_entity-link"/> war auf und schrieb Briefe, ich wartete noch, aber es kam kein Angriff, um ¼ 1 zu Bett. Viel an die Mutter gedacht, aber wo ist sie jetzt?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-05" n="1943-04-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21079">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-05">Montag, 5/4 43</date>. Jes. 3,6 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa3,6" xml:id="d1e21088">Dann wird einer seinen Bruder aus seines Vaters Haus ergreifen: Du hast Kleider, sei unser Fürst, hilf du diesem Einsturz.</quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21088_quote-src" target="#d1e21088">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 3,6</bibl>.</note> Diese Stelle schlage ich jetzt zum 3. Mal auf (27/9 39, 1/4 43). Anruf vom Institut, daß ich der Bücherei <rs ref="#__ZOTERO_6Y56E7YE" type="document" xml:id="d3e21098">Lamaire</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_6Y56E7YE" xml:id="d3e21098_entity-link"/> zurückgebe.<note type="editorial" xml:id="d1e21101">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 175</bibl>.</note> Stand auf, badete ganz kalt und ging zum Institut. <unclear>Unterwegs</unclear> in der Bahn 2 Verleger, die davon sprachen, daß <rs ref="#VorwerkFriedrich" type="person" xml:id="d1e21110">Vorwerk</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VorwerkFriedrich" xml:id="d1e21110_entity-link"/> in Basel ist. Ich hörte nicht weiter hin. Am Institut bis 3 Uhr gearbeitet, über Monroe-Doktrin, langes Gespräch mit <rs ref="#Mosler" type="person" xml:id="d1e21119">Mosler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Mosler" xml:id="d1e21119_entity-link"/> über Großraum, Intervention, das römische Recht, hörte, daß die Völkerrechtsausschuss-Sitzung also doch am 26/27 März stattgefunden hat und ich nicht eingeladen war, blieb aber ziemlich ruhig. Es wird nicht viel gewesen sein. Die Arbeit tat mir gut; bin ich schon abhängig von den Theologen? Traurig mit der U-Bahn nachhause. Herrliches Wetter. Gegessen, geschlafen, bis 8 Uhr; über <rs ref="#__GND_11853050X" type="person" xml:id="d1e21129">Ensor</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11853050X" xml:id="d1e21129_entity-link"/> gelesen, von <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e21132">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e21132_entity-link"/> das deprimiert mich noch mehr. Was bin ich überhaupt? Wirklich: Nihilismus, das heißt, vor dem Nichts und aus dem Nichts. Zum Abendessen eine Flasche Bordeaux, nachher ein Spaziergang mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e21138">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e21138_entity-link"/> schöner, klarer Sternenhimmel. In Erwartung eines Luftangriffs. Ensor vom Meer bestimmt. Aber ich finde ihn zu nervös; Fraenger deutet ihn ganz psychologisch<c type="persistent-hyphen">-</c>subjektivistisch vom Menschen: Masse, Maske; Raum. Abends noch spazieren gegangen, wollte den Orion sehen und die Plejaden, waren aber schon untergegangen. Müde, traurig zu Bett, um ½ 12. Duschka fand Ensor zu viel Literatur, mit Recht.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-06" n="1943-04-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21169">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-06">Dienstag, 6/4 43</date>. 2 Sam. 24,17 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Sa24,17" xml:id="d1e21178">Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Lass deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein<app><lem type="origin">David aber, da er den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum Herrn: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Laß deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21178_quote-src" target="#d1e21178">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Sa 24,17</bibl>. Ursprünglicher Text: David aber, da er den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum Herrn: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Laß deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein.</note> Fühlte den Trieb, zum Institut für Völkerrecht zu gehen und zu arbeiten, tat es aber nicht; es regnete, schöne Post (Brief von <rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e21186">Benn</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e21186_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e21190">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Benn an ihn vom 28. März 1943, RW 0265 Nr. 1230.</note> Von <rs ref="#__GND_11877235X" type="person" xml:id="d1e21193">Zehrer</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877235X" xml:id="d1e21193_entity-link"/> Ihr naht euch wieder!).<note type="editorial" xml:id="d1e21198">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Faust. Eine Tragödie. [Erster Theil]</title>, in: <title>Goethes Werke</title>, hg. von <editor>Erich Schmidt</editor>, Weimar: Böhlau <date>1887</date>, S. 1-238, hier S. 5</bibl>.</note> Freude an der ersten Morgenstunde am Schreibtisch. Mit großem Interesse die Biographie von Benn gelesen, der entzückend ist und entflammt mich.<note type="editorial" xml:id="d1e21206">
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Lebensweg eines Intellektualisten. Autobiographisches Fragment</title>, in: <title>Kunst und Macht</title>, Stuttgart und Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1934</date>, S. 109-171</bibl>.</note> Sorge, weil der Oberleutnant <rs ref="#Buchholz" type="person" xml:id="d1e21213">Buchholz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Buchholz" xml:id="d1e21213_entity-link"/> für <rs type="place" xml:id="d1e21216">Berlin</rs> schlimme Dinge ankündigte; Luftgelage. Korrigierte das Manuskript über die <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e21224">westliche Hemisphäre</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e21224_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e21225">Der Aufsatz wurde mit Änderungen u.d.T. <q>Die westliche Hemisphäre</q> wiederveröffentlicht im 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 256-270</bibl>.</note> Telefonierte mit Frau <rs ref="#FrauGiese" type="person" xml:id="d1e21235">Giese</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauGiese" xml:id="d1e21235_entity-link"/> <unclear><rs type="person" xml:id="d1e21239">Bormann</rs></unclear>, <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e21242">Pfeiffer</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e21242_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118637487" type="person&gt;">Zweigert</rs>, ein wunderschöner Brief von Hauptmann <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e21248">Grüninger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e21248_entity-link"/> (die neue Art Mensch: der Schlammtreter;<note type="editorial" xml:id="d1e21252">Im Nachlass Schmitts befindet sich die Abschrift eines Briefes von Horst Grüninger an ihn vom 31. März 1943, RW 0265 Nr. 5388. Grüninger berichtet darin von der russischen Front: <q>Das Pferd watet im tiefen Schlamm, es spritzt wie ein Pudding, der nicht richtig festgeworden ist. Ob man vielleicht hier ein neues Element feststellen kann, eine Mischung zwischen Erde und Wasser: der Schlammtreter als neue Art eines Menschen mit veränderter <q>Raumperspektive</q>?</q></note> die Abschiedsbriefe des Oberst <rs ref="#CromeHans" type="person" xml:id="d1e21259">Crome</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#CromeHans" xml:id="d1e21259_entity-link"/> erziehe unser Kind im Glauben an Gott und Jesus Christus);<note type="editorial" xml:id="d1e21264">Leicht verändertes Zitat aus dem Brief Grüningers an Schmitt vom 31. März 1943 aus einem Brief des Oberst Hans Crome, vgl. RW 0265 Nr. 29605.</note> ergriffen und erhoben.<note type="editorial" xml:id="d1e21267">Im Nachlass Schmitts befinden sich drei Briefe Grüningers an Schmitt vom 31. März, 15. Mai und 29. Juni 1943 sowie eine Abschrift eines Briefes an Crome an Grüninger vom 30. Dezember 1942, vgl. RW 0265 Nr. 29605.</note> Brief von Zehrer; will ihm telefonieren. So wurde es Mittagszeit. Hörte von <rs ref="#__GND_116255579" type="person" xml:id="d1e21270"><unclear>Bornhak</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116255579" xml:id="d1e21270_entity-link"/> daß die nette alte Dame eine Frau Professor <rs ref="#__GND_1055124446" type="person" xml:id="d1e21277">Moers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055124446" xml:id="d1e21277_entity-link"/> ist. Unerhörtes Behagen, diese Stunde gerettet, Glücksgefühl des Augenblicks, Mückenglück in der Abendsonne. Wieder gut  geschlafen und das Gefühl des Beiseitegesetztseins. Las Benn, es ist doch nicht viel, seine Begeisterung 1934 ist unsympathisch. Sein Lob auf <rs ref="#__GND_11853856X" type="person" xml:id="d1e21285">George</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11853856X" xml:id="d1e21285_entity-link"/> dumm;<note type="editorial" xml:id="d1e21288">
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Rede auf Stefan George</title>, in: <title>Kunst und Macht</title>, Stuttgart und Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1934</date>, S. 81-100</bibl>.</note> eben doch der Pastorensohn; nimm dich in Acht. Um 7 mit <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e21293">Klicković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e21293_entity-link"/> einen Spaziergang, war müde und schweigsam, er ist ein lieber Kerl. Sprachen über die Schwierigkeit, sich mit Naturwissenschaftlern zu verständigen, trank zuhause eine Flasche schlechten Moselwein von Uhle,<note type="editorial" xml:id="d1e21301">Gemeint ist die Weingroßhandlung Uhle in der Friedrichstr. 207.</note> herumgesessen bis 10 Uhr, traurig und leer zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-07" n="1943-04-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e21309">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-07">Mittwoch, 7/4 43</date>. Traum: In München, eine moderne Etagenwohnung bei einer Frau, die sich für mich interessiert, gepflegt, aber nicht hingerissen, vorher war ich auf einem kühlen Berg und suchte einen <unclear>Baum</unclear> zu pflanzen, <unclear>der kühlen Grund fand.</unclear> Später kam der Mann der Frau, ein etwas <unclear>resigniert</unclear>, gebildeter Mann von süddeutscher Vornehmheit. Erotischer Traum. Behaglich den ganzen Morgen im Bett gelegen. Frau <unclear><rs ref="#FrauH&#xF6;sel" type="person" xml:id="d1e21327"><app><lem>Hösel</lem><rdg>Gösel</rdg></app></rs></unclear>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauH&#xF6;sel" xml:id="d1e21327_entity-link"/> Frau von <rs ref="#QuednowMargotVon" type="person" xml:id="d1e21332">Quednow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#QuednowMargotVon" xml:id="d1e21332_entity-link"/> auf münchnerisch? Der Mann spricht davon, daß er <unclear>Graf</unclear> von Bruck kennt, der ein Weinreisender geworden sei. Zusätze zu Esther 7. Kapitel. Die Auslegung des Traums von <rs type="person" xml:id="d1e21354">Mardochai</rs> von den 2 Drachen. (<quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Esg7,5" xml:id="d1e21357">Der eine bedeutet die Heiden, so zusammenkamen, und den Namen der Juden austilgen wollten</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21357_quote-src" target="#d1e21357">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Esg 7,5</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e21362">Zitat Est 10,7f.</note> <hi><rs ref="#__GND_118509047" type="person" xml:id="d1e21369">Benn</rs></hi><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118509047" xml:id="d1e21369_entity-link"/> im Gespräch am Sonntag: Alle Kunst ist die <unclear>Generation</unclear>? Überwindung? des Nihilismus; alle Produktion ist nihilistisch (Ich sagte: also creatio ex nihilo. Solche Fragen versteht er gar nicht, das ist theologisch). <quote source="#__ZOTERO_3JF2IMV7?p=161-162" rend="quoted" xml:id="d1e21378">Die formfordernde Gewalt des Nichts</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21378_quote-src" target="#d1e21378">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gottfried Benn</author>, <title>Akademie-Rede</title>, in: <title>Nach dem Nihilismus</title>, Berlin: Gustav Kiepenheuer <date>1932</date>, S. 150-163, hier S. 161-162</bibl>.</note> das gefiel ihm besonders gut und fand er großartig; er wollte für <rs ref="#__GND_118551256" type="person" xml:id="d1e21387">Hindemith</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551256" xml:id="d1e21387_entity-link"/> einen Text texten über die Mönche von St. Gallen und ihre Musik. Ich: Die Affenschaukel unserer Tonalität; laufe auf Schienen; verletze mein Gehirn. Warum gehe ich dahin? Warum bleibe ich nicht bei meiner Arbeit? Berufsarbeit? Hat die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e21397">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e21397_entity-link"/> mich verlassen? Stolz auf den schönen Brief von <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e21401">Grüninger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e21401_entity-link"/> aber das ist ja alles nichts, du stehst <unclear>beiseite</unclear>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e21412">
                        Kam nicht zum geplanten Briefschreiben an <rs ref="#Buchholz" type="person" xml:id="d1e21416">Buchholz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Buchholz" xml:id="d1e21416_entity-link"/> und <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e21419">Grüninger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e21419_entity-link"/> sondern telefonierte lange mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e21422">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e21422_entity-link"/> (über <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e21425">Alfons Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e21425_entity-link"/> den er als einzigen Menschen unter bürokratischen Larven rühmte<supplied>)</supplied>. Der böse Wille dieser Bürokraten, die einem gar nicht helfen wollen, sondern sich freuen, wenn man in den technischen Schwierigkeiten hängen bleibt. Dann mit <rs ref="#__GND_1104193221" type="person" xml:id="d1e21437">Diener</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1104193221" xml:id="d1e21437_entity-link"/> über seine Habilitationsschrift,<note type="editorial" xml:id="d1e21440">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 77-80</bibl>.</note> über die schikanöse Methode des Neukantianismus bei <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e21446">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e21446_entity-link"/> die fürchterlichen nationalliberalen Historiker, die die <unclear>Bewertungspositionen</unclear> des Kulturkampfes in das Problem Reich und Kirche hineinprojizieren, besonders durch das Stichwort Canossa, als ob diese wildfeudalen Räuber preußische Beamte und die großen Päpste Centrumspfaffen gewesen wären. Aller Handel ist frei; Beweis, wenn die Freiheit aufhört, hört auch der Handel auf und werden die Kaufleute zu <hi>Verteilern</hi>. Nach dem Mittagessen ausgeruht, schön gebadet, <rs ref="#__GND_116985135" type="person" xml:id="d1e21466">Neuss</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116985135" xml:id="d1e21466_entity-link"/> kam um 4 Uhr, trank mit uns Tee, war nett und rheinisch-menschlich, erzählte von seinen Vorträgen in der Ludwigskirche, über Papst und Kaiser im Mittelalter, fragte ihn nach dem κατέχων; er will auch <rs ref="#__GND_118671448" type="perons">Dempf</rs> und <rs ref="#__GND_118593196" type="person" xml:id="d1e21478">Peterson</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118593196" xml:id="d1e21478_entity-link"/> fragen, sprach von <rs ref="#__GND_118604198" type="person" xml:id="d1e21481">Rupert von Deutz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118604198" xml:id="d1e21481_entity-link"/> wie man seine Spanienreise sabotiert hat; gab ihm <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e21488">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e21488_entity-link"/> Um 5 kam der Admiral <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e21489">Lützow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e21489_entity-link"/> wegen des <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e21494"/><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e21494_entity-link"/>Aufsatzes in der <rs ref="#Marine-Rundschau" type="work" xml:id="d1e21496">Marine-Rundschau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Marine-Rundschau" xml:id="d1e21496_entity-link"/> reizend, sympathisch, wir sprachen über die angelsächsische Seeherrschaft, versprach ihm einen Aufsatz für den 1. Mai; Ende des Prisenrechts usw. Rühmte unsere Brombeer<c type="ephemeral-hyphen">-</c>marmelade, begleitete ihn zum Haustor (im Schnee), angenehm berührt von diesen guten Seeleuten. Dann mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e21503">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e21503_entity-link"/> den <rs ref="#__ZOTERO_GW2K5ETB" type="document" xml:id="d3e21508">Zauberlehrling</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GW2K5ETB" xml:id="d3e21508_entity-link"/> vorgetragen. Erschrak vor der Magie dieses Gedichts, große Freude daran, aber doch traurig und dämonisch, bis 7 Uhr. Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e21512">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e21512_entity-link"/> hat ihre Reise verschoben.<note type="editorial" xml:id="d1e21515">Keine Hinweise dazu in 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date></bibl>.</note> Fror im Zimmer, las die Lebensgeschichte <rs ref="#__GND_118503278" type="person" xml:id="d1e21524">Anselms von Canterbury.</rs><note type="editorial" xml:id="d1e21531">Unklar, welches Buch Schmitt gelesen hat, es kommen mehrere in Frage: 
                            <bibl type="book"><author>Cantuariensis Eadmerus</author> und <author>Günther Müller</author>, <title>Das Leben des Heiligen Anselm von Canterbury. Beschrieben von seinem Schüler und unzertrennlichen Begleiter Eadmer</title>, München: Theatiner-Verlag <date>1923</date></bibl>; 
                            <bibl type="book"><author/> und <author>Rudolf Allers</author>, <title>Leben, Lehre, Werke</title>, Wien und Leipzig: Thomas-Verlag J. Hegner und Vag <date>1936</date></bibl> 
                            <bibl type="book"><author/> und <author>Anselm Stolz</author>, <title>Anselm von Canterbury</title>, München: Kösel-Pustet <date>1937</date></bibl>.</note> Einiges sehr schön, wunderbar merkwürdig, dieses Kloster des frühen Mittelalters.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-08" n="1943-04-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21543">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-08">Donnerstag, 8/4 43</date>. 1 Sam. 9/10 die Geschichte von den Eselinnen und der Königsalbung gelesen: (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Sa10,6" xml:id="d1e21552">Und der Geist des Herrn wird über dich geraten, daß du mit ihnen weissagest; da wirst du ein anderer Mann werden</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21552_quote-src" target="#d1e21552">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Sa 10,6</bibl>.</note> Etwas erkältet. Verzweifelt in die Berufsarbeit hineingegangen (das Gutachten über die Habilitationsschrift von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e21557">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e21557_entity-link"/> Lorenz von Stein und die Rechtswissenschaft).<note type="editorial" xml:id="d1e21561">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>, mit Auszug aus Schmitts Gutachten. Die Arbeit wurde nicht gedruckt.</note> Schöner Kaffee zum  Frühstück und glücklich über die schöne Post, besonders den Brief von <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e21568">Wieacker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e21568_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_170464679" type="person" xml:id="d1e21571">Georgescu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_170464679" xml:id="d1e21571_entity-link"/> schrieb an Wieacker;<note type="editorial" xml:id="d1e21574">Im Archiv der Universität Freiburg, in dem sich der Nachlass Wieackers befindet, ist keine Korrespondenz mit Schmitt aufzufinden. Für diese Information am 13. Juni 2023 danken wir Alexander Zahoransky. Wieackers Brief an Schmitt ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Extra jurisprudentiam et scientiam, Romam nulla prudentia, wenigstens nicht im Völkerrecht; und gibt es wissenschaftlich noch ein anderes Recht? Der legalitäre Funktionsmodus einer staatlichen Bürokratie hat doch damit nichts zu tun. (Dank für <unclear><rs ref="#Kasler" type="person" xml:id="d1e21586">Kaslers</rs></unclear>.)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kasler" xml:id="d1e21586_entity-link"/> Schenkte ihm <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e21593">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e21593_entity-link"/> und schrieb ihm die Widmung (j. tellus) hinein und schrieb dazu: Eine Reise- und Sonntags-Nachmittagslektüre nach Art einer herodotischen Erzählung. Auch wenn wir armen Träger und Opfer des occidentalen Rationalismus keiner mythischen Wirklichkeit mehr fähig sein sollten, ist vielleicht doch der Versuch einer nicht-romantischen Annäherung an diese Wirklichkeit für Sie ein Schauspiel, dem Sie eine freie Stunde widmen mögen. Nach dem Mittagessen ausgeruht und gebadet, mit großer Aufregung einen Vortrag über Kopernikus und Kepler gelesen.<note type="editorial" xml:id="d1e21604">Entweder 
                            <bibl type="bookSection"><author>Max Caspar</author>, <title>Kopernikus und Kepler</title>, in: <title>Kopernikus und Kepler. Zwei Vorträge</title>, München und Berlin: Oldenburg <date>1943</date>, S. 9-41, 42-45</bibl> oder 
                            <bibl type="bookSection"><author>Max Caspar</author>, <title>Johannes Keplers wissenschaftliche und philosophische Stellung</title>, in: <title>Kopernikus und Kepler. Zwei Vorträge</title>, München und Berlin: Oldenburg <date>1943</date>, S. 47-77</bibl>. Lt. Vorwort wurde <q>Kopernikus und Kepler</q> im Dezember 1941 im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin gehalten, der zweite Vortrag vor der Kant-Gesellschaft in Stuttgart im November 1933.</note> Um 5 kam <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e21613">Fränger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e21613_entity-link"/> erklärte mir den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e21618">Garten der irdischen Lüste</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e21618_entity-link"/> an der Hand des Verses <quote rend="quoted" xml:id="d1e21621">wachset und mehret euch</quote>, Unterschied von Capitel 1 und 2 der Genesis. Sehr schönes Gespräch, über <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e21630">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e21630_entity-link"/> (zu schmale Bildungsbasis, könnte sonst ein Kirchenvater sein, so aber holzig und Laubsägearbeit), erwartet einen Ausbruch des Christentums, Heilung der Blindgeborenen gegenüber der Farbenblindheit dieser Zeit, hatte einen starken Eindruck von ihm, wir sprachen darüber, ob der <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" type="document" xml:id="d3e21639">Garten der Lüste</rs> bei <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e21640">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e21640_entity-link"/> ein Paradies oder eine Utopie sei; es ist die abstrakte Lust, mehr nicht. Um ½ 8 kam <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e21652">Goruneanu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e21652_entity-link"/> wir aßen zusammen zu Abend mit Fraenger, hatte den Eindruck, daß Goruneanu traurig und enttäuscht ist. Wir tranken guten Wein, Fraenger bedauerte, daß die Hedwigskirche getroffen ist,<note type="editorial" xml:id="d1e21661">Bei einem alliierten Luftangriff auf Berlin in der Nacht des 2. März 1943 brannte die Kirche komplett aus, auch die Kuppel wurde zerstört.</note> erklärte mir sehr schön Bosch, schwärmte von meinem Land und Meer, die Kontrapunktion des Buches, dem <unclear>eiligen</unclear> Schluß, wenn die Flammen des Krematoriums anfangen zu brennen, die <unclear>Schilderung</unclear> Deutschlands zwischen Calvinismus und Jesuitismus.<note type="editorial" xml:id="d1e21670">
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Land und Meer</title>, Leipzig: Reclam <date>1942</date>, S. 56-58</bibl>.</note> Begleitete beide um 11 zur U-Bahn und ging zufrieden ins Bett. Vatikan der letzte κατέχων.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-09" n="1943-04-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21684">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-09">Freitag, 9/4 43</date>. Nachts im Traum: Ein (schwarzer?) Mann hinter mir <quote rend="quoted" xml:id="d1e21690">er kommt mir zu nahe</quote>; dann Traum von der <rs ref="#__GND_4053881-3" type="place" xml:id="d1e21693">Schweiz</rs>; Reise­traum. Si. 37,21: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Sir37,21" rend="quote-open-beginning" xml:id="d1e21701">Gut oder Böse, Leben oder Tod, dies alles regiert allezeit die Zunge.<app><lem type="origin">Denn wo man was Neues vorhat, da muß der vier eines kommen: daß es gut oder böse werde, daß Leben oder Tod draus folge; und dies alles regiert allezeit die Zunge.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e21701_quote-src" target="#d1e21701">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Sir 37,21</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn wo man was Neues vorhat, da muß der vier eines kommen: daß es gut oder böse werde, daß Leben oder Tod draus folge; und dies alles regiert allezeit die Zunge.</note> Vormittag am Schreibtisch das Gutachten über der Habilitationsschrift von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e21709">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e21709_entity-link"/> (Lorenz von Stein),<note type="editorial" xml:id="d1e21712">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl> mit Auszug aus Schmitts Gutachten.</note> nach dem Essen zum <rs type="place" ref="#Institutf&#xFC;rV&#xF6;lkerrechtBerlin" xml:id="d1e21717">Institut für Völkerrecht</rs>, fand aber den <rs ref="#__GND_11878112X" type="person" xml:id="d1e21720">Mackinder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11878112X" xml:id="d1e21720_entity-link"/> nicht, den ich (auf Empfehlung von <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e21725">Lützow</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e21725_entity-link"/> lesen wollte;<note type="editorial" xml:id="d1e21728">Vermutlich 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Halford J. Mackinder</author>, <title>The geographical pivot of history</title>, in: <title>The Geographical Journal</title>, 1904, H. April, S. 421-444</bibl>; vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Günter Maschke</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Staat, Großraum, Nomos. Arbeiten aus den Jahren 1916-1969</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1995</date>, S. 546</bibl>.</note> las einiges andere, tiefer <unclear>Schatten</unclear> tiefster Verzweiflung, überflüssig. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e21737">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e21737_entity-link"/> zum Arbeitseinsatz aufgerufen, hoffnungsloses Versinken. Mit der Untergrundbahn zurück, zu Hause herumgelegen, eine Flasche schlechten Moselwein mit Duschka und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e21743">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e21743_entity-link"/> in der Küche; bis <unclear>16</unclear> gewartet, ob Alarm kommt, traurig zu Bett und Bernanos, <rs ref="#__ZOTERO_XGBMXCBX" type="document" xml:id="d3e21753">Landpfarrer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XGBMXCBX" xml:id="d3e21753_entity-link"/> gelesen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-10" n="1943-04-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21759">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-10">Samstag, 10/4 43</date>. Traum: Die Straße in der Richtung südlich von <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e21765">Plettenberg</rs> (grüne?), was ich ja unbewußt als nördlich empfinde;<note type="editorial" xml:id="d1e21768">In Plettenberg gibt es eine Grünestraße, die sich im Norden der Stadt befindet.</note> schöne, saubere, geschmackvolle Villa, aber von Bomben beschädigt, zwangsweise bewohnt. Die Bilder von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e21773">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e21773_entity-link"/> wurden mir klar: Auf keinen Fall wachset und mehret euch, wie <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e21777">Fraenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e21777_entity-link"/> meint. Mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e21780">Alfons Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e21780_entity-link"/> wegen Spanien telefoniert;<note type="editorial" xml:id="d1e21783">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> <gap/>. 5 Mo. 23,22. (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Deu23,22" xml:id="d1e21795">Das Gelübde mußt du halten<app><lem type="origin">Wenn du dem Herrn, deinem Gott, ein Gelübde tust, so sollst du es nicht verziehen zu halten; denn der Herr, dein Gott, wird's von dir fordern, und wird dir Sünde sein.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e21795_quote-src" target="#d1e21795">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Deu 23,22</bibl>. Ursprünglicher Text: Wenn du dem Herrn, deinem Gott, ein Gelübde tust, so sollst du es nicht verziehen zu halten; denn der Herr, dein Gott, wird's von dir fordern, und wird dir Sünde sein.</note> Sehr traurig und zerrüttet aufgestanden.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e21802">
                        Schöner <rs ref="#__ZOTERO_LKR823CP?p=161-162" type="document" xml:id="d3e21808">Brief</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_LKR823CP?p=161-162" xml:id="d3e21808_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e21809">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e21809_entity-link"/> der mir gut tat. (<rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e21812">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e21812_entity-link"/> bei <rs ref="#__GND_118534262" type="person" xml:id="d1e21815">Fontane</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534262" xml:id="d1e21815_entity-link"/> der Forstmeister, der seine Angestellten betrügt; meine Notiz vom 12/3 43: Er sieht darin eine Verbindung des Weltbildes von <rs ref="#__GND_11859527X" type="person" xml:id="d1e21821">Poe</rs> mit dem politisch-gesellschaftlichen von <rs ref="#__GND_118580604" type="person" xml:id="d1e21826">Melville</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118580604" xml:id="d1e21826_entity-link"/> Schickte mir die französische Übersetzung des <rs ref="#__ZOTERO_XGRZMHV9" type="document" xml:id="d3e21831">Abenteuerlichen Herzens</rs>);<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XGRZMHV9" xml:id="d3e21831_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e21832">Das Buch befindet sich in Schmitts Nachlass, RW 0265 Nr. 22335.</note> schöner <rs ref="#__ZOTERO_NVCAE9M6" type="document" xml:id="d3e21838">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NVCAE9M6" xml:id="d3e21838_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e21839">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e21839_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e21842">Max Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e21842_entity-link"/> der mich sehr freute und zu Identifikationen veranlasste. Behaglich schöner Kaffee und am Schreibtisch, in Erwartung der Oper heute Nachmittag. Mittags ausgeruht, gebadet, über die Unpünktlichkeit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e21847">Duschkas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e21847_entity-link"/> geärgert, um ½ 4 zur Oper. <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e21852">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e21852_entity-link"/> war da, kam mir aber schlangenhaft und zu zigeunerhaft vor; im übrigen hatte ich ihn sehr gern und fand ihn sympathisch. Die Oper war schön, <rs ref="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" type="document" xml:id="d3e21857">Orpheus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" xml:id="d3e21857_entity-link"/> aber das Ganze eines solchen 18. Jahrhunderts ist stilwidrig, während Frauen und alte Männer zur Munitionsfabrik getrieben werden, sind diese Tänzerinnen kriegswichtig. Herrlich <unclear>die Arie der</unclear> Eurydike im <unclear>Engelsflug</unclear> der Seligen.<note type="editorial" xml:id="d1e21869">Arie der Eurydike mit dem Chor der seligen Geister: 2. Auftritt, Arie Nr. 19.</note> Goruneau traf <rs ref="#OttoW" type="person" xml:id="d1e21875">W. Otto</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OttoW" xml:id="d1e21875_entity-link"/> aus Königsberg, unruhiger Bruder und selbstbewußter Schlaumeier. Gingen nach Hause, Goruneau kam nicht mit, weil er zu den Kroaten ging. Zuhause eine Flasche Trarbacher, mit Duschka überlegt wegen des Arbeitseinsatzes, sie muß sich melden. Freute mich über ihre Ruhe und ihre Klugheit. Sehe aber, daß sie auch schon angegriffen ist. Der Schinder frisst uns, wie ein junger Sperber die Würmer frisst. Tieftraurig, verzweifelt, aussichtslos, ausweglos. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Ps70-2" xml:id="d1e21886">Deus in adjutorium.<app><lem type="origin">Deus in adjutor(ium) meum intende</lem>
                                <note type="translation" xml:id="d1e21891">Eile, Gott, mich zu erretten.</note></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e21893">Psalm 70,2.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e21886_quote-src" target="#d1e21886">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Ps 70-2</bibl>. Ursprünglicher Text: Deus in adjutor(ium) meum intende — Psalm 70,2.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-11" n="1943-04-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e21899">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-11">Sonntag, 11/4 43</date>. Schlug 2 Mos über den <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Exo35-40" xml:id="d1e21908">Bau der Stiftshütte</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e21908_quote-src" target="#d1e21908">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Exo 35-40</bibl>.</note> auf. War völlig Z, wie in den schlimmsten Stunden der Jahre 15/17. Gott hat uns in die Hände der Mörder gegeben. Schlief aber gut aus, trank Kaffee und war eine Stunde am Schreibtisch beschäftigt. Um 11 kam <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e21917">Werner Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e21917_entity-link"/> und verabschiedete sich, erzählte von <rs ref="#__GND_116985135" type="person" xml:id="d1e21922">Neuss</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116985135" xml:id="d1e21922_entity-link"/> und dem Prozeß, der zu der Rede vom 26/4 42 geführt <unclear>hat (Körperverletzung)</unclear>,<note type="editorial" xml:id="d1e21929">Am 26. April 1942 erhielt Hitler vom Reichtstag die Vollmacht, als <q>Oberster Gerichtsherr</q> entscheiden zu können, ohne an bestehende Rechtsvorschriften gebunden zu sein; vgl. 
                            <bibl type="newspaperArticle"><author>Hermann Göring</author>, <title>Die Schlußansprache Görings. Der Beschluß des Reichstags: "Wir müssen dem Führer alles geben, was er notwendig hat"</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 27. April 1942, S. 3</bibl>.</note> daß 50 Anwälte in Leipzig eingezogen sind. Wir tranken ein <unclear>Glas</unclear> Wermut. Um ½ 1 kam <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e21940">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e21940_entity-link"/> der bei uns zu Mittag aß. Nachher über <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e21944">Bilfinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e21944_entity-link"/> Völkerrecht, usw. unterhalten. Begleitete ihn zur U-Bahn, er ist <unclear>ein besonderer Mann</unclear>. Einsam zurück. Todmüde und erschöpft eine Stunde ausgeruht, als ob ich den ganzen Tag gearbeitet hätte. Um ½ 6 aufgestanden, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e21955">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e21955_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e21958">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e21958_entity-link"/> herumgeplaudert, nichts getan, <rs ref="#Wagner" type="person" xml:id="d1e21961">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagner" xml:id="d1e21961_entity-link"/> und <rs ref="#Beck" type="person" xml:id="d1e21964">Beck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Beck" xml:id="d1e21964_entity-link"/> angerufen. Um 7 kam <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e21969">Klicković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e21969_entity-link"/> kleinen Spaziergang mit ihm, dann eine Flasche schlechten Moselwein zum Abendessen. Nachher kamen Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e21973">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e21973_entity-link"/> und Frau <rs ref="#__GND_118705954" type="person" xml:id="d1e21976">Hoffmann</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705954" xml:id="d1e21976_entity-link"/> <unclear>Letztere</unclear>, die mir früher so gut gefallen <unclear>hatte</unclear>, fand ich <unclear>sentimental</unclear>, romantisch, kitschig, sie kam wegen ihres jüdischen <rs type="person" ref="#ScheyeErich" xml:id="d1e21987">Mannes</rs><note type="editorial" xml:id="d1e21989">Der Bankvorsteher Dr. Erich Scheye, mit dem Ruth Hoffmann seit 1929 verheiratet war, wurde am 15. Juli 1943 in Auschwitz ermordet.</note> und Duschka war gleich hilfsbereit. Mir ekelte. Anima führte mit Klicković den <rs ref="#__ZOTERO_GW2K5ETB" type="document" rend="quoted" xml:id="d3e21996">Zauberlehrling</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GW2K5ETB" xml:id="d3e21996_entity-link"/> auf, mit großer Begeisterung. Da liegt offenbar ihr Interesse und ihre <unclear>Begabung</unclear>, traurig darüber. Voller düsterer Depressionen einsam zu Bett. Besah <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e22002">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e22002_entity-link"/> und fand einen sonderbaren Trost darin. In Erwartung der Zwangseinquartierungen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-12" n="1943-04-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22009">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-12">Montag, 12/4 43</date>. 1 Chron. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ch11,5" xml:id="d1e22018"><rs type="person" xml:id="d1e22019">David</rs> erstürmt Zion<app><lem type="origin">Und die Bürger zu Jebus sprachen zu David: Du sollst nicht hereinkommen. David aber gewann die Burg Zion, das ist Davids Stadt.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22018_quote-src" target="#d1e22018">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ch 11,5</bibl>. Ursprünglicher Text: Und die Bürger zu Jebus sprachen zu David: Du sollst nicht hereinkommen. David aber gewann die Burg Zion, das ist Davids Stadt.</note> Telefonierte mit <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e22028">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e22028_entity-link"/> der anrief und den <rs ref="#__ZOTERO_PQMCNJA7" type="document" xml:id="d3e22033">Tolnay</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PQMCNJA7" xml:id="d3e22033_entity-link"/> nochmals haben will; er deutet den <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" type="document" xml:id="d3e22040">Garten der Lüste</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e22040_entity-link"/> als eine <unclear>spiritualistische</unclear>-joachimitisch-adamitische <unclear>Welt</unclear>. Das scheint mir richtig zu sein. Frühstückte, mit dem letzten Kaffee, traurig. <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e22048">Paul Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e22048_entity-link"/> kommt erst Anfang Mai. Schrieb einige Briefe (an Oberleutnant <rs ref="#Buchholz" type="person" xml:id="d1e22054">Buchholz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Buchholz" xml:id="d1e22054_entity-link"/> an Hauptmann <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e22057">Grüninger</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e22057_entity-link"/> schickte das Manuskript meines Gutachtens über <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e22060">Hahn</rs><note type="editorial" xml:id="d1e22063">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>, mit Auszug aus Schmitts Gutachten.</note> an Frau <unclear><rs ref="#GieseFrau" type="person" xml:id="d1e22072">Giese</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GieseFrau" xml:id="d1e22072_entity-link"/> Fraenger schickte den <rs ref="#__ZOTERO_I6G4DHZZ" type="document" xml:id="d3e22077">Neuß</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_I6G4DHZZ" xml:id="d3e22077_entity-link"/> zurück und holte den Tolnay (über die katalanische Bibelillustrationen sehr schön: Das ist das Tremendum selbst; wie gegenüber Glocken akustische und metallurgische Untersuchungen aufhören?<note type="editorial" xml:id="d1e22091">Wohl mündliche mitgeteilt, Zitat nicht nachweisbar.</note> Stimmt nicht ganz). Der Tag verging in einer sonderbaren Isoliertheit und Abgeschiedenheit. Anruf vom Auswärtigen Amt (Kanzler <rs ref="#__GND_118819488" type="person" xml:id="d1e22094">Schmidt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118819488" xml:id="d1e22094_entity-link"/> wegen der Spanienreise, glücklicherweise auf den Herbst vertagt).<note type="editorial" xml:id="d1e22099">Die Reise fand vom 28. Mai bis 11. Juni 1943 statt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl></note> Käme ich nur einmal zu mir selbst. Nach dem Essen tief geschlafen, vor Erschöpfung. Das tat mir gut, las einen Aufsatz von <rs ref="#__GND_118766902" type="person" xml:id="d1e22104">Wengler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118766902" xml:id="d1e22104_entity-link"/> (<rs type="document" ref="#__ZOTERO_2LTT4Q76" xml:id="d3e22110">über das Bodenrecht der Eingeborenen</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2LTT4Q76" xml:id="d3e22110_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e22111">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Sonderdruck mit Widmung des Verfassers, RW 0265 Nr. 22944. Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 49</bibl>.</note> mit großem Interesse, dachte etwas über das Postministerium nach, trank den Ersatzkaffee und wartete auf <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e22118">Appel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e22118_entity-link"/> der <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22121">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e22121_entity-link"/> Stunden gab. Unterhielt mich nett mit ihm, er erinnerte mich immer an Onkel <rs ref="#SteinleinAndr&#xE9;" type="person" xml:id="d1e22127">André</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SteinleinAndr&#xE9;" xml:id="d1e22127_entity-link"/> und einen typischen Elsässer, ist egoistisch-bürgerlich-gescheit und im Grunde wohl nur auf seinen Vorteil bedacht. Er ist grippekrank, reist diesen Abend nach Hause, blieb aber zum Abendessen und vertagte die Reise auf morgen. Bis 10 Uhr mit ihm geplaudert, wozu ich eine Flasche Moselwein trank. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22132">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22132_entity-link"/> brachte die Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e22135">Luise</rs> zur Bahn, die angstvoll wegen ihrer Wohnung jammerte. Erzählte von <unclear><rs ref="#__GND_118740156" type="person" xml:id="d1e22141">Pétain</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118740156" xml:id="d1e22141_entity-link"/> (<unclear>à la guimauve</unclear>), von Afrika, von seiner Familie, aber die unsympathische Undurchsichtigkeit des Elsässers blieb.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e60244">
                        <unclear><rs type="person" xml:id="d1e60249">Hobbes</rs></unclear>, <quote source="#__ZOTERO_NJN65AUM?p=13" xml:id="d1e60252">der Vater aller Dinge: Die einen macht er zu Schindern, die anderen zu Geschundenen<app><lem type="origin">Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e60257">Fragment Nr. 53.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60252_quote-src" target="#d1e60252">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heraklit von Ephesos</author>, <title>Herakleitos von Ephesos. Griechisch und Deutsch</title>, hg. von <editor>Hermann Diels</editor>, Berlin: Weidmannsche Buchhandlung <date>1901</date>, S. 13</bibl>. Ursprünglicher Text: Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen macht er zu Göttern, die andern zu Menschen, die einen zu Sklaven, die anderen zu Freien. — Fragment Nr. 53.</note> (<date type="entry-date" when-iso="1943-04-12">12/4 43</date>).
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e60264">
                        <quote rend="quoted-open-beginning" source="#__ZOTERO_AWZTSGE9?p=193" xml:id="d1e60268">Le vide fascine ceux qui n'osent pas le regarder en face, ils s'y jettent par crainte d'y tomber</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60268_quote-src" target="#d1e60268">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Georges Bernanos</author>, <title>Journal d'un curé de Campagne</title>, Paris: Plon <date>1936</date>, S. 193</bibl>.</note> (Bernan; Curé, p. 193). <date type="entry-date" when-iso="1943-04-12">12.4.43</date>; wie wir 33! Geheimnis des Fascismus. Begegnung <rs type="person" ref="#__GND_118551655" xml:id="d1e60281">Hitlers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e60281_entity-link"/> mit <rs type="person" ref="#__GND_118585967" xml:id="d1e60284">Mussolini</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e60284_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-13" n="1943-04-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22152">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-13">Dienstag, 13/4 43</date>. Luk. 4.38 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Luk4,38-39" xml:id="d1e22161">Gebot dem Fieber und es verließ sie<app><lem type="origin">Und er stund auf aus der Schule, und kam in Simons Haus. Und Simons Schwieger war mit einem harten Fieber behaftet; und sie baten ihn für sie. Und er trat zu ihr, und gebot dem Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stund sie auf, und dienete ihnen.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22161_quote-src" target="#d1e22161">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Luk 4,38-39</bibl>. Ursprünglicher Text: Und er stund auf aus der Schule, und kam in Simons Haus. Und Simons Schwieger war mit einem harten Fieber behaftet; und sie baten ihn für sie. Und er trat zu ihr, und gebot dem Fieber, und es verließ sie. Und alsbald stund sie auf, und dienete ihnen.</note> Herrliches Wetter, sodaß ich mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22169">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e22169_entity-link"/> einen Spaziergang machen wollte. Telegramm aus Lissabon, was mich sehr freute, soll dort einen Vortrag halten.<note type="editorial" xml:id="d1e22173">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251, hier S. 239,243-244</bibl>.</note> Armes Vögelchen, flieg dorthin. Sprach mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e22180">Alfons Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e22180_entity-link"/> machte mit Anima einen Spaziergang, wir fuhren nach <rs ref="#__GND_1229461973" type="place" xml:id="d1e22183">Krumme Lanke</rs> und gingen durch den Wald zurück, unterwegs ins Wasser gefallen, von einem kleinen Floß, das am Ufer stand. Große Liebe zu Anima, am Grab von <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e22188">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e22188_entity-link"/> auf dem <rs ref="#__GND_117802041X" type="place" xml:id="d1e22192">Waldfriedhof</rs>, Engel des Herrn gebetet, ein Vaterunser am Grab von Frau <rs ref="#PopitzSlotCornelia" type="person" xml:id="d1e22195">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PopitzSlotCornelia" xml:id="d1e22195_entity-link"/> Nach dem Essen schön ausgeruht. Um 5 kam <rs ref="#__GND_128645946" type="person" xml:id="d1e22200">Josef Wagner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_128645946" xml:id="d1e22200_entity-link"/> tranken <unclear>Kaffee</unclear>, machten einen Spaziergang, trank nachher noch eine Flasche <unclear xml:id="d1e22205"><app><lem>Trarbacher</lem><rdg>Thierbacher</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e22205_alt-rdg" target="#d1e22205">Alternative Lesart zu „Trarbacher“: Thierbacher</note> meine letzte. Er sprach nicht von seinem Angebot, mir Wein zu besorgen; will in die <quote rend="quoted" xml:id="d1e22213">Privatwirtschaft</quote>, wollte mit <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e22216">Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e22216_entity-link"/> sprechen, sonderbare Mischung von Interesse, Identifikation sogar, und abstoßende Nazihaftigkeit. Um ½ 8 mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22221">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22221_entity-link"/> zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e22224">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e22224_entity-link"/> dort schönes Abendessen, Rotwein, mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e22228">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e22228_entity-link"/> über ihren Plan, eine Dissertation über die Zeit von 1850-66 zu machen, Spielhagens <rs ref="#__ZOTERO_D5R5P8A6" type="document" xml:id="d3e22235">Problematische Naturen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_D5R5P8A6" xml:id="d3e22235_entity-link"/> Gutzkows <rs ref="#__ZOTERO_U23SW6NP" type="document" xml:id="d3e22238">Ritter vom Geist</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_U23SW6NP" xml:id="d3e22238_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e22239">
                            <bibl type="book"><author>Cornelia Popitz</author>, <title>Paul Pfizer und sein "Briefwechsel zweier Deutschen"</title>, Berlin: Diss. masch. <date>[1951]</date></bibl>.</note> Popitz war lieb und freundlich und besonders gegen Duschka rührend. Bestätigte die Erzählung <rs ref="#Heiber" type="person" xml:id="d1e22245"><unclear>Heibers</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Heiber" xml:id="d1e22245_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_12349057X" type="person" xml:id="d1e22248">Eltz von Rübenach.</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12349057X" xml:id="d1e22248_entity-link"/> Um 1 nach Hause, zu Fuß. Traurig zu Bett.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e60290">
                        Die Macht ist das Unmenschliche oder Übermenschliche. Die Macht und der Besitz der Macht ist die Umschaltung des Offenen in das Geschlossene, verwandelt ein have not in ein have; den, der eine Zukunft hat, in einen, der nur noch Gegenwart und Vergangenheit ist. Mitleid ist das Offene und das Menschliche, Machtbesitz, Machtwahrung und Machtbehauptung die furchtbare Verengung auf den status quo. Die ersten Christen, Franziskaner, Rousseauisten (Jakobiner), Sozialisten und Kommunisten waren <quote rend="quoted" xml:id="d1e60313">Menschen</quote>. Dann bekamen sie ein Stück Macht und verwandelten sich in Schinder und Schinderknechte, in verschworene Gemeinschaften zur Machtbehauptung. Ist nun der Übermensch <rs type="person" ref="#__GND_118587943" xml:id="d1e60321">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e60321_entity-link"/> der Beginn der Unschuld der Macht? Das ist der Gipfel der Dreistigkeit, die <corr>hemmungsloseste</corr> Selbstverschließung gibt sich hier als Aufbruch in die Freiheit. <unclear>Konnte nur ansteigen</unclear>. Überwindung des Bösen durch den Willen zum Bösen, Bewußtseinswille zum Bösen, verzweifelt das sein wollen, was man ist. Armer Bösewicht. <date type="entry-date" when-iso="1943-04-13">Frühmorgens 13/4 43</date>.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e60340">
                        Das also ist Macht. Wir drehen an einem Schalter und es geht ein Licht an; Millionen solcher <unclear>Mächtigungen</unclear> nimmt der Großstädter täglich vor; er drückt auf den Knopf und es geht eine Tür auf usw. Das ist seine <quote rend="quoted" xml:id="d1e60351">Macht</quote> und das sein Wille zur Macht; und das ist der Übermensch; und du <unclear>meldest</unclear> noch den <gap/> <unclear>Atufall
                            <note type="editorial" xml:id="d1e60364">Atufal ist eine Figur aus Melvilles <q>Benito Cereno</q>: der schwarze Riese von grosser Macht, der aber in Ketten liegt.</note> der Oberstkommandierenden</unclear> der deutschen Wehrmacht und <corr>den</corr> <quote rend="quoted" xml:id="d1e60376">Macht</quote>betrug der deutschen <unclear>Besatzer</unclear> an? Machtrausch der Autofahrer, der Flieger. Wie wunderbar richtig der Satz von <rs ref="#__GND_118521748" type="person" xml:id="d1e60384">Comte</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118521748" xml:id="d1e60384_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=120" xml:id="d1e60387">Es hat etwas Herabwürdigendes, daran beteiligt zu sein!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60387_quote-src" target="#d1e60387">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 120</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e60392">
                        Der lustige Fehler <rs type="person" ref="#__GND_116799471" xml:id="d1e60396">Duschkas</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e60396_entity-link"/> Man hat ihr was zu Schulden kommen lassen.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e60400">
                        Einen guten <hi>Vortrag</hi>, eine gute Vorlesung halten: Du mußt die Hörer halten, du stellst eine Stange her, an die die Hörerheit angeschnallt wird, wie ein starker Mann einen am Buckel faßt und eine Stunde lang zum Fenster hinaushält. Das ist sehr anstrengend, aber anders ist es nicht zu machen. <hi>Andere Vorträge</hi>, die sehr selten sind: Die Hörer, oder einige von ihnen, <hi>entwickeln</hi> den Gedanken mit; das ist ein unerhörter, lustvoller <gap/> Prozeß, übrigens selten, pneumatisch σπερματικοs. <hi>Andere Vorträge</hi>: Du schenkst Schnaps aus, gibst ein paar Phrasen zu saufen, alle sind begeistert, weil sie begeistert sein wollen; es braucht nicht einmal guter Schnaps zu sein, der Wille zum Rausch, der Wille, sich betäuben zu lassen, tut das Seine; du brauchst kaum nachzuhelfen, mit deinen kümmerlichen Redensarten.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e60431">
                        <unclear>Die Nachteile</unclear> (d. h. <hi>deutsche</hi> <gap/>, Deutsch<supplied>-</supplied><gap/>, die Sächsische Schweiz und die deutsche <gap/>. Pfui Teufel!
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-14" n="1943-04-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e22254">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-14">Mittwoch, 14/4 43</date>. Jerem. 5,19: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jer5,19" xml:id="d1e22263">Wie ihr mich verlasset und fremden Göttern dienet in eurem eigenen Land, also solltet ihr auch Fremden dienen in einem Land, das euch nicht gehört.<app><lem type="origin">Und ob sie würden sagen: <q>Warum tut uns der Herr, unser Gott, solches alles?</q> sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlasset, und fremden Göttern dienet in eurem eignen Lande, also sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e22263_quote-src" target="#d1e22263">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jer 5,19</bibl>. Ursprünglicher Text: Und ob sie würden sagen: Warum tut uns der Herr, unser Gott, solches alles? sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlasset, und fremden Göttern dienet in eurem eignen Lande, also sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist.</note> Nicht ausgeschlafen, aber schöner Kaffee, <unclear>schöne</unclear> Post (<rs ref="#Gremmels" type="person" xml:id="d1e22276">Gremmels</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gremmels" xml:id="d1e22276_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e22279">Nicht in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Gremmels</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1938-1956</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2001</date>, S. 51-129</bibl>.</note> Dank von <rs ref="#__GND_123439515" type="person" xml:id="d1e22284">Antonescu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123439515" xml:id="d1e22284_entity-link"/> Einladung zu Aufsatz und Vortrag usw.)<note type="editorial" xml:id="d1e22287">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Mihai Antonescu an ihn vom 8. April 1943, RW 0265 Nr. 454, in dem er für das Werk mit Widmung <q>virtu contra furore</q> dankt.</note> Schickte dem <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e22292">Dekan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e22292_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e22295">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e22295_entity-link"/> meine Stellungnahme zur Dissertation von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e22301">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e22301_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e22304">Lorenz von Stein</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e22304_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e22307">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>, mit Auszug aus Schmitts Gutachten.</note> Erledigte ein paar Kleinigkeiten und fühlte mich bei dem herrlichen Frühlingswetter wohl,  nachdem es mich morgens im Bett tieftraurig gemacht hatte. Große Liebe von <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22314">Anima</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e22314_entity-link"/> Ärgerte mich über meine Nachgiebigkeit und Schwäche, <rs ref="#__GND_128645946" type="person" xml:id="d1e22318">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_128645946" xml:id="d1e22318_entity-link"/> gleich meine Hilfe bei <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e22321">Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e22321_entity-link"/> zu versprechen, wie dumm. Schlechter Nachgeschmack dieses Besuchs. Nach dem Mittagessen geschlafen, aber nicht erfrischt. Müde und willenlos herumgelegen. Wunderbares Frühlingswetter. Wartete auf <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e22326">Klicković</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e22326_entity-link"/> (Totaler Staat = ohne leeren Raum, ohne Freiheit und ohne Bewegung), <unclear>Masse der Begriffe der Nation</unclear>: Liberalismus, Sozialismus, das ist die <quote rend="quoted" xml:id="d1e22334">Originalität</quote> der Deutschen; <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e22337">Bismarck</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e22337_entity-link"/> Abends <unclear>Entsetzen</unclear> über eine Flasche Rotwein (mein letzter!). Traurig und müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-15" n="1943-04-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22347">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-15">Donnerstag, 15/4 43</date>. Luk. 5.21 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Luk5,21" xml:id="d1e22356">Der Pharisäer sagt: Wer kann Sünden vergeben denn Gott?<app><lem type="origin">Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, zu denken, und sprachen: Wer ist der, daß er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben, denn allein Gott?</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22356_quote-src" target="#d1e22356">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Luk 5,21</bibl>. Ursprünglicher Text: Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an, zu denken, und sprachen: Wer ist der, daß er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben, denn allein Gott?</note> Traum: <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e22362">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e22362_entity-link"/> 15000, Eisenbahnfahrt. <gap/> Recht, Nachruf auf <rs ref="#__GND_123561485" type="person" xml:id="d1e22369">Freytagh-Loringhoven</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123561485" xml:id="d1e22369_entity-link"/> (Man müßte über solche Todesfälle stundenlang nachdenken, gemeinschaftlich, dann würde man sein eigenes Schicksal deutlicher sehen: Wenn einer deiner Bekannten stirbt, Kollegen, Verwandten, dann stirbt ein Stück von dir selbst; überlege was das heißt.<supplied>)</supplied> In der <rs ref="#J&#xE4;gerstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e22378">Jägerstraße</rs> im Reichsbankgebäude die Tafel vom 18/3 48: Der Grenadier <rs ref="#TheyssenPhilipp" type="person" xml:id="d1e22382">Theyssen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TheyssenPhilipp" xml:id="d1e22382_entity-link"/> aus Cochem fiel <unclear>durch</unclear> Meuchelmord <unclear>bei</unclear> der Revolte; Freundchen, diese Sprache und diese <unclear>umkurvenden</unclear> Historikertöne kenne ich doch, das klingt mir ja seit Jahren in den Ohren; diskriminierender Krieg heißt Bürgerkrieg, und nichts anderes. Das mühselige Werk der objektiven Vernunft, das sich im Staats<unclear>-begriff äußert</unclear>, ist zerstört. Im Institut <rs type="person" ref="#__GND_100312055" xml:id="d1e22402">Moreau de St Mery</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100312055" xml:id="d1e22402_entity-link"/> französisches Kolonialrecht des 17/18 Jahrhunderts gelesen, mit <rs ref="#__GND_118766902" type="person" xml:id="d1e22407">Wengler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118766902" xml:id="d1e22407_entity-link"/> über seinen kolonialrechtlichen Bodenaufsatz gesprochen (Staatseigentum, Staatsland, domainepublic). Wengler über <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e22421">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e22421_entity-link"/> ( Freytagh-Loringhoven: Er deutet jeden Wunsch als <unclear>Ultimatum</unclear> und hat dann das Recht, ihn abzulehnen oder einfach zu schweigen,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22434">
                        so wie er es in der Fakultätssitzung macht: Schon die Ablehnung der Vorträge ist ein politischer Affront!). Herrliches Wetter, müde nach Hause, todmüde und erschöpft eine Stunde ausgeruht, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22440">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22440_entity-link"/> zu <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e22443">Jessens</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e22443_entity-link"/> 2 Flaschen Wein zurück, von <rs ref="#JessenUwe" type="person" xml:id="d1e22446">Uwe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenUwe" xml:id="d1e22446_entity-link"/> verabschiedet, der zum Arbeitsdienst kommt, über sein Abitur unterhalten (Geschichtsvortrag über die Reichskanzler 1890–18), Frau <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e22452">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e22452_entity-link"/> erzählte, ich sehe den Klassengegensatz, der stärker ist als der der Rasse? Vielleicht bei den Deutschen. Traurig nach Hause zurück. Duschka ging krank zu Bett (arme Duschka, ich habe ihr die <rs ref="#__ZOTERO_ZMFDJ565?p=1-2" type="document" xml:id="d3e22459">Nummer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZMFDJ565?p=1-2" xml:id="d3e22459_entity-link"/> der <rs type="work" ref="#Wehrmacht" xml:id="d1e22460">Wehrmacht</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Wehrmacht" xml:id="d1e22460_entity-link"/> mit den Bildern der serbischen Truppe und <rs ref="#__GND_118783874" type="person" xml:id="d1e22463">Mihajlowitsch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118783874" xml:id="d1e22463_entity-link"/> gekauft,<note type="editorial" xml:id="d1e22467">Auf dem Titelblatt ist ein <q>Serbischer Bandit</q> zu sehen.</note> Angst, daß die <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e22474"><unclear>Anni</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e22474_entity-link"/> das sieht), ich aß mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22477">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e22477_entity-link"/> große Liebe zu dem Kind, Freude an seinen schönen Bewegungen, seiner Vernünftigkeit und Reife. Um 10 Duschka ein Butterbrot gebracht und ein Glas Wermut. Es ging ihr wieder besser. Traurig und müde zu Bett. Um 5 hat <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e22485">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e22485_entity-link"/> angerufen; 2 dringende Telegramme aus Madrid: Verlängerung meines Vortrags untragbar, unerwünschte propagandistische Wirkungen usw. Erpressung und Zwangslage.<note type="editorial" xml:id="d1e22490">Vgl. zur Spanienreise 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Wollte erst nachgeben, nachher tat ich es nicht. Morgen Früh soll Geheimrat <rs ref="#RothGeheimrat" type="person" xml:id="d1e22495"><unclear>Roth</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RothGeheimrat" xml:id="d1e22495_entity-link"/> anrufen. Das macht mich nervös.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-16" n="1943-04-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e22501">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-16">Freitag, 16/4 43</date>. Joel: 1,15 <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Joe1,15" xml:id="d1e22510">O weh des Tages, denn der Tag des Herrn ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e22510_quote-src" target="#d1e22510">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Joe 1,15</bibl>.</note> Brief von <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e22515">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e22515_entity-link"/> wegen des <rs ref="#__ZOTERO_JN4E5WS8" type="document" xml:id="d3e22521">Oetinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JN4E5WS8" xml:id="d3e22521_entity-link"/> dieser war nur in der Landesbibliothek in Stuttgart, gleichzeitig morgens Nachricht von dem großen Flugangriff auf Stuttgart.<note type="editorial" xml:id="d1e22522">Stuttgart war in der Nacht vom 15. April 1943 wiederholtes Ziel eines Luftangriffs mit 462 Bombern und 619 Toten. Ein zeitlich passender Brief von Brinkmann ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Telefonierte mit <rs ref="#QuednowMargotVon" type="person" xml:id="d1e22527">Margot von Quednow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#QuednowMargotVon" xml:id="d1e22527_entity-link"/> die heute mittags nach München reist. Habe sie also doch noch erreicht. Dann rief Geheimrat <rs ref="#RothGeheimrat" type="person" xml:id="d1e22530"><unclear>Roth</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RothGeheimrat" xml:id="d1e22530_entity-link"/> vom AA an; höflich aber dringend, ich gebe nicht nach. Will sehen, was es gibt. Herrliches Wetter. Die Köchin <unclear><rs ref="#Ann" type="person" xml:id="d1e22540">Ann</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ann" xml:id="d1e22540_entity-link"/> hat Geburtstag. Meldete mich beim <rs type="person" ref="#__GND_116533714" xml:id="d1e22543">Rektor</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116533714" xml:id="d1e22543_entity-link"/> an, arbeitete etwas herum über <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e22548">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e22548_entity-link"/> herrliches Frühlingswetter, nach dem Essen etwas geschlafen, munter auf, <unclear>um</unclear> 5 Kaffee zu Ehren der Köchin, Frau <rs ref="#WeberFrau" type="person" xml:id="d1e22554">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WeberFrau" xml:id="d1e22554_entity-link"/> kam auch, schöner Kuchen, um ½ 7 kam <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e22557">Wirsing</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e22557_entity-link"/> er hatte Geburtstag 1907.<note type="editorial" xml:id="d1e22560">Giselher Wirsing wurde am 15. April 1907 in Schweinfurt geboren.</note> Vorher wurde ich zu <rs ref="#__GND_12023338X" type="person" xml:id="d1e22565">Six</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12023338X" xml:id="d1e22565_entity-link"/> gebeten, für Dienstag 11 Uhr. Angenehm erregt dadurch, aber doch ziemlich gleichgültig. Mit Wirsing nett unterhalten (Erstarrung, keines Wandels mehr fähig, Loths Seele, nicht vorwärts und nicht rückwärts; die Wehrmacht als κατέχων, über Amerika war nicht viel von ihm herauszuholen, er ist nett, aber in Gegenwart anderer tückisch, verdrückt, unangenehm, <unclear>knautschig</unclear>). Gewartet auf <rs ref="#__GND_116818468" type="person" xml:id="d1e22581">Buchholz</rs><note type="editorial" xml:id="d1e22583">Buchholz wurde 1942 aus der Reichskammer der bildenen Künste ausgeschlossen und gründete 1943 eine Filiale seines Buch- und Kunsthandels in Lissabon.</note> mit großer Freude, er kam um ½ 9, wir aßen zusammen zu Abend, sehr nett, aber Wirsing störte doch sehr. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22589">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22589_entity-link"/> sprach von Kroatien und Serbien, er war frisch, schien aber doch irgendwie befremdet. Begleitete die beiden zum <rs ref="#UBahnThielplatz" type="place" xml:id="d1e22592">U-Bahnhof Thielplatz</rs>. Erzählte Buchholz noch von Rumänien, dann einsam nach Hause und traurig zu Bett. Meine grauenhafte Schwäche und Nachgiebigkeit, Unfähigkeit etwas durchzusetzen, wie schrecklich ist das alles.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-17" n="1943-04-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e22606">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-17">Samstag, 17/4 43</date>. Nehemia 13,18 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Neh13,18" xml:id="d1e22615">Ihr macht des Zorns über Israel noch mehr, die ihr den Sabbat brecht<app><lem type="origin">Taten nicht eure Väter also, und unser Gott führte all dies Unglück über uns und über diese Stadt? Und ihr macht des Zorns über Israel noch mehr, daß ihr den Sabbat brecht!</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22615_quote-src" target="#d1e22615">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Neh 13,18</bibl>. Ursprünglicher Text: Taten nicht eure Väter also, und unser Gott führte all dies Unglück über uns und über diese Stadt? Und ihr macht des Zorns über Israel noch mehr, daß ihr den Sabbat brecht!</note> Fräulein <rs ref="#StumpfeOrtrud" type="person" xml:id="d1e22625">Stumpfe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StumpfeOrtrud" xml:id="d1e22625_entity-link"/> von der Schriftleitung vom <rs ref="#WillezurMachtF&#xFC;hrerorgandernationalsozialistischenJugend" type="work" xml:id="d1e22629">Wille und Macht</rs><note type="editorial" xml:id="d1e22631">Im Impressum von <q>Wille zur Macht. Führerorgan der nationalsozialistischen Jugend</q> Jg. 11 (1943), Heft 4 April/Juni, S. 48, findet sich der Hinweis: Ortrud Stumpfe, Stellvertretende Schriftleiterin.</note> rief zum 2. Mal an wegen des <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e22638">Leviathan</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ARF9DNVB" xml:id="d3e22638_entity-link"/> und wollte den <rs ref="#__GND_116434600" type="person" xml:id="d1e22639">Eisenmenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116434600" xml:id="d1e22639_entity-link"/> aus meiner Bibliothek haben.<note type="editorial" xml:id="d1e22642">Vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Johann Andreas Eisenmenger</author> und <author>August Rohling</author>, <title>Die Sittenlehre des Juden. Auszüge aus dem Talmud (Schulchan-Aruch), Zusammenstellung rabbinischer Lehren und jüdischer Sittengesetze, dem Talmud beziehungsweise Schulchau-Aruch. Entnommen und kommentiert von dem Orientalisten Prof. Eisenmenger</title>, Stuttgart: Deutscher Schutz- und Trutzbund <date>1919</date></bibl>. Ein Exemplar befindet sich nicht im Nachlass Schmitts.</note> Dumm und frech. Traurig durch das herrliche Frühlingswetter. Du <unclear>partizipierst</unclear> nicht mehr an den ontischen Wesenheiten. Empört über die Begriffs-Quetsche im Deutschen, besonders des Eigentums, das verpflichte. Deprimiert beim Anblick des Vorlesungsverzeichnisses und der Namen der Professoren, übler Nachgeschmack von gestern Abend. Zum Tode verurteilt. Schlachtvieh auf dem Schlachthof in Erwartung des Metzgers. Trost in numinosen Werten, wie in einem Jenseits. Die Tür zum Jenseits will man schließen. <unclear xml:id="d1e22660"><app><lem>Die Schande</lem><rdg>Der Schinder</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e22660_alt-rdg" target="#d1e22660">Alternative Lesart zu „Die Schande“: Der Schinder</note> bindet uns auch noch fest. Heftige Herzstiche bringen Gedanken an den Untergang, die Politisierung, die Zwangseinquartierung. Wer weiß, wieviel <rs ref="#__GND_117755222" type="person" xml:id="d1e22666">Reicke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117755222" xml:id="d1e22666_entity-link"/> dadurch bewahrt geblieben ist, daß seine Wohnung eingeäschert wurde. Müßtest du dir denn nicht sagen, daß du ja auch nicht weißt, wovor du bewahrt bleibst, wenn dir jetzt neue Schikanen begegnen? Schickte <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e22671">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e22671_entity-link"/> den Valery <rs ref="#__ZOTERO_XJC49MKP" type="document" xml:id="d3e22678">Mauvaises pensées</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XJC49MKP" xml:id="d3e22678_entity-link"/> schrieb etwas an dem <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME/" type="document" xml:id="d3e22681">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME/" xml:id="d3e22681_entity-link"/> für <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e22682">Lützow</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e22682_entity-link"/> Wie lächerlich, wie lächerlich die Situation <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e22687">Wirsings</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e22687_entity-link"/> und bist du besser dran? Was treibt uns alle und was treibst du selbst? Ich fürchte ja nicht die Trennung, nicht das Nichts, ich fürchte die <unclear>schmutzige</unclear> Berührung mit fremden Menschen. Du wirst aus deinem Märchen vertrieben, Idylliker, mach daß du herauskommst, die Feinde lachen dich aus mit deinem Sekuritäts- und Ruhebedürfnis, geh doch endlich weg, tritt ab, folge deiner <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e22696">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e22696_entity-link"/> die Recht gehabt hat, jetzt zu gehen. Füllte mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22700">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22700_entity-link"/> das Raumbewirtschaftungsformular aus. Grauenhafte Angst. Nach dem Essen konnte ich nicht schlafen, badete um ½ 5, um 5 kam <rs ref="#__GND_11877235X" type="person" xml:id="d1e22705">Zehrer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877235X" xml:id="d1e22705_entity-link"/> sieht jüdisch aus, zu gut gekleidet, eleganter, wie ein jüdischer Korpsstudent und Reserveoffizier im 3. Grad der Assimilation; erzählte davon, daß die <unclear xml:id="d1e22710"><app><lem>Ideen</lem><rdg>Ideale</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e22710_alt-rdg" target="#d1e22710">Alternative Lesart zu „Ideen“: Ideale</note> von 1932 wieder zum Zug kommen, will eine <unclear>Geschichte</unclear> des 19. Jahrhunderts,<note type="editorial" xml:id="d1e22718">Hans Zehrer war von 1939 bis Ende 1943 Leiter der Berliner Filiale des Verlags Gerhard Stalling. Schmitt verfasste aber kein entsprechendes Buch. </note> spricht über Neutralisierungen, ich erzählte von <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e22721">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e22721_entity-link"/> er sagte: nicht einmal den Antisemitismus haben sie uns gelassen; ich sprach etwas forciert frei; um 6 kam Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e22728">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e22728_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_1141708655" type="person" xml:id="d1e22731">Carl Alexander</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1141708655" xml:id="d1e22731_entity-link"/> wir tranken schönen Kaffee und plauderten; Zehrer ging um 7; ich hatte das Gefühl, daß der Besuch überflüssig war, obwohl ich mich gut unterhalten habe. Er sieht eine ungeheuerliche Reaktion voraus; erzählte vom Ammersee, der Überlegenheit der katholischen Kirche usw. Wir aßen zu Abend, tranken eine Flasche teuren Rotwein, nachher noch bis 12 zusammengesessen und geplaudert; tranken bulgarischen Sliwowitz, ich hatte Herzbeschwerden, war dem Tode nahe; las Benjamin, <rs ref="#__ZOTERO_99FW2ZV6" type="document" xml:id="d3e22746">Ursprung des deutschen Trauerspiels</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_99FW2ZV6" xml:id="d3e22746_entity-link"/> das beruhigte mich und lenkte mich ab.<note type="editorial" xml:id="d1e22747">Ein Exemplar befindet sich, mit vielen Anmerkungen versehen, im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 29012.</note> Fühle mich arm und als Proletarier, während <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e22751">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e22751_entity-link"/> ein Haus kauft.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-18" n="1943-04-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22757">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-18">Sonntag, 18/4 43</date>. 1 Macc. 12,43 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ma12,44-48" xml:id="d1e22766"><rs type="person" xml:id="d1e22767">Jonathan</rs> läßt sich betrügen und ließ sein Volk heimgehen</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22766_quote-src" target="#d1e22766">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ma 12,44-48</bibl>.</note> Der Sliwowitz hat mir gut getan, einen Augenblick frisch und mutig, <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e22773">Hella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e22773_entity-link"/> schickt mir zu Ostern das Buch über <rs ref="#__ZOTERO_F4MU52X3" type="document" xml:id="d3e22779">Philip II</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F4MU52X3" xml:id="d3e22779_entity-link"/> von Reinhold Schneider. War doch etwas gerührt. Sonderbare Bindung an diese Betrügerin. Mitleid mit meiner eigenen Lächerlichkeit. Mit Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e22782">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e22782_entity-link"/> beim Frühstück geplaudert, <rs ref="#__GND_1141708655" type="person" xml:id="d1e22785">Carl Alexander</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1141708655" xml:id="d1e22785_entity-link"/> spielte mit dem Bogen, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22788">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e22788_entity-link"/> ist in der Kirche, ich hatte Herzbeschwerden und wurde erdrückt von der Gemeinheit des Lebens. Der Makler kam zu Frau Jünger wegen des Hauses in Döbbern. Wir aßen schön zu Mittag, nachher schlief ich fest bis 4 Uhr; schöner Kaffee und Kuchen. Mit den beiden Kindern durch den Park spazieren, in einem kleinen Blockhaus gespielt, Erstürmung und Verteidigung, sehe wie alt ich bin und keines Widerstands mehr fähig. Dann zu Hause auf <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e22798">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e22798_entity-link"/> gewartet, große Angst um sie, sie war bei Vater <rs ref="#SchachovskojIoann" type="person" xml:id="d1e22801">Johann</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchachovskojIoann" xml:id="d1e22801_entity-link"/> <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e22804">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e22804_entity-link"/> rief an, aber ich war durch meine Sorge um Duschka abgelenkt. Endlich kam sie um 8 Uhr, schön in der Küche zu Abend gegessen, die schöne Salamiwurst aus Rumänien, Sliwowitz dazu getrunken, nachher <unclear>ich</unclear> noch eine Flasche herrlichen Bordeaux, der sehr teuer und sehr gut war. Frau Jünger spricht nur von ihrem Hauskauf,<note type="editorial" xml:id="d1e22814">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 75</bibl>.</note> sie hat mit <rs ref="#Spengler" type="person" xml:id="d1e22819">Spengler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Spengler" xml:id="d1e22819_entity-link"/> nach Hamburg telefoniert. Ich fühlte mich beiseite und abwesend, in einer lächerlichen
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e22827">
                        Rolle. Las im Bett noch etwas, <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e22831">Wirsing</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e22831_entity-link"/> und Reinhold Schneider über <rs ref="#__ZOTERO_F4MU52X3" type="document" xml:id="d3e22836">Philip II</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F4MU52X3" xml:id="d3e22836_entity-link"/> beides nichts. Dieser Schneider besonders scheußlich mit seiner Pseudodramatik, Pseudolyrik, Pseudopsyche.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-19" n="1943-04-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e22840">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-19">Montag, 19/4 43</date>. Weish. 15.4 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Wis15,4" xml:id="d1e22849">Der Maler unnütze Arbeit<app><lem type="origin">Denn uns verführen nicht so der Menschen böse Fündlein, noch der Maler unnütze Arbeit, nämlich ein bunt Bild mit mancherlei Farbe.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e22849_quote-src" target="#d1e22849">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Wis 15,4</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn uns verführen nicht so der Menschen böse Fündlein, noch der Maler unnütze Arbeit, nämlich ein bunt Bild mit mancherlei Farbe.</note> Im Bett noch Schneider über <rs ref="#__ZOTERO_F4MU52X3" type="document" xml:id="d3e22857">Philip II</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F4MU52X3" xml:id="d3e22857_entity-link"/> gelesen. Ergriffen von dem Tod dieses Mannes; schönes Frühlingswetter; traurig gefrühstückt, beim Friseur angemeldet. Völlige Leere und Z. Oft Sorge wegen der morgigen Besprechung mit <rs ref="#__GND_12023338X" type="person" xml:id="d1e22864">Six</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12023338X" xml:id="d1e22864_entity-link"/> Gemütlich zum <rs ref="#HotelBristol" type="place" xml:id="d1e22867">Hotel Bristol</rs>, Haare schneiden bei dem guten <unclear>Bühler</unclear>, gleich wieder zurück, mit der <rs ref="#__GND_4129625-4" type="work" xml:id="d1e22874">Frankfurter Zeitung</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4129625-4" xml:id="d1e22874_entity-link"/> und meinem Manuskript über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e22880">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e22880_entity-link"/> Es ist lächerlich. Die völlige αβουλία.<note type="editorial" xml:id="d1e22884">Dt.: Willensschwäche.</note> Nach dem Essen wieder geschlafen, erschöpft, dann mit den Kindern in den Park, trojanischen Krieg gespielt, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e22889">Anima</rs> <unclear>ermahnt</unclear>, <unclear>durch die Nase zu atmen</unclear>, zum Abendessen eine Flasche Bier, auf Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e22897">Jünger</rs> gewartet und neugierig, was es wird. Der kleine <rs ref="#__GND_1141708655" type="person" xml:id="d1e22902">Carl Alexander</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1141708655" xml:id="d1e22902_entity-link"/> sagte heute morgen beim Frühstück, lieb und ruhig: Ich habe geträumt, daß es nichts wird mit dem Kauf des Hauses, und war darüber im Traum sehr wütend. Todmüde nach dem Abendessen auf der Ottomane gelegen, in Erwartung eines Fliegerangriffs. Um 11 kam Frau Jünger zurück. Erzählte von der lächerlichen Gesellschaft in Döbbern <gap extent="2 words"/>, dem Notar als Schwerenöter und Kunstverehrer (<unclear>Sektkelche geleert</unclear>, Jünger von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e22914">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e22914_entity-link"/> usw.). Sie erzählte nur von sich. Ich ging um 12 zu Bett. Traurig. Gehöre nicht dazu. Aber daß dieses deutsche Bürgertum zum Tode verurteilt ist, kann ich mir gar nicht mehr anders denken. Habe ich es nicht schon 1912 gewußt? Wie lange dauert das? Langmut Gottes vor allem mit mir. Las über Saint-Simon, <rs ref="#__ZOTERO_9GTRBXQC" type="document" xml:id="d3e22927">das neue Christentum</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9GTRBXQC" xml:id="d3e22927_entity-link"/> Traurig über den Egoismus von Frau Jünger; Gefühl, daß alles abgekartet und gestellt ist.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-20" n="1943-04-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-20" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e22931">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-20">Dienstag, 20/4 43</date>. 5 Mos 29.1. Furchtbare Flucht, großartigste Volks-Geschichte (nicht Welt-Geschichte!): <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Deu29,1" xml:id="d1e22940">Ihr habt gesehen alles, was der Herr vor euren Augen getan hat in Ägypten dem Pharao und allen seinen Knechten.<app><lem type="origin">Und Mose rief dem ganzen Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt gesehen alles, was der Herr getan hat in Ägypten vor euren Augen dem Pharao mit allen seinen Knechten und seinem ganzen Lande.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e22940_quote-src" target="#d1e22940">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Deu 29,1</bibl>. Ursprünglicher Text: Und Mose rief dem ganzen Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt gesehen alles, was der Herr getan hat in Ägypten vor euren Augen dem Pharao mit allen seinen Knechten und seinem ganzen Lande.</note> Traum: Mit <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e22948">Hella</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e22948_entity-link"/> sie war zudringlich, ich bin dumm und schwach, will mich drücken, gehe nicht mit ihr in den südlichen Teil des <rs type="place" ref="#__GND_4069307-7" xml:id="d1e22952">Kurfürstendamms</rs>. Komme an eine Straße oder Platz<unclear>ende</unclear> Charlottenburg, die <unclear>Deutsche</unclear>) Reichsstraße heißt; Leute, <unclear>tingelte</unclear> <gap/>, <unclear>trauriger Betrieb</unclear>, wo früher die Autos fuhren. <unclear>Ich sage ihr</unclear> sadistisch: Ich will Dir einmal richtig weh tun. <unclear>Durch</unclear> eine gehemmte, <unclear>verwirrte</unclear>, unsicher gewordene Geilheit. (Erinnerte mich an <rs ref="#__GND_118624636" type="person" xml:id="d1e22977">Turel</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118624636" xml:id="d1e22977_entity-link"/> Staats-Masochist, Sexualsadist). Abschied von Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e22983">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e22983_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1141708655" type="person" xml:id="d1e22986">Carl Alexander</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1141708655" xml:id="d1e22986_entity-link"/> die heute Mittag abreisen. Schöner Brief von <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e22989">Bruno Brehm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e22989_entity-link"/> der mich glücklich machte (die Prophezeiung von 1880, daß im Jahr 1940 alles voll Radfahrer wäre!)<note type="editorial" xml:id="d1e22996">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Bruno Brehm an Schmitt vom 18. April 1943, RW 0265 Nr. 2023, dort auch die genannte Prophezeiung.</note> Will ihm <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e23002">Leviathan</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ARF9DNVB" xml:id="d3e23002_entity-link"/> schicken und freute mich darauf, sympathischer Brief von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e23003">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e23003_entity-link"/> von <rs type="person" ref="#__GND_1029799121" xml:id="d1e23006">Sobotta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1029799121" xml:id="d1e23006_entity-link"/> (ohne <unclear>mir</unclear>!) Flaggenbefehl wegen des Geburtstages.<note type="editorial" xml:id="d1e23011">Am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, war Beflaggung angeordnet.</note> Regnerisches Wetter, zum Glück. Um 10 mit der U-Bahn zum <rs ref="#__GND_4069307-7" type="place" xml:id="d1e23020">Kurfürstendamm</rs> gefahren wegen meiner Spanienreise.<note type="editorial" xml:id="d1e23023">Vgl. zur Spanienreise 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Entschlossen nicht zu fahren, wäre nicht sicher genug. Bereitete etwas  Aufsehen; er ist nett, will nach Madrid telefonieren, er sprach gegen <rs ref="#__GND_118547798" type="person" xml:id="d1e23030">Heidegger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547798" xml:id="d1e23030_entity-link"/> ich ging nicht erleichtert, aber doch mit dem Gefühl einer Vertagung weg. Hinterher <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e23037">Benito Cereno</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e23037_entity-link"/> Gefühl sehr deutlich. Zur <rs ref="#__GND_230079-5" type="place" xml:id="d1e23039">Universitätsbibliothek</rs>, <rs ref="#__GND_1055173331" type="person" xml:id="d1e23042">Davenport</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055173331" xml:id="d1e23042_entity-link"/> nachgesehen, einen Bund Zeitschriften für Völkerrecht nach Hause genommen. Nach dem Essen geschlafen, bis 5 und aufgeräumt. Das Wetter klärt sich schon auf. Den Leviathan an Bruno Brehm geschickt (mit Ostergrüßen). Mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23054">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23054_entity-link"/> zum <rs ref="#UBahnThielplatz" type="place" xml:id="d1e23057">U-Bahnhof Thiel-Platz</rs>, um <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e23062">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e23062_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e23066">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e23066_entity-link"/> abzuholen, die aber mit der S-Bahn gekommen waren. Schönes Abendessen mit gutem Wein, eine Flasche <unclear>Bösinger</unclear> hatte Weber-Schumburg mitgebracht. Gut unterhalten, über die Briefe von Brehm, über das Ende der Justiz, über <unclear><rs ref="#Rothenberger" type="person" xml:id="d1e23081">Rotenberger</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Rothenberger" xml:id="d1e23081_entity-link"/> (das liegt ihnen allen am meisten am Herzen), gab Blötz <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e23086">Benito Cereno</rs>. Um 12 gingen sie weg, kurz nachher war Luftalarm, als wir noch im Zimmer saßen, sie kamen zurück, wir warteten im Luftschutzkeller bis 2 Uhr, tranken einen Cognac, erzählten über Brehm (dem Blötz nicht traut, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23092">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23092_entity-link"/> findet ihn <unclear reason="omission"/>). Nachmittags sprang mir der Vers Dan. 5.30<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Dan5,30" xml:id="d1e23101"><app><lem type="origin">Aber in derselbigen Nacht ward der Chaldäer König Belsazer getötet.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23101_quote-src" target="#d1e23101">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Dan 5,30</bibl>. Ursprünglicher Text: Aber in derselbigen Nacht ward der Chaldäer König Belsazer getötet.</note> mitten ins Gesicht.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-21" n="1943-04-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e23109">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-21">Mittwoch, 21/4 43</date>. Ap. 6.10 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Act6,10" xml:id="d1e23118">Weisheit und Geist des <rs ref="#Stephanus" type="person" xml:id="d1e23120">Stephanus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stephanus" xml:id="d1e23120_entity-link"/> der gegen Moses und das Gesetz spricht<app><lem type="origin">Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23118_quote-src" target="#d1e23118">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Act 6,10</bibl>. Ursprünglicher Text: Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete.</note> Herrliches Wetter, alles in Blüten; Ap. 7,24 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Act7,24" xml:id="d1e23132">Moses sah einen unrecht leiden<app><lem type="origin">Und [Mose] sah einen unrecht leiden; da stund er bei, und rächete den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23132_quote-src" target="#d1e23132">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Act 7,24</bibl>. Ursprünglicher Text: Und [Mose] sah einen unrecht leiden; da stund er bei, und rächete den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.</note> Gleichgültig in Erwartung der spanischen Reise, glücklich, nicht in spanischer Sprache sprechen zu müssen, sehr behaglich. An dem Aufsatz <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e23142">Über die westliche Hemisphäre</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e23142_entity-link"/> korrigiert. Aber doch müde und abulisch.<note type="editorial" xml:id="d1e23143">Willenlos.</note> Nach dem Essen etwas geschlafen, den Vortrag für die Säkularfeier abgesagt, auf <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e23148">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e23148_entity-link"/> gewartet. Hoffentlich bringt er Kaffee. Das tat er zwar nicht, aber er war nett, zügelte seinen pro-amerikanischen Affekt, rührend (vor ihnen spreche ich, wie vor der <unclear>Ewigkeit</unclear>), tranken eine Tasse Kaffee. Blieb bis gegen 7 und gab mir für morgen abend 3 Karten. Das Gespräch regte mich an. Korrigierte noch etwas über Freundschaftslinien.<note type="editorial" xml:id="d1e23158">Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 60-66u.ö.</bibl>.</note> Nach dem bescheidenen Abendessen herumgelegen, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23163">Duschka</rs> geplaudert, die sehr müde war, überlegt, wen man für Ostersonntag Mittag einladen kann. Um 10 müde zu Bett; Léon Bloy über den <rs ref="#__ZOTERO_H9XFN2GH" type="document" xml:id="d3e23174">Märtyrertod des <unclear>guten</unclear> Edmond</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_H9XFN2GH" xml:id="d3e23174_entity-link"/> tröstlich. Duschka fand <rs ref="#__GND_116985135" type="person" xml:id="d1e23181">Wilhelm Neuß</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116985135" xml:id="d1e23181_entity-link"/> sehr pfaffisch. Ist er auch; <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e23184">Bruno Brehm</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e23184_entity-link"/> monoman.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-22" n="1943-04-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-22" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e23190">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-22">Gründonnerstag, 22/4 43</date>. Dan. 11, 15ff. (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Dan11,15-18" xml:id="d1e23199">Er wird einen Wall aufschütten; ein Fürst wird ihn lehren aufhören mit Schmähungen, daß er ihn nicht mehr schmähe.<app><lem type="origin">Also wird der König gegen Mitternacht daherziehen, und einen Wall aufschütten, und eine feste Stadt gewinnen; und die Mittagsarme werden's nicht können wehren, und sein bestes Volk nicht können widerstehen. … Darnach wird er sich kehren wider die Inseln, und derselbigen viel gewinnen. Aber ein Fürst wird ihn lehren aufhören mit Schmähen, daß er ihn nicht mehr schmähe.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23199_quote-src" target="#d1e23199">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Dan 11,15-18</bibl>. Ursprünglicher Text: Also wird der König gegen Mitternacht daherziehen, und einen Wall aufschütten, und eine feste Stadt gewinnen; und die Mittagsarme werden's nicht können wehren, und sein bestes Volk nicht können widerstehen. … Darnach wird er sich kehren wider die Inseln, und derselbigen viel gewinnen. Aber ein Fürst wird ihn lehren aufhören mit Schmähen, daß er ihn nicht mehr schmähe.</note> 12, 12, die 1335 Tage. Stand um 6 einen Augenblick auf, unternehmend, Freude an meinem <rs type="document" ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e23209">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e23209_entity-link"/> und Vortrag.<note type="editorial" xml:id="d1e23211">Schmitt hielt im Winter 1943/44 einen Vortrag auf Einladung des Reichsinstituts für Seegeltungsforschung im Deutschen Seegeltungswerk, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 125</bibl>.</note> Dann wieder zu Bett, Traum von <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e23216">Hella</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e23216_entity-link"/> <unclear>Sehe ihr</unclear> Gesicht <unclear>wie im Krampf</unclear> als ein Stück schwarzen <unclear>schimmligen</unclear> Grauens und verkohlten Holzes; <unclear>dann geil</unclear>, so will sie zurück ins Bett kommen. Heftige Erektionen. <unclear>Guter Einfall.</unclear> Das Geheimnis von <rs ref="#__GND_118548018" type="person" xml:id="d1e23234">Heines</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548018" xml:id="d1e23234_entity-link"/> Ballade <quote source="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" xml:id="d1e23237">die 2 Grenadiere</quote>:<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23237_quote-src" target="#d1e23237">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Buch der Lieder</title>, Heines Werke in neun Teilen, hg. von <editor>Helene Hermann</editor> und <editor>Raimund Pissin</editor>, Berlin und Leipzig: Deutsches Verlagshaus Bong &amp; Co. <date>[1927]</date>, S. 98-99</bibl>.</note> Die geschichtliche Bindung der Juden an den Cäsarismus, seitdem sie gerufen haben: Wir haben keinen anderen König als den Cäsar.<note type="editorial" xml:id="d1e23243">Joh 19,15.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-22" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e23251">
                        Holte für <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23255">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23255_entity-link"/> die in die Kirche ging, auf der Bank 250 Mark und schrieb an <rs ref="#__GND_118752758" type="person" xml:id="d1e23258">Stapel</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752758" xml:id="d1e23258_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e23261">Der Brief ist nicht abgedruckt in: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Wilhelm Stapel</author>, <title>Ein Briefwechsel</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Siegfried Lokatis</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1996</date>, S. 27-108</bibl>. Er ist auch nicht im Nachlass Stapel im Deutschen Literaturarchiv Marbach erhalten.</note> Die großen christlichen Feste erhalten neue Kraft und bringen einen mit guten Menschen mehr zusammen. So denke ich dann in diesen Tagen in treuer Freundschaft und Verehrung an Sie und erinnere mich noch in lebhafter Dankbarkeit ihres 60. Geburtstags und der schönen Feier, bei der ich <rs ref="#__GND_124362095" type="person" xml:id="d1e23269">Albrecht Erich Günther</rs> zuletzt gesehen habe.<note type="editorial" xml:id="d1e23276">A. E. Günther starb am 29. Dezember 1942.</note> Dann zu seiner <quote source="#__ZOTERO_88SF9AKZ?p=184-186" xml:id="d1e23281">Repräsentation</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23281_quote-src" target="#d1e23281">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Stapel</author>, <title>Volk. Untersuchungen über Volkheit und Volkstum</title>, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt <date>1942</date>, S. 184-186</bibl>.</note> S.184/5 Staats<quote rend="quoted" xml:id="d1e23288">Volk</quote>, teils <unclear>besichtigend</unclear> (das Zittern, Charakter des Begriffs <unclear>ist großartig gesehen</unclear>), teils fragend (vergessen sie nicht, daß <rs ref="#__GND_129070807" type="person" xml:id="d1e23301">Nicolaus Cusanus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129070807" xml:id="d1e23301_entity-link"/> es <unclear>introduziert</unclear> und <unclear>inauguriert</unclear> hat. Dann zu der Heinischen Ballade <rs type="document" ref="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" xml:id="d3e23311">die 2 Grenadiere</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" xml:id="d3e23311_entity-link"/> von der er sagt, S.262, <quote source="#__ZOTERO_88SF9AKZ?p=262" xml:id="d1e23315">sie enthalte keinen Zauber, sondern nur hinreißende Formulierung</quote>),<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23315_quote-src" target="#d1e23315">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Stapel</author>, <title>Volk. Untersuchungen über Volkheit und Volkstum</title>, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt <date>1942</date>, S. 262</bibl>.</note> <quote rend="quoted" xml:id="d1e23320">offenbar ist noch mehr drin als <quote rend="quoted" xml:id="d1e23322">Formulierung</quote>. Die Gewalt, mit der der Grenadier am Schluß aus dem Grab <quote rend="quoted" xml:id="d1e23325">hervor</quote> steigt und mit der zweimal das Wort Kaiser ertönt, ist ungeheuerlich und jenseits aller ästhetischen oder literarischen Kategorien. Was ist das Geheimnis dieser Ballade? Es ist, wie die ganze <soCalled>Judenfrage</soCalled> nur vom Christentum her zu begreifen. In der <rs ref="#__GND_118586408" type="person" xml:id="d1e23338">Napoleon</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586408" xml:id="d1e23338_entity-link"/>-Verehrung <rs ref="#__GND_118548018" type="person" xml:id="d1e23341">Heines</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548018" xml:id="d1e23341_entity-link"/> bricht der im Karfreitag konstruierte unlösliche, weltgeschichtliche Zusammenhang von Judentum und Cäsarismus auf, ein Zusammenhang, der sich für den ganzen christlichen Äon knüpft, als die Juden riefen: <soCalled>Wir haben keinen anderen König als den Cäsar</soCalled> Joh. 19.15.</quote> Mit <rs ref="#Pfeffer" type="person" xml:id="d1e23361">Pfeffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Pfeffer" xml:id="d1e23361_entity-link"/> nett telefoniert, wegen meines Vortrags über die Monroe-Doktrin. <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e23370">Alfons Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e23370_entity-link"/> ist bis 3/5 verreist. Fröhlich an die <quote source="#GUDZH2ME" rend="quoted" xml:id="d1e23373">westliche Hemisphäre</quote> gedacht. Nachmittags gebadet, arbeitsunfähig, um 6 mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23379">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23379_entity-link"/> in die Vorlesung rumänische Gedichte von <rs ref="#__GND_1243796170" type="person" xml:id="d1e23382">Asta Südhaus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1243796170" xml:id="d1e23382_entity-link"/> für die <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e23388">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e23388_entity-link"/> uns Karten gegeben hatte.<note type="editorial" xml:id="d1e23391">Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>D. Korodi</author>, <title>Rumänische Lyrik. Asta Südhaus trug vor</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 24. April 1943, Bd. 196, S. 3</bibl>. Die Veranstaltung fand im Theatersaal der Hochschule für Musik statt. Korodi schreibt u.a.: <q>Emil Gârleanus, des Moldauers, Erzählung vom alten Nußbaum, in dessen schwerem, betäubendem Duft ein ganzes Dorf in Aufruhr gerät [...], wurde von Asta Südhaus so eindringlich vorgetragen, daß man den herben Nußßbaumduft [sic] zu spüren glaubte.</q></note> Duschka kam krank aus der Kirche zurück und erbrach. Wir fuhren zur <rs ref="#__GND_7672788-9" type="place" xml:id="d1e23399">Fasanenstraße</rs>, trauriger Saal, den Gesandten <rs ref="#Stansker" type="person" xml:id="d1e23403"><unclear>Stansker</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stansker" xml:id="d1e23403_entity-link"/> den <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e23406">Rektor</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e23406_entity-link"/> usw. Der Saal war ziemlich leer. Der nette <rs ref="#Horneuer" type="person" xml:id="d1e23409">Horneuer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Horneuer" xml:id="d1e23409_entity-link"/> Angst vor den Menschen. Die Vorlesung war gut und <unclear>rational</unclear>, hatte aber nichts mit rumänischer Lyrik zu tun, außer, daß die Verfasser Rumänen waren. Die Erzählung vom Nussbaum erinnerte mich an meine eigentliche Unterlegenheit unter Duschka, und meine Erwartung des neuen sozialen Zusammenbruchs, wie er meinem <rs ref="#__GND_139636927" type="person" xml:id="d1e23419">Großvater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139636927" xml:id="d1e23419_entity-link"/> widerfahren ist. Anima war aufmerksam und klug, hatte sie sehr lieb. Wir eilten um 9 nach Hause. Duschka schlief schon, Anima kochte zu Abend, sehr anständig und tüchtig, was mir gut gefiel. Aßen in der Küche und gingen müde um 11 zu Bett. Ich las noch <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e23426">Bruno Bauers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e23426_entity-link"/> Evangelien-Kritik von 1850;<note type="editorial" xml:id="d1e23431">
                            <bibl type="book"><author>Bruno Bauer</author>, <title>Kritik der Evangelien und Geschichte ihres Ursprungs</title>, Berlin: Hempel <date>1850</date></bibl>. Im Nachlass Schmitts befinden sich die Bände 1 bis 3, Berlin 1850 bis 1851, RW 0265 Nr. 25531, 25532 und 25533.</note> das ist doch ganz scheußlich und minderwertig; wie <gap/> und <gap/>, wie <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e23442">Hitler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e23442_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118540041" type="person" xml:id="d1e23445">Goebbels</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540041" xml:id="d1e23445_entity-link"/> widerliche Schulmeisterei, Rechthaberei an der Hand einer <soCalled>ideal</soCalled> konstruierten Urschrift. Großer Ekel, Bedauern, daß meine Freude an Bruno Bauer zusammengebrochen ist. Aber vielleicht war das bei ihm nur ein Durchgangsstadium zur Vernunft.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-23" n="1943-04-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e23459">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-23">Karfreitag, 23/4 43</date>. Nachts wüste Träume, von Bosch, <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" type="document" xml:id="d3e23468">Garten der Lüste</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e23468_entity-link"/> mit Reisetraum, Hotelzimmer, einpacken usw. 1 Kö. 16,9. (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ki16,9-10" xml:id="d1e23473">War trunken, war trunken und Simri kommt hinein und schlägt ihn tot.<app><lem type="origin">Aber sein Knecht Simri, der Oberste über die Hälfte der Wagen, machte einen Bund wider ihn. Er aber war zu Thirza, trank, und war trunken im Hause Arzas, des Vogts zu Thirza. Und Simri kam hinein, und schlug ihn tot im sieben und zwanzigsten Jahr Asas, des Königs Judas, und ward König an seiner Statt.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23473_quote-src" target="#d1e23473">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ki 16,9-10</bibl>. Ursprünglicher Text: Aber sein Knecht Simri, der Oberste über die Hälfte der Wagen, machte einen Bund wider ihn. Er aber war zu Thirza, trank, und war trunken im Hause Arzas, des Vogts zu Thirza. Und Simri kam hinein, und schlug ihn tot im sieben und zwanzigsten Jahr Asas, des Königs Judas, und ward König an seiner Statt.</note> Ein paar Ostergrüße geschrieben (an <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e23480">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e23480_entity-link"/> Oberleutnant <rs ref="#Buchholz" type="person" xml:id="d1e23483">Buchholz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Buchholz" xml:id="d1e23483_entity-link"/> <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e23486">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e23486_entity-link"/> <rs ref="#Schroer" type="person" xml:id="d1e23489">Schroer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schroer" xml:id="d1e23489_entity-link"/> Frau von <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e23492">Schnitzler</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e23492_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e23495">Der Brief Schmitts an Lilly von Schnitzler ist nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>.</note> Am Schreibtisch. Angst, weil <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23503">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23503_entity-link"/> sich für eine Serbin einsetzt und sogar Ostersonntag nach Falkensee will. Flucht in das Manuskript, Vortrag für Spanien vorbereitet.<note type="editorial" xml:id="d1e23506">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_114708341X" type="person" xml:id="d1e23511">Horst Kube</rs> und <rs ref="#Franzen" type="person" xml:id="d1e23516">Franzen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Franzen" xml:id="d1e23516_entity-link"/> riefen an. Brief zum Kasten, das herrliche Frühlingswetter. Schrieb an Frau von Schnitzler eine Karte mit der Unterschrift Cerenos. Nach dem Essen nicht lange geschlafen, mit Duschka und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23525">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23525_entity-link"/> Kaffee getrunken, Anima war lieb und färbte die Ostereier, malte einige wunderschön an. Ging nicht zur Kirche. Abends <rs ref="#__GND_118542702" type="person" xml:id="d1e23528">Grotius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542702" xml:id="d1e23528_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118597051" type="person" xml:id="d1e23531">Pufendorff</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118597051" xml:id="d1e23531_entity-link"/> über Landnahme gelesen, gesehen wie viel mir noch fehlt, bis 2 Uhr Nachts. Duschka schrieb an den <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e23537">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e23537_entity-link"/> führte große Gespräche wegen der bosnischen Frau, der sie helfen will gegen den kleinbürgerlichen <unclear>Ingenieur</unclear>, traurig und auf alles gefaßt. In Erwartung der Sommeroffensive gegen Rußland, 3 ½ Millionen <unclear>sollen sterben</unclear>. Anima hat Ohrenschmerzen, Angst vor Mittelohrentzündung. Traurig und müde zu Bett. An die gute <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e23551">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e23551_entity-link"/> gedacht, die jetzt 4 Wochen tot ist. Wiederbegegnung mit dem guten <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e23554">Bruno Bauer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e23554_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-24" n="1943-04-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e23561">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-24">Karsamstag, 24/4 43</date>. Mal. 3,6 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Mal3,6" xml:id="d1e23570">Es soll mit euch Kindern Jakobs nicht gar aus sein<app><lem type="origin">Denn Ich bin der Herr, und wandle mich nicht. Und es soll mit euch Kindern Jakobs nicht gar aus sein.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23570_quote-src" target="#d1e23570">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Mal 3,6</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn Ich bin der Herr, und wandle mich nicht. Und es soll mit euch Kindern Jakobs nicht gar aus sein.</note> <supplied>Vers</supplied> 19: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Mal3,19" xml:id="d1e23578">Dann siehe, es kommt der Tag, der brennen soll wie ein Ofen.<app><lem type="origin">Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23578_quote-src" target="#d1e23578">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Mal 3,19</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen.</note> Schrieb vormittags am Schreibtisch, telefonierte sehr lange mit <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e23587">Körnchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e23587_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e23590">Bruno Bauers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e23590_entity-link"/> Christentum und Judentum,<note type="editorial" xml:id="d1e23593">Im Nachlass Schmitts befindet sich eine unvollständige Kopie von Bruno Bauer, Die Judenfrage, Braunschweig (Otto) 1843, RW 0265 Nr. 26381.</note> war etwas produktiv und ging nicht zur Kirche. Nach dem Essen ausgeruht, nachmittags mit <rs ref="#__GND_115655565" type="person" xml:id="d1e23598">Grünberg</rs><note type="editorial" xml:id="d1e23601">Personenzuordnung unsicher.</note> telefoniert, der nächste Woche kommen will, über <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e23604">Höhns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e23604_entity-link"/> großartigen Aufsatz spricht (insbesondere vielartiger Stil).<note type="editorial" xml:id="d1e23607">Möglicherweise einer der beiden Sonderdrucke Höhns mit Widmungen im Nachlass Schmitts: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Reinhard Höhn</author>, <title>Großraum und völkisches Rechtsdenken</title>, in: <title>Reich, Volksordnung, Lebensraum. Zeitschrift für völkische Verfassung und Verwaltung</title>, 1941, Bd. 1, H. Bd. 1, S. 256-288</bibl>, RW 0265 Nr. 28276, bzw. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Reinhard Höhn</author>, <title>Reich-Großraum-Großmacht</title>, in: <title>Reich, Volksordnung, Lebensraum. Zeitschrift für völkische Verfassung und Verwaltung</title>, 1942, Bd. 2, S. 97-226</bibl>, RW 0265 Nr. 28277.</note> <rs ref="#__GND_114708341X" type="person" xml:id="d1e23614">Horst Kube</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_114708341X" xml:id="d1e23614_entity-link"/> kam nicht,<note type="editorial" xml:id="d1e23617">Schmitts Doktorand aus dem Jahr 1939; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 90-91</bibl>.</note> will morgen vormittag kommen, ich brachte ein Paket zur Post für <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e23625">Claireluischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" xml:id="d1e23625_entity-link"/> und las in der <rs ref="#DahlemerKirche" type="place" xml:id="d1e23628">Dahlemer Kirche</rs> noch etwas die Karsamstag-Liturgie: in israelitia dignitudem plenitudo totius legis<note type="editorial" xml:id="d1e23635">Schmitt zitiert hier - wahrscheinlich aus dem Kopf, was die Fehler erklären könnte - aus der Oration nach der vierten Lesung (Ex 14) der Ostervigil bzw. Osternacht, die damals noch am Karsamstagmorgen gefeiert wurde. <app><lem type="origin">ut in Abrahae filios et in Israeliticam dignitatem, totius mundi transeat plenitudo.</lem></app></note> usw. Müde nach Hause, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23641">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23641_entity-link"/> liegt wieder mal zu Bett, Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e23644">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e23644_entity-link"/> war da, ich trank mit ihr ein Glas Wermut (aus bloßer Schwäche und Nachgiebigkeit, armer Glückspilz,<note type="editorial" xml:id="d1e23650">Anspielung auf den Schlüsselroman 
                            <bibl type="book"><author>Alice Berend</author>, <title>Der Glückspilz. Roman</title>, München: Langen <date>1919</date></bibl>.</note> wie lange noch) sie erzählte immer wieder dieselbe Geschichte, von ihrem <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e23656">Mann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e23656_entity-link"/> von dem scheußlichen <rs ref="#HahmMartin" type="person" xml:id="d1e23659">Schwager</rs><note type="editorial" xml:id="d1e23661">Vermutlich Martin Hahm, Leiter der Hauptstelle Propaganda im Progagandaamt der NSDAP-Reichsleitung im Hauptamt für Volkswohlfahrt, der Bruder von Konrad Hahm.</note> (der Brief an den <rs type="person" xml:id="d1e23664">Sohn</rs>:<note type="editorial" xml:id="d1e23668">Nach Haidi Hahms Brief an Schmitt vom 9. November 1943, RW 0265 Nr. 5642, vermutlich Henrik Hahm, Haidi Hahms Sohn.</note> Deine Mutter will dich <unclear>sterilisieren lassen</unclear>; alle geisteskrank, wahrhaftig, Glück diesem Psychopathen entgangen zu sein). Aß zu Abend für mich, las <rs type="person" ref="#__GND_11871984X" xml:id="d1e23676">Häusser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11871984X" xml:id="d1e23676_entity-link"/> über den Rheinbund, die vielen Anzüglichkeiten.<note type="editorial" xml:id="d1e23679">Schmitt las wohl 
                            <bibl type="book"><author>Ludwig Häusser</author>, <title>Geschichte der rheinischen Pfalz nach ihren politischen, kirchlichen und literarischen Verhältnissen</title>, Heidelberg: Akademische Verlagsbuchhandlung J.C.B. Mohr <date>1856</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Ludwig Häusser</author>, <title>Geschichte der rheinischen Pfalz nach ihren politischen, kirchlichen und literarischen Verhältnissen. Zweite Ausgabe</title>, Heidelberg: Mohr <date>1856</date></bibl>.</note> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23687">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23687_entity-link"/> kam aus der Kirche und erzählte von den armen russischen Kindern. Hatte große Lust zu trinken, den letzten Wein, tat es aber nicht. Um 11 ins Bett. Völlig unfähig zu jeder Arbeit; auch der spanische Vortrag wird nichts.<note type="editorial" xml:id="d1e23694">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-25" n="1943-04-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e23702">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-25">Ostersonntag, 25/4 43</date>. 2 Kö 4,16 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ki4,16" xml:id="d1e23711">In einem Jahr sollst du ein Kind herzen<app><lem type="origin">Und er sprach: Um diese Zeit über ein Jahr sollst du einen Sohn herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes! lüg deiner Magd nicht!</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e23711_quote-src" target="#d1e23711">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ki 4,16</bibl>. Ursprünglicher Text: Und er sprach: Um diese Zeit über ein Jahr sollst du einen Sohn herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann Gottes! lüg deiner Magd nicht!</note> Um ½ 7 aufgestanden, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23717">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23717_entity-link"/> zur Kirche, ärgerte mich über ihre schlechte Haltung, den vorgestreckten Kopf, die dicke Nase, ihre Unfähigkeit, richtig zu atmen. Sehr traurig. Müde etwas am Schreibtisch geschrieben. Was soll das alles. Die anderen triumphieren ja doch, die Neutralen, <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e23723">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e23723_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e23726">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e23726_entity-link"/> die Dilettanten und <unclear>Zauderer</unclear> oder die nationalliberalen Dummköpfe. Wir warteten auf <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23733">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23733_entity-link"/> die in der Kirche war und erst mittags kam, frühstückten schön, ich schrieb dann einige Zeilen über Landnahme. Mittags kam <rs ref="#__GND_1312101741" type="person" xml:id="d1e23736">Haugg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1312101741" xml:id="d1e23736_entity-link"/> vom Kirchenministerium und <rs ref="#Goruneanu" type="person" xml:id="d1e23741">Goruneanu</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Goruneanu" xml:id="d1e23741_entity-link"/> sehr nette Unterhaltung über Musik, über <unclear>Gesetze</unclear> (erzählte Haugg die Sache von <unclear><rs type="person" ref="#__GND_118547739" xml:id="d1e23747">Hegels</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e23747_entity-link"/> Gesetzestheorie<supplied>)</supplied>, Duschka erzählte <gap/> von ihren Sorgen, ich sprach mit Goruneanu nicht über <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e23759">Benito Cereno</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e23759_entity-link"/> Schönes Mittagessen mit Himbeersaft, war viel schöner als mit Wein. Goruneanu brachte ein Pfund Kaffee, was uns alle tief rührte.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e23764">
                        Ich machte einen Spaziergang mit ihm (wie wäre die Freiheit am besten gewährleistet, in einem Einheitsreich oder in mehreren Großräumen). Er ist gescheit, hat eine Zigeunerin zur Amme. Hielt offenbar den Amerikanismus für unwiderstehlich und unschicksalhaft. Wir tranken herrlichen Kaffee. Erklärte Goruneanu <rs ref="#__GND_118508288" type="person" xml:id="d1e23770">Beethoven</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118508288" xml:id="d1e23770_entity-link"/> als humanitäre Freimaurer-Musik, er hörte aufmerksam zu und ich fand ihn wunderbar. Begleitete die beiden zur U-Bahn <rs ref="#Thielplatz" type="place" xml:id="d1e23779">Thielplatz</rs>, arbeitete noch etwas, aber langsam, abends schönes Abendessen. Hätte beinahe den serbischen Wein getrunken, aber ich tat es doch nicht. Nett mit Anima und Duschka unterhalten, um 10 müde ins Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-26" n="1943-04-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e23787">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-26">Ostermontag, 26/4 43</date>. 1 Chron. 28.8: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ch28,8" xml:id="d1e23796">So haltet alle Gebote des Herrn, eures Gottes, auf daß ihr besitzet das gute Land und vererbet auf eure Kinder nach euch ewiglich.<app><lem type="origin">Nun vor dem ganzen Israel, der Gemeine des Herrn, und vor den Ohren unsers Gottes: So haltet und sucht alle Gebote des Herrn, eures Gottes, auf daß ihr besitzt das gute Land und vererbet auf eure Kinder nach euch ewiglich.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23796_quote-src" target="#d1e23796">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ch 28,8</bibl>. Ursprünglicher Text: Nun vor dem ganzen Israel, der Gemeine des Herrn, und vor den Ohren unsers Gottes: So haltet und sucht alle Gebote des Herrn, eures Gottes, auf daß ihr besitzt das gute Land und vererbet auf eure Kinder nach euch ewiglich.</note> Grauenhaft <quote rend="quoted" xml:id="d1e23804"><unclear>frömmlerisch</unclear></quote>, ist das alles; unchristlich. Aber wir sind die wahren, modernen Juden, posthumes Judentum, alles posthum. Gut ausgeschlafen und schön gefrühstückt, behaglich mit dem Kaffee von <rs ref="#Goruneanu" type="person" xml:id="d1e23815">Goruneanu</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Goruneanu" xml:id="d1e23815_entity-link"/> Es ist doch erstaunlich, daß seit 3 Jahren immer wieder im letzten Augenblick etwas Kaffee kommt. Ordnete meinen Schreibtisch, das machte mir Freude, allmählig wächst auch das Manuskript des <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e23828">Nomos der Erde</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e23828_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23831">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23831_entity-link"/> war mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23834">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23834_entity-link"/> nach Falkensee gereist, zu dem Sklavenschinder, der dort eine arme serbische Bäuerin schikaniert. Sie kamen ½ 3 zurück. Schönes Mittagessen, dann ausgeruht. Um 5 kam <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e23839"><hi>Ahlmann</hi></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e23839_entity-link"/> sehr pünktlich, aber das Gespräch kam doch nicht recht in Fluß. Er sprach von <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e23845">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e23845_entity-link"/> von Friedensmöglichkeiten, Personalwechsel. Um ½ 7 kam <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e23848"><hi>Popitz</hi></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e23848_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e23851">Corrie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e23851_entity-link"/> tat mir leid, daß er <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e23854">Zahler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e23854_entity-link"/> nicht mitgebracht hatte. Er schenkte mir 5 Flaschen Wein (<unclear>Banbirger</unclear> und Heppenheimer). Schönes Abendessen, aber ich war doch irgendwie zu abwesend. Streit über <rs ref="#__GND_118508288" type="person" xml:id="d1e23862">Beethoven</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118508288" xml:id="d1e23862_entity-link"/> als Freimaurermusik, Bedeutung von Tonika und Dominante (die schöne Sonate in F moll op. 10,2),<note type="editorial" xml:id="d1e23870">Gemeint ist Beethovens Klaviersonate Nr. 6 F-Dur op. 10 Nr. 2.</note> nachher erklärte ich noch <rs ref="#__GND_118548018" type="person" xml:id="d1e23873">Heines</rs> <rs ref="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" type="document" xml:id="d3e23878">Grenadiere</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" xml:id="d3e23878_entity-link"/> Du armer Dummkopf; <unclear>am Abend</unclear> Corrie viele Bücher mitgegeben. Um 1 gingen sie, wir begleiteten Popitz und Corrie nach der <rs ref="#Brentanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e23887">Brentanostraße</rs>. Todmüde zurück, um 2 Uhr zu Bett. Tieftraurig. Große Liebe zu Popitz und seinen Plänen (Sozialversicherung).<note type="editorial" xml:id="d1e23892">Schmitt spielt beispielsweise an auf 
                            <bibl type="book"><author>Johannes Popitz</author>, <title>Der künftige Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Gutachten, erstattet der Studiengesellschaft für den Finanzausgleich</title>, Berlin <date>1932</date></bibl>. Der Beitrag befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 26869. In diesem Gutachten kritisierte Popitz den Zustand der Weimarer Republik und schlug Verbesserungen vor, u.a. bei den Sozialversicherungsträgern. Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reimer Voß</author>, <title>Johannes Popitz (1884-1945). Jurist, Politiker, Staatsdenker unter drei Reichen - Mann des Widerstands</title>, Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang <date>2006</date>, S. 73u.ö</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-27" n="1943-04-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e23902">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-27">Dienstag, 27/4 43</date>. Luk. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Luk4,14-15" xml:id="d1e23911">Das Gerücht und sein Name wurden größer.<app><lem type="origin">Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galiläa; und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegende Orte. Und Er lehrete in ihren Schulen, und ward von jedermann gepriesen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23911_quote-src" target="#d1e23911">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Luk 4,14-15</bibl>. Ursprünglicher Text: Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galiläa; und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegende Orte. Und Er lehrete in ihren Schulen, und ward von jedermann gepriesen.</note> Brief von <rs ref="#Schmoller" type="person" xml:id="d1e23917">Schmoller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schmoller" xml:id="d1e23917_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e23920">Der Brief ist im Nachlass Schmitts nicht erhalten. Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_129037028" type="person" xml:id="d1e23926">Hermann Walz</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129037028" xml:id="d1e23926_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e23929">Der Brief ist im Nachlass Schmitts nicht erhalten.</note> <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e23932">Nebel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e23932_entity-link"/> rief an; für Freitag verabredet. Kopfschmerzen, etwas geschrieben, aber fast nichts, so vergeht die Zeit. Der Admiral <rs ref="#__GND_1033332097" type="person" xml:id="d1e23937">Lützow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1033332097" xml:id="d1e23937_entity-link"/> telefonierte wegen meines <rs type="document" ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e23942">Aufsatzes</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e23942_entity-link"/> den ich Ende Juni abliefern <unclear xml:id="d1e23944"><app><lem>will</lem><rdg>soll</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e23944_alt-rdg" target="#d1e23944">Alternative Lesart zu „will“: soll</note> Die arme Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e23951">Sombart</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e23951_entity-link"/> fährt krank nach Ostpreußen zu ihrem Sohn <rs ref="#__GND_118751425" type="person" xml:id="d1e23954">Nikolaus</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118751425" xml:id="d1e23954_entity-link"/> Kaltes Wetter. Rheumatische Schmerzen im rechten Hinterkopf. Mittags ausgeruht, um 5 kam <rs ref="#__GND_116719664" type="person" xml:id="d1e23958">Franzen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116719664" xml:id="d1e23958_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e23962">Habilitand Schmitts, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 74-75</bibl>.</note> erzählte vom Osten, <unclear>politisierte</unclear> über die Möglichkeit eines Friedens mit England, seine Ernennung zum <gap/> in Nürnberg, ging um 7. Blieb traurig zu Hause zurück. Nach dem Essen mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e23973">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e23973_entity-link"/> furchtbar gelacht über <quote rend="quoted" xml:id="d1e23976">ein Mensch zu sein</quote> von Sarastro.<note type="editorial" xml:id="d1e23980">Sarastro singt in Mozarts Oper <q>Die Zauberflöte</q> im Zweiten Aufzug, 3. Bild, die Arie <q>In diesen heil´gen Hallen</q>. Schmitt zitiert hier die letzte Zeile des Arientextes.</note> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e23987">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e23987_entity-link"/> liegt zu Bett. Arbeitete noch bis ½ 12 an meinem <quote source="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d1e23991">Manuskript</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e23991_quote-src" target="#d1e23991">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die letzte globale Linie</title>, in: <title>Marine-Rundschau. Monatsschrift für Seewesen</title>, 1943, Bd. 47, S. 521-527</bibl>.</note> und geriet etwas in Arbeitseifer, über Landnahme und Nomos. Wie mühselig entsteht bei mir ein einziger Satz.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-28" n="1943-04-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-28" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24000">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-28">Mittwoch, 28/4 43</date>. Marc. 2,9: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Mar2,9" xml:id="d1e24009">Was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben oder steh auf und wandle?<app><lem type="origin">Welches ist leichter, zu dem Gichtbrüchigen zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder: Stehe auf, nimm dein Bette und wandele?</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24009_quote-src" target="#d1e24009">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Mar 2,9</bibl>. Ursprünglicher Text: Welches ist leichter, zu dem Gichtbrüchigen zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder: Stehe auf, nimm dein Bette und wandele?</note> Traum: in einem Zimmer mit <rs ref="#__GND_116654325" type="person" xml:id="d1e24017">Lammers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116654325" xml:id="d1e24017_entity-link"/> <rs ref="#Krawitter" type="person" xml:id="d1e24021"><unclear>Krawitter</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Krawitter" xml:id="d1e24021_entity-link"/> steht dabei (ich sage mir: Es ist doch schön in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e24024">Berlin</rs> zu sein, wo man die maßgeblichen Leute trifft.) Laufe zu einem Vortrag, Lammers geht mit mir, sucht eine elektrische Bahn, verabschiedet sich, sieht mich dabei freundlich an und sagt: <quote rend="quoted" xml:id="d1e24031">Wir verbleiben</quote>. Ich sehe seine blauen Augen, sympathisch, wenn auch etwas schiefer Blick, renne davon, um noch rechtzeitig zum Vortrag zu kommen, komme aber doch zu spät, der Vortrag ist irgendwie ausgefallen. Um 9 auf, Karte von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e24041">von Schnitzler</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e24041_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e24044">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>. Die zweimalige Erwähnung ist wohl ein Versehen Schmitts.</note> Es regnet und ist kalt. Karte von Frau von Schnitzler (<rs ref="#__GND_118569678" type="person" xml:id="d1e24049">Laotse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118569678" xml:id="d1e24049_entity-link"/> reitet auf dem Tier, um schneller vorwärts zu kommen). <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24052">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24052_entity-link"/> ist erkältet und drückt sich herum. Mit großem Eifer das Manuskript über die <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e24060">westliche Hemisphäre</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e24060_entity-link"/> korrigiert und für Frau <rs ref="#FrauGiese" type="person" xml:id="d1e24061">Giese</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauGiese" xml:id="d1e24061_entity-link"/> zurecht gemacht. Nach dem Essen ausgeruht, um ½ 5 zu <hi><rs ref="#WagnerAlbrecht" type="person" xml:id="d1e24065">Wagner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WagnerAlbrecht" xml:id="d1e24065_entity-link"/>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e24068">Doktorand Schmitts aus dem Jahr 1935, vgl. 
                                <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 83-84</bibl>.
                            </note> zum <rs ref="#__GND_4251922-6" type="place" xml:id="d1e24073">Grunewald</rs>,</hi> Spaziergang von 2 Stunden durch den Grunewald (Überläufer, der ausgepackt hat, über meinen Aufsatz aus dem Jahr 1934,<note type="editorial" xml:id="d1e24079">Vermutlich 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Führer schützt das Recht. Zur Reichstagsrede Adolf Hitlers vom 13. Juli 1934</title>, in: <title>Deutsche Juristen- Zeitung</title>, 1. August 1934, Bd. 39, H. 15, S. 945-950</bibl>.</note> die Stärke der Russen, den Gottmenschen, den Plan einer <unclear>Opferung</unclear>, <rs ref="#__GND_118583999" type="person" xml:id="d1e24087"><unclear>Morrelles</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118583999" xml:id="d1e24087_entity-link"/> Äußerungen, den Terror und das Giftgas), sonderbare Mischung von Sympathie und Widerwillen für diesen Typ, der das doch alles mitgemacht hat und jetzt so spricht; dabei offenbar von ihm geprägt ist. Müde nach Hause, bin doch krank und erschöpft. Trinke eine Flasche Heppenheimer, die mir <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e24094">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e24094_entity-link"/> geschenkt hatte. Bekam mir aber nicht recht. Früh zu Bett. Schlecht geschlafen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-29" n="1943-04-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24102">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-29">Donnerstag, 29/4 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Mat26,41" xml:id="d1e24108">Der Geist war willig, aber das Fleisch ist schwach.<app><lem type="origin">Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24108_quote-src" target="#d1e24108">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Mat 26,41</bibl>. Ursprünglicher Text: Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.</note> Ja leider. Spät aufgestanden, wenig getan, müde, über das königliche <gap/>, was soll das alles, dachte an Ofentrop,<note type="editorial" xml:id="d1e24118">Wohl die Ortschaft Oeventrop in Westfalen, die 1974 in einer Gebietsreform der Gemeinde Arnsberg zugeschlagen wurde.</note> telefonierte mit der Fakultät, es wurde schnell Mittag, nachher geschlafen, nur noch müde, 5 – 7 mit <rs ref="#__GND_107028840" type="person" xml:id="d1e24124">Hermann Walz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107028840" xml:id="d1e24124_entity-link"/> über seine Dissertation,<note type="editorial" xml:id="d1e24127">Kein Hinweis in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> netter sympathischer Typ, evangelischer Theologe aus Tübingen. Wir aßen in der Küche, weil die Köchin Ausgang hat. Mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24133">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24133_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24136">Anima</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24136_entity-link"/> Sehr nettes Gespräch mit <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e24140">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e24140_entity-link"/> der <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e24143">Nebel</rs> <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e24148">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e24148_entity-link"/> gegeben hat. Todmüde herumgelegen, nicht zum Aushalten, <unclear>Abulie</unclear>. Um 11 zu Bett. Große Liebe zu dem Kind. Tacitus Annalen. Paradigmatik, die Prototypik dieser Situation. Notierte es Nachts: <rs ref="#__GND_118574841" type="person" xml:id="d1e24162">Ludendorff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574841" xml:id="d1e24162_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11877722X" type="person" xml:id="d1e24165">Kirdorf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877722X" xml:id="d1e24165_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11877171X" type="persn">Wilamowitz-Moellendorff</rs>. Anima hat Blumen zu <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e24171">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e24171_entity-link"/> gebracht (Todestag der Frau <rs ref="#PopitzSlotCornelia" type="person" xml:id="d1e24175">Popitz)</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PopitzSlotCornelia" xml:id="d1e24175_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-04-30" n="1943-04-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e24181">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-30">Freitag, 30/4 43</date>. 5. Mos. 29,3: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Deu29,3" xml:id="d1e24190">Der Herr hat euch gegeben Augen zu sehen und Ohren zu hören.<app><lem type="origin">Und der Herr hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht gegeben ein Herz, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da höreten.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24190_quote-src" target="#d1e24190">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Deu 29,3</bibl>. Ursprünglicher Text: Und der Herr hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht gegeben ein Herz, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da höreten.</note> Sehr tröstlich. Besser ausgeruht, weil ich keinen Wein getrunken habe. Eine Stunde sehr schön und eifrig am Schreibtisch über <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e24205">westliche Hemisphäre</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e24205_entity-link"/> (Dank dem Kaffee, in Erwartung <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e24206">Nebels</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e24206_entity-link"/> Um <gap/> zur U-Bahn, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24214">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24214_entity-link"/> dann
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-04-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab facs="margin-right" xml:id="d1e24224">
                        Bei <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e24228">Keiper</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e24228_entity-link"/> 30/4 43, mittags.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e24232">
                        <quote xml:id="d1e24235">Wie nach Krieg und Brand Gottes Segen kommt ins Land steigt auch einmal wieder Deutschlands Retter aus der fernen Höhe nieder.</quote> <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e24245">Berlin</rs> 8. April <hi>1852</hi> <rs ref="#__GND_118542257" type="person" xml:id="d1e24255">Jacob Grimm</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542257" xml:id="d1e24255_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e24258">Enthalten in: Deutsches Stammbuch. Autographisches Album der Gegenwart, Heft 3: Jacob Grimm u.a., hrsg. von Franz Schlodtmann, Bremen (Schlodtmann) 1852.</note> Dieser Retter kam also immer wieder, und aus immer tieferer Tiefe. Arme Deutsche!
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e24265">
                        Das war also der <unclear>plötzliche Segen</unclear> dieser bürgerlichen Märchensammler; <unclear>Wir</unclear> gehören nicht dahin! <unclear>Das ist</unclear> <rs type="person" ref="#__GND_118728024" xml:id="d1e24278">von der Leyen</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118728024" xml:id="d1e24278_entity-link"/>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e24284">
                        Zu Keiper, traf vor der Tür Professor <rs ref="#__GND_117321974" type="person" xml:id="d1e24291">Schuster</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117321974" xml:id="d1e24291_entity-link"/> wo ich von der Leyen traf, sehr interessant, er schenkte mir die <rs ref="#__ZOTERO_QIJN5DC2" type="document" xml:id="d3e24299">Rektoratsrede</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QIJN5DC2" xml:id="d3e24299_entity-link"/> Moellendorffs von 1900!<note type="editorial" xml:id="d1e24301">Ein Exemplar befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 2065 Nr. 26296.</note> Erschrak vor dieser <unclear>prompten</unclear> Begegnung. Wir sprachen über die Proteste, <unclear>Selbstbiographien</unclear>, <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e24309">Körnchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e24309_entity-link"/> kam um 12 Uhr, hat aber etwas Störendes, so lieb und nett er ist. Vielleicht zu sehr auf <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e24315">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e24315_entity-link"/> versessen. Freute mich sehr an Keipers Eifer und Klugheit; vielleicht gibt er die Vorlesung von <rs ref="#__GND_118607057" type="person" xml:id="d1e24318">Schelling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118607057" xml:id="d1e24318_entity-link"/> 41/2 heraus.<note type="editorial" xml:id="d1e24321">Schellings letzte Vorlesung an der Berliner Universität im Wintersemester 1841/42 mit dem Titel <q>Philosophie der Offenbarung</q> zog viele Zuhörer an, darunter angeblich auch Bakunin, Jacob Burckhardt, Friedrich Engels, Alexander von Humboldt, Kierkegaard, Leopold von Ranke, Savigny und Trendelenburg. Eine Publikation bei Keiper erschien nicht.</note> Fröhlich zurückgefahren; angeregt durch das Gespräch und den guten Cognac, den die Frau <rs ref="#FrauKeiper" type="person" xml:id="d1e24328">Keiper</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauKeiper" xml:id="d1e24328_entity-link"/> uns gegeben hat. Wartete voll Spannung auf Nebel, der um 5 kam; netter Junge. Sieht gemütlich aus, wie Onkel <unclear>Fritz</unclear>, der Dachdecker, oder ein Bar-Keeper, mit rheinisch schlauen Augen, ein wenig taktlos, aber nett, rheinisch. Wir unterhielten uns sehr gut, über <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e24343">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e24343_entity-link"/> über die Elemente, von <unclear>denen</unclear> er sprach (Feuer des Hephaistos ein anderes als das des Prometheus);<note type="editorial" xml:id="d1e24346">In der griechischen Mythologie ist Hephaistos der Gott des Feuers, der Schmiedekunst und der Vulkane und für die gesamte künstlerische Metallverarbeitung zuständig, der Titan Prometheus bringt das Feuer zu den Menschen und gilt damit als Urheber der menschlichen Zivilisation.</note> um 7 kam auch <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e24350">Gilles</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e24350_entity-link"/> nachher <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e24355">Goruneanu</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e24355_entity-link"/> Leider konnte Nebel nicht bleiben, weil er eine Verabredung hatte. So wurde aus dem geplanten und mit großem Essen vorbereiteten Abend nichts. Wir tranken eine Flasche Brauneberger und aßen Brot mit Salami dazu. Verabredeten uns für Sonntag abend. War müde und traurig, trank noch eine Flasche Heppenheimer, wußte nichts Rechtes mit dem netten Goruneanu anzufangen, der 3 Päckchen Tee mitgebracht hatte. Gilles erzählte in seiner Art. Wir saßen am Kamin, bis 11 Uhr. Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e24362">Petrovic</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e24362_entity-link"/> war auch da, braungebrannt und etwas <unclear>südöstlich</unclear>. Goruneanu brachte sie nach Hause. Um 9 rief <rs ref="#Gr&#xFC;nbergHorst" type="person" xml:id="d1e24370">Grünberg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;nbergHorst" xml:id="d1e24370_entity-link"/> an, verabredete mich für morgen um 6 in den <rs ref="#RussischerHofBerlin" type="place" xml:id="d1e24373">Russischen Hof</rs>, dummerweise, obwohl wir zu <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e24378">Jessens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e24378_entity-link"/> wollen. Entsetzlich schwach und nachgiebig. Saß noch mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24382">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24382_entity-link"/> am Kamin bis 12. Dann müde zu Bett, konnte aber nicht einschlafen. Las <rs ref="#__GND_117653772" type="person" xml:id="d1e24387">Schweigger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117653772" xml:id="d1e24387_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118620452" type="person" xml:id="d1e24390">Tacitus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118620452" xml:id="d1e24390_entity-link"/> Annalen.<note type="editorial" xml:id="d1e24393">Schmitt besaß 
                            <bibl type="book"><author>Cornelius Tacitus</author>, <title>Ab excessu divi Augusti I-VI</title>, 11. Auflage, hg. von <editor>Georg Andresen</editor> und <editor>Carl Nipperdey</editor>, Berlin: Weidmann <date>1915</date></bibl>, das Buch wurde aber antiquarisch zum Kauf angeboten.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-01" n="1943-05-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24400">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-01">Samstag, 1/5 43</date>. Scheußliche Nacht, grauenhafte, halbbewußte, halbgeträumte, ekelhafte, zerstörende Ejakul. Zwischendurch <rs ref="#__ZOTERO_XB4FPUKQ" type="document" xml:id="d3e24409">Ann. XV</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XB4FPUKQ" xml:id="d3e24409_entity-link"/> gelesen, <unclear>scheußlich</unclear>. <unclear>Wagte</unclear> nicht die Bibel aufzuschlagen, so beschmutzt fühlte ich mich. Stand erst gegen 10 auf, frühstückte, sprach mit der guten <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24416">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24416_entity-link"/> hörte, daß <rs ref="#__GND_123634202" type="person" xml:id="d1e24419">Hammerstein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123634202" xml:id="d1e24419_entity-link"/> gestorben ist, mit 65 Jahren.<note type="editorial" xml:id="d1e24422">Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord starb am 24. April 1943 in Berlin.</note> So geht alles dahin. Am Schreibtisch etwas erholt; einzige Freude, diese Papierbemalung und Begriffs- und Wort-Protzerei. Nachmittags um ½ 5 zu Frau <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e24427">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e24427_entity-link"/> zum Tee, <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e24430">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e24430_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e24434">Corrie</rs> waren auch da, nette und herrliche Unterhaltung, Popitz behauptet, Fontanes <rs ref="#__ZOTERO_2FZK9BJV" type="document" xml:id="d3e24444">Irrungen und Wirrungen</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2FZK9BJV" xml:id="d3e24444_entity-link"/> seien der größte deutsche Roman. Unbeschreiblich. Fuhr um ½ 6 zum <rs ref="#RussischerHofBerlin" type="place" xml:id="d1e24445">Russischen Hof</rs>, traf dort <rs ref="#Gr&#xFC;nebergHorst" type="person" xml:id="d1e24451">Grünberg</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;nebergHorst" xml:id="d1e24451_entity-link"/> mit dem ich mich aus lauter Nachgiebigkeit verabredet hatte. Wir liefen bis 7 Uhr durch die Straßen und fanden kein Lokal, in dem wir uns hinsetzen konnten; schließlich am <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e24456">Anhalter Bahnhof</rs>, und von dort zu mir nach <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e24459">Dahlem</rs>. Duschka war zu Hause und von einer überwältigenden Selbstverständlichkeit als Gastgeberin. Grünberg aß bei uns zu Abend, nannte <rs ref="#__GND_116569441" type="person" xml:id="d1e24464">Eschmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116569441" xml:id="d1e24464_entity-link"/> einen Schuft, erzählte von dem Bischof <rs ref="#__GND_1059226405" type="person" xml:id="d1e24468">Peter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1059226405" xml:id="d1e24468_entity-link"/> der Hauptmann ist und politisiert; über die <unclear>Bunling</unclear>, aber was soll das alles. Ich glaube ihm nicht und er wird nichts ändern. <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=159" type="document" xml:id="d1e24475">Besser durch als für.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24475_quote-src" target="#d1e24475">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> Begleitete ihn um 10 zum U-Bahnhof <rs ref="#Thielplatz" type="place" xml:id="d1e24481">Thielplatz</rs>, nach Hause zurück und bald zu Bett. Im Bett Fontane Irrungen gelesen, das ist ja hübsch, besonders die Frauen kann er sprechen lassen, das beste ist die <gap/> Baronesse, aber welche Problemlosigkeit, wie widerlich diese edlen, treu biederen Figuren aus Berlin, kein Problem, kein tiefer Konflikt, alles vernünftig neutralisiert, Klassengegensätze, moralische Probleme, Schuld und Sühne, alles halb so schlimm, in sentimentaler Nettigkeit und Anständigkeit geht alles unter. Das ist also nach Popitz der größte deutsche Roman. Erschrak.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-02" n="1943-05-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e24496">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-02">Sonntag, 2/5 43</date>. Ziemlich frisch; wieder etwas erholt; 2 Sam. 3.14 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Sa3,14" xml:id="d1e24505">Gib mir mein Weib Michal, die ich mir verlobt habe mit hundert Vorhäuten der Philister<app><lem type="origin">Auch sandte David Boten zu Is-Boseth, dem Sohn Sauls, und ließ ihm sagen: Gib mir mein Weib Michal, die ich mir verlobet habe mit hundert Vorhäuten der Philister.</lem></app></quote>),<note type="quote-explanation" xml:id="d1e24505_quote-src" target="#d1e24505">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Sa 3,14</bibl>. Ursprünglicher Text: Auch sandte David Boten zu Is-Boseth, dem Sohn Sauls, und ließ ihm sagen: Gib mir mein Weib Michal, die ich mir verlobet habe mit hundert Vorhäuten der Philister.</note> der 30. Juni in Israel; schöne, lehrreiche Geschichte. Stand um 9 auf, trank schönen Kaffee, freute mich über das Manuskript meines <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e24515">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e24515_entity-link"/> das Frau <rs ref="#GieseFrau" type="person" xml:id="d1e24519">Giese</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GieseFrau" xml:id="d1e24519_entity-link"/> geschickt hatte, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24522">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24522_entity-link"/> zum <rs ref="#Schauspielhaus" type="place" xml:id="d1e24525">Schauspielhaus</rs>,<note type="editorial" xml:id="d1e24528">Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N.N. Fürstenau</author>, <title>Vom Wesen der Schauspielkunst. Friedrich Kayßler sprach im Staatstheater</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 3. Mai 1943, H. 208/210, S. 3, hier S. 3</bibl>. Es handelte sich um die Morgenveranstaltung ab 11 Uhr der Gesellschaft für Theatergeschichte, deren Präsident Popitz war.</note> Morgenveranstaltung <rs ref="#__GND_118721402" type="person" xml:id="d1e24533">Kayssler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118721402" xml:id="d1e24533_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118540238" type="person" xml:id="d1e24538">Goethe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540238" xml:id="d1e24538_entity-link"/> die Schauspiel<unclear>lust</unclear>, immer dieselbe deutsch-<unclear>idealistische</unclear> Synthese über Prediger, Professoren, Schauspieler, mit Goethe-Maske; säkularisierter Protestantismus; das ist alles die Vorliebe von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e24547">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e24547_entity-link"/> Popitz hielt eine einleitende Ansprache. Über Theatergeschichte als <unclear xml:id="d1e24553"><app><lem>Gegenwort</lem><rdg>Gegenwert</rdg><rdg>Gegenwart</rdg><rdg>Gegenwelt</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e24553_alt-rdg" target="#d1e24553">Alternative Lesarten zu „Gegenwort“: Gegenwert, Gegenwart, Gegenwelt</note> Ergreifend war nur der Augenblick, in dem Kayssler von seinen Erinnerungen an das <rs ref="#__GND_118616765" type="person" xml:id="d1e24560">Stanislawski</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616765" xml:id="d1e24560_entity-link"/>-Theater sprach,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e24567">
                        von der Größe dieser russischen Schauspieler, die die böse <unclear>Dynastie kennen</unclear> als einen Zwang. Duschka fand die ganze Sache fad. Mitleid mit Popitz. Wir fuhren um 1 zurück, aßen schön mit Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e24575">Petrovic</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e24575_entity-link"/> zu Mittag, nach dem Essen etwas geschlafen, gut ausgeruht, <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e24578">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e24578_entity-link"/> für den Abend eingeladen und etwas an meinem Manuskript gearbeitet. Bin ich einen Schritt weitergekommen, als in meiner Kindheit. Um 5 nett mit Duschka in der Küche Tee getrunken, etwas gearbeitet, um 7 kam <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e24584">Nebel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e24584_entity-link"/> mit dem ich mich nett über <rs ref="#__GND_118613200" type="person" xml:id="d1e24589">Seneca</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118613200" xml:id="d1e24589_entity-link"/> und Stoa unterhielt, in dem schönen Garten unter den herrlichen Blütenbäumen; dann kam Winckelmann mit seiner <rs ref="#WinckelmannFreda" type="person" xml:id="d1e24592">Frau</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WinckelmannFreda" xml:id="d1e24592_entity-link"/> Die Frau war besonders entzückend und rein désinvolture. Wir aßen sehr schön zu Abend, Winckelmann hatte eine Flasche Thierbacher mitgebracht; Winckelmann sieht schlecht aus, hat Nervenentzündung, mir tut das Herz weh, wenn ich diesen anständigen Menschen zugrunde <corr>gehen sehe</corr>, ganz <unclear>verletzt</unclear>. Er brachte mir einen Brief mit, wir waren einig: Besser durch als für.<note type="editorial" xml:id="d1e24607">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> Über den <rs ref="#__ZOTERO_XRBRTQR6" type="document" xml:id="d3e24614">Begriff des Politischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XRBRTQR6" xml:id="d3e24614_entity-link"/> (Zeit dieses Begriffes vorbei), über <quote source="#__ZOTERO_4MX2RWJC" rend="quoted-open-beginning" xml:id="d1e24616">Lotte in Weimar</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24616_quote-src" target="#d1e24616">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Thomas Mann</author>, <title>Lotte in Weimar</title>, Stockholm: Bermann-Fischer <date>1939</date></bibl>.</note> als besten deutschen Roman, die furchtbaren Gräuel und sadistischen Gemeinheiten, das kommende Giftgas; Nebel sprach davon, wie schön sein Urlaub hier gewesen war, wie ihm alles zugekommen sei für <gap/>. Wir hatten ihn sehr gern und blieben bis Mitternacht am Kamin. Begleitete ihn noch ein paar Schritte und verabschiedeten uns sehr nett. Hörte, daß <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e24625">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e24625_entity-link"/> ihm erzählt hat, wie <unclear>Blo.</unclear> rasiert wird.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_IqBa" n="1943-05-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59693">
                        Typen wie <rs type="person" xml:id="d1e59697">G. Ritter</rs> (<unclear><rs type="person" xml:id="d1e59701">Meinecke</rs></unclear>) als <unclear>Konzentration</unclear>; unter <unclear>dem angeblich</unclear> Dämonischen schmuggeln sie falsche Götter ein; sehen nicht, daß das Problem der <quote rend="quoted" xml:id="d1e59711">Moral</quote> ohne Sitte kein ethisches ist, sondern das (technisch <unclear>unorganisierte</unclear>) Problem der <hi>Einordnung</hi> der Kräfte des Bösen und des Sadismus, die überall sind, aber nicht überall offen <unclear>herrschen, außer bei den Menschen</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59726">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-02">2/5 43</date>. Sehr schön (<rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e59732">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e59732_entity-link"/> zitierte <rs type="person" ref="#__GND_118721402" xml:id="d1e59735">Kayssler</rs>):<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118721402" xml:id="d1e59735_entity-link"/> Das Wort ist die sich öffnende Tür, führt zu einem hinter dem Wort stehenden Sinn; das sagte auch Kayssler .<note type="editorial" xml:id="d1e59745">Vgl. den Tagebucheintrag vom 2. Mai 1945 über die Matinée im Berliner Schauspielhaus.</note> Ich fürchte, es hält nicht stand.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59749">
                        Der 2-Fronten-Krieg der Politik (<rs type="person" ref="#__GND_118575775" xml:id="d1e59753">Machiavelli</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118575775" xml:id="d1e59753_entity-link"/> Rassenfascismus, von uns <gap/> zu <unclear>schweigen</unclear>) zwischen Theologie und Technik: integrierende Zwischenstellung: gegen die Theologie wird die Wissenschaftlichkeit der Technik, gegen das Wissenschaftliche der Technik die <quote rend="quoted" xml:id="d1e59765">Weltanschauung</quote> und Zunahme der bloßen Technik <unclear>miteinander gebracht</unclear><corr/>; gegen die Naturwissenschaft die Geisteswissenschaft, gegen die Geisteswissenschaft die Naturwissenschaft; gegen den Mythos die Exaktheit, und gegen die Exaktheit der Mythos usw.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59779">
                        Die Veröffentlichung einer <quote source="#__ZOTERO_FPXVWR56" xml:id="d1e59783">Prisenordnung vom 28/8 39</quote>:<note type="quote-explanation" xml:id="d1e59783_quote-src" target="#d1e59783">Quelle: 
                            <bibl type="book"><editor>Curt Eckhardt</editor> (Hg.), <title>Prisenordnung und Prisengerichtsordnung. Gesetze vom 28. August 1939 mit Änderung vom 12. September 1939. Textausgabe mit Durchführungsvorschriften, Urkundenanhang, Anmerkungen und Sachverzeichnis</title>, hg. von <editor>Curt Eckhardt</editor>, Berlin: Verlag Franz Vahlen <date>1939</date> (<title type="series">Sammlung des Wehrrechts</title>)</bibl>.</note> Das ganze Deutsche Reich setzt den englischen Zylinder auf und legt sich einen Frack zu, wie ein Anarchie-Fürst, der modern und zivilisiert erscheinen will. Sich 1919 eine 100 % <hi>liberal-rechtsstaatliche Verfassung</hi> geben, wie die von Weimar, das war gewiss eine Kapitulation, und eine Schande; aber im August 1939 eine Prisenordnung veröffentlichen, das war entweder ein dadaistischer Witz, oder eine noch viel tiefere Schande. Das <unclear>also</unclear> ist deine Lage, armer B.C.S.<note type="editorial" xml:id="d1e59806">Kombination der Initialen von Benito Cereno und Carl Schmitt.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-03" n="1943-05-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24634">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-03">Montag, 3/5 43</date>. 1 Chro. 25,23. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ch25,23" xml:id="d1e24643">Das 16. Los fiel auf <rs type="person" xml:id="d1e24645">Hananja</rs> samt seinen Söhnen und Brüdern<app><lem type="origin">Das sechzehnte auf Hananja samt seinen Söhnen und Brüdern, der waren zwölf.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24643_quote-src" target="#d1e24643">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ch 25,23</bibl>. Ursprünglicher Text: Das sechzehnte auf Hananja samt seinen Söhnen und Brüdern, der waren zwölf.</note> (Verteilung der Ämter der heiligen Sänger). Etwas Kopfschmerzen, schöner Kaffee, genoss den letzten freien Vormittag vor Beginn der Vorlesungen. Wurde von <rs ref="#Sperlich" type="person" xml:id="d1e24654"><unclear>Sperlich</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sperlich" xml:id="d1e24654_entity-link"/> angerufen, wegen des Vortrags im OKH.<note type="editorial" xml:id="d1e24661">Schmitt notierte auf einer Liste seiner Vorträge, RW 0265 Nr. 20109, für den 13. Mai 1943: <q>Berlin, völkerrechtlicher Vortrag vor Offizieren</q>. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Schrieb einen Beileidsbrief an <rs ref="#Walz" type="person" xml:id="d1e24666">Walz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Walz" xml:id="d1e24666_entity-link"/> Schöner Brief vom <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e24670">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e24670_entity-link"/> über die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e24673">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e24673_entity-link"/> rührend.<note type="editorial" xml:id="d1e24677">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts in Duisburg erhalten.</note> Korrigierte etwas an meinem Manuskript <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e24682">über Amerika</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e24682_entity-link"/> Schlief wieder nach dem Essen. Grauenhafte Willenlosigkeit. Wunderschönes Maiwetter. Am Schreibtisch etwas über die <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e24687">westliche Hemisphäre</rs> gearbeitet; fast nichts abgetan. Nachricht vom Tod <gap/> (einem Freund von <rs ref="#WagnerAlbrecht" type="person" xml:id="d1e24690">Wagner</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WagnerAlbrecht" xml:id="d1e24690_entity-link"/> Abends kam <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e24696">Appel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e24696_entity-link"/> gab <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24699">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24699_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24702">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24702_entity-link"/> Französischstunde; fader Elsässer, fand ihn im Grunde scheußlich; schwächliches Bedürfnis bei Menschen zu sein, nachts noch <rs ref="#__ZOTERO_2FZK9BJV" type="document" xml:id="d3e24709">J. Treibel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2FZK9BJV" xml:id="d3e24709_entity-link"/> von Fontane gelesen; viel besser und echter als <rs ref="#__ZOTERO_2FZK9BJV" type="document" xml:id="d3e24713">Irrungen und Wirrungen</rs>; der arme <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e24714">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e24714_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-04" n="1943-05-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24720">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-04">Dienstag, 4/5 43</date>. Matth. 26,56. (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Mat26,56-58" xml:id="d1e24729">Sie verließen ihn und flohen, <rs type="person" xml:id="d1e24731">Petrus</rs> aber folgte von Ferne<app><lem type="origin">Aber das ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Die aber Jesum gegriffen hatten, führeten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis in den Palast des Hohenpriesters, und ging hinein, und setzte sich zu den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinauswollte.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e24729_quote-src" target="#d1e24729">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Mat 26,56-58</bibl>. Ursprünglicher Text: Aber das ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Die aber Jesum gegriffen hatten, führeten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis in den Palast des Hohenpriesters, und ging hinein, und setzte sich zu den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinauswollte.</note> Morgens <unclear>Wirr</unclear>-Traum (auf <unclear>zerstörten Gefäßen Wirrungen</unclear>, wie wenn man <gap/> Schallplatten durcheinander spielt): Ich bin noch einmal in <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e24747">Attendorn</rs>, soll noch 1 ½ Jahre dort sein, obwohl ich das Abitur gemacht habe, scheußlicher Zustand (wie in einer Kaserne? Halb Hotel<supplied>)</supplied>, <unclear>in</unclear> einem Wort: <unclear>Grauen</unclear> der Gemeinschaft. Dazu höre oder sehe ich immer wieder <rs ref="#__GND_118520776" type="person" xml:id="d1e24761">Churchill</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520776" xml:id="d1e24761_entity-link"/> <unclear>Ohne</unclear> Erquickung wach geworden. Beim Frühstück schöner Brief: <rs ref="#GolombekWalter" type="person" xml:id="d1e24767">Golombek</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GolombekWalter" xml:id="d1e24767_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e24771">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> <rs ref="#LohmannKarl" type="person" xml:id="d1e24774">Lohmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LohmannKarl" xml:id="d1e24774_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e24777">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Karl Lohmann an Schmitt vom 1. Mai 1943, RW 0265 Nr. 29706.</note> <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e24780">Adams</rs><note type="editorial" xml:id="d1e24782">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Paul Adams an Schmitt vom 1. Mai 1943, RW 0265 Nr. 130. Adams schickte Schmitt 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Wilhelm Oetinger</author> und <author>Hans Wohlbold</author>, <title>Das Geheimnis von dem Salz</title>, München: Pflüger-Verlag <date>1924</date></bibl>.</note> (die <rs type="document" ref="#__ZOTERO_B4TVJ9T2" xml:id="d3e24789">Schrift Oetingers vom Salz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_B4TVJ9T2" xml:id="d3e24789_entity-link"/> das belebte mich). <unclear>Las bei</unclear> der Lektüre des Briefes von Lohmann (Kasernen<unclear>erinnerung</unclear>): Treiben uns lächelnd hinaus die Götter.<note type="editorial" xml:id="d1e24796">
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141, hier S. 140</bibl>.</note> Zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e24800">Universität</rs>, nett mit Dekan <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e24803">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e24803_entity-link"/> über meine <rs type="document" ref="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e24810">spanische Reise</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e24810_entity-link"/> nachher die erste Vorlesung, sehr gut besucht, verlief schön (Verfassung, Wortbedeutung, Inhalt), zufrieden nach Hause, ausgeruht bis 5, etwas am Schreibtisch, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24813">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24813_entity-link"/> im Garten gespielt, sie ist wunderschön, um 7 kam <rs ref="#L&#xF6;hrs" type="person" xml:id="d1e24816">Löhrs</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#L&#xF6;hrs" xml:id="d1e24816_entity-link"/> wir aßen zu Abend, er war lieb und anhänglich, aber er rühmte sich, im koellreutterschen <rs type="work" ref="#Verwaltungsarchiv" xml:id="d1e24822">Verwaltungsarchiv</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Verwaltungsarchiv" xml:id="d1e24822_entity-link"/> aus Rache für die schlechte Besprechung durch <rs ref="#__GND_118965573" type="person" xml:id="d1e24825">Claudius von Schwerin</rs> <quote rend="quoted" xml:id="d1e24828">das Gas abgedreht</quote> zu haben.<note type="editorial" xml:id="d1e24831"><rs ref="#__GND_119235935" type="person" xml:id="d1e24832">Otto Koellreutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119235935" xml:id="d1e24832_entity-link"/> war von 1933 bis 1942 (Mit-)Herausgeber des Verwaltungsarchiv. Zeitschrift für Verwaltungslehre, Verwaltungsrecht und Verwaltungspolitik. Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Claudius von Schwerin</author>, <title>Johann von Leers, Deutsche Rechtsgeschichte und deutsches Rechtsdenken, Deutscher Rechtsverlag 1939, 179 S.</title>, in: <title>Verwaltungsarchiv. Zeitschrift für Verwaltungslehre, Verwaltungsrecht und Verwaltungspolitik</title>, 1942, Bd. 47, S. 61-66</bibl>.</note> Reizende Leute. Wir begleiten ihn zum <rs ref="#HarnackHausBerlin" type="place" xml:id="d1e24840">Harnack-Haus</rs>, wo er den Ägypter <unclear>Farkussel</unclear> besuchen wollte, aber nicht traf. Noch etwas <unclear>in der</unclear> Kälte, aber schön Abend spazieren gegangen, über den κατέχων gesprochen. Dann zu Hause. Wir hatten keinen Wein mehr, obwohl ich unwiderstehlichen Durst hatte. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24853">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24853_entity-link"/> kam von ihren Besuchen bei <rs ref="#__GND_1114685178" type="person" xml:id="d1e24856">Ungewitter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1114685178" xml:id="d1e24856_entity-link"/> und Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e24862">Sombart</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e24862_entity-link"/> Ging einsam zu Bett. Las <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e24865">Maiwalds</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e24865_entity-link"/> Arbeit,<note type="editorial" xml:id="d1e24868">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> um mich etwas <corr>vorzubereiten</corr>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-05" n="1943-05-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e24878">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-05">Mittwoch, 5/5 43</date>. Dan. 12.12 letzte Verse (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Dan12,12" xml:id="d1e24887">Wohl dem, der da wartet und erreicht 1135 Tage<app><lem type="origin">Wohl dem, der da wartet, und erreicht tausend drei hundert und fünf und dreißig Tage!</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e24887_quote-src" target="#d1e24887">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Dan 12,12</bibl>. Ursprünglicher Text: Wohl dem, der da wartet, und erreicht tausend drei hundert und fünf und dreißig Tage!</note> Mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e24896">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e24896_entity-link"/> telefoniert, das tat mir gut, er will alles für die <rs type="document" ref="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e24902">Spanienreise</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e24902_entity-link"/> übernehmen. <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e24903">Nebel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e24903_entity-link"/> rief an, er war beim General <rs ref="#__GND_1012577570" type="person" xml:id="d1e24907">Knaus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1012577570" xml:id="d1e24907_entity-link"/> soll dort vielleicht <unclear>ankommen</unclear>, ich soll dort einen Vortrag im <unclear>engsten</unclear> Kreise halten.<note type="editorial" xml:id="d1e24915">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief des Generalleutnants Knauss vom 22. Oktober 1943, RW 0265 Nr. 7933, mit der Bitte, vor dem laufenden Jahrgang von Generalstabsanwärtern einen weltanschaulichen Vortrag über ein Thema wie 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Land und Meer</title>, Leipzig: Reclam <date>1942</date></bibl> zu halten.</note> <unclear>Hebt</unclear> mich natürlich wieder. Fuhr zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e24922">Universität</rs>, las noch mein Manuskript, hielt eine sehr gute völkerrechtliche Übung vor 20 Menschen. Nachher mit <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e24927">Wasse</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e24927_entity-link"/> der mir nicht gefiel, aber mein neuer Assistent ist, und mit  <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e24932">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e24932_entity-link"/> der sehr nett erzählte. Er hat mit <unclear><rs type="person" ref="#__GND_1122313217" xml:id="d1e24936">Ziegler</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1122313217" xml:id="d1e24936_entity-link"/> gesprochen, wegen der Drucklegung seiner Arbeit.<note type="editorial" xml:id="d1e24939">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>. Die Dissertation von Sergius Maiwald aus dem Jahr 1943 trug den Arbeitstitel <q>Die völkerrechtliche Stellung der Staatshandelsschiffe</q> und wurde nicht gedruckt.</note> Fuhr nach Hause und ruhte nach dem Essen aus. <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e24946">Hella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e24946_entity-link"/> hatte angerufen. Ich fuhr um 5 zum <rs ref="#__GND_4462512-1" type="place" xml:id="d1e24951">Bristol</rs>, ließ mir die Haare schneiden, traf dort <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e24955">Seldte</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e24955_entity-link"/> im Frisiersalon, der mir auf eine rührende Weise guten Tag sagte; dann traf ich Hella, trank den Kümmel-Wermut im Teeraum des Bristol; trauriges Gespräch, ich wollte höflich sein, es ging einfach nicht, sie  erzählte von <unclear>Posen</unclear>, von <unclear><rs type="person" ref="#__GND_117755001" xml:id="d1e24965">Hansel</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117755001" xml:id="d1e24965_entity-link"/> und <gap/> (der mir widerlich wird), berühmte pessimistische Politisiererei, ohne jede Verantwortung, ging schließlich um 7 Uhr weg und fuhr nach Hause. Glücklich <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e24973">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e24973_entity-link"/> zu sehen. Bei <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e24976">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e24976_entity-link"/> waren Serben, denen sie geholfen hat. Tief bedrückt von der Nachricht, daß Dortmund von Flieger angegriffen und beschädigt ist, dachte an die gute <rs ref="#Johanna" type="person" xml:id="d1e24981">Johanna</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Johanna" xml:id="d1e24981_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e24984">In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 1943 griff die Royal Air Force mit dem bisher größten Verband von 596 Maschinen Dortmund an; 690 Menschen starben. Der zweite Angriff auf Dortmund mit 826 Bombern erfolgte in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1943.</note> So wird unsere Jugend zerstört. Auch daraus <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_QX5NWCBZ?p=140" xml:id="d1e24988">treiben uns lächelnd hinaus die Götter.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e24988_quote-src" target="#d1e24988">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141, hier S. 140</bibl>.</note> Traurig, als ich hörte, daß <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e24993">Gutjahr</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GutjahrHerbert" xml:id="d1e24993_entity-link"/> an Hella geschrieben hat, daß er Hauptmann und Bataillons-Führer geworden ist.<note type="editorial" xml:id="d1e24996">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note> Ich gehöre <unclear>so mehr</unclear> zu den <gap/>. Die arme Frau <rs ref="#__GND_1231117907" type="person" xml:id="d1e25007"><unclear>Ott</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1231117907" xml:id="d1e25007_entity-link"/> will mich besuchen, wegen ihres Prozesses. Tief deprimiert. Immer an Dortmund gedacht, den schwierigen <unclear>Terror</unclear>, die Zerstörung der <unclear>Justiz</unclear>. Den heftigen <unclear>fast bis</unclear> physischen Weindurst nicht befriedigt. Mit Anima englisch gelesen, <rs ref="#__GND_118525239" type="person" xml:id="d1e25017">Dickens</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118525239" xml:id="d1e25017_entity-link"/> wie schön; Gespräch mit <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e25021">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e25021_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e25024">Max Weber</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e25024_entity-link"/> Um 10 zu Bett. Noch <rs ref="#__ZOTERO_2FZK9BJV" type="document" xml:id="d3e25031">J. Treibel</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2FZK9BJV" xml:id="d3e25031_entity-link"/> von Fontane gelesen, mit großem Vergnügen, Angst vor Hella. Nachts Treibel zu Ende gelesen, noch etwas Maiwald-Arbeit über Seebeute.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-06" n="1943-05-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-06" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e25037">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-06">Donnerstag, 6/5 43</date>. Est. 1.14 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Est1,14" xml:id="d1e25046">Die 7 Fürsten, die das Angesicht des Königs sehen<app><lem type="origin">Die nächsten aber bei ihm waren Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsena, und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und saßen obenan im Königreich.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e25046_quote-src" target="#d1e25046">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Est 1,14</bibl>. Ursprünglicher Text: Die nächsten aber bei ihm waren Charsena, Sethar, Admatha, Tharsis, Meres, Marsena, und Memuchan, die sieben Fürsten der Perser und Meder, die das Angesicht des Königs sahen und saßen obenan im Königreich.</note> Schlecht geschlafen, Gefühl der Arterienverkalkung im Schädel. Trauriges Bewußtwerden; mit Widerwillen, Ekel, Verwunderung und einer gewissen Angst an die gestrige Begegnung mit <rs type="person" xml:id="d1e25054">Hella</rs> gedacht. Wie sonderbar, daß ich einfach weggegangen bin; das <unclear>mußte also</unclear> wohl so sein.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-06" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e25067">
                        Telefonierte mit <rs ref="#OyarzabalIgnacio" type="person" xml:id="d1e25071"><corr>Oyazabal</corr></rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OyarzabalIgnacio" xml:id="d1e25071_entity-link"/> für Samstag verabredet; überlegte meine Vorlesung, schrieb an <rs ref="#GolombekWalter" type="person" xml:id="d1e25074">Golombek</rs><note type="editorial" xml:id="d1e25076">Walter Golombek war ein Schüler Schmitts; keine Erwähnung in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> und fuhr zur <rs ref="#__GND_1016783-3" type="place" xml:id="d1e25081">Universität</rs>. Schöne Vorlesung im überfüllten Hörsaal über Verfassung. Schnell nach Hause mit der S-Bahn, ausgeruht, um 6 kamen <rs ref="#Ott" type="group" xml:id="d1e25090">Otts</rs> zu dritt, arme Leute, <unclear>falscher Prozeß</unclear> gegen das Reichsarbeitsministerium, Dummheit des Anwalts <rs ref="#Wiedemann" type="person" xml:id="d1e25095"><unclear>Wiedemann</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wiedemann" xml:id="d1e25095_entity-link"/> (Feststellungsklage!), der Vater daraufhin verhaftet. Aber wie leid tut mir das alles. Trank mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e25100">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e25100_entity-link"/> Tee, freute mich über <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e25104">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e25104_entity-link"/> die Klavierlehrerin, Gräfin <rs type="person" xml:id="d1e25107"><unclear>Strüve</unclear></rs>, ist mit ihr zufrieden, sie ist klug und verständig, erschrak tief vor Mitleid. Dann wieder einen Augenblick gearbeitet. Abends noch mit Anima <rs ref="#__GND_118525239" type="person" xml:id="d1e25112">Dickens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118525239" xml:id="d1e25112_entity-link"/> gelesen, das war wunderschön. Nach dem Essen an meinem <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e25117">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e25117_entity-link"/> für Madrid korrigiert,<note type="editorial" xml:id="d1e25118">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> mit Duschka <unclear>in einem Zimmer</unclear>, die Rechnungen ordnete. Um ½ 12 zu Bett; <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e25128">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e25128_entity-link"/>-Manuskript gelesen.<note type="editorial" xml:id="d1e25131">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Hatte Ohrenziehen. Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e25136">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e25136_entity-link"/> hat angerufen und kommt Sonntag.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-07" n="1943-05-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e25142">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-07">Freitag, 7/5 43</date>. Etwas besser geschlafen; Makk aufgeschlagen (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ma12,28-30" xml:id="d1e25151">Jonathan sieht die Feuer der Gegner und läßt sich täuschen<app><lem type="origin">Da aber die Feinde sahen, daß Jonathan zur Schlacht gerüstet war, kam sie eine Furcht an, daß sie aufbrachen und wegzogen. Und daß man ja solches nicht merken sollte, ließen sie viel Feuer im Lager hin und her machen. Darum dachte Jonathan nicht, daß sie wegzögen, bis morgens frühe; denn er sah die Feuer hin und her im Lager. Morgens aber jagte er ihnen nach, und konnte sie nicht ereilen; denn sie waren bereits über das Wasser Eleutherus.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e25151_quote-src" target="#d1e25151">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ma 12,28-30</bibl>. Ursprünglicher Text: Da aber die Feinde sahen, daß Jonathan zur Schlacht gerüstet war, kam sie eine Furcht an, daß sie aufbrachen und wegzogen. Und daß man ja solches nicht merken sollte, ließen sie viel Feuer im Lager hin und her machen. Darum dachte Jonathan nicht, daß sie wegzögen, bis morgens frühe; denn er sah die Feuer hin und her im Lager. Morgens aber jagte er ihnen nach, und konnte sie nicht ereilen; denn sie waren bereits über das Wasser Eleutherus.</note> Behaglich eine Stunde ausgeruht, schönes Frühstück und den <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e25163">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e25163_entity-link"/> für Madrid gemacht.<note type="editorial" xml:id="d1e25165">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Anruf von <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e25170">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e25170_entity-link"/> wegen einer gemeinsamen Reise nach Madrid; erzählte <unclear>gleich</unclear> auch die Sache von dem Verleger <rs ref="#Ott" type="person" xml:id="d1e25175">Ott</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ott" xml:id="d1e25175_entity-link"/> Gut gearbeitet. Fühlte mich wieder eifrig, aber Druck im Kopf. 4 Tage kein Wein. Nach dem Essen wieder bequem ausgeruht, um 5 kam Frau <rs ref="#GieseFrau" type="person" xml:id="d1e25180">Giese</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GieseFrau" xml:id="d1e25180_entity-link"/> und <supplied>ich</supplied> gab ihr das Manuskript für den Vortrag in Madrid. Bin ziemlich zufrieden; wir tranken nett Kaffee; um 6 kam <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e25188">Schmoller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e25188_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e25191">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> wir plauderten etwas und gingen dann in den Vortrag von <rs ref="#__GND_118697188" type="person" xml:id="d1e25196">Grassi</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118697188" xml:id="d1e25196_entity-link"/> über die <unclear>Politiker</unclear> in der Renaissance.<note type="editorial" xml:id="d1e25202">Am 7. Mai 1943 sprach Ernesto Grassi über <q>Antike Voraussetzungen des Begriffs des Politischen in der Renaissance</q>, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Büttemeyer</author>, <title>Ernesto Grassi. Humanismus zwischen Faschismus und Nationalsozialismus</title>, 2. Aufl., Freiburg und München: Alber <date>2010</date>, S. 327</bibl>.</note> Schauerliche <unclear>Hysterie</unclear>; hinter mir saß <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e25213"><unclear>Goering</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e25213_entity-link"/> sehr erkältet, sah <rs ref="#__GND_116569441" type="person" xml:id="d1e25216"><unclear>Eschmann</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116569441" xml:id="d1e25216_entity-link"/> und seine <rs ref="#EschmannFrau" type="person" xml:id="d1e25219">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#EschmannFrau" xml:id="d1e25219_entity-link"/> war aber angewidert von ihm, weil ich an <rs ref="#Gr&#xFC;nebergHorst" type="person" xml:id="d1e25223">Grüneberg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;nebergHorst" xml:id="d1e25223_entity-link"/> dachte. Ergriffen vom Schluß, als er <rs ref="#__GND_118626833" type="person" xml:id="d1e25228">Vicos</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118626833" xml:id="d1e25228_entity-link"/> Interpretation humare und humanitas erzählte.<note type="editorial" xml:id="d1e25237">Vico leitete <q>Humanität</q> von <q>humare</q> = beerdigen ab.</note> Mit Schmoller um ½ 9 nach Hause, dort war Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e25245">Petrović</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e25245_entity-link"/> mit ihrem großen, dicken Onkel <rs ref="#Petrovi&#x107;Onkel" type="person" xml:id="d1e25250">Petrović</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Petrovi&#x107;Onkel" xml:id="d1e25250_entity-link"/> aus Belgrad, dicker Balkantyp, Kaufmann, nett, sympathisch, ich fühlte mich schuldbeladen, weil ich ihm nicht helfen kann, obwohl er meine Hilfe gar nicht braucht. Wir tranken Himbeersaft, nachher noch den Rest vom Cognac, den wir hatten, sprachen natürlich über die Zustände in Belgrad, die Plünderung des Landes, die Enttäuschung über die Deutschen, die Zustände in Kroatien. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e25257">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e25257_entity-link"/> sah sehr gut aus, <unclear xml:id="d1e25261"><app><lem>gestriegelt</lem><rdg>gesteigert</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e25261_alt-rdg" target="#d1e25261">Alternative Lesart zu „gestriegelt“: gesteigert</note> serbisch. Das Ganze war für mich anstrengend, weil völlig <unclear>ungeistig</unclear>, es war gut, daß Schmoller dabei war, der immer höflich ist. Bis ½ 11 dauerte das Gespräch, dann gingen sie zur U-Bahn. Traurig und müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-08" n="1943-05-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e25276">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-08">Samstag, 8/5 43</date>. Jer. 51,56 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jer51,56" xml:id="d1e25285">Der Verstörer wird über Babel kommen<app><lem type="origin">Denn es ist über Babel der Verstörer kommen, ihre Helden werden gefangen, ihre Bogen werden zerbrochen; denn der Gott der Rache, der Herr, bezahlet sie.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e25285_quote-src" target="#d1e25285">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jer 51,56</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn es ist über Babel der Verstörer kommen, ihre Helden werden gefangen, ihre Bogen werden zerbrochen; denn der Gott der Rache, der Herr, bezahlet sie.</note> Erst Mittags aufgeschlagen. Angefangen Spanisch zu studieren. Und früh <unclear>wach</unclear>, meine νυκτουρία<note type="editorial" xml:id="d1e25301">Nykturie, d.h. verstärktes nächtliches Wasserlassen.</note> bringt mich noch um, weil ich aus dem schönsten Schlaf erwache. Aber bin frisch, es regnet und ist nicht zu warm. Durch das Frühstück mit letztem Kaffee ermuntert; eine Karte von <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e25306">Paul Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e25306_entity-link"/> aus Elmau,<note type="editorial" xml:id="d1e25309">Nicht im Nachlass Schmitts in Duisburg erhalten. Im erhaltenen Brief vom 12. Mai 1943, RW 0265 Nr. 131, schreibt Adams von seinem Kuraufenthalt in Elmau.</note> Sehnsucht nach den Bergen und den Alpen, aber als Teil meiner Erinnerungen und Wunsch, das meiner <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e25315">Tochter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e25315_entity-link"/> zu zeigen. Um 10 mit <rs ref="#__GND_138082049" type="person" xml:id="d1e25318">Gauger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138082049" xml:id="d1e25318_entity-link"/> telefoniert, wegen Paris, soll <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e25321">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e25321_entity-link"/> auf seinen Vortrag hinweisen, er sprach sehr nett über das Buch<note type="editorial" xml:id="d1e25324">Bisher nicht nachweisbar.</note> des Vaters <rs ref="#SchachovskojIoann" type="person" xml:id="d1e25327">Johann</rs> über <rs ref="#__GND_118641816" type="person" xml:id="d1e25333">Puschkin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118641816" xml:id="d1e25333_entity-link"/> (Genialität und Frömmigkeit als 2 Pole),<note type="editorial" xml:id="d1e25336">Nicht nachweisbar.</note> eilig einen Brief an <rs ref="#__GND_10530669X" type="person" xml:id="d1e25340">Diez del Corral</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_10530669X" xml:id="d1e25340_entity-link"/> geschrieben, zur <rs ref="#__GND_5179884-0" type="place" xml:id="d1e25343">spanischen Botschaft</rs> gefahren, in der U-Bahn traf ich <rs ref="#__GND_118697188" type="person" xml:id="d1e25352">Grassi</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118697188" xml:id="d1e25352_entity-link"/> sehr nett über seinen gestrigen Vortrag unterhalten und den Begriff des Politischen, der bei mir dialektisch wird (Mensch – Unmensch; Übermensch – Untermensch). Dann zur spanischen Botschaft an der Tiergartenstraße, bei <rs ref="#OyarzabalIgnacio" type="person" xml:id="d1e25359">Oyazabal</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OyarzabalIgnacio" xml:id="d1e25359_entity-link"/> der freundlich war und den Brief an Diez besorgen will; auch einen spanischen Lektor beschaffen will, damit ich mit ihm üben kann. Hatte große Lust, den Vortrag spanisch zu halten.<note type="editorial" xml:id="d1e25364">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Bei Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e25370">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e25370_entity-link"/> in der <rs type="place" xml:id="d1e25373">Graf-Spee-Straße</rs> vorbei, 6 Flaschen Wein geholt; sie war am Einpacken, wartete nicht auf sie. In der Hitze nach Hause, froh, etwas nach Hause zu schleppen, wie diesen guten Wein. Immer aber noch mißtrauisch gegen die reichen Frauen; vielleicht ist der Wein doch schon nicht mehr gut. Beim Essen eine nette Friseuse, eine Münsterländerin. Nach dem Essen gut ausgeruht; allmählig an den Vortrag im OKH gedacht.<note type="editorial" xml:id="d1e25383">Am 13. Mai 1943 hielt Schmitt einen völkerrechtlichen Vortrag vor Offizieren, vgl. RW 0265 Nr. 20109. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Zwischendurch immer spanisch gelernt. Im Bett noch Trotzki über <rs ref="#__ZOTERO_Q357WQQK" type="document" xml:id="d3e25391">Amerika und Europa</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Q357WQQK" xml:id="d3e25391_entity-link"/> gelesen: Amerika sei der große Herr, der nächste Krieg wird den Gegensatz von Amerika und England betreffen!<note type="editorial" xml:id="d1e25392">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Leo Trotzki</author>, <title>Europa und Amerika</title>, Berlin: Neuer Deutscher Verlag <date>1926</date></bibl>. Der Band enthält zwei Reden: Den Gegensatz zwischen Amerika und England beschreibt Trotzki in der ersten Rede, Abschnitt VIII. <q>U.S.A. und England</q>; daß der Amerikaner <q>jetzt der Herr</q> ist und <q>das letzte Wort</q> hat, steht in der zweiten Rede, Abschnitt I. <q>Imperialistische Expansion der Vereinigten Staaten</q>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-09" n="1943-05-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e25407">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-09">Sonntag, 9/5 43</date>. Sir: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Sir21,17" xml:id="d1e25416">Das Herz des Narren ist ein Topf, der rinnt.<app><lem type="origin">Des Narren Herz ist wie ein Topf, der da rinnet, und kann keine Lehre halten.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e25416_quote-src" target="#d1e25416">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Sir 21,17</bibl>. Ursprünglicher Text: Des Narren Herz ist wie ein Topf, der da rinnet, und kann keine Lehre halten.</note> Gut ausgeruht, wenn auch nicht viel geschlafen, behagliches Frühstück, das Manuskript meines <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e25426">Vortrages</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e25426_entity-link"/> kam pünktlich mit der Post, sehr vergnügt korrigiert, sodaß der Vormittag schnell verging. Um ½ 12 kam <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e25430"><unclear>Kličković</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e25430_entity-link"/> erzählte von München; er war bei <rs ref="#Huck" type="person" xml:id="d1e25433"><unclear>Huck</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Huck" xml:id="d1e25433_entity-link"/> <rs ref="#__GND_119235935" type="person" xml:id="d1e25436">Koellreutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119235935" xml:id="d1e25436_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e25439">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e25439_entity-link"/> <rs ref="#__GND_136027660" type="person" xml:id="d1e25442"><unclear>Krauss</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_136027660" xml:id="d1e25442_entity-link"/> <rs ref="#__GND_140523995" type="person" xml:id="d1e25446">Neeße</rs> und dem <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e25451">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e25451_entity-link"/>-Schüler <rs type="person" ref="#__GND_1081047666" xml:id="d1e25454">Beyer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1081047666" xml:id="d1e25454_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e25457">Vgl. zu ihm 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 100</bibl>.</note> Wunderbar <unclear>Krauss</unclear>: Tief ergriffen von dieser Freundschaft (bei der Wehrmacht <unclear>in einem</unclear> Raum, kein Universum, kein Auto, Auslandsreisen, <unclear>Ausland-Telefonie</unclear>), Mutius <unclear>fahrig</unclear> und zu <gap/> (die echten und die unechten, die nicht auf die Propaganda reagieren), <unclear>Scheidung</unclear> vor Neeße und diesem Höhn-Betrieb. Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e25478">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e25478_entity-link"/> kam <unclear>darauf mit</unclear>, daß wir zu ihr ins <unclear><rs ref="#__GND_106760569X" type="place" xml:id="d1e25486">Adlon</rs></unclear> kommen. Nach dem Essen geschlafen, ziemlich erfrischt, Besuch von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e25489">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e25489_entity-link"/> sehr nett und angenehm. Über Sprache, Schwierigkeiten der Übersetzung, schöner Tee und Kuchen mit Schlagsahne, über <rs ref="#M&#xFC;llerHorst" type="person" xml:id="d1e25495">Horst Müller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;llerHorst" xml:id="d1e25495_entity-link"/> sehr offen und voll Vertrauen. Begleitete ihn zur S-Bahn. Zurück, noch etwas korrigiert, dann allein zum Adlon mit der S-Bahn. 2 Flaschen Rotwein; <unclear>zuletzt</unclear> war sie sehr müde und <unclear>faselte</unclear>. Von <rs ref="#__GND_118725106" type="person" xml:id="d1e25516">Kükelhaus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118725106" xml:id="d1e25516_entity-link"/> bis <unclear><rs ref="#__GND_118778153" type="person" xml:id="d1e25520">Kühlmann</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118778153" xml:id="d1e25520_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e25523">Niermann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e25523_entity-link"/> 4 ½ Millionen verdient durch Kunsthandel. Fuhr mit der S-Bahn nach Hause; <unclear>das ist ja alles</unclear> <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e25533">Emmi Achterrath</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AchterrathEmmi" xml:id="d1e25533_entity-link"/> <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e25536">Georg Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e25536_entity-link"/> sei <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e25540">Bismarck</rs><unclear>-Hasser</unclear>. Die aufregende Sache: für den nicht Eingeweihten komisch, für den Wissenden <unclear>tragisch</unclear>: Die Walfische begehen massenhaft Selbstmord. Zu Hause noch etwas gegessen, großer Hunger, müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-10" n="1943-05-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e25552">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-10">Montag, 10/5 43</date>. 2 Kö. 10 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ki10" xml:id="d1e25561">Verehren die Goldenen Kälber</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e25561_quote-src" target="#d1e25561">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ki 10</bibl>.</note> Um ½ 6 wach, konnte nicht wieder einschlafen, müde um 8 aufgestanden, dann aber schnell frisch und zurechtgemacht für den Besuch bei Geheimrat <rs type="person" xml:id="d1e25566">Roth</rs>. Herrliches Wetter, zum <gap/> Thielplatz. Wie lange noch, Gottes Langmut, mein armes Kind <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e25574">Anima</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e25574_entity-link"/> Fuhr zum <rs ref="#__GND_4732177-5" type="place" xml:id="d1e25577">Kaiserhof</rs>, ging zur <unclear><rs ref="#Kronenstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e25581">Kronenstraße</rs></unclear>, kulturpolitische Abteilung, Geheimrat <rs ref="#Roth" type="person" xml:id="d1e25587">Roth</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Roth" xml:id="d1e25587_entity-link"/> traf ihn um ½ 10, nettes Gespräch mit einem vorsichtigen Bürokraten, brachte ihm 2 Durchschläge meines <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e25592">Vortrages</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e25592_entity-link"/> sagte ihm, daß ich
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e25597">
                        den <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e25603">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e25603_entity-link"/> auf Spanisch halten will, was ihn zu freuen schien.<note type="editorial" xml:id="d1e25604">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Er war höflich und zurückhaltend, aber nicht unangenehm. Ging zufrieden weg, bei schönem Wetter, zur Bibliothek, holte mir einige Bücher, wollte mir den <rs ref="#__ZOTERO_XMZWJUU4" type="document" xml:id="d3e25613">Fall Mauritius</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XMZWJUU4" xml:id="d3e25613_entity-link"/> von Wassermann holen,<note type="editorial" xml:id="d1e25615">Der Roman behandelt die Aufklärung eines Justizirrtums. Die Bücher Wassermanns waren nach 1933 verboten.</note> aber der Bibliothekar <rs ref="#__GND_118561790" type="person" xml:id="d1e25618">Keydell</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118561790" xml:id="d1e25618_entity-link"/> gab ihn mir nur für den Lesesaal her, ich fand das sehr traurig und lächerlich, daß ich einfach schweigend aus dem Zimmer herausging. Es wurmte mich noch lange; auch die Frage, ob ich mich richtig verhalten hatte. Dann hielt ich meine Vorlesung Verfassung vor überfülltem Auditorium; nachher kam ein Student <rs ref="#Hantinger" type="person" xml:id="d1e25625"><unclear>Hantinger</unclear></rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hantinger" xml:id="d1e25625_entity-link"/> (Thüringer) und fragte, ob es denn recht sei, daß der Parteigenosse vor dem Volksgenossen privilegiert ist und ob man dann noch sagen könne, daß die Staatsgewalt vom Volke ausgehe. Mit <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e25631">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e25631_entity-link"/> über seine Arbeit gesprochen, den Liberalismus des Prisenrechtes, den Widerstand der Admirale.<note type="editorial" xml:id="d1e25636">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Er geht übermorgen in die Klausur des Assessorexamens, hat sich an den Ministerialrat <rs ref="#__GND_1187986496" type="person" xml:id="d1e25641">Eccardt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1187986496" xml:id="d1e25641_entity-link"/> gewandt usw. Zu Hause versucht auszuruhen, um ½ 5 zum <unclear><rs ref="#__GND_4346375-7" type="place" xml:id="d1e25647">Rundfunkhaus</rs></unclear>, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e25651">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e25651_entity-link"/> zum Bahnhof <rs ref="#Thielplatz" type="place" xml:id="d1e25654">Thielplatz</rs>, von dort zum <rs ref="#AdolfHitlerPlatz" type="place" xml:id="d1e25657">Adolf Hitler Platz</rs> mit der U-Bahn (was falsch war, denn ich hätte mit dem Autobus M fahren können). Rumänische Musikstunde, neben Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e25669">Sombart</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e25669_entity-link"/> und dem alten <rs ref="#Falk" type="person" xml:id="d1e25672"><unclear>Falk</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Falk" xml:id="d1e25672_entity-link"/> der mich nicht ansprach. Lächerliche Situation, traurig diese Pseudo-Gesellschaft. Der rumänische Dirigent war sympathisch, eine herrliche pastorale <unclear xml:id="d1e25677"><app><lem>Stelle</lem><rdg>Stille</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e25677_alt-rdg" target="#d1e25677">Alternative Lesart zu „Stelle“: Stille</note> in der <rs ref="#__ZOTERO_JPFQKFEV" type="document" xml:id="d3e25684">rumänischen Rhapsodie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JPFQKFEV" xml:id="d3e25684_entity-link"/> von Enescu, mioritisch.<note type="editorial" xml:id="d1e25692">Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 201u.ö.,475</bibl>.</note> Frau Sombart war sehr hübsch und reizend. Ich war nicht zum anschließenden Empfang eingeladen und fuhr um 7 einsam mit dem Autobus nach Hause. Lernte etwas Spanisch. Zu Hause war <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e25699">Medem</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e25699_entity-link"/> Wir unterhielten uns schön über Polen (täglich 250 Tote in Polen; über <rs ref="#__GND_172240956" type="person" xml:id="d1e25704">Losacker</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_172240956" xml:id="d1e25704_entity-link"/> den Gehirnspezialisten in Lemberg, die deutsche Methode und die bolschewistische, Streit zwischen der inneren Verwaltung und der Polizei, die hilflose Lage der Verwaltung zwischen Partei und Polizei), mit Medem schöner Moselwein (Ediger Osterlämmchen und <unclear>Rauenthaler</unclear> getrunken). Um 12 begleitete ich ihn zur S-Bahn. Er fährt morgen nach Lemberg zurück. (<rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e25720">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e25720_entity-link"/> wollte <unclear>Ehrendoktor</unclear> von Modena und Bologna werden, <unclear>durch unmittelbare Befehle vertreten</unclear>).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-11" n="1943-05-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e25731">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-11">Dienstag, 11/5 43</date>. Hesek. 16 (über die Huren und Ehebrecher, <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Eze16,38" xml:id="d1e25740">und will das Recht der Ehebrecherinnen und Blutvergießerinnen über dich gehen und dein Blut fließen lassen mit Grimm und Eifer</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e25740_quote-src" target="#d1e25740">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Eze 16,38</bibl>.</note> Gut ausgeruht, munter durch das schöne Frühstück und einen geradezu wunderbaren Brief von <rs ref="#__GND_131478494" type="person" xml:id="d1e25750">Lorenzoni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_131478494" xml:id="d1e25750_entity-link"/> über <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e25756">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e25756_entity-link"/> das er in Albanien erhalten hat.<note type="editorial" xml:id="d1e25757">Der Brief von Giovanni Lorenzoni vom 22. April 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 8921.</note> Tief gerührt über diese Menschlichkeit (das Buch bezeichnete er als <quote rend="quoted" xml:id="d1e25762">wahres Kleinod</quote>); telefonierte wegen des spanischen Lehrers; überlegte meine Vorlesung, fuhr behaglich zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e25765">Universität</rs>, hielt im neuen Aula-Gebäude vor einem sehr großen Auditorium meine Vorlesung sehr gut. Nachher mit einem Ungar <rs ref="#Karczay" type="person" xml:id="d1e25771">Karczay</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Karczay" xml:id="d1e25771_entity-link"/> zur Klosterstraße zum Atelier von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e25776">Gilles</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e25776_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e25779">Gilles war Mitglied der Ateliergemeinschaft Klosterstraße, vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Angela Lammert</author>, <title>Ateliergemeinschaft Klosterstrasse Berlin 1933-1945. Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus</title>, Berlin: Ed. Hentrich <date>1994</date></bibl>.</note> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e25784">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e25784_entity-link"/> war da und der Chemiker <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e25787">Schmid</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e25787_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e25791">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e25791_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e25794">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e25794_entity-link"/> waren schon weggegangen. Das herrliche Bild von Gilles, sehr merkwürdig, <unclear>sympathisch</unclear> Schmid, der mich an <rs ref="#Krau&#xDF;Georg" type="person" xml:id="d1e25801">Georg Krauß</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Krau&#xDF;Georg" xml:id="d1e25801_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#Fehn" xml:id="d1e25804"><unclear>Fehn</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Fehn" xml:id="d1e25804_entity-link"/> erinnerte. Er fuhr uns im Wagen nach <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e25808">Dahlem</rs> zurück und will Donnerstag in 8 Tagen kommen. <unclear>Sonderbare</unclear> Bekanntschaft; sprach <unclear>ihm</unclear> von Oetingers <rs ref="#__ZOTERO_373QACGX" type="document" xml:id="d3e25819">Geheimnis vom Salz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_373QACGX" xml:id="d3e25819_entity-link"/> der pietistischen Wurzel des chemischen <unclear xml:id="d1e25820"><app><lem>Entdeckens</lem><rdg>Entdeckers</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e25820_alt-rdg" target="#d1e25820">Alternative Lesart zu „Entdeckens“: Entdeckers</note> Ruhte gut aus. Sprach mit <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e25826">Kličkoviċ</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e25826_entity-link"/> nett über die traurige Lage der Juristen. Dann mit <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e25831">Weber-Schumburg</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e25831_entity-link"/> <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e25834">Bloetz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e25834_entity-link"/> hat magna cum in Hamburg promoviert. Abends konnte ich nicht arbeiten, trank aber auch keinen Wein. Besah mit Duschka die Bilder von Gilles (<rs ref="#__ZOTERO_PJKQBJ6C" type="document" xml:id="d3e25846">Hafen</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PJKQBJ6C" xml:id="d3e25846_entity-link"/> als <unclear>Kolonne</unclear>,<note type="editorial" xml:id="d1e25849">Nach dem Werkverzeichnis 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Hentzen</author>, <title>Werner Gilles</title>, Köln: DuMont Schauberg <date>1960</date>, S. 89</bibl> gibt es von Gilles nur ein einziges Bild bis 1943 mit <q>Hafen</q> im Titel, nämlich das Aquarell <q>Hafen mit Mond</q> aus dem Jahr 1933.</note> gerührt, sehr schönes Bild), dachte über die merkwürdige Bekanntschaft mit Schmid nach (nicht ganz sicher, er war zu höflich, zu schön, zu liebenswürdig, zu gebildet, fast verdächtig). Ruhig zu Bett und Trotzki über <rs ref="#__ZOTERO_Q357WQQK" type="docuemnt">Amerika</rs> gelesen (die größere Insel).<note type="editorial" xml:id="d1e25863">Der Band enthält zwei Reden: Der Gegensatz zwischen der kleinen Insel England und der großen Insel Amerika beschreibt Trotzki mehrfach in der ersten Rede, Abschnitt VIII. <q>U.S.A. und England</q>: <q>England ist eine Insel, aber auch Amerika ist in seiner Art eine Insel, nur ist sie unendlich größer.</q></note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-12" n="1943-05-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e25872">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-12">Mittwoch, 12/5 43</date>. 1 Mak. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ma10-12" xml:id="d1e25881">Der Hohepriester <rs type="person" xml:id="d1e25883">Simon</rs>, und ganz Israel war eitel Freude, jeder hatte seinen Weinberg und lebte in Frieden.<app><lem type="origin">Simon schaffete auch in den Städten Vorrat von Korn, und rüstete sie aus mit Bollwerken; und war berühmt in aller Welt. Er hielt Frieden im Lande, daß eitel Freude in Israel war. Und ein jeder besaß seinen Weinberg und seinen Garten mit Frieden, und durfte sich nichts besorgen, denn niemand durfte sie überziehen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e25881_quote-src" target="#d1e25881">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ma 10-12</bibl>. Ursprünglicher Text: Simon schaffete auch in den Städten Vorrat von Korn, und rüstete sie aus mit Bollwerken; und war berühmt in aller Welt. Er hielt Frieden im Lande, daß eitel Freude in Israel war. Und ein jeder besaß seinen Weinberg und seinen Garten mit Frieden, und durfte sich nichts besorgen, denn niemand durfte sie überziehen.</note> Froh, daß ich gestern Abend nichts getrunken hatte, ziemlich frisch, schönes Wetter, um 9 gefrühstückt, noch etwas Kaffee, meinen Vortrag für das OKH vorbereitet,<note type="editorial" xml:id="d1e25896">Am 13. Mai 1943 hielt Schmitt einen völkerrechtlichen Vortrag vor Offizieren, vgl. RW 0265 Nr. 20109. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> ziemlich zufrieden, meine Übung Völkerrecht gehalten, leider ohne meinen Willen auf das Problem des Nomos gekommen, viel zu gut für diese Übung, welch sonderbare Schwäche und Hilflosigkeit. Frecher Brief von <rs ref="#__GND_124997600" type="person" xml:id="d1e25906">Rabl</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124997600" xml:id="d1e25906_entity-link"/> der mir Ekel und Angst <unclear>einjagte</unclear> (er will ein Dr h. <unclear>mit Rücksicht</unclear> auf die angestrengte Kriegslage!).<note type="editorial" xml:id="d1e25917">Im Nachlass Schmitts ist der Brief von Kurt Rabl an ihn vom 9. Mai 1943 erhalten, RW 0265 Nr. 11291. Dort heisst es: Nach einer Verwundung im Krieg befinde Rabl sich im Genesungsurlaub und die Idee einer Habilitation an der Berliner Universität rücke wieder in den Vordergrund. Bruns hatte zu einer kumulativen Habilitation geraten, die Universität verlangte aber im Januar 1942 eine eigene Habilitationsschrift. Rabl möchte nun den Habilitationsantrag einreichen, verweist auf seinen Einsatz im Krieg und bittet Schmitt um Unterstützung in der Fakultät. Bei 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl> nicht verzeichnet. Eine entsprechende Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Sprach noch etwas mit <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e25924">Wasse</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e25924_entity-link"/> bin noch mißtrauisch, müde nach Hause und nach dem Essen geschlafen, vor Erschöpfung. Ohrensausen im rechten Ohr. Es ging aber vorbei, als ich aufgestanden war, kam aber am Schreibtisch immer wieder. Was mag das mit der Reise geben.<note type="editorial" xml:id="d1e25931">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Etwas am Schreibtisch für meinen morgigen Vortrag überlegt. Komme <supplied>mir</supplied> immer dumm und oberflächlich vor, las den Vortrag von <unclear><rs ref="#Rotenberg" type="person" xml:id="d1e25942">Rotenberg</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Rotenberg" xml:id="d1e25942_entity-link"/> bei der völkerrechtlichen Tagung und sehe, wie ich beiseite stehe. <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e25945">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e25945_entity-link"/> übte sehr schön Gluck, <unclear><rs ref="#__ZOTERO_E3XK86S2" type="document" xml:id="d3e25951">Orpheus</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_E3XK86S2" xml:id="d3e25951_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e25953">Der Klavierauszug befindet sich, mit Anmerkungen versehen, im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 27622.</note> ich war tief gerührt, milde Stimmung, Jugenderinnerungen, klassische deutsche Bildung, in dieser Welt der Bestien und Moloche. Grauenhafte Angst. Heute sind 25 Flaschen Wein von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e25959">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e25959_entity-link"/> gekommen. Stolzes Besitzgefühl, besonders als ich den Dhroner sah und den Pfälzer (Rheinwein zählt bei mir nicht; <unclear>Spitzenwein</unclear> auch, der tägliche Abendtrunk!). Spielte mit Anima im Garten Florett, holten <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e25970">Kličkoviċ</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e25970_entity-link"/> ab, lag noch herum, las etwas über Wirtschaftskrieg, im Grunde völlig unvorbereitet, 11 zu Bett. Keinen Wein getrunken.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-13" n="1943-05-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e25979">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-13">Donnerstag, 13/5 43</date>. 1 Sam. 12,10: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Sa12,10" xml:id="d1e25988">Wir haben den Baalim und den Astaroth gedient, nun aber errette uns von der Hand unserer Feinde.<app><lem type="origin">Und sie schrieen zum Herrn und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir den Herrn verlassen und den Baalim und den Astharoth gedienet haben; nun aber errette uns von der Hand unsrer Feinde, so wollen wir dir dienen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e25988_quote-src" target="#d1e25988">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Sa 12,10</bibl>. Ursprünglicher Text: Und sie schrieen zum Herrn und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir den Herrn verlassen und den Baalim und den Astharoth gedienet haben; nun aber errette uns von der Hand unsrer Feinde, so wollen wir dir dienen.</note> Druck im Kopf, aber frisch, weil ich keinen Wein getrunken habe. Hübscher Einfall für meinen <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e26004">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e26004_entity-link"/> (das Bild der Fläche des freien Meeres),<note type="editorial" xml:id="d1e26006">Vgl. in deutscher Übersetzung 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Strukturwandel des Internationalen Rechts</title>, in: <title>Frieden oder Pazifismus. Arbeiten zum Völkerrecht und zur internationalen Politik 1924-1978</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2005</date>, S. 652-700, hier S. 657</bibl>. Eventuell ist aber auch der völkerrechtliche Vortrag gemeint, den Schmitt am 13. Mai 1943 vor Offizieren hielt, vgl. RW 0265 Nr. 20109. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Telefongespräch mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e26012">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e26012_entity-link"/> und mit <rs ref="#__GND_118581112" type="person" xml:id="d1e26015"><unclear>Merkatz</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118581112" xml:id="d1e26015_entity-link"/> (der mich über <rs ref="#__GND_137698054" type="person" xml:id="d1e26018">Castiella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137698054" xml:id="d1e26018_entity-link"/> informierte, heute abend mit <rs ref="#__GND_123488877" type="person" xml:id="d1e26021">Faupel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123488877" xml:id="d1e26021_entity-link"/> nach Spanien fahren will, das spanische Völkerrecht, 1648 das Unglück). Fuhr zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e26027">Universität</rs> und hielt im überfüllten Hörsaal 3 des Aula-Gebäudes meine Vorlesung Verfassung, sehr gut, sehr stolz darüber, weil ich die ganzen Hörer bis zum letzten Augenblick in der Hand hatte. Schnell nach Hause, am <rs ref="#BahnhofLichterfeldeWest" type="place" xml:id="d1e26032">Bahnhof Lichterfelde West</rs> eine hübsche Hörerin, Fräulein <gap/>, die Volkswirtschaft studiert. Mittags geschlafen (während ich schlief rief <rs ref="#vdHeydenHenkA.M.StudentbeiCS" type="person" xml:id="d1e26040">v. d. Heyden</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#vdHeydenHenkA.M.StudentbeiCS" xml:id="d1e26040_entity-link"/> auf der Durchreise nach Holland an, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26043">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26043_entity-link"/> wollte mich nicht wecken, er wollte später anrufen, tat es aber nicht, ob er beleidigt ist?). Ich trank eine Tasse guten Kaffee, um ½ 6 kam der Fahrer, ich fuhr mit dem General <rs ref="#SchickfusvonErich" type="person" xml:id="d1e26048"><corr>v. Schickfus</corr></rs><note type="editorial" xml:id="d1e26050">Es handelt sich vermutlich um Erich von Schickfus und Neudorff (1880-1955), zuletzt bis 1932 Generalmajor der Wehrmacht. Er war als Generalmajor zusammen mit Gen. Int. Buschenhagen Lehrer für höhere Intendanturbeamte.</note> zur Intendanturakademie<note type="editorial" xml:id="d1e26053">Möglicherweise die Akademie für den höheren Intendanturdienst (Intendantur-Akademie) in Berlin-Halensee, Kurfürstendamm 106/107.</note> in die Wilmersdorfer Straße. Nette höfliche Offiziere, der sympathische <unclear><rs type="person" ref="#Sperlich" xml:id="d1e26058">Sperlich</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sperlich" xml:id="d1e26058_entity-link"/>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e26067">
                        hielt meinen Vortrag <quote rend="quoted" xml:id="d1e26071">Wirtschaftskrieg zur See</quote> vor den Offizieren, die mit eisernen Gesichtern dasaßen, einige mit kritischer Aufmerksamkeit.<note type="editorial" xml:id="d1e26074">Am 13. Mai 1943 hielt Schmitt einen völkerrechtlichen Vortrag vor Offizieren, vgl. RW 0265 Nr. 20109. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Ich war nicht sicher, ob ich Interesse fand, ob ich zu hoch oder zu tief griff, zu viel oder zu wenig juristisch, Angst vor einigen Spezialisten, kurzum ich war nicht zufrieden und unsicher. Hinterher mit dem Chef des Armee-Verwaltungsstabes <rs ref="#WanderslebenWalterVon" type="person" xml:id="d1e26082">von Wandersleben</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WanderslebenWalterVon" xml:id="d1e26082_entity-link"/> mit Generalintendant von <rs ref="#__GND_128109122" type="person" xml:id="d1e26085">Buschenhagen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_128109122" xml:id="d1e26085_entity-link"/> <unclear>Sperlich</unclear>, <rs ref="#SchickfusvonErich" type="person" xml:id="d1e26090"><corr>v. Schickfus</corr></rs><note type="editorial" xml:id="d1e26092">Es handelt sich vermutlich um Erich von Schickfus und Neudorff (1880-1955), zuletzt bis 1932 Generalmajor der Wehrmacht. Er war als Generalmajor zusammen mit Gen. Int. Buschenhagen Lehrer für höhere Intendanturbeamte.</note> und einigen anderen noch ein Glas Bordeaux, sehr nett unterhalten, aber das Gefühl der Unsicherheit auch bei diesen; was ist es? Haben sie etwas anderes erwartet, und was haben sie erwartet? Was bin ich in einer solchen Umgebung; ich habe mich zu sehr angestrengt. Gestiefelt und gespornt, das ist lächerlich, ich hätte in Hausschuhen auftreten müssen. Wem laufe ich nach? Welch törichte Unterwerfung. Um 8 mit <corr>Schickfus</corr> und Buschenhagen nach Hause gefahren. Dort sehr <unclear>unbefriedigt</unclear>, wollte alle möglichen Leute anrufen, um die Leere auszufüllen, tat es nicht, trank auch keinen Wein mehr, hatte Nervenschmerzen im rechten Arm, aß mit Duschka und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e26111">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e26111_entity-link"/> in der Küche zu Abend, sehr nett, trotz des fürchterlichen Durstes keinen Wein getrunken. Nachher noch mit Anima im Garten gespielt, um ½ 10 schon zu Bett. Um ½ 12 Fliegeralarm, aufgestanden, heftige Nervenschmerzen, 2 Stunden im Luftschutzkeller, es ging ziemlich harmlos vorüber. Traurig wieder zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-14" n="1943-05-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26121">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-14">Freitag, 14/5 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Dan6" xml:id="d1e26128">Dan. 6</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e26128_quote-src" target="#d1e26128">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Dan 6</bibl>.</note>. Aber ohne Bezug auf mich; mehr schon: Buch der Richter, <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jdg4,17-24" xml:id="d1e26131">Geschichte der Frau, die den <unclear>hassenden</unclear> Feind in ihr Haus lockt, ins Bett legt und ihm einen Nagel durch den Kopf schlägt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e26131_quote-src" target="#d1e26131">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jdg 4,17-24</bibl>.</note> Vorbildlicher Nationalismus. <unclear>Traum</unclear> von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26140">Duschka</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26140_entity-link"/> Sie sieht <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e26144">Hans Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e26144_entity-link"/> in einem weißen Hemd fröhlich und <unclear>freundlich</unclear>. Er schüttelt ihr die Hand. Scheußlicher Traum; Albdruck; <unclear>Invasion</unclear> von <gap/> und seiner Schar, dicke <unclear>Knulche</unclear>, mit <unclear>Bouillontassen</unclear>, <unclear>spielen</unclear> Wissenschaft, ich sehe meinen großen Schreibtisch und seine braune Platte ganz glatt und leer, Angst, <gap/> und Bedrücktheit, <unclear>invasieren</unclear> gleichzeitig in mein Arbeitszimmer, mein Eßzimmer und Duschka steht daneben und bügelt, geht aber stillschweigend weg vor dieser Art Besuch. (<unclear>Erinnerung</unclear> oder Ahnung kommender Dinge?). Durch das schöne Wetter wieder munter, gefrühstückt mit dem letzten Kaffee, wollte einige Briefe schreiben und freute mich auf den freien Vormittag. Immer noch unbefriedigt von dem gestrigen Vortrag.<note type="editorial" xml:id="d1e26175">Am 13. Mai 1943 hielt Schmitt einen völkerrechtlichen Vortrag vor Offizieren, vgl. RW 0265 Nr. 20109. Eine Publikation ist nicht nachweisbar.</note> Gehöre ich nicht dahin, was ist das überhaupt? Wie ganz anders die Situation in Rumänien! <unclear>Mensch, wilder, besinnlicher</unclear>. Streng dich nicht mehr an, armer Teufel. Schrieb schnell 4 Briefe (an Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e26182">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e26182_entity-link"/> mit Abschrift der Briefe von <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e26188">Bruno Brehm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e26188_entity-link"/> und <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e26191">Grüninger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e26191_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e26194">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>.</note> an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e26199">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e26199_entity-link"/> wegen <rs ref="#__GND_138082049" type="person" xml:id="d1e26202">Gauger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138082049" xml:id="d1e26202_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e26205">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 162-163</bibl>.</note> an den <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e26211">Dekan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e26211_entity-link"/> und <unclear>Direktor</unclear> wegen meiner Reise nach Spanien,<note type="editorial" xml:id="d1e26216">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> und an <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e26221">Groh</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e26221_entity-link"/> wegen seiner Mahnung<note type="editorial" xml:id="d1e26224">Wilhelm Groh (REM) mahnte in seinem Brief vom 10. Mai 1943 die Gutachten von Schmitt über Georg Erler (Göttingen), Helfried Pfeifer (Wien) und Hans Spamer (Graz) an; vgl. RW 0265 Nr. 5216.</note> bezüglich <rs ref="#__GND_122049438" type="person" xml:id="d1e26229">Erler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122049438" xml:id="d1e26229_entity-link"/> <rs ref="#SpamerHans" type="person" xml:id="d1e26232">Spamer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SpamerHans" xml:id="d1e26232_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1055319409" type="person" xml:id="d1e26235">Pfeifer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055319409" xml:id="d1e26235_entity-link"/> brachte das alles zum Kasten. Hatte immer etwas Druck im Kopf; Arterienverkalkung? Nach dem Essen geschlafen, um 5 auf, schönes Wetter. Einsam, menschenbedürftig, am Schreibtisch schon etwas gearbeitet; Gefühl der Schande (Mißverhältnis des Zusammenhangs von Schutz und Gehorsam;<note type="editorial" xml:id="d1e26240"> Vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 295</bibl>.</note> einer verlangt die totale Unterwerfung und kann einem nicht einmal die Nachtruhe gewährleisten). Bedrückt; ob ich wohl nach Spanien komme? Wo bin ich heute in 14 Tagen? Nachricht von der Beendigung des Kampfes in Tunis, auch das als Sieg gefeiert.<note type="editorial" xml:id="d1e26252">Am 13. Mai 1943 kapitulierten die Reste der Heeresgruppe Afrika in Tunis. Damit endete der Afrikafeldzug der Achsenmächte.</note> Abends früh zu Bett, keinen Wein getrunken. Im Bett Hamel über <rs ref="#__ZOTERO_9EFWAH3G" type="document" xml:id="d3e26257">Staatsgebiet</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9EFWAH3G" xml:id="d3e26257_entity-link"/> scheußlicher Kerl.<note type="editorial" xml:id="d1e26258">Schmitt erwähnt das Buch in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 18</bibl>, Anm. 2.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-15" n="1943-05-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-15" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26266">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-15">Samstag, 15/5 43</date>. Aus dem Buch der Richter gelesen: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jdg13,1-16,31" xml:id="d1e26272">Simson</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e26272_quote-src" target="#d1e26272">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>,</bibl>.</note> (<unclear>herrlicher Übergermane</unclear>). Morgens am Schreibtisch über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e26282">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e26282_entity-link"/> eine Seite sehr schön formuliert, milder über <rs ref="#__GND_1055158529" type="person" xml:id="d1e26284">Hamel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055158529" xml:id="d1e26284_entity-link"/> gedacht. Etwas Spanisch geübt,<note type="editorial" xml:id="d1e26287">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> die Zeit vergeht schnell. In Erwartung des Abends. Bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e26294">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e26294_entity-link"/> angerufen, auf Wunsch von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e26297">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e26297_entity-link"/> die ihn heute abend sehen möchte, er kommt aber nicht; tat mir leid, daß ich angerufen hatte und versuchte, das zu vergessen. Nachmittags nicht ausgeruht, es ist warm und gewittrig, um 6 kamen <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e26303">Klićković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e26303_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e26306">Petrović</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e26306_entity-link"/> um 7 <rs ref="#DiazGarcia" type="person" xml:id="d1e26309">Garcia Diaz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DiazGarcia" xml:id="d1e26309_entity-link"/> sympathisch, übersetzte eine Stunde mit mir, tiefstes Mitleid mit diesem Mann, ergriffen von seiner Menschlichkeit und Höflichkeit, heftig bewegt. <rs ref="#ScholzLiselottevon" type="person" xml:id="d1e26314">Liselotte</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ScholzLiselottevon" xml:id="d1e26314_entity-link"/> kam nicht, ihre Mutter kam allein, sprach mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e26320">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e26320_entity-link"/> aß mit uns zu Abend, wir tranken 3 Flaschen schönen Wein (Drohner, Ruppertsberger und den <unclear>Bösinger</unclear>), sprachen über die Situation, über ihren <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e26327">Mann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e26327_entity-link"/> erschrak vor der Situation, was geht sie mich an; erzählte ihr dummerweise von durch und für,<note type="editorial" xml:id="d1e26330">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> was sie aber nicht begriff. Liselotte rief an, sie war bei <rs ref="#__GND_118540041" type="person" xml:id="d1e26338">Goebbels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540041" xml:id="d1e26338_entity-link"/> in <rs ref="#__GND_4620755-7" type="place" xml:id="d1e26341">Schwanenwerder</rs>; begleitete Frau von Schnitzler zur S-Bahn <rs ref="#__GND_1066209057" type="place" xml:id="d1e26347">Lichterfelde West</rs>. Traurig und einsam zu Bett. (Alle sind gleich, unverschämt und sadistisch.)
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-16" n="1943-05-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26353">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-16">Sonntag, 16/5 43</date>. Tröstlich; 2 Makk. 10,6 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ma10,6" xml:id="d1e26362">und gedachten daran, daß <supplied>sie</supplied> vor einer kleinen Zeit ihr Laubhüttenfest in der Wildnis und in der Höhle wie die wilden Tiere gehalten hatten<app><lem type="origin">Und sie hielten mit Freuden acht Tage Feier wie ein Fest der Lauberhütten, und gedachten daran, daß sie vor einer kleinen Zeit ihr Lauberhüttenfest in der Wildnis und in der Höhle wie die wilden Tiere gehalten hatten.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e26362_quote-src" target="#d1e26362">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ma 10,6</bibl>. Ursprünglicher Text: Und sie hielten mit Freuden acht Tage Feier wie ein Fest der Lauberhütten, und gedachten daran, daß sie vor einer kleinen Zeit ihr Lauberhüttenfest in der Wildnis und in der Höhle wie die wilden Tiere gehalten hatten.</note> Etwas Kopfschmerzen, erschrak vor der Aufgabe, den <rs ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" type="document" xml:id="d3e26376">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e26376_entity-link"/> spanisch zu halten, kann in Wirklichkeit nichts, ganz lächerlich.<note type="editorial" xml:id="d1e26378">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Schrieb an <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e26383">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e26383_entity-link"/> (wegen Lorenz von Stein)<note type="editorial" xml:id="d1e26386">Georg Hahn habilitierte sich am 3. April 1943 bei Schmitt in Berlin mit der Arbeit <q>Lorenz von Stein und die deutsche Rechtswissenschaft</q>; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>.</note> und <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e26393">Keiper</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e26393_entity-link"/> Wut auf die jungen Leute; auf Unverschämtheit und Sadismus geschult. Von <unclear><rs ref="#__GND_138082049" type="person" xml:id="d1e26402">Gauger</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138082049" xml:id="d1e26402_entity-link"/> angerufen, der Grüße von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e26405">Ernst Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e26405_entity-link"/> aus Paris überbrachte. Will später wieder anrufen. Wieder am Telefon, diese verkopfte Zurückhaltung und Unehrlichkeit. Wartete auf Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e26410">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e26410_entity-link"/> die mit <rs ref="#ScholzLiselottevon" type="person" xml:id="d1e26413">Liselotte</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ScholzLiselottevon" xml:id="d1e26413_entity-link"/> zum Essen kommen will und sich natürlich verspätet. Törichter Umgang mit solchen Leuten. Sie erzählte vom Tod des Prinzen <rs ref="#__GND_116741643" type="person" xml:id="d1e26419">Georg von Sachsen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116741643" xml:id="d1e26419_entity-link"/> in <rs ref="#__GND_10179425-3" type="place" xml:id="d1e26422">Glienicke</rs> (ertrunken??).<note type="editorial" xml:id="d1e26425">Georg von Sachsen erlitt im Mai 1943 einen Herzanfall im Groß Glienicker See und starb an den Folgen am 14. Mai 1943.</note> Die arme Liselotte sah krank aus, war rührend und nett. Erzählte von Budapest, <rs ref="#__GND_118792237" type="person" xml:id="d1e26430">Pinders</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118792237" xml:id="d1e26430_entity-link"/> Vortrag über <rs ref="#__GND_11852786X" type="person" xml:id="d1e26433">Dürer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11852786X" xml:id="d1e26433_entity-link"/> sie erzählte wie ein Kind, entsetzliches Mitleid mit diesem schönen Mädchen. Man meint, sie wäre geschlagen worden. Nett unterhalten, bis 3 Uhr, dann begleitete ich beide, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e26439">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e26439_entity-link"/> zusammen, zur Gelfertstraße, wo sie <rs ref="#__GND_126460736" type="person" xml:id="d1e26442">Herbert Göring</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_126460736" xml:id="d1e26442_entity-link"/> besuchen. Zuhause ausgeruht, um 5 kam Frau <rs ref="#MarcksElisabeth" type="person" xml:id="d1e26447">Marcks</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MarcksElisabeth" xml:id="d1e26447_entity-link"/> geheimnisvolle Frau, mit ihrer Tochter <rs type="person" xml:id="d1e26450">Mirzel</rs>; wir tranken Tee und aßen schönen Kuchen; sprachen auf der Veranda über Tonika, Dominante, merkwürdige Intuition dieser geheimnisvollen Frau; über <rs type="person" ref="#__GND_118586408" xml:id="d1e26459"><unclear>Napoleon</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586408" xml:id="d1e26459_entity-link"/> der auch ein <gap/> Mensch war; ich begleitete sie zum Autobus; <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26467">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26467_entity-link"/> fand sie so schlecht angezogen. Abends der Anruf von Trans-Ozean (<rs ref="#Gehlig" type="person" xml:id="d1e26473">Gehlig</rs>?)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gehlig" xml:id="d1e26473_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e26476">Die Transocean GmbH war ein 1913 gegründeter internationaler Depeschendienst. Sie wurde am 26. März 1943 mit der Europapress fusioniert und stellte ihren Pressebetrieb am 31. März 1943 ein; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Cornelius Klee</author>, <title>Die Transocean GmbH</title>, in: <title>Telegraphenbüros und Nachrichtenagenturen in Deutschland. Untersuchungen zu ihrer Geschichte bis 1949</title>, hg. von <editor>Jürgen Wilke</editor>, München, New York, London, Paris: Saur <date>1991</date>, S. 135-211</bibl>.</note> wegen der Verlängerung des Ges. 24/3 43;<note type="editorial" xml:id="d1e26484">Das sogenannte Ermächtigungsgesetz (offiziell: Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich) vom 24. März 1933 wurde vom nationalsozialistischen Reichstag jeweils um vier Jahre verlängert; am 10. Mai 1943 bestimmte Hitler die fortlaufende Geltung.</note> das regte mich auf; rief noch bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e26487">Popitz</rs> an, der aber auch nichts wußte. Trank noch ein Glas von dem Pfälzer Wein; den <unclear>Bösinger</unclear>, den wir mit Frau Marcks getrunken haben; müde und herzkrank; vernichtet, das Unrecht und die Schande sind zu <unclear xml:id="d1e26497"><app><lem>groß</lem><rdg>tief</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e26497_alt-rdg" target="#d1e26497">Alternative Lesart zu „groß“: tief</note> Nachts Alarm; aus dem tiefsten Schlaf gerissen, scheußlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-17" n="1943-05-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26506">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-17">Montag, 17/5 43</date>. Früh aufgestanden; eine Stelle Jerem. Den letzten Kaffee, mit der U-Bahn zum Bezirkskommando, schnell erledigt, mit <rs ref="#__GND_133486117" type="person" xml:id="d1e26518">Hoche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_133486117" xml:id="d1e26518_entity-link"/> telefoniert, für Donnerstag verabredet; offenbar freute er sich über meinen Anruf. Dann meine Vorlesung gehalten, nicht gut, aber es ging. Nachher eine Spanischstunde mit <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e26525">Alvares Prada</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e26525_entity-link"/> um 2 zum <rs type="person" ref="#__GND_116533714" xml:id="d1e26528">Rektor</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116533714" xml:id="d1e26528_entity-link"/> nett, erinnerte mich an den alten <rs ref="#Lamberts" type="person" xml:id="d1e26531">Lamberts</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Lamberts" xml:id="d1e26531_entity-link"/> sehr rheinischer Typ, alles schnell erledigt, mit dem Kurator noch über die Prüfung, die das Ministerium für bestanden erklärt. Dann zu <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e26536">Alfons Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e26536_entity-link"/> am Kronprinzenufer, er gefiel mir nicht; zu selbstgefällig, <unclear>eingeweiht</unclear>, schliekenfängerisch;<note type="editorial" xml:id="d1e26544">Westfälischer Begriff für <q>bauernschlau</q>.</note> aber er hilft mir anscheinend gut. Tief davon betroffen, daß die ganze Fakultät und die Rektoren nach Pressburg reisen, zu <rs ref="#__GND_124995446" type="person" xml:id="d1e26551">Tuka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124995446" xml:id="d1e26551_entity-link"/> um ihm den Doktorhut zu überbringen. Schieberei. Bedrückt und traurig nach Hause; aus der Reise nach Portugal wird nichts.<note type="editorial" xml:id="d1e26557">Nach Portugal reiste Schmitt erst am 13. Mai 1944, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251, hier S. 239</bibl>.</note> Armes Mückchen. Zu Hause ausgeruht, um ½ 7 kam <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e26562">Schmoller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e26562_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e26565">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> gleichzeitig <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e26570">Appel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e26570_entity-link"/> der Französischstunde gab. Mit Schmoller über Wirtschaftsverwaltungsrecht, die Stellung der Verwaltung zwischen Partei und Polizei, die Wirtschaftsverwaltung und Selbstverwaltung. Sehr nett. Wir aßen mit Appel zusammen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26578">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26578_entity-link"/> war sehr verschwenderisch mit der letzten Wurst, tranken eine Flasche Rotwein, mir war Appel tief unsympathisch, wie all diese elsässischen <gap/>, auf die kein Verlass ist. War todmüde und ging traurig um 10 zu Bett. Duschka hatte noch bis 11 Stunde. Lächerlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-18" n="1943-05-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-18" type="entry-date"/></note> 
                    <ab facs="margin-right" xml:id="d1e26588">
                        <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e26591">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e26591_entity-link"/> rief an, wegen der Oper und wegen des Ermächtigungsgesetzes.<note type="editorial" xml:id="d1e26594">Das sogenannte Ermächtigungsgesetz (offiziell: Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich) vom 24. März 1933 wurde vom nationalsozialistischen Reichstag jeweils um vier Jahre verlängert; am 10. Mai 1943 bestimmte Hitler die fortlaufende Geltung.</note> Beim Reichsjustizprüfungsamt angerufen, daß ich Freitag nicht zur Prüfung kann. Nett mit Präsident <unclear>Kurz</unclear> gesprochen und die letzen <unclear>Töne zusammengekratzt</unclear>. <unclear>Jetzt</unclear> ist also wirklich Schluß.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e26607">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-18">Dienstag, 18/5 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=1Ki6" xml:id="d1e26613"><rs type="person" xml:id="d1e26614">Salomo</rs> baut den Tempel.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e26613_quote-src" target="#d1e26613">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 1 Ki 6</bibl>.</note> Nachts ejakuliert, wunderschön der Blick von Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e26620">Corina Sombart</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e26620_entity-link"/> Sehr beglückt davon; Brief von <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e26628">Wieacker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e26628_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_170464679" type="person" xml:id="d1e26632">Georgescu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_170464679" xml:id="d1e26632_entity-link"/> der mich freute.<note type="editorial" xml:id="d1e26635">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Franz Wieacker an Schmitt vom 16. Mai 1943, RW 0265 Nr. 17977, in dem es um die <q>Arbeit von Georgescu</q> geht. Kein Hinweis bei 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> Mit dem Reichsprüfungsamt telefoniert und für Freitag abgesagt; allmählig wird es ernst mit der spanischen Reise.<note type="editorial" xml:id="d1e26644">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Fuhr fröhlich zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e26652">Universität</rs>, <unclear>nihilistische</unclear> Fröhlichkeit. Traf <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e26657">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e26657_entity-link"/> und sprach mit ihm über <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e26660">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e26660_entity-link"/> (wegen der Biographie, und über <rs ref="#__GND_124997600" type="person" xml:id="d1e26663"><unclear>Rabl</unclear></rs> <unclear>über</unclear> den wir uns einig waren, daß er ein Windmacher ist), mit dem Spanier <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e26671">Alavarez Prada</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e26671_entity-link"/> eine Stunde, nett, aber etwas langweilig, fand den <rs ref="#DiazGarcia" type="person" xml:id="d1e26674">Garcia</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DiazGarcia" xml:id="d1e26674_entity-link"/> besser und freute mich auf den Nachmittag. Hielt meine Vorlesung Verfassung gut, aber es geht zu langsam. Mit einem Holländer <rs ref="#VanDoyl" type="person" xml:id="d1e26679">van Doyl</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VanDoyl" xml:id="d1e26679_entity-link"/> den ich um <rs ref="#__GND_118794884" type="person" xml:id="d1e26682">Walter Schätzels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118794884" xml:id="d1e26682_entity-link"/> Buch aus dem Friedenspalast bat.<note type="editorial" xml:id="d1e26686">Vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Walter Schätzle</author>, <title>Die Welt der Pariser Friedensschlüsse. Ein Ueberblick über das Weltbild nach dem großen Kriege</title>, Berlin: G. Stilke <date>1921</date></bibl>. Der 1913 fertiggestellte Friedenspalast in Den Haag beinhaltet eine bedeutende Völkerrechtsbibliothek.</note> Zu Hause freute sich <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e26693">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e26693_entity-link"/> auf den <rs ref="#__ZOTERO_IUEISHHC" type="document" xml:id="d3e26698">Freischütz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_IUEISHHC" xml:id="d3e26698_entity-link"/> Ich ruhte gut aus, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26699">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26699_entity-link"/> wieder unpünktlich. Um ½ 5 gingen sie zur Oper. Ich wartete zu Hause auf den Ungar <rs ref="#Karczay" type="person" xml:id="d1e26705">Karczay</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Karczay" xml:id="d1e26705_entity-link"/> der aber est um ¼ 6 kam. Nette Unterhaltung über Amtshaftung, er ist klug, erinnert mich etwas an Rabl; er blieb bis 8 Uhr. Garcia kam nicht; er hat abgesagt. Zu schade. Eigentlich hat er recht. Wunderschöner Abend. Wartete auf die Rückkehr Duschkas und Animas aus der Oper. Sie haben <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e26714">Klićković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e26714_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e26717">Petrović</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e26717_entity-link"/> mitgenommen. Sie kamen um ½ 10, wir tranken noch 2 Flaschen Rotwein, unterhielten uns gut bis 11 Uhr über die Talsperren, die durch Fliegerangriffe zerstört sind.<note type="editorial" xml:id="d1e26723">Am 17. Mai 1943 griffen 18 britische Bomber Talsperren im Deutschen Reich an. Die Staumauern von Möhne und Eder wurden zerstört, die Sorpetalsperre hielt stand. Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Joachim Schickel</author>, <title>Gespräch über den Partisanen</title>, in: <title>Gespräche mit Carl Schmitt</title>, Berlin: Merve <date>1993</date>, S. 9-30, hier S. 17</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-19" n="1943-05-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26732">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-19">Mittwoch, 19/5 43</date>. 1 Makk. Kein Kaffee zum Frühstück. Es geht also auch so. Um ¼ nach 9 schnell zur Bahn, zur Spanischstunde. Kein guter Nachgeschmack von <rs ref="#Karczay" type="person" xml:id="d1e26745">Karczay</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Karczay" xml:id="d1e26745_entity-link"/> Nette Spanischstunde mit <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e26749">Alvarez Prada</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e26749_entity-link"/> Hielt meine Übung, viel zu eifrig. Nachher noch mit <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e26754">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e26754_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e26757">Maiwald</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e26757_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e26760">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Müde nach Hause; geschlafen. Um 5 zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e26765">Universität</rs>, mit <hi><rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e26770">Emge</rs></hi><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e26770_entity-link"/> im Professorenzimmer, ein widerlicher Hund, ein Schwein, die dreiste Unverschämtheit, mit der er <rs ref="#__GND_124995446" type="person" xml:id="d1e26775">Tuka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124995446" xml:id="d1e26775_entity-link"/> über <rs ref="#Spengler" type="person" xml:id="d1e26778">Spengler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Spengler" xml:id="d1e26778_entity-link"/> stellte. Das ist das 3. Reich. Duzfreund von <unclear><rs type="person" ref="#__GND_117155691" xml:id="d1e26782">Loesch</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117155691" xml:id="d1e26782_entity-link"/> Hörte in der alten Aula den Vortrag des Ungarn <rs ref="#Haendel" type="person" xml:id="d1e26788">Haendel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Haendel" xml:id="d1e26788_entity-link"/> aus Debrezin. Über den Krieg, <gap/>, <gap/>, trauriger Quatsch, dem man einen Luftalarm gönnt. Nachher zum <rs ref="#__GND_106760569X" type="place" xml:id="d1e26800">Adlon</rs>, mit <rs ref="#__GND_118564668" type="person" xml:id="d1e26804">Kohlrausch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118564668" xml:id="d1e26804_entity-link"/> Geheimrat <rs ref="#RockWalter" type="person" xml:id="d1e26807">Rock</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RockWalter" xml:id="d1e26807_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_107454629" type="person" xml:id="d1e26811">Scurla</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107454629" xml:id="d1e26811_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e26814">Höhn</rs> <rs ref="#__GND_118655698" type="person" xml:id="d1e26817">Berber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655698" xml:id="d1e26817_entity-link"/> netter Wein und gutes Essen, hinterher sogar Cognac und Sekt. Um 11 mit Höhn in der S-Bahn nach Hause.
                    </ab>
                </div>
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                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e26825">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-20">Donnerstag, 20/5 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jos&amp;ch=2-11" xml:id="d1e26831">Die Landnahme <rs type="person" xml:id="d1e26833">Josuas</rs></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e26831_quote-src" target="#d1e26831">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, ,</bibl>.</note> Schrieb einen Brief an den <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e26836">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e26836_entity-link"/> zum 80. Geburtstag der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e26839">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e26839_entity-link"/> (22/5 43). Wieder kein Kaffee, Brief von <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e26845">Grüninger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e26845_entity-link"/> der mir sehr gut tat (Untergang Karthagos).<note type="editorial" xml:id="d1e26848">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Hauptmann Grüninger vom 15. Mai 1943, RW 0265 Nr. 29065, in dem er berichtet, Ernst Jünger habe ihn in Bezug auf seine jetzige Situation auf den Untergang Karthagos hingewiesen.</note> Traf <rs ref="#Karczay" type="person" xml:id="d1e26851">Karczay</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Karczay" xml:id="d1e26851_entity-link"/> im Professorenzimmer der neuen Aula, gab ihm <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e26854">Wasse</rs> mit, der ihm das Seminar zeigt. Hielt meine Vorlesung (über Staatschef und Regierungsschef, sehr gut), eine Stunde Spanisch mit <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e26859">Alvarez</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e26859_entity-link"/> Währenddessen Alarm, das brachte einen in die richtige Haltung. Fuhr müde und hungrig nach Hause, schlief, um 5 aufgestanden. Dann kam <rs ref="#DiazGarcia" type="person" xml:id="d1e26865">Garcia</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DiazGarcia" xml:id="d1e26865_entity-link"/> wir unterhielten uns, über Spanien (<rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e26870">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e26870_entity-link"/> ist <gap/>, der arme Garcia mit seinen 5 Kindern). Wir aßen schön zu Abend, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e26879">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e26879_entity-link"/> hatte <unclear xml:id="d1e26883"><app><lem>gute</lem><rdg>heute</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e26883_alt-rdg" target="#d1e26883">Alternative Lesart zu „gute“: heute</note> Kartoffeln, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e26888">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e26888_entity-link"/> betete (was ihn offenbar halb freute und anheimelte, halb abstieß). Dann gingen wir zu <rs ref="#__GND_133486117" type="person" xml:id="d1e26891">Hoche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_133486117" xml:id="d1e26891_entity-link"/> wegen des Erlasses vom 15/5 43.<note type="editorial" xml:id="d1e26894">Vermutlich der <q>Erlaß des Führers über die Fernhaltung international gebundener Männer von maßgebenden Stellen in Staat, Partei und Wehrmacht</q> vom 19. Mai 1943, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Moll</author>, <title>Führer-Erlasse 1939-1945</title>, Stuttgart: Franz Steiner <date>1997</date>, S. 337-338</bibl>.</note> Guter Gumpoldskirchner, mit Dr. <unclear><rs ref="#__GND_118784404" type="person" xml:id="d1e26907">Möhring</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118784404" xml:id="d1e26907_entity-link"/> bekannt geworden, der über <rs ref="#__GND_118558587" type="rend">Jünger</rs> sprach und nur von sich selbst erzählte. Um 12 kam Fliegeralarm. Wir gingen daher schnell nach Hause. Duschka blieb noch im Luftschutzkeller mit Anima, ich ging bald zu Bett. Jetzt weiß ich also, warum
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e26921">
                        und wie solche Erlasse zustande kommen: Bedürfnis nach Legalität.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-21" n="1943-05-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e26928">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-21">Freitag, 21/5 43</date>. Ps. 9 14/5 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Psa9,14-15" xml:id="d1e26937">die Tore des Todes, die Tore der Tochter Zion<app><lem type="origin">Herr, sei mir gnädig, siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Toren des Todes, auf daß ich erzähle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, daß ich fröhlich sei über deiner Hilfe.</lem></app></quote>),<note type="quote-explanation" xml:id="d1e26937_quote-src" target="#d1e26937">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Psa 9,14-15</bibl>. Ursprünglicher Text: Herr, sei mir gnädig, siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Toren des Todes, auf daß ich erzähle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, daß ich fröhlich sei über deiner Hilfe.</note> sehr tröstlich; dachte an die Landschaft von <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e26945">Affeln</rs>; auf die <rs ref="#__GND_4309603-7" type="place" xml:id="d1e26951">Sorpe-Talsperre</rs> sind auch Bomben gefallen.<note type="editorial" xml:id="d1e26956">Am 17. Mai 1943 griffen 18 britische Bomber Talsperren im Deutschen Reich an. Die Staumauern von Möhne und Eder wurden zerstört, die Sorpetalsperre hielt stand. Vgl. <rs ref="#__ZOTERO_PRPGBWET?p=17" type="docuemnt"/>.</note> Müde und nicht ausgeschlafen, vermißte den Kaffee, Brief von Oberleutnant <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e26961">Hahn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e26961_entity-link"/> der sich mit meinem Brief gekreuzt hat.<note type="editorial" xml:id="d1e26964">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Georg Hahn an ihn vom 6. Mai 1943, RW 0265 Nr. 5657. Schmitt beantwortete den Brief am 21. Mai 1943.</note> Müde am Schreibtisch, allmählig Angst vor dem spanischen Vortrag.<note type="editorial" xml:id="d1e26969">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> Keine gute Nachwirkung des Abends von <rs ref="#__GND_133486117" type="person" xml:id="d1e26975"><unclear>Hoche</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_133486117" xml:id="d1e26975_entity-link"/> und <unclear><rs ref="#__GND_118784404" type="person" xml:id="d1e26979">Möhring</rs></unclear>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118784404" xml:id="d1e26979_entity-link"/> dieser <unclear>Möhring</unclear> ist zu dick, zu selbstgefällig. Ich ertrage das nicht mehr. Herrliches Wetter. Mittags zur ungarischen Gesandtschaft, Frühstück <rs ref="#Haendel" type="person" xml:id="d1e26986">Haendel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Haendel" xml:id="d1e26986_entity-link"/> sehr <unclear>gutes fettes</unclear> Essen, gute ungarische Weine, das tat mir sehr gut. Große Sympathie für diese habsburgischen Typen, die mir alle wie Verwandte vorkommen. <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e26994">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e26994_entity-link"/> erzählte mir, daß <rs ref="#__GND_118726382" type="person" xml:id="d1e26997">Heinrich Lange</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118726382" xml:id="d1e26997_entity-link"/> einen seiner scheußlichen Aufsätze im <rs type="work" ref="#Archivf&#xFC;rdiecivilistischePraxis" xml:id="d1e27000">Archiv für die civilistische Praxis</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Archivf&#xFC;rdiecivilistischePraxis" xml:id="d1e27000_entity-link"/> veröffentlicht hat.<note type="editorial" xml:id="d1e27005">
                            <bibl type="journalArticle"><author>Heinrich Lange</author>, <title>Rechtswirklichkeit und Abstraktion. Zu Hans Brandt: Eigentumserwerb und Austauschgeschäft</title>, in: <title>Archiv für die civilistische Praxis</title>, 1943, Bd. 148, H. 2, S. 188-233</bibl>.</note> Fuhr mit der U-Bahn nach Hause, ruhte einen Augenblick aus, dann kam <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e27013">Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e27013_entity-link"/> liebenswürdig, elegant, schwärmte von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e27016"><unclear>Gilles</unclear></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e27016_entity-link"/> Wir tranken Tee, um 6 kam auch <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e27021">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e27021_entity-link"/> zu meiner großen Freude, nachher noch <rs ref="#__GND_1193689155" type="person" xml:id="d1e27024">Peter Oberheid</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1193689155" xml:id="d1e27024_entity-link"/> Schmid wollte immer Manuskripte kaufen und <unclear>kostbare</unclear> Bilder. Das gefiel mir nicht. Er unterhielt sich auffallend freundlich mit Peter und mit Mutius. Wir tranken eine Flasche Bösinger. Um ½ 8 ging er weg, während wir zu Abend aßen. Sonderbare Sache. Bin mir nicht klar. Mutius bestätigte meine Vermutung, er kannte ihn von der Jugendbewegung her. Er hat gut über <rs ref="#__GND_118506803" type="person" xml:id="d1e27034"><unclear>Barth</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506803" xml:id="d1e27034_entity-link"/> und <unclear><rs ref="#Banner" type="person" xml:id="d1e27038">Banner</rs></unclear> gesprochen, fabelhaft darüber, daß der Mensch nicht über 12 km in der Luft fliegen kann, weil sich dann alles in Schallwellen verwandelt, die Luft hart wird wie Stein. Schneller als Schallwellen kann man nicht durch Luft fliegen. Mit Mutius noch sehr schön, über die <rs type="group" ref="#__GND_118574841 #__GND_11877722X #__GND_11877171X" xml:id="d1e27049">3 Dörfer</rs> er will mich immer zum General <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e27052">Epp</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e27052_entity-link"/> bringen. <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e27055">Gutjahr</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GutjahrHerbert" xml:id="d1e27055_entity-link"/> rief auch an, konnte aber nicht kommen.<note type="editorial" xml:id="d1e27060">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note> Hatte am Telefon den Eindruck, daß er sich lustig macht. Begleitete Mutius zum Autobus. Peter blieb bei uns. Ging zu Bett. Um 12 Alarm, stand aber nicht auf. Was ist das für ein Vokabularium: Dämon, <unclear>Bann</unclear>, satanisch, solarisch, tellurisch, lunar usw.? Spricht man so darüber?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-22" n="1943-05-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27073">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-22">Samstag, 22/5 43</date>. Hes. 15.7: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Eze15,7" xml:id="d1e27082">Daß das Feuer sie fressen soll, ob sie schon aus dem Feuer herausgekommen sind.<app><lem type="origin">Und will mein Angesicht wider sie setzen, daß das Feuer sie fressen soll, ob sie schon aus dem Feuer herausgekommen sind. Und ihr sollt's erfahren, daß Ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht wider sie setze.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e27082_quote-src" target="#d1e27082">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Eze 15,7</bibl>. Ursprünglicher Text: Und will mein Angesicht wider sie setzen, daß das Feuer sie fressen soll, ob sie schon aus dem Feuer herausgekommen sind. Und ihr sollt's erfahren, daß Ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht wider sie setze.</note> Was bedeutet das? Tief ergriffen. Schlecht geschlafen, scheußlich ohne Kaffee, kann überhaupt nicht mehr arbeiten, sondern döse herum. Sympathischer Brief von <unclear><rs ref="#__GND_117755001" type="person" xml:id="d1e27091">Johannes</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117755001" xml:id="d1e27091_entity-link"/> kein guter Nachgeschmack von <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e27095">Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e27095_entity-link"/> er ist also doch wohl so, wie ich dachte. Karte von Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e27100">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e27100_entity-link"/> daß wir kommen sollen; es geht aber nicht mehr. Schrieb an Frau <rs type="person" xml:id="d1e27103">Jünger</rs><note type="editorial" xml:id="d1e27105">Die Karte von Gretha Jünger an Schmitt ist nicht erhalten, aber der Brief Schmitts an sie vom 22. Mai 1943 ist abgedruckt in: 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 77</bibl>.</note> und an <unclear><rs ref="#__GND_117755001" type="person" xml:id="d1e27111">Johannes</rs></unclear>. Todmüde nach dem Essen geschlafen, es ging mir etwas besser, um 6 kam <rs ref="#DiazGarcia" type="person" xml:id="d1e27117">Garcia</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DiazGarcia" xml:id="d1e27117_entity-link"/> Nette Unterhaltung, übersetzt meinen Vortrag, schade, daß ich nicht mehr Zeit habe.<note type="editorial" xml:id="d1e27120">Gedruckt als 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Cambio de estructura del derecho internacional</title>, Madrid: Instituto de Estudios Políticos <date>Juni 1943</date></bibl>.</note> Er aß mit uns zu Abend, <rs ref="#__GND_1193689155" type="person" xml:id="d1e27127">Peter Oberheid</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1193689155" xml:id="d1e27127_entity-link"/> war auch da, wir tranken französischen Rotwein. Um ¼ 11 ging Garcia. Tat mir leid und hatte das Gefühl, ihn nicht taktvoll genug behandelt zu haben, sprach noch mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e27136">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e27136_entity-link"/> und Peter. Völlige Verzweiflung und Gefühl des Endes. Wette mit Duschka, daß diese Nacht keine Flieger kommen. Um ½ 12 zu Bett. Einer brüllte draussen: Wer macht denn da Festbeleuchtung? Jawohl, das ist Festbeleuchtung. Des Nachts kein Alarm, gewinne meine Wette mit Duschka.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-23" n="1943-05-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27146">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-23">Sonntag, 23/5 43</date>. Sach. 3.2 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Zec3,2" xml:id="d1e27155">ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer erettet ist?<app><lem type="origin">Und der Herr sprach zu dem Satan: Der Herr schelte dich, du Satan; ja, der Herr schelte dich, der Jerusalem erwählet hat! Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer errettet ist?</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e27155_quote-src" target="#d1e27155">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Zec 3,2</bibl>. Ursprünglicher Text: Und der Herr sprach zu dem Satan: Der Herr schelte dich, du Satan; ja, der Herr schelte dich, der Jerusalem erwählet hat! Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer errettet ist?</note> Um ½ 10 sehr müde auf, aber munter durch den Kaffee, den <rs ref="#__GND_1193689155" type="person" xml:id="d1e27163">Peter Oberheid</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1193689155" xml:id="d1e27163_entity-link"/> mitgebracht hatte, nette Unterhaltung mit Peter über <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e27167">Schmid</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e27167_entity-link"/> und die Jugendbewegung; dann kam <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e27171">Alvarez Prada</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e27171_entity-link"/> wir übersetzten sehr nett im Garten, bis 1 Uhr, aßen zu Mittag, er hatte Kaffee mitgebracht, wir tranken noch sehr schön eine Tasse zusammen und unterhielten uns (erzählte von Macht der katholischen Kirche in Spanien, Nachricht, daß <rs ref="#__GND_118756443" type="person" xml:id="d1e27176">Samuel Hoare</rs> <gap/> zum <unclear>Katholizismus</unclear> übertreten wird). Begleitete ihn zum Autobus und wartete auf den Anruf von <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e27186">Keiper</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e27186_entity-link"/> und den Besuch von <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e27189">Fraenger</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e27189_entity-link"/> Beides kam sofort, Fraenger las über das <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" type="document" xml:id="d3e27196">Triptychon</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e27196_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e27198">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e27198_entity-link"/> vor, besonders den linken Seitenflügel, die adamitische Deutung, <rs ref="#__GND_137807805" type="person" xml:id="d1e27204">Konrad Kannler</rs> aus Eichstätt,<note type="editorial" xml:id="d1e27211">Fraenger las Schmitt offenbar aus dem Manuskript, und zwar aus dem vierten Kapitel: Der Garten Eden, des folgenden Buches vor: 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Fraenger</author>, <title>Hieronymus Bosch. Das tausendjährige Reich. Grundzüge einer Auslegung</title>, Coburg: Winkler-Verlag <date>1947</date>, S. 45-62</bibl>. Konrad Kannler wird ebd. auf S. 34 erwähnt.</note> zwischendurch rief jemand für Fräulein <rs ref="#K&#xF6;chinAnna" type="person" xml:id="d1e27216">Anna</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;chinAnna" xml:id="d1e27216_entity-link"/> die Köchin an, eine entzückende weibliche Stimme, wie die junge Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e27220">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e27220_entity-link"/> es war, wie sich herausstellte, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e27225">Anima</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e27225_entity-link"/> ich war beglückt, über diese Stimme und Fröhlichkeit meiner Tochter. Aßen zu Abend mit Fraenger, <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e27228">Kliĉković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e27228_entity-link"/> Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e27233">Petrović</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e27233_entity-link"/> Peter Oberheid, sehr nett, eine Flasche Moselwein; Fraenger erzählte auch von Samuel Hoare und <unclear>bindet</unclear> die Bilder von der <gap/> aus Passau, die <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e27246">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e27246_entity-link"/> entdeckt hatte. Um 11 müde zu Bett, konnte nicht einschlafen; spanisch gelernt, aber ohne Hoffnung eines Erfolgs, in Erwartung des kommenden Endes.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-24" n="1943-05-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27255">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-24">Montag, 24/5 43</date>. Nachts: Jud. 12 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jdt12,2" rend="quoted" xml:id="d1e27264">Ich darf noch nicht essen von deiner Speise<app><lem type="origin">Aber Judith antwortete und sprach: Ich darf noch nicht essen von deiner Speise, daß ich mich nicht versündige; sondern ich habe ein wenig mit mir genommen, davon will ich essen.</lem></app></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e27264_quote-src" target="#d1e27264">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jdt 12,2</bibl>. Ursprünglicher Text: Aber Judith antwortete und sprach: Ich darf noch nicht essen von deiner Speise, daß ich mich nicht versündige; sondern ich habe ein wenig mit mir genommen, davon will ich essen.</note> Konnte nachts nicht einschlafen (der Kaffee?), dachte an meine <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e27272">Mutter</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e27272_entity-link"/> hatte Nervenspannungen, das <rs type="document" ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e27278">Bild</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e27278_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e27279">Bosch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e27279_entity-link"/> das <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e27282">Fraenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e27282_entity-link"/> erklärte, verfolgte mich, <unclear>scheußlicher Jeck</unclear>. Müde aufgestanden. Brief von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e27290">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e27290_entity-link"/> aus Plettenberg, auch das ist zerstört.<note type="editorial" xml:id="d1e27293">Der Brief befindet sich nicht im Nachlass Schmitts in Duisburg.</note> Der arme <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e27297">Vater</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e27297_entity-link"/> Traf <rs ref="#__GND_4094836-5" type="place" xml:id="d1e27300">Unter den Linden</rs> <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e27303">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e27303_entity-link"/> sprach ein paar Worte mit ihm, begleitete mich zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e27308">Universität</rs>, erzählte, daß <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e27311">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e27311_entity-link"/> verreist ist. Verabschiedete mich von ihm. Traf <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e27315">Groh</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e27315_entity-link"/> in der Universität, der über den Mangel an <unclear>Nachwuchs</unclear> klagte, in Berlin 5 Professoren des Öffentlichen Rechts, von denen aber nur <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e27322">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e27322_entity-link"/> und ich lesen. Dann Höhn getroffen, er wollte einen Mitarbeiter für seine internationale Verwaltungsakademie in Madrid; ich versprach ihm das Mögliche zu tun.<note type="editorial" xml:id="d1e27327">Höhn war ab 1942 Direktor der Internationalen Akademie für Staats- und Verwaltungswissenschaften in Berlin und suchte spanische Mitarbeiter; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238, hier S. 234</bibl>.</note> Er warnte mich, das Flugzeug für die Rückfahrt an dem Tage zu benutzen, den ich angegeben habe. Ich war bedrückt. Sprach mit dem Kurator, dann eine gute Vorlesung über die <unclear>Kontinuität</unclear> der Legalität. Müde nach Hause, eine Stunde geschlafen. Zwischendurch immer spanisch gelernt. Angst und Sorge wegen der Reise. Ischias, ziemlich schlimm; vielleicht kann ich doch nicht reisen!
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-25" n="1943-05-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27343">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-25">Dienstag, 25/5 43</date>. Jud. 16,9 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jdt16,9" xml:id="d1e27352">schöne Kleider<app><lem type="origin">Denn sie legte ihre Witwenkleider ab, und zog ihre schönen Kleider an zur Freude den Kindern Israel.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e27352_quote-src" target="#d1e27352">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jdt 16,9</bibl>. Ursprünglicher Text: Denn sie legte ihre Witwenkleider ab, und zog ihre schönen Kleider an zur Freude den Kindern Israel.</note> Heftige Ischiasschmerzen; stand auf und kroch zur S-Bahn, fuhr mühselig zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e27364">Universität</rs>, 11-12 Spanischstunde bei <rs ref="#__GND_1056506954" type="person" xml:id="d1e27367">Alvarez</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1056506954" xml:id="d1e27367_entity-link"/> dann im Hörsaal 3 der neuen Aula eine Stunde Verfassung; aber doch damit fertig geworden. Wunderte mich selber darüber. War aber noch nicht sicher, ob ich fahren kann. Ruhte mittags <gap/> aus; Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e27374">Luise</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e27374_entity-link"/> war da. Um ½ 5 aufgestanden, weil <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e27380">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e27380_entity-link"/> kam, schöner Tee und nachher schöner Wein (Deidesheimer und Bösinger), er erzählte mir von der Taktlosigkeit und Proletenhaftigkeit <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e27385"><unclear>Nebels</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e27385_entity-link"/> der sich rühmte, mein <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e27390">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e27390_entity-link"/> beeinflußt zu haben, erschrak vor meiner Dummheit und Schwäche, über <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e27391">Höhn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e27391_entity-link"/> die Möglichkeiten eines Friedens, über Spanien, <rs ref="#__GND_118756443" type="person" xml:id="d1e27397">Samuel Hoares</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118756443" xml:id="d1e27397_entity-link"/> Konversion, begleitete ihn trotz der Kälte zur U-Bahn, zurück. Früh zu Bett. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e27405">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e27405_entity-link"/> war bei der Bank, wegen der Devisen für Spanien.<note type="editorial" xml:id="d1e27408">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-26" n="1943-05-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27415">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-26">Mittwoch, 26/5 43</date>. Ziemlich gut geschlafen, fühlte mich fast wieder gesund, 2 Chr. 20,21 (<quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ch20,21" xml:id="d1e27424">Danket dem Herrn, denn seine Barmherzigkeit währet ewiglich<app><lem type="origin">Und er unterwies das Volk, und stellte die Sänger dem Herrn, daß sie lobeten in heiligem Schmuck, und vor den Gerüsteten herzögen und sprächen: Danket dem Herrn; denn seine Barmherzigkeit währet ewiglich.</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e27424_quote-src" target="#d1e27424">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ch 20,21</bibl>. Ursprünglicher Text: Und er unterwies das Volk, und stellte die Sänger dem Herrn, daß sie lobeten in heiligem Schmuck, und vor den Gerüsteten herzögen und sprächen: Danket dem Herrn; denn seine Barmherzigkeit währet ewiglich.</note> Hielt meine Übung nicht, telefonierte mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e27432">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e27432_entity-link"/> alles scheint in Ordnung zu kommen, räumte etwas auf, machte das Verzeichnis meiner Schriften für den Kurator, so wird es allmählig ernst. Will heute Nachmittag in die Fakultätssitzung gehen; um ½ 6 zum Friseur, um 6 <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e27438">Gutjahr</rs> im <rs ref="#Bristol" type="place" xml:id="d1e27443">Bristol</rs> treffen.<note type="editorial" xml:id="d1e27446">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note> Nahm fortwährend von meinem Arbeitszimmer Abschied; ob ich das alles wohl wiederfinde? Nachmittags Fakultätssitzung, starb fast vor Einsamkeit und Angst vor diesen Menschen und ihrer <unclear>Scheinbeschäftigung</unclear>, besonders <rs ref="#__GND_118655698" type="person" xml:id="d1e27456">Berber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655698" xml:id="d1e27456_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e27459">Emge</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e27459_entity-link"/> <unclear>Sprach</unclear> für <unclear><rs ref="#__GND_119059584" type="person" xml:id="d1e27465">Michaelis</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119059584" xml:id="d1e27465_entity-link"/> am nettesten noch der alte <rs ref="#__GND_116792221" type="person" xml:id="d1e27468">Heymann</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116792221" xml:id="d1e27468_entity-link"/> Protestierte dagegen, daß Tukas <rs type="document" ref="#__ZOTERO_8DG7M22P" xml:id="d3e27479">Buch</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8DG7M22P" xml:id="d3e27479_entity-link"/> wissenschaftlich sei <unclear>und bei ihm scheinbar ist die</unclear> <gap extent="1 word"/>; trat für die Habilitation von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e27484">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e27484_entity-link"/> ein.<note type="editorial" xml:id="d1e27488">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 76-77</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118564668" type="person" xml:id="d1e27493">Kohlrausch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118564668" xml:id="d1e27493_entity-link"/> gab mir ein Pulver gegen Ischias. Ich kroch dann zum Bristol, ließ mir die Haare schneiden. Traf um 6 Gutjahr, trank einen Wermut mit ihm. Sprachen über S.A. und J.V. Um ¼ 7 <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e27507">Schroer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e27507_entity-link"/> zusammen zu mir, aßen zu Abend, tranken eine Flasche Drohner und eine Flasche Rotwein; sprachen über den kommenden Terror, <unclear>Schroer</unclear> war grauenhaft; sie wollen alle Juden auf dem ganzen Erdboden vertilgen. Gutjahr war nett und frisch, problemlos, besser als <gap/>. Begleitete ihn um ½ 10 zur Bahn. <rs type="person" ref="#__GND_130455849" xml:id="d1e27518">Schroer</rs> wurde um ½ 11 abgeholt.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-27" n="1943-05-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27524">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-27">Donnerstag, 27/5 43</date>. Jes. <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa53" xml:id="d1e27533">Der Mann der Schmerzen, stellvertretende Leiden</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e27533_quote-src" target="#d1e27533">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 53</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e27537">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e27537_entity-link"/> hat von <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e27541">Hahm</rs> <gap/>: er erscheint im schwarzen Rock in einer Gesellschaft, <unclear>mögliche</unclear> Tochter von ihm, ist <unclear>halbblond</unclear>, sie begrüßt ihn nett, die Frau tut, als sehe sie ihn nicht. Zur Dresdner Bank, Geld geholt, Schuhe bei Jacoby, hielt meine Vorlesung Verfassung 12/13, bei dem Kurator <rs ref="#__GND_1069526282" type="person" xml:id="d1e27555">Büchsel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1069526282" xml:id="d1e27555_entity-link"/> der mich lange warten ließ und meine Briefe versiegelte, wartete geduldig eine halbe Stunde, todmüde nach Hause, eingepackt, im Bett, <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e27559">Kličković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e27559_entity-link"/> kam, dann <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e27562">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e27562_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e27565">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e27565_entity-link"/> telefoniert.<note type="editorial" xml:id="d1e27568">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Maiwald war sehr nett und besorgte meine Schuhe, mit Kličković zum Flughafen, das Gepäck aufgegeben, alles scheint nicht zu funktionieren. Traurig und deprimiert, die dumme Anmaßung, mit der man behandelt und getreten wird; traurig nach Hause zurück, zum Glück rief <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e27578">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e27578_entity-link"/> an; er kam abends, wir tranken schönen Moselwein, er will mich morgen zum Flughafen fahren. Das machte mich wieder fröhlich. Abends müde zu Bett, aufgeregt wegen morgen.<note type="editorial" xml:id="d1e27583">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-05-28" n="1943-05-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e27591">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-05-28">Freitag, 28/5 43</date>. Um 5 auf, <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e27597">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e27597_entity-link"/> kam pünktlich um 6 1/4, wir frühstückten zusammen und fuhren mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e27600">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e27600_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e27603">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e27603_entity-link"/> zum Flughafen.<note type="editorial" xml:id="d1e27606">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-05-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e27617">
                        Leider dürfen in Deutschland die begleitenden Verwandten und Bekannten des Reisenden nicht mit auf den Flugplatz. So mußten wir uns um 7 vor einer Barriere verabschieden. Ich war verbissen und verkrampft, wie immer in solchen Fällen. Wartete bis nach 8, bis das Flugzeug endlich abflog, sah eine <unclear>unbefangene</unclear>, sympathische Frau, die mir gefiel und die ich beinahe angesprochen hätte, in Barcelona stellte sich heraus, daß es die <rs ref="#BorsigGudrunvon" type="person" xml:id="d1e27628">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BorsigGudrunvon" xml:id="d1e27628_entity-link"/> des deutschen Gesandten <rs ref="#__GND_117028614" type="person" xml:id="d1e27632">von Huene</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117028614" xml:id="d1e27632_entity-link"/> ist. Flog bis Stuttgart über Deutschland, in <rs ref="#__GND_4058282-6" type="place" xml:id="d1e27635">Stuttgart</rs> von 11-3 Aufenthalt, Panne, sah mich schon wieder in Berlin. Es soll also wohl nicht sein. Dann von 3-7 nach <rs ref="#__GND_4004503-1" type="place" xml:id="d1e27640">Barcelona</rs>, ohne in Lyon zu landen. Dort wieder eine Motorenstörung, gewartet, kam nicht mehr nach Madrid.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-01" n="1943-06-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27672">
                        1/6 Dienstag Unterrichtsministerium, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e27678">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e27678_entity-link"/> über Cambio de estructura del derecho internacional. Schöner Erfolg.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-02" n="1943-06-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27690">
                        2/6. Mittags beim deutschen <rs ref="#__GND_117028614" type="person" xml:id="d1e27694">Botschafter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117028614" xml:id="d1e27694_entity-link"/> <unclear>mit Herren</unclear> der Botschaft.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-03" n="1943-06-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27703">
                        3/6 (Feiertag) <rs ref="#__GND_118787225" type="person" xml:id="d1e27707">Eugenio d'Ors</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118787225" xml:id="d1e27707_entity-link"/> im <rs ref="#__GND_116443-0" type="place" xml:id="d1e27710">Prado</rs> und in seiner Wohnung, abends bei Graf <rs ref="#__GND_1089839316" type="person" xml:id="d1e27715">Seefried</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1089839316" xml:id="d1e27715_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-04" n="1943-06-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27721">
                        4/6 Freitag. Abends <rs ref="#Beinert" type="person" xml:id="d1e27725">Beinert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Beinert" xml:id="d1e27725_entity-link"/> und Frau, Fräulein <rs ref="#SchnevoigtMarlies" type="person" xml:id="d1e27728">Schnevoigt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchnevoigtMarlies" xml:id="d1e27728_entity-link"/> ins <rs ref="#HotelPalace" type="place" xml:id="d1e27731">Palace</rs> eingeladen, <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e27734">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e27734_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_11559082X" type="person" xml:id="d1e27739">Juretschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11559082X" xml:id="d1e27739_entity-link"/> kamen noch hinzu.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-05" n="1943-06-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27745">
                        5/6 Samstag. Morgens bei <rs ref="#__GND_102987848X" type="person" xml:id="d1e27749">Luna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102987848X" xml:id="d1e27749_entity-link"/> im Institut,<note type="editorial" xml:id="d1e27752">Das Instituto de Vitoria in Madrid.</note> abends bei <rs ref="#__GND_118982753" type="person" xml:id="d1e27756">Laín</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118982753" xml:id="d1e27756_entity-link"/> (<rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e27759">Zubiri</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e27759_entity-link"/> und <rs ref="#ZubiriFrau" type="person" xml:id="d1e27762">Frau</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ZubiriFrau" xml:id="d1e27762_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-06" n="1943-06-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27768">
                        6/6. Sonntag. Wartete darauf, ob die Reise nach <rs ref="#__GND_4118281-9" type="place" xml:id="d1e27772">Salamanca</rs> klappt.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-07" n="1943-06-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27778">
                        7/6. Montag. Abends im Wagen nach <rs ref="#__GND_4118281-9" type="place" xml:id="d1e27782">Salamanca</rs> mit <rs ref="#__GND_1057429759" type="person" xml:id="d1e27785">Castro-Rial</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057429759" xml:id="d1e27785_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e27788">Conde</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e27788_entity-link"/> Gespräch über Juden, Kirchen<unclear>bürokratie</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-08" n="1943-06-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27796">
                        8/6. Dienstag. <rs ref="#__GND_4118281-9" type="place" xml:id="d1e27800">Salamanca</rs>, <rs ref="#Tovar" type="person" xml:id="d1e27803">Tovar</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Tovar" xml:id="d1e27803_entity-link"/> und seine schöne <rs type="person" ref="#TovarFrau" xml:id="d1e27806">Frau</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TovarFrau" xml:id="d1e27806_entity-link"/> <rs type="document" ref="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e27811">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_C7NBF6TT" xml:id="d3e27811_entity-link"/> um 6; abends nach <rs ref="#__GND_4036862-2" type="place" xml:id="d1e27813">Madrid</rs> zurück, im Wagen über die <rs ref="#__GND_1116742462" type="place" xml:id="d1e27816">Guadarrama</rs>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-09" n="1943-06-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27822">
                        9/6. Mittwoch. Abends beim deutschen Botschafter. Parteiminister <rs ref="#__GND_116353317" type="person" xml:id="d1e27828">Arese</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116353317" xml:id="d1e27828_entity-link"/> im <rs ref="#__GND_116443-0" type="place" xml:id="d1e27831">Prado</rs>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-10" n="1943-06-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27837">
                        10. Abends bei <rs ref="#__GND_117648469" type="person" xml:id="d1e27841">de Casso</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117648469" xml:id="d1e27841_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-11" n="1943-06-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27848">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-11">Freitag, 11/6</date>. Morgens um 6 aufgestanden, Aufregung der Abreise, <rs ref="#__GND_1057429759" type="person" xml:id="d1e27854">Castro-Rial</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057429759" xml:id="d1e27854_entity-link"/> kam zu meiner unendlichen Freude, ich hatte schon gefürchtet, er sei böse auf mich. Große Liebe zu ihm; dann noch <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e27859">Conde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e27859_entity-link"/> wir fuhren 7 ¼ zum Flughafen, frühstückten dort noch, Gepäckkontrolle ging gut, meine Befürchtungen wegen des Koffers erwiesen sich als unbegründet, flog um 8.30 ab, herrlich nach <rs ref="#__GND_4004503-1" type="place" xml:id="d1e27865">Barcelona</rs>, über die kastilische Hochebene; in Barcelona war <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e27868">Reuschenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e27868_entity-link"/> wundervoll, gab mir Trüffel für <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e27873">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e27873_entity-link"/> wir tranken zusammen Kaffee, kaufte noch etwas Wein, lieh mir 26 Peseten, Paßkontrolle, Gepäckkontrolle, alles ging wunderbar, erzählte von <gap/>, <rs ref="#__GND_118593196" type="person" xml:id="d1e27881">Peterson</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118593196" xml:id="d1e27881_entity-link"/> die sonderbare Wendung in meiner Beurteilung. Fröhlich weitergefahren, herrlich über das Mittelmeer, nach <rs ref="#__GND_4036770-8" type="place" xml:id="d1e27884">Lyon</rs>; um 2 Uhr, dort 10 Minuten Aufenthalt, weitergefahren nach <rs ref="#__GND_4058282-6" type="place" xml:id="d1e27889">Stuttgart</rs>, die grauenhaften Schwaben, Ekel, Wut, <unclear>Verdunklung</unclear>. Um ¼ 5 weiter nach <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e27894">Berlin</rs>, alles ohne jede Sorge, nur wegen meines Gepäcks. Pünktlich um 7 ¼ in Berlin, Last mit dem Gepäck, rief zu Hause an, der gute <rs ref="#GoruneanuMircae" type="person" xml:id="d1e27900">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircae" xml:id="d1e27900_entity-link"/> ist mit dem Wagen <unclear>im Frühbringerdienst</unclear> und wartet dort mit Anima. Lästige und umständliche deutsche <unclear>Organisiererei</unclear>; freute mich, daß alles schließlich gut ging, um ¼ 8 waren wir schon in der <rs ref="#KaiserswertherStra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e27908">Kaiserswerther Straße</rs>. <rs>Goruneanu</rs> ging weg und will Pfingstsonntag wiederkommen. Ich packte aus, zeigte meine Schätze, aufgeregt und doch gleichgültig, trank eine Flasche Pfälzer Wein, erzählte etwas und ging müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-12" n="1943-06-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27920">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-12">Samstag, 12/6</date>. Todmüde geschlafen, bis ½ 11, immer noch müde; herumgelegen, an <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e27926">Bilfinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e27926_entity-link"/> geschrieben (er hat wegen <rs ref="#LohmannKarl" type="person" xml:id="d1e27929">Lohmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LohmannKarl" xml:id="d1e27929_entity-link"/> einen schönen Brief geschrieben,<note type="editorial" xml:id="d1e27932">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief Carl Bilfingers an ihn vom 4. Juni 1943, RW 0265 Nr. 1383.</note> ich erwähnte in der Antwort <rs ref="#__GND_118591975" type="person" xml:id="d1e27938">Patinir</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591975" xml:id="d1e27938_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e27941">Fraenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e27941_entity-link"/> rief an, erzählte ihm, doch sind mir die Schwaben jetzt widerlich. Nach dem Essen geschlafen, aber gestört um 3 Uhr durch <unclear><rs ref="#__GND_124997600" type="person" xml:id="d1e27947">Rabl</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124997600" xml:id="d1e27947_entity-link"/> scheußlich, ließ ihm sagen, daß er nächste Woche anrufen soll. Um 5 kam der Rumäne <unclear><rs ref="#Cismigliu" type="person" xml:id="d1e27951">Cismigliu</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Cismigliu" xml:id="d1e27951_entity-link"/> sehr nette Unterhaltung, freute mich über diese Art Geistigkeit, er erzählte von den deutschen Hindernissen gegen meine Reise nach Rumänien,<note type="editorial" xml:id="d1e27957">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise des Professors Carl Schmitt nach Bukarest (vom 15. bis 18. Februar 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 214-225</bibl>.</note> will nach Rostock, vom Skandal, den <gap/> in Bukarest gehabt hat. Begleitete ihn zur U-Bahn. Dann müde herumgelegen, Ohrensausen, konnte nichts arbeiten, nicht den Bericht<note type="editorial" xml:id="d1e27969">
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> überlegen, traurig, deprimiert, erdrückt, von dem Gedanken an die <gap/> der Spanier. Abends eine Flasche Rotwein, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e27978">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e27978_entity-link"/> unterhalten, über den Brief von <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e27981">Rosskopf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e27981_entity-link"/> geärgert (der das alles im Vergleich mit <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e27984">Konrad Weiss</rs> <quote rend="quoted" xml:id="d1e27988">belanglos</quote> nennt),<note type="editorial" xml:id="d1e27992">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Veit Rosskopf an ihn vom 4. Juni 1943, RW 0265 Nr. 29776.</note> traurig noch herumgelesen, schließlich zu Bett; oh Gott, die <gap/> herrschen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-13" n="1943-06-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28001">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-13">Pfingstsonntag, 13/6</date>. Todmüde, geschlafen bis ½ 10, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e28007">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e28007_entity-link"/> ist in der Kirche, Ohrensausen. Lud <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e28010">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e28010_entity-link"/> für den Abend ein; <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e28013">Keiper</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e28013_entity-link"/> rief an, hat einen Nachkommen <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e28019">von Stein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e28019_entity-link"/> entdeckt. Schrieb etwas Tagebuch, traurig und deprimiert. Keiper sah uns schon im Krieg mit Japan, als die <unclear>einzige Lösung</unclear>, China zusammengebrochen. Versuchte etwas zu arbeiten, trotz meines Ohrensausens. Nach dem Mittagessen geschlafen; Traum: Ich bin auf der Reise nach <rs ref="#__GND_4061147-4" type="place" xml:id="d1e28026">Tübingen</rs>, zu <rs ref="#__GND_118548670" type="person" xml:id="d1e28029">Heisenberg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548670" xml:id="d1e28029_entity-link"/> unterwegs geht mein brauner Lederkoffer verloren, mit dem Manuskript meines Vortrags. Heisenberg hat schon telefoniert, aber der Koffer ist <unclear xml:id="d1e28035"><app><lem>mir vorausgeschickt</lem><rdg>meiner Frau geschickt</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e28035_alt-rdg" target="#d1e28035">Alternative Lesart zu „mir vorausgeschickt“: meiner Frau geschickt</note> worden. Sonderbare Mischung aus den Erlebnissen der letzten Tage mit Tübingen, Heisenberg. Stand um 5 auf und fühlte mich ziemlich behaglich. Wartete auf Weber-Schumburg und <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e28044">Goruneanu</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e28044_entity-link"/> Goruneanu kam zuerst, wir machten einen Spaziergang durch den Park und philosophierten über Großraum; er schwärmt für die Amerikaner. Um ½ 8 kamen Weber-Schumburg und <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28047">Kličković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28047_entity-link"/> mit Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28053">Petrović</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28053_entity-link"/> Wir aßen schön zu Abend, tranken 2 Flaschen Pfälzer und eine Flasche spanischen Rotwein, nachher noch spanischen Cognac; Goruneanu tat mir leid, weil er so traurig ist. Kličković war auch verzweifelt. So ein Dasein, dieses <unclear>sogenannte</unclear> Europa. Um 12 gingen sie; Goruneanu fuhr Weber-Schumburg zum <rs ref="#__GND_4202678-7" type="place" xml:id="d1e28060">Bahnhof Zoo</rs>. Ging todmüde zu Bett. Nachts Alarm, um 2 Uhr; ich schlief aber so fest, daß ich nicht dazukam, aufzustehen (sagte zu <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28065">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28065_entity-link"/> die mich weckte: Was, in Madrid Alarm?). <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e28070">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e28070_entity-link"/> rief um 9 Uhr an und lud uns für Dienstag Abend ein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-14" n="1943-06-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28076">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-14">Pfingstmontag, 14/6</date>. Schreckliche Ohrenschmerzen, Augenschmerzen, scheußlich, herumgelegen, <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e28084">Nomos der Erde</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e28084_entity-link"/> gelesen, bin aber nicht mehr arbeitsfähig; andererseits das Gefühl der großen Wirkung und des Augenblicks. Wenn ich jetzt nicht halte, ist alles verloren. Wie lange noch diese furchtbare <unclear>Schande</unclear>. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28093">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28093_entity-link"/> hat einen Sekretär für ihre serbische Korrespondenz. Ich armer Teufel. Ruhte mittags lange aus, wartete auf Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e28096">Sombart</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e28096_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_120100762" type="person" xml:id="d1e28099">Ninette</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120100762" xml:id="d1e28099_entity-link"/> oh du armes Tierchen. Sie kam wegen des Regens später, war sehr temperamentvoll, erzählte von Spanien, fand sie nett, auch ihre Schmeicheleien, tranken eine Flasche Rotwein, in <unclear>Friedensansicht</unclear>, lachte und schrie, die arme <unclear>deutsche Tochter</unclear> daneben, brachte sie abends zum Autobus. Traurig zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-15" n="1943-06-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e28114">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-15">Dienstag, 15/6</date>. Immer Ohrensausen, erste Vorlesung vor wenigen Hörern, sehr anstrengend und <unclear>gemütstrunken</unclear>, Fotokopien von <rs ref="#__GND_1055153047" type="person" xml:id="d1e28122">Nys</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153047" xml:id="d1e28122_entity-link"/> machen lassen, geheimnisvolle Hemmungen, lernte dadurch aber Frau <rs ref="#FrAlpers" type="person" xml:id="d1e28127"><unclear>Alpers</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrAlpers" xml:id="d1e28127_entity-link"/> kennen, ihr Bruder ist durch mich nach <gap/> gekommen, durch <gap extent="1 word"/>, wie sonderbar, aus Bonn. Wieder geschlafen, ausgeruht,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e28145">
                        wütend wegen der unpünktlichen <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28149">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28149_entity-link"/> im Regen zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e28152">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e28152_entity-link"/> dort mit <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e28155">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e28155_entity-link"/> und <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e28158">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e28158_entity-link"/> zusammen. Spät zu Abend gegessen, guter Wein (Frau Jessen: <quote xml:id="d1e28163">Sie sind ein Europäer</quote>; nachher Jessen dasselbe). Immer Ohrensausen und schwere Depressionen. Blieb bis 1/2 3, wegen des Alarms, mit <rs ref="#MoessingerFriedrichWilhelmMario" type="person" xml:id="d1e28165">Moessinger</rs> über <gap/>, also auch das erledigt; zu Fuß nach Hause.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-16" n="1943-06-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28175">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-16">Mittwoch, 16/6 43</date>. Furchtbares Ohrensausen, rief bei <rs ref="#__GND_102727732" type="person" xml:id="d1e28181">Eiken</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102727732" xml:id="d1e28181_entity-link"/> an. Müde zur <rs type="&#xFC;lace" ref="#__GND_1016783-3">Universität</rs>, kurze Übung, mit <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e28187">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e28187_entity-link"/> gesprochen. <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e28192">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e28192_entity-link"/> war nicht da.<note type="editorial" xml:id="d1e28195">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Müde nach Hause, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_S4PRA8FF" xml:id="d3e28203">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_S4PRA8FF" xml:id="d3e28203_entity-link"/> von Liermann, den mir <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e28203">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e28203_entity-link"/> schickte,<note type="editorial" xml:id="d1e28206">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein unvollständiger Sonderdruck mit Widmung des Verfassers, RW 0265 Nr. 24764. Im 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date></bibl> ist der Aufsatz nicht erwähnt.</note> Aufsatz <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e28211">Steins</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e28211_entity-link"/> über Musik und Staatswissenschaft, schade, daß es nicht ernst genug ist.<note type="editorial" xml:id="d1e28217"> Der Aufsatz erschien in zwei Teilen, 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Lorenz von Stein</author>, <title>Musik und Staatswissenschaft</title>, in: <title>Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift</title>, 1883, Bd. 24, S. 76-87</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Lorenz von Stein</author>, <title>Musik und Staatswissenschaft</title>, in: <title>Nord und Süd. Eine deutsche Monatsschrift</title>, 1883, Bd. 25, S. 209-221</bibl>.</note> Brief von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e28224">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e28224_entity-link"/> schwere Depressionen; <rs ref="#SchnevoigtMax" type="person" xml:id="d1e28227">Schnevoigt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchnevoigtMax" xml:id="d1e28227_entity-link"/> gestorben. Als ich in Madrid war. <unclear>Dachte an</unclear> <rs ref="#__GND_118750860" type="person" xml:id="d1e28232">Salazar</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118750860" xml:id="d1e28232_entity-link"/> Alles kommt zu seiner Zeit. Inzwischen regiert Babo.<note type="editorial" xml:id="d1e28238">Die Figur Babo aus 
                            <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.</note> <gap/>. Nachmittags zum Doktorexamen, der arme <rs ref="#RoosEmile" type="person" xml:id="d1e28246">Roos</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RoosEmile" xml:id="d1e28246_entity-link"/> fiel durch; Wut über <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e28249">Bruns</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e28249_entity-link"/> der seinen Kandidaten einfach <quote xml:id="d1e28255">sehr gut</quote> gibt und sie dadurch durchschleust. Sah <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e28257">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e28257_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e28260">Höhn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e28260_entity-link"/> <rs ref="#__GND_141750936" type="person" xml:id="d1e28263">Gieseke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141750936" xml:id="d1e28263_entity-link"/> und war sehr deprimiert. Mit Höhn nach Hause. Er machte den good fellow. Früh zu Bett, sofort eingeschlafen; nachts Alarm, aber nicht aufgestanden.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-17" n="1943-06-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28274">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-17">Donnerstag, 17/6 43</date>. Traum: in <rs ref="#__GND_4035206-7" type="place" xml:id="d1e28280">Leipzig</rs>, der Stadt <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e28283">Freyers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e28283_entity-link"/> an Buchhandlungen und an schönen Geschäften vorbei, man zeigt mir das Büchlein eines Schriftstellers namens Nachtschweiß; <unclear>Ich denke Methode</unclear>: Wer weiß, wie er wirklich heißt. (Am Morgen erinnerte ich mich stattdessen: Angstschweiß), welch eine Parodie auf mich selbst. Etwas ausgeruht, immer noch Ohrensausen, aber unternehmend, telefonierte <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e28295">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e28295_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_12023338X" type="person" xml:id="d1e28298">Six</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12023338X" xml:id="d1e28298_entity-link"/> Hielt meine Vorlesung nett (über Gebietstheorien), in der <unclear>Meinung</unclear>, daß <rs ref="#__GND_118920413" type="person" xml:id="d1e28303">Heinz Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118920413" xml:id="d1e28303_entity-link"/> vielleicht dabei war. Fuhr mit der U-Bahn müde nach Hause zurück. Bescheiden zu Mittag, ausgeruht, <rs ref="#SchneiderHans" type="person" xml:id="d1e28312">Schneider</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchneiderHans" xml:id="d1e28312_entity-link"/> rief an und kommt morgen, ziemlich frisch nachmittags auf <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e28315">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e28315_entity-link"/> gewartet (er hat, ohne mir etwas zu sagen, bei <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e28320">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e28320_entity-link"/> seine Habilitationsschrift eingereicht)<note type="editorial" xml:id="d1e28324">Die Habilitation Maiwalds kam im Herbst 1944 nicht zustande, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81</bibl>. Der Titel der unveröffentlichten Arbeit lautete <q>Die Staatsfreiheit des Seehandels als Kardinalprinzip des bisherigen Völkerrechts</q>.</note>, mit Maiwald Kaffee getrunken, während <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28331">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28331_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e28334"><corr>Anima</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e28334_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28337">Petrović</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28337_entity-link"/> bei einer Serbin ist, wir unterhielten uns bis ½ 10, über seine Habilitationsschrift, ärgerte mich doch über seine Eigenmächtigkeit, gab ihm Ratschlag, zu <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e28342">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e28342_entity-link"/> zu gehen, dann sprachen wir noch über humanistische Bildung, Europa und Christentum usw. Er wird mir immer undurchsichtiger und ich möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Um ½ 11 kam Duschka zurück, dann <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28348">Klićković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28348_entity-link"/> aßen noch zu Abend, tranken Moselwein, den Fräulein Petrović besorgt hatte, um ½ 12 traurig ins Bett. Des Nachts Alarm, aber nicht aufgestanden; immerhin schlimm im besten Schlaf gestört.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-18" n="1943-06-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e28358">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-18">Freitag, 18/6 43</date>. Traum: Erwarte <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e28364">Ernst Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e28364_entity-link"/> Gespräche, Situationen, ich weiß es nicht mehr. Morgens müde auf, wie schön, wenn ich über <rs ref="#__GND_118768735" type="person" xml:id="d1e28368">Vitoria</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768735" xml:id="d1e28368_entity-link"/> arbeiten könnte; dummer Brief von <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e28371">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e28371_entity-link"/> wegen <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e28375">Lorenz von Stein</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e28375_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e28378">Im Nachlass Schmitts befindet sich der handgeschriebene Brief von Georg Hahn vom 7. Juni 1943, RW 0265 Nr. 5658.</note> <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e28381">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e28381_entity-link"/> rief an wegen eines Portugiesen, der heute Nachmittag kommen soll; ich dachte daran, daß heute der Geburtstag von <rs ref="#__GND_1055332340" type="person" xml:id="d1e28386">Fritz Eisler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055332340" xml:id="d1e28386_entity-link"/> ist; aber vor 30 Jahren hatte ich unsere Freundschaft schon durch lächerliche collage mit einer Betrügerin beschmutzt.<note type="editorial" xml:id="d1e28389">Schmitt denkt dabei an seine erste Ehefrau, vgl. die Kurzbiografie in: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Tagebücher Oktober 1912 bis Februar 1915</title>, hg. von <editor>Ernst Hüsmert</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2003</date>, S. 399-401</bibl>.</note> Zum Haarschneiden und zum Ohrenarzt <rs ref="#__GND_102727732" type="person" xml:id="d1e28397">Eicken</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102727732" xml:id="d1e28397_entity-link"/> dummerweise zur Bank französische Francs abgeliefert. Tief durchdrungen von der Wahrheit der Prognose <rs ref="#__GND_118936433" type="person" xml:id="d1e28401"/><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118936433" xml:id="d1e28401_entity-link"/>Guénons, weg aus diesem Schmutzloch; erkannte meine lächerliche Illusion, ich <unclear xml:id="d1e28406"><app><lem>wäre</lem><rdg>würde</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e28406_alt-rdg" target="#d1e28406">Alternative Lesart zu „wäre“: würde</note> der <rs type="document" ref="#__ZOTERO_I9IKWNBE" xml:id="d3e28415">Glückspilz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_I9IKWNBE" xml:id="d3e28415_entity-link"/> als den die Jüdin Berend mich ernannt hat; wie traurig, ging zur <rs ref="#Auerstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e28416">Auerstraße</rs>, langsam, vergiß nicht: In dieser Depression sieht dich der eine, der dich hält, genau so, wie wenn du dich oben fühlst. Setzte mich einen Augenblick am <rs ref="#RobertKochDenkmal" type="place" xml:id="d1e28421">Robert Koch Denkmal</rs>, es trägt die Inschrift: <quote xml:id="d1e28424">Dem siegreichen Führer im Kampf gegen den Tod!</quote> Na ja. Dies tiefere Gesicht dazu. Komm endlich, süße Stunde der Befreiung. Bei Eicken ging es schnell, rührender Mann, holt Schmalz aus dem Ohr, aber das Ziehen scheint zu bleiben. Müde mit der S-bahn nach Haus; erdrückt von dem Schmerz dieser Welt. Ausgeruht, nachmittags kam der Portugiese <rs ref="#__GND_117125733" type="person" xml:id="d1e28434">Moncada</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117125733" xml:id="d1e28434_entity-link"/> ich hole
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e28442">
                        ihn an der U-Bahn ab (er hatte sich verfahren). Wir unterhielten uns sehr schön bei einer Tasse Kaffee, sein <rs ref="#VaterMoncada" type="person" xml:id="d1e28449">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VaterMoncada" xml:id="d1e28449_entity-link"/> schrieb über Individuum und Gemeinschaft bei <rs ref="#__GND_118622110" type="person" xml:id="d1e28452">Thomas von Aquin</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118622110" xml:id="d1e28452_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e28455">Nicht zu ermitteln. Cabral de Moncada beschäftigte sich allerdings zu dieser Zeit selbst mit dem Thema: Im Nachlass Schmitts befindet sich 
                            <bibl type="book"><author>Luís Cabral de Moncada</author>, <title>Universalismo e individualismo na concepcao de Estado: S. Tomás de Aquino</title>, Coimbra: Arménio Amado <date>1943</date></bibl>, RW 0265 Nr. 22742.</note> Erzählte, daß <rs ref="#__GND_1140546864" type="person" xml:id="d1e28463">Gidel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1140546864" xml:id="d1e28463_entity-link"/> in Paris mich rühmte, von dem Katholizismus <rs ref="#__GND_11862654X" type="person" xml:id="d1e28466">Verdross</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862654X" xml:id="d1e28466_entity-link"/> der <unclear>rumänischer</unclear> Vertreter in dem <unclear>Dobrudscha</unclear>-Prozeß war (!) und am Prisengerichtshof ist, um ½ 6 kam <rs ref="#SchneiderHans" type="person" xml:id="d1e28476">Hans Schneider</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchneiderHans" xml:id="d1e28476_entity-link"/> mit Orden geschmückt, als Hauptmann, ich begleitete Moncada nach der S-Bahn, zu Schneider zurück, der sehr nett erzählte, in Breslau Professor geworden ist, wir tranken eine Flasche Pfälzer 37 (Ruppertsberger), er erzählte von <rs ref="#__GND_118769839" type="person" xml:id="d1e28487">Erik Wolf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118769839" xml:id="d1e28487_entity-link"/> dessen Interesse an <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e28495">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e28495_entity-link"/> der Besuch <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e28496">Jüngers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e28496_entity-link"/> in seiner Käfersammlung, <unclear>der</unclear> Wolf enttäuscht hat, von den Spaniern (sie wollen immer <unclear>Nahkampf</unclear><supplied>)</supplied>, um 8 begleitete ich ihn zur U-Bahn. Abends früh zu Bett. Zum Glück kein Alarm, sodaß ich gut durchschlief.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-19" n="1943-06-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28512">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-19">Samstag, 19/6 43.</date> Nach dem Frühstück kam <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28518">Klićković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28518_entity-link"/> mit seiner <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28521">Braut</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28521_entity-link"/> wir gingen um ¼ nach 10 zum <rs ref="#StandesamtFaradayweg" type="place" xml:id="d1e28524"><unclear>Standesamt Faradayweg</unclear></rs>, Ziviltrauung mit der üblichen Inhaltslosigkeit, rührender Standesbeamter, in einer wahrscheinlich früher jüdischen Villa. Zu Hause Kaffee und Schnaps, dann im Regen mit der S-Bahn zum Bistro, dort ein schönes Mittagessen, mit <rs ref="#Retci&#x107;" type="person" xml:id="d1e28535"><unclear>Retcic</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Retci&#x107;" xml:id="d1e28535_entity-link"/> dem Chef von Klićković; er erinnerte mich an <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e28540">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e28540_entity-link"/> (das muß wohl ein <unclear>verbreiteter</unclear> <gap/> Typus sein). Schönen Wachenheimer getrunken, keine Tischrede, todmüde, furchtbare Depressionen, erdrückt von dem Serbentum <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28550">Duschkas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28550_entity-link"/> um ½ 4 zu Hause, 3 Stunden im Bett. Um 7 etwas erleichtert aufgestanden. Der <rs type="document" ref="#__ZOTERO_43ZUMS42" xml:id="d3e28560">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_43ZUMS42" xml:id="d3e28560_entity-link"/> für die <rs ref="#Marine-Rundschau" type="work" xml:id="d1e28558">Marine-Rundschau</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Marine-Rundschau" xml:id="d1e28558_entity-link"/> bedrückt mich etwas. Abends nichts mehr getrunken, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e28561">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e28561_entity-link"/> geplaudert. Duschka kam um ½ 10 und aß und trank gut. Sie denkt nur an die serbische Hochzeit. Ich ging traurig zu Bett. Ein Paket aus Agram soll abgeholt werden, Duschka ist überzeugt, daß ein Sprengstoff darin ist.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-20" n="1943-06-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-20" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28572">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-20">Sonntag, 20/6 43</date>. Um ½ 9 mit Ohrensausen aufgestanden. Traurig den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_43ZUMS42" xml:id="d3e28583">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_43ZUMS42" xml:id="d3e28583_entity-link"/> für die <rs ref="#Marine-Rundschau" type="work" xml:id="d1e28581">Marine-Rundschau</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Marine-Rundschau" xml:id="d1e28581_entity-link"/> zurecht gemacht, an <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e28584">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e28584_entity-link"/> telefoniert, wegen des Paketes aus Agram an meinen Assistenten Wasse telefoniert, auf Frau <rs ref="#FrGiese" type="person" xml:id="d1e28590">Giese</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrGiese" xml:id="d1e28590_entity-link"/> gewartet, etwas zurecht gemacht. Erdrückt von dem Übergewicht <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28593">Duschkas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28593_entity-link"/> einsam wie nur je in meinem Leben, in den traurigsten Zeiten meiner ersten Ehe. Grauenhaft. Trost in einem Vers, einem spanischen Wort, Flucht nach La Coruña. Dabei die übertriebenen Vorbereitungen für die Hochzeit von <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28602">Klićković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28602_entity-link"/> Geld herausgeworfen. Geheimer Trost: Das ist alles schon einmal da gewesen und vorübergegangen. Es geht mir wie dem armen <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e28608">Hahm</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e28608_entity-link"/> aber ich habe ein bißchen mehr Erbmasse, darum dauert es einige Zeit länger. Las inbrünstig Peman, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_J9PDMUPQ" xml:id="d3e28619">de la Bestia y el Angel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_J9PDMUPQ" xml:id="d3e28619_entity-link"/> über das <quote source="#__ZOTERO_J9PDMUPQ?p=40" xml:id="d1e28618">Cruz<app><lem type="origin">contraria en su violenta torcedura a la exacta nobleza de la Cruz</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e28618_quote-src" target="#d1e28618">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José María Pemán</author>, <title>Poema de la bestia y el ángel</title>, Zaragoza: Ed. Jerarquía <date>1938</date>, S. 40</bibl>. Ursprünglicher Text: contraria en su violenta torcedura a la exacta nobleza de la Cruz</note> und <quote xml:id="d1e28625">su exacta nobleza</quote> (ohne Krümmungen (sin torceduras!)<supplied>)</supplied>. Um ½ 3 mit Duschka, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e28635">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e28635_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e28638">Gilles</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e28638_entity-link"/> Klićković und <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28641">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28641_entity-link"/> zur Nachodstraße, Trauzeuge bei der russischen Trauung, die sehr schön war: fast Tränen in den Augen; die gute mütterliche Duschka leitet alles und macht das alles. 3 x um den Altar gegangen, die Krone über dem Kopf von der guten Cica gehalten. Gerührt von den Slawen. Im Übrigen generell passiv. Sah <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e28651">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e28651_entity-link"/> Frau <rs ref="#FrNiedermayer" type="person" xml:id="d1e28654"><unclear>Niederhausen</unclear></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrNiedermayer" xml:id="d1e28654_entity-link"/> Wunderschöner Hochzeitszug mitten in dem fürchterlichen <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e28657">Berlin</rs>. Um ½ 5 waren wir wieder zu Hause und tranken Kaffee. Ich ruhte etwas aus. Um 7 aufgestanden, <rs ref="#__GND_1055153861" type="person" xml:id="d1e28663">Semjonow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153861" xml:id="d1e28663_entity-link"/> kam mit seiner <rs ref="#SemjonowTatiana" type="person" xml:id="d1e28666">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SemjonowTatiana" xml:id="d1e28666_entity-link"/> wir aßen wunderschön zu Abend, Gilles war sehr nett (<quote xml:id="d1e28671">Zielstrebigkeit führt immer in die Sackgasse; Tiefenperspektive in das Bild hinein</quote>). Schönes Abendessen, hielt meine Tischrede (konkrete Ordnungen, die Bibelstelle: <quote xml:id="d1e28676">sie aßen und tranken und feierten Hochzeiten</quote>; und der Maelstrom).<note type="editorial" xml:id="d1e28681">Luk 17,27.</note> Klićković erwiderte ganz rührend; neben mir saß links Frau Semjonow, fand sie sehr hübsch, aber anstrengend und zu damenhaft anspruchsvoll: Die Gäste blieben bis ½ 12. Moselwein, den Klićković besorgt hatte, schlechter weißer Bordeaux, ich stiftete noch 2 Flaschen Rauenthaler 37. Müde und mit Herzbeschwerden ins Bett. (Europäer: <rs ref="#__GND_118577166" type="person" xml:id="d1e28689">Thomas Mann</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118577166" xml:id="d1e28689_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118539124" type="person" xml:id="d1e28692">André Gide</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118539124" xml:id="d1e28692_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118590308" type="person" xml:id="d1e28697">Ortega y Gasset</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118590308" xml:id="d1e28697_entity-link"/><supplied>)</supplied> Nachts Alarm; stand nicht auf.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-21" n="1943-06-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28705">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-21">Montag, 21/6 43</date>. Müde und angestrengt aufgestanden, froh, als ich meine Vorlesung (Gebietshoheit) beendigt hatte; sehr nett mit <rs ref="#__GND_1159067198" type="person" xml:id="d1e28711">Torzsay-Biber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1159067198" xml:id="d1e28711_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e28714">Schüler Schmitts, aber kein Nachweis in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> der auf die Frage nach einem Europäer erwiderte: <quote xml:id="d1e28721">wenn ich das sagen darf: Herr Professor sind ein Europäer</quote>. Er will <rs ref="#GajzagoLadislaus" type="person" xml:id="d1e28724">Gajzago</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GajzagoLadislaus" xml:id="d1e28724_entity-link"/> von mir grüßen und ihm von meinem Vortrag in Salamanca erzählen.<note type="editorial" xml:id="d1e28729">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238, hier S. 234-236</bibl>.</note> Geschlafen nach dem Essen, todmüde, kaum eines Gedankens fähig, schrieb schnell an <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e28734">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e28734_entity-link"/> Telegramm von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e28737">von Schnitzler</rs><note type="editorial" xml:id="d1e28739">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>.</note>, will doch nach Frankfurt fahren. ½ 6 kam <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e28747">Alfons Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e28747_entity-link"/> erzählte ihm von meiner Spanienreise, erzählte die Geschichte von <rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e28750">Zubiri</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e28750_entity-link"/> und dem unheimlichen <rs ref="#__GND_118668781" type="person" xml:id="d1e28754">Amerigo Castro</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118668781" xml:id="d1e28754_entity-link"/> der 1930 Botschafter<note type="editorial" xml:id="d1e28757">Américo Castro war 1931 bis 1932 Botschafter in Berlin.</note> in Berlin war (ich dachte: <rs type="document" ref="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d3e28768">Herr gib uns blöde Augen!</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d3e28768_entity-link"/> Hörte von dem <rs type="document" ref="#__ZOTERO_SB65D32U" xml:id="d3e28771">Sonder-Bericht</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SB65D32U" xml:id="d3e28771_entity-link"/> über mich in Madrid: <unclear>fenomenal profesor</unclear>! Begleitete <corr>Adams</corr> noch etwas in die <rs ref="#Thielallee" type="place" xml:id="d1e28774">Thielallee</rs> hinein, er erzählte von den Fliegerangriffen auf <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e28778">Berlin</rs>; fühlte meine Situation; nach dem Abendessen um ½ 10 kamen noch <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28783">Klićković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28783_entity-link"/> und seine <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28786">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28786_entity-link"/> wir unterhielten uns noch, ich trank spanischen Cognac mit Mineralwasser, todmüde und erschöpft ins Bett. (Frau <rs ref="#__GND_116761563" type="person" xml:id="d1e28791">Marcks</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116761563" xml:id="d1e28791_entity-link"/> die die blauen Rittersporn abbrach, <unclear>weil</unclear> der arme Mann (Jude) Selbstmord begangen hat<supplied>)</supplied>.<note type="editorial" xml:id="d1e28799">Der Mann von Elisabeth Marcks Freundin Ruth Hoffmann, Erich Scheye, wurde am 15. Juli 1943 in Auschwitz ermordet. Vgl. Schmitts Tagebucheintrag am 11. April 1943.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-22" n="1943-06-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28807">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-22">Dienstag, 22/6 43</date>. Etwas früher auf, um zu <rs ref="#__GND_12023338X" type="person" xml:id="d1e28813">Six</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12023338X" xml:id="d1e28813_entity-link"/> zu gehen. Pünktlich um 11 da, gute Unterhaltung, wir sehen die spanischen Bilder, sprechen über Freimaurerei; wollte mich wieder anrufen. Dann meine Vorlesung Verfassung gehalten, glücklich damit fertig geworden. Müde nach Hause und gleich geschlafen, gut ausgeruht, um ½ 7 zu Frau <rs ref="#__GND_116761563" type="person" xml:id="d1e28820">Marcks</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116761563" xml:id="d1e28820_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e28824">Duschka</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e28824_entity-link"/> bescheidenes Abendessen, nachher kamen <rs ref="#__GND_118689924" type="person" xml:id="d1e28827">Gebsattel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118689924" xml:id="d1e28827_entity-link"/> und der Nachbar <rs ref="#Behrens" type="person" xml:id="d1e28830"><unclear>Behrens</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Behrens" xml:id="d1e28830_entity-link"/> und <rs ref="#BehrensFrau" type="person" xml:id="d1e28833">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BehrensFrau" xml:id="d1e28833_entity-link"/> (vom Schering<supplied>-</supplied> Konzern, kannte den guten <rs ref="#SeefriedFranzJoseph" type="person" xml:id="d1e28841">Seefried</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SeefriedFranzJoseph" xml:id="d1e28841_entity-link"/> mit Gebsattel nett, aber zu viel unterhalten; über die Angst bei <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e28844">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e28844_entity-link"/> die Strafe für den <gap/> der Dolchstoßlegende; <rs ref="#__GND_118513079" type="person" xml:id="d1e28851">Bollnow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118513079" xml:id="d1e28851_entity-link"/> in Gießen (der <unclear>Jünger</unclear> und <rs ref="#__GND_118602691" type="person" xml:id="d1e28857">Rosenberg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118602691" xml:id="d1e28857_entity-link"/> zitiert),<note type="editorial" xml:id="d1e28860">Rosenberg war bei der Berufung Bollnows involviert; siehe 
                            <bibl type="book"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich</title>, Berlin: Akademie <date>2002</date>, S. 704-705</bibl>.</note> der Angriff auf Krefeld,<note type="editorial" xml:id="d1e28865">Krefeld war aufgrund seiner Industrieanlangen wiederholt Ziel von Luftangriffen. An dem schwersten Angriff am 22. Juni 1943 waren 661 Flugzeuge beteiligt.</note> diese <unclear>lustige</unclear> Stadt. Die gute Frau Marcks war sehr still, sehr guter Wein (<gap/>). Um ¼ 11 nach Hause, mit der S-Bahn; um ½ 12 glücklich wieder zu Hause; beruhigter, im eigenen Haus zu verbrennen. Nachts um 2 Alarm. Habe heute an Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e28880">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e28880_entity-link"/> telefoniert, daß ich Freitag komme. Überlegt wegen des Weines und des Gepäcks.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-23" n="1943-06-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28888">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-23">Mittwoch, 23/6 43</date>. Ohrensausen, Kopfdruck. Hielt meine Übung Völkerrecht vor 10 Mann, lächerlich, Besitzhoheit, mit <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e28894">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e28894_entity-link"/> gesprochen (<quote xml:id="d1e28899">Gott überläßt die Welt sich selbst, das ist der Sinn der Technik</quote>; merkwürdiger Junge);<note type="editorial" xml:id="d1e28901">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> am Schluß <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e28907">Grewe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e28907_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118794825" type="person" xml:id="d1e28911">Scelle</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118794825" xml:id="d1e28911_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118707493" type="person" xml:id="d1e28914">Max Huber</rs> <supplied>(</supplied>von ½ 1 - ½ 5) mit <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e28921">Klićković</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e28921_entity-link"/> der mich am <rs ref="#RobertKochDenkmal" type="place" xml:id="d1e28925">Denkmal</rs> abholt zu Uhle,<note type="editorial" xml:id="d1e28931">Gemeint ist die Weingroßhandlung Uhle in der Friedrichstr. 207.</note> 10 Flaschen Wein, wir tranken 2 Schoppen Rotwein, fuhren mit der U-Bahn zurück; er erzählte (<quote xml:id="d1e28939">ich weiß genau, ob er, Maiwald, sie liebt, das ist alles; bei <rs ref="#__GND_118550322" type="person" xml:id="d1e28941"><unclear>Hess</unclear></rs> wußte ich gleich, daß er sie nicht liebt</quote>); traf <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e28948">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e28948_entity-link"/> am <rs ref="#BahnhofTielplatz" type="place" xml:id="d1e28951">Bahnhof Thielplatz</rs>, er kam aber nicht mit. Zu Hause todmüde. Anruf von <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e28954">Keiper</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e28954_entity-link"/> der Enkel von <rs ref="#__GND_118617281" type="person" xml:id="d1e28959">Lorenz von Stein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617281" xml:id="d1e28959_entity-link"/> hat geschrieben, der Schlauberger <rs ref="#HahnGeorg" type="person" xml:id="d1e28962">Hahn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HahnGeorg" xml:id="d1e28962_entity-link"/> hat verschwiegen, daß er ihn kennt und von ihm Material hat. Das machte mir Spaß. Mit Klićković und seiner <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e28968">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e28968_entity-link"/> zu Abend gegessen, noch eine Flasche Rotwein. Um 9 ½ todmüde zu Bett und gleich geschlafen. Zum Glück kein Alarm.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-24" n="1943-06-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e28974">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-24">Donnerstag, 24/6 43</date>. Gut ausgeschlafen. Um 6 wach: erkannte deutlich, <unclear>erschrecklich</unclear>: Der Haß gegen die Polen = der Haß dieser bösartigen Evangelischen gegen die Marienverehrung; alles wird mir zu diesem Problem. Wie der arme <rs ref="#__GND_118678957" type="person" xml:id="d1e28984">Daumer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118678957" xml:id="d1e28984_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e28987">Religionsphilosoph und Lyriker, war von Juni 1828 bis Oktober 1829 Pflegevater von Kaspar Hauser. Studierte ab 1817 Theologie in Erlangen und war Mitglied eines pietistischen Studentenzirkels, 1858 Übertritt zum Katholizismus.</note> Nachher Traum, in dem ich <rs ref="#__GND_118547798" type="person" xml:id="d1e28991">Heidegger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547798" xml:id="d1e28991_entity-link"/> sah; sah etwas sonderbar aus, wie <rs ref="#__GND_117189871" type="person" xml:id="d1e28994">Otto</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117189871" xml:id="d1e28994_entity-link"/> der Philologe. <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" type="document" xml:id="d3e29006">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e29006_entity-link"/> für die <rs type="work" ref="#Marine-Rundschau" xml:id="d1e29001">Marine-Rundschau</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Marine-Rundschau" xml:id="d1e29001_entity-link"/> schnell fertig gemacht; Manuskript an <rs ref="#Stromeyer" type="person" xml:id="d1e29004">Stromeyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stromeyer" xml:id="d1e29004_entity-link"/> zurück. <rs type="person" xml:id="d1e29008">Klićković</rs> brachte 10 Flaschen slowenischen Wein. Großartig. Fuhr mit ihm in die Stadt zur Vorlesung. Keine gute Vorlesung (über Volkszugehörigkeit), nachher ein Rumäne, ferner der Serbe <rs ref="#NovakovMilan" type="person" xml:id="d1e29014">Nowakov</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#NovakovMilan" xml:id="d1e29014_entity-link"/> ein guter, <app><lem>energischer</lem><rdg>warmherziger</rdg></app> Typ, den mir Klićković vorstellte. Fuhr mit den beiden in der U-Bahn. Von Klićković <gap/> am <rs ref="#Thielplatz" type="place" xml:id="d1e29029">Thielplatz</rs> verabschiedet. Zu Hause ausgeruht, um 5 zum <rs ref="#__GND_4069307-7" type="place" xml:id="d1e29032">Kurfürstendamm</rs> zum Gebäude der <rs ref="#Milit&#xE4;rgeb&#xE4;ude" type="place" xml:id="d1e29035">Militär<unclear>intendantur</unclear>- Akademie</rs>.<note type="editorial" xml:id="d1e29042">Möglicherweise die Akademie für den höheren Intendanturdienst (Intendantur-Akademie) in Berlin-Halensee, Kurfürstendamm 106/107.</note> Vortrag von <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e29046">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e29046_entity-link"/> über <unclear>Nutzung</unclear> der besetzten Gebiete. Interessant, sah seine Stärken und seine Grenzen. Nachher noch ein Glas Rotwein mit dem General <rs ref="#WanderslebenWalterVon" type="person" xml:id="d1e29053">Wandersleben</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WanderslebenWalterVon" xml:id="d1e29053_entity-link"/> Oberfeldintendant <unclear>Sperlich</unclear> und andere, sympathisches Gespräch über die Einheitlichkeit der Führung. Jessen <unclear>blaffte</unclear>. Fuhr mit ihm im Wagen zurück, er setzte mich an der <rs ref="#Lachmannstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e29063">Lachmannstraße</rs> einfach ab. Lief nach Hause, wo <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e29066">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e29066_entity-link"/> und <rs type="group" ref="#Winckelmanns" xml:id="d1e29069">Winckelmanns</rs> schon warteten. Sehr schönes Abendessen; <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e29074">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e29074_entity-link"/> will über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e29078">Max Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e29078_entity-link"/> schreiben, im übrigen unterhielt sich Popitz fast nur mit ihm. Ich <unclear xml:id="d1e29081"><app><lem>empfing Kunde von</lem><rdg>empfand Freude an</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e29081_alt-rdg" target="#d1e29081">Alternative Lesart zu „empfing Kunde von“: empfand Freude an</note> der Überlegenheit der englischen Literatur. <rs ref="#__GND_118920413" type="person" xml:id="d1e29088">Heinz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118920413" xml:id="d1e29088_entity-link"/> war sehr nett, sprach von meiner Vorlesung (<quote xml:id="d1e29091">Sie suchen zu retten, was zu retten ist</quote>). Bis gegen 12. Popitz noch bis zum <rs ref="#__GND_19157-7" type="place" xml:id="d1e29096">Botanischen Garten</rs> begleitet. Nach Hause zurück, es kam aber kein Alarm. Guter slowenischer Wein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-25" n="1943-06-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e29102">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-25">Freitag, 25/6 43</date>. Wenig geschlafen, aber noch von dem guten slowenischen Wein angenehm betäubt. Packte schnell ein. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29109">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29109_entity-link"/> kümmert sich nur noch um ihre Serben. Zum Glück kam <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e29112">Klićković</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e29112_entity-link"/> und trug mir das Gepäck. Begleitete mich zum <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e29116">Anhalter Bahnhof</rs>. Schönes Gespräch über das Verhältnis von Raum, Recht und Plan, die <unclear>Idee</unclear> von <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e29122">Conde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e29122_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e29125">Vgl. dazu 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft (1943/44)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 386-429, hier S. 412</bibl> Anm. 30.</note> als Mittel der idealtypischen Ordnung der Erscheinungsform einer politischen Einheit. Bekam noch einen Platz und fuhr ab. Die Reise nach <rs ref="#__GND_4018118-2" type="place" xml:id="d1e29132">Frankfurt</rs> war nicht anstrengend, las Mackinder; <rs type="document" ref="#__ZOTERO_NNGW9FED" xml:id="d3e29150">A seaman's point of view</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NNGW9FED" xml:id="d3e29150_entity-link"/> mit großem Interesse, gut, daß ich mein <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e29155">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e29155_entity-link"/> schon geschrieben habe. Schöne Fahrt durch <rs ref="#__GND_4020989-1" type="place" xml:id="d1e29149">Gießen</rs>, <rs ref="#__GND_4026069-0" type="place" xml:id="d1e29152">Hünfeld</rs> und <rs ref="#__GND_4018859-0" type="place" xml:id="d1e29156">Fulda</rs>, langweilige Gesellschaft
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-25" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e29164">
                        im Zug. Die Rede von <rs ref="#__GND_118678388" type="person" xml:id="d1e29168">Dietrich</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118678388" xml:id="d1e29168_entity-link"/> dem Pressechef, über den europäischen Geist.<note type="editorial" xml:id="d1e29171">Bei der 2. Internationalen Journalistentagung in Wien hielt am 24. Juni 1943 der Reichspressechef eine bemerkenswerte Rede, vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Die Macht Europas. Reichspressechef Dr. Dietrich über den Kampf des Kontinents gegen die Mächte des Rückschritts und der Zerstörung. Was die Welt dem Abendland verdankt</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 25. Juni 1943, H. 301, S. 1-2</bibl>.</note> Um 8 pünktlich in <rs ref="#__GND_4018118-2" type="place" xml:id="d1e29176">Frankfurt</rs>. Trug meinen Koffer zur Westendstraße, Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e29182">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e29182_entity-link"/> war noch im Konzert. Rasierte mich, ruhte aus, dann mit Fräulein <rs ref="#FrauGehl" type="person" xml:id="d1e29185">Gehl</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauGehl" xml:id="d1e29185_entity-link"/> im Garten gewartet. <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e29188">Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e29188_entity-link"/> kam mit seiner Frau, wir aßen zusammen zu Abend, ich erzählte von Madrid, von Spanien, Frau von Schnitzler war sehr müde, ich gab ihr meine Schachtel Pralinen aus Madrid als Geburtstagsgeschenk. Mit Schnitzler noch eine Flasche Enkircher und <unclear>Sliwowitz</unclear> getrunken, über die Lage, die Abteilung P,<note type="editorial" xml:id="d1e29203">Vermutlich ist das Adolf-Hitler-Panzerprogramm gemeint, ein massives Rüstungsprogramm für den Bau von Panzerfahrzeugen, beschlossen nach der Niederlage von Stalingrad Anfang 1943.</note> seinen Namen in der Reutermeldung,<note type="editorial" xml:id="d1e29206">Nicht nachzuweisen.</note> bis nach 12. Hatte das Gefühl, daß ich lächerlich wie ein Rheinländer aussehe. Geil ins Bett, dachte daran, ob ich <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e29211">Hella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e29211_entity-link"/> am Montag mit in das Professorenzimmer der Aula nehmen soll. Grauenhaft.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-26" n="1943-06-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29217">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-26">Samstag, 26/6 43</date>. Gut geschlafen, behaglich und geil. Bequem angezogen und aufs Frühstück gewartet. Die nette Französin <gap/>, die mir das Tagebuch holte. Nach dem Frühstück mit Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e29227">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e29227_entity-link"/> zum Gebäude der I.G. Gingen dort spazieren und warteten auf <rs ref="#__GND_118765191" type="person" xml:id="d1e29234">Sieburg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765191" xml:id="d1e29234_entity-link"/> Schönes Mittagessen, mit herrlichem Wachenheimer; nette Unterhaltung mit <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e29239">Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e29239_entity-link"/> der mir beim Kaffee die Briefe vorlas; der Brief von <gap/>, Gefühl, daß sie etwas gegen mich <unclear>gesprochen hätten</unclear>, von 3 - 6 gut geschlafen, zum Abendessen um 7 war <rs ref="#__GND_118625675" type="person" xml:id="d1e29249">Usinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118625675" xml:id="d1e29249_entity-link"/> da, ein Oberlehrer, nicht mein Geschmack, die deutsche Provinz, das glatte Gesicht von <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e29254">Bruns</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e29254_entity-link"/> nach dem Essen kamen Sieburg, <rs ref="#__GND_11874402X" type="person" xml:id="d1e29257">Reiffenberg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11874402X" xml:id="d1e29257_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118945130" type="person" xml:id="d1e29260">Kaschnitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118945130" xml:id="d1e29260_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118560395" type="person" xml:id="d1e29263">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118560395" xml:id="d1e29263_entity-link"/> <gap/>. Wir tranken Bowle, sehr nette Unterhaltung (der Rheinländer Sieburg <supplied>(</supplied>Sieburg las den Brief von <rs ref="#__GND_118673696" type="person" xml:id="d1e29273">Bruno Brehm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118673696" xml:id="d1e29273_entity-link"/> vor), der mich immer wieder anspricht, trotz seiner spezifisch rheinischen Taktlosigkeit).<note type="editorial" xml:id="d1e29276">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Bruno Brehm an ihn vom 11. März 1943, RW 0265 Nr. 2021, sowie eine maschinengeschriebene Abschrift, die zum Versand an Freunde und Bekannte bestimmt war, RW 0265 Nr. 2022.</note> Nachher über <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e29282">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e29282_entity-link"/> sehr heftig, richtig ungerecht, Schuldfrage, die Reiffenberg aufwarf, die mir <gap/> <unclear>eng</unclear> vorkam. Nachher noch bis ½ 2 mit Frau von Schnitzler Wein getrunken und müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-27" n="1943-06-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29294">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-27">Sonntag, 27/6 43</date>. Aufs Frühstück gewartet in dem wunderschönen Garten, schreibe ins Gästebuch meinen Namen mit omine auctus,<note type="editorial" xml:id="d1e29305">Lat., dt.: durch das Vorzeichen ermutigt.</note> schönes Gespräch mit Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e29308">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e29308_entity-link"/> über den gestrigen Abend. Frau von Schnitzler begleitete mich zum Bahnhof, alles sehr nett, schöner Platz allein im Abteil, das sieht alles gut aus; abwarten. Ein netter Direktor der I.G., der über Berlin nach <unclear>Sofia</unclear> fährt. Seltsame Begegnung: <rs ref="#__GND_118608541" type="person" xml:id="d1e29321">Schmelzeisen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608541" xml:id="d1e29321_entity-link"/> aus Halle sprach mich an, erzählte von <rs ref="#__GND_116433868" type="person" xml:id="d1e29327">Fehr</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116433868" xml:id="d1e29327_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118588494" type="person" xml:id="d1e29330">Nolde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118588494" xml:id="d1e29330_entity-link"/> <rs ref="#__GND_119091259" type="person" xml:id="d1e29333">Anschütz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119091259" xml:id="d1e29333_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e29336">Bilfinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e29336_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_116868155" type="person" xml:id="d1e29340">Schönfeld</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116868155" xml:id="d1e29340_entity-link"/> Rheinische Anpassungsfähigkeit, nette Unterhaltung bis gegen ½ 3. Dann wieder allein in meinem Abteil. In <rs ref="#__GND_4014013-1" type="place" xml:id="d1e29345">Eisenach</rs> kamen viele Menschen, mir gegenüber ein lächerlicher Typ, der sich auf seinen <unclear>grünen Schein</unclear> berief<unclear> (<quote xml:id="d1e29353">Sie sitzen hier auf ihre Gefahr</quote>)</unclear>. Später noch ein komischer Oberstleutnant, die beiden stritten über die Frage, ob es ein Zeichen von Dekadenz ist, daß sich die Damen die Fingernägel rot malen. Ich sprach noch einmal mit Schmelzeisen, fand ihn <unclear>aber</unclear> langweilig. Der traurige Blick des Direktors der I.G. Farben. Um ¼ 10 am <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e29366">Anhalter Bahnhof</rs>, nach Hause geeilt, mit meinen 6 Flaschen Wein, um ½ 11 zu Hause, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29371">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29371_entity-link"/> machte mir Bratkartoffeln, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e29374">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e29374_entity-link"/> schlief schon. Erzählte ihr, trank eine Flasche Wein (Welsch-Riesling aus Pettau), todmüde um 11 zu Bett und durchgeschlafen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-28" n="1943-06-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e29382">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-28">Montag, 28/6 43</date>. Schlechte Gehirnverfassung, Ohrenziehen, scheußlich, todmüde, nicht richtig erfrischt. Erst um 10 aufgestanden. Ließ <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e29390">Hella</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e29390_entity-link"/> die anrief, sagen, ich sei nicht zu Hause, sie soll morgen wieder anrufen. Schöner Kaffee, Vorlesung über Volkszugehörigkeit schnell vorbereitet, noch im Seminar, sah <rs ref="#__GND_1104193221" type="person" xml:id="d1e29395">Diener</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1104193221" xml:id="d1e29395_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e29399">Habilitation bei Schmitt 1943 mit der Arbeit <q>Das Reich im Weltanschauungskampf. Eine theoretisch-staatswissenschaftliche Studie zum Reichsbegriff im Mittelalter</q>; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 77-80</bibl>.</note> der mir wie im Traum die Hand gab, sodaß ich mich ärgerte. Gute Vorlesung. <q>Ihr Carl Schmitt aus Plettenberg im Sauerland <app><lem><unclear>will</unclear></lem><rdg>soll</rdg></app> nicht wissen was <unclear>für</unclear> <gap/>.</q> Nachher mit <rs ref="#__GND_118920413" type="person" xml:id="d1e29418">Heinz Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118920413" xml:id="d1e29418_entity-link"/> seinen <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e29421">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e29421_entity-link"/> abgeholt und mit diesem im Wagen nach Hause. Erzählte ihm von <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e29426">Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e29426_entity-link"/> (scheinbar ein bonvivant). Nach dem Essen geschlafen. Um 5 kam <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e29433">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e29433_entity-link"/> brachte 6 Flaschen Wein, rührend, Butter und Wurst. Wir tranken zusammen guten Kaffee und plauderten über die SS. <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e29441">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e29441_entity-link"/> wieder auf der Höhe, <unclear>sieht auch er</unclear> die allgemeine <unclear>Verwaltung</unclear>; die Evakuierung des Ghettos von Warschau.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e29455">
                        Blieb zum Abendessen, schöner slovenischer Wein; <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e29459">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e29459_entity-link"/> war auch da. Erzählte von der Schlacht im Warschauer Ghetto; das wird ein Mythos.<note type="editorial" xml:id="d1e29462">Im Sommer 1942 wurde etwa die Hälfte der Bewohner des Warschauer Ghettos in Vernichtungslager deportiert. Gegen neue Deportationen Anfang 1943 gab es heftigen Widerstand, der erst am 16. Mai 1943 durch die SS niedergeschlagen wurde. Der heute berühmte <q>Warschauer Aufstand</q> fand 1944 statt.</note> <rs ref="#SchwartzG&#xFC;nther" type="person" xml:id="d1e29468"><unclear>Günther Schwartz</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchwartzG&#xFC;nther" xml:id="d1e29468_entity-link"/> schrieb auch davon.<note type="editorial" xml:id="d1e29471">Günther Schwartz, ein Schüler von Schmitt und einer seiner letzten Promovierenden in der Kriegszeit, reichte offenbar mit dem Brief vom 28. Februar 1942, RW 0265 Nr. 15018, ein Korrekturexemplar seiner Dissertation bei Schmitt ein. Ein Brief mit der Schilderung des Aufstandes im Warschauer Ghetto ist von ihm im Nachlass Schmitt nicht erhalten. Nichts in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>, vgl. aber 
                            <bibl type="book"><author>Günther Schwartz</author>, <title>Ist die Mitgliedschaft im Genfer Völkerbund mit der Neutralität im Kriege vereinbar?</title>, Berlin, Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät: Diss. masch. <date>1945</date></bibl>.</note> <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e29479">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e29479_entity-link"/> ging um ½ 8 und will zum Geburtstag wiederkommen. Nach dem Essen <unclear><rs type="person" xml:id="d1e29483">Rehfelds</rs></unclear> Examensarbeiten. Mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29486">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29486_entity-link"/> noch ein Spaziergang durch den Park. An den toten <rs ref="#__GND_174075081" type="person" xml:id="d1e29491">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e29491_entity-link"/> gedacht. Müde zu Hause. <hi>Kann nicht mehr nach Plettenberg gehen.</hi> Völlig einsam und isoliert. Sehnsucht nach <unclear>Hause</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-29" n="1943-06-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-29" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e29504">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-29">Dienstag, 29/6 43</date>. Gut ausgeruht; immer Ohrenziehen; hielt meine Vorlesung über Staatsangehörigkeit, zu angestrengt, nachher <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e29510">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e29510_entity-link"/> mit seinem <rs ref="#BruderWeber-Schumburg" type="person" xml:id="d1e29513">Bruder</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BruderWeber-Schumburg" xml:id="d1e29513_entity-link"/> dem Schweden; <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e29518">Hella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e29518_entity-link"/> stand dabei; im Professorenzimmer mit ihr, dann suchten wir ein Lokal; schließlich im <rs ref="#Kaiserhof" type="place" xml:id="d1e29522">Kaiserhof</rs>, zu Mittag gegessen, bis ½ 4; war todmüde, sie war aber nett und sehr <gap/>, lieferte die <unclear>Marken</unclear>. Ich fuhr todmüde nach Hause zurück, schlief 3 Stunden, stand abends auf und trank eine Flasche herrlichen Luttenberger, aus Slowenien mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e29533">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e29533_entity-link"/> die großartig war (Vorschlag, den Pfarrer <rs ref="#GebhardtHermann" type="person" xml:id="d1e29537">Gebhardt</rs><note type="editorial" xml:id="d1e29539">Hermann Gebhardt war von 1930 bis 1956 katholischer Pfarrer von St. Bernhard in Berlin-Dahlem, Königin-Luise-Str. 33, und Religionslehrer von Anima. Im Nachlass Schmitts sind zwei Briefe von ihm aus 1945 und 1946 erhalten, RW 0265 Nr. 4667 und RW 0265 Nr. 4668. Gebhardt stellte Schmitt später ein Entlastungszeugnis aus, RW 0265 Nr. 21781.</note> zu meinem Geburtstag einzuladen, Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e29544">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e29544_entity-link"/> soll kommen, denn ich bin doch auch zu ihrem Geburtstag gekommen); <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29547">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29547_entity-link"/> kam aus dem Konzert und fand, daß die <rs ref="#__ZOTERO_GEIQPEFR" type="document" xml:id="d3e29563">5. Sinfonie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GEIQPEFR" xml:id="d3e29563_entity-link"/> von Beethoven aus lauter Sondermeldungen bestehe. <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e29556">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e29556_entity-link"/> rief abends an; er fand die Kursarbeit von <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e29559">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e29559_entity-link"/> ausgezeichnet.<note type="editorial" xml:id="d1e29562">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-29" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e54011">
                        <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e54014">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e54014_entity-link"/> kommt aus dem <rs type="person" xml:id="d1e54017">Furtwängler</rs>-Konzert, <rs ref="#__ZOTERO_CJV562AB" type="document" xml:id="d3e54046">4. Symphonie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_CJV562AB" xml:id="d3e54046_entity-link"/> sehr schön. <rs ref="#__ZOTERO_GEIQPEFR" type="document" xml:id="d3e54050">5. Symphonie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GEIQPEFR" xml:id="d3e54050_entity-link"/> lauter Sondermeldungen.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54028">
                        Die 5. Symphonie von <rs ref="#__GND_118508288" type="person" xml:id="d1e54032">Beethoven</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118508288" xml:id="d1e54032_entity-link"/> lauter Sondermeldungen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-06-30" n="1943-06-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-06-30" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29569">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-06-30">Mittwoch, 30/6 43</date>. Hatte Kopfschmerzen, hielt meine Übung vor einigen Hörern, über Besatzungsrecht, Unterschied von occupatio bellica<note type="editorial" xml:id="d1e29579">Lat., dt.: militärische Besetzung; vgl. .</note> und <unclear>occ. imp</unclear>. Im Grunde eine Schande. <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e29588">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e29588_entity-link"/> war nicht da.<note type="editorial" xml:id="d1e29592">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Holte in der <rs ref="#__GND_230079-5" type="place" xml:id="d1e29597">Universitätsbibliothek</rs> die Fotokopie von <rs ref="#__GND_1055153047" type="person" xml:id="d1e29600">Nys</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153047" xml:id="d1e29600_entity-link"/> und bestellte gleich eine neue. Lange auf die Bahn am <rs ref="#__GND_4521224-7" type="place" xml:id="d1e29605">Bahnhof Friedrichstraße</rs> gewartet. Zu Hause schnell gegessen, müde, wieder zurück, zur Fakultätssitzung, Colloquium <rs ref="#__GND_1104193221" type="person" xml:id="d1e29610">Diener</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1104193221" xml:id="d1e29610_entity-link"/> er ist ein uneheliches Kind; ekelhaft; jetzt ist mir alles klarer. Über die juristische Person; es war im Grunde scheußlich; <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e29616">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e29616_entity-link"/> ganz dumm; fuhr mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e29620">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e29620_entity-link"/> in der U-Bahn bis zum <rs ref="#__GND_4684678-5" type="place" xml:id="d1e29626">Nollendorfplatz</rs>. Todmüde nach Hause. <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e29630">Schmoller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e29630_entity-link"/> gab mir ein paar Denkschriften, wir aßen zusammen zu Abend, er ging um ½ 10;<note type="editorial" xml:id="d1e29635">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> dann wartete ich auf Fräulein <rs ref="#KlockeFr&#xE4;ulein" type="person" xml:id="d1e29640"><unclear>Klocke</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KlockeFr&#xE4;ulein" xml:id="d1e29640_entity-link"/> die Westfälin, die <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29643">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29643_entity-link"/> maniküriert; tranken eine Flasche Moselwein, nett unterhalten, wie mit <rs ref="#__GND_1145985521" type="person" xml:id="d1e29649">Bockhoff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145985521" xml:id="d1e29649_entity-link"/> sie ist klug (<quote rend="quoted" xml:id="d1e29652">wir <unclear>können</unclear> es nicht feststellen</quote>). Telefonierte mit <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e29657">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e29657_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e29660">Max Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e29660_entity-link"/> Idealtypen; freute mich über Fräulein <unclear>Klocke</unclear>, die von Duschka sagte: auch wenn sie ihren Roller schiebt, bleibt sie immer Dame.<note type="editorial" xml:id="d1e29668">Anspielung darauf, daß Duschka Schmitt mit einem zweirädrigen Einkaufswagen in Dahlem auf den Markt zum Einkaufen ging; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Veronica Runte-Schranz</author>, <title>Dr. Franz Schranz und sein Siedlinghäuser Kreis</title>, in: <title>Schmittiana III</title>, Brüssel <date>1991</date>, S. 63-88, hier S. 76</bibl>.</note> Nachher sehr schöner <unclear>Koitus</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-01" n="1943-07-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29679">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-01">Donnerstag, 1/7 43</date>. Immer noch Ohrenziehen, bei <rs ref="#__GND_102727732" type="person" xml:id="d1e29685">Eicken</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102727732" xml:id="d1e29685_entity-link"/> angerufen und für Dienstag verabredet. Einige Telefongespräche (<rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e29688">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e29688_entity-link"/> teilte mir das großartige Telegramm des <rs ref="#__GND_123487005" type="person" xml:id="d1e29693">Botschafters</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123487005" xml:id="d1e29693_entity-link"/> aus Madrid mit: fließendes Spanisch, außergewöhnlicher propagandistischer Erfolg, großer Beifall, 500 Hörer),<note type="editorial" xml:id="d1e29697">Vgl. dazu 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> behaglich gefrühstückt, die Propaganda wegen der Beschädigung des <rs ref="#__GND_4122597-1" type="place" xml:id="d1e29704">Kölner Doms</rs> (Giftgasvorbereitung?).<note type="editorial" xml:id="d1e29707">Am 29. Juni 1943 wurde bei einem britischen Luftangriff auf Köln auch der Dom beschädigt. Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Schwere Spreng- und Brandbombenschäden am Kölner Dom</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 29. Juni 1943, H. 308, S. 1</bibl>, bzw. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Kulturverbrechen von Köln. Linkes Querschiff des Domes völlig zerstört. Auch Rathaus, Stadthaus und Gürzenich vernichtet</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 30. Juni 1943, H. 309, S. 1-2</bibl>. Zwar wird allgemein von Gegenmassnahmen gesprochen, von Giftgas ist aber in den beiden Zeitungsartikeln nicht die Rede.</note> Trotzdem sehr behaglich. Las <rs ref="#__GND_118622110" type="person" xml:id="d1e29715">Thomas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118622110" xml:id="d1e29715_entity-link"/> <rs type="work" xml:id="d1e29718">II II 40, de bello</rs>, sehr schön. Gut ausgeruht. Erstaunt über <rs ref="#__GND_118768735" type="person" xml:id="d1e29724">Vitoria</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768735" xml:id="d1e29724_entity-link"/> Die Spanier hatten nicht mehr moralisches Recht, Indien zu entdecken, wie die Indianer, Europa zu entdecken.<note type="editorial" xml:id="d1e29730">Vgl. dazu .</note> Hielt meine Vorlesung, eilte nach Hause, zog mich um, zurück zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e29737">Universität</rs>, in der alten Aula eine Veranstaltung für den rumänischen Unterrichtsminister <rs ref="#PetroviciJon" type="person" xml:id="d1e29740">Petrovici</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PetroviciJon" xml:id="d1e29740_entity-link"/> der sympathisch war (über <rs ref="#__GND_118610465" type="person" xml:id="d1e29744">Schopenhauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118610465" xml:id="d1e29744_entity-link"/> gearbeitet hat); dieser Typ von deutschem Gelehrten. <rs ref="#__GND_118689398" type="person" xml:id="d1e29749">Gamillscheg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118689398" xml:id="d1e29749_entity-link"/> wollte mir eine Einladung für morgen Nachmittag geben, Ordensverleihung, hatte sie aber angeblich verloren. Merkwürdig. War sehr mißtrauisch und wollte mich drücken, andererseits aber auch kein Spielverderber sein. Immer dasselbe. Zu Hause 2 Stunden ausgeruht, dann in der Küche mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29754">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29754_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e29757">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e29757_entity-link"/> gegessen, eine Flasche Erdener Herrenberg getrunken. Um 10 an <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e29763">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e29763_entity-link"/> geschrieben (weil wir ihn telefonisch nicht erreichen konnten; nur Münzgespräch mit 10-facher Gebühr); plötzlich bemerkten wir Brandgeruch, Anima hat das elektronische Bügeleisen benützt und nicht abgestellt, große Aufregung, holte das Kind aus dem Bett; sah schon das schlimmste Unheil. Ärgerte mich über ihre <unclear>Fahrigkeit</unclear> und ihre Unfähigkeit, Ordnung zu halten. Duschka erzählte noch von den Klagen <rs ref="#AnnaK&#xF6;chin" type="person" xml:id="d1e29772">Annas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AnnaK&#xF6;chin" xml:id="d1e29772_entity-link"/> die sich über die viele Arbeit beklagt. Sie sagte mir: <quote xml:id="d1e29778">Das hören Sie nicht gern</quote>. Ich hätte antworten müssen: <quote xml:id="d1e29780">Ich habe ganz andere Dinge gehört; aber ich höre den Ton nicht gern, in dem Sie es erzählen</quote>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-02" n="1943-07-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="oJLn">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-02">Freitag, 2/7 43</date>. Behaglicher Vormittag, immer noch über den Begriff der Entdeckung nachgedacht; herumtelefoniert, Expressgut mit Wein aus Frankfurt angekommen, das Problem, die Kiste vom <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e29800">Anhalter Bahnhof</rs> hierher zu bringen. Wie eine Zwangsvorstellung. An Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e29803">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e29803_entity-link"/> geschrieben; sie hat um 200 gr. Brotmarken gebeten.<note type="editorial" xml:id="d1e29810">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 161</bibl>.</note> Nachmittags um 4 zur <rs ref="#Rauchstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e29817">Rauchstraße</rs>,<note type="editorial" xml:id="d1e29820">Bis 1944 befand sich die Rumänische Gesandtschaft in Berlin, Rauchstr. Nr. 26. Der Gesandte war vom 15. Juni 1943 bis zum 24. August 1944 Ion Gheorghe (1894-1957).</note> rumänische Gesandtschaft, Ordensverleihung, die armen Leute, lernte <rs ref="#__GND_118792237" type="person" xml:id="d1e29823">Pinder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118792237" xml:id="d1e29823_entity-link"/> kennen, der nette <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e29827">Go-</rs> <rs ref="#Goruneanu" type="person" xml:id="d1e29836">runeanu</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Goruneanu" xml:id="d1e29836_entity-link"/> <rs ref="#Schadwalt" type="person" xml:id="d1e29839"><unclear>Schadwalt</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schadwalt" xml:id="d1e29839_entity-link"/> (der <rs ref="#__GND_11864968X" type="person" xml:id="d1e29842">Ministerpräsident</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11864968X" xml:id="d1e29842_entity-link"/> hat ihm den Fall und die rumänische Staatsangehörigkeit angeboten), es gab guten Sekt, sprach nett mit dem <rs ref="#__GND_123439515" type="person" xml:id="d1e29845">Bruder <unclear>Antonescus</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123439515" xml:id="d1e29845_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e29849">Mihai Antonescu, Außenminister Rumäniens und stellvertretender Ministerpräsident, ist mit Ion Antonescu nicht verwandt oder verschwägert.</note>, der Marineattaché ist; der gefiel mir gut. Aber meine Sache war nicht in Ordnung, keine Urkunde, nur einen Orden. Dachte nicht weiter darüber nach und lief zur S-Bahn, um <rs ref="#Wagner" type="person" xml:id="d1e29860">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagner" xml:id="d1e29860_entity-link"/> zu besuchen. Nette Unterhaltung, über den Kampf im Warschauer Ghetto,<note type="editorial" xml:id="d1e29863">Im Sommer 1942 wurde etwa die Hälfte der Bewohner des Warschauer Ghettos in Vernichtungslager deportiert. Gegen neue Deportationen Anfang 1943 gab es heftigen Widerstand, der erst am 16. Mai 1943 durch die SS niedergeschlagen wurde. Der heute berühmte <q>Warschauer Aufstand</q> fand 1944 statt.</note> Möglichkeit des Friedens, Widerstand im Osten, Zusammenbruch Italiens usw. Guter Wein (Zeltinger), Portwein will er mir besorgen. Die nette <rs type="person" ref="#WagnerFrau" xml:id="d1e29871">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WagnerFrau" xml:id="d1e29871_entity-link"/> (erzählte ihr die Geschichte von <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e29874">Anima</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e29874_entity-link"/> um 10 wieder zu Hause. Trank noch eine Flasche Kreuznacher mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29879">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29879_entity-link"/> und ging müde zu Bett. Zwangsvorstellung: Wie kommt die Kiste Wein vom <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e29882">Anhalter Bahnhof</rs> zu uns?
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-02" type="entry-date"/></note>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-03" n="1943-07-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29888">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-03">Samstag, 3/7 43</date>. Traum von <rs ref="#Johanna" type="person" xml:id="d1e29894">Johanna</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Johanna" xml:id="d1e29894_entity-link"/> Ein großartiges Hotelzimmer, Blick auf die Alpen (das ist großartiger als das Sauerland), bei ihr im Zimmer, sie erwartet ihren Mann, <rs ref="#BielefeldPhilipp" type="person" xml:id="d1e29901">Philipp Bielefeld</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BielefeldPhilipp" xml:id="d1e29901_entity-link"/> <unclear>gedacht</unclear>, sie kleidet sich an, <unclear>er sähe sie</unclear> (dachte an <unclear>Magda</unclear>), wir gehen spazieren, plötzlich bin ich allein im Gebirge, verliere den Weg, eine elektrische Bahn fährt mir davon usw. Im Wald, fremde Soldaten, wie zu Anfang des Krieges <supplied>(</supplied>1914). Nach dem Frühstück telefoniert, <rs ref="#__GND_117416312" type="person" xml:id="d1e29918">Vietta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117416312" xml:id="d1e29918_entity-link"/> rief an (will einen Aufsatz über <rs type="person" ref="#__GND_11851752X" xml:id="d1e29921">Burckhardt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851752X" xml:id="d1e29921_entity-link"/> haben,<note type="editorial" xml:id="d1e29924">Ein solcher Aufsatz von Schmitt ist nicht nachweisbar.</note> wir sprechen über <unclear><rs ref="#__GND_118547798" type="person" xml:id="d1e29928">Heidegger</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547798" xml:id="d1e29928_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e29932">Nietzsche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e29932_entity-link"/> den Begriff der Entdeckung, Spanien). <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e29938">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e29938_entity-link"/> übernimmt es, die Kiste Wein vom <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e29941">Anhalter Bahnhof</rs> zu besorgen. Gespannt, ob es ihr gelingt. War müde und hatte Magenbeschwerden. Nach dem Essen etwas geschlafen, aber nicht genug. Um 4 Uhr kam der <rs ref="#__GND_118704486" type="person" xml:id="d1e29946">Bruder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118704486" xml:id="d1e29946_entity-link"/> von <rs ref="#VonderHeydtAugustjun" type="person" xml:id="d1e29949">von der Heydt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VonderHeydtAugustjun" xml:id="d1e29949_entity-link"/> armer netter Junge, Historiker, erzählte von Holland, um 6 <rs ref="#DiazGarcia" type="person" xml:id="d1e29955"><unclear>Garcia-Diaz</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DiazGarcia" xml:id="d1e29955_entity-link"/> der aber nicht zum Abendessen blieb. Schöne Unterhaltung über Spanien, hörte von <rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e29958">Zubiri</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e29958_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e29962">Conde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e29962_entity-link"/> verabredeten uns für Mittwoch. Er erzählte von <rs ref="#__GND_118625403">Unamuno</rs>, das + <note type="editorial" xml:id="d1e29970">Schmitt stellt ein Kreuz dar.</note>auf dem Herzen. Die Instinktlosigkeit der klerikalen Bürokratie. Fall Zubiri. Woher meine Liebe zu diesem Mann? Ein <unclear>Maure</unclear> und Freimaurer, unheimlich alte Rasse, voller Leid und Menschlichkeit. Der junge von der Heydt blieb zum Abendessen da. Er pflückte Kirschen, wir gaben Garcia-Diaz eine Tüte mit. Ich war ziemlich müde, hatte Magen- und Darmbeschwerden und trank eine Flasche schlechten Rotwein, was nichts nützte. Müde zu Bett. Oberleutnant <rs ref="#BuchholzRolf" type="person" xml:id="d1e29985">Buchholz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BuchholzRolf" xml:id="d1e29985_entity-link"/> kommt morgen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-04" n="1943-07-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e29991">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-04">Sonntag, 4/7 43</date>. Immer noch Beschwerden. Fürchterlicher Traum, <gap/>, in einer Eisenbahn, in der <rs ref="#Blemke" type="place" xml:id="d1e29999">Blemke</rs>, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e30002">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e30002_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30005">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30005_entity-link"/>im Neben<c type="ephemeral-hyphen">-</c>abteil. Müde bis 10 im Bett. Etwas notiert, den Bericht über Spanien endlich fertig,<note type="editorial" xml:id="d1e30013">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note> aber summarisch, Brief von <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e30018">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e30018_entity-link"/> der zum Geburtstag kommt, Anruf von <rs ref="#__GND_1250761794" type="person" xml:id="d1e30024">Rumpf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1250761794" xml:id="d1e30024_entity-link"/> nettes Gespräch über Amerika, <rs ref="#__GND_124148336" type="person" xml:id="d1e30028">Quincy Wright</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124148336" xml:id="d1e30028_entity-link"/> Kriegsbegriff und Recht.<note type="editorial" xml:id="d1e30031">Vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Quincy Wright</author>, <title>A study of war</title>, Chicago: University of Chicago Press <date>1942</date></bibl>, zus. über 1500 Seiten.</note> Wartete auf <rs ref="#__GND_116334312" type="person" xml:id="d1e30036">Echebarria</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116334312" xml:id="d1e30036_entity-link"/> Schöne Unterhaltung mit ihm über Spanier, über <rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e30039">Zubiri</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e30039_entity-link"/> Wir tranken zum Mittagessen eine Flasche Moselwein (Enkircher), nachher schönen Kaffee, den Duschka machte. Um 4 gingen wir zusammen zum <rs ref="#BahnhofLichterfelde" type="place" xml:id="d1e30044">Bahnhof Lichterfelde</rs>, fuhren nach <rs ref="#__GND_4087336-5" type="place" xml:id="d1e30048">Nikolassee</rs> zu <rs ref="#__GND_116684739" type="person" xml:id="d1e30051">Helle<c type="ephemeral-hyphen">-</c>brand</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116684739" xml:id="d1e30051_entity-link"/> in <corr>die</corr> Beskidenstraße, der uns aber gar nicht erwartet hatte. Das war also zu viel Rücksicht von uns. Die Frau <rs ref="#FrHellebrand" type="person" xml:id="d1e30060">Hellebrand</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrHellebrand" xml:id="d1e30060_entity-link"/> machte einen netten Kaffee, zeigte uns ihr Pflegekind, ich sprach mit Hellebrand über <unclear><rs ref="#__GND_170464679" type="person" xml:id="d1e30066">Georgescu</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_170464679" xml:id="d1e30066_entity-link"/> den Unterschied von jus und factum, nett, aber langweilig, er zeigte das schöne Schloß von <rs ref="#Wenger" type="person" xml:id="d1e30076">Wenger</rs> in der Steiermark. Müde nach Hause, etwas ausgeruht, Sorge wegen Anima, die aber bald von der Sportfeier nach Hause kam. Um ¼ 8 erschien <rs ref="#BuchholzRolf" type="person" xml:id="d1e30083">Rolf Buchholz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BuchholzRolf" xml:id="d1e30083_entity-link"/> wir aßen nett zu Abend, tranken Mosel- und Nahewein, Duschka brachte ihre Sorgen an, wir sprachen über <unclear>Rumänier</unclear> (die sich nett heraus machen), und Spanien, er hofft, daß die englisch-amerikanischen Flieger bald etwas auf die Nase bekommen. Erschrak wegen Köln und dachte an den armen <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e30091">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e30091_entity-link"/> Begleitete ihn um ½ 11 zum <rs ref="#BahnhofLichterfeldWest" type="place" xml:id="d1e30096">Bahnhof Lichterfelde West</rs>. Todmüde nach Hause, aber ich konnte nicht recht schlafen.
                    </ab>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-05" n="1943-07-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-05" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e30102">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-05">Montag, 5/7 43</date>. Immer müde und benommen. Schöner Brief von <rs ref="#Gr&#xFC;ningerHorst" type="person" xml:id="d1e30108">Grüninger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gr&#xFC;ningerHorst" xml:id="d1e30108_entity-link"/> der mich nach Charkow einlädt.<note type="editorial" xml:id="d1e30114">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Horst Grüninger an ihn aus Charkow vom 29. Juni 1943, RW 0265 Nr. 29605, mit dem er Schmitt und Ernst Jünger zu Vorträgen vor dem Armeestab und den Offizieren der Korps- und Divisionsstäbe einlädt. Schmitt solle über Land- und Seemacht bzw. Land- und Seerecht sprechen. Zu dieser Reise kam es nicht.</note> Wegen der Weinkiste von Frankfurt zum <rs ref="#__GND_4130972-8" type="place" xml:id="d1e30117">Anhalter Bahnhof</rs>, unterwegs <rs ref="#__GND_141306335" type="person" xml:id="d1e30122">Vicen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141306335" xml:id="d1e30122_entity-link"/> getroffen, der von <rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e30126">Zubiri</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e30126_entity-link"/> und von <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e30129">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e30129_entity-link"/> erzählte (es war keine Zeit zu <gap/>), dann am Anhalter Bahnhof den sonderbaren Chauffeur, ihm dummerweise meinen Expressschein gegeben, er soll morgen Nachmittag bringen; wie dumm war das von mir, <unclear>unerklärlich</unclear>, wie der <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e30139">Vater</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e30139_entity-link"/> Zur <rs ref="#__GND_230079-5" type="place" xml:id="d1e30142">Universitätsbibliothek</rs>, etwas über occupatio bellica und imp. Schlechte Vorlesung, große Angst, im Fakultätszimmer Fräulein <rs ref="#Fr&#xE4;uleinMache" type="person" xml:id="d1e30156"><unclear>Mache</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Fr&#xE4;uleinMache" xml:id="d1e30156_entity-link"/> den Bericht über das colloquium <rs ref="#__GND_1104193221" type="person" xml:id="d1e30164">Diener</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1104193221" xml:id="d1e30164_entity-link"/> diktiert.<note type="editorial" xml:id="d1e30167">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 77-80</bibl> mit Auszügen aus dem Gutachten Schmitts.</note> Todmüde mit der U-Bahn nach Hause, ausgeruht, konnte aber nicht schlafen. Abends am Schreibtisch gegessen, an <rs ref="#__GND_1057429759" type="person" xml:id="d1e30178">Castro-Rial</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057429759" xml:id="d1e30178_entity-link"/> geschrieben, weil ich morgen zu <rs ref="#OyarzabalIgnacio" type="person" xml:id="d1e30181">Oyarzabal</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OyarzabalIgnacio" xml:id="d1e30181_entity-link"/> will. <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e30184">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e30184_entity-link"/> kam zur Französischstunde. Ich sah ihn vom Fenster aus; dachte daran, ob morgen der Chauffeur mit der Kiste Wein kommt; lächerliche Angst-Kombination (wie die arme <rs ref="#SchmittLouise" type="longhand"><unclear>oma</unclear></rs><supplied>)</supplied>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-05" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e30199">
                        <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e30202">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e30202_entity-link"/> wurde krank (Schüttelfrost sagte <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30205">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30205_entity-link"/> es war aber nur ein Frösteln). Wir aßen zu dritt zu Abend, dann wurde <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e30208">Zahler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e30208_entity-link"/> geholt, wartete auf ihn, er kam gegen 11, hielt eine leichte Lungenentzündung für möglich, war sehr nett, gut angezogen, wir tranken eine Flasche Jerusalemer, dann noch einen Pfälzer, erzählte von seinem Militärberuf, über <rs ref="#__GND_11859169X" type="person" xml:id="d1e30216">Paracelsus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859169X" xml:id="d1e30216_entity-link"/> empfand eine Mischung von Sympathie, Widerwillen, Verachtung; er denkt nicht wissenschaftlich, aber intelligent; ein Arzt müßte 90 Jahre alt werden, um wirklich etwas zu wissen usw. Um ½ 2 fuhr er mit seinem fabelhaften Wagen ab.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-06" n="1943-07-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e30225">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-06">Dienstag, 6/7 43</date>. Etwas Kopfschmerzen, traurig, aufstehen zu müssen, nachher war ich sehr zufrieden darüber, wurde schnell munter, nervös, angeregt. Fuhr mit der U-Bahn zum <rs ref="#Wittenbergplatz" type="place" xml:id="d1e30236">Wittenbergplatz</rs>, von da zum <rs ref="#__GND_4087345-6" type="place" xml:id="d1e30239">Tiergarten</rs>, <rs ref="#SpanischeBotschaft" type="place" xml:id="d1e30243">Spanische Botschaft</rs>, traf den sympathischen <rs ref="#OyarzabalIgnacio" type="person" xml:id="d1e30246">Oyarzabal</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OyarzabalIgnacio" xml:id="d1e30246_entity-link"/> gab ihm die Fotokopie für <rs ref="#__GND_1057429759" type="person" xml:id="d1e30251">Castro-Rial</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057429759" xml:id="d1e30251_entity-link"/> schönes Gespräch über die Freiheit der Wissenschaft, die unveräußerlich ist, über Völkerrechtslehrer, will sich von dem <rs ref="#__GND_1055153047" type="person" xml:id="d1e30254">Nys</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153047" xml:id="d1e30254_entity-link"/> ebenfalls eine Fotokopie machen lassen. Mit dem Autobus zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e30260">Universität</rs>, unterwegs <rs ref="#__GND_118772325" type="person" xml:id="d1e30264">Zechlin</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118772325" xml:id="d1e30264_entity-link"/> eifriges Gespräch über <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e30278">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e30278_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118709216" type="person" xml:id="d1e30270">Albrecht Haushofer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118709216" xml:id="d1e30270_entity-link"/> die <unclear>Physiker</unclear>; er hat seine Schätze schon auf dem Land versteckt. Hielt meine Vorlesung über Hakenkreuz, <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e30278">Führer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e30278_entity-link"/> sehr gut; glücklich, das erledigt zu haben. Zu Hause ausgeruht, seit 4 auf den Chauffeur gewartet, Sorge und Qual, mit Depressionen zur <rs ref="#Joachimsthalerstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e30283">Joachimstalerstraße</rs>, ein Glas Bier getrunken, telefoniert, ob die Weinkiste da ist, sie war um 6 noch nicht da! Bei <rs ref="#__GND_102727732" type="person" xml:id="d1e30286">Eicken</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102727732" xml:id="d1e30286_entity-link"/> traurig gewartet, er war aber nett und gab mir <unclear xml:id="d1e30291"><app><lem>Brief</lem><rdg>brav</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e30291_alt-rdg" target="#d1e30291">Alternative Lesart zu „Brief“: brav</note> <gap/> <unclear>und Koch</unclear> mit. Gleichgültig nach Hause, um 7 ¼, dort stand der Wagen des Chauffeurs, der Chauffeur selbst aß bei uns zu Abend, bekam 2 Zigarren, 30 Mark, ich war erleichtert und atmete auf, als ich die Weinkiste sah und packte sie mit Vergnügen aus. 20 schöne Flaschen, sodaß ich mich auf meinen Geburtstag freute. Diese Nacht kommen die Flieger nicht, weil es regnete, also eine schöne Galgenfrist. Eine Flasche Rotwein zum Abendessen, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30305">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30305_entity-link"/> geplaudert, noch einen Cognac getrunken, um 11 hinaufgegangen; etwas gelesen über Staatensuccession und Eroberung, <rs ref="#__GND_116162791" type="person" xml:id="d1e30311">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116162791" xml:id="d1e30311_entity-link"/> der Kurhesse,<note type="editorial" xml:id="d1e30314">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 177Anm.2</bibl>.</note> behaglich zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-07" n="1943-07-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e30322">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-07">Mittwoch, 7/7 43</date>. Gut ausgeschlafen und schon um ½ 9 aufgestanden. <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e30328">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e30328_entity-link"/> ist wieder gesund. Freute mich auf den Kaffee. Las morgens einiges aus Reck- Malleczewen über <rs ref="#__ZOTERO_HU7GHI3I" type="document" xml:id="d3e30344">Bockelson</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HU7GHI3I" xml:id="d3e30344_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e30336">Laut Auskunft von Ernst Hüsmert hat Schmitt das Buch über 20 mal verschenkt. Ein Exemplar befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 26164.</note> die Identität ist frappant; kaum erträglich. Mit Vergnügen über den Fall <rs ref="#__GND_118501828" type="person" xml:id="d1e30340">Alexander</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118501828" xml:id="d1e30340_entity-link"/> in Theben gesprochen. <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e30343">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e30343_entity-link"/> war da,<note type="editorial" xml:id="d1e30346">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> auch <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e30351">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e30351_entity-link"/> mit dem ich nachher noch sprach (über die Rede von <rs ref="#__GND_118520776" type="person" xml:id="d1e30356">Churchill</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520776" xml:id="d1e30356_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e30360">In der zeitgenössischen Tagespresse nicht zu ermitteln. Möglicherweise die am 8. Juni 1943 im Unterhaus gehaltene Rede 
                            <bibl type="bookSection"><author>Winston S. Churchill</author> und <author>Charles Eade, Charles</author>, <title>Hellere und sichere Aussichten</title>, in: <title>Reden 1943: Vorwärts zum Sieg</title>, Zürich: Europa Verlag <date>1948</date>, S. 189-203</bibl>.</note> Müde nach Hause gefahren. Um 4 kam <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e30365">Gutjahr</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GutjahrHerbert" xml:id="d1e30365_entity-link"/> trank mit mir eine Tasse Kaffee, erzählte sehr nett von <rs ref="#__GND_12023338X" type="person" xml:id="d1e30368">Six</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12023338X" xml:id="d1e30368_entity-link"/> daß er Chef des <unclear>Ministeriums</unclear> bei <rs ref="#__GND_119368617" type="person" xml:id="d1e30374">Rust</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119368617" xml:id="d1e30374_entity-link"/> werden will, nette und frische Unterhaltung.<note type="editorial" xml:id="d1e30378">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note> Um 6 kam <rs ref="#__GND_141306335" type="person" xml:id="d1e30384">Vicen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141306335" xml:id="d1e30384_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e30387">3 Briefe von Felipe Vicén und 1 Brief von Carl Schmitt abgedruckt in 
                            <bibl type="journalArticle"><author>C. Marzán</author> und <author>J.M. García Gómez del Valle</author>, <title>Noticias sobre la correspondencia entre Carl Schmitt y Felipe González Vicén</title>, in: <title>Empresas políticas</title>, 2010, Bd. 9, S. 143-150</bibl>.</note> wir gingen im Garten auf und ab, er erzählte von Marburg, von <rs ref="#__GND_118547798" type="person" xml:id="d1e30392">Heidegger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547798" xml:id="d1e30392_entity-link"/> von seiner <rs type="person" ref="#VicenFrau" xml:id="d1e30395">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VicenFrau" xml:id="d1e30395_entity-link"/> sein Wissens-Stolz, seine Bitterkeit gegenüber den Schwindlern und Hochstaplern in Spanien, <rs ref="#__GND_102987848X" type="person" xml:id="d1e30401">Luna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102987848X" xml:id="d1e30401_entity-link"/> nennt er einen politischen Hochstapler, <rs ref="#PetersenWilhelm" type="person" xml:id="d1e30404">Petersen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PetersenWilhelm" xml:id="d1e30404_entity-link"/> einen <unclear>Schwindler</unclear>,<note type="editorial" xml:id="d1e30409">Wilhelm Petersen (geb. 1907 in Hamburg) war von August 1940 bis 1945 Kulturreferent an der Deutschen Botschaft in Madrid; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238, hier S. 230</bibl> Anm. 120.</note> sein Stolz mit <rs ref="#__GND_118522779" type="person" xml:id="d1e30415">Croce</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118522779" xml:id="d1e30415_entity-link"/> in Verbindung zu stehen, usw. Es wurde mir etwas langweilig. Als wir um 8 mit Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e30421">Luise</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e30421_entity-link"/> am Tisch saßen, kam auch <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e30424">Zahler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e30424_entity-link"/> besuchte Anima und aß mit uns zu Abend, nette Unterhaltung über Kausalität, aber Zahler wiederholt sich. Um 11 begleitete ich Vicen bis zu den Eichen.<note type="editorial" xml:id="d1e30429">Die große Parallelstraße zur Kaiserswerther Straße heisst <q>Unter den Eichen</q>.</note> Oft abgestoßen, dann wieder angezogen von diesem Fanatismus und dieser Bitterkeit. Ich sprach vorsichtshalber nicht von <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e30434">Conde</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e30434_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-08" n="1943-07-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e30440">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-08">Donnerstag, 8/7 43</date>. Behaglicher Vormittag, Galgenfrist, gab meinen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e30457">Bericht</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_CZ3DRTRV" xml:id="d3e30457_entity-link"/> über die Spanienreise im Dekanat ab, im Professorenzimmer der neuen Aula erwartete mich <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e30449">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e30449_entity-link"/> war besonders nett, schöner, lieber Junge. Ich war gerührt. Hielt meine Vorlesung über Führerbegriff gut, aber etwas zu eifrig. Warum kann ich nicht gleichgültiger werden? Nachher brachte mir <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e30457"><unclear>Blötz</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e30457_entity-link"/> die <unclear>biedere Rede</unclear> von <rs type="person" xml:id="d1e30462">Churchill</rs>,<note type="editorial" xml:id="d1e30465">In der zeitgenössischen Tagespresse nicht zu ermitteln. Möglicherweise die am 8. Juni 1943 im Unterhaus gehaltene Rede 
                            <bibl type="bookSection"><author>Winston S. Churchill</author> und <author>Charles Eade, Charles</author>, <title>Hellere und sichere Aussichten</title>, in: <title>Reden 1943: Vorwärts zum Sieg</title>, Zürich: Europa Verlag <date>1948</date>, S. 189-203</bibl>.</note> sprach davon, daß <rs ref="#__GND_118752758" type="person" xml:id="d1e30470">Stapel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752758" xml:id="d1e30470_entity-link"/> per saldo doch Optimist ist, alles mit dem netten, jungenhaften Freimut eines Hanseaten. Ich ruhte mich aus, badete und fühlte mich etwas wohler; hatte keine Lust, zum Internisten zu gehen, wegen des Nicht-Gezirps im Ohr. Zog mich bequem an, wartete bis <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30480">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30480_entity-link"/> fertig war und ging mit ihr zum Autobus, mit schönen Blumen, für Frau <rs ref="#MallinckrodtLydiaVon" type="person" xml:id="d1e30483">von Mallinckrodt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MallinckrodtLydiaVon" xml:id="d1e30483_entity-link"/> die Geburtstag hat. Freitag<note type="editorial" xml:id="d1e30486">Am 2. Juli 1943.</note> habe ich bei Frau <rs ref="#__GND_129868892" type="person" xml:id="d1e30489">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129868892" xml:id="d1e30489_entity-link"/> angerufen, die gestern anrief, und habe sie für Montag eingeladen. In die <rs ref="#Griegstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e30495">Griegstraße</rs>, wenige Schritte von der Wohnung der Frau Frank, die reiche Bourgeoisie, alles überschattet von dem Kataklysmus.<note type="editorial" xml:id="d1e30500">Familie Frank lebte zu dieser Zeit im Grunewald in der Griegstraße 15/17. Im Berliner Adreßbuch 1943 lautet allerdings die offizielle Adresse Regerstr. 2. Die Häuser liegen direkt auf den Straßen gegenüber.</note> War gleichgültig, befangen, unbeholfen, in meinem schönen grauen Anzug. Es kam noch die <rs ref="#SchwesterLydiaVonMallinckrodt" type="person" xml:id="d1e30505">Schwester</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchwesterLydiaVonMallinckrodt" xml:id="d1e30505_entity-link"/> von Frau von Mallinckrodt, sehr hübsch, die ich für eine Baltin hielt, und ein komischer Baron <rs ref="#__GND_116634979" type="person" xml:id="d1e30511">von Fölkersahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116634979" xml:id="d1e30511_entity-link"/> nachher der gute <rs ref="#VitzthumPaul" type="person" xml:id="d1e30514">Paul Vitzthum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VitzthumPaul" xml:id="d1e30514_entity-link"/> eine ulkige Figur. Herr <rs ref="#MallinckrodtHans" type="person" xml:id="d1e30517">von Mallinckrodt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MallinckrodtHans" xml:id="d1e30517_entity-link"/> sah mager aus, <gap/> aber in die <unclear>weitere</unclear> Unterhaltung. Sehr schöner Wein (Niersteiner Auflangen 35, schöner Mosel), nettes Essen, nett unterhalten, dummes Geschmus des Paul, der es aber faustdick hinter den Ohren hat (doch hats <unclear>unsern</unclear> Lieb ganz wohlgetan, zitierte er). Mallinckrodt erzählte Spionagegeschichten aus dem Ersten Weltkrieg, mit rheinischer Freude am Erzählen. Ich dachte mit Angst an Köln und an meinen Bruder <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e30531">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e30531_entity-link"/> Kann das Getätschel nicht leiden, das Frau von Mallinckrodt betreibt. Im übrigen gefiel es mir gut, bei diesen Leuten. Untergehende Klasse. Galgenfrist und Galgenhumor. Um 11 nach Hause, über Roseneck, alles ging bequem, sodaß wir um 12 schon wieder zu Hause waren. (Heute Nachmittag mit <rs ref="#Schaeder" type="person" xml:id="d1e30538">Schaeder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schaeder" xml:id="d1e30538_entity-link"/> wegen Spanien telefoniert).<note type="editorial" xml:id="d1e30542">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Hans Heinrich Schaeder an ihn vom 5. Juli 1943, RW 0265 Nr. 12292, in dem Schaeder sich für die Zusendung von 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Formung des französischen Geistes durch den Legisten</title>, in: <title>Deutschland-Frankreich. Vierteljahresschrift des Deutschen Instituts</title>, 1942, Bd. 1, H. 2, S. 1-30</bibl> bedankte. Dieser Brief war möglicherweise Anlass für das Telefonat.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-09" n="1943-07-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e30551">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-09">Freitag, 9/7 43</date>. Immer die große Sorge um meinen Bruder <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e30557">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e30557_entity-link"/> jetzt kommt der Sommer und die Zeit unserer Wanderungen im Sauerland. Stand um ¼ nach 8 auf, um <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e30562">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e30562_entity-link"/> seine Rede zurückzugeben.<note type="editorial" xml:id="d1e30565">In der zeitgenössischen Tagespresse nicht zu ermitteln. Möglicherweise die am 8. Juni 1943 im Unterhaus gehaltene Rede 
                            <bibl type="bookSection"><author>Winston S. Churchill</author> und <author>Charles Eade, Charles</author>, <title>Hellere und sichere Aussichten</title>, in: <title>Reden 1943: Vorwärts zum Sieg</title>, Zürich: Europa Verlag <date>1948</date>, S. 189-203</bibl>.</note> Fuhr mit der Stadtbahn zum <rs type="place" ref="#__GND_2029713-0" xml:id="d1e30571">Justizministerium</rs>, dann zum <rs type="place" ref="#__GND_4137109-4" xml:id="d1e30574">Schloß</rs>, las <rs ref="#__GND_119086794" type="person" xml:id="d1e30578">Keith</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119086794" xml:id="d1e30578_entity-link"/> <rs ref="#Hart" type="person" xml:id="d1e30581">Hart</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hart" xml:id="d1e30581_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_106500625X" type="person" xml:id="d1e30584">Folliet</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_106500625X" xml:id="d1e30584_entity-link"/> Traf vorher bei <rs ref="#Herde" type="person" xml:id="d1e30589"><unclear>Herde</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Herde" xml:id="d1e30589_entity-link"/> Fräulein <rs ref="#AuburtinAng&#xE8;le" type="person" xml:id="d1e30594">Auburtin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AuburtinAng&#xE8;le" xml:id="d1e30594_entity-link"/> und sprach mit ihr über <rs ref="#__GND_118768735" type="person" xml:id="d1e30597">Vitoria</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768735" xml:id="d1e30597_entity-link"/> <rs ref="#SchneiderRudolph" type="person" xml:id="d1e30600">Rudolf Schneider</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchneiderRudolph" xml:id="d1e30600_entity-link"/> die neuen amerikanischen Bücher,<note type="editorial" xml:id="d1e30603">Angèle Auburtin arbeitete 1934 bis 1945 am Kaiser Wilhelm-Institut für Ausländisches Öffentliches Recht und Völkerrecht als inoffizielle Abteilungsleiterin für Amerikanisches Staats- und Verwaltungsrecht sowie für Katholisches Kirchenrecht. Im Nachlass Schmitts befinden sich zwei Briefe von ihr vom 26. Mai 1939, RW 0265 Nr. 540, und vom 23. Dezember 1942, RW 0265 Nr. 29497.</note> dann noch mit <rs ref="#__GND_132833018" type="person" xml:id="d1e30607">Makaroff</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_132833018" xml:id="d1e30607_entity-link"/> Arbeitet in dem Zimmer, hinter dem das Klosett ist, scheußlich, jetzt spüre ich einen Gestank. Um ¼ vor 1 nach Hause. Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e30611">Luise</rs> war schon wieder da. Immer Angst wegen Jup, keine Nachricht von ihm, dagegen ein Brief von <rs ref="#__GND_1029799121" type="person" xml:id="d1e30616">Sobotta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1029799121" xml:id="d1e30616_entity-link"/> aus Köln.<note type="editorial" xml:id="d1e30619">Im Nachlass Schmitts befinden sich sechs Briefe des Verwaltungsinspektors Wilhelm Sobota aus Köln aus den Jahren 1942-1966, RW 0265 Nr. 29831, aber ein zeitlich passender ist nicht erhalten.</note> Nach dem Essen gut ausgeruht. Traum: Ich erzählte <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e30623">Smend</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e30623_entity-link"/> daß ich bei <rs ref="#__GND_116654325" type="person" xml:id="d1e30627">Lammers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116654325" xml:id="d1e30627_entity-link"/> war, quälender, <gap/> Traum. Ekel und Abneigung gegen Smend, der wohl zum 11. schreiben wird.<note type="editorial" xml:id="d1e30632">Am 11. Juli 1943 feierte Schmitt seinen 55. Geburtstag. Rudolf Smend gratulierte mit einem Brief vom 9. Juli 1943, abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Rudolf Smend</author>, <title>"Auf der gefahrenvollen Straße des öffentlichen Rechts". Briefwechsel Carl Schmitt-Rudolf Smend 1921-1961</title>, hg. von <editor>Reinhard Mehring</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2010</date>, S. 112-113</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e30637">Medem</rs> rief aus Krakau an, daß er nicht kommt. Das tat mir sehr leid und betrachtete ich als ein schlechtes Vorzeichen. Sonst so entspannt wie möglich, schickte <rs ref="#__GND_141306335" type="person" xml:id="d1e30642">Vicen</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e30648">
                        meinen <rs ref="#__ZOTERO_33DUGHWQ" type="document" xml:id="d3e30663">Legisten-Aufsatz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_33DUGHWQ" xml:id="d3e30663_entity-link"/> Las über <seg rend="longand">Vitoria</seg>, hatte nette Pläne. Schöner, kalter Nachmittag, am Schreibtisch herumnotiert, an Jup telegrafiert (gebe bitte Nachricht). Die Zeit rinnt wie klares Wasser durch ein klares Glas. Allmählig wieder tröstlich. Eigentlich geht ja nur das in Erfüllung, was ich mit Jup oft gewünscht habe, wenn wir durch das Sauerland und an der Lenne spazieren gingen. Abends keinen Wein getrunken, Knoblauch gegessen, etwas über Kanzleien notiert, über Vitoria gelesen (das interessiert mich brennend, daran möchte ich anknüpfen), mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30670">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30670_entity-link"/> über Köln gesprochen, und um ½ 12 ins Bett, in Erwartung eines Fliegerangriffs.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-10" n="1943-07-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e30676">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-10">Samstag, 10/7 43</date>. Schlecht eingeschlafen, aber dann sehr schön, dank dem Knoblauch, lange Erektion, dachte an Köln, Düsseldorf, aber ist <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e30682">Berlin</rs> nicht ein ebensolcher Schauplatz? Häßlicher Gehirntraum, dem nur das Würfelspiel <unclear>der Gehirnatome</unclear> zugrunde liegt: Ein Herr namens Schofler spricht mich an und stellt sich als mein Nachfolger vor. Doch sehr lustige Symbolik.<note type="editorial" xml:id="d1e30694">Schmitt spielt wohl auf die Wortbedeutung von <q>schofel</q> an, das ursprünglich aus dem Hebräischen stammt und soviel wie böse, minderwertig, schäbig, niederträchtig, geizig bedeutet.</note> In der Zeitung wieder die Nachricht von Angriffen auf Köln.<note type="editorial" xml:id="d1e30699">In der Nacht zum 9. Juli 1943 griffen britische Bomber Köln an.</note> Vielleicht ist unser Familienglück vorbei, nachdem die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e30704">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e30704_entity-link"/> gestorben ist. <rs ref="#SchmittOtto" type="person" xml:id="d1e30707">Otto Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittOtto" xml:id="d1e30707_entity-link"/> hat einen <rs ref="#SohnOttoSchmitt" type="person" xml:id="d1e30711">Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SohnOttoSchmitt" xml:id="d1e30711_entity-link"/> bekommen, der <rs type="person" xml:id="d1e30714">Vater</rs> seinen ersten <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e30717">Urenkel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e30717_entity-link"/> aus der ersten Linie. Jetzt, wo die Mutter tot ist, erkenne ich unsere Zweit-Linigkeit.<note type="editorial" xml:id="d1e30722">Schmitts Vater Johann heiratete 1887 in zweiter Ehe Louise Steinlein, Schmitts Mutter. Aus der ersten Ehe mit Maria Rehse (1850-1882) stammten die Kinder Ernst (1880-1919) und Maria (1881); vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 18-19</bibl>. Otto Schmitt - nicht ermittelt.</note> Vormittags etwas über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e30738">Nomos der Erde</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e30738_entity-link"/> geschrieben, im Gefühl des Untergangs, nach dem Essen gut ausgeruht, <rs ref="#__GND_1053086199" type="person" xml:id="d1e30735">Getino</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1053086199" xml:id="d1e30735_entity-link"/> gelesen, um 7 kam, mit Verspätung, <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e30738">Goruneanu</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e30738_entity-link"/> Nett unterhalten, tranken Moselwein, (<gap/>) über Amerikanismus, er hat niemals einen Smoking getragen. Fuhr um 11 nach Hause. <quote rend="quoted" xml:id="d1e30748"><gap/></quote>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-11" n="1943-07-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e30754">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-11">Sonntag, 11/7 43</date>. Etwas Kopfschmerzen, allmählig behagliches Gefühl des Geburtstages, schönes Frühstück, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e30760">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e30760_entity-link"/> hatte mir den <rs ref="#__ZOTERO_GW2K5ETB" type="document" xml:id="d3e30775">Zauberlehrling</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GW2K5ETB" xml:id="d3e30775_entity-link"/> wunderbar illustriert. Ergriffen von der Begabung des Kindes, gerührt und tiefstes Mitleid. Oh Gott. Ging mit ihr mittags in die Kirche, um den Angelus zu beten. Gratulation von <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e30770">Smend</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e30770_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e30773">Am 11. Juli 1943 feierte Schmitt seinen 55. Geburtstag. Rudolf Smend gratulierte mit einem Brief vom 9. Juli 1943, abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Rudolf Smend</author>, <title>"Auf der gefahrenvollen Straße des öffentlichen Rechts". Briefwechsel Carl Schmitt-Rudolf Smend 1921-1961</title>, hg. von <editor>Reinhard Mehring</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2010</date>, S. 112-113</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e30778">Werner Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e30778_entity-link"/> <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e30781">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e30781_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_114708341X" type="person" xml:id="d1e30785">Kube</rs></unclear>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_114708341X" xml:id="d1e30785_entity-link"/> freute mich darüber und genoß den schönen Vormittag. Nach dem Essen wieder gut ausgeruht, um 5 ¼ kam <rs ref="#__GND_128831944" type="person" xml:id="d1e30791">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_128831944" xml:id="d1e30791_entity-link"/> holte ihn mit Anima im Park ab. Wir tranken Kaffee, mit Honigkuchen, und gingen im Park spazieren. <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e30798">Epps</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e30798_entity-link"/> Freude an meinem <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e30812">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e30812_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e30804">Wohl von Bernhard Ludwig von Mutius, einem ehemaligen Mitarbeiter des Ritters von Epp, mündlich mitgeteilt.</note> <unclear>überseeisch</unclear>, aber das ist doch alles zwecklos. Die übliche Situationsfrage. Landung in Sizilien.<note type="editorial" xml:id="d1e30812">Beginn des Italienfeldzugs nach der Landung der Alliierten am 10. Juli 1943 in Sizilien, die sogenannte Operation Husky.</note> Allmählig kamen die Gäste: <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e30815">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e30815_entity-link"/> schenkte mir die <rs ref="#GeschichtedesHumanismus" type="work" xml:id="d1e30818">Geschichte des Humanismus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#GeschichtedesHumanismus" xml:id="d1e30818_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e30823">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e30823_entity-link"/> und <rs ref="#FrBrinkmann" type="person" xml:id="d1e30827">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrBrinkmann" xml:id="d1e30827_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e30830">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e30830_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e30833">Corrie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e30833_entity-link"/> <rs ref="#MallinckrodtHans" type="person" xml:id="d1e30836">Mallinckrodt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MallinckrodtHans" xml:id="d1e30836_entity-link"/> und <rs ref="#MallinckrodtLydiaVon" type="person" xml:id="d1e30839">Frau</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MallinckrodtLydiaVon" xml:id="d1e30839_entity-link"/> eine wunderschöne Gesellschaft, schönes Essen und guter Wein; unglaubliche Leistung <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30842">Duschkas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30842_entity-link"/> war sehr glücklich, omine auctus,<note type="editorial" xml:id="d1e30851">Lat., dt.: durch das Vorzeichen ermutigt.</note> Popitz sprach schön am Tisch von Freundschaft; nette Unterhaltung mit Frau Brinkmann, Mallinckrodt war besonders nett, Frau von Mallinckrodt sang <rs ref="#__ZOTERO_E273AJRM" type="document" xml:id="d3e30867">Das Lied an den Mond</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_E273AJRM" xml:id="d3e30867_entity-link"/> wunderschön. Popitz blieb bis 2 Uhr; er hat mir eine Plakette mit seinem Portrait geschenkt<note type="editorial" xml:id="d1e30859">Es handelt sich um eine Porzellanplakette der Königlich Preußischen Porzellan-Manufaktur. Auf der Vorderseite befindet sich ein Portrait von Popitz, auf der Rückseite steht handschriftlich <q>S.E. Carl Schmitt z. 11/7.43.</q> Die Plakette befindet sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach.</note> und ein schönes Glas, das ich einweihte. Über <unclear><gap/> geschlossen</unclear>. Frau <rs ref="#__GND_129868892" type="person" xml:id="d1e30871">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129868892" xml:id="d1e30871_entity-link"/> rief abends um 10 an, widerlich. Die Sesshaftmachung der Sippe (fing mit <rs ref="#__GND_118551264" type="person" xml:id="d1e30874">Hindenburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551264" xml:id="d1e30874_entity-link"/> an). <unclear><rs ref="#__GND_118591649" type="person" xml:id="d1e30878">Papen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591649" xml:id="d1e30878_entity-link"/> der ihn verstand</unclear>. Flucht in die Sachwerte.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-12" n="1943-07-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e30885">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-12">Montag, 12/7 43</date>. Um 7 wach, wegen des Examens aufgestanden, gefrühstückt, die Depressionen einer solchen Stunde; entsetzliches Mitleid, krank von Mitleid; bedrückt. Referendarexamen mit <unclear>Spanaus</unclear>, <rs ref="#__GND_118564668" type="person" xml:id="d1e30895">Kohlrausch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118564668" xml:id="d1e30895_entity-link"/> langweilig. Dachte mit Ekel an <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e30898">Frank</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e30898_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_1055158960" type="person" xml:id="d1e30903">Noack</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055158960" xml:id="d1e30903_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_2V8RQBCU?line=11745-11746" xml:id="d1e30907">was euch nicht angehört, müßt ihr meiden.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e30907_quote-src" target="#d1e30907">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Faust. Eine Tragödie. [Zweiter Theil]</title>, in: <title>Goethes Werke</title>, hg. von <editor>Erich Schmidt</editor>, Weimar: Böhlau <date>1888</date>, S. 11-337, hier Zeile 11745-11746</bibl>.</note> Hüte dich auch vor <unclear><rs ref="#__GND_118505882" type="person" xml:id="d1e30911">Bäumler</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505882" xml:id="d1e30911_entity-link"/> arme Mücke. Immer noch Ohrenzirpen; Wut über die lächerliche <unclear>Tatbestandssubtilität</unclear> der <unclear>Strafrechtler</unclear>, welch traurige Wissenschaft! Dich in der Zeit vertan! Verzweiflung dieses Lebens. Trost der guten, klugen und festen <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e30921">Duschka</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e30921_entity-link"/> Süße Gewohnheit des Lebens? Oh Gott. Hier enthüllen sich die Frankfurter. Trauriges Gefühl des Zaungastes. <quote source="#__ZOTERO_7FB5PIKC?p=274" xml:id="d1e30926">Wer wußte je das Leben recht zu fassen?</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e30926_quote-src" target="#d1e30926">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>August von Platen</author>, <title>Gedichte des Grafen August von Platen. Gesamtausgabe</title>, Halle a.d.S.: Otto Hendel <date>1887</date> (<title type="series">Bibliothek der Gesamt-Literatur des In- und Auslandes</title> 90-92), S. 274</bibl>.</note> Wut über die Professoren, die nicht aufhören können im Examen und die vom Präsidenten bestimmte Zeit überschreiten; <rs ref="#__GND_11870947X" type="person" xml:id="d1e30931">Hedemann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11870947X" xml:id="d1e30931_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118564668" type="person" xml:id="d1e30935">Kohlrausch</rs>; oder wie <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e30938">Höhn</rs> beim Testen die ganze Seite beschmieren; armes Carlchen; beiseite gedrückt und wehrlos, mit deinem Sinn für Maß unter diesen Expansionisten und Privatimperialisten. Gut, daß <unclear>ich</unclear> <gap/>. Aber die Wut und die Angst vergingen, nett mit Kohlrausch über <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e30950">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e30950_entity-link"/> (von der Bruns<unclear>-Folge gestöhnt</unclear>) und meint, Bruns sei geistesgestört. Um 1 schon wieder zu Hause. Gut ausgeruht, um 6 zur <rs ref="#Regerstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e30957">Regerstraße</rs>, <rs ref="#__GND_11859169X" type="person" xml:id="d1e30960">Paracelsus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859169X" xml:id="d1e30960_entity-link"/> gelesen, ist auch nur ein Angeber. Bei Frau <rs ref="#__GND_129868892" type="person" xml:id="d1e30966">Frank</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129868892" xml:id="d1e30966_entity-link"/> die mir den <unclear>ganzen Dreck</unclear> erzählte,<note type="editorial" xml:id="d1e30971">Hans Frank wollte sich scheiden lassen, um seine Jugendliebe Lilly Groh, geb. Wodart (1898-1977) zu heiraten. Brigitte Frank hintertrieb diesen Plan. Hitler erlaubte die Scheidung erst nach dem Sieg; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Niklas Frank</author>, <title>Meine deutsche Mutter</title>, München: Bertelsmann <date>2005</date>, S. 308u.ö.</bibl>.</note> Angst vor diesem ganzen <gap/>, <rs ref="#__GND_118707450" type="person" xml:id="d1e30978">Huber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118707450" xml:id="d1e30978_entity-link"/> Noack usw. Wir gingen dann zu mir, Duschka war sehr lieb, aßen schön zu Abend, tranken ein Glas Wein, nachher kam noch <rs ref="#__GND_11854876X" type="person" xml:id="d1e30984">Werner Heldt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11854876X" xml:id="d1e30984_entity-link"/> Um 10 begleitete ich Frau Frank in die Regerstraße. Um ½ 1 auf Autobus M vergebens gewartet, zu Fuß durch die <rs ref="#Warnem&#xFC;nderStra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e30994">Warnemünder Straße</rs>,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e31004">
                        <rs ref="#Cecilienallee" type="place" xml:id="d1e31007">Cecilienallee</rs>, <rs ref="#Thielallee" type="place" xml:id="d1e31010">Thielallee</rs> zurück, todmüde und verschwitzt um ½ 2 zu Hause. Duschka war noch auf.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-13" n="1943-07-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31016">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-13">Dienstag, 13/7 43</date>. Todmüde und Fußschmerzen, aber die Wanderung hat mir gut getan. Gefühl des Untergangs, Nachricht von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e31024">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e31024_entity-link"/> die arme <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e31027">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e31027_entity-link"/> möchte nach Plettenberg fahren, Brief von Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e31030">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e31030_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31034">Nicht in 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date></bibl> abgedruckt.</note> innerlich müde zur Vorlesung gefahren, die Schriftsätze in der Ehescheidungssache<note type="editorial" xml:id="d1e31041">Hans Frank wollte sich scheiden lassen, um seine Jugendliebe Lilly Groh, geb. Wodart (1898-1977) zu heiraten. Brigitte Frank hintertrieb diesen Plan. Hitler erlaubte die Scheidung erst nach dem Sieg; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Niklas Frank</author>, <title>Meine deutsche Mutter</title>, München: Bertelsmann <date>2005</date>, S. 308u.ö.</bibl>.</note> mit Ekel gelesen; armer Lügner und Psychopath; der regiert uns also. Angenehm müde (von der anstrengenden Wanderung durch <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e31048">Berlin</rs>) zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e31051">Universität</rs>, meine Vorlesung ganz nett gehalten (Institutionalisierung des Führeramtes), nachher mit <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e31057">Rugina</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e31057_entity-link"/> dem netten Moldauer, gesprochen und mit der U-Bahn nach Hause. Wieder geschlafen, aber doch nicht frisch. Nasses Wetter. Ein paar Notizen über occupatio bellica <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e31070">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e31070_entity-link"/> kam zum Französischunterricht, Bier getrunken zum Essen und früh zu Bett. Mit großem Erschüttern wieder <rs ref="#__GND_118574043" type="person" xml:id="d1e31076">Loewith</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574043" xml:id="d1e31076_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e31079">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e31079_entity-link"/> und <rs ref="#Stirner" type="person" xml:id="d1e31082">Stirner</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stirner" xml:id="d1e31082_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31085">Schmitt las vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Karl Löwith</author>, <title>Von Hegel bis Nietzsche</title>, Zürich: Europa-Verlag <date>1941</date></bibl>, zu Stirner S. 139-142, 332-333, 409-411, 434-435 und 483-487; zu Bauer S. 142-148, 411-413 und 467-476.</note> Deprimiert von der Lektüre der Schriftsätze. Staat zieht am 7/6 43 die <unclear>Annahme</unclear> zurück <quote rend="quoted" xml:id="d1e31095">mein Vertrauen zur Gerechtigkeit des Führers</quote> und behält sich das Recht auf Scheidung vor!! Sonderbare <unclear>Rechtslage. Identifizierungen</unclear>: die Frau 5 Jahre älter! Diese Art von <unclear>Symbol</unclear>brief, vermischt mit Brutalität. Ich <unclear>sei</unclear> glücklich gewesen, weil meine Brutalität nicht so groß und mein äußerer Erfolg nicht so bestechend war. Das Ganze geht mich an wie ein Schauspiel vergangener Zeiten.<note type="editorial" xml:id="d1e31110">Schmitt erinnert sich an seine erste Ehe mit Cari Dorotic; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Tagebücher Oktober 1912 bis Februar 1915</title>, hg. von <editor>Ernst Hüsmert</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2003</date>, S. 399-401</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-14" n="1943-07-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31117">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-14">Mittwoch, 14/7 43</date>. Wollte Frau <rs ref="#__GND_129868892" type="person" xml:id="d1e31123">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129868892" xml:id="d1e31123_entity-link"/> anrufen, es war aber immer besetzt. Traf den Japaner, der im Examen bei <gap/> durchgefallen war und bestellte ihn vor der Übung mit <gap extent="3 words"/> für Donnerstag in 8 Tagen. Hielt meine Übung ohne Brille, über occupatio bellica und Ausnahmezustand; herrlicher Zusammenhang, aber die Dummköpfe verstehen das nicht und ich war deprimiert. Gab dem Assistenten <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e31140">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e31140_entity-link"/> das Paket mit dem Brief für Frau Frank, damit er es heute Nachmittag zurückbringt. Mit <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e31145">Friedensburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e31145_entity-link"/> über seine Dissertation.<note type="editorial" xml:id="d1e31148">Offenbar einer der letzten Doktoranden Schmitts, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>. Seine Diss. masch. hat den Titel <q>Der Kriegsschauplatz insbesondere als Ausdruck rechtlicher Raumauffassung</q>.</note> Er ist als Referendar entlassen, weil er sich durch seinen Besuch beim Generalkonsul als unwürdig erwiesen habe; erschrak etwas. Fuhr mit der U-Bahn zum <rs ref="#BayerischerPlatz" type="place" xml:id="d1e31161">Bayerischen Platz</rs>, las unterwegs <rs ref="#__GND_129960594" type="person" xml:id="d1e31165">Seversky</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129960594" xml:id="d1e31165_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31168">
                            <bibl type="book"><author>Alexander Prokofieff de Seversky</author>, <title>Victory through air power</title>, New York: Simon &amp; Schuster <date>1942</date></bibl>. Das Buch wurde von Walt Disney Productions verfilmt, der Film erschien 1943, Regie H.C. Potter.</note> den mir Friedensburg gegeben hatte. Traf am U-Bahnhof <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31178">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31178_entity-link"/> sie ging zu <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e31182">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e31182_entity-link"/>'s Wohnung. Dort sehr hübsches Frühstück, mit Frau <rs ref="#FrSeiler" type="person" xml:id="d1e31188">Seiler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrSeiler" xml:id="d1e31188_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_133345742" type="person" xml:id="d1e31192">Amzar</rs></unclear><note type="editorial" xml:id="d1e31195">D. C. Amzar war von 1940 bis 1944 Pressesprecher der rumänischen Gesandtschaft in Berlin. Im Nachlass Schmitts sind zwei Briefe von ihm vom 20. April 1944 und vom 6. Juni 1944 erhalten, RW 0265 29491 und Rw 0265 Nr. 387.</note> und <rs type="person" ref="#AmzarFrau" xml:id="d1e31198">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AmzarFrau" xml:id="d1e31198_entity-link"/> und einem rumänischem Minister <unclear><rs ref="#Parlar" type="person" xml:id="d1e31202">Parlar</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Parlar" xml:id="d1e31202_entity-link"/> und dessen beunruhigend <unclear>harte</unclear> <rs type="person" ref="#ParlarFrau" xml:id="d1e31209">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ParlarFrau" xml:id="d1e31209_entity-link"/> die französisch spricht. Guter Schnaps und Wein und gutes Essen, schön unterhalten über Musik, und den Begriff mioritisch.<note type="editorial" xml:id="d1e31217">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 201,475</bibl>.</note> Der gute Goruneanu zeigte mir die Bilder seiner Eltern, er fuhr uns nach Hause. 2 Stunden geschlafen, nach dem guten Schnaps. Um 7 kam <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e31224">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e31224_entity-link"/> informierte ihn, dann <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e31227">Schroer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e31227_entity-link"/> und <rs ref="#FrSchroer" type="person" xml:id="d1e31231">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrSchroer" xml:id="d1e31231_entity-link"/> erzählte von Wuppertal, er sucht eine neue Stellung; spricht aber immer nur von sich selbst, die Frau war entzückend. <unclear>9</unclear> die gerechte Strafe. Nachricht vom Angriff auf Aachen.<note type="editorial" xml:id="d1e31240">In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1943 warfen 200 alliierte Flugzeuge über 100.000 Bomben auf Aachen ab.</note> Falsche Propaganda. Gottes Langmut anscheinend doch erschöpft, wie schnell und prompt kommt diese Rache; die <unclear>Frechheit <gap/> eines auf die er <gap/></unclear>: Blötz erzählte von dem Tagebuch des <gap/>, das ist die Hölle. Nachts Alarm, Duschka und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e31253">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e31253_entity-link"/> standen auf, ich nicht.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-15" n="1943-07-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e31259">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-15">Donnerstag, 15/7 43</date>. Todmüde, aber behaglich, <unclear><rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e31266">Keiper</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e31266_entity-link"/> rief an, <unclear>wird</unclear> den Stein schon formen <unclear>oder</unclear> er geht <unclear>nicht</unclear> zu <rs ref="#__GND_118505882" type="person" xml:id="d1e31278">Baeumler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505882" xml:id="d1e31278_entity-link"/> (da darf man sich nicht sehen lassen). Wartete auf Nachricht von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e31281">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e31281_entity-link"/> So kommt der Tod. Hielt meine Vorlesung, etwas zu sehr unter Druck. Holte mir die 2. Fotokopie von <rs ref="#__GND_1055153047" type="person" xml:id="d1e31286">Nys</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153047" xml:id="d1e31286_entity-link"/> Freimaurerei,<note type="editorial" xml:id="d1e31289">
                            <bibl type="book"><author>Ernest Nys</author>, <title>Idées modernes, droit international et Franc-Maçonnerie</title>, Brüssel: M. Weissenbruch <date>1908</date></bibl>. Ein Exemplar befindet sich in Schmitts Nachlass, RW 0265 Nr. 27642.</note> und freute mich darüber. Ein strebsamer Student namens <rs ref="#TroegerHeinzStudent" type="person" xml:id="d1e31294">Troeger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TroegerHeinzStudent" xml:id="d1e31294_entity-link"/> fragte mich nach der Vorlesung wegen Immatrikulation und begleitete mich zur U-Bahn. Todmüde zu Hause, nach dem Essen ausgeruht. Um ½ 5 mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31302">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31302_entity-link"/> zur <rs ref="#Finkenstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e31305">Finkenstraße</rs>, bei <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e31308">Alfred Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e31308_entity-link"/>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e31315">
                        dort war noch seine <rs ref="#SchmidSophie" type="person" xml:id="d1e31319">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmidSophie" xml:id="d1e31319_entity-link"/> eine gutaussehende Schweizer Bürgerin, 2 Assistenten (<unclear>Presse</unclear>) und ein hübsches Mädchen. Wir tranken Tee, sprachen über die Naturwissenschaft und ihre geistige Situation, Schmid sprach immer vom <quote rend="quoted" xml:id="d1e31326">Geist</quote>; vom <quote rend="quoted" xml:id="d1e31332">autonomen Wesen</quote> usw. Ich war nicht sicher, was er wollte und hatte etwas das Gefühl, ausgequetscht zu werden. Sympathische junge Leute, schöne Bilder (eines von <rs ref="#__GND_119226332" type="person" xml:id="d1e31337">Moeschlin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119226332" xml:id="d1e31337_entity-link"/> gefiel mir besonders;<note type="editorial" xml:id="d1e31340">Das Bild ist nicht zu ermitteln.</note> dann ein <unclear>steinrheinisches</unclear> Bild offenbar von Schmid selbst als Sebastian und Christus zugleich, sehr <gap/> und sympathisch), nachher noch in seiner Bar, ein paar gute Cocktails getrunken. Um ½ 8 nach Hause, wo Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e31352">Hahm</rs> <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e31355">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e31355_entity-link"/> und das Haus verwöhnt hatte. Trank mit ihr eine Flasche Pfälzer, aber sie war zu langweilig. Müde und erschöpft, offenbar herzkrank. Der Eindruck von Schmid wird allmählig besser, sympathisch, aber schließlich doch: reicher Jüngling und unrettbarer Bourgeois. Nachts Alarm, nicht aufgestanden.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-16" n="1943-07-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31363">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-16">Freitag, 16/7 43</date>. Konnte kaum einen Schritt tun oder eine Hand heben, vor innerer Müdigkeit. Ein paar Notizen aus <rs ref="#__ZOTERO_GSD737GJ" type="document" xml:id="d3e31380">Löwith</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GSD737GJ" xml:id="d3e31380_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e31372">Nietzsche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e31372_entity-link"/> völlig bedrückt, so wurde es Mittag, geschlafen, um 5 kam <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e31377">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e31377_entity-link"/> höchst interessant über <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e31381">Bosch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e31381_entity-link"/> die Auslegung des Höllenbildes vom El jardín de las delicias. Großartig, das gefiel mir gut; um 7 kam <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e31392">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e31392_entity-link"/> mit seinem Neffen <rs ref="#KleinheisterkampKlaus" type="person" xml:id="d1e31395">Kleinheisterkamp</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KleinheisterkampKlaus" xml:id="d1e31395_entity-link"/> wir aßen zu Abend, Fraenger erzählte von der Botschaft <unclear><rs ref="#__GND_118642499" type="person" xml:id="d1e31402">Stalins</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642499" xml:id="d1e31402_entity-link"/> an den Vatikan.<note type="editorial" xml:id="d1e31405">Bisher nicht ermittelt.</note> Um 8 kam noch <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e31408">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e31408_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31411">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> erzählte etwas von seinem Examen (leider nur befriedigend, Schuld liegt an <rs ref="#Casparius" type="person" xml:id="d1e31418">Casparius</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Casparius" xml:id="d1e31418_entity-link"/> wir philosophierten, über das Stammhirn, über die Fehler einer <unclear>antichristlichen</unclear> Politik, bis 11 Uhr, Gefühl der kommenden Katastrophe; jawohl, das neue Diesseits.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-17" n="1943-07-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31429">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-17">Samstag, 17/7 43</date>. Morgens im Bett von <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e31435">Smend</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e31435_entity-link"/> angerufen, längeres Gespräch, er hält einen Vortrag über 19. Jahrhundert (Erlebnis-Theologie und Erlebnis-Politik, natürlich nur <quote rend="quoted" xml:id="d1e31440"><unclear>Freigeisterei</unclear></quote>, der Schlauberger),<note type="editorial" xml:id="d1e31443">Vermutlich 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Rudolf Smend</author>, <title>Politisches Erlebnis und Staatsdenken seit dem 18. Jahrhundert</title>, in: <title>Nachrichten von der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philologisch-historische Klasse</title>, 1943, S. 517-534</bibl>, wieder in 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Rudolf Smend</author>, <title>Politisches Erlebnis und Staatsdenken seit dem 18. Jahrhundert</title>, in: <title>Archiv für Rechts- und Sozialwissenschaften</title>, 1943, Bd. 36, S. 259-274</bibl>.</note> hat einen Ruf nach Bonn, will vielleicht heute Nachmittag kommen, hatte den Eindruck, daß er neugierig ist, der alte <unclear xml:id="d1e31454"><app><lem>Preußische</lem><rdg>Feuerfisch</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e31454_alt-rdg" target="#d1e31454">Alternative Lesart zu „Preußische“: Feuerfisch</note><note type="editorial" xml:id="d1e31459">Nichts dazu in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Rudolf Smend</author>, <title>"Auf der gefahrenvollen Straße des öffentlichen Rechts". Briefwechsel Carl Schmitt-Rudolf Smend 1921-1961</title>, hg. von <editor>Reinhard Mehring</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2010</date></bibl>.</note> Empfahl ihm Bruno Bauers <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" type="document" xml:id="d3e31475">Rußland und das Germanenthum</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e31475_entity-link"/> Telegramm, daß <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e31467">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e31467_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e31471">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e31471_entity-link"/> gesund sind, unendlich glücklich, sofort wieder befreit, obwohl ich doch selbst noch in der Mausefalle sitze. Seltsamer Augenblick des Glücks. Machte einige Notizen, las <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e31478">Wieackers</rs> <rs ref="#__ZOTERO_Q9XD8Z3V" type="document" xml:id="d3e31492">Über Ihering</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Q9XD8Z3V" xml:id="d3e31492_entity-link"/> das er mir geschickt hatte, mit Interesse, aber ich bin diesen Leuten doch ganz fremd. Meine ganze Arbeit wird einfach nicht aufgenommen. Schrecklicher Zustand. Telefonierte an <gap/> wegen <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e31489">Schroer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e31489_entity-link"/> Brachte eine Karte an <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e31492">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e31492_entity-link"/> zum Kasten,<note type="editorial" xml:id="d1e31495">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> als ich zurückkam (etwa nach 1) telefonierte <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e31502">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e31502_entity-link"/> gerade, und sagte, ich sei am Briefkasten. Ich lief hin, eine dreckige Stimme sagte: So, Sie kommen vom Briefkasten, ich fragte, wer ist dran da! worauf die Antwort kam: Sie hören wohl schlecht auf einer <gap/>? <quote rend="quoted" xml:id="d1e31510">Frecher Kerl</quote>; ich verstummte und sprach nicht mehr. Das Ganze erschreckte mich tief, weil ich die wirklosen ekligen Gemeinheiten plötzlich wieder erblickte, über die ich mich so lange hinweggetäuscht habe. Große Aufregung und Verdunkelung. Armes Carlchen. Kurz nachher rief Claire aus Cloppenburg an. Sie will diese Nacht nach Plettenberg fahren, war aber unentschlossen (in Cloppenburg fand sie keine Unterkunft); alles unheimlich und geheimnisvoll, <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e31520">El Bosco</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e31520_entity-link"/> Um 5 <rs ref="#Haller" type="person" xml:id="d1e31523">Haller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Haller" xml:id="d1e31523_entity-link"/> über Spanier, Amerikaner, Christen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31526">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31526_entity-link"/> telefonierte noch einmal nach Cloppenburg und erreichte Claire im letzten Augenblick, jetzt kommt sie also diese Nacht nach <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e31531">Berlin</rs>, worauf ich mich eigentlich freue. Bei Duschka in der Küche, während sie Johannisbeeren auswrang. Traurig zu Bett.
                    </ab>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-18" n="1943-07-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e31537">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-18">Sonntag 18/7 43</date>. Gut geschlafen, behaglich, vom Knoblauch gestärkt, aber schnell wieder müde, grauenhafter Zustand. <rs ref="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" type="document" xml:id="d3e31554">Karr</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" xml:id="d3e31554_entity-link"/> gelesen, den mir <rs ref="#Haller" type="person" xml:id="d1e31548">Haller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Haller" xml:id="d1e31548_entity-link"/> gestern mitgebracht hatte. Traurig, weil hier meine eigenen Ideen von 1920 an wiederkehren, die deutschen Emigranten verbreiten sie, in Deutschland hat man mich nicht gehört. Erdrückt von dieser Feststellung. Schlimmer als das Schicksal <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e31554">Max Webers</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e31554_entity-link"/> Schrieb einen Brief an <rs ref="#LohmannKarl" type="person" xml:id="d1e31557">Lohmann</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LohmannKarl" xml:id="d1e31557_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31560">Schmitt antwortete auf Lohmanns Geburtstagsbrief vom 11. Juli 1943, der sich im Nachlass befindet, RW 0265 Nr. 29706.</note> Um ½ 10 kam <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e31565">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e31565_entity-link"/> mit den Kindern; das Haus ist jetzt voll. Dann kamen 10 serbische Bäuerinnen zu <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31568">Duschka</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31568_entity-link"/> Traurig in meinem Zimmer, am Arbeitstisch, die frechen Antworten von <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e31574">Anima</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e31574_entity-link"/> Wartete auf den Abend, wenn <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e31577">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e31577_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e31580">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e31580_entity-link"/> kommen sollen. Sie kamen um 7, Ahlmann erzählte von Heidelberg (<unclear>Telefoniere eifrig für die Presse</unclear> <rs ref="#__GND_118534459" type="person" xml:id="d1e31585">Forsthoff</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534459" xml:id="d1e31585_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31589">Ernst Forsthoff wurde 1943 Ordinarius in Heidelberg.</note> Freyer brachte das Manuskript über Geschichtsphilosophie mit, was mich sehr freute.<note type="editorial" xml:id="d1e31597">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>.</note> Ich erzählte von Spanien, viel zu viel. Wir aßen eine Ente zu Abend, die Claire mitgebracht hatte, tranken Moselwein (zu viel) bis ½ 12, für mich war es anstrengend, immer das Zirpsen im Ohr und im Gehirn. Muß doch bald zu <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e31606">Zahler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e31606_entity-link"/> gehen. Auf die Frage: woher der Wein, antwortete ich: Zufall, aber streng legal. Hübsche Unterhaltung, aber nicht intensiv genug, wahrscheinlich war ich zu nervös. Der gute Freyer war höflich, lud mich für November nach Budapest ein,<note type="editorial" xml:id="d1e31612">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> ich schlug noch <rs ref="#__GND_118769839" type="person" xml:id="d1e31617">Erik Wolf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118769839" xml:id="d1e31617_entity-link"/> vor und <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e31620">Werner Weber</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e31620_entity-link"/> begleitete sie, todmüde, um 12 zum <rs ref="#BahnhofLichterfeldeWest" type="place" xml:id="d1e31623">Bahnhof Lichterfelde West</rs>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e31633">
                        Traum von <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e31637">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e31637_entity-link"/> er will zum Abendessen bleiben, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31640">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31640_entity-link"/> weint, auch <rs ref="#AnnaK&#xF6;chin" type="person" xml:id="d1e31643">Anna</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AnnaK&#xF6;chin" xml:id="d1e31643_entity-link"/> es kommen noch sein <rs ref="#SohnWilhelmGroh" type="person" xml:id="d1e31646">Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SohnWilhelmGroh" xml:id="d1e31646_entity-link"/> und seine <rs ref="#FrauWilhelmGroh" type="person" xml:id="d1e31650">Frau</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrauWilhelmGroh" xml:id="d1e31650_entity-link"/> Dann auf der Eisenbahn, an der <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e31653">Lenne</rs>; <unclear>versäume den Zug</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-19" n="1943-07-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31661">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-19">Montag, 19/7 43</date>. Kopfschmerzen, Ohrenziehen, scheußlich. Brief aus Bremen, Einladung von <rs ref="#Janssen" type="person" xml:id="d1e31667">Janssen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Janssen" xml:id="d1e31667_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31670">Nicht zu ermitteln.</note> freute mich, wegen des Lobes auf <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e31684">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e31684_entity-link"/> Das ist meine einzige Freude. Arm und verzweifelt <unclear>für eine Sekunde</unclear>. Hielt meine Vorlesung leidlich (Übersicht über die 40 unmittelbar dem <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e31681">Führer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e31681_entity-link"/> unterstehenden Stellen). Nachher mit <rs ref="#__GND_129037028" type="person" xml:id="d1e31686">Hermann Walz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129037028" xml:id="d1e31686_entity-link"/> netter Stiftler, der eine völkerrechtliche Arbeit machen will (wer macht wen zum Völkerrechtssubjekt).<note type="editorial" xml:id="d1e31689">Kein Hinweis bei 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> Zu Hause die vielen Kinder. Müde zu Bett und geschlafen. Um 5 mit <rs ref="#JessenUwe" type="person" xml:id="d1e31697">Uwe Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenUwe" xml:id="d1e31697_entity-link"/> Kaffee getrunken und sehr nett unterhalten, er erzählte vom Arbeitsdienst, ich erschrak bis in die tiefste Seele vor solchen Möglichkeiten und <unclear>Wünschen</unclear>. Wir unterhielten uns noch über <rs ref="#__GND_118768735" type="person" xml:id="d1e31706">Vitoria</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768735" xml:id="d1e31706_entity-link"/> die Objektivität, sonderbar, die Rechthaberei seines <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e31709">Vaters</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e31709_entity-link"/> Seine Kameraden nennen ihn den Professor (oder den Erlkönig).<note type="editorial" xml:id="d1e31712">Anspielung auf Goethes berühmte Ballade.</note> Rührender Abschied um 7 Uhr; schenkte ihm Burckhardts <rs ref="#__ZOTERO_VPE2H4RT" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e31729">Weltgeschichtliche Betrachtungen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_VPE2H4RT" xml:id="d3e31729_entity-link"/> mit der Widmung <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e31722">Toute <unclear>non</unclear> pense etc.</quote> <rs ref="#__GND_1053157479" type="person" xml:id="d1e31727">Steinbömer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1053157479" xml:id="d1e31727_entity-link"/> rief an, erzählte, daß <rs ref="#__GND_117764736" type="person" xml:id="d1e31732">Baeumler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117764736" xml:id="d1e31732_entity-link"/> mich in seinem Vortrag zitiert hat (Land und Meer und das jüdische Beispiel von <unclear>dem</unclear> Leviathan).<note type="editorial" xml:id="d1e31738">Möglicherweise in: <q>Die Anfänge des deutschen politischen Denkens in der Neuzeit</q>, den Baeumler in der Vortragsreihe Studia Humanitatis im Harnackhaus gehalten hat; vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Elfriede Ferber</author>, <title>Deutsches politisches Denken. Ein Vortrag von Alfred Baeumler</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 19. Juli 1943, H. 342, S. 3</bibl>.</note> Abends kein Wein, dann noch <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e31745">Freyers</rs> Manuskript gelesen,<note type="editorial" xml:id="d1e31750">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>.</note> mit großem Interesse, besonders <gap/> das Auge, nichts als Augen. Wie weise ist dieser Freyer. Um 11 zu Bett, immer noch Ohrenziehen, aber ruhiger und endlich einmal ein etwas gesammelterer Abend. Traurig wegen des <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_Q9XD8Z3V?p=56" xml:id="d1e31762">neuen Diesseits<app><lem type="origin">Wir sehen auch hier nicht nur Abfall, sondern auch gläubige Hinwendung zu den freilich in ihrer letzten Bestimmung noch verhüllten Werten einer neuen Diesseitigkeit.</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e31762_quote-src" target="#d1e31762">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Franz Wieacker</author>, <title>Rudolf von Jhering. Eine Erinnerung zu seinem 50. Todestag</title>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1942</date>, S. 56</bibl>. Ursprünglicher Text: Wir sehen auch hier nicht nur Abfall, sondern auch gläubige Hinwendung zu den freilich in ihrer letzten Bestimmung noch verhüllten Werten einer neuen Diesseitigkeit.</note> bei <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e31768">Wieacker</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e31768_entity-link"/> welch Kitsch.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-20" n="1943-07-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-20" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31774">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-20">Dienstag, 20/7 43</date>. Gut geschlafen, besser dran, ich darf eben keinen Wein trinken. Bereitete meine Vorlesung vor, sonderbare Freude, während eines solchen Kataklysmus. Haareschneiden. Vorlesung über Oberbefehl, Militärgerichtsbarkeit, aufmerksame Zuhörer. Nachher mit <rs ref="#__GND_129037028" type="person" xml:id="d1e31782">Hermann Walz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129037028" xml:id="d1e31782_entity-link"/> über seine Dissertation,<note type="editorial" xml:id="d1e31785">Kein Hinweis in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> gab ihm eine Fotokopie von <unclear>Dickinson</unclear> über <unclear xml:id="d1e31793"><app><lem>Personen</lem><rdg>Persien</rdg></app>?</unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e31793_alt-rdg" target="#d1e31793">Alternative Lesart zu „Personen“: Persien</note> er begleitete mich zur S-Bahn am <rs ref="#HotelBristol" type="place" xml:id="d1e31804">Bristol</rs><note type="editorial" xml:id="d1e31806">Das Hotel Bristol befand sich in Berlin, Unter den Linden Nr. 65. In der Nähe befand sich die S-Bahn-Haltestelle Unter den Linden.</note> und fuhr mit bis zum <rs ref="#__GND_4245488-8" type="place" xml:id="d1e31809">Potsdamer Platz</rs>; hat in der <rs ref="#Bewegung" type="work" xml:id="d1e31813">Bewegung</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Bewegung" xml:id="d1e31813_entity-link"/> einen Aufsatz über Großraum veröffentlicht.<note type="editorial" xml:id="d1e31816">Wohl Mißverständnis Schmitts. Der Aufsatz über den Großraum stammt von 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Walter Schellhase</author>, <title>Die Stärke geschlossener Großräume</title>, in: <title>Die Bewegung. Zeitung des deutschen Studententums</title>, 9. Januar 1943, Bd. 11, H. 1, S. 3</bibl>. Im gleichen Jahrgang 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Hans-Hermann Walz</author>, <title>Gesetzesreform und Rechtswahrerausbildung</title>, in: <title>Die Bewegung. Zeitung des deutschen Studententums</title>, 6. Februar 1943, Bd. 11, H. 3, S. 27</bibl>.</note> Zu Hause das Haus voll: die vielen Kinder und Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e31823">Luise</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e31823_entity-link"/> Ich war ziemlich müde und einsam, schlief nachher gut, aber immer Ohrenzirpen. Wartete dann auf <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e31828">Rugina</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e31828_entity-link"/> der kam, netter Junge, Moldauer, erzählte von <unclear><rs ref="#JonescuNori" type="person" xml:id="d1e31833">Nori Jonescu</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JonescuNori" xml:id="d1e31833_entity-link"/> (der mir gleichen soll), <rs ref="#__GND_118855204" type="person" xml:id="d1e31838">Cantillons</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118855204" xml:id="d1e31838_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118578278" type="person" xml:id="d1e31841">Martianu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118578278" xml:id="d1e31841_entity-link"/> von den Bolschwisten; wir tranken eine Tasse Kaffee, er blieb bis ½ 8; begleitete ihn bis an die Kirche, nachher im Lexikon gelesen, daß Ohrenklingen ein Zeichen von Alkoholvergiftung sein kann. Bezwang meine Lust nach Wein, trank nur Mineralwasser und ging früh zu Bett. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e31847">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e31847_entity-link"/> wollte noch Wein trinken, mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e31850">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e31850_entity-link"/> und Tante Luise, aber ich gab ihr keinen. Abends einsam zu Bett und <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e31854">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e31854_entity-link"/> über Geschichtsphilosophie<note type="editorial" xml:id="d1e31857">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>, das zwischen September 1939 und Frühsommer 1945 entstand, wie Freyer im Vorwort zur 2. Auflage schreibt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 10</bibl>.</note> gelesen. Mit Begeisterung die Stellen über die <unclear>Ornamentierung</unclear> der Geräte und daß die Sprache sich selber schmückt, indem sie lautet.<note type="editorial" xml:id="d1e31870">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 122-124,128</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-21" n="1943-07-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e31878">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-21">Mittwoch, 21/7 43</date>. Morgens heftig ejakuliert, in den Räumen von dem <unclear>spanischen</unclear> Ministerium, kleide mich an, finde mich nicht zurecht, bei uns zu Hause warten Gäste, Frau <rs ref="#MallinckrodtLydiaVon" type="person" xml:id="d1e31888">von Mallinckrodt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MallinckrodtLydiaVon" xml:id="d1e31888_entity-link"/> und ein <rs type="person" xml:id="d1e31891">Bruder</rs> von <rs ref="#BruderSchnitzler" type="person" xml:id="d1e31895">Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BruderSchnitzler" xml:id="d1e31895_entity-link"/> in der Angst des Verspätens der Ejakulation, scheußlich. Aber behaglich, gefrühstückt, am Schreibtisch, die vielen Einfälle, wunderschön. Will heute meine letzte Übung über Völkerrecht abhalten und dann in die Bibliothek gehen. Nachmittags Doktorexamen.<note type="editorial" xml:id="d1e31900">Am 21. Juli 1943 absolvierte Philipp Königs sein Doktorexamen bei Schmitt und Höhn; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 105</bibl>.</note> Zusammenkunft von <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e31907">Führer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e31907_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e31910">Duce</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e31910_entity-link"/> in Oberitalien über militärische Fragen.<note type="editorial" xml:id="d1e31914">Fast wörtliche Wiedergabe aus der Überschrift der Zeitungsnotiz 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Besprechung Führer-Duce. Aus dem Führerhauptquartier; 20.7. Der Führer und der Duce haben sich gestern in einer Stadt in Oberitalien getroffen. Es wurden militärische Fragen besprochen.</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 21. Juli 1943, H. 345, S. 1</bibl>.</note> Dachte an die Prophezeiung <rs ref="#Wagners" type="person" xml:id="d1e31919">Wagners</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagners" xml:id="d1e31919_entity-link"/> sprach nach der Übung mit <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e31922">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e31922_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e31925">Friedensburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e31925_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31928">Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> traurig und deprimiert, völlig erschöpft und erledigt. Holte mir ein Buch (<rs ref="#__ZOTERO_I5HUQKSP" type="document" xml:id="d3e31947">fondateur</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_I5HUQKSP" xml:id="d3e31947_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31939">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 130,Fn.1;S.152,Fn.2</bibl>.</note> Las im Lesesaal <rs ref="#__GND_118655655" type="person" xml:id="d1e31944">Benz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655655" xml:id="d1e31944_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e31947">Nietzsche</rs> <corr>und</corr> <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e31952">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e31952_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31956">Vgl. .</note> sowie <rs ref="#__GND_118693190" type="person" xml:id="d1e31961">Freund</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118693190" xml:id="d1e31961_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118641158" type="person" xml:id="d1e31964">Morus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118641158" xml:id="d1e31964_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e31967">
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278</bibl>. Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 67,Fn.2</bibl>.</note> wichtig, diese <quote rend="quoted" xml:id="d1e31975">Zweiteilung</quote>, er führt sie leider nicht aus. Traurig zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e31979">Universität</rs>, Doktorexamen, sah <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e31982">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e31982_entity-link"/> gab ihm die Hand und sagte Guten Tag, dann war ich von  meiner eigenen Schwäche so angewidert, daß ich einfach wegging und mich verdrückte; <unclear>prüfte seinen Schüler</unclear><gap extent="1 word"/>, den er zu einem dummen Schwätzer verbogen hat, und den netten <unclear><rs ref="#AnneckeGerhard" type="person" xml:id="d1e31994">Annecke</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AnneckeGerhard" xml:id="d1e31994_entity-link"/> dann zu den Volkswirten, unter <rs ref="#__GND_116122544" type="person" xml:id="d1e31998">Bente</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116122544" xml:id="d1e31998_entity-link"/> 3 ziemlich dumme Kerle, der Beste noch ein Schweizer, <unclear>Bauchlin</unclear>; bis ½ 6, dann nach Hause, furchtbares Ohrenklingen, grauenhaft, deprimiert, was soll ich tun, lasse mich einfach fallen, alles lacht über mich, meine <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e32005">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e32005_entity-link"/> mein <rs type="person" ref="#__GND_143427482" xml:id="d1e32008">Kind</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e32008_entity-link"/> meine Kollegen. Zu Hause ein Glas Nahewein getrunken, das tat mir gut, aber ich habe ein schlechtes Gewissen, weil das Ohrenziehen dadurch noch schlimmer wird; grauenhafter Zustand, früh zu Bett, las zwischendurch <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e32016">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e32016_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e32019">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>, das zwischen September 1939 und Frühsommer 1945 entstand, wie Freyer im Vorwort zur 2. Auflage schreibt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 10</bibl>.</note> doch unendlich vieles schön, besonders über Ägyptertum, Judentum, sein Bekenntnis zum Christentum.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-22" n="1943-07-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32033">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-22">Donnerstag, 22/7 43</date>. Gut geschlafen, aber immer Ziehen im Ohr, hört das nicht auf? Schrecklich. Leises Ziehen durch mein Gehör, scheußlich. Brief von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e32041">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e32041_entity-link"/> der mich interessierte,<note type="editorial" xml:id="d1e32044">Offenbar nicht erhalten, nicht in 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date></bibl> abgedruckt.</note> bereitete mich auf meine Vorlesung ein bißchen vor, das machte mir sogar Freude, sonst weiß ich nicht, was ich tun soll. Das hielt mich etwas aufrecht. Hatte mein Manuskript vergessen und mußte vom Bahnhof noch einmal nach Hause rennen, das Schwitzen tat mir aber gut, Sehnsucht nach den Wanderungen im Sauerland. Examen mit dem Japaner <unclear><rs ref="#Imani" type="person" xml:id="d1e32056">Imani</rs></unclear><note type="editorial" xml:id="d1e32058">Nicht in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl> nachweisbar.</note>, gab ihm befriedigend <unclear>(Md)</unclear>, dann meine Vorlesung gut erledigt, nachher mit einem Frankfurter namens <unclear><rs ref="#__GND_124286372" type="person" xml:id="d1e32069">Altmann</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124286372" xml:id="d1e32069_entity-link"/> hatte meinen <rs ref="#__ZOTERO_ANMCIZXW" type="document" xml:id="d3e32084">römischen Katholizismus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ANMCIZXW" xml:id="d3e32084_entity-link"/> gelesen, klug und interessant, hatte aber den Namen Ernst Jünger noch nicht gehört. Begleitete mich zur S- Bahn. Zu Hause die vielen Kinder am Tisch, ausgeruht, um 4 schon wieder auf, etwas notiert, zu <rs ref="#Wagner" type="person" xml:id="d1e32081">Wagner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagner" xml:id="d1e32081_entity-link"/> holte mir meine 6 Flaschen Wein, er ging dann mit, schlecht gelaunt und <unclear>nazi</unclear>haft, holt sich den <rs ref="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" type="document" xml:id="d3e32100">Carr</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" xml:id="d3e32100_entity-link"/> bei mir, auch <rs ref="#__ZOTERO_NMUR29RR" type="document" xml:id="d3e32103">Max Stirner</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NMUR29RR" xml:id="d3e32103_entity-link"/> und das Heft der berberischen Zeitschrift;<note type="editorial" xml:id="d1e32095">Friedrich Berber wurde 1937 Direktor des Deutschen Instituts für Außenpolitische Forschung und gab 1938 bis 1943 das <rs type="work" ref="#Jahrbuchf&#xFC;rausw&#xE4;rtigePolitik" xml:id="d1e32097">Jahrbuch für auswärtige Politik</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Jahrbuchf&#xFC;rausw&#xE4;rtigePolitik" xml:id="d1e32097_entity-link"/> heraus.</note> tranken eine Flasche  <unclear>Zeltinger Stephanshof</unclear>, aßen schönen Pfannkuchen dazu, begleitete ihn zum Autobus, nachher nichts mehr getrunken, müde den Abend abgewartet, beeindruckt von seiner Rede (sehe schon die Welt unter der Führung der Kirchen), um 10 rief <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e32107">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e32107_entity-link"/> noch an, über <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e32110">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e32110_entity-link"/> (Schluß des Buches: Europas Ehre).<note type="editorial" xml:id="d1e32116">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>, das zwischen September 1939 und Frühsommer 1945 entstand, wie Freyer im Vorwort zur 2. Auflage schreibt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 10</bibl>.</note> <unclear>Der Bastard</unclear>; welcher <unclear>Haß</unclear>! Zu laut und unangenehm, will ihm das Manuskript Sonntag bringen. Die Fascisten-Funktionäre fliehen von Sizilien, überlassen das Land der <unclear>Geistlichkeit!</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e32139">Am 22. Juli 1943 besetzen US-Truppen Palermo.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-23" n="1943-07-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32145">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-23">Freitag, 23/7 43</date>. Ziemlich früh aufgestanden, schöner Vormittag, am Schreibtisch, Brief von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e32151">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e32151_entity-link"/> mutlos, Angst vor jeder Reise und doch Drang nach dem Sauerland, Angst vor der Reise nach München, weil ich keine Kleider habe. Rührend wie <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e32156">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e32156_entity-link"/> in der Mansarde ein spanisches Zimmer eingerichtet hat, mit gutem  Geschmack, dazu sang sie ein Lied, ergriffen von der <unclear>Naivität</unclear> und der Begabung dieses Kindes; das alles auf einem Piratenschiff.<note type="editorial" xml:id="d1e32164">Anspielung auf 
                            <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.</note> Las <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e32169">Freyers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e32169_entity-link"/> Manuskript Über Weltgeschichte, Prophetismus in Griechenland; ach diese armen Deutschen. Las den ganzen Tag die Weltgeschichte Freyers.<note type="editorial" xml:id="d1e32174">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>.</note> Vieles ist sehr schön, daß <unclear>er</unclear> ein <unclear>lucidatus wäre</unclear>, aber mir tut es weh: nichts verdankt er mir. Kluger Epigone <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e32191">Hegels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e32191_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118525727" type="person" xml:id="d1e32194">Diltheys</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118525727" xml:id="d1e32194_entity-link"/> mein tiefster Impuls <unclear>sieht</unclear> sich verraten; peinlich, wenn er aufs Christentum kommt, hier wird er zwischen den orthodoxen Theologen und den rechten Christen völlig zerrieben. Den ganzen Tag so zu Hause gelegen, erkältet, im linken Ohr, abends eine Flasche Rotwein mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e32205">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e32205_entity-link"/> <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e32208">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e32208_entity-link"/> und Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e32211">Luise</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e32211_entity-link"/> die Kinder singen entzückend; Anima <unclear>spielte</unclear> <quote rend="quoted" xml:id="d1e32217">spanische Kemenate mit <unclear>bengamalischer</unclear> Beleuchtung</quote>, rührend diese Wiederholung meiner eigenen Liebe zum Kitsch. Um 10 zu Bett und schlecht geschlafen, weil ich zu wenig Bewegung hatte.
                    </ab>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-24" n="1943-07-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32227">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-24">Samstag, 24/7 43</date>. Durch eine Tasse Kaffee etwas munterer, aber wie traurig; die Ferien kommen, Angst davor, schönes Wetter, dann kommen die englischen Flieger. <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e32234">Schroer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e32234_entity-link"/> rief an, ich sagte ihm, daß er zu <gap/> soll; wird 100 Flaschen Moselwein bringen. Überlege die Reise nach München, habe keine Kleider und keine Wäsche. Einsam, lächerliche Beziehungen zu <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e32242">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e32242_entity-link"/> und Angst, mich dadurch zu degradieren, daß ich überhaupt an eine solche <unclear>Nullität</unclear> denke. Niemand denkt an mich, welche Enttäuschung, <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e32248">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e32248_entity-link"/> <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e32251">Jessen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e32251_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e32254">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e32254_entity-link"/> alles umsonst. Las die jüdischen Psychotiker und Marxisten (<rs ref="#__GND_118809857" type="person" xml:id="d1e32258">Borkenau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118809857" xml:id="d1e32258_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118500775" type="person" xml:id="d1e32261">Wiesengrund</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118500775" xml:id="d1e32261_entity-link"/> der Frankfurter <rs ref="#__GND_4503541-6" rend="quoted" type="work" xml:id="d1e32264">Zeitschrift für Sozialforschung</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4503541-6" xml:id="d1e32264_entity-link"/> Erschrak, und sah, daß die letzten 10 Jahre wohl verdient sind. Traurig, <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e32269">Hitler</rs> <unclear>bedient</unclear> von <unclear><rs ref="#__GND_116654325" type="person" xml:id="d1e32276">Lammers</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116654325" xml:id="d1e32276_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118766570" type="person" xml:id="d1e32279">Weizsäcker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118766570" xml:id="d1e32279_entity-link"/> usw. Geschäftsklassen-Bewußtsein und Selbstanalysen. Unterdessen brennt das Haus ab. Bequem und nicht viel gearbeitet. Nachmittags ausgeruht, auf <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e32284">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e32284_entity-link"/> gewartet, der aber erst ½ 8 kam, wollte noch <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e32287">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e32287_entity-link"/> dazu, aber er war verhindert, auch die reizende <rs ref="#WinckelmannFreda" type="person" xml:id="d1e32293">Frau</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WinckelmannFreda" xml:id="d1e32293_entity-link"/> Goruneanu aß mit uns allen am Tisch, die 4 Kinder und Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e32296">Luise</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e32296_entity-link"/> Das gefiel ihm offenbar gut. Wir tranken Moselwein, er sprach sehr offen, bekannte sich als Europäer, ein lieber, sympathischer Kerl. Er hat mir die <rs ref="#__ZOTERO_JPFQKFEV" type="document" xml:id="d3e32312">rumänischen Rhapsodien</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JPFQKFEV" xml:id="d3e32312_entity-link"/> von Enescu mitgebracht. Um 11 ging er. Dachte (wegen der Besetzung von Palermo, an <rs ref="#__GND_127846379" type="persom">Pierandrei</rs>).<note type="editorial" xml:id="d1e32310">Am 22. Juli 1943 besetzen US-Truppen Palermo. Pierandrei schrieb über Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Wolfgang Schieder</author>, <title>Carl Schmitt und Italien</title>, in: <title>Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte</title>, 1989, Bd. 37, S. 1-21, hier S. 4Anm.17</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e32315">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e32315_entity-link"/> zeigte ihr spanisches Zimmer in der Mansarde.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-25" n="1943-07-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32321">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-25">Sonntag, 25/7 43</date>. Gut geschlafen, aber immer noch Ohrenziehen, doch nicht mehr so deprimierend. Vormittag spanische Übersetzung meiner Bücher gelesen,<note type="editorial" xml:id="d1e32327">Vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Francisco Javier Conde</author>, <title>Estudios políticos. La época de la neutralidad. Teología política. El concepto de la política</title>, Madrid: Cultura espanola <date>1941</date></bibl>. Das Buch befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 28033.</note> fand das alles sehr schön und genoß den herrlichen Sommermorgen. Den ganzen Tag fast nichts getan, herumgelesen, abends sogar <rs ref="#__GND_118513915" type="person" xml:id="d1e32334">Bossuet</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118513915" xml:id="d1e32334_entity-link"/> um ¼ 11 zu <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e32340">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e32340_entity-link"/> gefahren, mit ihm eine Flasche Sekt getrunken, sehr schön unterhalten über <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e32343">Freyers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e32343_entity-link"/> Manuskript (<rs rend="quoted">Der Entschluss zur Kultur</rs> als Überschrift unmöglich),<note type="editorial" xml:id="d1e32349">Wohl das Manuskript von 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 1</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas. Bd. 2</title>, Wiesbaden: Dietrich <date>1948</date></bibl>.</note> über seine Reise nach Kiel. Gehoben nach Hause, sah noch eine Sekunde Fräulein <rs ref="#AuburtinAng&#xE8;le" type="person" xml:id="d1e32358">Auburtin</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AuburtinAng&#xE8;le" xml:id="d1e32358_entity-link"/> die sehr nett grüßte. Omine auctus.<note type="editorial" xml:id="d1e32366">Lat., dt.: durch das Vorzeichen ermutigt.</note> Abends bis nach 1 herumgelesen, <rs ref="#__GND_118610961" type="person" xml:id="d1e32369">Schubert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118610961" xml:id="d1e32369_entity-link"/> gespielt, Erkenntnis dieses Einbruchs der Slawen in den deutschen Geist, der dann durch die preussische Verkrampfung und den Willen zu Irgendetwas (zur Haltung, zur Macht, zum Charakter) zerdrückt wird. Grauenhafte Verwüstung; seit der Umarmung deutsch-baierischer Messerstiche und der giftigen Soße der Rassentheorie. Orgiastisches Finale des norddeutschen Größenwahns.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" corresp="#__GND_11874402X" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_letter-draft_1943-07-25" n="1943-07-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57676">
                        Brief an Reifenberg, <date type="entry-date" when-iso="1943-07-25">25/7 43</date>.<note type="editorial" xml:id="d1e57683">Der Brief ist im Nachlass Reifenbergs im DLA Marbach erhalten, A: Reifenberg, Benno.</note> Unser Gespräch vom Geburtstagsabend in Frankfurt habe ich nicht vergessen. Ich wollte es in der Form weiterführen, daß ich Ihnen ein Exemplar meiner Abhandlung über den <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e57720">Leviathan</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ARF9DNVB" xml:id="d3e57720_entity-link"/> zuschicken ließ, aber eben erhalte ich – nach 3 Wochen Warten – vom Verlag die Mitteilung, <quote rend="quoted" xml:id="d1e57696">fehlt z. Zt.</quote>. Was soll ich nun tun? Ein Autor, der manches publiziert hat, ist in einer schwierigen Lage, nämlich in der Alternative zwischen Selbst-Festlegung auf das Geschriebene und Selbst-Desavouierung, und wenn er beides vermeiden will, finden sich schon bald die Mitmenschen, die ihn in die Sackgasse dieses Dilemmas hineinzustoßen suchen. Der L. ist geschrieben, als ich 50 Jahre alt wurde; daher bewegt er sich schon mit einiger Sicherheit jenseits und über der genannten Alternative. Schade, daß der faktische L. dieses gutgemeinte Bildnis inzwischen verschlungen hat. Aber, ohne mich für einen, wenn auch nur kleinen, Propheten zu halten, bin ich sicher, daß es, wie <rs type="person" xml:id="d1e57717">Jonas</rs>, eines Tages wieder ans Tageslicht geworfen wird.<note type="editorial" xml:id="d1e57720">Jona 1-2; Mt 12,40.</note> Dann schicke ich es Ihnen sofort. Bei unserem Gespräch habe ich, im Eifer der <corr>Diskussion</corr> zur Sache, vergessen, nach einigen Mitarbeitern der <rs ref="#__GND_4129625-4" type="work" xml:id="d1e57728">Frankfurter Zeitung</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4129625-4" xml:id="d1e57728_entity-link"/> zu fragen, die mir im Laufe der Jahre durch ein Wort, oder einen Gedanken, durch ihren Stil oder eine Wendung aufgefallen waren. Das waren besonders <rs ref="#__GND_121226107" type="person" xml:id="d1e57735">Eberhard Schulz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121226107" xml:id="d1e57735_entity-link"/> (der über Filme schreibt) und <rs ref="#__GND_116983949" type="person" xml:id="d1e57740">Heddy Neumeister</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116983949" xml:id="d1e57740_entity-link"/> deren <corr>soziologischer</corr> Sinn mich oft frappiert. Wo leben sie und ist es nicht bedenklich, den imaginären Eindruck, der vom bloß Gedruckten stammt, durch eine persönliche Bekanntschaft zu beirren? Dies alles schreibe ich wie im Gespräch. Aber Gespräche muß man sprechen und so hoffe ich, daß wir uns einmal wiedersehen und auf das eigentliche Thema unserer ersten Begegnung zurückkommen. Herzliche Grüße Ihres
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-26" n="1943-07-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32380">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-26">Montag, 26/7 43</date>. Wieder ein glücklicher Vormittag, wie langmütig ist Gott. <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e32386">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e32386_entity-link"/> rief an (<unclear>Nancy Nachtigal</unclear> und Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e32391">Hahm</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e32391_entity-link"/> und teilte die Entlassung <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e32397">Mussolinis</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e32397_entity-link"/> mit.<note type="editorial" xml:id="d1e32400">Mussolini wurde am 25. Juli 1943 als Ministerpräsident von König Victor Emmanuel III. entlassen.</note> Sprach mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e32403">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e32403_entity-link"/> darüber. Tief ergriffen. Erinnerte mich des Gesprächs mit ihm.<note type="editorial" xml:id="d1e32406">Das Treffen fand am 15. April 1936 statt, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Gesammelte Schriften 1933-1936 mit ergänzenden Beiträgen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2021</date>, S. 541</bibl>.</note> In dem Magazin der Bibliothek war ich sofort wieder abgelenkt. Holte mir Bruno Bauers <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e32424">Rußland und das Germanentum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e32424_entity-link"/> großartiger erster Eindruck, stärkte mich für die schwierige Vorlesung, die aber gut vorüber ging (Gerichtsherrlichkeit), nachher 2 Fleißprüfungen, darunter ein Ukrainer. Während der Vorlesung Alarm, ließ mich aber nicht unterbrechen. Erleichtert nach Hause, ausgestreckt, nichts getan, <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e32421">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e32421_entity-link"/> angerufen, <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e32424">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e32424_entity-link"/> kam auch zur Stunde, aßen zu Abend, tranken 4 Flaschen Wein, nette Unterhaltung, aber es war doch nicht das richtige. Traurig zu Bett. Optimistische Grenzen. Unter-bewußt: Der unverschämte Kerl am Telefon (17/7) war bestimmt <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e32429">Keiper</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e32429_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-27" n="1943-07-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e32435">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-27">Dienstag, 27/7 43</date>. In der Zeitung die Nachricht zum Rücktritt <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e32441">Mussolinis</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e32441_entity-link"/> der Aufruf des <rs type="person" ref="#__GND_118804545" xml:id="d1e32444">Königs</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118804545" xml:id="d1e32444_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118646281" type="person" xml:id="d1e32447">Badoglios</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118646281" xml:id="d1e32447_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e32450">Pietro Badoglio (1871-1956) wurde am 26. Juli 1943 Nachfolger Mussolinis. Vgl. dazu 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Regierungswechsel in Italien. Mussolini als Regierungschef und Ministerpräsident zurückgetreten. Marschall Badoglio zum Nachfolger ernannt</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 26. Juli 1943, H. 354, S. 1</bibl>, dort auch 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Victor Emmanuel an das italienische Volk</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 26. Juli 1943, H. 354, S. 1</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Aufruf Badoglios</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 26. Juli 1943, H. 354, S. 1</bibl>.</note> Ich war in Deutschland der erste, der Mussolini begrüßt hat, und eine Theorie daraus machte.<note type="editorial" xml:id="d1e32462">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Politische Theologie. Vier Kapitel zur Lehre von der Souveränität</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1922</date></bibl>; dazu 
                            <bibl type="bookSection"><author>Joachim Schickel</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Partisan des Politischen. Ein Besuch bei C.S.</title>, in: <title>Gespräche mit Carl Schmitt</title>, Berlin: Merve <date>1993</date>, S. 77-87, hier S. 84</bibl>.</note> Jetzt ist das also aus. Überlegte, ob ich heute oder erst Donnerstag aufhören sollte.<note type="editorial" xml:id="d1e32469">Bezieht sich auf das Ende des Sommersemesters.</note> Optimismus schon wieder vergangen. Die dreisten Bockelsöhne, erfanden andere Töne.<note type="editorial" xml:id="d1e32474">Anspielung auf 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Percyval Reck-Malleczewen</author>, <title>Bockelson. Geschichte eines Massenwahns</title>, Berlin: Schützen-Verlag <date>1937</date></bibl>. Ein Exemplar befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 26164. Vgl. auch den Tagebucheintrag Ernst Jüngers vom 29. Februar 1944, in: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernst Jünger</author>, <title>Das zweite Pariser Tagebuch</title>, in: <title>Sämtliche Werke</title>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>1979</date>, S. 9-294, hier S. 229</bibl>.</note> Hielt meine Vorlesung, leidlich, erleichtert nach Hause, Fleißprüfung eines netten Fräulein <rs ref="#FrSch&#xF6;nberg" type="person" xml:id="d1e32481"><unclear>Schönberg</unclear></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrSch&#xF6;nberg" xml:id="d1e32481_entity-link"/> Zu Hause große Hitze, ausgeruht, um 4 aufgestanden, <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e32487">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e32487_entity-link"/> kam, sprach von Leipzig, <rs ref="#__GND_118733648" type="person" xml:id="d1e32490">Michaelis</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118733648" xml:id="d1e32490_entity-link"/> der nach Berlin kommt, (Neffe des <rs ref="#__GND_119059584" type="person" xml:id="d1e32493">Kanzlers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119059584" xml:id="d1e32493_entity-link"/> Freund <rs ref="#__GND_118655698" type="person" xml:id="d1e32496">Berbers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655698" xml:id="d1e32496_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e32501">Wieackers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e32501_entity-link"/> Nervosität und Hysterie,<note type="editorial" xml:id="d1e32504">Wieackers Nervosität war möglicherweise verursacht durch seine <rs type="document" ref="+__ZOTERO_Q9XD8Z3V">Erinnerungsschrift über Rudolf von Jhering</rs>, die 1942 erschien und in der er <quote source="#__ZOTERO_UX3B23KV?p=XXXVI" xml:id="d1e32509">scharfe Kritik an der völkischen und sozialdarwinistischen Verirrung des Rechtsdenkens der damaligen Zeit</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e32509_quote-src" target="#d1e32509">Quelle: 
                                <bibl type="journalArticle"><author>Okko Behrends</author>, <title>Franz Wieacker</title>, in: <title>Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Romanistische Abteilung</title>, 1995, Bd. 112, S. XIII-LXII, hier S. XXXVI</bibl>.
                            </note> übte.</note> alles sehr deprimierend, Tagung in München, zu der ich nicht eingeladen bin, Papierbewilligung für juristische Bücher aufgrund der Gutachten von <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e32515">Höhn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e32515_entity-link"/> <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e32518">Ritterbusch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e32518_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118678590" type="person" xml:id="d1e32521">Dahm</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118678590" xml:id="d1e32521_entity-link"/> Über den selbstgefälligen <rs ref="#__GND_118707450" type="person" xml:id="d1e32525">Huber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118707450" xml:id="d1e32525_entity-link"/> und seine ehrgeizige <rs ref="#__GND_1012768287" type="person" xml:id="d1e32528">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1012768287" xml:id="d1e32528_entity-link"/> usw.<supplied>)</supplied>. Es ist zum Sterben. Wir tranken Kaffee,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e32539">
                        dann eine Flasche Enkircher Steffensberg, allmählig habe ich keinen Wein mehr. Begleitete Weber zum <rs ref="#BahnhofLichterfeldeWest" type="place" xml:id="d1e32543">Bahnhof Lichterfelde West</rs>. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e32546">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e32546_entity-link"/> ist krank und im Bett. Frau <rs ref="#NiermannMaria" type="person" xml:id="d1e32551">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#NiermannMaria" xml:id="d1e32551_entity-link"/> rief an und will morgen kommen. Nach dem Abendessen kam <rs ref="#ValentinerClaus" type="person" xml:id="d1e32555">Claus Valentiner</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ValentinerClaus" xml:id="d1e32555_entity-link"/> Erzählte von Aix, <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e32563">Jüngers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e32563_entity-link"/> großer Ruhe, Teilung des Zusammenhangs von Schutz und Gehorsam, über <rs ref="#__GND_116902051" type="person" xml:id="d1e32566">Nebel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116902051" xml:id="d1e32566_entity-link"/> der in Rom ist, französische Literaten, wir tranken eine Flasche sauren Zeltinger, bis ¼ 11. Müde und verzweifelt, ohne Schlaf, auf den Alarm gewartet, der aber nicht kam. <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e32571">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e32571_entity-link"/> hat angerufen und von Hamburg erzählt; Gruß aus Sodom und <corr>Gomorrha</corr>.<note type="editorial" xml:id="d1e32579">In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen Briten und US-Amerikaner schwere Luftangriffe auf Hamburg unter dem Codenamen <q>Operation Gomorrha</q>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-28" n="1943-07-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-28" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32586">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-28">Mittwoch, 28/7 43</date>. Den 50. Geburtstag von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e32592">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e32592_entity-link"/> Keine Nachricht von ihm. Morgens herumgelegen, müde, krank, energielos, verzweifelt, dazwischen wieder Vorlesung vorbereitet, deprimiert, plötzlich einige Gedichte von <rs ref="#__GND_118658980" type="person" xml:id="d1e32597">Blaga</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118658980" xml:id="d1e32597_entity-link"/> die mir große Freude machten. Freude an der Freundschaft mit <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e32603">Goruneanu</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e32603_entity-link"/> Die Kinder bereiten eine Theateraufführung vor. Las Bruno Bauer: <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" type="document" xml:id="d3e32617">Rußland und das Germanentum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e32617_entity-link"/> er ist der Isolierte; etwas mit ihm identifiziert, aber nicht viel: Liebe zu den Rumänen. Ähnlichkeit mit <rs ref="#__GND_138791287" type="person" xml:id="d1e32613">Bojić</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138791287" xml:id="d1e32613_entity-link"/> La Coruña und <unclear>Carol</unclear>, armes Mückchen. Genieße das Galgenfristen; carpe horam (diem, oh, schon viel zu viel); welch eine unwürdige Sklaverei und dabei ist es doch die Wirklichkeit deiner menschlichen Existenz. Nicht als Sklave brachte uns ein Schicksal her... oh armer Knabe.<note type="editorial" xml:id="d1e32634">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <author>Wolfgang Schuller</author> und <author>Gerd Giesler</author>, <title>Tagebücher 1930 bis 1934</title>, Berlin: Akademie <date>2010</date>, S. 374</bibl>.</note> In ex. pertatis jud. Las über Rumänien; wie romantisch. Dachte an all diese Menschen, die morgen abend kommen; welch ein Zustand. <quote xml:id="d1e32645">Ju<c type="ephemeral-hyphen">-</c>dica et discerne</quote>, unendlich, was <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e32653">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e32653_entity-link"/> war, ein Christ im Sinne der <unclear>Isoliertheit</unclear>. Dabei bereitete ich mit sonderbarem Eifer meine letzte Vorlesung für morgen vor. Vormittags um 11 Alarm. Nachmittags Kaffee, zur Feier von Jups Geburtstag, Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e32660">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e32660_entity-link"/> kam und schimpfte über die Terrorangriffe der Engländer. Frau <rs ref="#NiermannMaria" type="person" xml:id="d1e32666">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#NiermannMaria" xml:id="d1e32666_entity-link"/> erzählte von der Korrespondenz ihres <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e32669">Mannes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e32669_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e32672">Rosskopf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e32672_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e32675">Konrad Weiß</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e32675_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e32678">Die Briefe sind vermutlich nicht erhalten.</note> Trank zwei Flaschen Wein, ging müde zu Bett und las noch Gedichte von Blaga.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-29" n="1943-07-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32690">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-29">Donerstag, 29/7 43</date>. Morgens <unclear>ohne Orgie</unclear>. In <unclear>Expressionen</unclear> judizieren. Bereitete meine letzte Vorlesung schön vor, große Hitze, hielt sie vor 40 Hörern etwa, machte mir aber Freude, besonders der nette <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e32702">Rugina</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e32702_entity-link"/> der mich nachher zur U-Bahn begleitete. Zu Hause geschlafen, geschwitzt, Frau <unclear><rs ref="#FrRudolff" type="person" xml:id="d1e32712">Rudolff</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrRudolff" xml:id="d1e32712_entity-link"/> kam, dann <rs ref="#Wagner" type="person" xml:id="d1e32715">Wagner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagner" xml:id="d1e32715_entity-link"/> brachte <rs ref="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" type="document" xml:id="d3e32729">Carr</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" xml:id="d3e32729_entity-link"/> zurück, nette Unterhaltung, also heute 60. Geburtstag <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e32721">Mussolinis</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e32721_entity-link"/> Großes Bedauern. Nachricht über Hamburg.<note type="editorial" xml:id="d1e32727">In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen Briten und US-Amerikaner schwere Luftangriffe auf Hamburg unter dem Codenamen <q>Operation Gomorrha</q>.</note> <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e32732">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e32732_entity-link"/> telefonierte für Abends ab, weil er nach Lissabon telefonieren muß. Es soll wohl nicht so sein. Erziehung zur Ergebung in den Willen Gottes. <rs ref="#__ZOTERO_QVDS6NZE" type="document" xml:id="d3e32748">Tagebücher</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QVDS6NZE" xml:id="d3e32748_entity-link"/> von Kierkegaard gelesen, doch immer wieder ergriffen.<note type="editorial" xml:id="d1e32740">Die erste Auflage aus dem Jahr 1923 befand sich bis 1966 im Nachlass Schmitts und wurde dann antiquarisch angeboten.</note> Es gibt also noch Christen. Nach dem Abendessen kamen zuerst Goruneanu und <rs ref="#__GND_11864565X" type="person" xml:id="d1e32749">Teodorescu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11864565X" xml:id="d1e32749_entity-link"/> (ein sympathischr Bohemien, machte eine <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e32752">Paul Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e32752_entity-link"/>-<unclear>Übertragung</unclear> mit ihm, die ihm vielleicht unerklärlich <unclear>vorkam</unclear>, großer Philosoph, Bohemien, Bourgeois), rührend der liebe Goruneanu, der mir Kaffee mitbrachte. Dann kamen <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e32765">Winckelmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e32765_entity-link"/> und <rs ref="#WinckelmannFreda" type="person" xml:id="d1e32768">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WinckelmannFreda" xml:id="d1e32768_entity-link"/> <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e32771">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e32771_entity-link"/> und schließlich <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e32774">Weber-Schumburg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e32774_entity-link"/> Schöner Abend, der Moselwein schmeckte wunderbar (Enkircher Steffensberg 39). Blötz erzählte von Hamburg (<unclear>Groß-<gap/></unclear>); mit Teodorescu über <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e32788">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e32788_entity-link"/> alle finden Jünger <unclear>schuldig</unclear>: es ist 10 % ὑβρίς dabei gewesen, sagte Teodorescu. <rs ref="#__GND_118658980" type="person" xml:id="d1e32800">Blaga</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118658980" xml:id="d1e32800_entity-link"/> den ich bewunderte, ist für ihn Naturschutzpark, künstlich und in keiner Weise aktuell. Erschrak, vor diesem Wissen und dieser Überlegenheit; kannte auch <rs ref="#__GND_118500775" type="person" xml:id="d1e32805">Wiesengrund</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118500775" xml:id="d1e32805_entity-link"/> Aufregender Abend, um 1 Alarm, aber es ging vorbei. Deus est judex.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-30" n="1943-07-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-30" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32819">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-30">Freitag, 30/7 43</date>. Müde, Nachtschweiß, schöner Kaffee zum Frühstück, die Galgenfrist, las eine kleine Portugiesen-Schrift von <rs ref="#__GND_117125733" type="person" xml:id="d1e32825">Moncada</rs> über Thomas, sehr glücklich darüber, obwohl zum Tod verurteilt.<note type="editorial" xml:id="d1e32830">Vielleicht 
                            <bibl type="book"><author>Luís Cabral de Moncada</author>, <title>Universalismo e individualismo na concepcao de Estado: S. Tomás de Aquino</title>, Coimbra: Arménio Amado <date>1943</date></bibl></note> Aufgeregt <rs ref="#__ZOTERO_ETN633J5" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e32846">Arbeiter</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETN633J5" xml:id="d3e32846_entity-link"/> von Jünger gelesen,<note type="editorial" xml:id="d1e32839">Im Nachlass Schmitts befinden sich zwei Exemplare dieses Buches, eines mit Widmung des Verfassers, RW 0265 Nr. 22014, eines ohne, RW 0265 Nr. 22015.</note> wie steht er in der Tradition: <rs ref="#RoesslerC" type="person" xml:id="d1e32842">C. Roessler</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RoesslerC" xml:id="d1e32842_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e32846">Bruno Bauer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e32846_entity-link"/> Der Sekretär von <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e32849">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e32849_entity-link"/> telefonierte und sagte die Veranstaltung der Internationalen Rechtskammer für heute abend ab.<note type="editorial" xml:id="d1e32852">Die Internationale Rechstkammer existierte von 1941 bis 1943.</note> (Der stellvertretende Vorsitzende <rs ref="#__GND_128611189" type="person" xml:id="d1e32856">Stuckart</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_128611189" xml:id="d1e32856_entity-link"/> darf seinen Arbeitsplatz auch nicht für eine halbe Stunde verlassen.) Naives Glück in einer Stunde am Schreibtisch. Nachmittags geschlafen, nichts getan, herumgelesen. Abends rief <rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e32862">Rörig</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e32862_entity-link"/> an, was mich tief rührte, weil weder <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e32865">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e32865_entity-link"/> noch <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e32868">Jessen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e32868_entity-link"/> noch ein sonstiger Bekannter anrief. Dann Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e32872">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e32872_entity-link"/> die mitteilte, daß Alarmstufe 15 sei. Große Aufregung, wir schleppten viel in den Luftschutzkeller und warteten. Ich trank eine Flasche Wein. Telefonierte an <rs ref="#Wagner" type="person" xml:id="d1e32877">Wagner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wagner" xml:id="d1e32877_entity-link"/> daß Alarmstufe 15 sei, um mich wichtig zu machen. Es kam aber kein Alarm. Geschieht dir recht, Wichtigmacher. Wartete bis 2 Uhr Nachts, müde, auf dem Sofa geschlafen, Herzbeschwerden wegen des immer wieder unterbrochenen Schlafes. Schließlich müde zu Bett. Einsam, isoliert, zum Tode verurteilt, vor dem Fegefeuer, das nun endlich kommen muß, völlig Z, wie ist das nur möglich, gescheitert usw. Gespräch mit <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e32890">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e32890_entity-link"/> der aber zurückhaltend war, erzählte, daß in Hamburg über 5 Hunderttausend Obdachlose.<note type="editorial" xml:id="d1e32895">In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen Briten und US-Amerikaner schwere Luftangriffe auf Hamburg unter dem Codenamen <q>Operation Gomorrha</q>.</note> Das ist dann die Ent-Arbeits-Beschaffung, oder die Unterlassung der Lösung des <unclear>Arbeitsproblems durch den Krieg</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-07-31" n="1943-07-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-07-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e32909">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-07-31">Samstag, 31/7 43</date>. Herzbeschwerden wegen des immer wieder unterbrochenen Schlafes. Die Zeitung hält die Fassade aufrecht. Die Unpünktlichkeit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e32915">Duschkas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e32915_entity-link"/> das Geschrei der Kinder, die entsetzliche Isoliertheit und Einsamkeit. Flucht zu <rs ref="#__GND_118661515" type="person" xml:id="d1e32920">Bonn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118661515" xml:id="d1e32920_entity-link"/> an den ich mich mit großer Dankbarkeit und Rührung erinnerte (nachdem ich den <rs ref="#__ZOTERO_QX7PMTJQ" type="document" xml:id="d3e32934">Aufsatz</rs> über die USA in einem Geschichtsbuch gelesen hatte).<note type="editorial" xml:id="d1e32929">Das Exemplar aus dem Nachlass Schmitts befindet sich im Institut für Europäische Geschichte in Mainz mit der Signatur CSch 45.</note> Wartete vergebens auf den Anruf. Da sitzest du nun, alter Sünder, armes Mückchen, und glaubtest, etwas zu sein. Der bloße Gedanke an diese Leute erstickt mich. Nicht einmal beschleunigter Widerwille. Der Nachläufer als Beschleuniger. Das herrliche Sommerwetter erinnerte mich an unsere Wanderung im Sauerland. Auch das ist also vorbei. Keine Nachricht von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e32936">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e32936_entity-link"/> große Sorge. Las abends Leon Bloy <rs ref="#__ZOTERO_28RMJJZ5" type="document" xml:id="d3e32955">Salutpar les juifs</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_28RMJJZ5" xml:id="d3e32955_entity-link"/> Ergriff die Stelle über Sodom und Gomorrha, Gen. IX. Eine Flasche Rotwein, die kleine <rs ref="#SchmittAugusteTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e32954">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittAugusteTochtervonJup" xml:id="d1e32954_entity-link"/> warf das letzte Glas um, gab ihr eine Ohrfeige, großes Geheul. Immer in Erwartung des Fliegerangriffs, der aber nicht kam. Damals war <unclear>Helligkeit</unclear> der Bote; ob <unclear>dieses Mal</unclear> wieder einer kommt?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-01" n="1943-08-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e32967">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-01">Sonntag, 1/8 43</date>. Um 8 auf, mit den Kindern in die Kirche zur Primiz von <rs ref="#LeithigerHeinrich" type="person" xml:id="d1e32973">Heinrich Leithiger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LeithigerHeinrich" xml:id="d1e32973_entity-link"/> wo <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e32978">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e32978_entity-link"/> die Krone trug.<note type="editorial" xml:id="d1e32981">Die Primiz ist die erste, von einem römisch-katholischen Priester als Hauptzelebrant gefeierte heilige Messe. Bei der Prozession des Neupriesters zur Kirche wird von einer in weiß gekleideten <q>Primizbraut</q> auf einem edlen Kissen die Primizkrone vorausgetragen.</note> Wunderschöne Feier. Ergreifend, der rührende Pfarrer <rs ref="#GebhardtHermann" type="person" xml:id="d1e32989">Gebhardt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GebhardtHermann" xml:id="d1e32989_entity-link"/> in seiner Predigt (keine Statistiken berichten darüber, wie viel Frieden die Priester durch die Beichte gestiftet haben usw.). Gute, disziplinierte und bewußte Haltung dieses jungen Jesuiten, der die Primiz feierte. Alles tief ergriffen, während rings das große Stalingrad entsteht. Wir gingen nach Hause, frühstückten schön, herumgelegen, etwas geschlafen, nach dem Essen wieder zu Bett, aber entsetzliche Hitze, gebadet, um ½ 5 zu <rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e32996">Rörig</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e32996_entity-link"/> Mit ihm schöner Tee und Kuchen, sowie eine Flasche Graacher getrunken. Natürlich über Italien philosophiert, immer wieder rückwärts gerichtet, Angst dieser guten Nationalbürger um ihr Besitztum, aber ich bin sicher, daß sie viel versteckt haben. <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e33004">Mussolini</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e33004_entity-link"/> liest <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e33007">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e33007_entity-link"/> (sein Dankschreiben möchte ich gerne lesen).<note type="editorial" xml:id="d1e33010">Hitler schenkte Mussolini zum 60. Geburtstag am 29. Juli 1943 eine Nietzsche-Gesamtausgabe mit Widmung. Nach seiner Absetzung befand sich Mussolini auf der Insel Ponza, wohin ihm die Bücher nachgesandt wurden; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Philipp Felsch</author>, <title>Wie Nietzsche aus der Kälte kam. Geschichte einer Rettung</title>, München: C. H. Beck <date>2022</date>, S. 30</bibl>.</note> Um ½ 9 wieder zu Hause, das große Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e33015">Samić</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e33015_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e33018">Mit der Juristin Frl. Dr. Samić half Duschka Schmitt serbischen Kindern, deren Mütter als Zwangsarbeiterinnen nach Deutschland verbracht worden waren; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 133, Anm. 228</bibl>. Schmitt schrieb den Namen in Gabelsberger Stenografie als <q>Schamitz</q>.</note> eine Serbin, half <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e33028">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e33028_entity-link"/> und ordnete die Papiere, wir überlegten abends, daß Duschka und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e33031">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e33031_entity-link"/> mit den Kindern nach Cloppenburg fahren, Dienstag, wenn noch Züge fahren. Ich bin wie gelähmt, trinke eine Flasche Wein. Traurig, erledigt. Manchmal wieder getröstet, durch den Gedankendrang, daß ich schon einmal einem solchen Kataklysmus entronnen bin, Unfähigkeit zur Willenslosigkeit, Unfähigkeit zu starkem Willen; armes Treibholz.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e57398">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-01">1/8 43 morgens</date>. Trost in dem Gedanken der Isoliertheit, <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e57404">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e57404_entity-link"/> aber auf diesem Weg komme ich vielleicht doch zur Ruhe, will nichts; warte auf die Gnade, nicht vielleicht sogar die des Märtyrers, so lächerlich es ist, anders geht es ja nicht; alle Sätze der Christenlehre werden jetzt wahr; <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=159" type="document" xml:id="d1e57416">besser durch als für</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57416_quote-src" target="#d1e57416">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note> aber die <gap/> Schwäche: lieber selbst verderben als Spiel-Verderber.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e57424">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-01">1/8 43</date>. Ab illo benedicaris in cujus honore cremaberis. In ignem mittetur (<unclear>Heiliges</unclear> Evangelium, 7. Sonntag nach Pfingsten).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-02" n="1943-08-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e33041">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-02">Montag, 2/8 43</date>. Vorbereitungen für die Abreise, während ich zu Hause bleibe. Die Köchin hat große Angst. Was soll ich machen. Dachte daran, Fräulein <rs ref="#FrSuhr" type="person" xml:id="d1e33049"><unclear>Suhr</unclear></rs> <unclear>abzuholen</unclear>. Dummer <unclear>Kerl</unclear>. Ich tue nichts, ich <unclear>rolle</unclear> meine kümmerlichen <unclear>Tränen</unclear> und feile an den Sätzen des <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e33075">Nomos der Erde</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e33075_entity-link"/> Bist du nicht endlich reif, armes Mückchen. Hörte durch <rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e33067">Rörig</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e33067_entity-link"/> daß im <rs ref="#__GND_4208422-2" type="work" xml:id="d1e33075">Corriere della sera</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4208422-2" xml:id="d1e33075_entity-link"/> steht: Rückkehr zum senso giuridico, Respekt vor dem Menschenleben und der Person, zur Verfassungs<unclear>übungen</unclear>;<note type="editorial" xml:id="d1e33084">Exemplarisch 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>La legalità restaurata</title>, in: <title>Corriere della sera</title>, 30. Juli 1943, H. 181, S. 1</bibl>.</note> jetzt hat also <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e33089">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e33089_entity-link"/> wieder keinen Triumph, Tradition, der Schwindel wird immer größer. Telefongespräch mit Rörig, der vom Corriere della sera erzählte. Niemand rief bei mir an. Telefonierte Nachmittags mit <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e33102">Grewe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e33102_entity-link"/> erzählte ihm von Madrid, amerikanische Literatur, seine Eltern in Hamburg sind gerettet, sein Buch ist bald fertig; widerlich selbstsüchtiger, armseliger Typ, ich bin doch ein armer Mensch, daß ich solche Menschen nicht ignorieren kann. Letzter Abend mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e33107">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e33107_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e33111">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e33111_entity-link"/> und den Kindern. Soll man das furchtbare Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e33115">Samić</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e33115_entity-link"/> holen (die serbische <unclear>Brünhilde</unclear>?), Duschka tat es nicht; sie weiß wohl, warum (meine Verfallenheit an diese grobe Art kennt sie wohl); dann bei <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e33122">Goruneanu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e33122_entity-link"/> wegen des Autos, der aber verhindert ist und erst Donnerstag kommen kann; schließlich Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e33126">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e33126_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_11872729X #__GND_1262923735" type="group" xml:id="d1e33129">Leistikows</rs>, noch in der Dämmerung gesessen, während Claire und Duschka einpackten, Portwein getrunken, gab ihm mein <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e33148">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e33148_entity-link"/> lieber sympathischer Mann. Alles empört über den Aufruf an die Berliner, der gestern Abend verteilt wurde; alles in Untergangsstimmung.<note type="editorial" xml:id="d1e33143">Wohl das von <rs ref="#__GND_118540041" type="person" xml:id="d1e33145">Goebbels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540041" xml:id="d1e33145_entity-link"/> gezeichnete Flugblatt an <q>Berliner! Berlinerinnen!</q> mit dem Aufruf zur Evakuierung.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-03" n="1943-08-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e33153">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-03">Donnerstag, 3/8 43</date>. Um 6 aufgestanden, alles macht sich zur Abreise bereit, wir fuhren mit vielen Koffern mit der S-Bahn zum <rs ref="#__GND_4393561-8" type="place" xml:id="d1e33162">Lehrter Bahnhof</rs>; auf dem <rs ref="#__GND_4521224-7" type="place" xml:id="d1e33165">Bahnhof Friedrichstraße</rs> tat <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e33171">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e33171_entity-link"/> in gewohnter Sicherheit, einen belgischen Arbeiter auf, der uns die Koffer trug und beim Einsteigen am Lehrter Bahnhof half. Entsetzliche Überfüllung, flüchtendes Berlin, mit Frauen und Kindern, Geschrei, Gepäck; <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e33176">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e33176_entity-link"/> findet sich in solchen Situationen fabelhaft zurecht; Duschka bleibt seelenruhig. Sie wurde schließlich durch das Fenster in das gefüllte Abteil hineingedrückt. Grauenhaft, ich war kurzatmig, müde weggegangen, mit dem Belgier (<rs ref="#Christian" type="person" xml:id="d1e33181">Christian</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Christian" xml:id="d1e33181_entity-link"/> noch ein Glas Bier bei <rs ref="#Aschinger" type="place" xml:id="d1e33187">Aschinger</rs> getrunken. In das Magazin der <rs ref="#__GND_230079-5" type="place" xml:id="d1e33190">Universitätsbibliothek</rs>, das ist die beste Erholung, etwas über peaceful change<note type="editorial" xml:id="d1e33197">Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 157,220,250</bibl>.</note> gefunden, meine eigenen Bücher, erst deprimiert, nachher wieder selbstbewußt (besonders wenn ich die Randbemerkungen zur <rs ref="#__ZOTERO_RQJ6DEUV" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e33213">Politischen Romantik</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_RQJ6DEUV" xml:id="d3e33213_entity-link"/> sehe). Müde in der fürchterlichen Hitze nach Hause. Einen Augenblick wieder leichtsinnig, aber das verging einem in dieser Situation. Schlief Nachmittags etwas, badete, trank Milch, um ½ 5 kam das sympathische Fräulein <rs ref="#FrPengel" type="person" xml:id="d1e33210"><unclear>Pengel</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrPengel" xml:id="d1e33210_entity-link"/> mit dem Referendar <rs ref="#Hojer" type="person" xml:id="d1e33213">Hojer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hojer" xml:id="d1e33213_entity-link"/> aus Hamburg, der von der Zerstörung erzählte und ein Notexamen machen will.<note type="editorial" xml:id="d1e33218">In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen Briten und US-Amerikaner schwere Luftangriffe auf Hamburg unter dem Codenamen <q>Operation Gomorrha</q>.</note> Netter Kerl, mit einem Arm, <unclear>behielt</unclear> ihn aber nicht bei mir. Dachte immer an <rs ref="#__GND_141559128" type="person" xml:id="d1e33226">Georg Eisler</rs> und die Rache der Juden. Sie gingen um 6, rief <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e33231">Fränger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e33231_entity-link"/> an und lud ihn für den Abend ein, nicht zum Abendessen. Er will nicht von <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e33234">Berlin</rs> weg: <quote rend="quoted" xml:id="d1e33237">In dieser existenziellen Stunde ziehe ich die Flagge nicht ein.</quote> Er kam auch und las mir über
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e33246">
                        die Hölle von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e33250">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e33250_entity-link"/> vor (die Mönchshölle, die Musikhölle, weiteres, aber nicht besonders gut, vieles hübsches, vieles dummes Zeug.<note type="editorial" xml:id="d1e33253">Fraenger las Schmitt offenbar aus dem Manuskript des folgenden Buches vor: 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Fraenger</author>, <title>Hieronymus Bosch. Das tausendjährige Reich. Grundzüge einer Auslegung</title>, Coburg: Winkler-Verlag <date>1947</date></bibl>, hier das 5. Kapitel: Die Hölle (S. 63-93).</note> Rituelle Stilzeichen; die Übersteigerung des Vorgangs der Unterschrift: Er will immer einen Zusatz konstruieren), ich war todmüde, er sprach von <rs ref="#__GND_118515055" type="person" xml:id="d1e33260">Brentano</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118515055" xml:id="d1e33260_entity-link"/> schwärmte, von Freimaurern, dummerweise zitierte ich <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e33266">Konrad Weiss</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e33266_entity-link"/> (<quote source="#__ZOTERO_69H5ADPJ?p=82" xml:id="d1e33269">Es hat in tiefen Flüssen</quote>),<note type="quote-explanation" xml:id="d1e33269_quote-src" target="#d1e33269">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author>, <title>Die cumäische Sibylle. Mit Steinzeichnungen von Karl Caspar</title>, München: Georg Müller <date>1921</date>, S. 82</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e33272">In Schmitts Nachlass befinden sich zwei Exemplare des Buches, RW 0265 Nr. 23164 (mit vielen Anmerkungen und Einlagen) sowie RW 0265 Nr. 23165.</note> bis ½ 11. Erzählte von <rs ref="#__GND_11852478X" type="person" xml:id="d1e33275">Derleth</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11852478X" xml:id="d1e33275_entity-link"/> den Georgianer,<note type="editorial" xml:id="d1e33281">Schmitt meint den Kreis um den Dichter Stefan George.</note> was soll das alles, ich bin dem damals entgangen, jetzt läuft es mir nach; Herr, <quote source="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d1e33284">gib uns blöde Augen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e33284_quote-src" target="#d1e33284">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Baptist von Albertini</author>, <title>Dreißig Predigten. Für Mitglieder und Freunde der Brüdergemeinde</title>, 2. Aufl., Gnadau <date>1825</date>, S. 266</bibl>.</note> Müde in der Hitze zu Bett. Dachte an <rs ref="#__GND_118585967" rend="lonmghand" type="person" xml:id="d1e33289">Mussolini</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e33289_entity-link"/> <quote xml:id="d1e33292">primi oculi vincuntur<app><lem type="origin">nam primi in omnibus proeliis oculi vincuntur</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e33297">Vgl. 
                                <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <author>Wolfgang Schuller</author> und <author>Gerd Giesler</author>, <title>Tagebücher 1930 bis 1934</title>, Berlin: Akademie <date>2010</date>, S. 270</bibl>. Zitat aus P. Cornelius Tacitus, Germania 43, 4; dt. 
                                <note type="translation" xml:id="d1e33301">denn in allen Kämpfen werden die Augen als erste besiegt</note>, bezieht sich auf <q>den absichtlich schreckenerregend hergerichteten Anblick eines besonders wilden Germanenstammes</q>.
                            </note></quote>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-04" n="1943-08-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e33310">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-04">Mittwoch, 4/8 43</date>. Verhältnismäßig gut geschlafen, wieder großes Behagen, Traum von <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e33316">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e33316_entity-link"/> und <unclear><rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e33320">Gilles</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e33320_entity-link"/> große Süße, <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_BC2HA2TG?p=170" xml:id="d1e33323">Wolllust ward dem Wurm gegeben.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e33323_quote-src" target="#d1e33323">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Schiller</author>, <author>Julius Petersen</author> und <author>Friedrich Beißner</author>, <title>An die Freude</title>, in: <title>Schillers Werke. Nationalausgabe. Gedichte in der Reihenfolge ihres Erscheinens 1776-1799</title>, Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger <date>1943</date>, S. 169-172, hier S. 170</bibl>.</note> Um ½ 9 auf, schöner Tag, wieder heiß, telefonierte wegen des <rs ref="#Hojer" type="person" xml:id="d1e33330">Hojer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hojer" xml:id="d1e33330_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_HZ5HAG66" xml:id="d1e33333">Aufsatz</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e33333_quote-src" target="#d1e33333">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Joseph Goebbels</author>, <title>Ein Wort zum Luftkrieg</title>, in: <title>Deutsche allgemeine Zeitung</title>, 4. August 1943, H. 369, S. 1-2</bibl>.</note> von Goebbels in der Zeitung: Disciplin, Selbsthilfe usw. Rührend. Der nette Oberlandesgerichtsrat <rs ref="#KirchhoffHans" type="person" xml:id="d1e33336">Kirchhoff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KirchhoffHans" xml:id="d1e33336_entity-link"/> der im Justizministerium das Prüfungsamt vertritt. Brief von Frau <rs ref="#WinckelmannFreda" type="person" xml:id="d1e33341">Winckelmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WinckelmannFreda" xml:id="d1e33341_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e33344">Der Brief vom 31. Juli 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 18042.</note> daß die Symphonie von <rs ref="#__GND_118684639" type="person" xml:id="d1e33348">Enescu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118684639" xml:id="d1e33348_entity-link"/> gestern Abend gesendet wurde, das tat mir leid. Anruf von <rs ref="#__GND_118555731" type="person" xml:id="d1e33353">Ipsen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118555731" xml:id="d1e33353_entity-link"/> aus Hamburg, warnt dringend, in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e33356">Berlin</rs> zu bleiben; seine Kinder und seine <rs ref="#IpsenHanne" type="person" xml:id="d1e33359">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#IpsenHanne" xml:id="d1e33359_entity-link"/> gerettet. Am Schreibtisch, aber nervös. Die Putzfrau sagt: Der <unclear><rs ref="#Gerwig" type="person" xml:id="d1e33367">Gerwig</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gerwig" xml:id="d1e33367_entity-link"/> ist schon in der Schweiz. Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e33370">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e33370_entity-link"/> rief an und sagt, daß das ganze Haus, in dem <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e33373">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e33373_entity-link"/> wohnen, bereits leer ist. Nachher Graf <rs ref="#__GND_116247517" type="person" xml:id="d1e33378">Podewils</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116247517" xml:id="d1e33378_entity-link"/> der <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e33381">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e33381_entity-link"/> gesehen hat und morgen wieder anruft. Es war drückend heiß, ich aß früh zu Mittag, ruhte aus, las die spanische Zeitschrift des <rs ref="#__GND_7849464-3" type="work" xml:id="d1e33387">Int. Est. Pol.</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_7849464-3" xml:id="d1e33387_entity-link"/> und freute mich noch einmal meines Spanisch-Erfolgs und meines guten Vortrags.<note type="editorial" xml:id="d1e33390">Das Madrider Instituto de Estudios Políticos gab die Zeitschrift <q>Revista de Estudios políticos</q> heraus. Hier erschien 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Cambio de estructura del derecho internacional</title>, Madrid: Instituto de Estudios Políticos <date>Juni 1943</date></bibl>. Es handelt sich dabei um den erweiterten Text des Vortrags, den Schmitt am 1. Juni 1943 in Madrid gehalten hat; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 125</bibl>.</note> Um 5 zurechtgemacht, für den Nachmittag, Ipsen hat angerufen, ich habe ihn für heute abend mit eingeladen, obwohl das nicht fein war; (erinnerte mich an den Fehler, den ich gegenüber <rs ref="#__GND_1057429759" type="person" xml:id="d1e33407">Castro-Rial</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057429759" xml:id="d1e33407_entity-link"/> begangen habe), rief deshalb an und brachte es in Ordnung. Oft stundenlang völlig vergnügt und gleichmütig. Frau <rs ref="#SchoorHilde" type="person" xml:id="d1e33412">Schur</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchoorHilde" xml:id="d1e33412_entity-link"/> die Freundin von Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e33415">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e33415_entity-link"/> rief mehrmals an, Frau Jünger hat sich nach uns erkundigt; sie hat die Alarme bisher gut überstanden.<note type="editorial" xml:id="d1e33418">Auch im Brief Schmitts an Gretha Jünger vom 8. August 1843 schreibt er den Namen von Hilde Schoor, einer Freundin von Gretha Jünger, zunächst fälschlich als <q>Schur</q>. Hilde Schoor bot Schmitts ihre Wohnung in der Xantener Straße, Nähe Kurfürstendamm, nach der Ausbombung als Zwischenquartier an; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 80,82</bibl>.</note> Ließ mir die Haare im <rs ref="#HotelBristol" type="place" xml:id="d1e33428">Bristol</rs> schneiden, ½ 7 mit Ipsen, <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e33431">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e33431_entity-link"/> und <rs ref="#Sahlin" type="person" xml:id="d1e33434"><unclear>Sahlin</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sahlin" xml:id="d1e33434_entity-link"/> im Bristol getroffen. Schön zu Abend gegessen, von Weber-Schumburg eingeladen, Graacher Mönch-Auslese getrunken, es war furchtbar heiß und wir schwitzten; <unclear>Sahlin</unclear> Hamburger Typ, matt, spricht viel, überzeugt von sich, erzählte Fälle usw. Ipsen gab Ratschläge über das Verhalten bei Fliegerangriffen. Ich ging noch in das Zimmer von Weber-Schumburg, furchtbare Hitze, aber sehr gute Weine, schließlich ein Rothschild Ch. Lafitte, herrlich, sprechen über Führer als Richter, über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e33449">Max Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e33449_entity-link"/> das Justizministerium als letzter Hort des Rechts, keiner traut dem anderen. Um ½ 12 nach Hause. Todmüde, aber angenehm, besonders der nette Weber-Schumburg. Habe <unclear>Sahlin</unclear> ein gebundenes Exemplar von <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e33470">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e33470_entity-link"/> gegeben. Jetzt ist das letzte weg. Ultimatum zum 10. oder 15.<note type="editorial" xml:id="d1e33462">Nicht ermittelt.</note> Also wieder eine Galgenfrist.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-05" n="1943-08-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e33468">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-05">Donnerstag, 5/8 43</date>. Behaglich am Schreibtisch, furchtbarer Durst, aber kein Mineralwasser aufzutreiben; die pomadige <rs ref="#Anna" type="person" xml:id="d1e33474">Anna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Anna" xml:id="d1e33474_entity-link"/> strengt sich auch nicht an. Gespräch mit <rs ref="#__GND_118515675" type="person" xml:id="d1e33479">Broermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118515675" xml:id="d1e33479_entity-link"/> vom Verlag Duncker Humblot; er ist ganz ruhig, sympathischer Westfale, <rs ref="#__GND_117132624" type="person" xml:id="d1e33482">Walz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117132624" xml:id="d1e33482_entity-link"/> will <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e33486">Bilfinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e33486_entity-link"/> oder <rs ref="#__GND_118711504" type="person" xml:id="d1e33489">Jahrreiß</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118711504" xml:id="d1e33489_entity-link"/> zum Leiter der <rs ref="#Zeitschriftf&#xFC;rV&#xF6;lkerrecht" type="work" xml:id="d1e33492">ZFV.</rs> machen, lächerlich, der arme <unclear>sinnliche</unclear> Bilfinger und der Luftikus Jahrreiß. Schrieb an <rs ref="#__GND_117125733" type="person" xml:id="d1e33499">Moncada</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117125733" xml:id="d1e33499_entity-link"/> nach Wien und schickte ihm die <rs ref="#__ZOTERO_AR3QR6BS" type="document" xml:id="d3e33514">3 Arten</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_AR3QR6BS" xml:id="d3e33514_entity-link"/> für seinen <rs ref="#MoncadaVater" type="person" xml:id="d1e33506">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MoncadaVater" xml:id="d1e33506_entity-link"/> <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e33510">Rugina</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e33510_entity-link"/> rief an, mit <rs ref="#__GND_14013641X" type="person" xml:id="d1e33513">Augusta von Oertzen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14013641X" xml:id="d1e33513_entity-link"/> für Montag Nachmittag, die Direktorin der Königin-Luise-Stiftung<note type="editorial" xml:id="d1e33516">Schule und Internat in Berlin-Dahlem, Podbielskiallee. 1941 bis 1956 war Hedwig Thöne Oberin. Anima Schmitt besuchte die Schule in den Jahren 1940 bis 1943; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>"Eine Tochter ist das ganz andere". Die junge Anima Schmitt (1931-1983)</title> <date>2012</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title>), S. 4</bibl>.</note> veranstaltet eine Tagung der Eltern, heute Nachmittag, Pflichtgefühl, hinzugehen, aber es wäre doch Unsinn. Nachmittags meldete sich Graf <rs ref="#__GND_116247517" type="person" xml:id="d1e33524">Podewils</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116247517" xml:id="d1e33524_entity-link"/> an, er kam um 5 zum Kaffee und blieb bis 12! Hatte eine halbe Flasche Cognac mitgebracht, die wir austranken; erzählte von Frankreich, <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e33529">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e33529_entity-link"/> geht zur Armee <rs ref="#__GND_118602446" type="person" xml:id="d1e33532">Rommel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118602446" xml:id="d1e33532_entity-link"/>nach Oberitalien, sprachen über den Kampf gegen das Christentum, er meinte, daß Schlimmste sei schon überwunden, weil man in seinem Dorf die Fronleichnamsprozession wieder zugelassen habe. Rührend. Sah seine Schwäche und Belanglosigkeit und lang<c type="ephemeral-hyphen">-</c>weilte mich. Um 8 kam <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e33540">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e33540_entity-link"/> ohne <rs ref="#__GND_11864565X" type="person" xml:id="d1e33543">Theodorescu</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11864565X" xml:id="d1e33543_entity-link"/> wir tranken Cognac und Portwein, und unterhielten uns, über die Fliegerangriffe, über <unclear>Rumäniens</unclear> Lage, ich sprach über geheime Gesetze und Richtertum, die zu erwartende Reaktion auf die Art und Weise, wie der Fascismus (als verfassungswidrig d.h. nicht-liberal-<unclear>konstitutionell</unclear>) liquidiert worden ist. Bis 12 auf der Terrasse, dann fuhr der gute Goruneanu den Grafen Podewils nach Hause. Ich habe (durch einen der bekannten Zufälle) Jakob Wassermann gelesen, <rs ref="#__ZOTERO_3J7XMQQ7" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e33570">Mein Weg als Deutscher und Jude</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_3J7XMQQ7" xml:id="d3e33570_entity-link"/> Tief ergriffen, aber schließlich doch immer wieder angewidert von dieser Unfähigkeit des Juden, seinen Mund zu halten und bei sich selbst zu bleiben; diese Art Edel-<gap/> ist die allerscheußlichste <gap/>, aber ich kann es nicht leugnen, die Menschheit hat <hi>2</hi> Geißeln; was er über <quote rend="quoted" xml:id="d1e33576">Zentralhexen-Küche</quote> sagte, die <unclear>unbegreifliche</unclear> <unclear>Art</unclear> von <unclear>Haß</unclear> (der deutsche <unclear>Haß</unclear>), in grauenhaftem Sadismus, das alles ist ja wahr.<note type="editorial" xml:id="d1e33591">
                            <bibl type="book"><author>Jakob Wassermann</author>, <title>Mein Weg als Deutscher und Jude</title>, Berlin: S. Fischer <date>1921</date>, S. 117</bibl>. <app> <lem type="origin">Es wäre interessant, die vielfältigen und in ihren Folgen verhängnisvollen antisemitischen Machenschaften aufzudecken, mit denen in den siebziger und achtziger Jahren die eingeschworenen Wagnerianer in einem seltsamen Zustand von Bezauberung und geheimnisvoller Unruhe die deutsche Welt über das Mißverhältnis zwischen Wagner, dem expressiven Deutschen, und Wagner, dem Musiker, hinwegzutäuschen wußten; denn dort war die Zentralhexenküche.</lem></app></note> Werde immer mehr auf mich zurückgeworfen, dachte, daß ich eigentlich <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e33600">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e33600_entity-link"/> anrufen müßte, tat es trotzdem nicht, die Hemmung war zu groß, ich einsamer, armer Katholik; erinnerte mich an den armen <rs ref="#__GND_141558466" type="person" xml:id="d1e33604">Fritz Eisler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141558466" xml:id="d1e33604_entity-link"/> der mir zuerst die Bekanntschaft mit den Büchern <rs ref="#__GND_118629387" type="person" xml:id="d1e33609">Wassermanns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629387" xml:id="d1e33609_entity-link"/> vermittelt hat; in der Fabel <rs ref="#__GND_118547070" type="person" xml:id="d1e33612">Caspar Hauser</rs><q/>.<note type="editorial" xml:id="d1e33618">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Jakob Wassermann</author>, <title>Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens. Roman</title>, Stuttgart und Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1908</date></bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-06" n="1943-08-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e33626">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-06">Freitag, 6/8 43</date>. Karte von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e33632">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e33632_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e33635">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e33635_entity-link"/> aus Cloppenburg; Anima hat das Zeugnisheft vergessen, das ich ihr schickte. Ging zur Post in <rs ref="#__GND_4333496-9" type="place" xml:id="d1e33638">Dahlem</rs>, einen Augenblick in der <rs ref="#DahlemKirche" type="place" xml:id="d1e33644">Kirche</rs>, las <rs ref="#__GND_116569638" type="person" xml:id="d1e33647">Eschweiler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116569638" xml:id="d1e33647_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_117337080" type="person" xml:id="d1e33650">Thieme</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117337080" xml:id="d1e33650_entity-link"/> (die mir <rs ref="#__GND_118506609" type="person" xml:id="d1e33653">Barion</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506609" xml:id="d1e33653_entity-link"/> zurückgeschickt hatte).<note type="editorial" xml:id="d1e33656">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Hans Barion vom 4. August 1943, RW 0265 Nr. 688.</note> So vergeht die Zeit; morgen ist alles nicht mehr vorhanden. Dachte mit Widerwillen daran, daß <rs ref="#__GND_1250761794" type="person" xml:id="d1e33662">Rumpf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1250761794" xml:id="d1e33662_entity-link"/> heute Nachmittag kommt,<note type="editorial" xml:id="d1e33665">Doktorand von Schmitt aus dem Jahr 1939; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 92-93</bibl>.</note> diese anmaßenden jungen Leute, die <corr>einem</corr> mißtrauen. <unclear>März</unclear> <rs ref="#__GND_1071503480" type="person" xml:id="d1e33676">Haataja aus Helsinki</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1071503480" xml:id="d1e33676_entity-link"/> im Oktober zu kommen.<note type="editorial" xml:id="d1e33680">Im Nachlass Schmitts befinden sich von Haataja eine Postkarte vom 8. Februar 1942, RW 0265 Nr. 5516, und ein Brief vom 15. Januar 1943, RW 0265 Nr. 29610.</note> Das geht doch gar nicht. Völlig passiv. Also gestern war die große Besprechung mit den Italienern.<note type="editorial" xml:id="d1e33685">Am 6. August 1943 trafen sich Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und sein italienischer Amtskollege Raffaele Guariglia in der italienischen Stadt Tarvis zu einer Unterredung. Es ging um die weitere militärische Zusammenarbeit.</note> Immer noch Ohrensausen. Nachmittags kam Rumpf, trank eine Tasse Kaffee, sprach zuviel, er erzählte von Amerika, die Aufrufe an die deutschen Katholiken, von der Note an die Neutralen, <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e33690">Mussolini</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e33690_entity-link"/> kein Asyl zu geben. Um 7 ließ ich ihn gehen. Meine Schwäche ist grenzenlos. Trank den Rest des Pfälzerweins aus, auf der Terrasse, großer Genuß, wenn nur das fürchterliche Ohrenzirpsen nicht wäre. Ging dann früh zu Bett, und las herum, sehr nervös. Brachte <rs ref="#__GND_118588494" type="person" xml:id="d1e33698">Nolde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118588494" xml:id="d1e33698_entity-link"/> und ein Bild von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e33701">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e33701_entity-link"/> in den Luftschutzkeller.<note type="editorial" xml:id="d1e33704">Unklar, welche Bilder gemeint sind, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Hentzen</author>, <title>Werner Gilles</title>, Köln: DuMont Schauberg <date>1960</date>, S. 81</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-07" n="1943-08-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e33714">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-07">Samstag, 7/8 43</date>. Vormittags zur Post, Einschreibepäckchen an <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e33720">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e33720_entity-link"/> mit meiner Notiz über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e33723">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e33723_entity-link"/> und dem schönen Einband von <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e33726">Animas</rs> <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e33742">Land und Meer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e33742_entity-link"/> Einen Augenblick in die Kirche. Las nachmittags <rs ref="#__GND_118627058" type="person" xml:id="d1e33734">Villiers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118627058" xml:id="d1e33734_entity-link"/> einiges schön, das Ganze zu verkrampft. Um 5 Kaffee getrunken, plötzlich etwas gearbeitet an dem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e33750">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e33750_entity-link"/> Freude an den Korrekturen und dem Manuskript. <unclear>Gedanken</unclear> an den Untergang. Um 7 <hi>zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e33749">Popitz</rs></hi>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e33749_entity-link"/> er war kalt und nett; wir aßen schön zu Abend, sprachen über <rs ref="#__GND_118668528" type="person" xml:id="d1e33752">Carr</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118668528" xml:id="d1e33752_entity-link"/> den er kannte, dann kam aber schon <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e33755">Zahler</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e33755_entity-link"/> Wußte alles, lachte, schwärmte für <rs ref="#__GND_118692445" type="person" xml:id="d1e33760">Anatole France</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692445" xml:id="d1e33760_entity-link"/> sprach von der Ostfront, Askese, von <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e33763">Göring</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e33763_entity-link"/> vom unwiderstehlichen Rationalismus, sehr klug, oft wie <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e33769">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e33769_entity-link"/> Wir tranken nach dem Essen eine Flasche Hochheimer, aber Popitz bietet mir keinen Mosel an. Sehr schade. Er war müde und gähnte fortwährend. Sprach vom Reich (will nichts mit <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e33774">Epp</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e33774_entity-link"/> zu tun haben), <unclear>Einheit geht vor</unclear> Freiheit, usw. Ich weiß nicht, was er will; war schweigsam und ging in der Dunkelheit um 11 nach Hause, was sehr anstrengend war. Traurig und einsam zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-08" n="1943-08-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e33787">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-08">Sonntag, 8/8 43</date>. Erst um 10 auf, schlecht geschlafen, nervös, vielleicht der Nachmittagskaffee, aber morgens gut an dem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e33804">Manuskript</rs> gearbeitet, <rs ref="#__GND_133486117" type="person" xml:id="d1e33798">Hoche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_133486117" xml:id="d1e33798_entity-link"/> angerufen und für Dienstag verabredet; <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e33801">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e33801_entity-link"/> schrieb, daß sie <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e33805">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e33805_entity-link"/> in Cloppenburg bei Wesselings untergebracht hat und Mittwoch zurückkommt.<note type="editorial" xml:id="d1e33810">Vgl. zur Schulzeit Animas in Cloppenburg 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>"Eine Tochter ist das ganz andere". Die junge Anima Schmitt (1931-1983)</title> <date>2012</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title>), S. 4-5,29</bibl>.</note> Jetzt beginnt die Sehnsucht nach dem Kind. Las über <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e33815">Max Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e33815_entity-link"/> ergriffen von dem, was er über den Pennalismus sagt,<note type="editorial" xml:id="d1e33824">
                            <bibl type="book"><author>Max Weber</author>, <title>Wahlrecht und Demokratie in Deutschland</title>, Berlin-Schöneberg: Verlag der "Hilfe" <date>1917</date>, S. 34,46</bibl>.</note> alles richtig; sehe mich selbst, armes Mückchen, komm endlich in die Wirklichkeit. Nachmittag etwas geschlafen, gebadet, wieder Kaffee, Manuskript korrigiert, etwas in den Luftschutzkeller gebracht. Dann zu Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e33832">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e33832_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_11872729X" type="person" xml:id="d1e33835">Leistikow</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11872729X" xml:id="d1e33835_entity-link"/> Es regnete fürchterlich. <rs ref="#Anna" type="person" xml:id="d1e33838">Anna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Anna" xml:id="d1e33838_entity-link"/> ist ins Kino. Schrieb an Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e33842">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e33842_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e33845">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 80</bibl>.</note> schickte dem Assistenten <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e33850">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e33850_entity-link"/> meine Danziger Gutachten.<note type="editorial" xml:id="d1e33853">Wohl 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Verfassungsmäßigkeit der Einsetzung von Staatskommissaren</title>, in: <title>Danziger Juristen-Zeitung</title>, 25. November 1934, Bd. 13, H. 11, S. 113-116</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Legal opinion concerning the Constitutional Character of the Law to relieve the Distress of People and State, passed by the Popular Assembly and Senate of the Free City of Danzig in the Form of an Ordinary Law and promulgated as such on June 24th, 1933</title>, in: <title>Official Journal League of Nations</title>, Bd. June 1935, S. 775-785</bibl>, wieder abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Gesammelte Schriften 1933-1936 mit ergänzenden Beiträgen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2021</date>, S. 215-224,244-264</bibl>.</note> Sehnsucht nach seelischer Autarkie, armer, sensibler Bücherwurm. Um 7 im Regen zu Frau Hahm, sie war gastfreundlich und rührend, aber alt; Leistikow und seine <rs ref="#__GND_1262923735" type="person" xml:id="d1e33864">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1262923735" xml:id="d1e33864_entity-link"/> kommen, erzählten von <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e33868">Berlin</rs>, zeigte seine Seeräuber-Zeichnungen,<note type="editorial" xml:id="d1e33871">Nicht nachweisbar.</note> herrlich, große Sympathie mit seiner zurückhaltenden Art und der Klugheit der Frau, wir aßen schön zu Abend, tranken 2 Flaschen Moselwein, worüber ich sehr glücklich war, um 10 kam noch ein Landgerichtsdirektor <rs ref="#vonSpecht" type="person" xml:id="d1e33878">von Specht</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#vonSpecht" xml:id="d1e33878_entity-link"/> der von Hamburg erzählte (die Großmutter betete),<note type="editorial" xml:id="d1e33881">In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 flogen Briten und US-Amerikaner schwere Luftangriffe auf Hamburg unter dem Codenamen <q>Operation Gomorrha</q>.</note> ich ging in der Dunkelheit nach Hause und todmüde zu Bett. Eigentlich bin ich physisch fertig, immer Ohrenklingen. Angst und Sorge um Anima. Nachts <rs ref="#__GND_118511866" type="person" xml:id="d1e33889">Bloy</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511866" xml:id="d1e33889_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_DTC8EUBT" type="document" xml:id="d3e33903">Briefe an Veronica</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_DTC8EUBT" xml:id="d3e33903_entity-link"/> gelesen.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e57196">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-08">8/8 43</date>. Als ich meine <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e57204">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e57204_entity-link"/>-Bilder<note type="editorial" xml:id="d1e57207">Unklar, welche Bilder gemeint sind, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Hentzen</author>, <title>Werner Gilles</title>, Köln: DuMont Schauberg <date>1960</date>, S. 81</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> in den Keller trug, stieß ich auf die Sätze von <rs ref="#__GND_118627058" type="person" xml:id="d1e57214">Villiers de L'Isle- Adam</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118627058" xml:id="d1e57214_entity-link"/> über das Rokoko: Überall fühlt man schon den Tod und den Untergang. (Das konnte er übrigens nur aus der Sterbe-Lage Frankreichs im 19. Jahrhundert heraus wissen! Weil es noch seine eigene Gegenwart war, herrliche Stelle übrigens: Man betrachte einmal diese Möbel; Tapisserien und jede einzeln, <quote source="#__ZOTERO_J9KG2Z8U?p=223" xml:id="d1e57230">Ces peintures <hi>trop</hi> charmantes, aux tons crépusculaires, où des fleurs semblent si près de se faner, à peine écloses, où les féminins sourires paraissent empreints d'une grâce si mystérieusement <corr>triste</corr> - et dites si, sur toutes ces choses, ne semble pas être tombée, dès leurs mélancolique survenance, la fine poussière ensevelissante des siècles. Ici, tout est présage; <corr>tout</corr> annonce une fin, un declin, une <corr>inévitable</corr> disparition. Comment la noblesse d'un règne s'est-elle plu, durant un quart de siècle, à vivre en l'usage, l'aspect, sous le <hi>regard</hi>, enfin, de semblables objets<app><lem type="origin">Ces peintures <hi>trop</hi> charmantes, aux tons crépusculaires, où des oiseaux s'envolent si loin dans le soir, où des fleurs semblent si près de se faner, à peine écloses, où les féminins sourires paraissent empreints d'une grâce si mystérieusement triste: - et dites si, sour toutes ces choses, ne semble pas être tombée, dès leur mélancolique survenance, la fine poussière ensevelissante des siècles! Ici, tout est présage; tout annonce une fin, un déclin, une inévitable disparition. Comment la noblesse d'un règne s'est-elle-plu, durant un quart de siècle, à vivre es l'usage, l'aspect, sous le <hi>regard</hi>, enfin, de semblables objets!</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57230_quote-src" target="#d1e57230">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Auguste de Villiers de L'Isle-Adam</author>, <title>Propos d'au-dela</title>, Oeuvres complètes, Paris: Mercure de France <date>1931</date>, S. 223</bibl>.</note> (das fragte ich mich November 42, als ich im Ritz wohnte, und mir klar machte: daß die ganze französische Bourgeoisie des 19. Jahrhunderts doch <hi>darin</hi> geblieben ist, ja das künstlich immer noch verlängert hat, mehr nicht!) <quote source="#__ZOTERO_J9KG2Z8U?p=224" xml:id="d1e57297">Oui, ces objets appelaient leurs terribles correspondances, leurs continuations, leurs prolongements, pour ainsi dire, en une plus concrète</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57297_quote-src" target="#d1e57297">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Auguste de Villiers de L'Isle-Adam</author>, <title>Propos d'au-dela</title>, Oeuvres complètes, Paris: Mercure de France <date>1931</date>, S. 224</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-08_n-2" n="1943-08-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e57000">
                        <quote source="#__ZOTERO_J9KG2Z8U?p=224" xml:id="d1e57004">réalité. Ils projetaient, d'avance, l'Histoire que leurs lignes semblent, aujourd'hui, avoir prophétiseé. <hi>Car les décrets du Destin s'incarnent, peu à peu, en tout ce qui nous environne</hi>, et l'Homme ne fait qu'attirer par mille chaînons ce qui lui arrive.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57004_quote-src" target="#d1e57004">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Auguste de Villiers de L'Isle-Adam</author>, <title>Propos d'au-dela</title>, Oeuvres complètes, Paris: Mercure de France <date>1931</date>, S. 224</bibl>.</note> (Dazu kommt noch, daß man sich das Haar <hi>weiß</hi> puderte). (Dachte an die von seiner <rs type="person" xml:id="d1e57024">Mutter</rs> schlecht kopierten Schinken, mit denen die Wohnung von Pein angefüllt ist; an die <gap/> der geplünderten Ölgemälde der heutigen Bonzen; an meine eigenen Bilder von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e57032">Gilles</rs><note type="editorial" xml:id="d1e57034">Unklar, welche Bilder gemeint sind, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Hentzen</author>, <title>Werner Gilles</title>, Köln: DuMont Schauberg <date>1960</date>, S. 81</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note>, <rs ref="#__GND_11854876X" type="person" xml:id="d1e57041">Heldt</rs><note type="editorial" xml:id="d1e57043">Vermutlich 
                            <bibl type="artwork"><author>Werner Heldt</author>, <title>Vorstadtstraße mit Bäumen</title> (Öl auf Leinwand, 38 x 70 cm), 1928</bibl>, 
                            <bibl type="artwork"><author>Werner Heldt</author>, <title>Rathaus in Berlin</title> (Öl auf Leinwand, 54 x 78 cm), 1928</bibl>, 
                            <bibl type="artwork"><author>Werner Heldt</author>, <title>Kleists Tod</title> (Bleistiftzeichnung, 32 x 47 cm), 1929</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> und <rs ref="#__GND_118586653" type="person" xml:id="d1e57054">Nay</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586653" xml:id="d1e57054_entity-link"/> Ausdruck der Tatsache, daß meine <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e57060">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e57060_entity-link"/> mein Schicksal bestimmt, wollte diese Stelle für <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e57065">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e57065_entity-link"/> abschreiben, tat es schließlich nicht<supplied>)</supplied>.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57071">
                        Konkretes Denken, sagt <rs ref="#__GND_118562002" type="person" xml:id="d1e57075">Kierkegaard</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118562002" xml:id="d1e57075_entity-link"/> ist das Denken, bei dem es einen Denkenden gibt.<note type="editorial" xml:id="d1e57078">Bisher nicht ermittelt.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57081">
                        Schrieb an <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e57085">Schranz</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e57085_entity-link"/> Tout ce qui arrive est adorable<note type="editorial" xml:id="d1e57090">Von Schmitt oft verwendetes Zitat Léon Bloys, dt. <q>Alles, was geschieht, ist anbetungswürdig</q>; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Le Mendiant ingrat. Journal de l'Auteur, 1892-1895</title>, Paris: Société de mercure de France <date>1908</date>, S. 248,376</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 407</bibl>.</note> und an <rs ref="#__GND_118752758" type="person" xml:id="d1e57101">Stapel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752758" xml:id="d1e57101_entity-link"/> (später noch an Frau <rs ref="#StockMaria" type="person" xml:id="d1e57105">Stock</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StockMaria" xml:id="d1e57105_entity-link"/> an <rs ref="#SteinleinAndr&#xE9;" type="person" xml:id="d1e57108">André</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SteinleinAndr&#xE9;" xml:id="d1e57108_entity-link"/> an <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e57111">Epting</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e57111_entity-link"/> es ist wohl närrisch, das zu schreiben, aber es ist wahr).
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57117">
                        <quote source="#__ZOTERO_QCBHUR6M?p=393" xml:id="d1e57120">Il n'y a q'une tristesse, c'est de n'être pas des Saints.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57120_quote-src" target="#d1e57120">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>La femme pauvre. Épisode contemporain</title>, 23, Paris: Mercure de France <date>1930</date>, S. 393</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57127">
                        <quote source="#__ZOTERO_2HRMQHJ7?p=257" xml:id="d1e57130">La splendeur du style n'est pas un luxe, c'est une nécessité.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57130_quote-src" target="#d1e57130">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Le Mendiant ingrat. Journal de l'Auteur, 1892-1895</title>, Paris: Société de mercure de France <date>1908</date>, S. 257</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57137">
                        Bei den ersten Christen: Nicht das Neue, das Andere brach durch; die andere Substanz, das wird <unclear>immer</unclear> wieder dasselbe sein. Der kleine juristische Kunstgriff: das Neue zu sagen, damit die Zeituhr weiterläuft.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e57313">
                        <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e57316">B. Bauers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e57316_entity-link"/> Verachtung der Klein-Deutschen (später nur: das vergrößerte Kleindeutsche; <unclear>gefährlicher</unclear> Weg), Mischung aus Frechheit und Feigheit, diese Lösung der <rs ref="#__GND_118614584" type="person" xml:id="d1e57327">Simson</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118614584" xml:id="d1e57327_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118689150" type="person" xml:id="d1e57330">Gagern</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118689150" xml:id="d1e57330_entity-link"/> etc. Damit war der Wegein<c type="ephemeral-hyphen">-</c>geschlagen, der nach 1918 führt (geschrieben 1943!), mehr ist auch dein <rs type="document" ref="#__ZOTERO_423HVBQR" xml:id="d3e57371">Groß-Raum</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_423HVBQR" xml:id="d3e57371_entity-link"/> nicht, Freundchen, und das ist das Geheimnis seines ephemeren Erfolges. Die konstitutionelle Monarchie gehört als spezifisch deutsche Lösung dazu; der Kompromiß <quote rend="quoted" xml:id="d1e57350">dazwischen</quote>, in der Mitte; das juste milieu, zwischen Osten und Westen. Es hat in Deutschland von 1848 - 1918 gedauert; um das kümmerliche Zwischenstadium des <corr>Konstitutionalismus</corr> zu absolvieren, brauchten die 80 Jahre,<note type="editorial" xml:id="d1e57367">Schmitt hat sich verrechnet: von 1848 bis 1918 sind es 70 Jahre.</note> waren damit <unclear>erst</unclear> <rs ref="#__GND_118721909" type="person" xml:id="d1e57379">Kerenski</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118721909" xml:id="d1e57379_entity-link"/> die Russen haben es gleich übersprungen, 1917.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e57383">
                        Wahrlich, die ganze Rassentheorie und Rassenfrage war une question de peau, pure <unclear>Papierfrage</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-09" n="1943-08-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e33898">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-09">Montag, 9/8 43</date>. Besser geschlafen, aber immer Ohrenziehen, was soll ich tun. Schönes Wetter, wartete auf den Anruf von <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e33904">Rugina</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e33904_entity-link"/> um zur Bank zu gehen. Ein paar Notizen über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e33920">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e33920_entity-link"/> Eine Karte von <rs ref="#SchranzVeronica" type="person" xml:id="d1e33912">Veronica</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchranzVeronica" xml:id="d1e33912_entity-link"/> kam, mit lächerlichen (italienischen) Grüßen von <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e33916">Rosskopf</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e33916_entity-link"/> Immer noch über die Begegnung mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e33921">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e33921_entity-link"/> vorgestern Abend, nachgedacht. Fremd und kalt; das ist ja die Edel- und <unclear>Idealausgabe</unclear> dieses <unclear>schillerne</unclear> Juwel und Pennalismus, von dem <rs ref="#__GND_118629743" type="person" xml:id="d1e33930">Max Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629743" xml:id="d1e33930_entity-link"/> spricht. Unfähig zu hören, dann plötzlich wieder bedeutender (wie wir über Askese sprechen, mit <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e33933">Zahler</rs><supplied>:</supplied> <quote xml:id="d1e33938">Wußten Sie, daß es sich um <unclear>Läuterung</unclear> handelte bei dem, was ich sagte</quote>), kommt doch wohl nicht von seiner 1919 Erfahrung los. Meine Kenntnis der Judenfrage ist zu tief, als daß ich mit Philo- oder Antisemiten zu tun haben könnte; wenn nun ein Antisemit merkt, daß ich nichts mit <unclear>Philo und</unclear> <gap extent="3 words"/>, <gap/> und mich als Bundesgenosse
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e33959">
                        Entzückt von dem Aufsatz von <rs ref="#__GND_118590308" type="person" xml:id="d1e33963">Ortega</rs> <rs ref="#__ZOTERO_PMZURW9Z" type="document" xml:id="d3e33977">über Intellektuelle</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PMZURW9Z" xml:id="d3e33977_entity-link"/> hingerissen (man beginnt mit dem <unclear xml:id="d1e33969"><app><lem>Wort</lem><rdg>Mord</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e33969_alt-rdg" target="#d1e33969">Alternative Lesart zu „Wort“: Mord</note> an der heiligen katholischen usw. <corr/> oder Intellektuell-Sein ist eine Verfassung, die geheim bleiben soll, wie Räuber, Spione oder Prostituierte zu sein), wollte es <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e33979">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e33979_entity-link"/> zeigen; schrieb mir eine Stelle von <rs ref="#__GND_118627058" type="person" xml:id="d1e33984">Villiers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118627058" xml:id="d1e33984_entity-link"/> ab, wollte sie auch <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e33987">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e33987_entity-link"/> abschreiben,<note type="editorial" xml:id="d1e33990">Was er auch tat im Brief vom 27. August 1943, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 168</bibl>.</note> diese traurige Abhängigkeit. Ging an der Bank vorbei und überwies einige Rechnungen, nach dem Essen gut geschlafen, <rs ref="#__GND_118511866" type="person" xml:id="d1e34000">Bloy</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511866" xml:id="d1e34000_entity-link"/> gelesen, um 5 kam <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e34003">Rugina</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e34003_entity-link"/> zum Kaffee, las mir über das Kontinuitätsproblem der Rumänen vor, sprach mit ihm über den Wiener Schiedsspruch,<note type="editorial" xml:id="d1e34008">Beim Ersten Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 erhielt Ungarn Gebiete von der Tschechoslowakei, 1940 beim Zweiten Wiener Schiedsspruch Gebiete von Rumänien.</note> rührende Anhänglichkeit, um 7 kam <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e34012">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e34012_entity-link"/> wir aßen zu Abend, er hat eine Flasche Cognac mitgebracht, sprachen über das General<unclear>gouvernement</unclear>, lieber, anhänglicher Kerl, die Gemeinschaft der anständigen und vernünftigen Menschen; gegenüber <unclear>Schutzpanzer</unclear> (<gap/> <gap/>), trank den Portwein, begleitete ihn zum <rs ref="#BahnhofLichterfeldeWest" type="place" xml:id="d1e34027">Bahnhof Lichterfelde West</rs>. Früh zu Bett; <unclear>immer</unclear> Bloy gelesen; stürmisches Wetter.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-10" n="1943-08-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34038">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-10">Dienstag, 10/8 43</date>. Gehirngeräusche, scheußlich. Keine Post; froh, daß ich gestern Abend nicht <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e34044">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e34044_entity-link"/> angerufen habe, Bedürfnis nach Autarkie; Gefühl der <unclear>Isolierung</unclear> und Einsamkeit; <unclear xml:id="d1e34051"><app><lem>staune</lem><rdg>Trauer</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e34051_alt-rdg" target="#d1e34051">Alternative Lesart zu „staune“: Trauer</note> über die ersten Christen, in der Arena, oder vor dem Prior, wenn ich mich an die Schwachheit dieser <unclear>Schutzpanzer</unclear> erinnere; durch die Apparatur der Nervenbeherrschung bricht das Neue, oder vielmehr das Andere. Wie einfach wäre das alles und wie bin ich der Dumme gewesen, der auf jeden <quote rend="quoted" xml:id="d1e34063">historischen</quote> Schwindel hereinfiel. Schrieb fleißig an dem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34077">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34077_entity-link"/> (die Abwesenheit meiner <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34069">Frau</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34069_entity-link"/> Schlief mittags und fuhr um 5 zu <rs ref="#__GND_14013641X" type="person" xml:id="d1e34075">Augusta von Oertzen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14013641X" xml:id="d1e34075_entity-link"/> zum Tee, nette Unterhaltung über <rs ref="#__GND_101265956" type="person" xml:id="d1e34078">Siegfried Kardorffs</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_101265956" xml:id="d1e34078_entity-link"/> Bismarck-Briefe,<note type="editorial" xml:id="d1e34081">Nicht ermittelt. Möglicherweise 
                            <bibl type="book"><author>Siegfried von Kardorff</author>, <title>Bismarck im Kampf um sein Werk</title>, Berlin: Mittler <date>1943</date></bibl>.</note> die Deutschen, die Aussichten des Krieges, um 7 ging ich weg, so vergeht wenigstens der Nachmittag, fuhr mit der U-Bahn zurück und war ½ 8 wieder zu Hause, wartete auf <rs ref="#__GND_133486117" type="person" xml:id="d1e34094">Hoche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_133486117" xml:id="d1e34094_entity-link"/> der pünktlich kam, wir tranken den herrlichen Mouton Rothschild 34, aßen <unclear>Brot</unclear> dazu, er war nett, pessimistisch, die Stellung der Justiz, die Theorie <rs ref="#__GND_118709437" type="person" xml:id="d1e34104">Heckels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118709437" xml:id="d1e34104_entity-link"/> (über Enteignung, über den <unclear>Bereich</unclear> des Kirchen<unclear>ministeriums</unclear>, Reichsverwaltungsgericht), die Flucht aus <rs type="place" ref="#__GND_4005728-8" xml:id="d1e34114">Berlin</rs>, begleitete ihn um ½ 11 noch etwas an die <rs ref="#Thielallee" type="place" xml:id="d1e34119">Thielallee</rs>, angenehmer Besuch, aber was will der. Konnte nicht gleich einschlafen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-11" n="1943-08-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34125">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-11">Mittwoch, 11/8 43</date>. Allmählig gut geschlafen nach dem herrlichen Wein (meine letzte Flasche). Morgens Traum von <unclear>Spanien</unclear> (Frau <gap/> ist ein Kind), vormittags etwas über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34148">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34148_entity-link"/> geschrieben, Karte von <rs ref="#__GND_118752758" type="person" xml:id="d1e34141">Stapel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752758" xml:id="d1e34141_entity-link"/> der in Salzwedel ist.<note type="editorial" xml:id="d1e34146">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Wilhelm Stapel</author>, <title>Ein Briefwechsel</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Siegfried Lokatis</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1996</date>, S. 27-108</bibl>.</note> Telegramm von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34151">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34151_entity-link"/> daß sie 18 Uhr kommt;<note type="editorial" xml:id="d1e34154">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date></bibl>.</note> rief noch bei <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e34159">Rugina</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e34159_entity-link"/> an. Nach dem Essen geschlafen, todmüde um ½ 6 zum <rs ref="#__GND_4521224-7" type="place" xml:id="d1e34165">Bahnhof Friedrichstraße</rs>, traf nach einigem Suchen Rugina, kam noch eben rechtzeitig, als Duschka ausstieg. Ich hatte furchtbare Herzbeschwerden und war todmüde. Der gute Rugina trug den schweren Koffer (mit den Enten), wir fuhren mit der Stadtbahn nach <rs ref="#__GND_1066209057" type="place" xml:id="d1e34170">Lichterfelde West</rs>, Rugina blieb zum Abendessen, Duschka erzählte von Cloppenburg und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e34179">Anima</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e34179_entity-link"/> Anscheinend ist sie bei Wesselings gut untergebracht. Trinken eine Flasche Wermuth. Rugina war rührend, wir sprachen über Gedichte von <rs ref="#__GND_118658980" type="person" xml:id="d1e34187">Blaga</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118658980" xml:id="d1e34187_entity-link"/> er liebt <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e34190">Hölderlin</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e34190_entity-link"/> ging um ½ 10. Ich ging früh zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-12" n="1943-08-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34196">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-12">Donnerstag, 12/8 43</date>. Morgens eifrig geschrieben an dem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34213">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34213_entity-link"/> Sonderbar. Im Gefühl der letzten Stunde. Auch Nachmittags, der Tag verging schnell, nett mit der beruhigenden <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34207">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34207_entity-link"/> gesprochen, <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e34210">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e34210_entity-link"/> <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e34214">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e34214_entity-link"/> <rs ref="#WagnerAlbrecht" type="person" xml:id="d1e34217">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WagnerAlbrecht" xml:id="d1e34217_entity-link"/> eingeladen.<note type="editorial" xml:id="d1e34220">Zu Wagner, 1935 Doktorand Schmitts, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 83-84</bibl>.</note> Abends in der Küche allein gegessen, schöner Schinken, Schnaps von <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e34227">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e34227_entity-link"/> als wir um 12 den Brief an <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e34230">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e34230_entity-link"/> zum Briefkasten brachten, plötzlich Alarm. Alles in den Luftschutzkeller gebracht. Die üblichen Vorbereitungen, wie traurig und hilflos ist das alles. Condemnatus.<note type="editorial" xml:id="d1e34236">Ein seltenes Beispiel dafür, dass Schmitt auch lateinische Termini in Gabelsberger Stenographie wiedergibt. PPP vom lat. <q>condemno</q>, also: <q>verdammt</q>, <q>verurteilt</q>. <q>Kondemnation</q> im Seerecht: Erklärung eines Sachverständigen, durch die festgestellt wird, dass ein durch Kollision, Brand, Strandung o.Ä. beschädigtes Schiff nicht mehr repariert werden kann.</note> Der Alarm dauerte nicht sehr lange, traurig noch etwas geschrieben, geordnet, um ½ 2 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-13" n="1943-08-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34252">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-13">Freitag, 13/8 43</date>. Traum von <gap/>. Müde und zerrieben. Trotzdem fleißig an dem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34271">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34271_entity-link"/> Oft aber schon wieder entmutigt und gleichgültig. Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e34263">Luise</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e34263_entity-link"/> ist da und erzählte. Ich ruhte nach dem Essen wieder aus, las <rs ref="#__GND_118505645" type="person" xml:id="d1e34269">Bachofen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505645" xml:id="d1e34269_entity-link"/> alles sehr traurig und deprimierend, um ½ 7 wollte <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e34272">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e34272_entity-link"/> mit Kapitän <unclear><rs type="person" ref="#WenigerCarlWilhelm1874-1945" xml:id="d1e34276">Weniger</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WenigerCarlWilhelm1874-1945" xml:id="d1e34276_entity-link"/> kommen. Sehr schöne Unterhaltung bei <unclear>Portwein</unclear> und herrlichen Schinkenbrötchen, <unclear>Dummheit der Deutschen, Kriechen ins Mauseloch, bürgerliche Bauernpolitik</unclear>, <gap/>, <unclear>Überlegenheit des</unclear>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34295">
                        <unclear>Ostens</unclear>, <rs ref="#__GND_118642499" type="person" xml:id="d1e34300">Stalin</rs> <unclear>Waffenlieferungen</unclear>, Dummheit <rs ref="#__GND_118520776" type="person" xml:id="d1e34306">Churchills</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520776" xml:id="d1e34306_entity-link"/> Lage der U-Boote, Vertrauen aufs deutsche Volk, die kommende Rede. Begleitete ihn um 8 zum U-Bahnhof, dann mit Mutius bei mir zu Abend gegessen, Schnaps getrunken, nette Unterhaltung, über den isolierten Einzelnen, gebe ihm <rs ref="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" type="document" xml:id="d3e34326">Carr</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TFCZJ8ZQ" xml:id="d3e34326_entity-link"/> die Deutschen, die Kirche, begleitete ihn zum Autobus und sprachen von den toten und innerlich verwesten Menschen, seine Wut auf <unclear><rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e34321">Frank</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e34321_entity-link"/> Untermensch <unclear>scheint noch Menschen wichtig!</unclear> Übermensch; wartete noch, ob es Alarm gibt; müde und gleichgültig zu Bett; Freude an meinem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34340">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34340_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-14" n="1943-08-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34335">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-14">Samstag, 14/8 43</date>. Bis ½ 11 gut geschlafen, oft wach, <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34352">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34352_entity-link"/> gelesen, sonderbares Schicksal dieses Buches. Brief vom <rs type="person" ref="#__GND_117112356" xml:id="d1e34344">Postminister</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117112356" xml:id="d1e34344_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e34347">Wilhelm Ohnesorge (1872-1962) war 1937-1945 Reichspostminister. Ein entsprechender Brief ist nicht im Nachlass Schmitts nachweisbar, auch kein entsprechendes Gutachten.</note> soll Gutachten machen, will Montag anrufen. Unterdessen wieder einige Seiten geschrieben. Rührende Karte von <rs ref="#__GND_118752758" type="person" xml:id="d1e34353">Stapel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752758" xml:id="d1e34353_entity-link"/> (es ist richtig, zu bleiben, auch in der Hölle sind wir in Gottes Händen).<note type="editorial" xml:id="d1e34358">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Wilhelm Stapel</author>, <title>Ein Briefwechsel</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Siegfried Lokatis</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1996</date>, S. 27-108</bibl>.</note> Fuhr um 3 zu Uhle,<note type="editorial" xml:id="d1e34363">Es handelt sich um die Weingroßhandlung Johannes Uhle in der Friedrichstraße 207.</note> um 5 Flaschen Wein zu holen für den Abend. Sprach mit <rs ref="#Gese" type="person" xml:id="d1e34369">Gese</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gese" xml:id="d1e34369_entity-link"/> traurig, bedrückt (lächerliche Traurigkeit: Mein Wunsch zu helfen und zu begleiten ist unerfüllbar, da wird der arme Teufel deprimiert), schleppte den Wein nach Hause, ruhte eine Stunde aus; dann kamen die Gäste. Erst <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e34375">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e34375_entity-link"/> mit dem ich mich eine halbe Stunde über <rs ref="#__GND_11879891X" type="person" xml:id="d1e34378">Stimson</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11879891X" xml:id="d1e34378_entity-link"/> und den <rs ref="#__ZOTERO_IKIGFX34" type="document" xml:id="d3e34392">diskriminierenden Kriegsbegriff</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_IKIGFX34" xml:id="d3e34392_entity-link"/> unterhalte; er erzählte vom Grafen <rs ref="#__GND_116204168" type="person" xml:id="d1e34386">Blome</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116204168" xml:id="d1e34386_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118768948" type="person" xml:id="d1e34390">Vogelsang</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768948" xml:id="d1e34390_entity-link"/> ist das nun <unclear>wirklich</unclear> was, die Arbeiterschaft; dann kam <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e34395">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e34395_entity-link"/> mit <rs ref="#Hans" type="person" xml:id="d1e34398">Hans</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hans" xml:id="d1e34398_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e34401">Corrie</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e34401_entity-link"/> Hans war sehr lieb, seine traurigen Augen, erzählte vom Postministerium, <unclear>lachte</unclear> über die <unclear>Fragen</unclear>, aßen eine herrliche Ente, die beiden hatten Wein mitgebracht, über den Sinn des Geschenks von <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e34413">Nietzsches</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e34413_entity-link"/> gesammelten Werken, übergeben durch einen Flieger!<note type="editorial" xml:id="d1e34416">Hitler schenkte Mussolini zum 60. Geburtstag eine in blaues Schweinsleder gebundene Nietzsche-Gesamtausgabe mit Widmung. Diese traf ihren Empfänger am 29. Juli 1943 aber nicht an, da Mussolini vier Tage vorher abgesetzt und an einen unbekannten Ort gebracht wurde. Erst im August wurde das Geschenk auf die Insel Ponza an Mussolini hinterhergeschickt; vgl. <rs ref="#__ZOTERO_Z5CASX2U?p=30-31"/>.</note> <rs ref="#__GND_118701851" type="person" xml:id="d1e34421">Hartungs</rs> <rs type="document" ref="#__ZOTERO_E3KDFCKR" xml:id="d3e34436">Vortrag über den Oberpräsidenten</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_E3KDFCKR" xml:id="d3e34436_entity-link"/> Popitz war sehr nett und lieb zu mir, <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_QEAHZQ83" xml:id="d1e34428">Der Sieg ist greifbar nahe</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e34428_quote-src" target="#d1e34428">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><title>Dr. Goebbels in Hamburg. Mit ruhiger Zuversicht dem Endsieg entgegen</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 19. August 1943, H. 395, S. 2</bibl>.</note> Vortrag vor den Ministern und Staats<unclear>sekretären</unclear>. Um 12 fuhren sie nach Hause, eine Stunde nachher Alarm, ich stand aber nicht auf; todmüde vom <corr>Rotwein</corr>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-15" n="1943-08-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-15" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34440">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-15">Sonntag, 15/8 43</date>. Bis ½ 11 im Bett, deprimiert, etwas geschrieben, aber mühselig nur einige Zeilen weiter über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34457">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34457_entity-link"/> oft stolz auf mein Wissen, dann wieder nichts, Z. Nachmittags kamen <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e34454">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e34454_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e34458">Weber-Schumburg</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e34458_entity-link"/> tranken Kaffee, aßen Käsekuchen, sprachen über Politik und die Möglichkeit eines Angriffs auf <rs type="place" ref="#__GND_4005728-8" xml:id="d1e34463">Berlin</rs>; Appel reist übermorgen nach Paris. Langes Gespräch mit Weber-Schumburg, über <rs ref="#__GND_118555731" type="person" xml:id="d1e34466">Ipsen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118555731" xml:id="d1e34466_entity-link"/> (den er einen <unclear>Eudämonisten</unclear> nennt). Erschrak vor meiner Dummheit, Vertrauensseligkeit, Anklammerungsbedürfnis; Weber-Schumburg sagt sehr richtig: <quote xml:id="d1e34474">Die meisten Menschen wollen nicht allein stehen, sie passen sich an, sie wollen nicht in Opposition stehen, sie fürchten die physischen Gewalt<unclear>anwender</unclear></quote> usw. Abends blieb er zum Essen, rührender Abschied von Appel. (Wo mögen wir uns wiedersehen; seine Mutter hat uns Mehl geschenkt); langweilte mich etwas, als Weber-Schumburg von <rs ref="#__GND_118599631" type="person" xml:id="d1e34482">Remarque</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118599631" xml:id="d1e34482_entity-link"/> erzählte (<rs ref="#__ZOTERO_WI7N8NZX" type="document" xml:id="d3e34498">Strandgut</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WI7N8NZX" xml:id="d3e34498_entity-link"/> begleitete ihn zum Autobus. Kaum war ich eine Stunde zu Bett, da kam der Alarm. Stand auf, im Luftschutzkeller, es ging nach einer Stunde vorbei. Aber der <quote rend="quoted" xml:id="d1e34493">Aufbruch</quote> ist geschehen; jeden Abend. So lebten die frommen Juden, um das Gefühl des Exils zu behalten!
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-16" n="1943-08-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e34499">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-16">Montag, 16/8 43</date>. Müde, durcheinander von dem Aufstehen, Herzbeschwerden, etwas geschrieben über <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34516">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34516_entity-link"/> <hi>schönes Gespräch mit <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e34510">Ahlmann</rs></hi><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e34510_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_11879891X" type="person" xml:id="d1e34513">Stimson</rs> und die naive Überlegenheit der Amerikaner, ihren Weltbefreiungsglauben; völlig Z. Nach dem Essen herumgelesen, Gefühl der Nichtigkeit; wie lange noch; Aufbruch, jeden Tag der Tod; Abbau. Die gute <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34524">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34524_entity-link"/> schlief mittags im Stuhl ein. Hoffentlich kann ich Donnerstag zu <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e34527">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e34527_entity-link"/> fahren. Um ½ 7 kam <rs ref="#WagnerAlbrecht" type="person" xml:id="d1e34532">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WagnerAlbrecht" xml:id="d1e34532_entity-link"/> mit <rs ref="#FrWagner" type="person" xml:id="d1e34536">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrWagner" xml:id="d1e34536_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e34539">Zu Wagner, 1935 Doktorand Schmitts, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 83-84</bibl>.</note> brachte 2 Flaschen Wein mit (Maximin Grünhauser und Oppenheimer), wir aßen schön zu Abend, mit zu viel Speck; sprach über den grauenhaften Unsinn, er hat Affekte, was mich oft stört; nach dem Essen kam <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e34546">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e34546_entity-link"/> erzählte sehr nett von Hamburg. Blieb über Nacht bei uns. Begleitete Wagner und Frau an den Autobus; enttäuscht. Wagner schimpfte über <rs ref="#__GND_118618261" type="person" xml:id="d1e34551">Stirner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118618261" xml:id="d1e34551_entity-link"/> den er als dummen Kerl abtat. Er hat wohl recht. Noch lange mit Blötz Musik getrieben, Tonika und Dominante, über <rs ref="#__GND_118610961" type="person" xml:id="d1e34557">Schubert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118610961" xml:id="d1e34557_entity-link"/> wunderschön, aber anstrengend für mich. Um 1 zu Bett. Kein Alarm.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-17" n="1943-08-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34563">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-17">Dienstag, 17/8 43</date>. Krank, Magen- und Darmbeschwerden, scheußliches Gefühl im Mund, Vormittag im Bett geblieben, scheußlich, kann vielleicht nicht reisen, deprimiert, Horn gelesen, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_5DDNISFZ" xml:id="d3e34582">Sprüche Salomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_5DDNISFZ" xml:id="d3e34582_entity-link"/> Nachmittags aufgestanden, Besuch von <rs ref="#Rossow" type="person" xml:id="d1e34574">Rossow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Rossow" xml:id="d1e34574_entity-link"/> dem Handelsattaché, will eine Habilitations-Schrift machen;<note type="editorial" xml:id="d1e34582">Kein Hinweis in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117</bibl>.</note> todmüde wieder zu Bett. Die Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e34587">Luise</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e34587_entity-link"/> war da. Um ½ 11 kam <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e34590">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e34590_entity-link"/> er war bei <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e34593">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e34593_entity-link"/> (<unclear>dort adventieren</unclear>), großartiger Sieg in Sizilien mit der Räumung,<note type="editorial" xml:id="d1e34601">Die Räumung Siziliens war am 18. August 1943 um 6.30 Uhr abgeschlossen.</note> wir sprachen sehr schön, um ¼ 12 Alarm, Blötz stellte fest, daß es nur einige imposante Flugzeuge waren, aber furchtbare Schießereien, leider kann er nicht bei uns bleiben, weil er nach Leitmeritz muß. Wir tranken eine Flasche roten Sekt, die er mitgebracht hatte, aßen Butterbrote.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34612">
                        Mir ging es allmählig wieder besser, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34616">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34616_entity-link"/> hat mit Cloppenburg telefoniert.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-18" n="1943-08-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34622">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-18">Mittwoch , 18/8 43</date>. Es ging wieder besser. Um ½ 11 kam <rs ref="#__GND_11685457X" type="person" xml:id="d1e34630">Leemans</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11685457X" xml:id="d1e34630_entity-link"/> aus Brüssel, schön unterhalten, ein Mensch, spricht frei und offen, will Professor in Gent werden (ist 42 Jahre), die Substanz des belgischen Volkes ist nicht zerstört. Erzählte ihm vom Problem des Zugangs zur Spitze, die große Parallele mit dem Cäsarismus und Christentum, zeigte ihm die Stelle Tocqueville, Schluß des I. Bandes der <rs ref="#__ZOTERO_ZCC8EIBH?p=318" type="document" xml:id="d3e34655">De la démocratie en Amérique</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZCC8EIBH?p=318" xml:id="d3e34655_entity-link"/> Er war tief davon erschüttert. Bat um meinen <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e34662">Leviathan</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ARF9DNVB" xml:id="d3e34662_entity-link"/> den ich ihm leider nicht geben konnte. Um ¼ 12 fuhr er. Schrieb an <rs ref="#Jensen" type="person" xml:id="d1e34654">Jensen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Jensen" xml:id="d1e34654_entity-link"/> nach Bremen, fühlte mich wohler, herrliches Wetter, aber <quote rend="quoted" xml:id="d1e34660">mit einem Fuß im Grab.</quote> <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e34663">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e34663_entity-link"/> sagte ab, schade, wir hatten gehofft, daß er uns morgen an die Bahn fahren könnte. Das heißt: Ich wollte es gar nicht, es war nur der Wunsch von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34668">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34668_entity-link"/> die mit serbischer Herrschsucht den armen Rumänen in Anspruch nimmt. Abends etwas am <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e34684">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e34684_entity-link"/> geschrieben, Fräulein <rs ref="#HasbachMarie" type="person" xml:id="d1e34677">Hasbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HasbachMarie" xml:id="d1e34677_entity-link"/> kam um ½ 7 und blieb zum Essen; ich war aufgeregt, hatte einen schlechten Magen, war wegen der Tante <rs ref="#SchmittLuiseTante" type="person" xml:id="d1e34682">Luise</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseTante" xml:id="d1e34682_entity-link"/> nervös und wegen Duschka, weil ich das viele Gepäck schleppen muß. Um ½ 9 ging Fräulein Hasbach (erzählte von der Flucht von Frau <rs ref="#FrDorn" type="person" xml:id="d1e34687">Dorn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrDorn" xml:id="d1e34687_entity-link"/> der Deutschgläubigen,<note type="editorial" xml:id="d1e34690">Die <q>Deutsche Glaubensbewegung</q> war eine religiöse Bewegung während des Dritten Reiches, die das Christentum durch einen völkischen, arisch-nordischen Glauben ersetzen wollte.</note> mit ihren Kindern). <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e34696">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e34696_entity-link"/> kam um 4. Wir tranken eine Flasche roten Sekt, plauderten über Geschichtswissenschaft, er erzählte von seinem Lehrer <rs ref="#Lorenzen" type="person" xml:id="d1e34701">Lorenzen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Lorenzen" xml:id="d1e34701_entity-link"/> aus Hamburg, von <rs ref="#Liebgang" type="person" xml:id="d1e34706">Liebgang</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Liebgang" xml:id="d1e34706_entity-link"/> dem Strafrechtler, ist entzückend, hilfsbereit, leider muß er nach Leitmeritz Quartier machen für das Justizministerium. Traurig zu Bett. Heftige Herzbeschwerden wegen morgen, sehe mich in der unmöglichen Situation des Kofferschleppens. Las <rs ref="#__GND_118591843" type="person" xml:id="d1e34714">Pascal</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591843" xml:id="d1e34714_entity-link"/> über die Menschen, qui ne se haïssent pas.<note type="editorial" xml:id="d1e34720">
                            <bibl type="book"><author>Blaise Pascal</author>, <author>Émile Boutroux</author> und <author>Victor Giraud</author>, <title>Pensées</title>, London und Paris: J.M. Dent &amp; Sons ltd., Georges Crès et cie <date>[1913]</date>, S. 287</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56742">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118591843" xml:id="d1e56745">Pascal</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591843" xml:id="d1e56745_entity-link"/> Juden und schlechte Christen, <hi>das heißt</hi> Menschen <quote source="#__ZOTERO_NFU6CI4M?p=287" xml:id="d1e56750">qui ne se haissent pas;</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56750_quote-src" target="#d1e56750">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Blaise Pascal</author>, <author>Émile Boutroux</author> und <author>Victor Giraud</author>, <title>Pensées</title>, London und Paris: J.M. Dent &amp; Sons ltd., Georges Crès et cie <date>[1913]</date>, S. 287</bibl>.</note> Definition des Juden; ergriffen davon. (Am anderen Morgen Mißtrauen: Ist das nicht nur Ressentiment eines Menschen, der sich haßt und nur nicht ertragen kann, daß andere Menschen sich nicht hassen?) <gap/> Mensch, der Juden haßt, <hi>statt sich selbst</hi>; der Judenhaß die primitivste Ausweich<seg rend="longahnd">bahn</seg>, <unclear>um dem</unclear> Selbsthaß zu entgehen. Das alles ist doch sehr tief, gerade bei den Deutschen (<quote xml:id="d1e56773">sie haben keine Feinde als sich selbst</quote>,<note type="editorial" xml:id="d1e56775">Bisher nicht ermittelt.</note> sagt <rs type="person" ref="#__GND_118630520" xml:id="d1e56780">Konrad Weiss</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e56780_entity-link"/>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e56784">
                        Vertrau auf die Führer und die Führung; aber wenn ich mich selber töte, führt dann nicht auch diese Führung meinen Arm? (18/8 43, am Boden)
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e56791">
                        Es gibt doch keine andere Masse und hat nur eine <gap/>, als die m. perditionis. Das <quote rend="quoted" xml:id="d1e56802">Volk</quote> der Hirten; das Volk der Deportierten, das <unclear>wahr</unclear> und <unclear>so wirklich kopieren</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e56809">Vermutlich gebraucht Schmitt das Wort kopieren im Sinne von assimilieren. Quelle bisher nicht ermittelt.</note> kann; kann es weder in Amerika noch in Rußland. Erkenntnis <rs type="person" ref="#__GND_118642871" xml:id="d1e56814">Tocqueville</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642871" xml:id="d1e56814_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-19" n="1943-08-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-19" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34727">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-19">Donnerstag, 19/8 43</date>. Um 6 von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34733">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34733_entity-link"/> geweckt, schnell angekleidet, mit <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e34736">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e34736_entity-link"/> der sich rasierte, wir frühstückten und gingen um 7 aus dem Haus, hatten niemand, um die 3 schweren Koffer (darunter das Bett für <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e34741">Anima</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e34741_entity-link"/> zu schleppen. Blötz war rührend und fuhr mit zum <rs ref="#__GND_4521224-7" type="place" xml:id="d1e34747">Bahnhof Friedrichstraße</rs>, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34750">Duschka</rs> traf einen Franzosen, der uns die Koffer trug. Am <rs ref="#BahnhofLehrterStra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e34753">Bahnhof Lehrter Straße</rs> überfüllter Zug, bekam aber noch einen guten Platz, neben einer netten Berlinerin, und konnte mein Gepäck unterbringen. Schämte mich dann natürlich vor Duschka. Sie brachte mir noch ein Glas Bier. Die Leute im Zug philosophierten über den Krieg. <quote xml:id="d1e34762">In hundert Jahren wird es noch mehr Krieg geben, weil es noch mehr Technik gibt</quote>; oder: <quote xml:id="d1e34764">dann hören die Kriege auf</quote>; die meisten erwidern: <quote xml:id="d1e34768">Krieg wird niemals aufhören, der normale Mensch ist noch nicht erfunden</quote>usw. Alles mit rührender, gutmütiger Selbst<c type="ephemeral-hyphen">-</c>verständlichkeit. Morgens kam noch ein Brief von der Partei, ich solle zur Telefonbereitschaft. Scheußlich. Aber im Ganzen doch <unclear>schwach</unclear> <gap/>, gleich das viehische Behagen im Zug, wieder eine Stunde Ruhe zu haben und daß es nicht so schlimm ist, wie ich fürchtete. Die Angst und Sorge um Duschka. Was nützt all dieses <unclear>raffinierte Analysieren</unclear>, herrlicher Tag, Sommertag, aber dein armes Mückchendasein. Du kannst ja nicht einmal auf eine Flasche Wein verzichten, und du sprichst vom Christentum. Beim Anblick des friedlichen Landes sofort wieder andere Stimmung. Vielleicht tun die Engländer, indem sie diese großen Städte vernichten, nun dasselbe, was die Alliierten vor 20 Jahren taten, als sie deutsche Rüstung zerschlugen und Deutschland zwangen, alles neu zu schaffen. Die Vernichtung dieser schauerlichen Produkte des 2. Reiches und des Wilhelminismus kann doch nur ein Vorteil sein, wenn wir überhaupt lebendig bleiben. Die blonde Frau, die nach Göttingen fuhr, ihr (älterer) Mann in Minsk, wie ungeniert <unclear>amerikanisch</unclear> sie erzählt (<quote xml:id="d1e34796">da haben die Polen auch allen Grund dazu</quote><supplied>)</supplied>. In <rs ref="#__GND_4043457-6" type="place" xml:id="d1e34800">Oldenburg</rs> besah ich mir das Schloß von außen, gerührt vom deutschen Partikularismus. Um ½ 6 in <rs ref="#__GND_4010303-1" type="place" xml:id="d1e34805">Cloppenburg</rs>, sah Anima mit Fräulein <rs ref="#FrMia" type="person" xml:id="d1e34808">Mia</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrMia" xml:id="d1e34808_entity-link"/> an der
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-19" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34815">
                        Bahn, trank bei <rs ref="#WesselingGeorg" type="person" xml:id="d1e34819">Wesseling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WesselingGeorg" xml:id="d1e34819_entity-link"/> Kaffee und ging dann mit Anima zum Kloster, um die Kinder von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e34822">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e34822_entity-link"/> zu besuchen. Fühlte mich als Vater, als ohnmächtiger, entrechteter, geknechteter Vater eines schönen, harmlosen, freundlichen und klugen Kindes. Alles Unrecht, das geschehen ist, überfällt mich. Anima brachte mich noch zum <rs ref="#DeutschesHaus" type="place" xml:id="d1e34830">Deutschen Haus</rs> und ging dann zum Essen. Ich wartete über eine Stunde auf das Essen, und ging wieder zu Wesseling, sehnsüchtig, wie ein Verliebter, um Anima zu sehen. Frau <rs ref="#FrWesseling" type="person" xml:id="d1e34835">Wesseling</rs> war sehr tüchtig und erinnerte mich an Frau <rs ref="#K&#xFC;hling" type="person" xml:id="d1e34840">Kühling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;hling" xml:id="d1e34840_entity-link"/> in Küntrop. Fräulein Mia spielte <rs ref="#__GND_118584596" type="person" xml:id="d1e34843">Mozart</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118584596" xml:id="d1e34843_entity-link"/> wir schrieben der <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34847">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e34847_entity-link"/> eine Karte. Ich ging mit Anima noch etwas an der Bahn spazieren (sah den Polen mit dem Abzeichen P),<note type="editorial" xml:id="d1e34855">Ein violettes P auf gelber Raute war das Zeichen der polnischen Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg.</note> am Haus der Frau <rs ref="#FrDirks" type="person" xml:id="d1e34858"><unclear>Dirks</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrDirks" xml:id="d1e34858_entity-link"/> vorbei, um 1/4 10 ins Deutsche Haus zurück. Todmüde, zu Bett und gleich eingeschlafen. (Abends an die Fahrt durch Castro und Leon gedacht, war dort der Retter?) Um 12 Alarm, aufgestanden, an Berlin gedacht.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-20" n="1943-08-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e34870">
                        <unclear>Wunderbar</unclear> <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Jer34,17" xml:id="d1e34873">Jer. 34.17<app><lem type="origin">Darum spricht der Herr also: Ihr gehorchtet mir nicht, daß ihr ein Freijahr ausriefet ein jeglicher seinem Bruder und seinem Nächsten; siehe, so rufe ich, spricht der Herr, euch ein Freijahr aus zum Schwert, zur Pestilenz, zum Hunger, und will euch in seinem Königreiche auf Erden bleiben lassen.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e34879">Schmitt hat diesen Einschub am Seitenrand notiert.</note></quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e34873_quote-src" target="#d1e34873">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Jer 34,17</bibl>. Ursprünglicher Text: Darum spricht der Herr also: Ihr gehorchtet mir nicht, daß ihr ein Freijahr ausriefet ein jeglicher seinem Bruder und seinem Nächsten; siehe, so rufe ich, spricht der Herr, euch ein Freijahr aus zum Schwert, zur Pestilenz, zum Hunger, und will euch in seinem Königreiche auf Erden bleiben lassen. — Schmitt hat diesen Einschub am Seitenrand notiert.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e34883">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-20">Freitag, 20/8 43</date>. Trotz des Alarms gut ausgeschlafen, bis 10 Uhr; herrlicher Tag. Erfrischt, aber der Feind, die Giftschlange (dachte an die <unclear>Novelle</unclear> von <rs ref="#__GND_118556444" type="person" xml:id="d1e34893">Nobert Jacques</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118556444" xml:id="d1e34893_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e34896">Eine Novelle von Norbert Jacques mit diesem Titel war nicht zu ermitteln. Möglicherweise dachte Schmitt an Passagen in 
                            <bibl type="book"><author>Norbert Jacques</author>, <title>Neue Brasilienreise</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1925</date>, S. 127,274-276</bibl>.</note> hat mich schon getroffen. Grauenhafte Flucht, wohin. Das Land und das Volk zerstört. Dabei <rs type="place" ref="#__GND_4010303-1" xml:id="d1e34906">Cloppenburg</rs> gut erhalten, es könnte alles so weitergehen, wie vor 10 Jahren. Traum von <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e34911">Goruneanu</rs> und den Rumänen, von einem Zusammenstoß im Auto (am Fluß), <unclear>halbes Gehirntrauma</unclear>; Gefühl der inneren perditionis,<note type="editorial" xml:id="d1e34922">Lat., dt. Verderben, Vernichtung, Untergang.</note> sehnsüchtig an Spanien: War dort der Retter? Alles habe ich gewußt, nichts getan. Frühstückte, sah die Zeitung, <quote rend="quoted" xml:id="d1e34927">Der Sieg greifbar nah</quote>,<note type="editorial" xml:id="d1e34930">Möglicherweise 
                            <bibl type="journalArticle"><title>Dr. Goebbels in Hamburg. Mit ruhiger Zuversicht dem Endsieg entgegen</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 19. August 1943, H. 395, S. 2</bibl>.</note> sah, wie ich mich durch guten Kaffee verwöhnt habe, ging durch die Straßen, die alte Kirche, Barockaltäre, <unclear>eine autoritäre Lehrerin</unclear>, der Gasthof <rs ref="#GasthofKleene" type="place" xml:id="d1e34941">Kleene</rs>, zum Bahnhof, erkundigt, wollte <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e34945">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e34945_entity-link"/> Blumen aufs Zimmer stellen mit meiner Karte (um sie an so etwas zu gewöhnen!).<note type="editorial" xml:id="d1e34950">Anima feierte am 20. August 1943 ihren 12. Geburtstag.</note> Ging also zum Blumengeschäft Eiben, kaufte <unclear>meine</unclear> Blumen, in dem Augenblick Alarm, man wurde auf der Straße angehalten. Ich ging mit meinen Blumen zum Hotel. Ging auf mein Zimmer. Das ist also das neue Diesseits. Wer weiß, ob ich überhaupt nach Berlin zurückkomme. Immerhin der Spielraum ihrer Bosheit wird geringer. Brachte Anima nach dem Alarm die Blumen, aß Erbsensuppe, zu Mittag (traf Anima am Tisch bei <rs ref="#WesselingGeorg WesselingFrau" type="group" xml:id="d1e34962">Wesselings</rs>, wunderschön). Ging zu Bett bis 4 Uhr, öfters durch Radio gestört, heftiges Ohrenzirpsen und Geräusche. Um 4 auf, wollte Anima entgegengehen, sie kam aber nicht, trank ein Glas Bier, dann ihr wieder entgegen, sie kam ½ 5 allein, ohne <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e34972">Claire-Luischen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" xml:id="d1e34972_entity-link"/> wir gingen in die Konditorei Frerker, aßen sehr schönes Eis. Ich war glücklich, dem Kind etwas zum Geburtstag mitzubringen. Dann gingen wir zu Frau <rs ref="#KleeneFrau" type="person" xml:id="d1e34977">Kleene</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KleeneFrau" xml:id="d1e34977_entity-link"/> die sehr nett war, brachte ihr Zündhölzer mit. Schrieb eine Karte an <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e34983">Duschka</rs><note type="editorial" xml:id="d1e34985">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date></bibl>.</note> und an <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e34990">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e34990_entity-link"/> Dann zum Kloster, die sympathischen Nonnen, zeigten mir das Kloster und den Garten, Anima behauptete, <unclear>eine</unclear> Großnichte der seligen <rs ref="#__GND_118576801" type="person" xml:id="d1e34996">Pauline von Mallinckrodt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118576801" xml:id="d1e34996_entity-link"/> zu sein, dann brachte ich das Kind zu Wesselings und ging zum Abendessen ins <rs ref="#DeutschesHaus" type="place" xml:id="d1e35001">Deutsche Haus</rs>. Mußte lange warten, um 8 ging ich wieder zur Bahnhofstraße (tief bedrückt von den Menschen neben mir am Tisch, <gap/> <unclear>Organi</unclear>sation). Anima kam in einem Pony-Wägelchen gefahren, entzückend, fuhr etwas mit, dann fuhr sie zur Mühle, ich ging zu Wesseling, sprach mit Herrn Wesseling, um den Tisch im Garten unter der Ulme, wunderbar, Familienbesprechung über den Betrag,<note type="editorial" xml:id="d1e35017">Bei diesem Gespräch ging es wohl um die Logierkosten von Anima Schmitt bei Wesselings.</note> 2 Flaschen Rotwein getrunken, <unclear>wichtige</unclear> Begegnung, die sympathische Frau, <unclear>die Tränen</unclear> und Fräulein <rs ref="#FrMia" type="person" xml:id="d1e35024">Mias</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrMia" xml:id="d1e35024_entity-link"/> Lampenfieber, taktloser Kerl. Sonst sehr nette <unclear>Anregungen</unclear>, Anima kam erst spät zurück, mit dem Pony, als es schon dunkel war, hatte Sorge, daß sie sich erkältet. Um 11
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35038">
                        nach Hause und zu Bett. In der Dunkelheit die Bahnhofstraße herunter, die Raumveränderung durch Lichtveränderung. <rs ref="#Wesseling" type="person" xml:id="d1e35042">Wesseling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wesseling" xml:id="d1e35042_entity-link"/> sprach davon, daß die Menschen sich helfen müssen, daß er sich schon 1934 gefragt hat: <quote xml:id="d1e35051">Hoffentlich bin ich nicht mehr richtig, und nicht alle anderen</quote>; der große Betrug, trotz<supplied>dem</supplied> nicht möglich aufzuhören, Trost und zugleich noch tiefere Verstrickung.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-21" n="1943-08-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35061">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-21">Samstag, 21/8 43</date>. Bis 10 im Bett, nicht gut geschlafen, aber wenigstens ausgeruht. Immer die Angst vor der Erniedrigung in Berlin. Traum: <unclear>Großer Rechtsanwalt</unclear> in Charlottenburg, der Professor <rs ref="#__GND_118682644" type="person" xml:id="d1e35071">Eulenburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682644" xml:id="d1e35071_entity-link"/> dabei; suchte den Weg nach dem Kammergericht. Traurig angezogen. <unclear>Zerschmettert</unclear>. Das kümmerliche Frühstück, zur Kirche, eine Stunde dort gesessen, zum Museumsdorf, aber verlaufen, wartete eine halbe Stunde vor der Schule von <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e35079">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e35079_entity-link"/> sie war aber schon zu Hause. Begrüße sie dort bei <rs ref="#Wesselings" type="group" xml:id="d1e35084">Wesselings</rs> einen Augenblick und war glücklich, sie zu sehen. Der einzige Inhalt, dabei die Zeit versäumt, weiß nicht, ob ich morgen früh oder Mittag fahren soll. Ging in der Hitze zum <rs ref="#DeutschesHaus" type="place" xml:id="d1e35089">Deutschen Haus</rs> zurück, aß bescheiden zu Mittag (Kartoffeln und Rüben) und ging wieder zu Bett. Kein Wein. Furchtbare Hitze. Scheußliches Ohrenzirpen. Um 4 wollen Anima und Wesseling mich abholen, mit dem Ponychen. Sie kamen etwas nach 4, Herr Wesseling fuhr, <rs ref="#Gottfried" type="person" xml:id="d1e35097">Gottfried</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gottfried" xml:id="d1e35097_entity-link"/> war dabei, wir fuhren mit dem entzückenden Pferdchen (vom <rs ref="#__GND_116741902" type="person" xml:id="d1e35100">Herzog von Croÿ</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116741902" xml:id="d1e35100_entity-link"/> aus Dülmen) in den Wald, zur Hütte, tranken dort Johannisbeer-Most und aßen Geburtstagskuchen, Anima suchte Brombeeren, machte einen <gap/> <unclear>auf den</unclear> entzückenden <gap/>; Herr Wesseling zeigte uns die Schlinge für Krammets-Vögel.<note type="editorial" xml:id="d1e35114">Fangschlinge für die Wacholderdrossel.</note> Um 7 fuhren wir zurück. Ich war glücklich, daß Anima so schön untergebracht ist. Aß im Deutschen Haus zu Abend, ein Spiegelei, dann wieder zu Wesselings und mit Anima zur Mühle, die gute Tante <rs ref="#TanteMia" type="person" xml:id="d1e35119">Mia</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TanteMia" xml:id="d1e35119_entity-link"/> bekam von ihrem Bruder<note type="editorial" xml:id="d1e35125">Nicht identifiziert.</note> 2 Enten, 50 Eier, gab ihr 50 Mark. Tief gerührt, Anima spielte noch mit dem Füllen. Um 10 waren wir wieder <supplied>in</supplied> der Gesellschaft, verabschiedete mich, gab Herrn <supplied>Wesseling</supplied> 400 Mark (er wollte sie nicht nehmen, wollte mir versprechen, selbst das Geld auszulegen usw. Hinterher etwas das Gefühl, wie der alte <rs ref="#W&#xFC;lfingFriedrichsen" type="person" xml:id="d1e35137">Wülfing</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#W&#xFC;lfingFriedrichsen" xml:id="d1e35137_entity-link"/> Angst; erzählte von seiner Steuergeschichte). Ich ging nach Hause, ziemlich erholt von dem schönen Ausflug, trank noch ein Glas Bier und ging zu Bett. Merkwürdig getröstet, erinnerte mich des Schicksals der Juden, dachte an die Psalmen, wie viele Juden werden das gebetet haben. Wieder rein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-22" n="1943-08-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35147">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-22">Sonntag, 22/8 43</date>. Stand merkwürdigerweise um 7 auf, wie durch eine geheime Hand geführt, ausgeschlafen und fühlte mich getröstet. Vielleicht Heimaterinnerungen, die dieses katholisch-westfälische Land hervorruft; besser noch Gottes Trost. Das unheimliche Spiel mit Gott. Ruhig und gesund nach den beiden kritischen Tagen. Wie lange hält es an. Angst und Grauen vor Berlin, vor meinem Schlafzimmer, in dem ich so schreckliche Dinge erlebt habe. Keine Angst mehr vor der Reise. Offenbar gut, daß ich gestern nur Bier und keinen Wein getrunken habe. Und wem verdanke ich das? (Dachte mit Betrübnis daran, daß der Klebstoff, mit dem die braven Leute <gap/> ab ihre Menagen geklebt haben, wertlos war. Alle Arbeit umsonst, <unclear>Stümpereien</unclear>?) Um 8 mit dem Koffer zu <rs ref="#Wesselings" type="group" xml:id="d1e35166">Wesselings</rs>, traf <rs ref="#Gottfried" type="person" xml:id="d1e35169">Gottfried</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Gottfried" xml:id="d1e35169_entity-link"/> verabschiedete mich von ihm, traf <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e35172">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e35172_entity-link"/> frühstückte in Wesselings Zimmer, rührender Abschied, mit Fräulein <rs ref="#TanteMia" type="person" xml:id="d1e35175">Mia</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TanteMia" xml:id="d1e35175_entity-link"/> an die Bahn, etwas neurotischer Abschiedsschmerz, im Zug ein netter Platz, ein typischer Westfale erzählte von seinen Erlebnissen in Sibirien, seiner Flucht, und rühmte die Menschlichkeit der Russen, ich empfahl ihm Semjonow <rs ref="#__ZOTERO_43NJ8FXC" type="document" xml:id="d3e35199">Eroberung Sibiriens</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_43NJ8FXC" xml:id="d3e35199_entity-link"/> allmählig beteiligte sich das ganze Abteil an dem Gespräch, ein <unclear>Ingenieur</unclear>, der mir als Österreicher vorkam, fuhr auch nach Berlin. In <rs ref="#__GND_4036512-8" type="place" xml:id="d1e35190">Lüneburg</rs> am Bahnhof Bier getrunken, dann einen guten Platz 1. Klasse bekommen und wieder zufrieden. Im Abteil 3 nette Leute (eine schöne Frau, Berlinerin, die mir Korn gab, ein alter <unclear>Ausrüstungsdirektor</unclear>, ein Holländer, Physiologe), hübsch unterhalten: Neben<c type="ephemeral-hyphen">-</c>abteil mit dem Rassehund (von dem Film: <rs ref="#__ZOTERO_U3DFIXJR" type="document" xml:id="d3e35218">Wenn zwei Hochzeit machen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_U3DFIXJR" xml:id="d3e35218_entity-link"/> im Gang gedreht), 7 zu Hause, Koffer geschleppt, Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e35205">Samić</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e35205_entity-link"/> Wein getrunken; schlechter saurer Moselwein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-23" n="1943-08-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35213">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-23">Montag, 23/8 43</date>. Müde herumgelegen, will mir morgen die Haare schneiden lassen und übermorgen nach München fahren, rief bei <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e35219">Goruneanu</rs> an, aber er war nicht mehr zu Hause. Nachmittags um 5 kam <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e35224">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e35224_entity-link"/> zum Tee, schön braungebrannt, erzählte von seiner Reise und will sich in Mecklenburg erholen, bevor er am 15. nach Paris geht.<note type="editorial" xml:id="d1e35230">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Gab ihm Grüße an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e35235">Ernst Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e35235_entity-link"/> mit. Sprach über meine Arbeit, Er sagte (unter dem Eindruck des Gesprächs mit dem Kammergerichtsrat <rs ref="#__GND_1187986496" type="person" xml:id="d1e35241">Eccardt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1187986496" xml:id="d1e35241_entity-link"/> der aufs Beispiel <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e35244">Mussolini</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e35244_entity-link"/> verweist): <quote xml:id="d1e35248">Sie stehen auf einem verlorenen Posten.</quote> Er blieb bis 8. Ganz durchsichtig ist er nicht. Ich hatte immer noch Magenbeschwerden, will morgen einmal richtig essen. Ging um 10 bald zu Bett, aber nicht in meinem Schlafzimmer, vor dem ich Angst hatte, sondern im Fremdenzimmer, schlief ein, ¼ 12 Alarm, stand aber erst eine Stunde später auf. In den Luftschutzkeller.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-24" n="1943-08-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35258">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-24">Dienstag, 24/8 43</date>. 1.20 großer Sprengbombenanschlag. Im Luftschutzkeller, herausgefallen, in der Sandkiste gelegen. In der Ortsgruppe der Partei gegenüber brannte es lichterloh. Die Bahnhofsmission völlig zerstört. Wir waren glücklich, das Leben gerettet zu haben, durchs verwüstete Haus gelaufen, sonderbar genossen, überleben zu können. Herrschaft im Luftraum, mit einigen Leuten gesprochen, die gute <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35269">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35269_entity-link"/> ging mit <rs ref="#AnnaHausangestellte" type="person" xml:id="d1e35273">Anna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AnnaHausangestellte" xml:id="d1e35273_entity-link"/> zur Rettungsstelle, ein Admiral <rs ref="#__GND_1022966456" type="person" xml:id="d1e35276">Backenköhler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1022966456" xml:id="d1e35276_entity-link"/> kam, sprach ein paar Worte mit ihm. Dann fiel mir ein: <quote source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e35281">Des geringsten Eichenfalles Wirkung grinst im Weltenraum. 
                            <note type="editorial" xml:id="d1e35283">Strophe 5, Verse 3f. Dort heißt es auch (Str. 4, V. 1): <q>Der Dreiviertelmond geht unter.</q>, woran sich Schmitt offenbar nicht korrekt erinnert.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e35281_quote-src" target="#d1e35281">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>. — Strophe 5, Verse 3f. Dort heißt es auch (Str. 4, V. 1): <q>Der Dreiviertelmond geht unter.</q>, woran sich Schmitt offenbar nicht korrekt erinnert.</note> Der <unclear>ab</unclear>nehmende Mond geht feuerrot unter. Das ist jetzt die Ruine deines <quote xml:id="d1e35293">gastlichen Hauses</quote>. Öfters durchs Fenster der Waschküche hin und her gekrochen. Das Parteigebäude brannte lichterloh, gesprengt unser Haus, schließlich wurde es Tag. Ruhte etwas aus, Duschka hat überhaupt nicht geschlafen. Kein Licht, Anna holte Wasser zum Kaffeekochen im <rs ref="#BurckhardthausBerlin-Dahlem" type="place" xml:id="d1e35299">Burckhardthaus</rs>.<note type="editorial" xml:id="d1e35302">Einrichtung der Evangelischen Kirche, Rudeloffweg 25-27 in Berlin-Dahlem, benannt nach dem Geistlichen Johannes Burckhardt (1853-1914).</note> So wurde es Tag. Schrecklich, aber zuerst glücklich und erleichtert, daß wir am Leben geblieben waren. Morgens im Halbschlaf: Ich muß heute noch abreisen, nach Plettenberg. Sagte es Duschka. Allmählig kam der Entschluß, rasierte mich im zerstörten Badezimmer, Magenbeschwerden, grauenhafte Ruine, <unclear>nichts übriges</unclear> aus den Zimmern geholt, <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e35312">Alfons Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e35312_entity-link"/> kam um 11 vorbei, <unclear>grüßte</unclear>, ging schnell wieder weg (ich zog mich gerade an), dann kam <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e35319">Haidi Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e35319_entity-link"/> mit seinem <rs type="person" xml:id="d1e35325">Freund</rs>, machte einen Beileidsbesuch. Duschka lief zu den Stellen, ich holte die Leiter aus der Garage (die dicken Eisentüren weggeschleudert), wartete auf sie, scheußliche Magen- und Darmbeschwerden, saß auf der Straße, geheimes Gefühl der Flucht, es mußte so sein, <quote source="#__ZOTERO_QX5NWCBZ?p=140" xml:id="d1e35330">sie treiben uns lächelnd hinaus, die Götter!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e35330_quote-src" target="#d1e35330">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141, hier S. 140</bibl>.</note> Holte für <unclear>ihn ihren Brillantring</unclear> aus der Mansarde; rettete das Bild<note type="editorial" xml:id="d1e35337">Unklar, welches Bild gemeint ist, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Hentzen</author>, <title>Werner Gilles</title>, Köln: DuMont Schauberg <date>1960</date>, S. 81</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e35345">Gilles</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e35345_entity-link"/> Um ½ 3 mit Duschka und Anna zu Frau Hahm, dort mit <rs ref="#__GND_11872729X" type="person" xml:id="d1e35348">Leistikow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11872729X" xml:id="d1e35348_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1262923735" type="person" xml:id="d1e35351">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1262923735" xml:id="d1e35351_entity-link"/> die Enten gegessen, schöner Moselwein dazu und Kaffee. Wieder zurück. Mit Leistikow eingepackt, aber planlos, mit einem netten Berliner Pferdewagenbesitzer nach <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e35356">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e35356_entity-link"/> die Bilder gebracht, schnell wieder mit U-Bahn (überfüllt) nach Hause, dort <unclear>bald schon Erinnerung</unclear>: Der letzte Akt der <quote source="#__ZOTERO_QJF28UGQ" xml:id="d1e35368">Dreigroschenoper</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e35368_quote-src" target="#d1e35368">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Bertolt Brecht</author> und <author>Kurt Weill</author>, <title>Die Dreischroschenoper (The Beggar's Opera). Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern nach dem Englischen des John Gay</title>, übers. von Elisabeth Hauptmann, hg. von <editor>Elisabeth Hauptmann</editor>, Wien: Universal-Edition AG <date>1928</date></bibl>.</note> <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e35371">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e35371_entity-link"/> rührend, wir tranken noch ein Glas <unclear>Bubenheimer Atorff</unclear>. Die rührende Frau Hahm half. Die guten Leistikows, <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e35378">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e35378_entity-link"/> kam noch, <rs ref="#Ackermann" type="person" xml:id="d1e35382">Ackermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ackermann" xml:id="d1e35382_entity-link"/> mit dem Wagen um 10 vor 8, bei Popitz vorbei und verabschiedet, alles wie im Traum. Duschka hat noch einen Schlafwagen bekommen, wir fuhren durch die Stadt, das Englische Viertel brennt noch, die Leute auf dem Bürgersteig, auf ihren Möbeln, der grauenhafte, überfüllte <rs ref="#SchlesischerBahnhof" type="place" xml:id="d1e35387">Schlesische Bahnhof</rs>, aber wie im Traum ging alles, ein Gepäckträger kam, Schlafwagenabteil, alles <unclear>flüchtet</unclear>; hinter <rs type="place" ref="#__GND_4005728-8" xml:id="d1e35394">Berlin</rs> Alarm; todmüde, die gute Duschka schwärmte immer noch von der guten Frau Hahm, die einzige, die wirklich half. Die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e35401">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e35401_entity-link"/> rettet uns zu ihrem Namenstag nach Plettenberg.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-25" n="1943-08-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35407">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-25">Mittwoch, 25/8 43</date>. <unclear>Früh</unclear> wach und befürchtet, aussteigen zu müssen. Um ½ 6 in <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e35415">Hagen</rs>, das viele Gepäck, fand einen Mann, der es uns in den Zug nach Plettenberg trug. 7.12 von Hagen nach <rs type="place" ref="#__GND_4046364-3" xml:id="d1e35420">Plettenberg</rs> gefahren, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35424">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35424_entity-link"/> schlief, fuhr die <rs type="place" ref="#__GND_4035336-9" xml:id="d1e35427">Lenne</rs> herauf, Rückkehr in die Heimat zum Namenstag der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e35432">Mutter</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e35432_entity-link"/> ½ 9 angekommen, fand gleich einen Mann, der das Gepäck nach Hause brachte, erschien dort und wurde freundlich aufgenommen. Todmüde von 10-1 geschlafen, allmählig wach, heftige Bauchschmerzen. Nachmittags um 5 mit Duschka zum Grab der Mutter, wunderschön, Blick auf die Berge, einen Augenblick Gefühl des Entronnenseins, aber die Welt geht weiter und die <unclear>neuen</unclear> Schwierigkeiten fangen jetzt erst an. Beruhigt und gestärkt nach Hause, gut zu Abend gegessen, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35442">Ännchen</rs> spendierte eine Flasche Rotwein, wir sprachen noch lange im Musikzimmer über das Musikthema, das Ännchen ihren Schülern gegeben <supplied>hat</supplied> (eine spätromantische <unclear>Sache</unclear> von <gap/>). Sah, daß die Kinder alle schon durch den <unclear>Flieger</unclear> verändert sind, wie traurig ist das. Müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-26" n="1943-08-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35461">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-26">Donnerstag, 26/8 43</date>. Lang geschlafen, im Bett Tee gefrühstückt, herrlich, <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e35467">Plettenberger</rs> Heimat, das Klopfen der Hämmer. Ein paar Briefe geschrieben (an <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e35470">Weber-Schumburg</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e35470_entity-link"/> brachte sie zum Kasten, traf <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35475">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35475_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e35479">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e35479_entity-link"/> mit ihr bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e35482">Gerke</rs>, die uns Traubensaft gab und sehr nett war, sich auf den Besuch von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e35485">Jupp</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e35485_entity-link"/> freute. Nach dem Essen wieder geschlafen, bis 5, Kaffee getrunken und viele Briefe geschrieben. So hängt man wieder in den Netzen. <quote source="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d1e35490">Herr gib uns blöde Augen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e35490_quote-src" target="#d1e35490">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Baptist von Albertini</author>, <title>Dreißig Predigten. Für Mitglieder und Freunde der Brüdergemeinde</title>, 2. Aufl., Gnadau <date>1825</date>, S. 266</bibl>.</note> Abends kam die <unclear xml:id="d1e35493"><app><lem>Zwangseinquartierung</lem><rdg>Zwangseinteilung</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e35493_alt-rdg" target="#d1e35493">Alternative Lesart zu „Zwangseinquartierung“: Zwangseinteilung</note> aus Dortmund,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35504">
                        ein Fräulein von der Reichsärztekammer; fremd, traurig, Straubinger-Bolschewismus,<note type="editorial" xml:id="d1e35508">Mit <q>Bruder Straubinger</q> bezeichnete Schmitt Adolf Hitler.</note> bedrückt von der Zerstörung Deutschlands, nach dem Essen noch einen Schnaps getrunken, im Musikzimmer geplaudert, mit Üssie und <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35515">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e35515_entity-link"/> die aber sehr nervös war. Dann mit Duschka zu Bett, <unclear>Koitus</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-27" n="1943-08-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35523">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-27">Freitag, 27/8 43</date>. Um 6 auf, zur Heimat für die gute <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e35529">Oma</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e35529_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35532">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35532_entity-link"/> <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35535">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e35535_entity-link"/> <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e35538">Üssie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e35538_entity-link"/> Gerührt und gestärkt. Das ist also mein Leben gewesen, traurig an meine lächerlichen Einbildungen gedacht, meiner Jugendzeit, wie häßlich war das alles, was ich mir geleistet habe; läßt es sich abstoßen ohne daß ich überhaupt aufhöre zu existieren? Kaum bin ich erholt und ausgeschlafen, gerate ich schon wieder in diese subalterne Aktivität. Herrliches sauerländisches Wetter, Nebel, der sich aufklärt im Wind. Vormittags Briefe geschrieben, mittags an die Bahn geschrieben, Üssie begleitet, noch etwas auf dem <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e35548">Graben</rs>, <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e35551">Emil Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e35551_entity-link"/> am Bahnhof getroffen, er reist nach Italien mit <rs ref="#KaiserPaul" type="person" xml:id="d1e35554"><unclear>Paul Kaiser</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KaiserPaul" xml:id="d1e35554_entity-link"/> wartet auf das Wunder,<note type="editorial" xml:id="d1e35558">Wohl Anspielung auf den politischen Frontwechsel in Italien, der am 13. Oktober 1943 mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich kulminierte.</note> Telegramm von Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e35561">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e35561_entity-link"/> wegen der Bergung der Sachen, wir sollen womöglich zurück, scheußlich. Ein Glas Bier bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e35566">Gerke</rs>. Geschlafen bis 5, <unclear>herumgeschwatzt</unclear>, es regnete, um 6 nach Berlin telefoniert, von Frau <rs ref="#FrZ&#xFC;bers" type="person" xml:id="d1e35571"><unclear>Zübers</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrZ&#xFC;bers" xml:id="d1e35571_entity-link"/> an Frau Hahm. Nach dem Abendessen im Musikzimmer bei Ännchen, die sich kriegswichtig machte, mit dem schweigenden <rs ref="#__GND_139638172" type="peson">Opa</rs>, abends um 11 traurig zu Bett. Kein Wein. Das <rs ref="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" type="document" xml:id="d3e35598">Buch</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" xml:id="d3e35598_entity-link"/> von Frau Ludendorff (1. Frau) gelesen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-28" n="1943-08-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35587">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-28">Samstag, 28/8 43</date>. Gut geschlafen (weil wohl kein Wein am Abend vorher), herrliches Frühstück, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e35593">Augustes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e35593_entity-link"/> Geburtstag,<note type="editorial" xml:id="d1e35596">Auguste Schmitt, Carl Schmitts Schwester, hatte am 28. August Namenstag; ihr Geburtstag war am 7. April.</note> sie sitzt einsam und verlassen in der Wohnung herum, die beiden hysterischen Tanten behandeln sie schlecht. Nach dem Frühstück herrlicher Spaziergang auf den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e35601">Saley</rs>, tief glücklich, Wiederholung, noch einmal das Alte, scheinbar bestätigt, in Wirklichkeit ist die Welt ganz anders, <unclear>ahnend</unclear> <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=192-193" xml:id="d1e35609">wie die sterbende <rs ref="#__GND_118651129" type="person" xml:id="d1e35611">Kaiserin Auguste</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118651129" xml:id="d1e35611_entity-link"/> noch einmal die holsteinischen Kirchenlieder ihrer Jugend hörte</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e35609_quote-src" target="#d1e35609">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 192-193</bibl>.</note> Auf der Höhe des Saley wunderschön das Angelus. Zu Hause hatte <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35617">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35617_entity-link"/> an Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e35620">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e35620_entity-link"/> geschrieben,<note type="editorial" xml:id="d1e35623">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date></bibl>.</note> wegen der Kisten; nach Cloppenburg usw. Ich kam durch den Spaziergang wieder in ein physisches Gleichgewicht. Mittags wieder ein Glas Bier am Bahnhof bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e35631">Gerke</rs>, das sogar gut schmeckte. Dann eine Stunde geschlafen und Kaffee zu Ehren von Augustes Namenstag. Die Entfernung, in die alles dadurch gerät, daß es in den <unclear>Rahmen</unclear> meines, von <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e35638">Plettenberg</rs> her gelebten Lebens <unclear>hineingereicht</unclear> hat. Es ist wie vor 50 Jahren, dieselbe Landschaft, dieselbe <unclear>Kategorie</unclear>, das Spinnengewebe, selbstgesponnen, aus Erinnerungen und Gewohnheiten, das mich jetzt auffängt und vor dem Absturz bewahrt. Traum: General <gap/>, Problem Partei und Staat, <unclear>sage ihm, wie <gap/>.</unclear> Wir tranken schönen Kaffee, Kuchen, aber mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35659">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e35659_entity-link"/> ist es nichts mehr. Nachmittags Duschka Skatspielen beigebracht, aber das ist doch eine traurige Beschäftigung, Skat zu spielen. Warteten auf <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e35664">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e35664_entity-link"/> die aber nicht kam. Zum Essen eine Flasche Wein, sehr schlecht, dann etwas gespielt, nebenan spielte Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e35669">Geschke</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e35669_entity-link"/> unverschämt, schließlich ging ich zu ihr herüber und sagte ihr, daß es taktlos sei, in einem Haus Wand an Wand zu spielen, sie machte einen dummen Eindruck, habe das nicht gewußt usw. Ekelhaft. Duschka war mit Ännchen zum Spediteur <unclear><rs ref="#SpediteurScharr" type="person" xml:id="d1e35678">Scharr</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SpediteurScharr" xml:id="d1e35678_entity-link"/> und kam zurück. Ännchen war wütend und ging mit dem Hund in der Dunkelheit hinaus, kam auch bis 11 ½ nicht zurück. Dann brachte ich noch mit Üssie eine Karte für Duschka an den Bahnhof zum Kasten. Traurig und todmüde zurück, Ännchen war wieder da, todmüde um ½ 1 zu Bett. Welches Elend.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56462">
                        Am <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e56466">Saley</rs>, <date type="entry-date" when-iso="1943-08-28">28/8 43</date>: Über mich selbst nachgedacht, eine freischwebende Intelligenz, fand das Wort gut, dann wieder unrichtig. <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e56473">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e56473_entity-link"/> war eine freischwebende Intelligenz (<rs ref="#__ZOTERO_J2K76GBJ" type="document" xml:id="d3e56504">Der Einzige und sein Eigentum</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_J2K76GBJ" xml:id="d3e56504_entity-link"/> ist doch ein <quote rend="quoted" xml:id="d1e56480">genialer</quote> Titel). Welche Garantien der Objektivität enthält die Existenz eines solchen freien Schriftstellers? Ist auch hier die Zeit der Freiheit vorbei<supplied>?</supplied> Damals war es doch genau so viel, wie in der Wirtschaft und im Handel, also Wirklichkeit. Die existenzielle Wirklichkeit eines bohemien enthielt damals Garantien. Warum heute nicht mehr? Freischwebende Intelligenz ist immer nur Selbst-Bewußtsein; isolierter Einziger; Selbstbewußtsein, Selbstbeobachtung, Selbstquälerei, Selbsthaß; dann hat sie wirklich Sinn und das Denken hat Ergebnis. In diesem Sinn ist Bauer <corr>gesünder</corr> und reicher als die freischwebende jüdische Intelligenz von 1930, über deren Freiheit man nur lachen kann, denn sie waren Marxisten oder Bourgeois. Vereinzelte <hi>wovon</hi>? Auch vereinzelt ist noch nichts Absolutes.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e56509">
                        Lektüre des <rs ref="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" type="document" xml:id="d3e56541">Buches</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" xml:id="d3e56541_entity-link"/> der 1. Frau Ludendorffs; das damalige München, die Quintessenz des 2. Reiches (warum gerade auf bayerischem Boden?), Destillationsprozeß, aus dem der <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e56518">Bruder Straubinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e56518_entity-link"/> als Sinn der Sache und alles übertreffender Sieger siegreich hervorgehen mußte, weil er das Produkt, die Inkarnation der inneren Nichtigkeit war. Dadaismus: Buddha-Katholizismus; Liberal-Bolschewismus, konservo-Bolschewismus; Wort<unclear>montagen brummen mitten herum</unclear>. Immer von neuem überrascht und ergriffen von der Größe des Satzes Senecas über <rs ref="#__GND_118639552" type="person" xml:id="d1e56542">Herakles</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118639552" xml:id="d1e56542_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_NSE7AIDD?p=46-48" xml:id="d1e56545">Nachdem er alle Monster besiegt hat, bleibt er selbst als einziges Monstrum übrig.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56545_quote-src" target="#d1e56545">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>L. Annaei Seneca</author>, <title>Hercules</title>, in: <title>Tragoediae</title>, hg. von <editor>Rudolf Peiper</editor> und <editor>Gustav Richter</editor>, Leipzig: B.G. Teubner <date>1902</date>, S. 1-48, hier S. 46-48</bibl>.</note> Ergriffen. Das <hi>Gegenbild</hi> zu <rs ref="#__GND_118557513" type="person" xml:id="d1e56554">Christus</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118557513" xml:id="d1e56554_entity-link"/> nur <hi>normativ</hi> zu lösen: Der Dulder, der alles duldet, bleibt als einziger Sieger übrig; also nur die christliche Lösung.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56568">
                        <hi>Positivismus und Schmerzlosigkeit</hi>, Abdrängung des Schmerzes an <unclear xml:id="d1e56573"><app><lem>den Rand</lem><rdg>die Ränder</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e56573_alt-rdg" target="#d1e56573">Alternative Lesart zu „den Rand“: die Ränder</note> in der Mitte eine von den Menschen erschaffene Oase, eine Insel des <quote rend="quoted" xml:id="d1e56587">Positiven</quote>; verbitterter Kampf um das Schaffen dieser Insel, schmerzhafter Kampf um die Schmerzlosigkeit, innerlicher Widerspruch, (Gott, will mein Gefängnis enden). <note type="editorial" xml:id="d1e56598">Möglicherweise Anspielung auf 5 Mose 30,3.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e56601">
                        Die kaltschnäutzige <quote rend="quoted" xml:id="d1e56605">Echtheit</quote> dieser Kunsthistoriker; mit welchem Recht erheben sie sich über den Kitsch der frommen Leute? Was ist denn <soCalled>echt</soCalled> an einem <rs ref="#__GND_11859964X" type="person" xml:id="d1e56612">Rembrandt</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859964X" xml:id="d1e56612_entity-link"/> Seine Unersetzlichkeit? Echtheitsbegriff des Historismus, aus welcher eigenen Existenz heraus urteilt ein solcher Historiker?
                    </ab>
                    <lg source="#__ZOTERO_F9NSSESI?p=114" xml:id="d1e56621">
                        <l>Herodes ist der Feind; der Joseph der Verstand,</l> 
                        <l>Dem macht Gott die Gefahr im Traum – im Geist – bekannt.</l> 
                        <l>Die Welt ist Bethlehem, Aegypten Einsamkeit:</l> 
                        <l>Fleuch, meine Seele! Fleuch, sonst stirbest Du vor Leid.</l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="d1e56621_quote-src" target="#d1e56621">
                            <bibl type="book"><author>Johannes Scheffler</author>, <title>Des Angelus Silesius Cherubinischer Wandersmann. Nach der Ausgabe letzter Hand von 1675 vollständig herausgegeben und mit einer Studie "Über den Wert der Mystik für unsere Zeit"</title>, hg. von <editor>Wilhelm Bölsche</editor>, Jena und Leipzig: Eugen Diederichs <date>1905</date>, S. 114</bibl>.
                        </note>
                    </lg>
                    <ab xml:id="d1e56644">
                        (Schlug ich am 26/8, nach meiner Flucht aus Berlin, zufällig in Plettenberg auf. Von dem geheimnisvollen, dem numinosen Summen dieser Verse beruhigt; während andere mich ganz kalt lassen, besonders <rs ref="#__GND_118553569" type="person" xml:id="d1e56656">Horaz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118553569" xml:id="d1e56656_entity-link"/> z.B).
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e56661">
                        <quote source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e56664">Des geringsten Eichenfalles</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e56664_quote-src" target="#d1e56664">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>.</note> oder Eigenfalles, oder <unclear>Blätter</unclear>falles? Eichenfalles am <unclear>unerklärlichsten</unclear>; <quote source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e56678">unversuchtem Rundungstraum</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e56678_quote-src" target="#d1e56678">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-29" n="1943-08-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35688">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-29">Sonntag, 29/8 43</date>. Bis 10 im Bett, todmüde, deprimiert, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35694">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35694_entity-link"/> gut ausgeschlafen, sucht Möbelwagen. Brief von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e35697">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e35697_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e35700">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Weber-Schumburg vom 27. August 1943, RW 0265 Nr. 17802.</note> wieder ein Telegramm von Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e35706">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e35706_entity-link"/> sonst noch keine Korrespondenz. Herrlicher Kaffee zum Frühstück, mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e35709">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e35709_entity-link"/> zum Friedhof, im Regen, am Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e35714">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e35714_entity-link"/> nicht bei <rs ref="#SchmittOtto" type="person" xml:id="d1e35717">Otto Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittOtto" xml:id="d1e35717_entity-link"/> vorbei, erschöpft und ganz Z. Grauenhaftes Klavierspiel den ganzen Tag, werktags und sonntags, Tonleiter und Geklimper, die Musik-Hölle von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e35726">Bosch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e35726_entity-link"/> Gehör-Martern, die raffinierteste Quälerei. Nachmittags schön Tee getrunken und Kuchen gegessen, mit Üssie über <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35729">Ännchen</rs> geärgert, die jeden Versuch eines Gesprächs ablehnte und zu <unclear><rs ref="#Winter" type="person" xml:id="d1e35735">Winter</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Winter" xml:id="d1e35735_entity-link"/> ging oder Klavier spielte. Abendessen ohne Wein, im Musikzimmer gesessen, auf Ännchen gewartet, alles traurig und deprimierend. Um 12 ins Bett. Ännchen bot mir eine Flasche schlechten Rotwein als Tausch gegen Kaffee an.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-30" n="1943-08-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35744">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-30">Montag, 30/8 43</date>. Um 9 zum Frühstück ohne Kaffee, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e35750">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e35750_entity-link"/> war nett und wollte eine Aussprache wegen des Übens. Sprach ich von der Taktlosigkeit der <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e35753">Geschke</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e35753_entity-link"/> <corr>von</corr> den Klagen der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e35761">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e35761_entity-link"/> vor einem Jahr. Dann ging ich in den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e35764">Saley</rs>, es war Nebel und Regen, schöner beruhigender Spaziergang, um ½ 11 wieder zu Hause, Brief von <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e35767">Schranz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e35767_entity-link"/> der mich in rührender Weise einlädt, von <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e35772">Werner Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e35772_entity-link"/> aus Leipzig, brachte den Brief an ihn zur Post, Einschreiben, wieder nach Hause zurück.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e35779">
                        Freude daran, nichts zu denken. Morgens geträumt: Frau <rs ref="#FrGoruneanu" type="person" xml:id="d1e35785">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FrGoruneanu" xml:id="d1e35785_entity-link"/> telefoniert. <unclear>Scheinbar</unclear> ist er nicht gestorben. Nachmittags geschlafen, Tee getrunken, Spaziergang, Briefe geschrieben, die Zeit ist wie nichts vergangen, wartete auf Besuch von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e35792">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e35792_entity-link"/> abends kein Wein, Mineralwasser, früh zu Bett, während <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35798">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35798_entity-link"/> noch an <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e35801">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e35801_entity-link"/> schrieb. Behaglich, zu viel, überhaupt nichts gedacht; verliebt in Duschka, korrigierte den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e35821">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e35821_entity-link"/> Rückfall in das Alte.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08-31" n="1943-08-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-08-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35810">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-08-31">Dienstag, 31/8 43</date>. Vor dem Frühstück Spaziergang auf den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e35816">Saley</rs> (Traum von: <rs ref="#__GND_118511653" type="person" xml:id="d1e35819">Franz Blei</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511653" xml:id="d1e35819_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e35822">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e35822_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e35825">Hans Frank</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e35825_entity-link"/> Nach dem herrlichen Frühstück mit gutem Kaffee viele Briefe, besonders von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e35831">Ernst Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e35831_entity-link"/> der mich außerordentlich freute (<rs ref="#__GND_123511364" type="person" xml:id="d1e35834">Fabre-Luce</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123511364" xml:id="d1e35834_entity-link"/> hat <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e35854">Benito Cereno</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e35854_entity-link"/> zitiert!). So wirkt sich etwas aus; Jünger empfindet das als <unclear>dienstlich <hi>an sich</hi></unclear>.<note type="editorial" xml:id="d1e35847">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 166</bibl>. Kein Nachweis in deutschsprachigen Ausgaben von Fabre-Luce zu finden.</note> Schrieb etwas, korrigierte den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e35869">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e35869_entity-link"/> las Briefe, besonders von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e35855">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e35855_entity-link"/> lief zum Kasten am Bahnhof, zur Post, nach dem Essen wieder geschlafen, Kaffee getrunken, regnerisches Wetter, zwischendurch eine helle Stunde, fühlte mich physisch wohl, aber traurig, weil ich nicht aus meinem Trott herauskomme. Erschrak vor meinem Leben, <quote source="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d1e35862">Herr gib uns blöde Augen</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e35862_quote-src" target="#d1e35862">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Baptist von Albertini</author>, <title>Dreißig Predigten. Für Mitglieder und Freunde der Brüdergemeinde</title>, 2. Aufl., Gnadau <date>1825</date>, S. 266</bibl>.</note> Heute morgen bei <rs ref="#OstermannPaul" type="person" xml:id="d1e35866">Paul Ostermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OstermannPaul" xml:id="d1e35866_entity-link"/> in seiner Sparkasse, über mein Postscheckkonto gesprochen, war ganz überflüssig, dumm, schämte mich hinterher, weiß nicht was ich tue. Kein Fortschritt. Keines praktischen Gedankens fähig. Soll ich mich nicht an das Postgutachten machen?<note type="editorial" xml:id="d1e35873">Nicht zu ermitteln.</note> Abends wieder etwas korrigiert am Nomos, nach dem Essen mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="peson">Vater</rs> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35883">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35883_entity-link"/> Karten gespielt, dazu schlechten Rotwein getrunken. Dann furchtbare Angst, es kam Alarm, ging aber gleichgültig zu Bett und schlief.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-01" n="1943-09-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35891">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-01">Mittwoch, 1/9 43</date>. Nachts scheußlicher Traum von <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e35897">Hella</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e35897_entity-link"/> ohnmächtige Gier und Geilheit, hummerrot. Um 2 ½ auf, vor dem Frühstück Spaziergang über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e35900">Saley</rs> nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e35903">Plettenberg</rs>, in die Kirche, wo gerade ein Requiem gelesen wurde, ein alter Mann <unclear>dient</unclear> der Messe. Um ½ 11 wieder zu Hause, einige Briefe (von <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e35911">Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e35911_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116116048" type="person" xml:id="d1e35914">Keiper</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116116048" xml:id="d1e35914_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e35917">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Keiper vom 28. August 1943, RW 0265 Nr. 17237.</note> <rs ref="#__GND_116854804" type="person" xml:id="d1e35920">Leers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116854804" xml:id="d1e35920_entity-link"/> Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e35923">Jünger</rs><note type="editorial" xml:id="d1e35926">Abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 81-82</bibl>.</note>). Mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e35933">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e35933_entity-link"/> zum Bahnhof, um <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e35936">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e35936_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e35939">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e35939_entity-link"/> abzuholen, sie kamen aber nicht um 11.48. Schön gefrühstückt, müde von dem Spaziergang, etwas notiert. Sehnsucht, die <quote rend="quoted" xml:id="d1e35944">innere Hohlheit</quote> zu überwinden, die in dem neuen Luftsog zum Verderben führt. Zum Bahnhof mit Duschka. Aber Jup kam erst um ½ 1. Wir aßen zu Mittag, freuten uns, uns alle wiederzusehen, plauderten, Jup ist mager und nervös, erinnerte mich im Blick an <rs ref="#__GND_11752302X" type="person" xml:id="d1e35949">Klausing</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11752302X" xml:id="d1e35949_entity-link"/> Tranken herrlichen Kaffee, machten einen schönen Spaziergang auf den Saley, <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e35954">Ibsenstein</rs>, herrlicher Blick auf <rs ref="#Holthausen" type="place" xml:id="d1e35957">Holthausen</rs> und das <rs ref="#Elsetal" type="place" xml:id="d1e35961">Elsetal</rs>, über den Saley, <rs ref="#Basalthang" type="place" xml:id="d1e35964">Basalthang</rs> zurück. Abends viel Wein und Cognac getrunken, bis 12 Uhr, Jup hat eine große Abneigung gegen <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e35969">Ernst Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e35969_entity-link"/> den er für eingebildet und unwissend hält, meint, ich sei gut herausgekommen, und so bis in die Nacht hinein, tranken immer mehr. Großangriff auf Berlin.<note type="editorial" xml:id="d1e35974">Vom 23. August bis 4. September 1943 wurde Berlin-Lankwitz zu 85 % zerstört, vor allem durch die sogenannte Lankwitzer Bombennacht vom 23. auf den 24. August mit 727 Bombern.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-02" n="1943-09-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e35979">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-02">Donnerstag, 2/9 43</date>. Nicht gut geschlafen, zu viel Wein, morgens wieder frisch, erst um 11 gefrühstückt, zu starker Kaffee. Mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e35985">Jup</rs> an die <rs ref="#Bommecke" type="place" xml:id="d1e35990">Bommecke</rs>, um ½ 1 bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e35993">Gerke</rs> gegessen, mit den 3 Damen, kümmerliches Essen, aber immerhin Essen, dünnes Bier getrunken. Alles deprimiert und traurig, Nachricht vom Großangriff auf Berlin, aber nichts Näheres.<note type="editorial" xml:id="d1e35999">Vom 23. August bis 4. September 1943 wurde Berlin-Lankwitz zu 85 % zerstört, vor allem durch die sogenannte Lankwitzer Bombennacht vom 23. auf den 24. August mit 727 Bombern.</note> Nach dem Essen geschlafen, auch Jup schlief, herrliches Wetter, aber die Zeit vergeht, Tag für Tag, und ich hänge in der Luft, erschöpft und tue einfach nichts, unfähig, auch nur einen Entschluß zu fassen. Abends um 7 wieder bei Gerke gegessen, <unclear>erbärmlich</unclear>, traurig nach Hause, Wein und Schnaps getrunken, <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36008">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36008_entity-link"/> machte noch schöne Butterbrote, das war gut, mit Jup bis 12 philosophiert.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-03" n="1943-09-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36014">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-03">Freitag, 3/9 43</date>. Viel Post. Rührender Brief eines Soldaten <rs ref="#R&#xF6;sner" type="person" xml:id="d1e36020">Rösner</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#R&#xF6;sner" xml:id="d1e36020_entity-link"/> der beim Bergen meiner Bibliothek geholfen hat;<note type="editorial" xml:id="d1e36025">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Hans Rösner an ihn vom 29. August 1943, RW 0265 Nr. 11710.</note> <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e36028">Körnchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e36028_entity-link"/> schickte Tocqueville <rs ref="#__ZOTERO_5IQVHA35" type="document" xml:id="d3e36053">Historie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_5IQVHA35" xml:id="d3e36053_entity-link"/> alles rührend, aber wie lange dauert es? Todmüde, immer geschlafen, es regnete etwas, zu Hause gegessen, nachher bis 5 geschlafen, dann mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36040">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36040_entity-link"/> bei <unclear><rs ref="#KlempeErich" type="person" xml:id="d1e36044">Erich Klempe</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KlempeErich" xml:id="d1e36044_entity-link"/> vorbei, Spaziergang am <rs ref="#Sillberg" type="place" xml:id="d1e36047">Sillberg</rs> entlang über den <rs ref="#FriedhofPlettenberg" type="place" xml:id="d1e36051">Friedhof</rs> zurück, herrliches Wetter. Schon wieder droht etwas: alle Jahrgänge von 84 an müssen sich melden.<note type="editorial" xml:id="d1e36056">Alle Geburtsjahrgänge ab 1884 mussten sich zum Arbeitsdienst o.Ä. melden, also auch Schmitt. Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N N</author>, <title>Weitere Mobilisierung für den Arbeitseinsatz. Die Meldungen werden überprüft</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 2. September 1943, H. 420, S. 3</bibl>.</note> Grauenhaft. Zum Abendessen noch Wein, nachher noch Skat mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="peson">Opa</rs> und der guten <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36064">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36064_entity-link"/> noch etwas Schnaps, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e36067">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e36067_entity-link"/> mit Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e36071">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e36071_entity-link"/> ins Kino.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-04" n="1943-09-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36077">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-04">Samstag, 4/9 43</date>. Bis ½ 11 im Bett. Was kommt, herrlicher Kaffee, wieder Angriff auf Berlin,<note type="editorial" xml:id="d1e36083">Vom 23. August bis 4. September 1943 wurde Berlin-Lankwitz zu 85 % zerstört, vor allem durch die sogenannte Lankwitzer Bombennacht vom 23. auf den 24. August mit 727 Bombern.</note> es regnete, zu Hause mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36086">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36086_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36089">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36089_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118574841" type="person" xml:id="d1e36092">Ludendorff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574841" xml:id="d1e36092_entity-link"/> nach dem Mittagessen herumgelegen, schöner Kaffee mit Kuchen, mit Jup nach <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e36098">Affeln</rs>, herrlicher Abend. <quote source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=722" xml:id="d1e36101">Willst du umsonst gewesen sein, du selig-silberblauer Tag?</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e36101_quote-src" target="#d1e36101">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 722</bibl>.</note> Abends schönes Essen, das Duschka gemacht hatte, mit Rotwein, sehr zufrieden, aber todmüde; etwas Skat gespielt mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e36106">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e36106_entity-link"/> Duschka hat Unterhosen gekauft, deutliches Gefühl, daß die Situation eines Flüchtlings nicht haltbar ist, früh zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-05" n="1943-09-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-05" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36114">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-05">Sonntag, 5/9 43</date>. Nachts Traum von <rs ref="#__GND_1159067198" type="person" xml:id="d1e36120">Torzsay-Biber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1159067198" xml:id="d1e36120_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e36123">Hölderlin</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e36123_entity-link"/> dann Reise mit Leuten vom Auswärtigen Amt, Möbel und Akten werden verschickt. Müde, schönes Frühstück; herrlicher Spaziergang in der Sonne mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36128">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36128_entity-link"/> nachher <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e36132">Kersmecke</rs>, auf dem Rückweg Streit über das Haus, Jup will sein Recht, wirft mir vor, daß ich als Jurist versagt hätte, weil ich das anders hätte einrichten müssen,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-05" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36144">
                        ekelhaftes Gespräch, tat mir weh, dumme Eifelbauern-Rechthaberei. Mittags wieder zurück. Hänge in der Luft, wie eine Spinne; bist du <unclear>ja</unclear>, armer Teufel. Schöner Brief vom netten <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e36152">Friedensburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e36152_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e36155">Der Brief von Ferdinand Friedensburg vom 1. September 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 4355. Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> der mich freute, Nachricht von dem Angriff auf Berlin.<note type="editorial" xml:id="d1e36161">Vom 23. August bis 4. September 1943 wurde Berlin-Lankwitz zu 85 % zerstört, vor allem durch die sogenannte Lankwitzer Bombennacht vom 23. auf den 24. August mit 727 Bombern.</note> Der arme <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36164">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36164_entity-link"/> ist so nervös wie ich (meint er sei Oberrealschüler, ich <unclear xml:id="d1e36169"><app><lem>Gymnasiast</lem><rdg>Humanist</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e36169_alt-rdg" target="#d1e36169">Alternative Lesart zu „Gymnasiast“: Humanist</note> sonderbare Dummheit, traurig). Schönes Mittagessen, gute Ente und eine Flasche Wein. Nachher geschlafen. Dann mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36176">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36176_entity-link"/> <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36180">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36180_entity-link"/> Jup und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e36183">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e36183_entity-link"/> zum <rs ref="#PlettenbergFriedhof" type="place" xml:id="d1e36186">Friedhof</rs>, über uns flogen Luftjäger, unmittelbar über dem Kopf, auf dem Friedhof. Herrlicher Abend. In Erwartung eines großen Angriffs auf Berlin. Zu Hause eine Flasche Doppelkorn ausgetrunken. Der gute Jup, um 12 ins Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-06" n="1943-09-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36194">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-06">Montag, 6/9 43</date>. Wieder lange geschlafen, schöner Kaffee, herrlicher Spaziergang mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36200">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36200_entity-link"/> über den Hang des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e36203">Saley</rs>, an der <rs ref="#Bracht" type="place" xml:id="d1e36206">Bracht</rs> vorbei, den Saley zurück. Post, <unclear>Dummes</unclear> vom Kammergericht, bisher nichts Wesentliches. Wie lange diese Flüchtlingssituation dauern mag. Nach dem Essen wieder geschlafen, gut, etwas schlechten Kaffee getrunken, zur Post, an den dummen <rs type="person" xml:id="d1e36216"><unclear>Menke</unclear></rs> (der um <gap/> bat) telegrafiert: Treffen unklar, Brief folgt, Brief geschrieben, bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e36221">Gerke</rs> mit Jup ein Glas Bier getrunken, deprimierend so ein Restaurant. Zu Hause nach dem Abendessen noch etwas im Musikzimmer zusammen gesessen, bis 11; Nachricht vom Angriff auf Ludwigshafen,<note type="editorial" xml:id="d1e36227">Am 5./6. September 1943 kam es zum verheerendsten Angriff auf Ludwigshafen durch britische Bomber.</note> schrecklich, aber nicht auf Berlin. Nachts Flugzeuge brausen gehört.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-07" n="1943-09-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36235">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-07">Dienstag, 7/9 43</date>. Traum; ausgeschlafen, herrliches Frühstück, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=162-165" xml:id="d3e36258">Brief</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=162-165" xml:id="d3e36258_entity-link"/> von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e36244">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e36244_entity-link"/> rührend, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_LKR823CP?p=169-170" xml:id="d3e36264">schrieb</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_LKR823CP?p=169-170" xml:id="d3e36264_entity-link"/> an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e36250">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e36250_entity-link"/> <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e36254">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e36254_entity-link"/> (daß ich Montag komme). Vormittags auf das Essen gewartet, mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36259">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36259_entity-link"/> geredet, nach dem Essen todmüde geschlafen, Kaffee getrunken, dann ein herrlicher Spaziergang über die <rs ref="#HoheMolmert" type="place" xml:id="d1e36262">Hohe Molmert</rs>, mit Jup; bei dem <rs ref="#Kreuz" type="place" xml:id="d1e36267">+</rs> zurück; ein Angelus gebetet. Wie schön. Todmüde zu Hause, herrliches Abendessen und Wein und nachher Cognac dazu. Großartig, aber unsere Hoffnung, einen Wagen für den Abtransport unserer Möbel zu bekommen, wurde enttäuscht. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36273">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36273_entity-link"/> war mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36276">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36276_entity-link"/> beim Bürgermeister <rs ref="#Br&#xFC;ggemannHeinrich" type="person" xml:id="d1e36279">Brüggemann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Br&#xFC;ggemannHeinrich" xml:id="d1e36279_entity-link"/> der ihr sagte: So viel ich weiß, ist ihr Mann preußischer Staatsrat, dann soll er sich doch in Berlin einen Wagen beschaffen; der gute <rs ref="#Zimmermann" type="person" xml:id="d1e36284"><unclear>Zimmermann</unclear></rs> scheint uns helfen zu wollen, kann aber wohl nicht. Um so besser. <q/>Jungfräulich<q/> neue Situation. Wie lange noch. Großer Trost, die alten Wege, großer Trost die alten Täler und Höhenzüge. Das <q/>sehnliche Ziehen<q/> dieser Höhenzüge. Müde zu Bett. Konnte aber nicht gut schlafen. Überaus große Klarheit, dabei Mut und Gleichmut, Überlegenheit.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56344">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-07">7/9 43</date>. Das Leben, unmittelbar nichts als Leben, <rs ref="#__GND_118618261" type="person" xml:id="d1e56350">Stirners</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118618261" xml:id="d1e56350_entity-link"/> Tiere des Waldes und Blumen des Feldes. Rousseauismus. Was will ein Mensch, der so spricht? Will er wirklich Tier oder Pflanze werden, wehrlos wie Tier und Pflanze, gebunden in seine Umwelt, gebunden in seine engen Gattungsmöglichkeiten, wehrlos und ohne Rüstung gegen seine Feinde, (die Rüstung wird uns zu schwer) ohne Rüstung und Hilfe, wehrlos vor allem gegen die anderen Menschen. Denn werden <quote rend="quoted" xml:id="d1e56363">wir</quote> auch Tiere und Pflanzen werden, was werden dann die übrigen Menschen tun. Oder sollen wir sie zwingen, ebenso wehrlos zu sein. Da hat der Mensch wieder den politischen Pferdefuß: Diese ganze Philosophie der Widerstandslosigkeit hat ja nur den Sinn, den anderen widerstandslos zu machen. Erst einmal die <gap/> wehrlos, dann wird sich alles weitere finden. Grauenhafte Logik dieser Art von Harmlosigkeit und Entwaffnung.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-08" n="1943-09-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36307">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-08">Mittwoch, 8/9 43</date>. Also 14 Tage bereits hier. Nachts Traum von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e36313">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e36313_entity-link"/> großes Behagen; um 9 auf und schönes Frühstück, schönen Brief an <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e36318">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e36318_entity-link"/> geschrieben; auf Post gewartet; herrliches Septemberwetter, Nebel. Da die Post nicht kam, mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36321">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36321_entity-link"/> Spaziergang durch die <rs ref="#Blemke" type="place" xml:id="d1e36326">Blemke</rs> über den Berg und an der Höhe des <rs ref="#GrabenPlettenberg" type="place" xml:id="d1e36329">Grabens</rs> zurück, viel Post, <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e36332">Paul Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e36332_entity-link"/> aus München,<note type="editorial" xml:id="d1e36335">Der Brief von Paul Adams vom 3. September 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 132.</note> <rs ref="#GremmelsHeinrich" type="person" xml:id="d1e36338">Gremmels</rs><note type="editorial" xml:id="d1e36340">Nicht enthalten in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Gremmels</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1938-1956</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2001</date>, S. 51-129</bibl>.</note> usw. Aber nichts Wichtiges. Geschlafen und dann nach dem Kaffee Spaziergang mit Jup, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36348">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36348_entity-link"/> <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36351">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36351_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e36354">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e36354_entity-link"/> in der <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e36357">Kersmecke</rs>. Es war ein schweres Gewitter, <rs ref="#SchmandtJosef" type="person" xml:id="d1e36360">Schmandt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtJosef" xml:id="d1e36360_entity-link"/> war mit seiner <rs ref="#SchmandtK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e36365">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtK&#xE4;the" xml:id="d1e36365_entity-link"/> zum Kaffee da – er meinte, der Krieg wäre bald zu Ende, Jup lief vom Spaziergang nach Hause, wir gingen noch über den Weg <rs ref="#B&#xF6;ddinghausen" type="place" xml:id="d1e36369">Böddinghausen-</rs><unclear>Fallstern</unclear>, über die <rs ref="#Fahnenstange" type="place" xml:id="d1e36373">Fahnenstange</rs>, <rs ref="#HestenbergerWeide" type="place" xml:id="d1e36376">Hestenberger Weide</rs> zurück, unbeschreiblich schön (dazu Alarm), Duschka war so lieb und fand, daß <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e36382">Plettenberg</rs> (vom <rs ref="#Hestenberg" type="place" xml:id="d1e36385">Hestenberg</rs> gesehen) so schön war wie eine von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e36388">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e36388_entity-link"/> gemalte italienische Landschaft. Um ½ 9 waren wir zu Hause. Jup kam mir entgegen, rührend und machte die große Mitteilung.<note type="editorial" xml:id="d1e36393">Am Abend des 8. September 1943 verkündete US-General Dwight D. Eisenhower die bedingungslose Kapitulation der italienischen Wehrmacht.</note> Aufregung, gegessen, getrunken, gehört, bis 1 Uhr nachts. Er fürchtet immer noch die Schlacht an der <unclear>Somme</unclear>,<note type="editorial" xml:id="d1e36401">Joseph Schmitt war im Ersten Weltkrieg an der Westfront eingesetzt. Ob er an dieser Schlacht im Juli 1916 beteiligt war, ist unbekannt.</note>, Vergewaltigungen schauerlichster Art, ein zweites Frankreich und damit eine Verlängerung. Konnte nachts nicht schlafen; da bist du also, kleiner Wurm. In der Erschütterung gibt der Ort die Kraft zu neuer Schauspielerei. Erinnerte mich daran, daß <rs ref="#DierkesKlara" type="person" xml:id="d1e36408">Klärchen Dierkes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DierkesKlara" xml:id="d1e36408_entity-link"/> mir sagte: Die Leute kommen, du <gap/>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56054">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-08">8/9 43</date>. An <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e56061">Mutius</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e56061_entity-link"/> Lieber Herr von Mutius, in der Nacht vom 23.<supplied>/</supplied>24. August ist unser hübsches Häuschen in <rs ref="#Dahlem" type="place" xml:id="d1e56066">Dahlem</rs> von einer Luftmine zerstört worden. Die Mine ging 5 m von uns nieder; daß wir am Leben blieben, ist unerklärlich. Doch sind einige Bücher und Möbel, die Bilder <quote rend="quoted" xml:id="d1e56077">geborgen</quote>, das heißt, sie liegen in einem Schuppen oder bei Bekannten in Dahlem. Alles, was noch wertvoll war (außer den Büchern), ist gestohlen. Ich habe hier in dem elterlichen Haus ein Obdach gefunden. Frau <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e56082">Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e56082_entity-link"/> ist auch hier und verbringt die Zeit mit zwecklosen Besuchen und Anträgen bei Behörden aller Art, besonders, um eine Transportmöglichkeit zu beschaffen, bisher vergebens. <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_QX5NWCBZ" xml:id="d1e56089">Sie treiben uns lächelnd hinaus, die Götter..</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56089_quote-src" target="#d1e56089">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141</bibl>.</note> Ich bin nicht traurig und habe die Ruine ohne eine Träne, ohne eine Regung der Betrübnis verlassen. Solche <quote rend="quoted" xml:id="d1e56095">Enthebungen</quote> haben etwas von einer Katharsis, und besitz<c type="ephemeral-hyphen">-</c>verhaftet bin ich nie gewesen. Die Steigerung der Durchsichtigkeit unserer Existenz ist der größte Gewinn solcher Erfahrungen, größer als die Front-Erfahrungen des im Sinne des alten Kriegsbegriffes kämpfenden Soldaten, denn solche Heimat<c type="ephemeral-hyphen">-</c>erfahrungen betreffen ja unmittelbar die Heimat und die <quote rend="quoted" xml:id="d1e56116">Guten</quote>, für die die Soldaten angeblich kämpfen. Auch das Problem der Herrschaft im Luftraum <gap/> frappant, dank des Zusammenhangs von Schutz und Gehorsam; und schließlich die echte Metaphysik der heutigen Physik. In der Einschlagstunde ging mir ein Vers aus dem Gedicht Däublers <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e56126">Der Nachtwandler</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56126_quote-src" target="#d1e56126">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>.</note> durch den Kopf, äußerst deutlich, greifbar, mit überwältigender Bestimmtheit: Des geringsten Eichenfalles Wirkung grinst im Weltenraum. Das ist Expressionismus, aber offenbar ist es noch aktuell. Deinen Gang am Daseinsrande schützen unerfaßte Bande. Alles wird zu eines Balles Unversuchten Rundungstraum. Wie schön wäre es, wenn wir uns einmal hier im Sauerland treffen könnten! Ein Land von zauberhafter Verschlossenheit, dazu die klimatische Grenze zwischen Land und Meer; morgens die Nebel vom Atlantischen Ozean über den Wäldern und Flußtälern, abends die klare, rein-gewaschene Landatmosphäre vom Osten her. Ich weiß nicht, wie lange mein Asyl hier dauert. Vorläufig bin ich hier gefesselt, ohne Hut, ohne Mantel, ohne Unterwäsche, mit heftigen Gehörstörungen (weil Gefäß verletzt). Geben Sie mir bald Nachricht, lieber Mutius, Sie machen mir durch jedes Wort eine große Freude. Teilen Sie auch <rs ref="#__GND_118542109 #__GND_119243822" type="group" xml:id="d1e56165">Grewes</rs> unser Schicksal mit; ich weiß keine Adresse mehr. Hoffentlich kommt dieser Brief an. Herzlichst ihr alter und getreuer <rs type="person" ref="#__GND_11860922X" xml:id="d1e56173">Carl Schmitt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11860922X" xml:id="d1e56173_entity-link"/> P.S. <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e56179">Ernst Jünger</rs> <rs ref="#__ZOTERO_LKR823CP?p=166" type="document" xml:id="d3e56210">teilt mit</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_LKR823CP?p=166" xml:id="d3e56210_entity-link"/> daß in dem 3. Band von <rs ref="#__GND_123511364" type="person" xml:id="d1e56186">Fabre-Luce</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123511364" xml:id="d1e56186_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_5MIJRWSM" type="document" xml:id="d3e56217">Tagebuch</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_5MIJRWSM" xml:id="d3e56217_entity-link"/> kostete im Schwarzhandel bereits über 600 für <rs ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" type="document" xml:id="d3e56221">Benito Cereno</rs><supplied>-</supplied><unclear>Format</unclear>; Fabre-Luce <unclear>hätte</unclear> das im Gespräch mit Jünger aufgeschnappt; interessante Beispiele der Fernwirkung durch Gespräche.<note type="editorial" xml:id="d1e56204">Jünger bemerkt dazu 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 166</bibl>: <q>Fabre Luce veröffentlichte vor etlichen Wochen den dritten Band seines Tagebuches, auf Grund dessen er verhaftet wurde. [...] Für das Buch wurden bis zu dreitausend Franken im Schwarzhandel bezahlt. Unter anderen Bezügen auf einen mit mir verbrachten Abend finde ich dort den Benito Sereno [sic] zitiert als Schlüsselschrift, die für die Kenntnis des Innersten der totalitären Staaten unentbehrlich sei. [...] man muß aber immer unterscheiden zwischen dem Kleingeld der Gespräche und der Münze der Publikation.</q></note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56384">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-08">8/9 43</date>: Rührender Augenblick: Wir kamen nach einem herrlichen Abendspaziergang um ½ 9 zurück. <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e56390">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e56390_entity-link"/> tritt mir entgegen, wie ein älterer Bruder, und teilt mir die Nachricht mit;<note type="editorial" xml:id="d1e56395">Vermutlich die Nachricht von der bedingungslosen Kapitulation Italiens und dem Waffenstillstand der Alliierten mit Italien.</note> wie im Alten Testament, wie <unclear>patriarchalisch</unclear>;
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-09" n="1943-09-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36417">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-09">Donnerstag, 9/9 43</date>. Nur mit Unterbrechungen geschlafen, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e36423">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e36423_entity-link"/> stand um 6 auf, sie fährt nach Hagen zum Kreisarzt. Die schreckliche,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36430">
                        deprimierende Angst, die wir armen Schmitts nicht loswerden. Oft sehr klar gesehen, neue Verlängerungen, nationaler Krieg der kroatischen Ustascha. Schönes Frühstück und mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36436">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36436_entity-link"/> zum Haareschneiden bei <rs ref="#StumpfErich" type="person" xml:id="d1e36439">Stumpf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StumpfErich" xml:id="d1e36439_entity-link"/> glücklich, das erledigt zu haben, es ging <unclear>ganz gut</unclear>, auf den <rs ref="#Friedhof" type="place" xml:id="d1e36445">Friedhof</rs>, am Grab des Pfarrers <rs ref="#PfarrerFischer" type="person" xml:id="d1e36450">Fischer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfarrerFischer" xml:id="d1e36450_entity-link"/> das ziemlich zerstört ist. Mit Jup über den Hang des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e36453">Saley</rs> nach Hause, schönes Essen mit Schweinebraten. Auf die Erklärung der Ungarn gewartet.<note type="editorial" xml:id="d1e36458">Nach der Landung der Alliierten in Italien am 10. Juni 1943 war der ungarischen Regierung klar, dass der Krieg für Deutschland verloren ist. Am 9. September 1943 kamen ungarische, britische und amerikanische Diplomaten zu der Übereinkunft, dass die ungarische Regierung sofort kapitulieren würde, wenn englische oder amerikanische Truppen Ungarn erreichten. Im Gegenzug sollte ungarisches Territorium nicht bombardiert werden. Dies funktionierte bis zur Besetzung Ungarns durch Deutschland im März 1944.</note> So verging der Tag. Nachmittags geschlafen, nach dem Kaffee mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36462">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36462_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36465">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36465_entity-link"/> in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e36468">Plettenberg</rs> Schuhe gekauft, ein Hut war nicht zu bekommen, durch den Saley zurück. Etwas müde und erschöpft, aber die 14 Tage Plettenberg tun mir gut, Karte an <app><lem>Ortega</lem><rdg><rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e36476">Rörig</rs></rdg></app>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e36476_entity-link"/> Etwas über <rs ref="#__GND_118560034" type="person" xml:id="d1e36482">Karl den Großen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118560034" xml:id="d1e36482_entity-link"/> und Byzanz von <rs ref="#__GND_118680021" type="person" xml:id="d1e36485">Dölger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118680021" xml:id="d1e36485_entity-link"/> gelesen.<note type="editorial" xml:id="d1e36489">Vermutlich las Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Franz Dölger</author>, <title>Europas Gestaltung im Spiegel der fränkisch-byzantinischen Auseinandersetzungen des 9. Jahrhunderts</title>, in: <title>Der Vertrag von Verdun 843. Neun Aufsätze zur Begründung der europäischen Völker- und Staatenwelt</title>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date>, S. 203-273</bibl>.</note> Wunderschöner Abend, aber Ohrenziehen. Jup will morgen nach Köln. Am Saley, beim Abstieg, wieder Alarm, aus den Tälern das Geheul der Sirenen. Abends nach dem Essen, während des Skatspielens mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e36496">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e36496_entity-link"/> furchtbare Angst, <unclear>klare Erkenntnis</unclear>, gemeinsame Verbrechen binden (wie <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e36503">Jüngers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e36503_entity-link"/> Schuld: der Ruhm des deutschen Volkes ist es, daß es nicht zum Verbrecher als zum Bürger werden wollte),<note type="editorial" xml:id="d1e36508">Nicht nachweisbar.</note> meine Sorge in Italien, Bildung einer Strolchregierung gegen einen legitimen König; auf dieser Ebene haben uns die Russen bereits überholt. Trank noch etwas im Musikzimmer Rum, immer neue Verlängerungen, immer tiefer hinein in diese Art von Gemeinschaft.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55851">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-09">9/9</date>. Lese beim Friseur in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e55857">Plettenberg</rs>: Daß <rs ref="#__GND_116369051" type="person" xml:id="d1e55860">Kurt Eggers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116369051" xml:id="d1e55860_entity-link"/> gefallen ist, der Freund von <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e55866">Rosskopf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e55866_entity-link"/> der widerliche Kerl; an der Ostfront gefallen;<note type="editorial" xml:id="d1e55870">Eggers starb am 12. August 1943 bei der Belgorod-Charkower Operation.</note> was ist das? Eine Regung: <unclear>Vielleicht</unclear> ein Quatschkopf weniger, dann aber: Er hat also recht behalten. Aber so billig behält man nicht recht; aber recht behalten ist überhaupt <unclear>wenig</unclear>, ist billig, nichts.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56213">
                        Aus dem <rs ref="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" type="document" xml:id="d3e56245">Buch</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_J9P7QSZ3" xml:id="d3e56245_entity-link"/> der 1. Frau Ludendorffs (1930 etwa): 1. Die <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=324-328" xml:id="d1e56220">Abbildung mit dem <rs ref="#__GND_118791605" type="person" xml:id="d1e56222">Kronprinzen Rupprecht</rs></quote>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118791605" xml:id="d1e56222_entity-link"/><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56220_quote-src" target="#d1e56220">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 324-328</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118574841" type="person" xml:id="d1e56225">Ludendorff</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574841" xml:id="d1e56225_entity-link"/> tobt; Recht ist, was mir nützt; <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=340" xml:id="d1e56228">ich gehe meinen eigenen Weg</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e56228_quote-src" target="#d1e56228">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 340</bibl>.</note> 2. Die alles Niederreißende; 3. <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=192-193" xml:id="d1e56234">Der <rs ref="#__GND_118651129" type="person" xml:id="d1e56236">Kaiserin Auguste</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118651129" xml:id="d1e56236_entity-link"/> werden im Exil die Kirchenlieder ihrer holsteinischen Heimat gesungen</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e56234_quote-src" target="#d1e56234">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 192-193</bibl>.</note> 4. <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=280" xml:id="d1e56240">Die eigene Frau als Übermittler der Liebesbriefe ihrer Nebenbuhlerin</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56240_quote-src" target="#d1e56240">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 280</bibl>.</note> <gap/>, das ist deutsche Treue und Ehrlichkeit. 5. <rs ref="#__GND_11853100X" type="person" xml:id="d1e56247">Erzberger</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11853100X" xml:id="d1e56247_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_J9P7QSZ3?p=181" xml:id="d1e56250">Würde mich ausbooten, wenn er mich nicht mehr bräuchte</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56250_quote-src" target="#d1e56250">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Margarethe Ludendorff</author> und <author>Walther Ziersch</author>, <title>Als ich Ludendorff's Frau war</title>, München: Drei Masken Verlag <date>1929</date>, S. 181</bibl>.</note> (rührend, dieser dumme Egoismus). <rs ref="#__ZOTERO_LKR823CP?p=169-170" type="document" xml:id="d3e56285">An Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_LKR823CP?p=169-170" xml:id="d3e56285_entity-link"/> 7/9 43 (<rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e56260">Plettenberg</rs>): Beide Briefe sind gut angekommen. Vielen Dank. Das ist die beste Lektüre in meiner Situation, in der man sich vor allem vor Aktivismus hüten muß. Der <quote rend="quoted" xml:id="d1e56265">Wille zu</quote> ist eine der dümmsten Tatsachen; daraus eine Philosophie zu machen, ein Zeichen der triumphierenden Bestie; und der <quote rend="quoted" xml:id="d1e56270">Wille gegen</quote> ist nicht besser als der <quote rend="quoted" xml:id="d1e56273">Wille zu</quote>. (Hier hätte ich ihm schreiben müssen: <quote source="#__ZOTERO_29W48MXBp=70" xml:id="d1e56276">in verbis simus faciles!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56276_quote-src" target="#d1e56276">Quelle: .</note> Nihilismus! Cynismus; freibleibend.) Daß <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e56284">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e56284_entity-link"/> ein <corr>Oberförster</corr> ist, wird mir täglich klarer. Sie müssen einmal Bruno Bauers <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e56317">Rußland und das Germanentum</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e56317_entity-link"/> lesen, aus dem Jahr 1853, dann werden Ihnen viele großen Zusammenhänge klar. Was Spengler in <rs ref="#__ZOTERO_PRMCSDVE" type="document" xml:id="d3e56322">Preußentum und Sozialismus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PRMCSDVE" xml:id="d3e56322_entity-link"/> geschrieben hat, steht in einer viel tieferen und älteren Kontinuität, als <rs ref="#__GND_118616110" type="person" xml:id="d1e56300">Spengler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616110" xml:id="d1e56300_entity-link"/> der etwas an Originalitätssucht litt, selber ahnte. Die Welt-Situation war <rs ref="#__GND_118642871" type="person" xml:id="d1e56303">Tocqueville</rs> 1835 schon völlig klar. Der Schluß des ersten Bandes der <rs ref="#__ZOTERO_ZCC8EIBH" type="document" xml:id="d3e56336">D.e.A.</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZCC8EIBH" xml:id="d3e56336_entity-link"/> bleibt das großartigste Dokument des Untergangs des Abendlandes. Das Schicksal <rs type="document" ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e56344">Benito Cerenos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e56344_entity-link"/> freut mich fast diebisch. Auch diese Literaten wie <rs ref="#__GND_123511364" type="person" xml:id="d1e56319">Fabre-Luce</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123511364" xml:id="d1e56319_entity-link"/> sind Keimträger, sogar vorzügliche, insektenhaft vollkommene Besorger notwendiger In-Kontakt-Setzungen. Ich kann Ihnen mein Vergnügen gar nicht beschreiben. Im übrigen: Prediger 10,1.<note type="editorial" xml:id="d1e56333"><quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Ecc10,1" xml:id="d1e56334">Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e56334_quote-src" target="#d1e56334">Quelle: 
                                <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Ecc 10,1</bibl>.
                            </note></note> Dann über meine Bücher, die geborgen sind. <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_QX5NWCBZ" xml:id="d1e56339">Sie treiben uns lächelnd hinaus, die Götter.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56339_quote-src" target="#d1e56339">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-10" n="1943-09-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e36516">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-10">Freitag, 10/9 43</date>. Um ½ 6 aufgestanden, trotz der Müdigkeit, <unclear>schnelles Brot</unclear>; mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36524">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36524_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36527">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36527_entity-link"/> <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36530">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36530_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e36534">Hagen</rs> nach <rs ref="#__GND_4031483-2" type="place" xml:id="d1e36539">Köln</rs> gefahren, um die Ruinen zu sehen. Immer <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e36542">Jüngers</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e36542_entity-link"/> <unclear>lieber</unclear> Verbrecher als Bürger. <gap/> Polizei für die Deutschen gegen die <unclear xml:id="d1e36552"><app><lem>Theorie</lem><rdg>Italiener</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e36552_alt-rdg" target="#d1e36552">Alternative Lesart zu „Theorie“: Italiener</note> Politisches Niveau unserer Politik. In Hagen am Bahnhof, während wir auf den Zug warteten, Unterhaltung über <rs type="document" ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e36574">Benito Cereno</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e36574_entity-link"/> Absprung der Italiener, die <unclear>Situations</unclear>-Symbolik dieser Geschichte; Flüsterpropaganda im Abteil: <rs ref="#__GND_118646281" type="person" xml:id="d1e36567">Badoglio</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118646281" xml:id="d1e36567_entity-link"/> erschossen, der König geflohen, aber der Kampf ist noch nicht zu Ende. <unclear>Babo</unclear> muß ihm folgen, ins Rettungsboot nach <unclear>Spanien</unclear>. In <rs ref="#__GND_4072337-9" type="place" xml:id="d1e36577">Haspe</rs> in einen anderen Zug, bis <rs ref="#__GND_4079408-8" type="place" xml:id="d1e36581">Elberfeld</rs>, dann wieder in einen anderen Zug bis <rs ref="#__GND_5195218-X" type="place" xml:id="d1e36585">Vohwinkel</rs>, wieder umgestiegen, um 12 in Köln. Die grauenhaften Ruinen, der <rs ref="#__GND_4122597-1" type="place" xml:id="d1e36588">Dom</rs> unversehrt, die <rs ref="#__GND_4679481-5" type="place" xml:id="d1e36593">Minoritenkirche</rs> zerstört (Grab des <rs ref="#__GND_118528165" type="person" xml:id="d1e36596">Duns Scotus</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118528165" xml:id="d1e36596_entity-link"/> also was bedeutet das?<note type="editorial" xml:id="d1e36599">Feuer zerstörten im Zweiten Weltkrieg die Kirche, Teile des Südschiffes und die Gewölbe gingen verloren. 1958 wurde der Wiederaufbau abgeschlossen, das Grab des Johannes Duns Scotus ist erhalten. </note> <unclear xml:id="d1e36603"><app><lem>Sein Fall</lem><rdg>Sinnvoll</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e36603_alt-rdg" target="#d1e36603">Alternative Lesart zu „Sein Fall“: Sinnvoll</note> Traurig durch Ruinen, mit Jup und Duschka, bei <gap/> vorbei, Gürzenich (hier hast du eine Rede gehalten<note type="editorial" xml:id="d1e36611">Nicht ermittelt.</note>), mit der Elektrischen nach <rs ref="#__GND_4098635-4" type="place" xml:id="d1e36614">Kalk</rs>, herrliches Mittagessen der guten Claire mit wunderbarem <unclear>Blanc</unclear> 35. Nachher etwas geschlafen, um 4 guter Kaffee, um 5 mit der Bergischen Bahn über Kalk, <rs type="place" ref="#Overath" xml:id="d1e36622">Overath</rs>, herrliches Land, in <rs ref="#Brunohl" type="place" xml:id="d1e36626">Brunohl</rs> stiegen wir dummerweise aus, statt in <rs ref="#__GND_5171314-7" type="place" xml:id="d1e36631">Dieringhausen</rs>, zu Fuß nach Dieringhausen zum Bahnhof, ein paar Kilometer über die lange Chaussee, das Schlangen<c type="ephemeral-hyphen">-</c>nest. Am Bahnhof hörten wir, daß wir heute nur bis Olpe kommen. Duschka fand den genius loci so schauerlich, daß sie auf keinen Fall bleiben wollte. In der katholischen Kirche einen Angelus gebetet, dann im Hotel <rs ref="#HotelDrilling" type="place" xml:id="d1e36644">Drilling</rs> gut zu Abend gegessen, Wurst und Kartoffelbällchen, überraschenderweise um 8.30 Ansprache <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e36649">Hitlers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e36649_entity-link"/> nur eine Viertelstunde, über <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e36653">Mussolini</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e36653_entity-link"/> den größten Mann, den Italien seit dem Zusammenbruch der <unclear>Antike</unclear> hervorgebracht hat.<note type="editorial" xml:id="d1e36660">Am 10. September 1943 hielt Hitler eine Rede an das deutsche Volk, die über alle Radiosender übertragen wurde. Darin heißt es: <q>Das Deutsche Reich und ich als sein Führer konnten aber diese Haltung nur einnehmen im Bewußtsein der Tatsache, daß an der Spitze des italienischen Volkes einer der bedeutendsten Männer stand, die die neuere Zeit hervorgebracht hat, der größte Sohn des italienischen Bodens seit dem Zusammenbruch der antiken Welt.</q> Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N. N.</author>, <title>Die Kampfparole des Führers</title>, in: <title>Deutsche Allgemeine Zeitung</title>, 11. September 1943, H. 435, S. 1</bibl>.</note> Wir fuhren dann in der Nacht von Dieringhausen nach <rs ref="#__GND_4043501-5" type="place" xml:id="d1e36667">Olpe</rs>, stiegen aus, bekamen kein Hotelzimmer mehr, der Stationsvorsteher V. konnte uns nicht helfen, sprachen mit einem netten Bahnbeamten, der uns in den Wagen 2. Klasse hinein ließ, dort bis 12, dann in den Finnentroper Zug.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55889">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-10">10/9</date>. Auf der Reise nach <rs ref="#__GND_4031483-2" type="place" xml:id="d1e55895">Köln</rs> im sauerländischen Regen. Ihr Brief treibt mich an, Ihnen zu schreiben und Ihnen zu erzählen und die Güte Ihres Briefes wenigstens mit einem Bericht <supplied>zu</supplied> <unclear>beantworten</unclear>, der wirklich vom <unclear>Volks-Boden</unclear> <supplied>kommt</supplied>. Solche <unclear>Heimatdiensterfahrungen</unclear> sind wichtig, als Fronterfahrungen, Front = Dinge lehren sich bewußter, indem das Kriegsheer den Boden verbrennt. Die Existenz wird ungeheuer durchsichtig, klar und sauber, erscheint wie ein sauerländischer Septemberabend. In der Sekunde, als die Luftmine neben uns explodierte und uns aus dem Luftschutzkeller schleuderte, wurde mir der Vers <rs ref="#__GND_118850245" type="person" xml:id="d1e55924">Däublers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118850245" xml:id="d1e55924_entity-link"/> in überkörperlicher Bestimmtheit klar: <quote source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e55928">des geringsten Eichenfalles <corr/> Wirkung grinst im Weltenraum.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55928_quote-src" target="#d1e55928">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_123511364" type="person" xml:id="d1e55934">Fabre-Luce</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123511364" xml:id="d1e55934_entity-link"/> und <quote source="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d1e55938">Benito Cereno</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55938_quote-src" target="#d1e55938">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Herman Melville</author>, <title>Benito Cereno</title>, Berlin: F. U. Herbig <date>[1938]</date></bibl>.</note>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-11" n="1943-09-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36681">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-11">Samstag, 11/9 43</date>. Im Abteil 2. Klasse geschlafen, mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36687">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36687_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36690">Duschka</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36690_entity-link"/> Um 5.24 fuhr der Zug von <rs ref="#__GND_4043501-5" type="place" xml:id="d1e36693">Olpe</rs> ab, um ½ 7 waren wir schon in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e36699">Plettenberg</rs>, todmüde. Herrlicher Kaffee, dann 2 Stunden geschlafen, Duschka schlief einen ganzen Vormittag. Nach dem Mittagessen wieder geschlafen, um 5 schönen Kaffee getrunken, Spaziergang mit Jup, der den ganzen Tag hörte und aufgeregt wartete. Abends schönes Essen, Nachricht von der Befreiung <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e36706">Mussolinis</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e36706_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e36709">Am 12. [sic] September 1943 wurde Mussolini von einer deutschen Fallschirmjägereinheit aus seinem Gefängnis in den Abruzzen befreit. Vgl. auch 
                            <bibl type="bookSection"><author>Winston Churchill</author> und <author>Charles Eade</author>, <title>Der Krieg: Vergangenheit und Zukunft</title>, in: <title>Reden 1943: Vorwärts zum Sieg</title>, Zürich: Europa Verlag <date>1948</date>, S. 308-355, hier S. 328</bibl>.</note> Räubergeschichte und <gap/>. <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e36717">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e36717_entity-link"/> ist nicht von Köln gekommen, schade.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-12" n="1943-09-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36727">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-12">Sonntag 12/9 43</date>. Lang geschlafen, nach dem Frühstück herrlicher Spaziergang mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36733">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36733_entity-link"/> über den <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e36736">Eschen</rs>, Blick auf die <rs ref="#wildewiese" type="place" xml:id="d1e36739">Wilde Wiese</rs>, über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e36742">Saley</rs> und <rs ref="#Basaltgrube" type="place" xml:id="d1e36746">Basaltgrube</rs> zurück. Schöner Rehbraten, nachher geschlafen, schöner Kaffee (mit <rs ref="#Lang" type="person" xml:id="d1e36751">Lang</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Lang" xml:id="d1e36751_entity-link"/> der Frau Schwiegermutter von <rs ref="#SchmittOtto" type="person" xml:id="d1e36756">Otto Schmitt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittOtto" xml:id="d1e36756_entity-link"/> die das Kind brachte und dem Urgroßvater <unclear>zeigte</unclear>). Dann wieder Spaziergang den Eschen herauf. Abends gut gegessen, zu viele Preiselbeeren. Telegramm von <rs ref="#__GND_170464679" type="person" xml:id="d1e36764">Georgescu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_170464679" xml:id="d1e36764_entity-link"/> (französisch, danke).<note type="editorial" xml:id="d1e36768">Das Telegramm Georgescus vom 10. September 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 4710.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="diary-entry_1943-09-13" n="1943-09-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36773">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-13">Montag 13/9 43</date>. Scheußlicher Durchfall, wieder ganz deprimiert, Gefühl, nach Berlin <unclear>reisen</unclear> zu müssen. Schade wegen Siedlinghausen. Vormittags <gap/> im Bett, meine neuen Schuhe angezogen und mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36784">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36784_entity-link"/> etwas über den <rs ref="#eschen" type="place" xml:id="d1e36788">Eschen</rs>, die Schuhe sind schön. Nach dem Essen wieder geschlafen, um 5 kam Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e36793">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e36793_entity-link"/> und beklagte uns und die Zeit; sehr nett und auch sympathisch. Dann aufs Abendessen gewartet, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e36796">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e36796_entity-link"/> spendierte eine Flasche Rotwein, die mich kurierte, Jup nach dem Essen eine Flasche Cognac. Ob die Bulgaren sich für Deutschland entscheiden? Brief von <rs ref="#__GND_11858779X" type="person" xml:id="d1e36801">Niedermayer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11858779X" xml:id="d1e36801_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e36805">Der Brief von Oskar von Niedermayer vom 6. September 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 10385.</note> heute morgen von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e36810">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e36810_entity-link"/> der wegen der Kisten mahnt.<note type="editorial" xml:id="d1e36813">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36816">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36816_entity-link"/> war bei dem Vertrauensmann von <unclear><rs ref="#Schade" type="person" xml:id="d1e36820">Schade</rs></unclear><note type="editorial" xml:id="d1e36823">Eventuell handelt es sich um eine Plettenberger Firma dieses Namens.</note>und besorgte eine Fahr<c type="ephemeral-hyphen">-</c>gelegenheit. Rührender Brief von der früheren Köchin <rs ref="#Martha" type="person" xml:id="d1e36830">Martha</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Martha" xml:id="d1e36830_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-14" n="1943-09-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e36836">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-14">Dienstag 14/9 43</date>. Es ging besser, aber ich muß nach Berlin. Traurig und deprimiert, Verhandlungen mit der Fahrgemeinschaft, entsetzlich; furchtbare Angst. Hatte mich schon für die Reise nach Siedlinghausen heute Mittag angezogen. Sehe die lächerliche Lage eines Menschen, der nach seinen Möbeln jagt. So endet es doch immer, trotz aller Tüchtigkeit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36846">Duschkas</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36846_entity-link"/> Völlig wehrlos und zum Untergang verurteilt. Mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36852">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36852_entity-link"/> Spaziergang, an der Sparkasse vorbei, über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e36855">Graben</rs>, bei <rs ref="#OstermannKarl" type="place" xml:id="d1e36858">Ostermann</rs> Bier getrunken, nach dem Essen wieder geschlafen, immer deprimiert. Um 4 mit Duschka zur Post und zur Sparkasse; bei Frau <rs ref="#K&#xF6;nigFrau" type="person" xml:id="d1e36863">König</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;nigFrau" xml:id="d1e36863_entity-link"/> noch ein sehr schöner Hut, das freute mich und tröstete mich; am <rs ref="#PlettenbergBahnhof" type="place" xml:id="d1e36866">Bahnhof</rs> <unclear>Zigarre</unclear> bei Frau <rs ref="#NeuhausserFrau" type="person" xml:id="d1e36872"><unclear>Neuhausser</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#NeuhausserFrau" xml:id="d1e36872_entity-link"/> zu Hause schöner Kaffee, munter, einige Briefe geschrieben und Postkarten (an <rs ref="#__GND_118512307" type="person" xml:id="d1e36878">Bodin</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118512307" xml:id="d1e36878_entity-link"/> den durchgefallenen <unclear>Juristen</unclear>; an <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e36883">Friedensburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e36883_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e36887">Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> Gratulation zur Vermählung, Karten an Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e36894">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e36894_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e36897">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e36902">Paul Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e36902_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e36905">Werner Weber</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e36905_entity-link"/> an <rs ref="#Janssen" type="person" xml:id="d1e36909">Janssen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Janssen" xml:id="d1e36909_entity-link"/> nach Bremen, so schnell gerät man wieder in den Betrieb. Schäme dich, Schwätzer. Mit Jup noch zur Post, bei Ostermann ein helles Bier getrunken, Gespräch mit <unclear>Karl</unclear> Ostermann, der Finanzamtsvorsteher in <app><lem>Saybusch</lem><rdg>Oberschlesien</rdg></app> gewesen ist. Ein sympathischer Junge <unclear>und seine</unclear> westfälische Charakterfestigkeit. Zu Hause eingepackt, 30 <gap/> <unclear>Engländer</unclear> <gap/> sind <unclear>hier</unclear> <gap/>, nach dem Essen hatte <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e36935">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e36935_entity-link"/> Wacholder besorgt, den wir zusammen tranken, Aufstand in <unclear>Jugoslawien</unclear>. Duschka schrieb noch an Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e36942">Hahm</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e36942_entity-link"/> Ging um 12 zu Bett und konnte nicht einschlafen. Traum von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e36946">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e36946_entity-link"/> und den <unclear>Sowjets</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-15" n="1943-09-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="Vqpy">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-15">Mittwoch 15/9 43</date>. Erst gegen Morgen eingeschlafen. Traum der Zerstörung: wohne mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e36960">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e36960_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e36963">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e36963_entity-link"/> in einem Mietshaus im 4. Stock hoch oben, überall <unclear>rings</unclear> Ruinen, unsere Wand bricht zusammen, der Zimmerboden hält nicht mehr. Nachher <unclear>Sexual</unclear>-Traum: Ein Zigeunerzirkus, man faßt mich an die Geschlechtsteile; um 6 ½ aufgestanden, ziemlich frisch durch den Kaffee, mit Duschka, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e36975">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e36975_entity-link"/> <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e36978">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e36978_entity-link"/> und <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e36981">Erna Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e36981_entity-link"/> zur Bahn, herrlicher <gap/> Lauf auf dunkelgrünen Bergen und hellgrünen Wiesen. <unclear>Beschwor</unclear> die Geister dieses Tales und dieser Berge und Wälder. <unclear>Erzählte</unclear> auf dem Weg zur Bahn Jup: wie trübe <unclear>Illusionen</unclear> usw.; bis <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e36996">Hagen</rs> ganz bequem, in Hagen umgestiegen, nervös, aber einen guten Platz gefunden, langweilig, Depressionen der Reise, grauenhafte Situation, oft ganz deprimiert, die dummen Gesichter, das schöne Land an der Weser, alles schneidet ins Herz, die Nachricht aus Salerno.<note type="editorial" xml:id="d1e37004">Ab dem 3. September 1943 begann die Invasion der Alliierten in Italien. Am 9. September 1943 landeten vier Dimensionen der 5. US-Armee in Salerno.</note> Bis <rs ref="#__GND_4008065-1" type="place" xml:id="d1e37007">Braunschweig</rs> ging es gut, aber mein eigentlicher Akt beginnt erst morgen. Neurotische Schuldgefühle gegenüber Duschka. Angelus gebetet, aber hilflos, nicht wie in Plettenberg. <unclear>Ruinen, in <rs ref="#__GND_4039406-2" type="place" xml:id="d1e37014">Minden</rs> schon</unclear>; die 30 <gap/> <unclear>vergessenen Engländer</unclear>. Zwischen Braunschweig und <rs ref="#__GND_4036934-1" type="place" xml:id="d1e37023">Magdeburg</rs> wurde ein Junge, der <unclear>1.</unclear> Klasse nachgelöst hatte und mit seiner Mutter <gap extent="2 words"/> fuhr, ohne Paß bei der Paßkontrolle gestellt. Er war nicht Soldat und nicht Arbeiter; sah aus wie ein Rumäne; die Mutter <unclear>sagt</unclear> ihm eine Magdeburger <gap/> <unclear>die Nacht durch</unclear>. Sofort mein <unclear>anarchistischer</unclear> Impuls. Alles bricht auf. Immer wieder über diesen Fall nachgedacht. Aber der junge Mann war bei der Geheimen Staatspolizei, und so war mein Affekt wieder einmal lächerlich gewesen. Im Abteil eine <unclear>weinende</unclear> Frau mit auffallender Ähnlichkeit an Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e37055">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e37055_entity-link"/> auch in der Sprache; <unclear>trotzdem</unclear> aß ich meine <unclear>Brötchen</unclear> und mein Ei. (Mischung von Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e37065">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e37065_entity-link"/> und Frau Jünger, die <unclear>Verachtung</unclear> <unclear>q.d.p.</unclear>). In <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e37073">Berlin</rs> meine Koffer geschleppt, schwitzend und traurig, der Gepäckträger verlangte Zigaretten, die ich nicht hatte. In der U-Bahn bis <rs ref="#Breitenbachplatz" type="place" xml:id="d1e37082">Breitenbachplatz</rs>. Dann die <rs ref="#Brentanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37085">Brentanostraße</rs> hinauf, die schweren Koffer geschleppt. Um 2 war ich da, <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37090">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37090_entity-link"/> begrüßte mich sehr nett, ich kleidete mich um, <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37093">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37093_entity-link"/> kam um ½ 8, wir aßen zu Abend, nachher tranken wir Tiroler Landwein. Wunderschön, aber Popitz war müde, ich auch. Niemand konnte helfen. Nun warte ich auf morgen. Hörte in <rs ref="#__GND_4007955-7" type="place" xml:id="d1e37099">Brandenburg</rs>, daß die Firma <unclear>Opel</unclear> 4-5 km zum Bahnhof entfernt war. Um 11 kam Fliegeralarm, jetzt hast du es, Dummkopf. Alles wurde in den Luftschutzkeller gepackt, dort traf ich auch den Oberbaurat <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37112">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37112_entity-link"/> der bei Popitz wohnt. Im Luftschutzkeller tranken wir weiter unseren Rotwein und unterhielten uns, über die <quote rend="quoted" xml:id="d1e37115">Hohlheit</quote> der heutigen <unclear>Baukunst</unclear>. Sehr nett. Popitz war rührend, alle wollen helfen, aber keiner kann es. Um ½ 2 war Entwarnung und wir gingen zu Bett.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-15" type="entry-date"/></note>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-16" n="1943-09-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37125">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-16">Donnerstag 16/9 43</date>. Um 8 aufgestanden, obwohl ich nicht viel geschlafen hatte. Aber aktiv, wollte etwas tun und war verbissen. Trank mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37131">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37131_entity-link"/> Tee, er fährt nach Neuruppin zu seinem <rs type="person" xml:id="d1e37136">Sohn</rs>. Ich meldete ein Ferngespräch nach Brandenburg an. Telefonierte mit den <unclear>Henschel-Werken</unclear>, <unclear>Herr <rs ref="#AmmersHerr" type="person" xml:id="d1e37144">Ammers</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AmmersHerr" xml:id="d1e37144_entity-link"/> war sehr nett, wollte wieder anrufen, rief auch nach einiger Zeit an, aber er kann leider nichts machen, ist sogar strafbar usw. Also das ist nichts. Depressionen, warum begibst du dich in solche Lage, du wußtest es doch. Bei <rs type="person" ref="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e37151">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e37151_entity-link"/> meldet sich niemand; auch nicht in der rumänischen Gesandtschaft, ebenso <rs ref="#__GND_100720978" type="person" xml:id="d1e37154">Winckelmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_100720978" xml:id="d1e37154_entity-link"/> <rs ref="#Ungewitter" type="person" xml:id="d1e37157">Ungewitter</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ungewitter" xml:id="d1e37157_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e37161">Lobbyist der chemischen Industrie.</note> Das Gespräch mit Brandenburg kam endlich, <unclear>ein Herr <rs ref="#FreyHerr" type="person" xml:id="d1e37168">Frey</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FreyHerr" xml:id="d1e37168_entity-link"/> wollte heute Nachmittag nochmals anrufen, also auch das nichts, dann ging ich zum <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e37171">Alten Krug</rs>, sah die guten Möbel, Bücher usw. und war ziemlich gleichmütig; muß eine Erlaubnis haben, um an die Sachen heranzukommen. Nahm mir den <rs ref="#__ZOTERO_IKIGFX34" type="document" xml:id="d3e37196">Diskriminierenden Kriegsbegriff</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_IKIGFX34" xml:id="d3e37196_entity-link"/> mit, ging zur <rs ref="#KaiserswertherStra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37184">Kaiserswerther Straße</rs>, sah das zerstörte Haus, holte den <rs ref="#__GND_118588494" type="person" xml:id="d1e37187">Nolde</rs><note type="editorial" xml:id="d1e37189">Welches Bild von Nolde Schmitt besaß, ist nicht nachweisbar; vgl. aber 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> heraus, ging durchs zerstörte Zimmer und schleppte den Nolde und den <rs ref="#__ZOTERO_HE4HG9RM" type="document" xml:id="d3e37211">verlorenen Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HE4HG9RM" xml:id="d3e37211_entity-link"/> von Bosch nach der <rs ref="#Brentanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37200">Brentanostraße</rs>;<note type="editorial" xml:id="d1e37203">Nicht nachweisbar. Schmitt hat nie ein Bild von Hieronymus Bosch besessen. Vielleicht ist gemeint eine Kopie des Teufels aus Boschs <q>Hiernoymus auf Patmos</q> von Werner Gilles, das Schmitt damals besaß. Der Teufel auf Gilles Bild soll, so Schmitt, Brüning geähnelt haben.</note> das Haus von <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e37208">Werner Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e37208_entity-link"/> ist auch stark beschädigt, besonders das Eßzimmer. Der Schlag gilt mir; ich bin der verlorene Sohn, das Bild von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e37213">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e37213_entity-link"/> wird immer schöner und <unclear>entzücklicher</unclear>. Aß mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37219">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37219_entity-link"/> zu Mittag, schlief dann gut bis 5, trank Tee und ging mit dem <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37222">Oberbaurat</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37222_entity-link"/> zum Alten Krug, besahen die Sachen, ging zu meiner Wohnung, holte noch den Brief, den ich <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e37227">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e37227_entity-link"/> am 17/9 23 geschrieben habe (aus Westfalen, über <unclear><rs ref="#__GND_118541102" type="person" xml:id="d1e37231">Grabbe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118541102" xml:id="d1e37231_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_138791287" type="person" xml:id="d1e37234">Bojić</rs></unclear>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138791287" xml:id="d1e37234_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e37238">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 49-50</bibl>.</note> durch den guten Oberbaurat wieder etwas getröstet und gestärkt. Nach dem Abendessen Moselwein getrunken, um 11 war wieder Alarm, im Luftschutzkeller, um ½ 1 war es zu Ende. Corrie war entzückend, aber ein wenig überdreht, überbelichtet.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-17" n="1943-09-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e37250">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-17">Freitag 17/9 43</date>. Morgens herumtelefoniert, der <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37256">Oberbaurat</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37256_entity-link"/> ist zum <rs ref="#__GND_1084643251" type="place" xml:id="d1e37259">Bezirksamt Zehlendorf</rs> gegangen und hat die Erlaubnis bekommen, meine Möbel zu besichtigen. Damit war mir ein Gang abgenommen. Ich fuhr mit einem Koffer zur <rs ref="#Huttenstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37264">Huttenstraße</rs> und holte dort, 4 Treppen hoch, die gereinigten Kleider für <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e37268">Duschka</rs> ab. Schleppte mich ab; rührend diese fleißigen Leute; die <gap/> <unclear>56 Jahre</unclear> werden eingezogen. 2 Franzosen, wie in Paris aufgemacht, in dem zerstörten <rs ref="#__GND_4087332-8" type="place" xml:id="d1e37277">Moabit</rs>. Mit dem Autobus T<note type="editorial" xml:id="d1e37285">Es handelt sich um die Buslinie T nach Dahlem.</note> zurück, um 1 wieder zu Hause und mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37288">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37288_entity-link"/> zu Mittag gegessen. Dann geschlafen, inzwischen ist Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e37291">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e37291_entity-link"/> gekommen. Um ½ 5 zu ihr, sie war nett, aber dann wird sie wieder zu laut und aktivistisch, herrlicher Kaffee, sie erzählte von <unclear><rs ref="#Jelena" type="person" xml:id="d1e37298">Jelena</rs></unclear><note type="editorial" xml:id="d1e37300">Es handelt sich um eine serbische Freundin von Duschka.</note> als <unclear>Diebin</unclear>, aber es ist nichts geschehen, ging dann mit ihr zum Autobus; fuhr nach dem <rs ref="#WilderEber" type="place" xml:id="d1e37308">Wilden Eber</rs>, in der <rs ref="#Amselstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37311">Amselstraße</rs>, wo <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e37314">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e37314_entity-link"/> mich abholte. Die Bücher liegen in dem Keller von <unclear><rs ref="#Holler" type="person" xml:id="d1e37318">Holler</rs></unclear><note type="editorial" xml:id="d1e37321">Onkel von Weber-Schumburg.</note> (ein herrliches Haus, aber auch Höhle!). Im Keller, leider ist die Korrespondenz ganz <unclear>sinnlos</unclear> (er sagt, Frau Hahm hätte bereits alles eingepackt <unclear>gehabt, als er kam</unclear>). Die Sachen von dem dummen <rs ref="#__GND_1029799121" type="person" xml:id="d1e37332">Sobotta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1029799121" xml:id="d1e37332_entity-link"/> gerettet! Nichts von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e37336">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e37336_entity-link"/> nichts vom <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e37357">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e37357_entity-link"/> usw. Unterhielt mich mit Weber-Schumburg, der müde und traurig ist (Waffenstillstand mit <unclear>Westländern</unclear>), <unclear>Verhaftungen</unclear>, <unclear>zeigte</unclear> den Brief von Jünger. Dann zurück, zu Abend gegessen, mit dem Baurat <unclear>eingehend</unclear> erörtert, wie der Transport stattfinden soll. Er ist ganz rührend. Eingepackt, dann mit dem Gast von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37355">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37355_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_127699929" type="person" xml:id="d1e37359">Langbehn</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127699929" xml:id="d1e37359_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e37362">Carl Langbehn (1901-1944), Rechtsanwalt und mit Himmler als Nachbar in Dahlem bekannt, war in dessen Auftrag im Sommer 1943 nach Schweden gereist, um mit dem dortigen britischen Botschafter Kontakt wegen eines Sonderfriedens aufzunehmen. Er hatte in seinem Haus in Dahlem im August 1943 ein Gespräch zwischen Popitz und Himmler vermittelt. Am 22. oder 23. September 1943 wurde er verhaftet und im Oktober 1944 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Allen</author>, <title>Himmler’s Secret War. The Covert Peace Negotiations of Heinrich Himmler</title>, New York: Carrol und Graf Publ. <date>2005</date></bibl>.</note> humanistische Bildung, über Bilder unterhalten, der Flötenspieler<note type="editorial" xml:id="d1e37367">Der Flötenspieler ist ein Anfang der 1940er Jahre entstandenes Gemälde des Malers Werner Gilles aus dem Besitz von Carl Schmitt; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> heraufgeholt, den <rs ref="#__GND_118588494" type="person" xml:id="d1e37373">Nolde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118588494" xml:id="d1e37373_entity-link"/> große Diskussion über Malerei, schöner Rotwein dazu. In herrlicher Stimmung zu Bett und wunderbar geschlafen. Den Alarm überhört, aber um ½ 3 trommelte Popitz mich aus dem Bett und wir mußten wieder für eine Stunde in den Luftschutzkeller. Halb im Schlaf, Corrie lernte hic haec hoc.<note type="editorial" xml:id="d1e37383">Möglicherweise Anspielung auf einen Merkvers, der in den Oberschulen ab etwa 1900 für die Konjugation des lateinischen Wortes für <q>sein</q> verwendet wurde: <q>eram, eras, erat - ich ging mal in die Stadt, ille, illa, iullud - begegnet mir ein Jud, hic, haec, hoc - da nahm ich meinen Stock, sum, fui, esse - und schlug ihm in die Fresse.</q>.</note> Las Goethes <rs ref="#__ZOTERO_CV9IWT4U" type="document" xml:id="d3e37410">Römische Elegien</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_CV9IWT4U" xml:id="d3e37410_entity-link"/> Scheußlicher Priapismus.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55760">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-17">17/9 43</date>. <quote source="#__ZOTERO_VPE2H4RT?p=36,97" xml:id="d1e55766">Die Macht als solche ist böse,
                            <note type="editorial" xml:id="d1e55768">Schmitt besaß das Buch, es wurde aber im Antiquariat zum Kauf angeboten.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55766_quote-src" target="#d1e55766">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Jacob Burckhardt</author> und <author>Rudolf Marx</author>, <title>Weltgeschichtliche Betrachtungen</title>, Leipzig: Alfred Kröner <date>1928</date> (<title type="series">Kröners Taschenausgabe</title> 55), S. 36,97</bibl>. — Schmitt besaß das Buch, es wurde aber im Antiquariat zum Kauf angeboten.</note> das kann schon sein, dann ist aber der allmächtige Gott der Allerböseste, erschreckend. (<gap extent="3 words"/>? <gap extent="3 words"/> noch hätte, das ist schon der Wille zur Macht; armer <unclear>Satanist</unclear>)
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e55789">
                        Otto Veit, <rs ref="#__ZOTERO_2RC3VIJQ" type="document" xml:id="d3e55824">Die Tragik des technischen Zeitalters</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2RC3VIJQ" xml:id="d3e55824_entity-link"/> 1935; schildert die Verzweiflung des Zivilistentums, des Fachmenschen, Herrschaft des Fachmenschen; Allgemeinbildung fehlt; das Allgemeine fehlt, eines, das macht ja heute der Politiker, wenn er nunmehr noch im Nationalsozialismus eine Korrektur und <unclear>Gegenbewegung</unclear> gegen dieses Zivilistentum sieht, so weiß man, um was <corr/> es sich handelt. Der Fachmensch sucht einen Herrn; der <unclear>Verrechtsstaatlicher</unclear> <corr/> trauriges Gerede zur Kritik der Zeit; Irrwitz, schon das weckt Tragik, gib dich nicht damit ab. Diese dummen Gesichter verzweifelter Menschen; nach einer Nacht des Fliegeralarms; gescheiter Schmus; <rs ref="#__GND_118767879" type="person" xml:id="d1e55819">Otto Veit</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118767879" xml:id="d1e55819_entity-link"/> immerhin ein Kronzeuge dafür, daß man der Bewegung ihren Sinn abgewinnen konnte, bis 36. Wenn ich schon dieses Gequatsche von <quote rend="quoted" xml:id="d1e55827">Irrational</quote> höre, das an die Stelle der Ratio treten soll! Jenseits des Erkennens.<note xml:id="d1e55836"> (<date type="entry-date" when-iso="1947-10-18">18/10 47</date> wieder gelesen, nachdem ich an <rs ref="#__GND_118767879" type="person" xml:id="d1e55843">Veit</rs> einen Brief über seine Flucht vor der Freiheit geschrieben hatte)</note>.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-18" n="1943-09-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-18" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37407">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-18">Samstag 18/9 43</date>. Todmüde um 8 aufgestanden, nicht ausgeschlafen, aber eine deprimierte Verbissenheit, wegen der Kisten mit <gap/> telefoniert, sie wollen sie holen, warte auf den Anruf, mit Brandenburg telefoniert, mit dem Spediteur <rs ref="#Eigler" type="person" xml:id="d1e37417"><unclear>Eigler</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Eigler" xml:id="d1e37417_entity-link"/> der mich an die Bahn verweist. Traurig auf Telefongespräche gewartet, Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e37423">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e37423_entity-link"/> rief ununterbrochen an. Kein Schlafwagen für Montag. <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e37426">Werner Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e37426_entity-link"/> schrieb und lädt mich nach Leipzig ein.<note type="editorial" xml:id="d1e37429">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Hatte Lust, über Leipzig nach Hagen zu fahren. Wartete 2 Stunden auf den Anruf der Transportleute wegen der Kisten, es stellte sich heraus, daß ich keine Schlafwagenkarte bekomme, allmählig entschlossen, trotzdem des Nachts zu fahren. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37436">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37436_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37440">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37440_entity-link"/> zu Mittag gegessen, dann etwas geschlafen. Um 5 Tee und mit Oberbaurat <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37445">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37445_entity-link"/> zum <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e37448">Alten Krug</rs>, 2 Stunden lang 2 Kisten mit Büchern angefüllt, aber das ging zu langsam. Die Arbeit tat mir aber gut, die nette Unterhaltung mit Hodler (sein <rs type="person" ref="#__GND_17215779X" xml:id="d1e37453">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_17215779X" xml:id="d1e37453_entity-link"/> war Zentrumsabgeordneter), die Nähe der katholischen Kirche, um ½ 8 fuhren wir nach Hause und aßen schön zu Abend mit Popitz, nachher bei einer Flasche Okfener noch ein schönes Gespräch (Popitz will seine Memoiren schreiben, erzählte von <rs ref="#__GND_11853100X" type="person" xml:id="d1e37461">Erzberger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11853100X" xml:id="d1e37461_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_118515969" type="person" xml:id="d1e37465">Brüning</rs></unclear>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118515969" xml:id="d1e37465_entity-link"/> Wartete, ob kein Alarm kommt, telefonierte um ½ 12 mit Cloppenburg, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e37470">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e37470_entity-link"/> war am Telefon, verliebt in diese Stimme und diese <unclear>schnippige</unclear> Mädchenhaftigkeit. Todmüde mit Popitz bis nach 12 gewartet, dann zu Bett. Popitz meinte, ich dürfte mich nicht beurlauben lassen, das wäre Waffenstreckung.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-19" n="1943-09-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37481">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-19">Sonntag 19/9 43</date>. Gut ausgeschlafen, sogar behaglich, um ½ 10 aufgestanden und gut zurechtgemacht. <unclear>Das Aushalten ist mir lange bewußt</unclear>, wo ist also der <unclear>Halt</unclear>? Werde mit halbgutem Gewissen abreisen; hoffentlich gibt es diese Nacht keinen Alarm. Fuhr nach dem Frühstück mit dem <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37496">Oberbaurat</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37496_entity-link"/> zum <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e37500">Alten Krug</rs>, wir nagelten 2 Kisten Bücher, aber das Aussuchen hat keinen Zweck und dauert zu viel Zeit, immerhin einiges gefunden, aber nicht die Korrespondenz <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e37505">Jüngers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e37505_entity-link"/> nicht <rs type="document" ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e37529">Benito Cereno</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e37529_entity-link"/> Zum Essen um 1 nach Hause. <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e37515">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e37515_entity-link"/> kam und wurde von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37518">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37518_entity-link"/> zum Essen eingeladen, wunderschön. Sprachen über <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e37524">Mussolini</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e37524_entity-link"/> <unclear>Geschichte</unclear> (die englischen Flieger bitten um Nachtquartier, das Flugzeug im 4. Stock). <unclear>Müde</unclear>, nachher noch schöner Kaffee, Popitz sehr lieb. Ich begleitete Ahlmann noch bis zum <rs ref="#Breitenbachplatz" type="place" xml:id="d1e37533">Breitenbachplatz</rs>, unterwegs erzählte ich ihm <unclear>2 3 Wünsche</unclear>, er sprach von Averroismus, von <rs ref="#__GND_11879891X" type="person" xml:id="d1e37544">Stimson</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11879891X" xml:id="d1e37544_entity-link"/> der freier <unclear>wäre als in gleicher</unclear> Weise Europa, meinte, daß <rs ref="#__GND_118642499" type="person" xml:id="d1e37549">Stalin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642499" xml:id="d1e37549_entity-link"/> keinen Frieden mit Deutschland machen kann. Ruhte zu Hause einen Augenblick aus, um 5 zu Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e37555">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e37555_entity-link"/> dort <rs ref="#__GND_14013641X" type="person" xml:id="d1e37558">Auguste von Oertzen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14013641X" xml:id="d1e37558_entity-link"/> wieder herrlicher Kaffee, mit Frau Hahm in die <rs ref="#Kaiserswertherstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e37563">Kaiserswertherstraße</rs>, dort das Bündel mit Verwaltungsrechtsvorlesungen, Hobbes usw. gefunden, alles naß und in einem scheußlichen Zustand, <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e37569">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e37569_entity-link"/> hat es liegen lassen, die Fotomappe der <rs type="document" ref="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" xml:id="d3e37589">Judenfrage</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" xml:id="d3e37589_entity-link"/> von Bauer lag auf der Straße!<note type="editorial" xml:id="d1e37575">Die unvollständige Kopie befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 26381.</note> Hob sie auf, brachte <unclear>alles</unclear> zu Popitz. Dort mit Popitz und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37582">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37582_entity-link"/> zu Abend gegessen, nachher eine Flasche Rheinwein, bis 12 gewartet, Witze erzählt (Graf Bobby, die Standuhr).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_uFvv" n="1943-09-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e61049">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-19">19/9/1943</date> <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e61055">Prof. Viktor Bruns</rs> in Königsberg gestorben, erhielt die Nachricht am 23/9 in Plettenberg.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-20" n="1943-09-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e37594">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-20">Montag 20/9 43</date>. Nicht ausgeschlafen, um 8 auf, mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37600">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37600_entity-link"/> gefrühstückt, dann telefoniert, zur Bank, 1000 Mark abgehoben, zum <rs ref="#HotelBristol" type="place" xml:id="d1e37605">Bristol</rs> Haareschneiden, <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e37608">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e37608_entity-link"/> gesehen (ich bin fromm, sagte er, als ich sagte, es bleibt einem nichts anderes übrig). Etwas enttäuscht von ihm. Wartete auf Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e37614">Samić</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e37614_entity-link"/> <rs ref="#Nov&#xE1;kov" type="person" xml:id="d1e37617"><unclear>Novákov</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Nov&#xE1;kov" xml:id="d1e37617_entity-link"/> kam erst nach 12, war rührend, erzählte von den <unclear>Spielregeln</unclear> der Serben. Es regnete in Strömen. Zu <unclear><rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e37625">Pfeiffer</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e37625_entity-link"/> Entschädigungsantrag (200.000 Mark und 200 <unclear>Flaschen</unclear>), <unclear><rs ref="#Ambour" type="person" xml:id="d1e37633">Ambour</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ambour" xml:id="d1e37633_entity-link"/> war auch da. Um ½ 2 holte mich <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37636">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37636_entity-link"/> im Wagen ab, wir fuhren zu Popitz, aßen Reh zu Mittag. Dann
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e37643">
                        die Koffer als Passagiergut zurecht gemacht und durch Hodler besorgt. Das ist eine unglaubliche Hilfe. Als er vom <rs ref="#BahnhofSteglitz" type="place" xml:id="d1e37647">Bahnhof Steglitz</rs> zurückkam, fuhren wir zu Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e37652">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e37652_entity-link"/> und tranken Kaffee. Hodler fuhr in die <rs ref="#Oper" type="place" xml:id="d1e37655">Oper</rs> (<rs type="document" ref="#__ZOTERO_3T2XQVF3" xml:id="d3e37676">Traviata</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_3T2XQVF3" xml:id="d3e37676_entity-link"/> Frau Hahm erzählte (ihre <rs ref="#TochterHahm" type="person" xml:id="d1e37662">Tochter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TochterHahm" xml:id="d1e37662_entity-link"/> wird zum 3. Mal heiraten). Wir gingen noch bis zum <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e37667">Alten Krug</rs>, der abgeschlossen war, ich suchte die Schlüssel meines Schreibtisches, es paßte aber keiner. Dann zu Popitz zurück, zu Abend gegessen, vorher schönes Gespräch mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e37672">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e37672_entity-link"/> über <rs ref="#PopitzHans" type="person" xml:id="d1e37676">Hans</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PopitzHans" xml:id="d1e37676_entity-link"/> über <unclear>Sanssouci</unclear>, ein liebes, rührendes Kind. Um 8 kamen <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e37683">Blötz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e37683_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e37686">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e37686_entity-link"/> und holten mich ab, Popitz unterhielt sich nett mit ihnen (der entzückende Blötz erzählte von der Unterbringung des Justizministeriums bei <unclear>Torgau</unclear>), tranken einen Cognac, dann fuhr uns <rs ref="#Ackermann" type="person" xml:id="d1e37694">Ackermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ackermann" xml:id="d1e37694_entity-link"/> zum <rs ref="#__GND_4202678-7" type="place" xml:id="d1e37697">Bahnhof Zoo</rs>, alles klappte großartig, auf dem Bahnhof warteten wir auf den Zug, <unclear>tranken meinen Wacholder</unclear>, zeigte Blötz den Brief von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e37706">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e37706_entity-link"/> über <rs type="document" ref="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e37731">Benito Cereno</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PXHXBIGK" xml:id="d3e37731_entity-link"/> (er meinte, sofort vernichten),<note type="editorial" xml:id="d1e37719">Deswegen auch nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date></bibl>.</note> Weber erzählte von <unclear>Streint</unclear>. (Ein jüdischer <unclear>Rabbiner</unclear> hat ihn studieren lassen.) Dumm. Dann im Schlafwagen (den ich durch <unclear><rs ref="#Haenl" type="person" xml:id="d1e37732">Haenl</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Haenl" xml:id="d1e37732_entity-link"/> noch bekommen habe), mit einem rührenden Rittmeister <unclear><rs ref="#Geinsmer" type="person" xml:id="d1e37736">Geinsmer</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Geinsmer" xml:id="d1e37736_entity-link"/> In <rs ref="#__GND_4023168-9" type="place" xml:id="d1e37739">Hamm</rs> war <unclear>Entwarnung</unclear>, bequeme Fahrt.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-21" n="1943-09-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37747">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-21">21/9 43</date>. Um 6 ¼ in <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e37753">Hagen</rs>, 7.12 weiter nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e37756">Plettenberg</rs>. An <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e37759">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e37759_entity-link"/> eine kurze <quote source="#__ZOTERO_GRBT3WG6?p=109-110" xml:id="d1e37762">Karte</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e37762_quote-src" target="#d1e37762">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 109-110</bibl>.</note> geschrieben. Es läutete, hielt das für den Angelus, es war aber nur das Läuten von Lokomotiven. Wieder in <rs ref="#__GND_4065781-4" type="place" xml:id="d1e37768">Westfalen</rs>. Wie lange noch (die <unclear>letzten</unclear> Wochen, wie <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e37773">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e37773_entity-link"/> meinte), todmüde die Strecke nach Plettenberg heraufgefahren. Tief glücklich beim Anblick der Berge an der <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e37778">Lenne</rs> und der <unclear>melancholischen Wälder</unclear>. Kam ½ 9 in Plettenberg an, schleppte mit verbissenem Eifer meine beiden Koffer zum <rs ref="#BrockhauserWeg" type="place" xml:id="d1e37786">Brockhauser Weg</rs>, aß schön zu Frühstück, Kaffee, glücklich, wieder zu Hause zu sein. Keine besondere Post, nette Einladung von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e37791">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e37791_entity-link"/> für Oktober.<note type="editorial" xml:id="d1e37794">Abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 162-165</bibl>.</note> Mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e37800">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e37800_entity-link"/> geplaudert, die scheußliche <quote source="#__ZOTERO_5EGVKHQJ?p=314" xml:id="d1e37803">Rede</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e37803_quote-src" target="#d1e37803">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Winston Churchill</author> und <author>Charles Eade</author>, <title>Der Krieg: Vergangenheit und Zukunft</title>, in: <title>Reden 1943: Vorwärts zum Sieg</title>, Zürich: Europa Verlag <date>1948</date>, S. 308-355, hier S. 314</bibl>.</note> Churchills (erst 44 zu Ende), er ist doch nicht mehr als der <rs ref="#__GND_118676407" type="person" xml:id="d1e37808">Clemenceau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118676407" xml:id="d1e37808_entity-link"/> des Britischen Weltreiches. Nach dem Mittagessen 3 Stunden geschlafen, zur Bahn, 3 Koffer sind angekommen, Spaziergang nach <rs ref="#B&#xF6;ddinghausen" type="place" xml:id="d1e37811">Böddinghausen</rs> und <rs ref="#Papenkuhle" type="place" xml:id="d1e37814">Papenkuhle</rs>, das herrliche Tal der Lenne von <unclear>Bleiber</unclear> bis zum <unclear>Sundern</unclear>, abends erst Moselwein, dann 2 Flaschen Rotwein (der gute <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e37824">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e37824_entity-link"/> hat 2 Kisten geschickt), freute mich über Jup, bis 12 Uhr, zuviel Wein. Nicht an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37829">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37829_entity-link"/> geschrieben. (Jup stellt einen Ackerer zur Rede, der ein Pferd schlug: Wenn das nicht pflügen kann, und doch <unclear>er trieblahm und das Pferd wie Luft, ich sah, daß er mutiger ist als ich</unclear>).
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-22" n="1943-09-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37838">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-22">Mittwoch 22/9 43</date>. Erst ½ 11 aufgestanden, etwas Kopfschmerzen, <unclear>Behagen</unclear>, aber es ist schon Herbst und im Haus kalt. <unclear>Was willst du hier</unclear>. Die 4 Koffer kamen an, Gott sei Dank. Schönes Frühstück, dann mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e37850">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e37850_entity-link"/> auf den <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e37854">Ibsenstein</rs>; kalt, aber klares Wetter und schöner Blick auf die Berge. Völlig Z. Mittags kam etwas Sonne. Schrieb an <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e37862">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e37862_entity-link"/> und warte auf sie. <unclear>Will</unclear> zu <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e37867">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e37867_entity-link"/> nach Siedlinghausen. Nachmittags lang geschlafen, dann ein herrlicher Spaziergang mit Jup über den <rs ref="#B&#xF6;ddinghauserWeg" type="place" xml:id="d1e37873">Böddinghauser Weg</rs>, durch <supplied>die</supplied> <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e37878">Kersmecke</rs> über die <rs type="place" ref="#Fahnenstange" xml:id="d1e37881">Fahnenstange</rs> auf den <rs ref="#Hestenberg" type="place" xml:id="d1e37884">Hestenberg</rs>. <corr>Wir</corr> waren wie Kinder, die hofften, in den Ferien käme ein Erdbeben und die Schule fällt ein. Abends 2 Flaschen Moselwein getrunken, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e37892">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e37892_entity-link"/> Skat gespielt, früh zu Bett; etwas erkältet und Schnupfen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-23" n="1943-09-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="ab_MJXs">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-23">Donnerstag 23/9 43</date>. Schnupfen, aber herrliches kaltes Wetter, Erinnerung an die Ferien meiner Jugendzeit. Frisch aufgestanden, schön gefrühstückt, Brief an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e37908">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e37908_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e37911">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e37911_entity-link"/> geschrieben, mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e37914">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e37914_entity-link"/> einen Spaziergang zum <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e37918">Eschen</rs>. Brief von <rs ref="#__GND_11858779X" type="person" xml:id="d1e37921">Niedermayer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11858779X" xml:id="d1e37921_entity-link"/> (über die Unterschätzung Rußlands), Nachricht vom Tod von <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e37926">Bruns</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e37926_entity-link"/> der am 19/9 in Königsberg gestorben ist. Werde also endlich bescheiden und warte ab. Es ging mir nahe, dachte nach über den Alpdruck Z. Edme, Hirngespinste, schäme dich; Angst um den schönen Posten, wer wird jetzt Direktor des Instituts und der herrlichen Bibliothek? <unclear>Jetzt</unclear> rutscht auch dieses Gebäude zusammen. Nach dem Mittagessen etwas auf dem Sofa geschlafen, dann gingen wir über <rs ref="#Leinschede" type="place" xml:id="d1e37950">Leinschede</rs>, <rs ref="#Sewerinshagen" type="place" xml:id="d1e37953">Sewerinshagen</rs>, <rs ref="#Hohewibbecke" type="place" xml:id="d1e37958">Hohe Wibbecke</rs>, <rs ref="#Saal" type="place" xml:id="d1e37961">Saal</rs>, <rs ref="#Lenscheide" type="place" xml:id="d1e37965">Lenscheide</rs> nach <rs ref="#__GND_1035041626" type="place" xml:id="d1e37968">Rönkhausen</rs>. Dort kaufte sich <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e37973">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e37973_entity-link"/> ein halbes Pfund <unclear xml:id="d1e37976"><app><lem>Speck</lem><rdg>Zucker</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e37976_alt-rdg" target="#d1e37976">Alternative Lesart zu „Speck“: Zucker</note> Mit der Bahn nach Hause zurück. Todmüde, zu <corr>Hause</corr> Wein getrunken und schon um 9 ins Bett. Herrlicher Spaziergang bei wunderbarem, gläsernen Wetter; die Sonne lachte rätselhaft. Gefühl, daß der Genius dieser Gegend über Lenscheide mir feindlich ist. Etwas erkältet und Schnupfen.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-23" type="entry-date"/></note>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55627">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-23">23/9 43</date>: Plötzlich am <rs type="place" ref="#Severinshagen" xml:id="d1e55635">Severinshagen</rs>. Auf dem Weg zur <rs type="place" ref="#Hohenwibbecke" xml:id="d1e55638">Hohenwibbecke</rs> moosbedeckte Steine. Der Sohn lachte rätselhaft; ich brauche also nicht nach Kärnten zu reisen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-24" n="1943-09-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e37989">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-24">Freitag 24/9 43</date>. Jahrestag der Hochzeit der Eltern, um 6 aufgestanden und mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e37995">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e37995_entity-link"/> <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e37998">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e37998_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e38001">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e38001_entity-link"/> in die Kirche, zum Hochamt. Es war sehr kalt, voller Nebel, nachher behaglich gefrühstückt, mit Jup herumgelegen und geplaudert (6 Millionen Arbeitslose, 6 Millionen Tote und Verstümmelte, das geht auf). Nach dem Essen etwas geschlafen, dann kam die gute <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e38009">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e38009_entity-link"/> aus Cloppenburg zurück, gab ihr einen Kuß; wir holten das Gepäck, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38012">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38012_entity-link"/> hat 7 Enten mitgebracht. Rührend. Wir tranken schön Kaffee, dann rupften die Frauen den ganzen Nachmittag Enten, während ich und Jup über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e38017">Graben</rs> zum <rs ref="#B&#xF6;hl" type="place" xml:id="d1e38020"><corr>Böhl</corr></rs> <note type="editorial" xml:id="d1e38024">Es handelt sich um einen Berghügel oberhalb des Grabens.</note> gingen. Herrliche, gläserne Luft, unbeschreiblich großartig, diese Höhenzüge der <rs ref="#lenneberge" type="place" xml:id="d1e38029">Lenneberge</rs>, sehr schönes Abendessen, trank viel Wein, freuten uns des letzten Abends der Ferien, was mag in einem Jahr sein, hoffentlich sind wir da über den Berg; bis 12 Uhr, schön im Bett, <unclear>Koitus</unclear>, wundervoll.
                    </ab>
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                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-25" n="1943-09-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e38039">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-25">Samstag 25/9 43</date>. Trotz des Schnupfens behaglich geschlafen, schönes Frühstück mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38045">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38045_entity-link"/> <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e38048">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e38048_entity-link"/> <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e38051">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e38051_entity-link"/> letzter Vormittag mit Jup. Will mit ihm nach Olpe fahren. Schöner Brief von <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e38057">Reuschenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e38057_entity-link"/> der Kaffee schicken will, großartig; <note type="editorial" xml:id="d1e38060">Der Brief von Alfons M. Reuschenbach aus Barcelona vom 17. September 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 11582.</note> Brief eines Herausgebers einer Geschichtslehrerzeitschrift, der meinen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_QC7ZB8AB" xml:id="d3e38080">Aufsatz über staatliche Souveränität und freies Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QC7ZB8AB" xml:id="d3e38080_entity-link"/> bewundert. Das freute mich doch. Armes Carlchen. Dicker atlantischer Nebel des <rs ref="#__GND_4051800-0" type="place" xml:id="d1e38068">Sauerlandes</rs>. Freute mich über die gute und vernünftige Duschka. Mit Jup herumgelegen, er ist traurig und deprimiert, weil er abreisen muß, hat aber andererseits doch wieder das Bedürfnis nach Berufsarbeit. Wir aßen eine schöne Ente zu Mittag und tranken Wein dazu, dann begleiteten wir Jup und Claire zur Bahn, mußten lange warten, <rs ref="#OttoSchmitt" type="person" xml:id="d1e38076">Otto Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OttoSchmitt" xml:id="d1e38076_entity-link"/> kam noch, wir brachten die beiden in den überfüllten Zug, Duschka glaubte, <rs ref="#__GND_11907334X" type="person" xml:id="d1e38081">Oberheid</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11907334X" xml:id="d1e38081_entity-link"/> in einem Abteil gesehen zu haben. Ging todmüde und traurig zurück und schlief von ½ 4 - ½ 7. Frisch und gestärkt aufgestanden, aber immer in Zweifel, las Jordans <rs type="document" ref="#__ZOTERO_29JCHV5I" xml:id="d3e38105">Demiurg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_29JCHV5I" xml:id="d3e38105_entity-link"/> <note type="editorial" xml:id="d1e38091">Schmitt besass den 1. Band, er wurde aber antiquarisch zum Kauf angeboten.</note> allmählig doch mit Interesse (habe heute morgen zu früh darüber an <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e38097">Körnchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e38097_entity-link"/> geschrieben). Schönes Abendessen ohne Wein, dann noch <rs ref="#__GND_118931873" type="person" xml:id="d1e38100">Jordan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118931873" xml:id="d1e38100_entity-link"/> gelesen, traurig wegen des <unclear>meckrigen</unclear> Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e38105">Geschke</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e38105_entity-link"/> Um ½ 11 ins Bett, Duschka blieb noch mit den Mädchen auf, bis 1 Uhr. Ich schlief gleich ein.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-26" n="1943-09-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e38113">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-26">Sonntag 26/9 43</date>. Bis 9 im Bett, herrlich geschlafen, aber was soll mir diese Erholung und Kraft, ich hänge ja doch sozial in der Luft. Mit Schreck an den Winter gedacht. Es ist kalt, die Heizung wurde schon angemacht. Schönes Frühstück mit Kaffee, sehr behaglich an dem <rs type="document" ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e38140">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e38140_entity-link"/> herumkorrigiert, der mir allmählig gefällt (ist wohl nur ein Zeichen meiner guten Erholung!). Schöner Brief von <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e38126">Friedensburg</rs> aus <rs ref="#https://d-nb.info/gnd/4018272-1" type="place" xml:id="d1e38132">Freiburg</rs>, der mir gefiel und seine Dissertation bald schicken will. <note type="editorial" xml:id="d1e38135">Der Brief von Ferdinand Friedensburg an Schmitt vom 24. September 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 4356. Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> Mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e38140">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e38140_entity-link"/> auf den <rs ref="#EvFriedhof" type="place" xml:id="d1e38143">Evangelischen Friedhof</rs>, Grab von <rs ref="#KaiserOtto" type="person" xml:id="d1e38146">Otto Kaiser</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KaiserOtto" xml:id="d1e38146_entity-link"/> Nach dem Mittagessen geschlafen, schöner Kaffee und Kuchen, Spaziergang über den <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e38152">Eschen</rs> an den Nordwestabhang des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e38155">Saley</rs>, Flugzeuge gehört, Einsamkeit. Zu Hause war <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e38160">Josef <unclear>Schröder</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e38160_entity-link"/> trank mit ihm ein Glas Rotwein und ließ ihn erzählen, rührender Mann. Zum Essen Rotwein, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e38164">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e38164_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e38170">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e38170_entity-link"/> kamen zu spät, waren den ganzen Nachmittag weg gewesen, jetzt verstehe ich die Verlassenheit der armen <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e38173">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e38173_entity-link"/> bei diesen ekelhaften <unclear xml:id="d1e38178"><app><lem>Tunten</lem><rdg>Tanten</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e38178_alt-rdg" target="#d1e38178">Alternative Lesart zu „Tunten“: Tanten</note> Ännchen hat bei <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38183">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38183_entity-link"/> in Siedlinghausen angefragt, ich will Dienstag reisen. Spielte mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e38187">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e38187_entity-link"/> Skat, die gute <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38192">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38192_entity-link"/> ist entzückend, tut mir aber leid unter den <unclear>meckrigen Motten</unclear> wie Geschke und Ännchen. Hörte noch <unclear>einen Schwätzer</unclear>. Trotz der Erkältung frisch und erholt ins Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-27" n="1943-09-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38205">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-27">Montag 27/9 43</date>. Nachts etwas gefroren, sonst aber gut erholt. Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e38211">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e38211_entity-link"/> kam und sagte, <unclear>sie wolle</unclear> den Regenmantel bei Frau <rs ref="#K&#xF6;nigFrau" type="person" xml:id="d1e38218">König</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;nigFrau" xml:id="d1e38218_entity-link"/> holen, telefonierte an Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e38222">Samić</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e38222_entity-link"/> und sprach mit Frau König, etwas gelesen und mein Manuskript korrigiert. Wieder Lebensmut, Arbeitsfreude, im alten Stil der Gymnasiastenzeit; wie traurig ist das. Schlief nach dem Essen auf dem Sofa, tiefe Depressionen, las <rs ref="#__GND_11859527X" type="person" xml:id="d1e38229">Poe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859527X" xml:id="d1e38229_entity-link"/> dann etwas über Kriegsbegriffe gelesen, Papiere geordnet, wieder in der <unclear>Arbeit</unclear>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38238">
                        Die geistige Flucht ist also mißlungen. Von 6 ¼ - 7 ¼ nach dem Regen im <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e38242">Saley</rs> herrliche, nasse Luft, nachgedacht, <unclear>manch Wichtiges</unclear>, aber die Flucht ist mißlungen, schöner Spaziergang auf den Saley, dachte an <rs ref="#__GND_1055332340" type="person" xml:id="d1e38253">Fritz Eisler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055332340" xml:id="d1e38253_entity-link"/> unsere Fahrt zur Talsperre, <note type="editorial" xml:id="d1e38256">Vgl. .</note> Gespräche über <unclear>die Natur</unclear> von <unclear>Tobias</unclear>, jetzt reise ich morgen zu <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38265">Schranz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38265_entity-link"/> von meiner Einsamkeit weg; dabei bin ich ohne peur d'être seul, sondern liebe die Einsamkeit. Abends zum Essen eine kalte Ente und eine Flasche von dem Moselwein, den <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e38274">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e38274_entity-link"/> besorgt hat. Nachher eine Stunde Karten gespielt mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e38279">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e38279_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38282">Duschka</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38282_entity-link"/> die große Freude am Skatspielen hatte. Müde zu Bett, während Duschka noch in der Küche war und dann an Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e38287">Samić</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e38287_entity-link"/> schrieb. Traurig wegen <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e38291">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e38291_entity-link"/> deren volle Entfremdung ich fühle; grauenhaft die Verdoppelung in den Geschwistern. Ich habe es mit der fürchterlichen <rs ref="#SchmittCari" type="person" xml:id="d1e38296">Cari</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittCari" xml:id="d1e38296_entity-link"/> ebenso gemacht und nun trifft mich die gerechte Antwort.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-28" n="1943-09-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38302">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-28">Dienstag 28/9 43</date>. Schönes kaltes Wetter, herrlicher Kaffee zum Frühstück, Brief an <rs ref="#GremmelsHerbert" type="person" xml:id="d1e38308">Gremmels</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GremmelsHerbert" xml:id="d1e38308_entity-link"/> Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e38311">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e38311_entity-link"/> <note type="editorial" xml:id="d1e38314">Abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 165-166</bibl>.</note> Vorlesungsankündigung an die Universität geschickt, arbeitsfreudig, Schauer vor der Entfremdung mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e38322">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e38322_entity-link"/> trauriges Dasein eines Flüchtlings. Um 12 zur Bahn nach <rs ref="#__GND_124918696X" type="place" xml:id="d1e38327">Siedlinghausen</rs>, am <rs ref="#Bahnhof" type="place" xml:id="d1e38330">Bahnhof</rs> <rs ref="#ThofelIda" type="person" xml:id="d1e38333">Ida Thofel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ThofelIda" xml:id="d1e38333_entity-link"/> getroffen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38338">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38338_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e38342">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e38342_entity-link"/> brachten mich zur Bahn, im Zug einen Augenblick allein, schöne Ruhe und Einsamkeit. In <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e38347">Hagen</rs> eine Stunde Aufenthalt, sehr kalt auf dem Bahnsteig, im Wartesaal auf dem <rs ref="#__GND_7697396-7" type="place" xml:id="d1e38350">Bahnhof</rs>, die armen Menschen, vergaß als Zuschauer, wie arm ich selber bin. Schönen Platz 1. Klasse im Zug nach <rs ref="#__GND_4006079-2" type="place" xml:id="d1e38355">Bestwig</rs>, nett über Kriegsbegriff gelesen, vielleicht überschätze ich doch <rs ref="#__GND_124148336" type="person" xml:id="d1e38359">Quincy Wright</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124148336" xml:id="d1e38359_entity-link"/> Sah die entsetzlich häßlichen Ortschaften <unclear><rs ref="#__GND_4018673-8" type="place" xml:id="d1e38365">Fröndenburg</rs></unclear>, <rs ref="#__GND_4065918-5" type="place" xml:id="d1e38368">Wickede</rs> usw. Die Zerstörung durch Möhne-Talsperreneinbruch. <note type="editorial" xml:id="d1e38371">Am 17. Mai 1943 zerstörte ein britischer Luftangriff die Staumauer der Möhnetalsperre, was eine riesige Flutwelle erzeugte.</note> Angst, daß diese <unclear xml:id="d1e38377"><app><lem>Häßlichkeit</lem><rdg>häßliche,</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e38377_alt-rdg" target="#d1e38377">Alternative Lesart zu „Häßlichkeit“: häßliche,</note> sehr konkrete Folgewirkungen herbeiziehen muß, Zerstörungen grauenhafter Art. Menschen, die sich solche Häuser bauen, müssen sich selbst vernichten. <rs ref="#__GND_2020170-9" type="place" xml:id="d1e38384">Neheim-Hüsten</rs>; glücklich, dieser Enge entronnen zu sein, diesen Fabrikanten und Fabrikantensöhnen, diesen armen Geld<c type="ephemeral-hyphen">-</c>machern, diesem schweinischen Reichtum. Hübsch sind nur die Eisenbahnbeamtinnen in Hosen und Käppis. Dachte an meine Jugend, an <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e38397">Attendorn</rs>, meine Mitschüler, meinen unbewußten Respekt vor dieser Art Reichtum, all dem bin ich entronnen, Glück und Fluch. Aber was bedeutet es, daß ich jetzt dahin zurückkehre? In meine proletarische Jugend kehre ich zurück, weiter nichts. Im Zug nach Siedlinghausen die lächerliche Frau, die schrie, weil ihr Kind hustete. Ekelhaft, in Siedlinghausen holte mich <rs ref="#SchranzVeronica" type="person" xml:id="d1e38404">Veronica</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchranzVeronica" xml:id="d1e38404_entity-link"/> ab, kleidete mich um, <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38407">Schranz</rs> kam, sprach über <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e38413">Konrad Weiß</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e38413_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e38416">Rosskopf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e38416_entity-link"/> <unclear>die Hochschulmeisterei</unclear>, nett unterhalten bis zum Essen. Nach dem Abendessen (Veronica ist schwanger und ging ins Bett) 2 Flaschen Alsheimer mit Schranz, <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e38423">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e38423_entity-link"/> kam noch, ich sprach zu viel, bis 12 Uhr.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55432">
                        Schrieb an <rs type="person" ref="#GremmelsHeinrich" xml:id="d1e55436">Gremmels</rs><note type="editorial" xml:id="d1e55438">Nicht abgedruckt in: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Gremmels</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1938-1956</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2001</date>, S. 51-129</bibl>.</note> und Frau <rs type="person" ref="#__GND_116848715" xml:id="d1e55443">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e55443_entity-link"/> (28/9 43): <quote source="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=165-166" xml:id="d1e55446">Die psychischen Reserven von Frau <rs type="person" ref="#__GND_116799471" xml:id="d1e55448">Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e55448_entity-link"/> sind anscheinend unerschöpflich, und was mich selbst anbetrifft, so gilt der Satz: on se lasse de toût, excepté de penser.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55446_quote-src" target="#d1e55446">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 165-166</bibl>.</note> An Frau von Schnitzler: <quote source="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=165-166" xml:id="d1e55460">Die Zahl der Behörden verdreifacht sich täglich, und mit den Methoden und Denkgewohnheiten des Professors des Völkerrechts und des Verfassungsrechts bin ich gegenüber solchen Problemen in der qualvollen Lage eines Athleten, der gezwungen wird, mit Aufwand größter Muskelkraft leere Streichholzdosen zu stemmen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55460_quote-src" target="#d1e55460">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 165-166</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-29" n="1943-09-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e38429">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-29">Mittwoch 29/9 43</date>. Bis 10 im Bett. Traum: ich bin bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e38435">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e38435_entity-link"/> im Luftschutzkeller, in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e38438">Berlin</rs>, es schlägt ein, Traurigkeit, daß ich hingegangen bin; nachher Traum: In einem Laden, wo ich Papier und Klebstoff kaufe, nett bedient worden, aber irgendwie dumm und lächerlich. Frühstückte und las: <rs ref="#__GND_118648446" type="person" xml:id="d1e38446">Altheim</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118648446" xml:id="d1e38446_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118693220" type="person" xml:id="d1e38449">Dagobert Frey</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118693220" xml:id="d1e38449_entity-link"/> vieles andere, sehr zufrieden, trotz der kalten Füße. Gutes Mittagessen, nachher nicht zu Bett, um 3 Tee getrunken mit <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38454">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38454_entity-link"/> und Frau <rs ref="#SengeAlix" type="person" xml:id="d1e38457">Senge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SengeAlix" xml:id="d1e38457_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e38460">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e38460_entity-link"/> kam auch, hatte das Gefühl, lächerlich zu sein, machte einen Spaziergang mit Niermann zum <rs ref="#ForsthausSiedlinghausen" type="place" xml:id="d1e38466">Forsthaus</rs>, über alles mögliche zu viel geredet, schließlich natürlich <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e38470">Konrad Weiß</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e38470_entity-link"/> Um ½ 7 zu Hause, umgekleidet, wir wurden gefahren, schönes Abendessen, wieder rheinhessischer Wein getrunken, mit Niermann und Frau Senge, aber sehr müde, die amerikanischen und englischen Flieger flogen 1 Stunde hindurch über uns weg, Alarm, dachte mit Entsetzen an Berlin und die Möglichkeit, dort zu sein. 11 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-30" n="1943-09-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38481">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-30">Donnerstag 30/9 43</date>. Wieder bis 10 im Bett und sehr behaglich. <rs type="document" ref="#__ZOTERO_QCUAVSDU" xml:id="d3e38504">Offenbarung</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QCUAVSDU" xml:id="d3e38504_entity-link"/> gelesen von Hartenstein (Korntal), erst tiefer Eindruck, dann
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38499">
                        verging es schnell, aber doch auch mit <rs ref="#SchranzVeronica" type="person" xml:id="d1e38503">Veronica</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchranzVeronica" xml:id="d1e38503_entity-link"/> gesprochen, will morgen abreisen. Des Nachts habe ich <rs ref="#__ZOTERO_E9CWEUQU" type="document" xml:id="d3e38523">Irmensul</rs> von Jost Trier gelesen, von <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38515">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38515_entity-link"/> untersucht Hypotonie, sonst bis nach dem Mittagessen geschlafen (vorher Frau <rs ref="#WirsingEwersAnnemarie" type="person" xml:id="d1e38521">Wirsing</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WirsingEwersAnnemarie" xml:id="d1e38521_entity-link"/> das frühere Fräulein Ewers), Tee getrunken, zu Frau <rs ref="#SengeAlix" type="person" xml:id="d1e38524">Senge,
                            <note type="editorial" xml:id="d1e38528">Die gebürtige Russland-Deutsche Alix Senge-Voss, Konzertgeigerin aus Petersburg, kurze Biographie bei 
                                <bibl type="book"><author>Eugen Senge-Platten</author> und <author>Egon Pfeifer</author>, <title>Eugen Senge-Platten zum 100. Geburtstag: Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen. Museum Holthausen, 20. Juli bis 11. August 1990</title>, Fredeburg: Grobbel <date>1990</date>, S. 295</bibl>.
                            </note></rs> leider kein Konzert (<rs ref="#SeniorWalter" type="person" xml:id="d1e38535"><unclear>Senior</unclear> Walter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SeniorWalter" xml:id="d1e38535_entity-link"/> spielte), <unclear>besahen</unclear> die Zeichnungen und Aquarelle von <rs ref="#__GND_118764586" type="person" xml:id="d1e38542">Senge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118764586" xml:id="d1e38542_entity-link"/> aus Sizilien, die Portraits seines <rs ref="#VaterSenge" type="person" xml:id="d1e38546">Vaters</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VaterSenge" xml:id="d1e38546_entity-link"/> (wunderbar). Schranz (oberflächlich und inhaltslos) und <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e38549">Rosskopf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e38549_entity-link"/> eine große Enthüllung, dieser in sich unsichere und gewalttätige unverbesserliche Nazi. Der arme <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e38555">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e38555_entity-link"/> stimmte immer zu, ging dann mit ihm den Weg nach <rs ref="#__GND_1036482545" type="place" xml:id="d1e38558">Bödefeld</rs>. Leider gibt es keine roten Ebereschen. Müde, spreche zu viel, er sprach über die Schonungslosigkeit des Deutschen Idealismus, erkundigte mich an der Bahn, zu Hause nach dem Abendessen schönen Badischen Wein und Nahewein; mit Niermann, Frau <rs ref="#AustenHedwig" type="person" xml:id="d1e38565">Austen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AustenHedwig" xml:id="d1e38565_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e38568">Es handelt sich um Hedwig Austen, die Ehefrau von <rs ref="#__GND_122625323" type="person" xml:id="d1e38570">Ernst Austen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122625323" xml:id="d1e38570_entity-link"/> einem mit Senge befreundeten Maler und Dorfbewohner in Siedlinghausen. Siehe 
                            <bibl type="book"><author>Eugen Senge-Platten</author> und <author>Egon Pfeifer</author>, <title>Eugen Senge-Platten zum 100. Geburtstag: Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen. Museum Holthausen, 20. Juli bis 11. August 1990</title>, Fredeburg: Grobbel <date>1990</date></bibl>.</note> Niermann ging um 12 nach Hause, obwohl Frau Austen noch blieb, fand das ziemlich unmöglich. Frau Austen äußerte ihre Verachtung für die Männer im allgemeinen und die Münsteraner im besonderen, die träge und bequem sind. <unclear>Gegen <unclear reason="omission"/> ich ins Bett</unclear>. Große Liebe zu Schranz. Begegnung mit der <quote source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=655" xml:id="d1e38587">Notiz</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e38587_quote-src" target="#d1e38587">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 655</bibl>.</note> für <rs ref="#__GND_11860922X" type="person" xml:id="d1e38591"><unclear>C</unclear> Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11860922X" xml:id="d1e38591_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_118630520" type="person" xml:id="d1e38597">Weiss</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630520" xml:id="d1e38597_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09-30_n-2" n="1943-09-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e54991">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-09-30">30/9 43</date>: Fand bei <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e54997">Schranz</rs> <corr/> eine Notiz für Carl Schmitt von Konrad Weiss:
                    </ab>
                    <lg source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=655" xml:id="d1e55009">
                        <l>Manchmal, wenn man sich vergißt</l> 
                        <l>nur den Schein der Sonne spürt,</l> 
                        <l>hilflos von ihr angerührt,</l> 
                        <l>merkt man sinnend, daß <q>zu sein</q></l> 
                        <l>und dafür der Dank allein</l> 
                        <l>unsre ganze Habe ist.</l> 
                        <l>Unsrer Welt miteingegoren,</l> 
                        <l>geht die Habe uns verloren,</l> 
                        <l>fragend, was ich sonst noch bin,</l> 
                        <l>fahre weiter, dunkler Sinn.</l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="d1e55009_quote-src" target="#d1e55009">
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 655</bibl>.
                        </note>
                    </lg>
                    <ab xml:id="d1e55058">
                        (Ich müßte sagen:
                    </ab>
                    <lg xml:id="d1e55060">
                        <l><hi>dieser</hi> Welt</l> 
                        <l>miteingegoren</l> 
                        <l>ging die Habe mir verloren)</l></lg>
                    <ab xml:id="d1e55073">
                        <rs ref="#__GND_118549855" type="person" xml:id="d1e55077">Herodot</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118549855" xml:id="d1e55077_entity-link"/> III, 38 schließt seine Beschreibung der verschiedenen Sitten der verschiedenen Völker mit <corr>dem</corr> Wort <rs ref="#__GND_118594427" type="person" xml:id="d1e55086">Pindars</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594427" xml:id="d1e55086_entity-link"/> νόμον πάντων βασιλέα (fr. 169).<note type="editorial" xml:id="d1e55089">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 42</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e55095">
                        Anklage gegen <rs ref="#__GND_118615270" type="person" xml:id="d1e55099">Sokrates</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118615270" xml:id="d1e55099_entity-link"/> Das δεοὺϛ οὔϛ ἡ πόλις νομίζει ού νομίζοντα übersetzt <quote source="#__ZOTERO_Q3J8KE2A?p=729" xml:id="d1e55113">Nilsson S. 729<app><lem type="origin">Die formelle Anklage des Meletos beschuldigte ihn, die Jünglinge zu verderben und nicht dieselben Götter wie die Stadt, sondern andere neue Götter zu haben.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55113_quote-src" target="#d1e55113">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Martin Persson Nilsson</author>, <title>Geschichte der griechischen Religion. Bis zur griechischen Weltherrschaft</title>, München: C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung <date>1941</date> (<title type="series">Handbuch der Altertumswissenschaft</title> Fünfte Abteilung, Zweiter Teil, Erster Band), S. 729</bibl>. Ursprünglicher Text: Die formelle Anklage des Meletos beschuldigte ihn, die Jünglinge zu verderben und nicht dieselben Götter wie die Stadt, sondern andere neue Götter zu haben.</note> Sieht neutral werden mit haben, nicht mit glauben an!! <note type="editorial" xml:id="d1e55130">In der diesbzegüglichen Anmerkung schreibt Nilsson: ich habe absichtlich ein absolut neutrales Wort eingesetzt, <quote xml:id="d1e55132">glauben an</quote> trägt schon zuviel hinein.</note> <quote source="#__ZOTERO_Q3J8KE2A" type="document" xml:id="d1e55136">Geschichte der griechischen Religion 1941 (Handbuch der Altertumswissenschaft)</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55136_quote-src" target="#d1e55136">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Martin Persson Nilsson</author>, <title>Geschichte der griechischen Religion. Bis zur griechischen Weltherrschaft</title>, München: C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung <date>1941</date> (<title type="series">Handbuch der Altertumswissenschaft</title> Fünfte Abteilung, Zweiter Teil, Erster Band)</bibl>.</note> Es heißt doch: Für ihn sind die Götter, die für die Stadt maßgebend sind, nicht maßgebend. <unclear>Zusammenhang</unclear> von πόλιϛ <gap/>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-09-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55153">
                        Jost <hi>Trier</hi>, <quote source="#__ZOTERO_E9CWEUQU" xml:id="d1e55160">Irminsul</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55160_quote-src" target="#d1e55160">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Jost Trier</author>, <title>Irminsul</title>, in: <title>Westfälische Forschungen</title>, 1941, Bd. 4, S. 99-133</bibl>.</note>, Westfälische Forschungen, Münster, 1941, S. 99f. Die I. ist die Firstsäule des Hauses, von dort auf die Welt übertragen (also ein bautümliches, nicht wachstümliches Bild); sie hat eine gabelige Spitze (Giebel), in der sie den Firstbaum trägt. Sustinens omnia <unclear>wird auf</unclear> <corr>das</corr> Kreuz Christi übertragen. <rs ref="#__GND_118683659" type="person" xml:id="d1e55203">Firmicus Maternus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118683659" xml:id="d1e55203_entity-link"/> in Minden,<note type="editorial" xml:id="d1e55210">Die einzige Handschrift von <q>De errore profanarum religionum</q>, der zweiten Schrift des Julius Firmicus Maternus, befand sich im Mittelalter in Minden; vgl. <quote source="#__ZOTERO_E9CWEUQU?p=129-130" type="document" xml:id="d1e55214"/>.
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e55214_quote-src" target="#d1e55214">Quelle: 
                                <bibl type="journalArticle"><author>Jost Trier</author>, <title>Irminsul</title>, in: <title>Westfälische Forschungen</title>, 1941, Bd. 4, S. 99-133, hier S. 129-130</bibl>.
                            </note></note> die Welt als ein Haus.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e55223">
                        Ernst Wadstein, <quote source="#__ZOTERO_PNE5M2J2" xml:id="d1e55229">Die eschatologische Ideengruppe im Mittelalter, Z. f. wiss. Theol. 49 (1896), 268f.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55229_quote-src" target="#d1e55229">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Wadstein</author>, <title>Die eschatologische Ideengruppe: Antichrist - Weltsabbat - Weltende und Weltgericht in den Hauptmomenten ihrer christlich-mittelalterlichen Gesamtentwicklung</title>, in: <title>Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie</title>, 1896, Bd. 39, S. 251-293</bibl>.</note> Nachsehen, ob etwas über κατέχον.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e55245">
                        Ortega y Gasset, <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF" xml:id="d1e55251">Über das römische Imperium</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55251_quote-src" target="#d1e55251">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date></bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=127" xml:id="d1e55257">das Recht setzt die Verzweiflung vor dem Menschlichen voraus. Sobald die Menschen anderen mißtrauen, setzen sie etwas vorsätzlich Unmenschliches zwischen sich, um miteinander umgehen und handeln zu können: das Gesetz</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55257_quote-src" target="#d1e55257">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 127</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?P=128" xml:id="d1e55272">der große <rs ref="#__GND_118573624" type="person" xml:id="d1e55275">Titus Livius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118573624" xml:id="d1e55275_entity-link"/> (II 3): Leges rem surdam, inexorabilem esse, nihil laxamenti neque veniae habere, si modum excesseris. Das Gesetz ist hart wie Stein, Eisen, es kann alles verordnen, unterscheidet die Räume der Menschen, aber diese fließen dann aus dem Gesetz!<app><lem type="origin">Das Gesetz ist unerbittlich und hart wie ein Gestein. Es gleicht mehr dem Eisen als dem Fleisch. Das Gesetz wird die größten Unterschiede des Ranges, der Verpflichtung, des Standes verordnen können, aber all dies wird aus ihm fließen, und kein Mensch, auch nicht der am meisten durch das Gesetz privilegierte, wird der Vorschrift näher oder ferner stehen als irgendein anderer.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55272_quote-src" target="#d1e55272">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>,</bibl>. Ursprünglicher Text: Das Gesetz ist unerbittlich und hart wie ein Gestein. Es gleicht mehr dem Eisen als dem Fleisch. Das Gesetz wird die größten Unterschiede des Ranges, der Verpflichtung, des Standes verordnen können, aber all dies wird aus ihm fließen, und kein Mensch, auch nicht der am meisten durch das Gesetz privilegierte, wird der Vorschrift näher oder ferner stehen als irgendein anderer.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=128" xml:id="d1e55299">In der Monarchie geschieht das Gegenteil, das Gesetz wird durch den Willen des Monarchen ersetzt</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55299_quote-src" target="#d1e55299">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 128</bibl>.</note> Dann dumme Antithese: <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=149-153" xml:id="d1e55307">Der Staat als Haut</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55307_quote-src" target="#d1e55307">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 149-153</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=152" xml:id="d1e55312">der Staat als orthopädische Maschine</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55312_quote-src" target="#d1e55312">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 152</bibl>.</note> usw. <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=89" xml:id="d1e55316">Hinweis auf Rostovtzeff, <rs ref="#__ZOTERO_SHU468TC" type="document" xml:id="d3e55349">Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Römischen Imperiums 1926</rs></quote>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SHU468TC" xml:id="d3e55349_entity-link"/><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55316_quote-src" target="#d1e55316">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 89</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=109" xml:id="d1e55326">Kommentar Ciceros <rs ref="#__GND_4126749-7" type="work" xml:id="d1e55330">de re publica</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4126749-7" xml:id="d1e55330_entity-link"/> was ist die Substanz der römischen Republik<supplied>?</supplied> Die Auspizien und der Senat</quote>!<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55326_quote-src" target="#d1e55326">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 109</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=120" xml:id="d1e55344"><rs ref="#__GND_118521748" type="person" xml:id="d1e55345">Auguste Comte</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118521748" xml:id="d1e55345_entity-link"/> sagt: Teilnahme an der Herrschaft <hi>ist grundsätzlich herabwürdigend</hi></quote>!<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55344_quote-src" target="#d1e55344">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 120</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=126" xml:id="d1e55351">Könige erscheinen den Amerikanern wie <unclear>Schnabeltiere</unclear>, <unclear>erregen</unclear> keinen Haß.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55351_quote-src" target="#d1e55351">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 126</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-01" n="1943-10-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38603">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-01">Freitag 1/10 43</date>. Etwas Kopfschmerzen, nachts eine Stunde Varè, <rs ref="#__ZOTERO_DVM9II5E" type="document" xml:id="d3e38629">Der lachende Diplomat</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_DVM9II5E" xml:id="d3e38629_entity-link"/> gelesen, schönes Frühstück, <rs ref="#SchranzVeronica" type="person" xml:id="d1e38615">Veronica</rs> erzählte von der sonderbaren Begegnung in Passau mit einer Russin, die bei <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38621">Duschkas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38621_entity-link"/> Geburtstag dabei war. <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e38624">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e38624_entity-link"/> kam, langweilig, aber irgendwie rührend. Zum Mittagessen Reibekuchen, <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38629">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38629_entity-link"/> fuhr mich zum <rs ref="#BahnhofSiedlinghausen" type="place" xml:id="d1e38632">Bahnhof</rs>, bekam keine Leberwurst mit. In der Bahn bis <rs ref="#__GND_4006079-2" type="place" xml:id="d1e38637">Bestwig</rs>, müde am Bahnhof auf den Zug nach <rs ref="#__GND_7701002-4" type="place" xml:id="d1e38640">Wennemen</rs> gewartet, passiv, willenlos, lebensunfähig.
                    </ab>
                    <lg xml:id="d1e38644">
                        <l>Dieser Welt miteingegoren,</l> 
                        <l>ging dieHabe mir verloren.</l></lg>
                    <ab xml:id="d1e38654">
                        In Bestwig eine Stunde gewartet, die Beklemmung, in dem Unflat der Großstadt zu sein, diese ausgezogenen und wieder eingezogenen Massen, überfüllter Zug nach Wennemen, dort wieder eine Stunde gewartet, dann sehr erholt mit der Bahn nach <rs ref="#__GND_4218442-3" type="place" xml:id="d1e38662">Finnentrop</rs>, durchs herrliche <rs ref="#__GND_4051800-0" type="place" xml:id="d1e38665">Sauerland</rs>, steil und gebirgig, <rs ref="#__GND_1046073206" type="place" xml:id="d1e38669">Wenholthausen</rs>, <rs ref="#__GND_4015538-9" type="place" xml:id="d1e38672">Eslohe</rs>, <rs ref="#__GND_1025060156" type="place" xml:id="d1e38676">Kückelheim</rs>, in Konrad Weiss <rs ref="#__ZOTERO_F9U3D9C2" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e38696">Löwin</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F9U3D9C2" xml:id="d3e38696_entity-link"/> gelesen, sehr ergriffen und doch ist es nur Wortgesumse.<note type="editorial" xml:id="d1e38682">Schmitts Exemplar hat sich im Nachlass erhalten, RW 0265 Nr. 23198.</note> Immer nach Bestätigungen gesucht für mich, meinen <quote rend="quoted" xml:id="d1e38688">Mangel</quote>. Ekel vor meinen Besitzängsten und <unclear>Wünschen</unclear>. In Finnentrop lange gewartet, wie oft schon in meinem Leben; in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e38695">Plettenberg</rs>, etwas geil. Um 7 Uhr dort, schönes Abendessen mit Rotwein, hinterher großartigen Schnaps, den <unclear><rs ref="#TrumicAngelina" type="person" xml:id="d1e38702">Angelina</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#TrumicAngelina" xml:id="d1e38702_entity-link"/> geschickt hatte. Währenddessen begann der Luftangriff auf Hagen, um 10 Uhr sahen wir von unserem Fenster, wie Feuer vom Himmel fiel, ungeheuerlich roter Schein, schauerliche <unclear>Lichtblitze</unclear>, Fräulein <rs ref="#SchneiderFrl" type="person" xml:id="d1e38711">Schneider</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchneiderFrl" xml:id="d1e38711_entity-link"/> schrie und weinte, bekam einen Schnaps, ich trank noch die Flasche leer und ging zu Bett, <unclear>schlug</unclear> den Propheten <rs ref="#__GND_118641387" type="person" xml:id="d1e38719">Obadja</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118641387" xml:id="d1e38719_entity-link"/> auf.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-01" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38813">
                        zum <rs ref="#SchmittsKreuz" type="place" xml:id="d1e38817">Kreuz</rs> an der <rs ref="#HoherMolmert" type="place" xml:id="d1e38820">Hohen Molmert</rs>. Es sieht nach Nordwesten. Große Beruhigung (Angst vor <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e38823">Ritterbusch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e38823_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e38826">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e38826_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e38830">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e38830_entity-link"/> und diesen Machern); vom Pult sind die Volksschullehrer eingezogen, zum Luft-Hilfsdienst in Hagen. <unclear>Züge von Verwundeten kommen</unclear>. Sonderbare Kontinuität, daß ich wieder an diesem Kreuz stehe, wie vor über 10 Jahren, als ich es reinschnitt. Es ist jetzt <unclear>dickrindig</unclear> und harzig wie eine Vulva. Ich weiß nicht, was ich tue, wenn ich mich berühre. Die Luft ist still, wie in starrer Erwartung, der Wald ist verwahrlost, dabei so gespannt abwartend, als hielte der Wald den Atem an; erstarrt von dieser menschlichen Bosheit und Gemeinheit. Ekelhafte schwärzlich-nasse Pilze schossen auf dem trockenen Boden auf. Müde zurück, ergriffen von dem sauerländischen Wald und dem schönen <rs ref="#__GND_4111256-8" type="place" xml:id="d1e38848">Lennetal</rs>. Zu Hause war <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e38851">Emma Achterrath</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AchterrathEmmi" xml:id="d1e38851_entity-link"/> Ich freute mich sehr darüber, sie war <unclear>sympathisch</unclear> und fein, erzählte von ihren Söhnen, der eine hat eine Frau aus Ragusa, der andere ist als Flieger in Sizilien gefallen. Wir tranken schönen Kaffee, dann noch eine Flasche Rotwein, begleitete sie um 7 zu ihrer Wohnung, wie als Knabe von 18 Jahren. Unheimliche Wiederholung. Nach Hause zurück, Wein getrunken (morgen früh reist sie über Wennemen nach Berlin, vergesse, ihr <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e38880">Land und Meer</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e38880_entity-link"/> zu geben), abends noch Skat gespielt, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e38866">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e38866_entity-link"/> herumpolitisiert, um 11 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-02" n="1943-10-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38725">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-02">Samstag 2/10 43</date>. Gut ausgeschlafen, große Begier; schöner, aber zu schneller <unclear>Koitus</unclear>. Der Kaffee schmeckte mir gut, etwas Post von Berlin, <unclear><rs ref="#SchulzeThulinWerner" type="person" xml:id="d1e38736">Schulze-Thulin</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchulzeThulinWerner" xml:id="d1e38736_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e38739">Der Brief von Werner Schulze-Thulin an Schmitt vom 29. September 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 14791. Auf dem Brief findet sich der stenographierte Antwortentwurf vom 18. Oktober 1943: <q>Lieber Herr Schulze-Thulin! Es freut mich sehr, dass Sie gesund und heil nach Berlin zurückgekehrt sind und dass auch Ihre Berliner Wohnung erhalten geblieben ist. Wegen ihrer Tätigkeit als Assistent wenden Sie sich am besten an Herrn <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e38747">Höhn</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e38747_entity-link"/> Ich kann meine Lage, die verzweifelt ist, für die kommenden Monate noch nicht übersehen und sie deshalb nicht als Assistent annehmen. Bei Herrn Höhn fordern Sie dann auch am besten Ihre Dissertation. Mit besten Grüßen und Heil Hitler. Prof. <rs ref="#__GND_11860922X" type="person" xml:id="d1e38757">Carl Schmitt</rs></q>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11860922X" xml:id="d1e38757_entity-link"/></note> widerliches <unclear>Scheusal</unclear>, das daran erinnert, nicht <unclear>auf Recht</unclear> <unclear>verzichten</unclear> zu <unclear>können</unclear>, Ekel vor diesem <unclear>Betrug</unclear>, nach Berlin telefoniert wegen der Möbel, von <unclear><rs ref="#Sch&#xE4;fers" type="person" xml:id="d1e38776">Schäfers</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xE4;fers" xml:id="d1e38776_entity-link"/> aus, ins Dorf, meinen Regenmantel bei Frau <rs ref="#K&#xF6;nigFrau" type="person" xml:id="d1e38779">König</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;nigFrau" xml:id="d1e38779_entity-link"/> geholt, Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e38784">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e38784_entity-link"/> getroffen, bedrückt, muß Montag nach Affeln wegen der Möbel. Immer wieder:
                    </ab>
                    <lg xml:id="d1e38788">
                        <l>Dieser Zeit miteingegoren,</l> 
                        <l>ging die Habe mir verloren.</l></lg>
                    <ab xml:id="d1e38799">
                        Nach dem Mittagessen nicht geschlafen, etwas ausgeruht, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38801">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38801_entity-link"/> ging zu <unclear>Kinkel</unclear>, ich über <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e38806">Böddinghausen</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-03" n="1943-10-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e38874">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-03">Sonntag 3/10 43</date>. Wunderbar ausgeschlafen, wollte um 7 aufstehen und <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e38880">Emma Achterrath</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AchterrathEmmi" xml:id="d1e38880_entity-link"/> nach Finnentrop begleiten, tat es aber nicht. An meinem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e38901">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e38901_entity-link"/> herumkorrigiert, herrliches Wetter, vor dem Frühstück kleiner Spaziergang. Aber oft deprimiert, wenn ich an Berlin denke, soll ich nach Budapest fahren?<note type="editorial" xml:id="d1e38890">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> Nach dem schönen Mittagessen (furchtbare Depressionen) geschlafen, im Hause wird grauenhaft geklimpert. <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e38897">Josef <unclear>Schröder</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e38897_entity-link"/> kam zum Kaffee, ich schrieb an (<rs ref="#__GND_1055450262" type="person" xml:id="d1e38901">Eggert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055450262" xml:id="d1e38901_entity-link"/> Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e38904">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11722135X" xml:id="d1e38904_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e38907">Abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date>, S. 82-83</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e38913">Schranz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e38913_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1024826899" type="person" xml:id="d1e38916">Grauert</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1024826899" xml:id="d1e38916_entity-link"/> und ging mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e38920">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e38920_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e38923">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e38923_entity-link"/> zum Grabe der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e38926">Mutter</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e38926_entity-link"/> Schöner Abend; die Berge schlafen immer, sind schlafende Riesen, sagte Duschka. Sehnsucht, Erhabenheit. Nach dem Essen wieder mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e38932">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e38932_entity-link"/> Skat gespielt, bis 11 (Beromünster),<note type="editorial" xml:id="d1e38935">Möglicherweise Hinweis auf den Schweizer Radiosender, der in weiten Teilen Europas zu empfangen war.</note> dann zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-04" n="1943-10-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e38941">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-04">Montag 4/10 43</date>. Bis 10 geschlafen (nach der neuen Zeit war es aber erst 9),<note type="editorial" xml:id="d1e38947">1940 wurde in Deutschland die Sommerzeit eingeführt, die erst 1949 beendet wurde. 1943 wurden am 4. Oktober um 3.00 Uhr die Uhren auf Normalzeit (Winterzeit) umgestellt.</note> Traum: Ein Fräulein zeigt mir ein wildrotes französisches Tuch, eine Karte von Orleans, das kostete nur 1 ½ Pfennig, schöne blaue Augen, erotische <unclear>Nägel</unclear>, dann plötzlich Schluß. Stand eilig auf und frühstückte eilig, weil ich nach Affeln zum Bürgermeister soll. Immer dieselbe dumme, angstvolle Eile, wegen jeder Kleinigkeit. Mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e38962">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e38962_entity-link"/> über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e38965">Graben</rs>, herrlicher Morgen, die Nebelsenke. Oben klare, kalte Luft, die friedliche Affelner Gegend, katholisch, ohne Industrie, herrlich blaue Berge im Nebel. Hingerissen von dieser Schönheit und eine Stunde lang sehr glücklich. In <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e38973">Affeln</rs> erst bei <unclear><rs ref="#L&#xFC;wers" type="person" xml:id="d1e38977">Lüwers</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#L&#xFC;wers" xml:id="d1e38977_entity-link"/> In der <rs ref="#__GND_7622581-1" type="place" xml:id="d1e38980">Kirche</rs>; der Altar steht noch da; die rote Kommunionsdecke (Orleans<supplied>)</supplied>, dann beim <rs ref="#B&#xFC;rgermeisterAffeln" type="person" xml:id="d1e38987">Bürgermeister</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#B&#xFC;rgermeisterAffeln" xml:id="d1e38987_entity-link"/> herumgesucht und ihn schließlich, als er beim Essen war, zu Hause getroffen, gewartet, bis er fertig war, dann hielt er uns bis 2 Uhr einen Vortrag über seine Kriegserlebnisse, immer derselbe Typus und derselbe Stil, mit Menschen umzugehen, <rs type="person" ref="#__GND_117009024" xml:id="d1e38995">Zöberlein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117009024" xml:id="d1e38995_entity-link"/>-Geschichte, und die Juden sind an allem schuld. Aber er versprach uns einen Platz in der Schützenhalle.<note type="editorial" xml:id="d1e39000">Standplatz für den erhaltenen Berliner Haushalt der Schmitts nach der Ausbombung.</note> Traurig nach Hause zurück, Bedürfnis, Schnaps zu trinken. Über den Weg nach <rs type="place" ref="#__GND_7624032-0" xml:id="d1e39003">Altenaffeln</rs> durch <rs ref="#Blemke" type="place" xml:id="d1e39009">Blemke</rs> zurück. Todmüde, zu Hause kochte uns <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39012">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39012_entity-link"/> noch eine Suppe und schönen Apfelkuchen. Schlief dann 2 Stunden, todmüde, am Rücken wie gelähmt. Dazu das scheußliche Geklimper der Schüler von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39017">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39017_entity-link"/> eine wahre Musikhölle, in der Musik<unclear>szene</unclear> von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e39025">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e39025_entity-link"/> fehlt das Klavier. Um 7 wieder aufgestanden, sehr erholt, aber was will ich tun? Angriff auf Kassel, vielleicht auch Berlin? In <corr>Er</corr>wartung der Dinge; um 7 ist es schon dunkel. Jetzt kommt der Winter, Verhungern in Berlin, im Hotel,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e39039">
                        ohne Kleider. Das ist dann Gottvertrauen, armer Mann von <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e39043">Plettenberg</rs>. Abends den sauren Moselwein von <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e39046">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e39046_entity-link"/> getrunken, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e39050">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e39050_entity-link"/> Karten gespielt, noch etwas Radio gehört (die guten Schweizer),<note type="editorial" xml:id="d1e39053">Den Schweizer Radiosender Beromünster.</note> um 11 zu Bett: Wieder hörte man die englischen Flugzeuge.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55490">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-04">4/10 43</date> in <rs type="place" ref="#__GND_1095669222" xml:id="d1e55496">Affeln</rs>: Der schöne <rs type="document" ref="#__ZOTERO_Q7KAGH2C" xml:id="d3e55527">Altar</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Q7KAGH2C" xml:id="d3e55527_entity-link"/> steht noch und ist nicht eingepackt; sah die bordeauxrote Decke, von der ich nachts geträumt hatte (Orléans) an der Kommunionbank der Pfarrkirche. Ist das nicht eine Einladung, betete den Engel des Herrn. Wie viele geheimnisvolle Fäden halten und leiten mich; hoffentlich habe ich sie nicht durch das schauerliche Gespräch mit diesem <rs type="person" ref="#__GND_117009024" xml:id="d1e55512">Zöberlein</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117009024" xml:id="d1e55512_entity-link"/> zerstört.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-04_n-2" n="1943-10-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54816">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-04">4/10 43</date>. Auf dem Weg nach <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e54824">Affeln</rs>: Die Enthebung, die mir widerfuhr, war ein Zwang zum Integrum; eine wahre Integrierung; woher die scheußliche, falsche Bedeutung von Integrieren, im Sinne von <rs ref="#__GND_118616099" type="person" xml:id="d1e54843">Spener</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616099" xml:id="d1e54843_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e54848"><unclear>Smend</unclear></rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e54848_entity-link"/> Nicht <hi>in</hi> etwas, sondern aus etwas heraus in mich selbst; ab integro <supplied>nascitur</supplied> ordo<note type="editorial" xml:id="d1e54861">Zitat aus Vergil, 4. Ekloge, Verse 5-8, dt.: Ordnung entsteht aus dem Ganzen.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54864">
                        Deutliche Erkenntnis: Deutschland ist gerettet <corr>worden</corr> durch Kirchenspaltung, dadurch, daß Katholiken und Protestanten sich separierten, und sich nicht entschieden, nicht eine Einheit bildeten, im Sinne der damaligen staatlichen Gleichschaltung; Freiheit gegen Einheit. Der Einheitswahn ist heute eine Folge der Selbstvernichtung; <quote source="#__ZOTERO_NUU7KK56?verse=4&amp;line=7" xml:id="d1e54879">laß fahren daher</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54879_quote-src" target="#d1e54879">Quelle: 
                            <bibl type="artwork"><author>Martin Luther</author>, <title>Ein feste Burg ist unser Gott</title> (Kirchenlied), 1529, 4. Strophe, Zeile 7</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_2V8RQBCU?line=11745" xml:id="d1e54883">was dir nicht angehört</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54883_quote-src" target="#d1e54883">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Faust. Eine Tragödie. [Zweiter Theil]</title>, in: <title>Goethes Werke</title>, hg. von <editor>Erich Schmidt</editor>, Weimar: Böhlau <date>1888</date>, S. 11-337, hier Zeile 11745</bibl>.</note> es fehlt der Mut zum Schisma, der Mut zur Separation, omnis ordo <gap/> est separatio, Schmutz dieser Gleichschalter und <unclear>Einstreicher</unclear>, der <unclear>mich</unclear> und einen Präsidenten <gap/>, oder sogar in dieselbe Einheit sperrt, uns beide in gleicher Weise benutzen und betrügen kann. Totalität des Todes und des Nichts; Nichts der Totalität und des Todes.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54915">
                        Das <hi>alte</hi> Europa ist aus lauter Separationen entstanden; das ist seine Größe und sein Geheimnis; das Geheimnis Europas; selbst die Feindschaft zwischen Rumänen und Ungarn, auch zwischen Kroaten und Serben.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-05" n="1943-10-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39059">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-05">Dienstag 5/10 43</date>. Gut ausgeschlafen, schöner Kaffee, mein Manuskript geschrieben, wollte es heute Nachmittag zu dem Rechtsanwalt <rs ref="#RAK&#xFC;chen" type="person" xml:id="d1e39065">Küchen</rs> bringen. Dann ein herrlicher Spaziergang zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e39070"><corr>Ibsenstein</corr></rs>, wieder ganz in der Landschaft, die Quelle meiner Kraft. Nach dem Mittagessen geschlafen, wieder Angst vor Berlin. Nachricht von dem Tagesangriff auf Frankfurt.<note type="editorial" xml:id="d1e39076">Am 4. Oktober 1943 erlebte Frankfurt am Main den ersten Großangriff, erst am Morgen, dann am Abend mit 402 englischen und 3 amerikanischen Bombern. 529 Menschen starben.</note> Um ½ 5 mit der armen, guten <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39079">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39079_entity-link"/> zur Stadt, beim Schuster <rs ref="#SchusterGeck" type="person" xml:id="d1e39082">Geck</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchusterGeck" xml:id="d1e39082_entity-link"/> Ein fröhlicher Toskaner, mit <rs ref="#__GND_118605798" type="person" xml:id="d1e39087">Sauerbruch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605798" xml:id="d1e39087_entity-link"/> befreundet, zum Rechtsanwalt Küchen, dummerweise mein Manuskript einem hilflosen Mädchen gegeben, das wird scheußlich, bei <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e39093">Emil Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e39093_entity-link"/> vorbei, der aber nicht zu Hause war. Den <rs type="place" ref="#WallGraben" xml:id="d1e39096">Wall-Graben</rs> heruntergegangen und mich an meine dortigen Begegnungen mit <unclear><rs ref="#DierkesKl&#xE4;rchen" type="person" xml:id="d1e39102">Klärchen Dierkes</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DierkesKl&#xE4;rchen" xml:id="d1e39102_entity-link"/> erinnert, schöner, ernster Abend, durch den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e39105">Saley</rs> zurück, wunderbar ergriffen von den Linien der Berge, das ist also meine seelische Heimat; du lebst noch in deiner Jugend, jetzt wirst du herausgeworfen. Denke an die Juden in Dänemark, von denen 1000 in kleinen Booten über die stürmische Ostsee flüchteten. Trotzdem geht es ihnen besser als mir. Wir sind schon im Katarakt. Seit 5 Tagen ohne Post. Das wird noch Monate dauern, wenn nicht Jahre lang. Dieser war <unclear xml:id="d1e39117"><app><lem>im Bösen</lem><rdg>ihm böse</rdg><rdg>ganz böse</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e39117_alt-rdg" target="#d1e39117">Alternative Lesarten zu „im Bösen“: ihm böse, ganz böse</note> die anderen nur halb. Krach zwischen <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39123">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39123_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39126">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39126_entity-link"/> wegen des Zimmers, Üssie ist nach Hagen gefahren, Duschka holt sie ab. Zum Abendessen 2 Flaschen Weißwein, Skat mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e39132">Opa</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e39132_entity-link"/> noch im Musikzimmer Münster gehört.<note type="editorial" xml:id="d1e39135">Den Schweizer Radiosender Beromünster.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-06" n="1943-10-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39141">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-06">Mittwoch 6/10 43</date>. Traum: in der Stadtbahn in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e39147">Berlin</rs>, <rs ref="#__GND_4393561-8" type="place" xml:id="d1e39150">Lehrter Bahnhof</rs>, <rs ref="#__GND_4811105-3" type="place" xml:id="d1e39153">Bellevue</rs>, die Geleise sind beschädigt, der Zug stößt und schwankt, etwas fällt mir auf den Kopf (eine Matratze aus dem Gepäcknetz). Immer wieder diese Luftangriffsträume von Berlin. Herrliches Sauerlandwetter, Post (die Fakultät schickt den Entwurf einer neuen Verwaltungsvorlesung), alles nur Vorbereitung, erleichtert. Nachricht von dem schweren Angriff auf Frankfurt in der Nacht von Montag auf Dienstag.<note type="editorial" xml:id="d1e39163">Am 4. Oktober 1943 erlebte Frankfurt am Main den ersten Großangriff, erst am Morgen, dann am Abend mit 402 englischen und 3 amerikanischen Bombern. 529 Menschen starben.</note> Kann also nicht nach Frankfurt reisen, was mir recht ist. Arbeite etwas an der Sache für das Postministerium,<note type="editorial" xml:id="d1e39168">Bisher nicht ermittelt.</note> rührend wenig. Dann Spaziergang in den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e39171">Saley</rs>, ½ 12 wieder in dem weichen Gewebe meiner tröstlichen Jugenderinnerungen; ohne Habe, in vollem Sein. Herrlich, auf der Höhe des Saley, über <rs type="#Basaltgrube">Basaltgrube</rs> zurück, die Berge träumen in sich hinein in der gläsernen Luft. Nagelte einige Kisten, machte die Bahnkisten auf, aß bescheiden zu Mittag und schlief wie tot 2 Stunden bis 4 Uhr. Was soll das hier, ich bin völlig arbeitsunfähig und passiv. Trank Kaffee, Telegramm von Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e39184">von Schnitzler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e39184_entity-link"/> daß ich mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39187">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39187_entity-link"/> kommen soll, doch war das Telegramm vom 2/10. Schrieb ihr gleich einen Brief (weil Duschka mir das sagte), daß wir nicht kommen können, schrieb ich den Vers: <quote source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=655" xml:id="d1e39194">Dieser Zeit miteingegoren, ging die Habe mir verloren</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e39194_quote-src" target="#d1e39194">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 655</bibl>.</note> und, unter dem Eindruck des unglaublich schönen Herbsttages: <quote source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=722" xml:id="d1e39197">Sollst du umsonst gewesen sein, du selig silberblauer Tag?</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e39197_quote-src" target="#d1e39197">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 722</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e39201">Das Telegramm ist nicht erhalten, der Brief aber ist abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 166-167</bibl>.</note> Brachte den Brief zur Post und ging dann den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e39206">Graben</rs> herauf, zum <rs ref="#B&#xF6;hl" type="place" xml:id="d1e39209">Böhl</rs>, über den Friedhof zurück. Wunderbare Gebirgslandschaft, die Bergkegel wie in einem herrlichen langsamen Rhythmus, der zunehmende Mond in der Mitte ganz hell darüber, den Nebel überwindend. Ruhig und ergriffen, am Grabe der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e39217">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e39217_entity-link"/> (Mutter verloren, Habe verloren, was bleibt?). Um 7 wieder zu Hause und mich auf die Flasche Rotwein gefreut. Heute mittag und heute abend in <corr>wunderbarer</corr> silberblauer Luft. Die Glocke des Angelus gehört und den Angelus gebetet. Das ist noch <unclear>stärker</unclear>, als die <unclear>Leichen</unclear> <gap/> und die <unclear>Abdecker hoffen</unclear>. Abends beim Essen fragten wir <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39237">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39237_entity-link"/> nach dem schönen Brief, den <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e39241">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e39241_entity-link"/> geschrieben hat, und was sie als Lehrer zu einem solchen Kind sage, sie antwortete ausweichend: <quote xml:id="d1e39247">euer Sprössling</quote>. Abends noch 2 Flaschen Wein getrunken, mit Duschka im Musikzimmer gesessen, Radio gehört, sie ging todmüde um 11 ½ zu Bett, ich blieb noch bis ½ 1. Der <rs ref="#__GND_119434334" type="person" xml:id="d1e39251">finnische Minister</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119434334" xml:id="d1e39251_entity-link"/> hat <corr/> angeblich gegen die Judenverfolgung in Dänemark protestiert.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-07" n="1943-10-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39263">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-07">Donnerstag 7/10</date>. Traum: Tagung der Professoren der Rechtswissenschaft. Sehe <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e39269">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e39269_entity-link"/> herumstreichen, gehe nicht in die Sitzung, hinterher und zwischendurch spreche ich aber mit <unclear>einigen</unclear>, ein besonders ekelhafter, kaltschnäuziger Hund und Lümmel ist dabei, man spricht vom Rechtsstaat, Positivismus usw. Nicht gut ausgeschlafen, aber schönes Frühstück, schrieb mein Gutachten über <rs ref="#Egger" type="person" xml:id="d1e39281">Egger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Egger" xml:id="d1e39281_entity-link"/> fürs Reichserziehungsministerium, schöner Brief von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e39284">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e39284_entity-link"/> es freute mich, daß er meinen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e39305">Aufsatz über Die letzte globale Linie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e39305_entity-link"/> mit Zustimmung gelesen hat. Nagelte 3 Kisten, zur Bahn, um die Züge nach Menden zu sehen, will morgen <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e39292">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e39292_entity-link"/> besuchen, freute mich auf den Weg nach Küntrop. Schlief nach dem Essen, um ¼ 4 kam <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39298">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39298_entity-link"/> und sagte mir, daß <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e39301">Emil Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e39301_entity-link"/> da ist und mich zum Spaziergang abholen will, er unterhielt sich nett mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e39306">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e39306_entity-link"/> wir gingen zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e39309">Ibsenstein</rs>, sehr nett unterhalten (über seine Reise nach <unclear>Italien</unclear>, sein Ohrenleiden<supplied>)</supplied>, ich sagte ihm: <unclear>hier mit der Außentruppe oben</unclear>; das Kentern der Gesellschaft Deutschlands, wie er sich ausdrückte, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e39339">Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e39339_entity-link"/> das ihm gut gefiel und auf das er immer wieder zurückkam, <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e39326">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e39326_entity-link"/> und die <unclear>Kleider</unclear>, sehr sympathisch, lud ihn zum Rotwein ein, wir tranken eine Flasche zusammen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39332">Duschka</rs> kam auch hinzu, entzückender Junge, mit seiner Unbefangenheit und Knabenhaftigkeit, um 7 1/4 ging er. Wir aßen zu Abend, tranken eine Flasche Moselwein dazu, spielten mit dem Vater Skat, ging um 11 ins Bett. Duschka hat den ganzen Tag gewaschen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-08" n="1943-10-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39342">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-08">Freitag 8/10 43</date>. Traum: bei <unclear>Spiegel</unclear>, wir sollen in ein Restaurant <unclear>Terra</unclear> gehen, ich gehe gleich hin, aber ist ein <unclear>Fleisch</unclear>lokal, ging herum, komme zu spät usw. Um 9 auf, steifer Hals, die arme <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39361">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39361_entity-link"/> ist weinend nach Hagen gefahren, weil sie das Klavierspiel von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39364">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39364_entity-link"/> nicht mehr aushält. Armer <rs ref="#__GND_11860922X" type="person" xml:id="d1e39368">Schmitt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11860922X" xml:id="d1e39368_entity-link"/> Frühstückte, nahm Butterbrote mit und marschierte über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e39371">Graben</rs> nach <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e39375">Affeln</rs>, dort einen Augenblick in der <rs ref="#__GND_1290831726" type="place" xml:id="d1e39378">Kirche</rs>, nach <rs ref="#__GND_1061159019" type="place" xml:id="d1e39382">Küntrop</rs>, bei <rs ref="#K&#xFC;hlingAnton" type="person" xml:id="d1e39385">Kühling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;hlingAnton" xml:id="d1e39385_entity-link"/>s Haus vorbei, hatte aber keine Zeit, zum Grab zu gehen. 12.30 mit dem <unclear>Bähnchen</unclear> nach <rs ref="#__GND_4100815-7" type="place" xml:id="d1e39391">Menden</rs> gefahren. Angst vor dem <unclear>Würgegriff</unclear>. Gemütliche Fahrt. Die idyllische Strecke von Affeln herunter ins Tal; <unclear>der Appell</unclear> bei Kühlings. Um 1 in Menden, schmutziges Nest, suchte den Westwall und war schnell bei der Wohnung von <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e39402">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e39402_entity-link"/> aber Paul Adams war nicht zu Hause, er sei mit seiner Schwägerin nach <unclear>Kenkhausen</unclear> gefahren und komme erst abends zurück. Schöne Überraschung. Kam mir sehr dumm vor, wollte aber doch Grüße hinterlassen. Die <rs type="person" xml:id="d1e39412">Haushälterin</rs> führte mich in die Wohnstube, wo der <rs ref="#VaterAdams" type="person" xml:id="d1e39415">Vater Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#VaterAdams" xml:id="d1e39415_entity-link"/> am Tisch saß und zu Mittag aß. Lächerliche Ähnlichkeit mit <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e39418">Alfons Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e39418_entity-link"/> stiller, höhnisch-ironischer Tonfall. Er sagte, er kenne die Gegend von Plettenberg-Küntrop nicht, von Personen und mir sei viel in seinem Haus gesprochen worden. Erzählte verbittert, daß er in den Ruhestand versetzt worden sei, ein selbstgefälliger, egozentrischer Schulmeister. Ich ging um ½ 2 weg, gleichgültig, fast amüsiert. Ich besah noch etwas Menden, ging in die Kirche und fuhr um ½ 3 mit der Bahn wieder nach Küntrop zurück. Dort zum Grab von <rs ref="#K&#xFC;hlingAnton" type="person" xml:id="d1e39430"><unclear>Anton Kühling</unclear></rs>, das ich aber nicht fand, noch in das Haus Kühling, die Schwester <rs ref="#SchwesterK&#xFC;hling" type="person" xml:id="d1e39433">Kühling</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchwesterK&#xFC;hling" xml:id="d1e39433_entity-link"/> und seine <rs ref="#Schw&#xE4;gerinK&#xFC;hling" type="person" xml:id="d1e39437">Schwägerin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schw&#xE4;gerinK&#xFC;hling" xml:id="d1e39437_entity-link"/> (der Bruder <rs ref="#K&#xFC;hlingJohannes" type="person" xml:id="d1e39440"><unclear>Johannes</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;hlingJohannes" xml:id="d1e39440_entity-link"/> war gerade weggegangen) waren rührend, boten mir Kaffee und Butterbrote an, ich trank eine Tasse Kaffee, unterhielt mich nett, über <rs ref="#Grete" type="person" xml:id="d1e39445">Grete</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Grete" xml:id="d1e39445_entity-link"/> die <rs ref="#__GND_118640909" type="person" xml:id="d1e39448">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118640909" xml:id="d1e39448_entity-link"/> (<unclear>die stehe uns bei</unclear>) der Kreuzigungsgruppe an der vergrößerten Kapelle in <rs ref="#__GND_4004387-3" type="place" xml:id="d1e39456">Balve</rs>, das tat mir alles gut. Um ½ 5 zu Fuß über Affeln zurückgestiefelt. Todmüde, fürchterlich verschwitzt, traf auf der Straße in <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e39461">Eiringhausen</rs> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39464">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39464_entity-link"/> und Üssie, ging mit ihnen, trank bei <rs ref="#Henke" type="place" xml:id="d1e39467"><unclear>Henke</unclear></rs> dummerweise kaltes Bier, Nachricht, daß wegen Bahnsperre unsere Möbel nicht kommen. Traurig nach Hause, eine Flasche Pfälzerwein getrunken und früh zu Bett. Morgen kommt <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e39475">Jup</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e39475_entity-link"/> Steifer Hals.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-09" n="1943-10-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e39481">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-09">Samstag 9/10 43</date>. Bis 10 im Bett, gut ausgeruht, schrieb 4 Briefe (an <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e39487">Alfons Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e39487_entity-link"/> wegen Budapest,<note type="editorial" xml:id="d1e39490">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e39495">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e39495_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e39498">Abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 170-171</bibl>.</note> <gap/>), wollte um 11 Radio hören, aber es war kaputt, <unclear>verwirrt</unclear>, wollte es Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e39510">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e39510_entity-link"/> in ein anderes Zimmer tun. Brachte die Briefe zum Kasten und schlief nach dem Essen im Zimmer von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39515">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39515_entity-link"/> während <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e39519">Josef <unclear>Schröder</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e39519_entity-link"/> die Möbel umräumte mit <unclear><rs ref="#KrahHermann" type="person" xml:id="d1e39524">Hermann Krah</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KrahHermann" xml:id="d1e39524_entity-link"/>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-09" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e39534">
                        Trank um 5 mit <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e39538">Josef <unclear>Schröder</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e39538_entity-link"/> und <rs ref="#KrahHermann" type="person" xml:id="d1e39542"><unclear>Krah</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KrahHermann" xml:id="d1e39542_entity-link"/> eine Flasche Rotwein, aßen Butterbrote dazu (<unclear>Krach</unclear> erzählte, daß er in der Eisenbahn 1932 während des großen Processes in Leipzig meinen Namen gehört habe, ein <rs type="person" xml:id="d1e39550">Schmitt</rs> aus <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e39553">Eiringhausen</rs>, hatten sich 2 Herren erzählt).<note type="editorial" xml:id="d1e39556">Anspielung auf den <q>Preußenschlag</q> vom 20. Juli 1932. Als die abgesetzte Regierung des Landes Preußen beim Staatsgerichtshof in Leipzig Klage erhob, wurde Schmitt von der Reichsregierung als einer ihrer Prozessvertreter beauftragt.</note> Um ½ 7 zur Bahn, <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e39563">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e39563_entity-link"/> abgeholt auf <corr>dem</corr> Bahnsteig. Guter Junge, wir aßen herrlich zu Abend, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39569">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39569_entity-link"/> hatte gekocht, tranken viel Wein (Trittenheimer, <unclear>Forster <gap/></unclear>, Rotwein) bis 1 Uhr, viel gelacht, der nihilistische Jup über seinen Bruder als vatikanischen Diplomaten, im Grunde traurig, verlorener Sohn von <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e39580">Bosch</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e39580_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e39583">Nicht nachweisbar. Schmitt hat nie ein Bild von Hieronymus Bosch besessen. Vielleicht ist gemeint eine Kopie des Teufels aus Boschs <q>Hiernoymus auf Patmos</q> von Werner Gilles, das Schmitt damals besaß. Der Teufel auf Gilles Bild soll, so Schmitt, Brüning geähnelt haben; vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> Morgen um 7 muß er schon wieder abreisen (am 16. soll <unclear>Berlin drankommen</unclear>).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-10" n="1943-10-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39596">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-10">Sonntag 10/10 43</date>. Um 6 auf, schnell sehr frisch, schöner Kaffee zum Frühstück, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39602">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39602_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39605">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39605_entity-link"/> brachten <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e39608">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e39608_entity-link"/> zur Bahn, ich fuhr mit ihm nach <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e39614">Attendorn</rs>. In <rs ref="#__GND_4218442-3" type="place" xml:id="d1e39617">Finnentrop</rs> Streit mit einem dummen Schaffner und einer autoritätssüchtigen Bahnhofsvorsteherin, lächerlich, weil wir über die Geleise gegangen waren, statt durch <supplied>die</supplied> Unterführung. Große Aufregung, etwas wie Braukeller, Jup ist dabei streitsüchtig und sehr frech; wir wurden aufgeschrieben und lachten darüber. Der Zug hielt vor Attendorn wegen eines Schienenbruchs. Die meisten Leute stiegen aus und gingen zu Fuß. Vorgeschmack der kommenden Dinge, wenn der Transport zusammenbricht. In Attendorn in der <rs ref="#AttendornKirche" type="place" xml:id="d1e39629">Kirche</rs>, Predigt (über die Gleichheit der Menschen, ohne die es keinen Frieden auf Erden gibt), aber nicht interessant, noch in der <rs ref="#AttendornGymnasiumkirche" type="place" xml:id="d1e39634"><corr>Gymnasiumskirche</corr></rs>, im Ganzen eine ausgestorbene Stadt, um 9 <gap/> dem <rs ref="#BremgebachAttendorn" type="place" xml:id="d1e39641">Bach</rs> entlang, den ich als Gymnasiast besungen habe,<note type="editorial" xml:id="d1e39645">Es handelt sich um den Bremgebach in Attendorn.</note> herrlicher Weg im Nebel, über <rs ref="#Rauterkusen" type="place" xml:id="d1e39648">Rauterkusen</rs>, <rs ref="#Vierkreuze" type="place" xml:id="d1e39651">Vierkreuze</rs>, <rs ref="#__GND_1203771401" type="place" xml:id="d1e39655">Sonneborn</rs>, <rs ref="#Gansmecke" type="place" xml:id="d1e39658">Gansmecke</rs> nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e39662">Plettenberg</rs>. Wunderschön, aber furchtbar geschwitzt.<note type="editorial" xml:id="d1e39665">In 
                            <bibl type="book"><author>Karl Kneebusch</author>, <title>Führer durch das Sauerland, Siegerland, Wittgensteiner Land, Waldeck und das Gebiet der unteren Ruhr. Vereinigt mit Krachts "Sauerländ. Wanderb." ; Großer amtl. Führer des Sauerländischen Gebirgs-Vereins</title>, 19. Aufl., Iserlohn: Sauerland-Verlag <date>1934</date>, S. 87</bibl> ist die Wanderung Schmitts in umgekehrter Richtung beschrieben: Gansmecke - Sonneborn - Vierkreuze - Rauterkusen.</note> Blick von Sonneborn, auf die Höhen. Weit weg von dieser Zeit. In Plettenberg am <rs ref="#AlterWallPlettenberg" type="place" xml:id="d1e39672">Alten Wall</rs> traf ich <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e39675">Langenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e39675_entity-link"/> gab ihm <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e39696">Die letzte globale Linie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e39696_entity-link"/> zu Hause schönes Mittagessen, das <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39684">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39684_entity-link"/> gekocht hatte, nachher nicht gut geschlafen, obwohl ich die Nacht nur 4 Stunden geschlafen hatte. Um 5 wieder Kaffee, Brief an <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e39689">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e39689_entity-link"/> geschrieben, abends an <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e39692">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e39692_entity-link"/> allmählig wird es ernst, aber meine Lage ist doch einfach lächerlich, ohne Bücher, ohne Arbeitsraum, ohne Winterkleider und Wäsche. Überlege, was ich <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e39698">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e39698_entity-link"/> schreibe. Nach dem Abendessen mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e39701">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e39701_entity-link"/> Skat gespielt. Angst um Ännchen, die mit Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e39706">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e39706_entity-link"/> zum Graphologen ist und noch nicht zurückkam. Sehe sie im Wald herumirren. Sie kamen aber um ½ 10. Duschka schrieb fleißig Briefe. Eigentlich ist das wunderschön hier, möchte gar nicht mehr nach Berlin. Schöner, hilfsbereiter Brief von <rs ref="#__GND_1122313217" type="person" xml:id="d1e39711">Ziegler</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1122313217" xml:id="d1e39711_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e39715">Der Brief vom 1. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 18536.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-11" n="1943-10-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39721">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-11">Montag 11/10 43</date>. Gut ausgeschlafen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39727">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39727_entity-link"/> schlief weiter, frühstückte und schrieb an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e39730">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e39730_entity-link"/> (will Urlaub nehmen, wegen <corr>Budapest</corr>),<note type="editorial" xml:id="d1e39735">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> langer Brief, brachte um 12 alles zum Kasten. Herrliche Sonne, sehr warm, über den <unclear>Schützen</unclear>weg und den <unclear>Kamp</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e39746">Der damalige Schützenplatz (heute: Im Wieden) liegt in der Nähe der kleinen Straße <q>Im Steinkamp</q>, die von Schmitt evtl. in <q>Kamp</q> abgekürzt wurde.</note> zurück. Wieder im Mantel Duschkas. Aber da ist ja nichts los. Muß ich doch nach Berlin? Grauenhaft, diese Ungewissheit. Nach dem <supplied>Essen</supplied> schön geschlafen, nachher <unclear>schauerlich</unclear> Z; grauenhaft. Plötzlich Alarm, <unclear>Erleichterung</unclear>, aber schnell vorbei. Schönen Kaffee getrunken, Wut über die luftpolizeilichen Vorschriften. Armes Objekt der Begierde, du bist nur der Staatsphilosoph. Alles mußt du bezahlen, armer Teufel. Erschrecke über das herrliche Wetter. Mit Duschka zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e39771">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e39771_entity-link"/> spazieren. Schöner Abend, über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e39774">Graben</rs>, den Weg zum Bühl, der Mond ist bald voll; ich hielt meiner Frau eine Vorlesung über Sozialismus. Rührende Situation. Abends machte Duschka Eierkuchen, wir mußten eine Stunde warten, bis sie fertig war, der <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e39779">Opa</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e39779_entity-link"/> stöhnte; <corr>grauenhaft</corr>, diese Unpünktlichkeit. Trank eine Flasche Rotwein und <corr/> <supplied>bekam</supplied> bessere Laune, wir spielten noch Skat, um 11 ging ich zu Bett, Duschka schwatzte noch mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39791">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39791_entity-link"/> bis 1 Uhr nachts.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-12" n="1943-10-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e39797">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-12">Dienstag 12/10 43</date>. Miserable Nacht, schauerlich Z, Herzbeschwerden, völlig Z, Traum von <rs ref="#__GND_11907334X" type="person" xml:id="d1e39809">Oberheid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11907334X" xml:id="d1e39809_entity-link"/> der den Unterschied von Stahl- und Eisenhandel <unclear>entwickelt</unclear>, ich schicke ein Telegramm: <gap/> erscheint <unclear>und lacht</unclear>. (<rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39821">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e39821_entity-link"/> hat von <rs ref="#Koschewnikov" type="person" xml:id="d1e39824">Koschewnikoff</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e39831">
                        geträumt: Sie sieht Riesen, Koschewnikoff kommt und sagt: Es ist Frieden, über Spanien). <unclear><rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e39836">Medem</rs> <gap/></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e39836_entity-link"/> zwischendurch <unclear>des Nachts gelesen</unclear>. Ekelhafte Unfähigkeit und Passivität. Um 9 müde auf, Spaziergang über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e39845">Saley</rs>, um 10 zurück und gefrühstückt. Was soll ich tun? Während des Spaziergangs am Saley einen Augenblick <unclear>aktivistisch</unclear>, dann wieder diese furchtbaren Depressionen, Hypotonie? Als ich wie der verlorene Sohn in mein Vaterhaus zurückkam, wurde kein Festmahl veranstaltet,<note type="editorial" xml:id="d1e39857">Vgl. Lk 15,11-32.</note> wohl aber der von mir <gap/> mitgebrachte Kaffee getrunken. Diesmal findet sich nicht, wie im <unclear>Februar 15, ein Jude, der mich herauszieht</unclear>.<note type="editorial" xml:id="d1e39865">Möglicherweise Anspielung auf Georg Eisler, denn Schmitt notierte im Tagebuch am 6. Februar 1915: <q>Als wir spülten, kam ein Brief von Georg Eisler: Calker will mir einen Posten beim Leibregiment verschaffen.</q> Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Tagebücher Oktober 1912 bis Februar 1915</title>, hg. von <editor>Ernst Hüsmert</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2003</date>, S. 311</bibl>.</note> Schrieb an dem Gutachten fürs Postministerium,<note type="editorial" xml:id="d1e39874">Bisher nicht ermittelt.</note> dann kam viel Post (Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e39877">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e39877_entity-link"/> eine Karte;<note type="editorial" xml:id="d1e39880">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e39886">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e39886_entity-link"/> eine <unclear>Wirtschaftspostkarte</unclear>,<note type="editorial" xml:id="d1e39891">Im Nachlass Schmitts ist eine Postkarte von Paul Adams vom 6. Oktober 1943 erhalten, RW 0265 Nr. 136, möglicherweise ist diese gemeint.</note> widerlich; ein Brief von <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e39894"><unclear>Höhn</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e39894_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e39897">Der Brief Höhns vom 6. Oktober 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 6165.</note> volle Teilnahme, was mir sehr gut tat und mich plötzlich tröstete, gestehe es nur, du Feigling; von Medem,<note type="editorial" xml:id="d1e39903">Der Brief von Eberhard von Medem vom 4. Oktober 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 9328.</note> rührend; kroatische Zeitschrift usw.). Plötzlich bin ich wieder in der <unclear>Welt</unclear> und die Depression ist vorbei. Schlief etwas nach dem Essen und machte dann einen herrlichen Spaziergang zum <rs ref="#Strickhagen" type="place" xml:id="d1e39910">Strickhagen</rs> und zum <rs ref="#Kreuz" type="place" xml:id="d1e39913">Kreuz</rs>, wunderbare Einsamkeit, schöner <unclear>Abend</unclear> über <corr>den</corr> herbstlich bunten sauerländischen Bergen. Ruhig zurück, zum Abendessen eine Flasche Rotwein (neuer Wein durch <unclear><rs ref="#Spohr" type="person" xml:id="d1e39923">Spohr</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Spohr" xml:id="d1e39923_entity-link"/> ist unterwegs), <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39927">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39927_entity-link"/> saß mit am Tisch, sprang aber wie ein nervöses Hündchen auf, als Fräulein <rs ref="SchneidersFrl" type="person" xml:id="d1e39930"><unclear>Schneiders</unclear></rs> kam, grauenhaft, diese Abhängigkeit und Hörigkeit von Fremden. Ging früh zu Bett, während Duschka noch mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e39936">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e39936_entity-link"/> Strümpfe stopfte. Ich las noch <rs ref="#__GND_129070807" type="person" xml:id="d1e39939">Cusanus</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129070807" xml:id="d1e39939_entity-link"/> heute den ganzen Nachmittag sehr glücklich über einige Sätze in Weizsäckers <rs ref="#__ZOTERO_PAUI8HX9" type="document" xml:id="d3e39962">Wahrheit und Wahrnehmung</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PAUI8HX9" xml:id="d3e39962_entity-link"/> Habe auf dem Spaziergang zum Kreuz <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e39947">Wasses</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e39947_entity-link"/> Entwurf mit Freude gelesen.<note type="editorial" xml:id="d1e39954">Die bei Schmitt begonnene Dissertation Wasses wurde erst 1953 in Göttingen eingereicht; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Günter Wasse</author>, <title>Der rechtliche Status der Werke und Einrichtungen der evangelischen Kirche. Ein Beitrag zum kirchlichen Organisationsrecht</title>, Göttingen: Diss. masch. <date>1953</date></bibl>.</note> Der tägliche Angelus der Kirche von <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e39959">Eiringhausen</rs> oder <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e39962">Plettenberg</rs>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-13" n="1943-10-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e39968">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-13">Mittwoch 13/10 43</date>. Herrlicher Morgen, glücklich und zufrieden, mutig und überlegen. Nach dem Frühstück mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e39974">Duschka</rs> <unclear>zusammen</unclear> eine Nachnahme von der Post geholt, es war wahrhaftig der Kaffee von <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e39981">Reuschenbach</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e39981_entity-link"/> Große Freude, aber betrübt durch <supplied>die</supplied> Hörigkeit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e39987">Ännchens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e39987_entity-link"/> und die ekelhafte Perspektive, die sich daraus ergab. Unglaublich schönes Wetter, blauer Himmel. Schrieb an das <rs ref="#__GND_4459175-5" type="place" xml:id="d1e39992">Harnack-Haus</rs>, wegen einer Wohnung mit <gap/>. Morgens Alarm. Nach dem Mittagessen auf den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e39999">Saley</rs>, unglaublich schöner Herbsttag, blauer Himmel und bunte Wälder, auf dem <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e40002">Ibsenstein</rs> Weizsäcker <rs ref="#__ZOTERO_PAUI8HX9" type="document" xml:id="d3e40023">Wahrheit und Wahrnehmung</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PAUI8HX9" xml:id="d3e40023_entity-link"/> gelesen und mich meiner Jugend erinnert, über die Höhe des Saley; als ich in der Nähe der <rs ref="#Bracht" type="place" xml:id="d1e40010">Bracht</rs><note type="editorial" xml:id="d1e40012">Bei dem Ort <q>Auf der Bracht</q> handelt es sich um einen Sattel zwischen dem Berg Saley und dem Berg Am Kropp.</note> war, wieder Tagesalarm (½ 4). Dachte gerührt an <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e40018">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e40018_entity-link"/> der mir 3 Flaschen schönen Bordeaux geschickt hat, Blick auf <rs ref="#WildeWiese" type="place" xml:id="d1e40023">Wildewiese</rs>, ergriffen von dem <quote rend="quoted" xml:id="d1e40026">Zug</quote>, von der Bewegung dieser ruhenden Berge, dazu <rs ref="#__GND_118630733" type="person" xml:id="d1e40029">Weizsäcker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118630733" xml:id="d1e40029_entity-link"/> gelesen. Um 5 zu Hause Kaffee getrunken, eine Stunde im Bett ausgeruht, zum Abendessen eine Flasche Rotwein, zu der ich auch Ännchen einlud, sie ging zu einer Geburtstagsfeier und wir sahen, wie die arme <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e40037">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e40037_entity-link"/> darunter gelitten hat, daß sie niemals zu Hause blieb und zu Fremden lief, spielte mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40040">Vater</rs> Skat, dann bald ins Bett. Der tägliche Angelus der Kirche von <rs ref="Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e40045">Eiringhausen</rs> oder <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e40048">Plettenberg</rs>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-14" n="1943-10-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40054">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-14">Donnerstag 14/10 43</date>. Traum: Die Wohnung in <rs ref="#WohnungsKaiserswertherstr." type="place" xml:id="d1e40060">Dahlem</rs> ist wiederhergestellt, sehr schön und freundlich, <rs ref="#Marie" type="person" xml:id="d1e40063">Marie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Marie" xml:id="d1e40063_entity-link"/> ist da, scheußliche Jahre mit ihr, schlecht geschlafen, bis ½ 10 ausgeruht, behaglich gefrühstückt; Briefe geschrieben an <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e40068">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e40068_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e40072">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e40072_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e40075">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e40075_entity-link"/> und zum Kasten gebracht. Nach dem Mittagessen herumgelegen, Spaziergang auf dem Weg von <rs ref="#Ohle" type="place" xml:id="d1e40080">Ohle</rs> Richtung <rs type="place" xml:id="d1e40083">Affelner <unclear>Chaussee</unclear></rs>. Unbeschreiblich schönes Wetter, aber die Zeit verrinnt und der Krieg hört nicht auf. Bei Frau <rs ref="PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e40090">Pfeiffer</rs> vorbei, um sie für übermorgen einzuladen, aber nicht getroffen. Mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40093">Duschka</rs> <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40096">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40096_entity-link"/> von der Bahn abgeholt, traurig in diesem Gegeneinander der Neurosen zweier Schwestern. Zum Abendessen eine Flasche Rotwein aus Koblenz (durch <unclear>Spann</unclear>), war aber nicht gut, um 9 schon zu Bett, traurig wegen <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40106">Ännchen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40106_entity-link"/> Der tägliche Angelus.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_gVxP" n="1943-10-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-14" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51779">
                        Vor dem Haus etwas wüst und <gap/>: Dort hinter jenem Fenster verträumte ich den ersten <unclear xml:id="d1e51787"><app><lem>Tag</lem><rdg>Traum</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e51787_alt-rdg" target="#d1e51787">Alternative Lesart zu „Tag“: Traum</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51793">
                        Frage an <rs ref="#__GND_11853808X" type="person" xml:id="d1e51797">Gehlen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11853808X" xml:id="d1e51797_entity-link"/> (Frage im Pareto-Stil):<note type="editorial" xml:id="d1e51803">Gehlen veröffentlichte 1941 eine grundlegende Auseiandersetzung mit Pareto, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Arnold Gehlen</author>, <title>Vilfredo Pareto und seine "neue Wissenschaft" (1941)</title>, in: <title>Gesamtausgabe</title>, Frankfurt am Main: Klostermann <date>1983</date>, S. 261-305, hier S. 265</bibl>.</note> Seßhaftmachung der Sippe ist die heutige Form der Flucht in die Sachwerte. Wenn ich statt Seßhaftmachung der Sippe Flucht in <unclear>die Sachwerte</unclear> sage, so ist das Rationalisierung. Warum? Enthüllung, Demaskierung, Zerstörung eines Traums oder einer Täuschung, Abwertung, Minimalisierung, Reduzierung, Herunterreißung, Umstürzen; mit einem Wort<supplied>:</supplied> Der Mensch stammt vom Affen ab. Zu sagen, daß er von einem Engel abstammt, ist <quote rend="quoted" xml:id="d1e51822">irrational</quote>; mystisch; metaphysisch. Zu sagen, daß er vom Affen oder noch weiter von unten abstammt, ist exakte, strenge Wissenschaft, illusionslos.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51831">
                        Bei <rs ref="#__GND_1145782876" type="peson"><corr>Kličković</corr></rs> in <rs type="place" xml:id="d1e51838">Wien</rs> <date type="entry-date" when-iso="1943-10-14">14/10 43</date>: Ich möchte, bevor ich sterbe, noch einmal ausspucken, um meinen ganzen Ekel zum Ausdruck zu bringen und das, worauf ich mit großer Wucht zurückkomme, ist das Wort: <quote rend="quoted" xml:id="d1e51849">Freizeitgestalter</quote>,
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51853">
                        im Schlafwagen nachts <date type="entry-date" when-iso="1943-10-14">14/<corr>10</corr></date>: Ich schlafe also, trotz des Maschinendefekts, ruhig ein; der <rs ref="#__GND_118535013" type="person" xml:id="d1e51863">Kaiser Franz Josef</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535013" xml:id="d1e51863_entity-link"/> ist ja auch jeden Abend eingeschlafen, obwohl seine Situation, von Anfang bis zu Ende, 50 Jahre hindurch ausweglos war.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51872">
                        <quote source="#__ZOTERO_WJAREZM6?p=220" xml:id="d1e51875">Wohlan, was sterblich war, sei tot<supplied>!</supplied></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51875_quote-src" target="#d1e51875">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Gedichte</title>, Sämtliche Werke und Briefe in 6 Bänden, hg. von <editor>Eduard Castle</editor>, Leipzig: Insel-Verlag <date>1910</date>, S. 220</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118571508" type="person" xml:id="d1e51881">Lenau</rs> (Begegnung mit seinem Waldlied, Merlin)
                    </ab> 
                    <lg rend="quoted-open-end" xml:id="d1e51888">
                        <l>Wie Merlin</l> 
                        <l>Möcht ich durch Wälder ziehen..</l></lg> 
                    <lg rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_M7N2EDSM?p=16-18" xml:id="d1e51902">
                        <l>Stimmen, die den andern schweigen,</l> 
                        <l>Jenseits ihrer Hörbarkeiten,</l> 
                        <l>Hört Merlin vorübergleiten.</l> 
                        <l>(Und im Kelch der feinsten <corr>Moose</corr></l> 
                        <l>Tönt das ewige Gedicht.<supplied>)</supplied></l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="d1e51902_quote-src" target="#d1e51902">
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 16-18</bibl>.
                        </note>
                    </lg> 
                    <ab xml:id="d1e51931">
                        Vieles ist <rs ref="#__GND_118850245" type="person" xml:id="d1e51935">Däubler!</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118850245" xml:id="d1e51935_entity-link"/> Zauber.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-15" n="1943-10-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40112">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-15">Freitag 15/10 43</date>. Herrlicher Morgen, ein paar Schritte den Berg hinauf (Frau <rs ref="#AlmsickFrau" type="person" xml:id="d1e40118">Almsick</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AlmsickFrau" xml:id="d1e40118_entity-link"/> kam und sprach mich an), dann schönes Frühstück. Schöne Post, schrieb mein Urlaubsgesuch, will es aber erst morgen abschicken. Zur Post, bei Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e40123">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e40123_entity-link"/> vorbei, rührende Frau, sie muß alles selbst arbeiten. Nach dem Essen eine Stunde im Bett, um ½ 4 mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40129">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40129_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40132">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40132_entity-link"/> nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e40135">Plettenberg</rs>, dort
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40145">
                        in der Post vergeblich ein Glückwunsch-Telegramm zum 75. Geburtstag von <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e40149">Epp</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e40149_entity-link"/> aufgegeben versucht (hinterher fiel mir ein, wie einfach das ist, wenn man es nicht als Prinzip, sondern als Formulierungsfrage ansieht), beim Friseur, wo aber schon zu viele warteten, dann durch den <rs ref="#Hestenberg" type="place" xml:id="d1e40155">Hestenberg</rs>, <rs ref="#Fahnenstange" type="place" xml:id="d1e40158">Fahnenstange</rs>, <gap/> Weg, <rs ref="#Hexentanzplatz" type="place" xml:id="d1e40164">Hexentanzplatz</rs>, durch <rs ref="#Bommecke" type="place" xml:id="d1e40167">Bommecke</rs> zurück. Herrlicher Abend, o bewege die wahre Kraft, was du bist, hilf.<note type="editorial" xml:id="d1e40174">Anspielung auf 
                            <bibl type="bookSection"><title>Meerstern, ich dich grüße. O Maria hilf</title>, in: <title>Sursum corda! Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Diöcese Paderborn</title>, Paderborn: Jungfermannsche Buchhandlung (Albert Pape) <date>[1913]</date>, S. 310</bibl>.</note> Zu Hause eine Flasche Trittenheimer getrunken, mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40180">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40180_entity-link"/> ein Glas, dann noch einen schlechten Rotwein aus Koblenz, nach dem Essen wieder Skat gespielt, und müde zu Bett. Heute wieder mittags und abends der tägliche Angelus.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-16" n="1943-10-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40188">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-16">Samstag 16/10 43</date>. Traum: von den Bischöfen der Deutschen Christen, <rs ref="#Schulz" type="person" xml:id="d1e40194">Schulz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schulz" xml:id="d1e40194_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11907334X" type="person" xml:id="d1e40197">Oberheid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11907334X" xml:id="d1e40197_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40200">Die <q>Deutschen Christen</q> war eine rassistische und antisemitische Strömung des Protestantismus. 1933 war Oberheid für ein halbes Jahr von den Deutschen Christen als evangelischer Bischof des Bistums Köln-Aachen eingesetzt.</note> schlechter Eindruck, verlogen, peinlich. Schöner Spaziergang auf den <rs ref="#kleinerLandigel" type="place" xml:id="d1e40208">kleinen Landigel</rs>, herrliches kaltes Wetter, die Sonne kam schon, traf auf dem Rückweg <rs ref="#Fleger" type="person" xml:id="d1e40211">Fleger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Fleger" xml:id="d1e40211_entity-link"/> dann gefrühstückt. Ziemliches Kraftgefühl, Genehmigung der Reise nach Portugal<note type="editorial" xml:id="d1e40216">Schmitt unternahm eine Vortragsreise nach Spanien und Portugal vom 4. Mai bis 9. Juni 1944; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> aus Berlin, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40221">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40221_entity-link"/> wird Lehrerin in Lettmecke, schickte das Urlaubsgesuch ab, dagegen noch nicht den Einschreibebrief an <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e40226">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e40226_entity-link"/> mit meinem Paß (16.!), Spaziergang den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e40229">Graben</rs> herauf, das schöne Wetter war zu Ende, immer noch schöner sterbender Herbst, auf dem Graben über die <rs ref="#Bremcke" type="place" xml:id="d1e40234">Bremcke</rs> zurück, der tägliche Angelus der Kirche von <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e40237"><corr>Eiringhausen</corr></rs>, um 12 Uhr. Nachmittags um 4 kam Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e40240">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e40240_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40245">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40245_entity-link"/> fühlte sich nicht wohl, wir tranken Kaffee, der leider zu stark war, sie hatte Kleinigkeiten, Papier, Nägel usw. mitgebracht. Rührende Frau, einige <unclear>Sekretärs-</unclear>Zeitschriften, <unclear>Aprilputsch</unclear>, eschatologisch, wir aßen herrlichen Käsekuchen, <rs type="person" ref="#__GND_118591975" xml:id="d1e40255">Patinir</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591975" xml:id="d1e40255_entity-link"/>-blaue Berge, eine Flasche Ingelheimer hat sie auch mitgebracht. Begleitete sie um 7 zu ihrer Wohnung, trank die Flasche Ingelheimer, spielte mit Üssie und dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40261">Opa</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e40261_entity-link"/> Skat und ging um 11 hungrig zu Bett. Fügte noch an <rs ref="#__GND_1055450262" type="person" xml:id="d1e40266">Eggert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055450262" xml:id="d1e40266_entity-link"/> ein Heft der Zeitschriften von Frau Pfeiffer mit einer Fabel vom <unclear>Richter</unclear> und dem Anwalt <unclear>Rechtsschwund</unclear>. Abends Telegramm von Adams: Termine in Budapest am 9. und 11.<note type="editorial" xml:id="d1e40275">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>. Das Telegramm ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> Sah die schauerliche Fremdheit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40280">Ännchens</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40280_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-17" n="1943-10-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40286">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-17">Sonntag 17/10 43</date>. Wunderbar ausgeruht. Aber scheußlicher Eisenbahn- und Gepäcktraum (der amerikanische Reisekoffer geht verloren). Nach dem schönen Kaffee Brief an <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e40294">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e40294_entity-link"/> noch einmal geschrieben (erst nach Ungarn, dann nach Portugal),<note type="editorial" xml:id="d1e40297">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl> und 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> einige andere Briefe, Brief von <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e40304">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e40304_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40308">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> es ist immer <unclear>noch nichts</unclear> mit den Möbeln, nach dem schönen Mittagessen sofort mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40315">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40315_entity-link"/> an die <rs ref="#Lettmecke" type="place" xml:id="d1e40318">Lettmecke</rs> gegangen, wo sie eine Stelle als Lehrerin bekommen hat, langweiliger Weg über die Chaussee, bei dem Lehrer <rs ref="#Schulte" type="person" xml:id="d1e40324">Schulte</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schulte" xml:id="d1e40324_entity-link"/> und seiner netten <rs type="person" ref="#SchulteFrau" xml:id="d1e40327">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchulteFrau" xml:id="d1e40327_entity-link"/> gut aufgenommen und zum Kaffee und Kuchen eingeladen. Der Lehrer magen- und herzkrank und Bienenzüchter, da sitz ich nun als der Professor aus Berlin und bin kein armer Teufel im Vergleich zu diesem Dorfschullehrer. Wir gingen fröhlich zurück, bei wässrigem Wetter, sahen viele Russen und russische Mädchen spazieren gehen, kamen um ½ 6 wieder nach Hause, aßen schönen Käsekuchen und ruhten einen Augenblick aus. Nach dem Abendessen kam Rechtsanwalt <rs ref="#K&#xFC;chen" type="person" xml:id="d1e40336">Küchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;chen" xml:id="d1e40336_entity-link"/> spielte mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40341">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40341_entity-link"/> auf 2 Klavieren, während wir mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40344">Opa</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e40344_entity-link"/> Skat spielten. Trank nachher noch eine Flasche schönen Forster mit dem Rechtsanwalt, unterhielt mich über Musik, <rs ref="#__GND_118581945" type="person" xml:id="d1e40349">Meyerbeers</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118581945" xml:id="d1e40349_entity-link"/> Einfluß auf die Oper des 19. Jahrhunderts, er ging erst um 12. Ännchen war müde und aß noch einige dicke Butterbrote mit Butter, Wurst, Käse, ein grauenhafter Anblick, diese Fressgier. Ich gab ihr noch Wein, kam mir aber erbärmlich vor. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40357">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40357_entity-link"/> ist müde und krank.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_Z7yY" n="1943-10-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52735">
                        Die Legende vom Stall zu Bethlehem oder das Totenreich nicht denkbar, der Schöpfer und Heiland (oder wenigstens seine Nachfolger) müssen mit Pauken und Trompeten, von den berühmten Ärzten entbunden, in der Hauptstadt der Bewegung geboren werden.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52742">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-17">17/10 43</date>: Recht ergriffen von dem numinosen Elektronen-Kern der lateinischen Verse: <quote source="#__ZOTERO_SN4D9KU4?p=47" xml:id="d1e52752">Quem <corr>jurorem</corr> rogaturus cum nec justus sit securus<app><lem type="origin">Quem patronum rogaturus, Cum vix justus sit securus?</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e52752_quote-src" target="#d1e52752">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Gustav Lisco</author>, <title>Stabat Mater. Hymnus auf die Schmerzen der Maria. Nebst einem Nachtrage zu den Uebersetzungen des Hymnus Dies irae. Zweiter Beitrag zur Hymnologie</title>, Berlin: G.W.F. Müller <date>1843</date>, S. 47</bibl>. Ursprünglicher Text: Quem patronum rogaturus, Cum vix justus sit securus?</note> Wiedererkannt: Raum und Klang; das Lateinische <hi>auf dem</hi> und <hi>über dem</hi> Deutsch des Mittelalters.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52773">
                        <hi>Übermenschlich</hi> ist zum Beispiel das Maß des Neandertalmenschen. Anders dem Affen, von dem wir abstammen, war wohl überhaupt der eigentliche Übermensch; für <corr>ein</corr> Relikt des Ahnenkults müßte das selbstverständlich sein.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52788">
                        Fühle ich, wenn die nur Gooohoot <supplied>(</supplied>Goohohohohoot<supplied>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e52799">In der Handschrift ist das Metrum durch Punkte unter den Silben betont.</note>)</supplied> verlachten; du verdummtes <unclear>vulgäres Menschlein</unclear>, jetzt wird auch Gott noch gleichgeschaltet, um deinen Genuß zu würzen und erhöhen, zur Tonika zurück. Hier wird der Schwindel der Tonika <unclear>belebt</unclear>, auch das betrügerische Ausnützen überlieferter Gefühlswege (verdummte Schwindelsprache. Organisch = <hi>nicht</hi>-organisiert<supplied>)</supplied>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52833">
                        Immer wieder il <unclear xml:id="d1e52839"><app><lem>éreuse</lem><rdg>creuse</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e52839_alt-rdg" target="#d1e52839">Alternative Lesart zu „éreuse“: creuse</note> le ciel.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52847">
                        Die <rs ref="#__GND_118591975" type="person" xml:id="d1e52852">Patinir</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591975" xml:id="d1e52852_entity-link"/>-blauen Berge <date type="entry-date" when-iso="1943-10-16">(16/10 43)</date>. An der <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e52860">Lenne</rs>, und <gap/>, der Übergang über den Acheron, im Prado;<note type="editorial" xml:id="d1e52876">Vgl. 
                            <bibl type="artwork"><author>Johannes Patinir</author>, <title>Überfahrt in die Unterwelt</title> (Gemälde, 64 x 103 cm), 1515-1524</bibl>.</note> glücklich für diese Begegnung mit einem solchen Blau, in Spanien und in Westfalen. Patinir, der blaue Nebeldunst, das alles kann man romantisch nennen, Kulissenberäucherung und Kulissenzauber, nicht illusionistisch, aber introvertistisch, bezahlt mit dem grauenhaften Grau der Ernüchterung, alles in dieser Gegend <hi>unter Glas</hi>,
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-18" n="1943-10-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40363">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-18">Montag 18/10 43</date>. Allmählig naht das Ende meiner eingelegten Idylle und Galgenfrist. Stand um 8 ¼ auf, um mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40370">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40370_entity-link"/> nach Hagen zu fahren. Ich hatte aber Bedenken, das Bild von <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e40373">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e40373_entity-link"/> selbst zu holen (vielleicht hat dieses Bild mir die Luftmine zugezogen). Üssie machte mir schönen Kaffee, ich begleitete sie zum Bahnhof, gab Einschreibebrief auf (an <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e40379">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e40379_entity-link"/> mit meinem Paß, <unclear>ein Paßport</unclear>), traf Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e40384">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e40384_entity-link"/> dann ein paar
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40391">
                        Briefe geschrieben, über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e40395">Saley</rs> nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e40398">Plettenberg</rs>, um die Haare schneiden zu lassen, aber der Friseur hatte geschlossen. Rheumatischer oder Grippe-Schmerz im linken Hinterkopf. Mit der Kleinbahn um ¼ 12 nach <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e40403">Eiringhausen</rs> zurück, zum Mittagessen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40407">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40407_entity-link"/> ist aufgestanden, aber noch krank, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40410">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40410_entity-link"/> und <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e40413">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e40413_entity-link"/> furchtbar, Ännchen bat mich um ein ½ Lot Kaffee, ich fand das unverschämt, gab es ihr aber, ging voller Ärger zu Bett, ruhte etwas aus, aber immer noch eine Art Kopfkrampf, um 5 aufgestanden, <corr>grauenhaftes</corr> Klavierspiel den ganzen Nachmittag, die arme Duschka kam zurück aus Hagen, schwer beladen, Duschka wollte aufstehen. Üssie kam von Hagen zurück, wir tranken schönen Kaffee, der mich wieder munter machte, Üssie war lieb und sympathisch, nachmittags mit Duschka in Plettenberg, bei <rs ref="#GeckSchuster" type="person" xml:id="d1e40428">Geck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeckSchuster" xml:id="d1e40428_entity-link"/> dem Schuster, in der Dunkelheit zurück. Der große Bär. Abends trank ich zum Abendessen die Flasche Rotwein zu Ende und ging früh zu Bett, während Duschka noch arbeitete.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-19" n="1943-10-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40438">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-19">Dienstag 19/10 43</date>. Wieder besser, nachdem ich lange genug im Bett gewesen war, Gefühl der Hilflosigkeit und <unclear>Zerschmetterung</unclear>. Nach dem Frühstück (Brief von <rs ref="#Djuvara" type="person" xml:id="d1e40446"><corr>Djuvara</corr></rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Djuvara" xml:id="d1e40446_entity-link"/> mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40451">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40451_entity-link"/> zum Amt, dort 2 Stunden auf Lebensmittelkarten gewartet, den <rs type="person" ref="#Br&#xFC;ggemannHeinrich" xml:id="d1e40455">Bürgermeister</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Br&#xFC;ggemannHeinrich" xml:id="d1e40455_entity-link"/> gesehen, meinen Vortrag für Budapest überlegt,<note type="editorial" xml:id="d1e40458">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> der anarchistische Affront gegen diese Termitisierung. Erschöpft zurück, immer furchtbar geschwitzt, nach dem Essen etwas Ruhe und schon um 3 zur Stadt, versuchte, beim Friseur <unclear>anzukommen</unclear>, vergebens, bei <rs ref="#GeckSchuster" type="person" xml:id="d1e40473">Geck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeckSchuster" xml:id="d1e40473_entity-link"/> die Schuhe machen lassen, beim Anwalt <rs ref="#K&#xFC;chen" type="person" xml:id="d1e40476">Küchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;chen" xml:id="d1e40476_entity-link"/> das Manuskript des <rs type="document" ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e40502">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e40502_entity-link"/> <unclear>Es war gut</unclear>. Traurig zurück und ins Bett gelegt. Heute einige Begegnungen mit Büchern: <rs ref="#__GND_1158976917" type="person" xml:id="d1e40492">Tardif de Moidrey</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1158976917" xml:id="d1e40492_entity-link"/> und Reinhold Schneider, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_UZD9DI42" xml:id="d3e40513">Macht und Gnade</rs><note type="editorial" xml:id="d1e40497">Schmitt besass eine Auflage aus dem Jahr 1941, das Buch wurde aber verkauft.</note> (<rs ref="#__GND_118520040" type="person" xml:id="d1e40500">Chamisso</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520040" xml:id="d1e40500_entity-link"/> den <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e40503">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e40503_entity-link"/>geschickt hatte. Zum Essen auf<c type="ephemeral-hyphen">-</c>gestanden, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40511">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40511_entity-link"/> ist von Lettmecke zurück, eine Flasche Trittenheimer, schmeckte gut, gab <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40514">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40514_entity-link"/> ein Glas, obwohl sie fürchterlich hysterisch war, spielte mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40517">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e40517_entity-link"/> Skat, Ännchen fing um 8 wieder an zu üben, scheußlich, Üssie wurde wütend, schließlich baten wir Ännchen um 10 Uhr, aufzuhören, sie machte eine große Szene, heulte und wurde <unclear>schwer</unclear> hysterisch, ich sprach noch eine halbe Stunde mit ihr und sah zu meinem Schreck, daß sie unheilbar ist, mich aus ganzer Seele haßt und unausstehlich findet, daß ich am Sonntag abend bei dem Rechtsanwalt mit meiner Flasche Wein eine lächerliche Rolle gespielt habe, daß sie mich in Bonn immer ekelhaft und <unclear>anmaßend</unclear> gefunden hat. Also alles umsonst. Traurig zu Bett, todmüde, aber nervenmäßig zerstört.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_UdJX" n="1943-10-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52548">
                        <quote xml:id="d1e52551">Wenn sich das Laster erbricht, setzt sich die Tugend zu Tisch.</quote><note type="editorial" xml:id="d1e52552">
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Schiller</author>, <title>Schillers Sämtliche Werke. Säkular-Ausgabe</title>, hg. von <editor>Eduard van der Hellen</editor>, Stuttgart und Berlin: J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nacfolger <date>[1904]</date>, S. 129-130</bibl>.</note> Gewiß; was aber setzt sich zu Tisch, wenn der Geist erbricht? Wie wir das in Deutschland nach dem Tode <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e52559">Hegels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e52559_entity-link"/> oder <rs ref="#__GND_118540238" type="person" xml:id="d1e52562">Goethes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540238" xml:id="d1e52562_entity-link"/> erlebt haben.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52566">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-19">19/10 43</date>: Wieder ziehen sich die Berge in den Nebel zurück, überwältigender Nebel, flutend wie ein Meer darüber hängt, der hüllt die Berge im Westen in das tiefste <rs ref="#__GND_118591975" type="person" xml:id="d1e52574">Patinir</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591975" xml:id="d1e52574_entity-link"/>-Blau; alles wird nahe und verschwimmt ineinander; die Berge scheinen in das Zimmer einzutreten, die Häuser werden wie Schiffe, die Zimmer wie Kajüten. Manchmal hüllt uns der Nebel ein, manchmal die sonnendurchstrahlte durchsichtige Luft. Dann kommt der Nebel, die Berge schwanken wie Schiffe.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52586">
                        Wie grauenhaft, all diese Nationalhymnen, in dieser Musik stecken wir nun drin; das ist doch eine viel schlimmere Erkenntnis, als sie die <unclear>Strafe</unclear><gap extent="1 words"/> und andere <gap extent="1 word"/> hatten, die <unclear>eine</unclear> die Grauenhaftigkeit, <unclear>der Baustile, der</unclear> damaligen Sprachbegriffe. Wir sitzen in der Musik-Hölle, die furchtbarste aller Höllen; Tonika- Dominanten-Hölle.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52612">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-22">22/10 43</date>, an <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e52618">S. Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e52618_entity-link"/> (erst wollte ich ihm nicht schreiben, tiefes Mißtrauen), Antwort auf seinen Brief vom 18/10, wo er sagt, solche Verluste hätten einen Sinn und Bedeutung.<note type="editorial" xml:id="d1e52623">Der Brief Maiwalds an Schmitt vom 18. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 29917,1. Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e52628">Was Sie über Sinn und Bedeutung der mir widerfahrenen <gap/> schreiben, ist richtig. Es ist besonders ein Anlaß, über den Unterschied der Lage eines Soldaten und der eines Zivilisten im brutalen Krieg nachzudenken. Der Soldat erhält eine neue Uniform, wenn er die bisherige verliert, der Zivilist, der seine Kleider verloren hat, erhält einen Bezugsschein usw.; sein Schaden ist kein Opfer, sondern ruhmloses Pech; es fehlt <supplied>dem</supplied> Volk der kleinste Schimmer von gloire, und die sich plötzlich verzehnfachenden Behörden, mit denen man zu tun hat, behandeln einen auch dementsprechend, können auch gar nicht anders; hinter dem hilflos gewordenen Soldaten steht eine Macht, konkrete Ordnung, die Wehrmacht; hinter dem zerschmetterten Zivilisten steht ein soziales Nichts und der unangenehme Geruch des vom Unglück Betroffenen, vor dem <corr/>jeder lieber nach einer anderen Richtung schaut.</quote> (<corr>Verweis</corr> auf die <rs ref="#__ZOTERO_I6KCFGZZ" type="document" xml:id="d3e52698">These</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_I6KCFGZZ" xml:id="d3e52698_entity-link"/> von Monentheuil über Course, 1898).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52682">
                        1682<note type="editorial" xml:id="d1e52686">Im Jahr 1682 wurde der Protopope Awwakum auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.</note> <quote xml:id="d1e52689">Nun ja, Ivano Petrowitsch, dann wandern wir nur weiter.</quote> (<unclear>Die Plagen</unclear> <rs ref="#__GND_118651269" type="person" xml:id="d1e52700">Awwakums</rs><note type="editorial" xml:id="d1e52702">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Petrow Awwakum</author>, <title>Das Leben des Protopopen Awwakum von ihm selbst niedergeschrieben</title>, hg. von <editor>Rudolf Jagoditsch</editor>, Berlin und Königsberg: Ost-Europa-Verlag <date>1930</date>, S. 94</bibl>. </note><supplied>)</supplied> Mein Weib fragte: <quote rend="quoted" xml:id="d1e52711">Wie lange wird dieses Elend wohl noch dauern?</quote> <quote xml:id="d1e52715">Und da sagte ich: Markowna, bis zum Tode ist uns auferlegt zu leiden um unseres Heilands Jesu Christi willen. Einen tiefen Seufzer tat sie dann und sagte: Nun ja, Petrowitsch, dann wandern wir nur weiter.</quote><note type="editorial" xml:id="d1e52723">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhold Schneider</author>, <title>Macht und Gnade. Gestalten, Bilder und Werte in der Geschichte</title>, Leipzig: Insel-Verlag <date>1941</date>, S. 122</bibl>. Schneider zitiert 
                            <bibl type="book"><author>Petrow Awwakum</author>, <title>Das Leben des Protopopen Awwakum von ihm selbst niedergeschrieben</title>, hg. von <editor>Rudolf Jagoditsch</editor>, Berlin und Königsberg: Ost-Europa-Verlag <date>1930</date>, S. 110</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-20" n="1943-10-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40536">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-20">Mittwoch 20/10 43</date>. Schlecht geschlafen, Ekel von dem gestrigen Gespräch. Erst gegen 10 auf, Brief von der Fakultät, aber noch keine Stellungnahme zu meinem Urlaubsgesuch. Um ¼ 11, als ich mir gerade, nach dem Frühstück, behaglich Notizen machte (über die Conquista und <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e40546">Bruno Bauer</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e40546_entity-link"/> fiel der <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40549">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e40549_entity-link"/> plötzlich, im Eßzimmer, zu Boden und schlug sich über dem linken Auge den Schädel blutig. Wir hoben ihn auf, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40553">Duschka</rs> sorgte gleich rührend, Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e40558">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e40558_entity-link"/> blieb pomadig, brachte ihn zu Bett, nachdem Duschka die Wunde ausgewaschen hatte. Rührend, der alte Proletarier, wie er, nachdem der erste Schreck vorbei ist, gleichgültig bleibt gegen sein eigenes Unglück. Ich half ihm beim Auskleiden und ging zum Schreibtisch zurück. Unmögliche Existenz. Schrieb an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e40565">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e40565_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e40569">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e40569_entity-link"/> und nach Affeln und brachte den Brief noch zur Bahn. Nach dem Mittagessen geschlafen, der Arzt <rs ref="#WilmsArztPlettenberg" type="person" xml:id="d1e40574">Wilms</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WilmsArztPlettenberg" xml:id="d1e40574_entity-link"/> kam und stellte fest, daß die Verletzung des Vaters ungefährlich ist. Wir tranken fröhlich Kaffee, die gute Duschka war rührend. Während des Nachmittagsschlafs wurde mir die hysterische Gemeinheit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40579">Ännchens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40579_entity-link"/> mit Schreck bewußt, so kann man nur von seiner Schwester beleidigt werden. Aber das ist die Antwort aller meiner Bemühungen und meiner Gutmütigkeit, im Falle <rs ref="#__GND_136027660" type="person" xml:id="d1e40585">Günther Krauß</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_136027660" xml:id="d1e40585_entity-link"/> war es ähnlich, und wenn Ännchen die <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e40588">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e40588_entity-link"/> so schlecht behandelt hat, kann sie mich nicht besser behandeln. Zwischendurch las ich <rs ref="#__GND_118609629" type="person" xml:id="d1e40593">Reinhold Schneider</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118609629" xml:id="d1e40593_entity-link"/> hochinteressant, aber unangenehmer <unclear>Edelschmus</unclear> und existenziell falsch. Doch ist er ein Zuträger interessanter Zitate. Ging um 6 durch den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e40601">Saley</rs> spazieren, im Dunkel und Nebel, Erinnerungen an die Spaziergänge des Gymnasiasten und Studenten, Pubertätserinnerungen mit <unclear><rs ref="#DierkesKl&#xE4;rchen" type="person" xml:id="d1e40607">Klärchen Dierkes</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DierkesKl&#xE4;rchen" xml:id="d1e40607_entity-link"/> Flucht in die damals gebauten Gehäuse meiner Neurosen. Zu Hause war der Vater bei Ännchen und hörte zu, wie sie Unterricht gab. Ich korrigierte mein Manuskript über den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_ G7N3TGKI" xml:id="d3e40630">Nomos</rs> und fand darin einigen Trost. Duschka war mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40618">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40618_entity-link"/> zum Einkaufen. Abends eine Flasche Wein, Ännchen übte im kleinen Musikzimmer.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40628">
                        Spielte mit dem Vater Skat, ging früh zu Bett, Duschka packte noch bis ½ 1 ein und schwatzte mit Üssie. Immer noch erschrocken von der Hysterie Ännchens.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-21" n="1943-10-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40635">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-21">Donnerstag, 21/10 43</date>. Um 8 auf, wüster erotischer Traum, aber unterbrochen durchs Wecken von <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40641">Üssie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40641_entity-link"/> Wir tranken Kaffee, mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40644">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40644_entity-link"/> es wurde 9 ¼, ich schleppte die schweren Koffer zur Bahn und fuhr mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40649">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40649_entity-link"/> nach <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e40653">Hagen</rs>. Bequeme Fahrt, nett unterhalten, dazu das Manuskript meines <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e40674">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e40674_entity-link"/> das mir wieder gefiel. Fantasierten von unserer Reise nach Spanien, wo wir Weihnachten zu verbringen hofften. Das wäre ein omen. In Hagen eine Stunde gewartet, im Erfrischungsraum, Karte an Frau <rs ref="#__GND_11722135X" type="person" xml:id="d1e40666">Jünger</rs><note type="editorial" xml:id="d1e40669">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Gretha Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1934-1953</title>, hg. von <editor>Ingeborg Villinger</editor> und <editor>Alexander Jaser</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2007</date></bibl>.</note> und Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e40674">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e40674_entity-link"/> geschrieben, dann kam der Zug von Köln, die gute <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e40677">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e40677_entity-link"/> war tatsächlich drin, rührend, hatte für Duschka einen Platz reserviert, so daß ich die beiden vergnügt abreisen ließ. Lief in dem zerstörten Hagen herum, scheußlich. Aber diese grauenhaften Gebäude verdienen es wirklich nicht anders. Immerhin: Die widerlichsten Amüsierlokale sind nicht getroffen. Fuhr um ½ 7 nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e40684">Plettenberg</rs> zurück. Kam ins Gespräch mit einem Mitreisenden aus Werl, der vor Leningrad liegt und beurlaubt ist und das zerstörte Hagen gesehen hatte; er meinte, <quote xml:id="d1e40690">wir haben den Krieg verloren, wir werden das nicht verhindern können; alles sind <unclear>Phasen</unclear> von der Vergeltung</quote> usw. Ich fragte ihn nach den Russen: <quote xml:id="d1e40697">Der Russe schießt zweimal, wenn wir einmal schießen</quote> usw. Schwärmte von den russischen Frauen; meinte aber auch, daß West und Ost die Juden sind usw. Sonderbare Mischung. Er hatte Mitleid mit den Finnen und den Rumänen. Sonderbar. Katholisch-westfälische Intelligenz. Fuhr um 3 mit der Kleinbahn sofort nach Plettenberg und ließ mir beim <rs ref="#FriseurStumpf" type="person" xml:id="d1e40703">Friseur Stumpf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FriseurStumpf" xml:id="d1e40703_entity-link"/> die Haare schneiden, traf es gut, daß nicht viele da waren und war sehr glücklich, das erledigt zu haben. Ging über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e40709">Saley</rs> zurück. Ruhte zu Hause eine Stunde im Bett aus und aß zu Abend, mit einer Flasche Rotwein. Nachher mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e40714">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e40714_entity-link"/> Skat gespielt, Ännchen fing an, auf ihrem Flügel zu üben, Üssie wurde wild, aber Ännchen hörte von selber schon vor 9 wieder auf. Es ist grauenhaft, diese Musikhölle. Du armer Teufel sitzt also an diesem lächerlichen <unclear>Stück</unclear>. Einige Briefe, aber nichts von der Fakultät. Der kommt wohl morgen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-22" n="1943-10-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40727">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-22">Freitag, 22/10 43</date>. Schlecht geschlafen, angesteckt von der Hysterie <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40733">Ännchens</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40733_entity-link"/> grauenhafte Nacht, gegen Morgen etwas geschlafen, dann aber begann wieder das Klavierspiel, übrigens manchmal ganz nett. Um ½ 10 auf (die Installateure waren im Haus wegen der Heizung). Ganz herrliches Wetter, gläserne und wässrige Luft. Wollte mir schönen Kaffee machen, aber wir mußten warten, wegen der Installateure. Der Kaffee war nicht gut, aber Ännchen besonders nett und freundlich. War wieder etwas gerührt, schrieb Brief an <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e40743">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e40743_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40746">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date></bibl>.</note> <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e40751">Wirsing</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e40751_entity-link"/> (der mir einen Aufsatz über den Escorial geschickt hat),<note type="editorial" xml:id="d1e40754">Im Fahnenstadium, abgedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Giselher Wirsing</author>, <title>Ein Abend am Escorial</title>, in: <title>Das Zeitalter des Ikaros. Von Gesetz und Grenzen unseres Jahrhunderts</title>, Jena: Eugen Diederichs Verlag <date>1944</date>, S. 164-180</bibl>. Vgl. dazu den Brief Wirsings vom 26. Oktober 1943 im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 18327.</note> <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e40759">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e40759_entity-link"/> (über seine Habilitation)<note type="editorial" xml:id="d1e40762">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> und <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e40768">Gilles</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e40768_entity-link"/> Machte einen Spaziergang den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e40773">Graben</rs> herauf. Erschrak vor so viel schönem Wetter und einem so langanhaltenden Sommerurlaub. Um ½ 2 mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40776">Üssie</rs> eine traurige Bohnensuppe als Mittagessen, sie war wütend, ich ging nach dem Essen gleich zu Bett, unter fürchterlichem Klaviergeklimper etwas geschlafen, um 4 aufgestanden, Spaziergang mit Üssie über den <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e40784">Eschen</rs>, über die Raffgier und Unverschämtheit Ännchens unterhalten. Zu Hause noch etwas gearbeitet, zum Abendessen eine Flasche guten Rotwein (aus Koblenz), Zwiebeln, dann fleißig an dem Manuskript über den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e40813">Nomos</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e40813_entity-link"/> (Plötzlicher Schock heute Nachmittag: Aufforderung zur Luftschutzversammlung an alle Männer von 14 - 70 Jahren; was bedeutet dieser heftige Schock? Warnungssignal des anarchistischen Nervenkomplexes? Wie soll man auf solche Warnungen reagieren? Mit Flucht natürlich; nun <unclear xml:id="d1e40804"><app><lem>fliehe</lem><rdg>fliege</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e40804_alt-rdg" target="#d1e40804">Alternative Lesart zu „fliehe“: fliege</note> im technischen Zeitalter.) Unterdessen viele feindliche Flieger über uns, großes Summen der Motoren, dabei gearbeitet, mit <unclear>Intensität</unclear> und Schwung. Im Bett noch über <unclear xml:id="d1e40813"><app><lem>Stoa</lem><rdg>Stoiker</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e40813_alt-rdg" target="#d1e40813">Alternative Lesart zu „Stoa“: Stoiker</note> und Christentum <rs ref="#__GND_11852514X" type="person" xml:id="d1e40818">Dibelius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11852514X" xml:id="d1e40818_entity-link"/> gelesen; sehr schön die Überlegenheit der <corr>Christen</corr>.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-23" n="1943-10-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40827">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-23">Samstag, 23/10 43</date>. Letzten Stunden eines Condamné à mort<note type="editorial" xml:id="d1e40835">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Victor Hugo</author>, <title>Le dernier jour d` un condamnier</title>, Paris: Gosselin <date>1829</date></bibl>.</note> – aber sehr philosophisch, christlich, jenseitig, überlegen. Mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40841">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40841_entity-link"/> Kaffee gekocht und getrunken, dann gut ausgeschlafen, etwas notiert und auf Post gewartet. Jetzt muß doch bald etwas kommen. Es kam aber nichts Wichtiges, nur <rs ref="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" type="document" xml:id="d3e40866">eine Anthologie der französischen <corr>Dichtung</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" xml:id="d3e40866_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e40851">Epting</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e40851_entity-link"/> war sehr begeistert und schrieb ihm gleich einen Brief, brachte ihn zum Kasten und aß zu Mittag. Geschlafen, müde, gegen 5 auf, zur Bahn, <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e40856">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e40856_entity-link"/> abgeholt, der 5 09 kam, mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e40859">Üssie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e40859_entity-link"/> Wir machten beide noch einen Spaziergang zum <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e40865">Eschen</rs>, er erzählte von seinen Erwartungen für diesen Winter, Gefühl, das letzte Mal zusammen zu sein, über die ordinäre Raffgier von
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e40872">
                        Ännchen. Das ist nun unser Schicksal, eine solche Schwester zu haben. Allmählig bedrückt, vom Ausbleiben der Möbel (obwohl das vielleicht doch gut ist). Trank Kaffee, dann Abendessen und viel Wein getrunken (Deidesheimer, Forster, schließlich noch Rotwein), gelacht, über das Protokoll für Finnentrop, das Jup erhalten hat, gesprochen, er fühlte sich doch einer Ordnungswidrigkeit schuldig. Mich störte das Ganze sehr. Um 12 gingen wir zu Bett. Ich mußte nachts erbrechen. Es war ganz scheußlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_K2lp" n="1943-10-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52283">
                        Dies ist doch gar nicht meine Heimat; es sei ein Experimentierfeld, Einübung im Landschaftssehen, in der Ortung, bequeme Flucht in die alten Gehäuse früherer Neurosen, Entproblematisierung nach hinten, ins Frei-Problematische, künstliche Gewohnheit, was suche ich hier: die Kraft meiner Jugend, die mir den Absprung aus dieser Enge ermöglicht, nicht aber diese Enge selbst; der Ursprung als neuer Absprung.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52292">
                        Beglückt von der <rs ref="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" type="document" xml:id="d3e52322">Anthologie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" xml:id="d3e52322_entity-link"/> die mir <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e52300">Epting</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e52300_entity-link"/> schickte. <date type="entry-date" when-iso="1943-10-23">23/10 43</date>. Liegt es nur an meiner momentanen großen Empfänglichkeit für solche Eindrücke, daß ich von der <rs ref="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" type="document" xml:id="d3e52335">Anthologie de la Poésie allemande</rs> (die Sie mir freundlicherweise an meine Berliner Adresse zusenden ließen) so beglückt und hingerissen bin? Ich habe einen ganzen Tag darin gelesen, obwohl das Lesen von Anthologien sonst bekanntlich sehr schnell ermüdet. Aber hier ist die Synoptik zweier Sprachen und Geister mit ihrer wechselnden und wechselnden Erhellung so unendlich mannigfaltig, durch verschiedene Jahrhunderte hindurch immer neu, bei den verschiedenen Autoren so unendlich farbenreich, daß man nicht aufhören kann, das ununterbrechend wechselnde Panorama zu bestaunen und immer neue linguistische und inter- und metalinguistische Erfahrungen zu registrieren. Das ist wunderschön und wirklich eine reichere Fundgrube, mehr als eine umfangreiche sprachwissenschaftliche Bibliothek. Ich hatte bisher in meinem ganzen Leben überhaupt keine französischen Übersetzungen deutscher Gedichte recht ernst genommen, noch <corr>weniger</corr> aufnehmen können und jetzt überrascht mich eine solche Fülle. Aufregend ist die Frage, ob das umgekehrte Experiment in gleicher Weise möglich wäre? Ich glaube es nicht. Aber dann ergibt sich die weitere Frage: Liegt darin nicht eine Überlegenheit der französischen Sprache als der überlegeneren, weil sachlicheren und bescheideneren, Mittlerin im Bereich europäischer Geistigkeit? Stellen wir wenigstens diese Frage einmal unbefangen, und ohne jede politische Angst, ohne deutschen Neid und ohne französischen Geiz , in aller Freiheit des europäischen Geistes, der schließlich doch stärker sein <supplied>wird</supplied> als die elende Furcht der Kleinen, schlecht abzuschneiden. Es hat keinen Zweck, einzelne Gedichte herzunehmen und zu loben, denn das Vergnügen wechselt ununterbrochen. Die Anpassungen <rs ref="#__GND_1028669062" type="person" xml:id="d1e52384">Thérives</rs> an Gedichte von <rs ref="#__GND_11881169X" type="person" xml:id="d1e52390">Morgenstern</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11881169X" xml:id="d1e52390_entity-link"/> nenne ich nur, weil sie, als surrealistische ( Transpositionen besonders frappieren. Ebenso wäre es töricht, Gedichte zu nennen, die man vermißt. Ich vermisse gar nichts, und wenn ich das eine oder andere Gedicht suchte und nicht fand, so hatte ich dabei nur den Wunsch, sie auch in den fruchtbaren Synoptizismus einbezogen zu sehen. Von <rs ref="#__GND_11854327X" type="person" xml:id="d1e52415">Johann Christian Günther</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11854327X" xml:id="d1e52415_entity-link"/> würde das Gedicht <quote source="#__ZOTERO_AFA33R29?p=170-171" xml:id="d1e52418">Endlich (in der ersten Fassung), Trost-Aria,
                            <note type="editorial" xml:id="d1e52424">Schmitt besaß das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52418_quote-src" target="#d1e52418">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Christian Günther</author>, <title>Gedichte</title>, hg. von <editor>Berthold Litzmann</editor>, Leipzig: Philipp Reclam jun. <date>1879</date> (<title type="series">Reclams Universal-Bibliothek</title> 1295, 1296), S. 170-171</bibl>. — Schmitt besaß das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note> ein fabelhaftes Beispiel dafür, daß innigste Poesie und barockste Rhetorik sich im Deutschen nicht <corr>ausschließen</corr>, was sie im Französischen wahrscheinlich tun, und das Gedicht <rs ref="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" type="document" xml:id="d3e52464">Der Nachtwandler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d3e52464_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_118850245" type="person" xml:id="d1e52442">Theodor Däubler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118850245" xml:id="d1e52442_entity-link"/> (im letzten Teil des Nordlicht, und im <rs ref="#__ZOTERO_4I3VE98N" type="document" xml:id="d3e52475">Sternenkind</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_4I3VE98N" xml:id="d3e52475_entity-link"/> abgedruckt) kenne ich, weil ich seinen unerhörten Expressionismus ( 1910 veröffentlicht!) blitzvoll erlebte, als ich, in der Nacht vom 23. zum 24. August aus den Trümmern meiner Dahlemer Wohnung herauskroch, die durch eine Luftmine weggeschleudert wurde.<note type="editorial" xml:id="d1e52457">In die Anthologie wurde von Johann Christian Günther die Gedichte <q>Rückkehr nach Schweidnitz</q>, <q>Die seufzende Geduld</q>, <q>Am Abend</q> und <q>Seine eigene Grabschrift</q> aufgenommen, von Däubler <q>Die Droschke</q> und <q>Dämmerung</q>.</note> Diese Verse im Kampfzustand, mich aus den Trümmern herausarbeitete. An <rs type="person" xml:id="d1e52483">Konrad</rs> <rs type="person" xml:id="d1e52487">Weiß</rs>, den jetzt ein spanischer Freund übersetzt, dachte ich auch schon, damit ein für die Spanier wichtiger Name nicht draußen bleibt, aber das sind nur die Wünsche eines Liebhabers. Auch sie gehören zu der <unclear>Freude</unclear> an einer solchen Leistung, im übrigen steht in <unclear>Vorrede</unclear> Bitte auch Herrn GR.<note type="editorial" xml:id="d1e52512">Dahinter verbirgt sich <rs ref="#__GND_1069497657" type="person" xml:id="d1e52514">Georg Rabuse</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1069497657" xml:id="d1e52514_entity-link"/> der Mitautor an Eptings Anthologie.</note> meine besten Wünsche . Indem ich mich mit den besten Empfehlungen an Sie und Ihre sehr verehrte <rs type="person" xml:id="d1e52527">Gattin</rs> Ich sage Ihnen meine herzlichsten Wünsche zu dieser bewundernswerten Antologie und <gap extent="1 word"/>. Ihr stets Ihnen aufrichtig ergebener <rs ref="#__GND_11860922X" type="person" xml:id="d1e52541">Carl Schmitt</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-24" n="1943-10-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40885">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-24">Sonntag, 24/10 43</date>. Konnte nicht mit <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e40891">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e40891_entity-link"/> fahren, weil es mir so schlecht ging. Schmerz im Zäpfchen, beim Schlucken, Ekel im Magen. Blieb bis 10 im Bett. Jup fuhr um 7 09 über Olpe zurück. Stand mühselig auf, aß nichts, ging eine halbe Stunde am <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e40896">Eschen</rs> spazieren, krank, schlechte Laune, deprimiert und völlig Z. Dann kam noch <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e40905">Josef Schröder</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e40905_entity-link"/> ich hielt es nicht aus. Dazu der Tabakdunst. Gut zu Mittag gegessen und gleich geschlafen, bis 5. Es ging besser, schönen Kaffee getrunken und etwas notiert. Kam wieder in einen gewissen Normalzustand. Aber meiner völlig nihilistischen Lage wohl bewußt. Spaziergang im Herbstnebel, wie als Primaner. Dieses Land ist mir nicht Heimat, sondern nur der Absprung, der Ausgangspunkt für eine Flucht aus der Enge gewesen, die Kraft, die mich damals trug, suchte ich wieder; mehr nicht. Zum Abendessen auf <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40917">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40917_entity-link"/> gewartet, die mit Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e40920">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e40920_entity-link"/> bei <rs ref="#SchmandtHerrundK&#xE4;the" type="group" xml:id="d1e40923">Schmandts</rs> ist und uns 3 zu Hause sitzen läßt. Wie traurig ist das alles. Die arme <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e40928">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e40928_entity-link"/> die das jahrelang mit hat erleben müssen. Tief beleidigt von der Frechheit und Dreistigkeit dieses Ännchens. Las noch die <rs ref="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" type="document" xml:id="d3e40953">französische Anthologie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" xml:id="d3e40953_entity-link"/> die <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e40937">Epting</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e40937_entity-link"/> mir geschickt hat, korrigierte etwas herum, einsam bei der Lampe. Las noch Heine, <rs ref="#__ZOTERO_HSKPMZ59" type="document" xml:id="d3e40961">Rabbi von Bacharach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HSKPMZ59" xml:id="d3e40961_entity-link"/> sehr schön die <quote source="#__ZOTERO_HSKPMZ59?p=26" xml:id="d1e40945">Stelle vom Todesengel, den der Rabbi sieht</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e40945_quote-src" target="#d1e40945">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Rabbi von Bacharach</title>, München: Rösl &amp; Cie. <date>1922</date>, S. 26</bibl>.</note> Im ganzen widerlich in seiner alleswissenden Geschichte. Traurig um 10, als Ännchen zurückkam. Einsam zu Bett gegangen. Konnte nicht einschlafen, fürchterlich Z.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-25" n="1943-10-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e40959">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-25">Montag, 25/10 43</date>. Gegen Morgen geschlafen; scheußlicher Traum: Ein Baron fährt vor mir her, ich habe einen schlichten Anzug an, nachher einen Frotté, auf dem plötzlich dicke Klumpen Butter lagen, die ich abzuputzen versuchte, es kam ein Mädchen und putzte mich ab, streichelte mir dabei den nackten Bauch. Alles dumm und widerlich und ein verzerrter Ausdruck meiner traurigen Lage. Bis 10 im Bett. <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e40969">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e40969_entity-link"/> wollte mir Tee geben, ich nahm ihn aber nicht an. Tranken Kaffee, fing an zu arbeiten, da kam die Post: vom <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e40975">Dekan</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e40975_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40978">Der Brief von Wolfgang Siebert vom 22. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 15152.</note> <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e40981">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e40981_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40984">Der Brief von Johannes Popitz vom 22. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 11168.</note> <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e40987">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e40987_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e40990">Der Brief von Otto Hodler vom 21. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 6136. </note> <rs ref="#__GND_1012577570" type="person" xml:id="d1e40994">Knauss</rs><note type="editorial" xml:id="d1e40996">Der Brief von Generalleutnant Knauss vom 22. Oktober 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 7933.</note> usw. Erregt, Herzklopfen. Plötzlich wieder alles gleichgültig, will wieder dabei sein usw. <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e41003">Bilfinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e41003_entity-link"/> soll Nachfolger von <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e41006">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e41006_entity-link"/> werden. Schadenfroh darüber, welch lächerliche Vetternwirtschaft, Schieberei über den Tod hinaus.<note type="editorial" xml:id="d1e41012">Bilfinger war in der Tat mit Bruns verwandt, und Bruns hatte testamentarisch Bilfinger als Nachfolger genannt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212, hier S. 5</bibl>.</note> Schrieb aufgeregt an Siebert, jammerte ihm etwas vor, brachte den Brief zum Kasten, ging zur <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e41019">Kersmecke</rs>. Wie traurig, wenn ich diese Spaziergänge nicht mehr machen kann. Aber alles traumhaft und gleichgültig. Wartete auf <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41024">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41024_entity-link"/> die morgen kommen will. Nach dem Essen zu Bett, um ½ 4 kam Duschka, zu meiner Überraschung, mit schweren Koffern von Cloppenburg zurück. Freute mich darüber, wir tranken schönen Kaffee, ich holte das Manuskript des <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e41054">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e41054_entity-link"/> gab dem Mädchen 50 Mark, große Kocherei und Entenrupferei den ganzen Nachmittag und Abend bis ½ 3 morgens. Abends viel Wein zum Abendessen, um <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e41040">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e41040_entity-link"/> zu feiern. Ging müde und traurig zu Bett, Ännchen und <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e41043">Erna Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e41043_entity-link"/> klebten zusammen, es war ein trauriger Anblick. (Heute Morgen Gespräch mit Ännchen: <quote xml:id="d1e41049">Ich dachte, du wärst damals von Spanien nach <gap/> gegangen!</quote> Wie kommt sie dazu?)
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_mu7W" n="1943-10-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52076">
                        <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e52079">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e52079_entity-link"/> zog Ägypten mit in die Geschichte als Kultur, dazu <unclear>Goldberg</unclear>. Ägyptens Götter waren wirkliche Götter, die die <gap/> <unclear>Dogmen</unclear> gemacht, gebaut, Technik (ebenso Rom, als es ein Imperium geworden war). Die <hi>4 Weltreiche</hi> der danielischen Weissagungen und die christliche Heilsgeschichte kennen Ägypten nicht als Weltreich; sehr wichtig.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52111">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-25">25/10 43</date> im <rs ref="#__GND_4051800-0" type="place" xml:id="d1e52117">Sauerland</rs>: Jetzt kommt der Nebel wieder; die Berge schwimmen im Nebel, wie schwerfällige Schiffe; ich gehe durch ein enges sauerländisches Tal, in dickem-milchigem Nebel zwischen den schweren Bergen, als führe ich in <corr>einen</corr> großen, nebligen Hafen auf einem kleinen Nachen zwischen schweren Kriegsschiffen hindurch (Weg nach der <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e52133">Kersmecke</rs>), Nifelheim, Industriehafen; das Erwachen der Berge, plötzlich sind sie auf dem See, sind wach, Nachtleben läßt den blauen Himmel nicht zu uns.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52147">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-29">29/10 43</date>: Auf der Höhe des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e52153">Saley</rs>, blauer Himmel, warme Sonne, im Tal dicker milchiger Nebel, aus dem Nebel steigen die langsamen Berge auf, wie blau-braune Inseln aus einem weißen Meer.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-26" n="1943-10-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41057">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-26">Dienstag, 26/10 43</date>. Geschlafen, aber immer etwas krank, Schmerzen im Rücken, rechts an den Rippen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41063">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41063_entity-link"/> schlief gut aus und war wieder fleißig; ich schrieb einen Brief an Fräulein <rs ref="#HasbachMarie" type="person" xml:id="d1e41068">Hasbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HasbachMarie" xml:id="d1e41068_entity-link"/> an Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e41071">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e41071_entity-link"/> (die <unclear>Großbotschaft</unclear> von <unclear><rs type="person" ref="#__GND_11854327X" xml:id="d1e41078">Christian Günther</rs></unclear>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11854327X" xml:id="d1e41078_entity-link"/> an den armen Holländer, für den Bruder von <rs ref="#__GND_1057660884" type="person" xml:id="d1e41081">v. d. Heyden</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1057660884" xml:id="d1e41081_entity-link"/> telegrafierte an <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e41086">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e41086_entity-link"/> wegen Portugal und Spanien.<note type="editorial" xml:id="d1e41089">Schmitt erhielt am 25. Oktober 1943 ein Telegramm bezüglich der im Mai und Juni 1944 absolvierten Reise, RW 0265 Nr. 0249, auf das er antwortet; vgl. auch 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> Mit der Kleinbahn nach <rs ref="#Lettmecke" type="place" xml:id="d1e41095">Lettmecke</rs>, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e41098">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e41098_entity-link"/> abgeholt. Nach dem Essen etwas geschlafen und ausgeruht, um 5 Kaffee, alles war gegen <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e41101">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e41101_entity-link"/> was mir leid tat, obwohl die <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e41106">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e41106_entity-link"/> eklig ist. Ich machte einen schönen einsamen Spaziergang zum <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e41109">Eschen</rs>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41119">
                        Denke mit Entsetzen an die Reise nach Berlin und den Aufenthalt dort. Setzte mich an den Tisch und schrieb etwas, während <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41123">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41123_entity-link"/> Entenbraten machte. Herrliches Abendessen unter dem Vorwand, meinen Namenstag zu feiern,<note type="editorial" xml:id="d1e41130">Der Namenstag von Carl ist der 4. November.</note> schöner Wein dazu getrunken, aber leider saß die <unclear>meckrige</unclear> Giftspinne immer mit am Tisch und krallte sich an <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e41138">Ännchen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e41138_entity-link"/> Ich ging um 11 zu Bett, Duschka spülte noch, sprach mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e41141">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e41141_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e41144">Üssie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e41144_entity-link"/> Traurig zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-27" n="1943-10-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41150">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-27">Mittwoch, 27/10 43</date>. Schlecht geschlafen, Angsttraum, grauenhafte Situation, Sorge um <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e41156">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e41156_entity-link"/> soll ich nicht ein Testament machen, worüber, armer Teufel? Um 9 erst aufgestanden, schnell angezogen, um <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e41161">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e41161_entity-link"/> an die Bahn zu begleiten, trug ich ihre Sachen, das gute und eifrige Wesen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41164">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41164_entity-link"/> kam auch noch, ärgerlich, daß Claire uns nicht geweckt hatte. Um 10 fuhr der Zug, wir gingen nach Hause zurück. Schöner Herbst; frühstücken sehr schön mit Kaffee, schöner Brief von <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e41172">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e41172_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e41175">Der Brief Otto Hodlers vom 23. Oktober 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 6137.</note> ich bin müde, aber am Schreibtisch funktioniert es noch ein bißchen, machte den Vortrag für Budapest zurecht.<note type="editorial" xml:id="d1e41178">Erst später gedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft (1943/44)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 386-429</bibl>, vgl. auch <rs ref="#__ZOTERO_EUBRA4FQ" type="docuemnt"/>.</note> Will um ½ 1 mit Duschka mit der Kleinbahn nach Lettmecke fahren. Grauen und Ekel vor dem Gestöhne des <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e41188">Vaters</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e41188_entity-link"/> wenn er für sich allein sitzt; wie ein wütendes, aber feiges Tier. Fuhr um ½ 1 mit Duschka in der Kleinbahn nach <rs ref="#Lettmecke" type="place" xml:id="d1e41193">Lettmecke</rs>, erschrak vor der Häßlichkeit dieses Landes, den ekelhaften Fabriken, den noch viel ekelhafteren <unclear>Villen</unclear> der Fabrikanten und der reichgewordenen Leute. Grauenhaft, schmutzig und boshaft häßlich; tausendmal schlimmer als nötig wäre und durch keine Zweckmäßigkeit zu rechtfertigen oder auch nur zu erklären. In Lettmecke trafen wir <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e41203">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e41203_entity-link"/> die sehr müde war, besahen die Schule von außen und fuhren gleich wieder mit der Kleinbahn zurück. Etwas zu Mittag gegessen, dann eine Stunde gut geschlafen. Auch Duschka schlief gut. Wir tranken keinen Kaffee, ich schrieb an Hodler und Anima, brachte die Briefe zum Postkasten, ging dann über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e41212">Graben</rs> zum <rs ref="#GrabSchmittLuise" type="place" xml:id="d1e41215">Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e41217">Mutter</rs></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e41217_entity-link"/> und war ½ 7 wieder zu Hause. Wunderbarer Abend im kalten Nebel und <corr>grauen</corr> Wasserdunst, der die Gräßlichkeit des Industriedorfes einhüllte. Was ich hier suche, ist die Kraft der Jugend, der Schutz der Berge, geheimnisvolle Ortung (hinter der <rs ref="#Blemke" type="place" xml:id="d1e41226">Blemke</rs>, nach <rs ref="#Allendorf" type="place" xml:id="d1e41229">Allendorf</rs> hin, bis zum Westufer der Lennebrücke<supplied>)</supplied>. Immer stärkere Erkenntnis meiner lunarischen Wesensart. Das mußt du nun also wissen. Guten Wein getrunken, wundervollen kalten Entenbraten dazu; mit dem Vater Skat gespielt und früh zu Bett. Nachts im Dunkeln noch den Brief an <unclear><rs ref="#Nowakow" type="person" xml:id="d1e41240">Nowakow</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Nowakow" xml:id="d1e41240_entity-link"/> zur Post gebracht.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-28" n="1943-10-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-28" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41246">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-28">Donnerstag, 28/10 43</date>. Traum: <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e41252">Hermann Göring</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e41252_entity-link"/> bei <rs ref="#SteinleinAndr&#xE9;" type="person" xml:id="d1e41255">Onkel <corr>André</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SteinleinAndr&#xE9;" xml:id="d1e41255_entity-link"/> in <rs ref="#Bussingen" type="place" xml:id="d1e41259">Bussingen</rs> oder <rs ref="#Rombach" type="place" xml:id="d1e41262">Rombach</rs>, er sagt seiner Frau, oder <gap/>, es komme noch ein <rs ref="#HerzogvonGalen" type="person" xml:id="d1e41270">Herzog von Galen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HerzogvonGalen" xml:id="d1e41270_entity-link"/> Ausgeschlafen, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41273">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41273_entity-link"/> gefrühstückt, dann zum Fotografen, Widerwillen, wegen der Fotografien fürs portugiesische Visum,<note type="editorial" xml:id="d1e41278">Wegen der Reise im Mai und Juni 1944, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> dann zum <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e41284">Saley</rs> hinauf auf den <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e41287">Ibsenstein</rs>, im Nebel, wunderbar, <corr>unerhörtes</corr> Glück, völlige Ruhe und Zufriedenheit. Nach dem Essen etwas ausgeruht, mit Duschka zur Stadt, beim Fotografen (nur nicht so angestrengt), bei <rs ref="#LarquetteKlara" type="person" xml:id="d1e41294">Larquette</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LarquetteKlara" xml:id="d1e41294_entity-link"/> am Umlauf, Bücherei, mit der Kleinbahn zurück, noch etwas spazieren den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e41300">Graben</rs> herauf zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e41303">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e41303_entity-link"/> in der Dunkelheit. Abends wieder guter Wein, kalter Entenbraten, großartig, das Buch von Sieburg über <rs ref="#__ZOTERO_RC7PSQ6S" type="document" xml:id="d3e41330">Portugal</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_RC7PSQ6S" xml:id="d3e41330_entity-link"/> fiel mir in die Hände; alles kommt richtig. Las mit großem Interesse bis in die Nacht hinein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-29" n="1943-10-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41319">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-29">Freitag, 29/10 43</date>. Traum von <rs ref="#__GND_118655698" type="person" xml:id="d1e41325">Berber</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655698" xml:id="d1e41325_entity-link"/> Immer Sieburg über <rs ref="#__ZOTERO_RC7PSQ6S" type="document" xml:id="d3e41347">Portugal</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_RC7PSQ6S" xml:id="d3e41347_entity-link"/> gelesen; begeistert von <rs ref="#__GND_118548247" type="person" xml:id="d1e41331">Heinrich dem Seefahrer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548247" xml:id="d1e41331_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118741446" type="person" xml:id="d1e41334">Pombal</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741446" xml:id="d1e41334_entity-link"/> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41339">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41339_entity-link"/> ging um ½ 10 zur Bücherei, ich wartete auf die Post (Brief von <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e41342">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e41342_entity-link"/> süß, 500 Mark für die Spanienreise),<note type="editorial" xml:id="d1e41345">Im Brief vom 27. Oktober 1943 bemerkt Alfons Adams, dass der DAAD wegen Schmitts Spanienreise 553,50 Reichsmark an Auslagen hatte, die Schmitt überweisen sollte. Der Brief ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 32.</note> dann zum <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e41348">Saley</rs>, auf den <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e41354">Ibsenstein</rs>, unten dicker, miotischer Nebel, auf der Höhe blaue warme Sonne, wie im Hochgebirge. Unendliches Glück. Über die Höhe zurück. Nach dem Essen mit Duschka nochmals auf den Ibsenstein und über die Höhe des Saley, schön, warme Sonne, Sorge um die Gesundheit von Duschka. Um ½ 6 bei <rs ref="#WengenrothFriedrichWilhelm" type="person" xml:id="d1e41361">Wengeroth</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WengenrothFriedrichWilhelm" xml:id="d1e41361_entity-link"/> die Fotografien geholt, todmüde den Brief an Adams zum Postkasten gebracht. Schönes Abendessen mit kaltem Entenbraten und Rotwein. Früh zu Bett, nachdem wir mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e41366">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e41366_entity-link"/> Skat gespielt hatten. Immer in törichter Abzählung der ablaufenden Sekunden.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-30" n="1943-10-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41372">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-30">Samstag, 30/10 43</date>. Gleich nach dem Frühstück mit dem Koffer nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e41378">Plettenberg</rs>, Wäsche geholt, wieder herrliches Nebelwetter. Mittags zur Bahn, eingepackt, immer in extremis, aber es ging doch. Ein Mann von der Bahn holte um 5 die Koffer und expedierte.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41390">
                        Nach dem schönen Abendessen (Rotwein) wieder Skat gespielt. Der Mann von der Bahn hat eine Flasche Rotwein bekommen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41394">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41394_entity-link"/> kam noch, nähte und wusch, ließ Fett aus, rührend, bis nach 12 Uhr. Ich ging um ½ 12 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-10-31" n="1943-10-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41402">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-31">Sonntag, 31/10 43</date>. Nachts Sausen der Flieger, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41408">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41408_entity-link"/> hatte Halsschmerzen (Scharlach?), immer in extremis. Traum von <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e41416">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e41416_entity-link"/> (um den ich mich vergebens bemühe). Um ½ 7 auf. Allmählig wieder Reisestimmung, <corr>alle</corr> Angst ist vergessen. So schnell geht das, Karlchen. Immer mehr Steinlein. Mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e41424">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e41424_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e41427">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e41427_entity-link"/> zur Bahn. In <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e41432">Plettenberg</rs> klappte alles, prachtvoller Herbstmorgen, in dieser See-Landschaft. Fühlte mich als Steinlein, scheußlich, dieses <unclear>scheele</unclear> Aufmischen, unterschiedslose Promiskuität. Die Reise nach <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e41440">Hagen</rs> mit Üssie; in Hagen kam <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e41443">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e41443_entity-link"/> und hatte uns schon Plätze von Köln her verwahrt. So ging die Reise gut, Duschka in der Ecke, sie schlief den ganzen Nachmittag, traurige Reise, neben mir ein Rheinländer nach Königsberg, der Angst vor Berlin hatte, <gap extent="3 words"/> ein Kölner Intellektueller, verliebt in seine Frau usw. Müde in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e41453">Berlin</rs> angekommen, der gute Serbe <unclear><rs ref="#Nov&#xE1;kov" type="person" xml:id="d1e41457">Novákov</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Nov&#xE1;kov" xml:id="d1e41457_entity-link"/> holte uns ab, aber das alles geht zu Ende, brachte unser Gepäck zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41464">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e41464_entity-link"/> Dort konnte ich mich vor Müdigkeit kaum aufrecht halten. Also wieder im Krematorium. Hatte das Zimmer von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41467">Hans</rs>, während Duschka in meinem früheren Zimmer war, wir aßen schön zu Abend (habe eine kalte Ente und eine Flasche Wein mitgebracht), Herr <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e41473">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e41473_entity-link"/> kam etwas später. Unterhielten uns über die neue Wohnung. Ich war aber so müde, daß ich kaum aufrecht bleiben konnte, immer Angst vor Alarm, der aber glücklicherweise nicht kam. Um 11 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-01" n="1943-11-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41481">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-01">Montag, 1/11 43</date>. Um ½ 8 aufgestanden. Den Drachen der Schlafsucht bezwungen, aber er weiß sich zu rächen und einen zu fassen. Heftige Neurose wegen Frau und Kind. Im Krematorium. Um 9 mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41489">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41489_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e41492">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e41492_entity-link"/> das Haus in der <rs ref="#HarderslebenerStra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e41495">Harderslebener Straße</rs> besehen, sehr hübsch, erst entzückt, allmählig merkte ich, daß der Vermieter <rs ref="#Ellermann" type="person" xml:id="d1e41501">Ellermann</rs><note type="editorial" xml:id="d1e41503">Hodler hatte für Schmitt ein Haus gefunden in der Harderslebener Straße 34. Er wohnte nebenan in der Harderslebener Straße 32. Vgl. dazu den Brief von Otto Hodler vom 23. Oktober 1943 im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 6137.</note> ein Schlaumeier ist, im Stil von <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e41506">Smend</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e41506_entity-link"/> Fuhr zur <rs ref="#__GND_1016783-3" type="place" xml:id="d1e41509">Universität</rs>, im Dekanat, Vorlesungen vertagt, zum Amtsmann des <rs ref="#__GND_1069526282" type="person" xml:id="d1e41515">Kurators</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1069526282" xml:id="d1e41515_entity-link"/> alles schnell und ziemlich glatt erledigt. Wartete, bis es 1 Uhr war; besah die erbeuteten Geschütze am <unclear>Heldenmal</unclear>, holte <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41522">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e41522_entity-link"/> ab und fuhr mit ihm zur <rs ref="#Bretanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e41525">Brentanostraße</rs>, zu Mittag gegessen, bei Duschka im Zimmer geschlafen, todmüde, um ½ 5 kam <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e41528">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e41528_entity-link"/> Popitz trank mit uns Tee, nette Unterhaltung mit dem lieben Medem, der einen Vortrag in Krakau haben wollte. In meiner Schwäche sagte ich für Januar zu.<note type="editorial" xml:id="d1e41534">Ein Vortrag Schmitts im Januar 1944 in Krakau ist nicht nachweisbar.</note> Begleitete ihn noch zur U-Bahn, wieder zurück, ½ 6 der Bürgermeister <rs ref="#__GND_1072598450" type="person" xml:id="d1e41542">Sudhof Groß</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072598450" xml:id="d1e41542_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e41545">Suthoff-Groß war 1933-1945 Bezirksbürgermeister von Berlin-Wedding und Habilitand Schmitts, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 75-76</bibl>.</note> der mir hilft, abends allein mit Popitz, Duschka und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e41551">Corrie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e41551_entity-link"/> zu Abend gegessen, noch bis ½ 12 gesessen, Gumpoldskirchner getrunken, ich wurde dadurch wieder etwas munter, im Büro fast umgefallen vor Müdigkeit. Um 12 ins Bett. Zum Glück kein Alarm.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-02" n="1943-11-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41560">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-02">Dienstag, 2/11 43</date>. Etwas länger geschlafen, auf dem Sofa, aber immer der Drache der Schlafsucht, der mich erwürgt und mein Herz zusammenkrampft. Nach dem Frühstück wieder zu <rs ref="#Ellermann" type="person" xml:id="d1e41568">Ellermann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ellermann" xml:id="d1e41568_entity-link"/> scheußlicher Kerl. Wir gingen nicht zum Wohnungsamt. Ich fuhr mit der U-Bahn zur Stadt, zu <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e41574">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e41574_entity-link"/> meinen Paß geholt, dort ging alles nett, zum <corr><rs type="place" ref="#__GND_3021332-0" xml:id="d1e41581">Finanzministerium</rs></corr> zurück. Traf unterwegs <rs ref="#Leontovi&#x107;" type="person" xml:id="d1e41584">Leontović</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Leontovi&#x107;" xml:id="d1e41584_entity-link"/> und sprach mit ihm über den κατεχων. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41592">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e41592_entity-link"/> in die <rs ref="#Bretanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e41596">Brentanostraße</rs> gefahren, Sorge um die Koffer, die aber gebracht wurden. Nach dem Essen wieder bei <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41599">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41599_entity-link"/> geschlafen. Nachmittags kam <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e41602">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e41602_entity-link"/> zu meiner großen Freude, schöne Unterhaltung, <unclear><rs ref="#Mildosch" type="person" xml:id="d1e41608">Mildosch</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Mildosch" xml:id="d1e41608_entity-link"/> soll Leiter des Instituts von <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e41611">Bruns</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e41611_entity-link"/> werden. Um 7 kam uns <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e41615">Brinkmann</rs> <supplied>besuchen</supplied>, mager und nett, wir aßen schön zu Abend, tranken schönen Wein, Duschka stiftete Kaffee. Ein wundervoller, schöner Abend, der mich besonders wegen Duschka sehr freute, aber es wurde etwas spät, brachte Ahlmann noch zur <rs ref="#Grunewaldstra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e41624">Grunewaldstraße</rs>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-03" n="1943-11-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41630">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-03">Mittwoch, 3/11 43</date>. Wieder um ½ 8 auf, trotz großer Müdigkeit, herumtelefoniert, im Wagen vom Minister zum <rs ref="#LehrterBahnhof" type="place" xml:id="d1e41636">Lehrter Bahnhof</rs>, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e41639">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e41639_entity-link"/> <unclear>Augen der Opfer</unclear> gesucht. Dann zum Friseur, zu <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e41646">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e41646_entity-link"/> 1 ½ über die Nachfolge <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e41649">Bruns</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e41649_entity-link"/> soll also Januar anfangen zu lesen, lächerlich, in großer Eile mit der U-Bahn (sah <rs ref="#__GND_118616390" type="person" xml:id="d1e41657">Spranger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616390" xml:id="d1e41657_entity-link"/> scheußlich) zum <rs ref="#Breitenbachplatz" type="place" xml:id="d1e41660">Breitenbachplatz</rs>, Duschka abgeholt, mit ihr zu <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e41664">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e41664_entity-link"/> zum Mittagessen, Jessen
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e41673">
                        blieb aber im Bett, wir aßen sehr nett, mit den beiden Jungens, unterhielten uns nett mit Frau <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e41677">Jessen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e41677_entity-link"/> guter Rotwein, gingen um ½ 4 weg, todmüde eine Stunde geschlafen, in Duschkas Zimmer und Bett, dann zum <rs ref="#EdenHotel" type="place" xml:id="d1e41682">Eden-Hotel</rs>, wo wir <rs ref="#GoruneanuMircea" type="person" xml:id="d1e41685">Goruneanu</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GoruneanuMircea" xml:id="d1e41685_entity-link"/> und seinen Freund, den rumänischen Militärattaché,<note type="editorial" xml:id="d1e41691">Nicht identifiziert.</note> trafen. Goruneanu hat sich verlobt, traurige Situation, Angst vor den Russen. Widerwillen vor der Atmosphäre eines solchen Hotels. Über Amerikanismus. Um ½ 9 wieder nach Hause, mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41699">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e41699_entity-link"/> noch eine Flasche Weißwein getrunken, um 2 todmüde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-04" n="1943-11-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-04" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41710">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-04">Donnerstag, 4/11 43</date>. Schon um ½ 8 auf, schnell angezogen, Brief an <rs ref="#PopitzHans" type="person" xml:id="d1e41716">Hans Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PopitzHans" xml:id="d1e41716_entity-link"/> geschrieben, mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e41719">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e41719_entity-link"/> zur Stadt. Beim <corr><rs ref="#__GND_119368617" type="person" xml:id="d1e41725">Kultusminister</rs></corr>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119368617" xml:id="d1e41725_entity-link"/> der meine Manuskripte einsiegelte, telefonierte (an <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e41729">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e41729_entity-link"/> der in Nauen ist, an <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e41732">Körnchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e41732_entity-link"/> wegen Schlafwagen usw.), sah <rs ref="#__GND_141750936" type="person" xml:id="d1e41737">Gieseke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141750936" xml:id="d1e41737_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e41740">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e41740_entity-link"/> die beiden betrachteten mich wie ein Gespenst, <corr>einen</corr> revenant. Das bist du ja auch. <unclear> Leidensmiene</unclear>. Zur Dresdner <supplied>Bank</supplied>, <rs ref="#__GND_4526262-7" type="place" xml:id="d1e41757">Lichterfelde West</rs>, die Devisen geholt, mit dem Autobus die gewohnte Strecke, nach <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e41763">Dahlem</rs> zurück. Beim Pfarrer <rs ref="#GebhardtHermann" type="person" xml:id="d1e41766">Gebhardt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GebhardtHermann" xml:id="d1e41766_entity-link"/> der sehr nett war (sie haben in <unclear><rs ref="#Franke" type="person" xml:id="d1e41770">Franke </rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Franke" xml:id="d1e41770_entity-link"/> einen großen Verehrer), um 1 wieder zu Hause. Also heute Nachmittag, zwischendurch momentweise das angenehme Gefühl, Namenstag zu haben.<note type="editorial" xml:id="d1e41775">Der Namenstag von Carl ist am 4. November.</note> Um 5 kam <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e41778">Rugina</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e41778_entity-link"/> brachte 2 Flaschen Cotnari, ein Stück Speck von seiner Mutter, trank mit uns Tee. Ich war tief gerührt. Wir fuhren um 5 <corr>zum</corr> <rs ref="#__GND_4202678-7" type="place" xml:id="d1e41790">Bahnhof Zoo</rs> mit dem Wagen des Ministers, ich hing im Speisewagen, früh zu Bett. Trank eine Flasche Rotwein, die der Kellner hatte, erst große Lust nach Cotnari, die ich überwinden mußte. Im übrigen schöne und bequeme Reise.<note type="editorial" xml:id="d1e41801">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-05" n="1943-11-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41808">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-05">Freitag, 5/11 43</date>. Bekanntschaft mit meinem Schlafwagennachbarn, dem bulgarischen Major und Militärattaché <gap/>,<note type="editorial" xml:id="d1e41816">Nicht identifiziert.</note> mit ihm im Speisewagen, um 14 in <rs ref="#__GND_4008684-7" type="place" xml:id="d1e41821">Budapest</rs>, von <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e41825">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e41825_entity-link"/> abgeholt, bei Freyer Tee getrunken, todmüde, traurig, ausgebombt. Abends ohne Abendessen früh zu Bett. Großes Behagen im <rs ref="#__GND_4578413-9" type="place" xml:id="d1e41830">Gellert-Hotel</rs>.<note type="editorial" xml:id="d1e41833">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-06" n="1943-11-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41840">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-06">Samstag, 6/11 43</date>. <rs ref="#__GND_120170256" type="person" xml:id="d1e41846">Madyary</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120170256" xml:id="d1e41846_entity-link"/> rief um 10 Uhr an, holte <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e41849">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e41849_entity-link"/> ab im <rs ref="#DeutschesInstitut" type="place" xml:id="d1e41852">Institut</rs> und ging mit ihm zu Madyary.<note type="editorial" xml:id="d1e41859">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> Dort schönes Mittagessen, mit <rs ref="#Stolpa" type="person" xml:id="d1e41866">Stolpa</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stolpa" xml:id="d1e41866_entity-link"/> <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e41869"><corr>Kuncz</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e41869_entity-link"/> (dem Dekan) gesprochen über die Anerkennung der <rs type="person" ref="#__GND_118585967" xml:id="d1e41872">Mussolini</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e41872_entity-link"/>-Regierung, angeregt nach Hause. Abends mit Freyer und seiner <rs ref="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e41878">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" xml:id="d1e41878_entity-link"/> in die Oper, <rs ref="#__ZOTERO_DHPXISVD" type="document" xml:id="d3e41900">André Chénier</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_DHPXISVD" xml:id="d3e41900_entity-link"/> die <gap/> waren in der Regel sehr gut.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-07" n="1943-11-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41891">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-07">Sonntag, 7/11 43</date>. Den ganzen Tag für mich allein, abends <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e41897">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e41897_entity-link"/> und seine <rs ref="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e41900">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" xml:id="d1e41900_entity-link"/> eingeladen, die aber auch beide sehr müde waren, Abendessen im <rs ref="#GundelRestaurantBudapest" type="place" xml:id="d1e41905">Gundel</rs> bezahlt. Immer traurig und deprimiert, Vortrag vorbereitet.<note type="editorial" xml:id="d1e41909">Erst später gedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft (1943/44)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 386-429</bibl>, vgl. auch 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-08" n="1943-11-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41918">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-08">Montag, 8/11 43</date>. Mittags bei <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e41924">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e41924_entity-link"/> <rs ref="#ErzherzoginAnna" type="person" xml:id="d1e41927">Erzherzogin Anna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ErzherzoginAnna" xml:id="d1e41927_entity-link"/> und ihr <rs ref="#ErzherzogOttoThronpr&#xE4;tendent" type="person" xml:id="d1e41930">Mann</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ErzherzogOttoThronpr&#xE4;tendent" xml:id="d1e41930_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117140600" type="person" xml:id="d1e41933">P. Schütz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117140600" xml:id="d1e41933_entity-link"/> der Piarist, sprach wie <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e41939">Rosskopf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e41939_entity-link"/> sehr sympathisch, <rs ref="#StolpaJosephvon" type="person" xml:id="d1e41943">Stolpa</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StolpaJosephvon" xml:id="d1e41943_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e41946">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-09" n="1943-11-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e41954">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-09">Dienstag, 9/11 43.</date> Den ganzen Tag für mich, um 12 bei <rs ref="#Rakovsky" type="person" xml:id="d1e41961">Rakovsky</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Rakovsky" xml:id="d1e41961_entity-link"/> (<unclear>Verwaltungsamt</unclear>) Vortrag vorbereitet, um 7 Uhr Vortrag über Wandlungen des Kriegswaffen<c type="ephemeral-hyphen">-</c>begriffs,<note type="editorial" xml:id="d1e41971">Der Vortrag wurde nicht publiziert; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Die Vortragsreisen Carl Schmitts während des Zweiten Weltkrieges</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 191-270, hier S. 255</bibl> und 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> die <rs ref="#ErzherzoginAnna" type="person" xml:id="d1e41978">Erzherzogin Anna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ErzherzoginAnna" xml:id="d1e41978_entity-link"/> saß vorne. Sehr herzliche Begrüßung durch <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e41981">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e41981_entity-link"/> auf die ich antwortete, <rs ref="#__GND_117140600" type="person" xml:id="d1e41984">P. Schütz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117140600" xml:id="d1e41984_entity-link"/> <rs ref="#GajzagoLadislaus" type="person" xml:id="d1e41987"><corr>Gajzago</corr>,</rs> <rs ref="#__GND_1159067198" type="person" xml:id="d1e41994">Torzsay-Biber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1159067198" xml:id="d1e41994_entity-link"/> <rs ref="#__GND_123002443" type="person" xml:id="d1e41997">Imredy</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123002443" xml:id="d1e41997_entity-link"/> ein <gap/> von den Nachrichten und <unclear>einige</unclear> von der Post, hinterher schöne Butterbrote. Schöne Gespräche mit <corr>Gajzago</corr> (<rs type="person" xml:id="d1e42010"><unclear>Guerrero</unclear></rs> und andere <unclear>Präsidenten der <gap extent="1 word"/></unclear> durch Freimaurerei bekannt), müde nach Hause mit Freyer.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-10" n="1943-11-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42021">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-10">Mittwoch, 10/11 43</date>. Behaglich ausgeschlafen, nicht mehr viel getan, mittags bei <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e42027">Freyer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e42027_entity-link"/> <rs ref="#Stolpa" type="person" xml:id="d1e42030">Stolpa</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stolpa" xml:id="d1e42030_entity-link"/> Dekan <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e42033">Kuncz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e42033_entity-link"/> <unclear><rs ref="#Nikalovsky" type="person" xml:id="d1e42040"><corr>Nikalovsky</corr></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Nikalovsky" xml:id="d1e42040_entity-link"/> <rs ref="#Just" type="person" xml:id="d1e42043">Just</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Just" xml:id="d1e42043_entity-link"/> <rs ref="#GajzagoLadislaus" type="person" xml:id="d1e42046"><corr>Gajzago</corr></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GajzagoLadislaus" xml:id="d1e42046_entity-link"/> sehr nette Unterhaltung, <rs ref="#__GND_13308146X" type="person" xml:id="d1e42049">Eckhardt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_13308146X" xml:id="d1e42049_entity-link"/> 5 bei <rs ref="#__GND_117140600" type="person" xml:id="d1e42052">P. Schütz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117140600" xml:id="d1e42052_entity-link"/> um 8 mit dem <gap/> Just, der mich im Hotel abholte, aßen in der <gap/>, sehr schön, <rs ref="#Bosovic" type="person" xml:id="d1e42064">Bosovic</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bosovic" xml:id="d1e42064_entity-link"/> noch in seiner Wohnung, die Karte von Rußland aus dem Jahre 1804, tiefer Eindruck, in der Taxe um ½ 1 nach Hause, <gap/> Angst, der Angelus.<note type="editorial" xml:id="d1e42071">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-11" n="1943-11-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-11" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42078">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-11">Donnerstag, 11/11 43</date>, um ½ 10 wieder bei Frau <rs ref="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e42087">Freyer</rs> <gap/>, im Zimmer geblieben, ein paar Einkäufe mit ihr, im <rs ref="#DeutschesInstitut" type="place" xml:id="d1e42092">Institut</rs>, Füllfederhalter für <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e42098">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e42098_entity-link"/> gekauft, mit Fräulein <rs ref="#BuchenhorstFrl" type="person" xml:id="d1e42101">Buchenhorst</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BuchenhorstFrl" xml:id="d1e42101_entity-link"/> nachmittags geschlafen, von <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e42104">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e42104_entity-link"/> abgeholt, in der Bar Kaffee, den Vortrag in der <rs ref="#Universit&#xE4;tBudapest" type="place" xml:id="d1e42109">Universität</rs> gehalten, die ganze Fakultät war da, sehr gut gesprochen, ganz frei, über <unclear><rs ref="#__GND_118605909" type="person" xml:id="d1e42114">Savigny</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605909" xml:id="d1e42114_entity-link"/> und <unclear><rs ref="#__GND_118841726" type="person" xml:id="d1e42119">Kirchmann</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118841726" xml:id="d1e42119_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e42122">Erst später gedruckt in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft (1943/44)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 386-429</bibl>, vgl. auch 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> Sehr glücklich über den Erfolg, zu Freyers, dann Abendessen der Fakultät im <rs ref="#__GND_4578413-9" type="place" xml:id="d1e42129">Gellert-Hotel</rs>, <gap/>, <unclear><rs ref="#Safrangy" type="person" xml:id="d1e42138">Safrangy</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Safrangy" xml:id="d1e42138_entity-link"/> <rs ref="#Scholz" type="person" xml:id="d1e42141">Scholz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Scholz" xml:id="d1e42141_entity-link"/> mit <rs ref="#Stolpa" type="person" xml:id="d1e42144">Stolpa</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Stolpa" xml:id="d1e42144_entity-link"/> über νόμον ἔγνω. Bis 11 Uhr.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-12" n="1943-11-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-12" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42153">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-12">Freitag, 12/11</date>. Erleichtert, behaglich. Mit Frau <rs ref="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e42159">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FreyerFrauL&#xFC;beckK&#xE4;the" xml:id="d1e42159_entity-link"/> eingekauft, Trainingsanzug für <gap/> bekommen, Mütze für <rs ref="#Anna" type="person" xml:id="d1e42164">Anna</rs> <gap/>, im <rs ref="#DeutschesInstitut" type="place" xml:id="d1e42172">Institut</rs> bei Frau <rs ref="#HecklerFr" type="person" xml:id="d1e42175"><unclear>Heckler</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HecklerFr" xml:id="d1e42175_entity-link"/> eine gewisse Gefahr, dann mit <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e42178">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e42178_entity-link"/> zum <rs ref="#RitzBudapest" type="place" xml:id="d1e42181">Ritz</rs>, wohin uns <rs ref="#__GND_1159067198" type="person" xml:id="d1e42184">Torzsay-Biber</rs> eingeladen hatte, sehr schönes Essen (<rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e42190">Dekan</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e42190_entity-link"/> Freyer, Bruder von <rs ref="#Nihalovski" type="person" xml:id="d1e42193">T. Nihalovski</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Nihalovski" xml:id="d1e42193_entity-link"/> schöner Wein (<gap/>), herrliches Essen und Kaffee, bis 4 geblieben, viel Barack getrunken, aber frisch nach Hause, langes Gespräch mit dem <rs type="person" ref="#Torzsay-BiberGyula" xml:id="d1e42200">Bruder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Torzsay-BiberGyula" xml:id="d1e42200_entity-link"/> von Torzsay-Bibervon der National<c type="ephemeral-hyphen">-</c>bank. Etwas ausgeruht, um 8 auf <rs ref="#GajzagoLadislaus" type="person" xml:id="d1e42211">Gajzago</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GajzagoLadislaus" xml:id="d1e42211_entity-link"/> gewartet, blieb bis 11 im <rs ref="#__GND_4578413-9" type="place" xml:id="d1e42214">Hotel</rs>, erzählte von den Völkerrechtlern, <rs ref="#__GND_11862654X" type="person" xml:id="d1e42217">Alfred Verdross</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862654X" xml:id="d1e42217_entity-link"/> ein Produkt der Entente, <rs ref="#__GND_1113616679" type="person" xml:id="d1e42225">Charles Dupuis</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1113616679" xml:id="d1e42225_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118560719" type="person" xml:id="d1e42228">Kaufmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118560719" xml:id="d1e42228_entity-link"/> usw.). Brachte ihn zu <gap/> und ging einsam zu Bett.<note type="editorial" xml:id="d1e42233">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-13" n="1943-11-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42240">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-13">Samstag, 13/11</date>. Bei <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e42246">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e42246_entity-link"/> gefrühstückt, um ein paar Pengö<note type="editorial" xml:id="d1e42249">Zwischen 1927 bis 1946 die Währung Ungarns.</note> zu sparen.<note type="editorial" xml:id="d1e42252">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> Wieder ins Hotelzimmer zurück, gebadet, todmüde, willenlos, wieder im Bett. Um ¼ 1 kam Freyer, wir aßen bei <rs ref="#GundelRestaurantBudapest" type="place" xml:id="d1e42260">Gundel</rs> zu Mittag, dann zur Bahn, im überfüllten Zug, 1. Klasse, aber noch einen Platz bekommen. Nettes Gespräch mit einem Deutschen und einem Bulgaren, mit ihnen eine Flasche ungarischen Wein getrunken und meine letzten Pengö ausgegeben. Der Deutsche erzählte ungarische Witze, der Bulgare hatte in Greifswald bei <rs ref="#__GND_116166614" type="person" xml:id="d1e42269">Biermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116166614" xml:id="d1e42269_entity-link"/> promoviert. In <rs ref="#__GND_4066009-6" type="place" xml:id="d1e42272">Wien</rs> war <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e42276"><corr>Kličković</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145782876" xml:id="d1e42276_entity-link"/> am Bahnhof, wir fuhren gleich zu seiner Wohnung, schönes Abendessen mit viel Wein, die liebe Frau <rs ref="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" type="person" xml:id="d1e42281"><corr>Kličković</corr></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kli&#x10D;kovi&#x107;Cica" xml:id="d1e42281_entity-link"/> Mein Herz tat mir weh vor Mitleid mit dem serbischen Volk. Um 12 zu Bett. Schöne Wohnung, altes Haus.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-14" n="1943-11-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-14" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e42289">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-14">Sonntag, 14/11</date>. Schönes Frühstück, mit <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e42295"><corr>Kličković</corr></rs> <rs ref="#__GND_4066009-6" type="place" xml:id="d1e42298">Wien</rs> besehen, alles verzweifelte Untergangsstimmung. Im <rs ref="#__GND_4079282-1" type="place" xml:id="d1e42301">Stephansdom</rs>. Zum Essen wieder zu Hause, etwas geschlafen, Sorge wegen des Schlafwagens. Schönes Gespräch mit <corr>Kličković</corr> über Vertragsfreiheit und Tarifrecht. Er ist sehr klug. Es geht ihm gut und er freut sich darüber, daß er Geld verdient. Um 9 begleitete er mich zum Bahnhof. Der Schlafwagen war für mich reserviert. Trank eine Flasche Riesling, hinter Wien Maschine defekt, immer wieder Stimmung des Endes. Schlief aber gut.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-14" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e55944">
                        In der Nacht <date type="entry-date" when-iso="1943-11-14">14/11 1943</date>. <rs ref="#__GND_118590782" type="person" xml:id="d1e55953">Otto von Freising</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118590782" xml:id="d1e55953_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_C4IXESWZ?p=199" xml:id="d1e55956">In fine temporum constitutus
                            <note type="editorial" xml:id="d1e55960">Schmitt besaß das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Kauf angeboten.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55956_quote-src" target="#d1e55956">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Gerd Tellenbach</author>, <title>Von der Tradition des fränkischen Reiches in der deutschen und französischen Geschichte des Hohen Mittelalters</title>, in: <title>Der Vertrag von Verdun 843. Neun Ansätze zur Begründung der europäischen Völker- und Staatenwelt</title>, hg. von <editor>Theodor Mayer</editor>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date>, S. 181-202, hier S. 199</bibl>. — Schmitt besaß das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Kauf angeboten.</note> (sagt <rs ref="#__GND_11862122X" type="person" xml:id="d1e55963">Tellenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862122X" xml:id="d1e55963_entity-link"/> von ihm); das war es ja. Das ist doch schon der Untergang des Abendlandes. Und dieser ist eine <unclear>dauernde</unclear>, nicht nur chronische Erscheinung; es ist der Kern des <quote rend="quoted" xml:id="d1e55973">europäischen</quote> Empfindens, der κατέχων. Auch <rs ref="#__GND_118642871" type="person" xml:id="d1e55981">Tocqueville</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642871" xml:id="d1e55981_entity-link"/> Sie sehen die Gefahr, sie sind nicht dumm; sie halten sich. <unclear>toujours en engueil</unclear>. Wer gibt diesen Historikern das Recht, über alles das zu sprechen? Aus welcher eigenen Existenz heraus urteilen sie, ziehen sie Linien und stellen ein Bild her. <quote rend="quoted" xml:id="d1e55995">Entbildung</quote> von <rs type="person" xml:id="d1e55998">Pseudo-Augustinus</rs>, <unclear>echter</unclear> Augustinus geläufig bei den Augustinern, sagt schon <rs ref="#__GND_118506234" type="person" xml:id="d1e56014">Hugo Ball</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506234" xml:id="d1e56014_entity-link"/> (bei <gap/>, <gap/> S. <unclear reason="omission"/> zitiert).<note type="editorial" xml:id="d1e56027">Bisher nicht ermittelt.</note> Seit <hi>1789 schon der Kontakt</hi> zwischen Europa und dem Westen, Frankreich und Amerika, <hi>sofort</hi> auch <hi>Rußland</hi>: der Feind und Freund zugleich; von Westen und Osten die Beschleuniger. 19. Jahrhundert: europazentrische <unclear>Organisation</unclear>, für die wir heute <unclear>einstehen</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-15" n="1943-11-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e42318">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-15">Montag, 15/11</date>. Mit 2 Stunden Verspätung in <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e42324">Berlin</rs> angekommen. <rs ref="#__GND_119414015" type="person" xml:id="d1e42327">Rugina</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119414015" xml:id="d1e42327_entity-link"/> war am Bahnhof, Krach mit der Polizei, die die Erlaubnis zur Benutzung des Autos erteilte. Um 2 zu Hause. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e42332">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e42332_entity-link"/> glücklich, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42336">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42336_entity-link"/> wieder zu sehen. Nach dem Essen ausgeruht, nachmittags ging <supplied>ich</supplied> mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e42343">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e42343_entity-link"/> zum Tee, erzählte von seiner geplanten <unclear>Rumänien</unclear>reise, von dem russischen <unclear>Geiger</unclear>. Abends
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e42357">
                        nach dem Essen tranken wir mit Popitz 2 Flaschen Cotnari, der sehr gut war. <unclear>Koitus</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-16" n="1943-11-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-16" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42369">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-16">Dienstag, 16/11 43</date>. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e42375">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e42375_entity-link"/> in die Stadt gefahren. Zum Dekanatsbeamten <unclear><rs ref="#Kruschke" type="person" xml:id="d1e42379">Kruschke</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kruschke" xml:id="d1e42379_entity-link"/> wegen der vom Dezernat <corr>gewünschten</corr> <unclear>Bescheinigung</unclear> für die Wohnung. Sah <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e42389">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e42389_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117401757" type="person" xml:id="d1e42392">Titze</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117401757" xml:id="d1e42392_entity-link"/> und andere im Docentenzimmer. Traurig. Groh wollte mir helfen, noch der beste. 12.15 bei <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e42395">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e42395_entity-link"/> im <rs ref="#Universit&#xE4;tBerlinArbeitsrecht-Institut" type="place" xml:id="d1e42398"><unclear>Arbeitsrecht-Institut</unclear></rs>, das Dankschreiben an den <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e42404">Dekan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e42404_entity-link"/> nach Budapest diktiert, mit Siebert nochmals über <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e42407">Bilfinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e42407_entity-link"/> es war nichts zu machen, er war aber wenigstens höflich. Zum <rs ref="#__GND_3021332-0" type="place" xml:id="d1e42411">Finanzministerium</rs>, mit Popitz nach <rs ref="#Steglitz" type="place" xml:id="d1e42414">Steglitz</rs> zurück. Todmüde, eine Stunde ausgeruht, Freude an <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42417">Duschkas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42417_entity-link"/> Tüchtigkeit, überließ ihr alles, um 5 mit <unclear>Popitz</unclear> Tee getrunken, um 6 ¼ gingen wir zu Frau <rs ref="#JessenK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e42425">Jessen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#JessenK&#xE4;the" xml:id="d1e42425_entity-link"/> angstvoll auf Duschka gewartet, die mit Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e42428">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e42428_entity-link"/> in <rs ref="#__ZOTERO_5DCMI4VU" type="document" xml:id="d3e42450">Fidelio</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_5DCMI4VU" xml:id="d3e42450_entity-link"/> war, die aber <unclear xml:id="d1e42434"><app><lem>sofort</lem><rdg>pünktlich</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e42434_alt-rdg" target="#d1e42434">Alternative Lesart zu „sofort“: pünktlich</note> kamen; gut bewirtet, nachher französischer Rotwein, mit Popitz und den beiden anderen zurück. Noch <unclear xml:id="d1e42442"><app><lem>den</lem><rdg>einen</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e42442_alt-rdg" target="#d1e42442">Alternative Lesart zu „den“: einen</note> Schnaps getrunken.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-17" n="1943-11-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42450">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-17">Mittwoch, 17/11 43</date>. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e42456">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e42456_entity-link"/> in die Stadt; zum <rs ref="#DeutscherAkademischerAustauschdienstBerlinKronprinzenufer13" type="place" xml:id="d1e42459">Austauschdienst</rs> gegangen, <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e42462">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e42462_entity-link"/> macht mich bange wegen der Reise in Spanien.<note type="editorial" xml:id="d1e42465">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> Schnell zum <rs ref="#HotelBristolBerlin" type="place" xml:id="d1e42473">Bristol</rs>, Haare schneiden lassen, um ½ 12 <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e42476">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e42476_entity-link"/> getroffen, über sein Buch,<note type="editorial" xml:id="d1e42479">Grewes Arbeit erschien erst 1984, da der zur Hälfte umbrochene Satz am 4. Dezember 1943 bei einem Luftangriff auf Leipzig verbrannte; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Epochen der Völkerrechtsgeschichte</title>, Baden-Baden: Nomos <date>1984</date>, S. 15</bibl>.</note> das Institut usw. nett gesprochen. Er geht vielleicht nach Heidelberg, ist aber <quote rend="quoted" xml:id="d1e42486">kleingeraten</quote> bei aller Tüchtigkeit, über <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e42490">Maiwald</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e42490_entity-link"/> gesprochen,<note type="editorial" xml:id="d1e42493">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> die <unclear>Lage des Faches</unclear>, mit der U-Bahn nach Hause. Nach dem Essen wieder ausgeruht, um 5 zu Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e42505">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e42505_entity-link"/> (die mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42509">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42509_entity-link"/> die neue Wohnung schon besehen hat). Frau <unclear><rs ref="#KeiderFrau" type="person" xml:id="d1e42513">Keider</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KeiderFrau" xml:id="d1e42513_entity-link"/> und Hahm, schönen Kaffee getrunken, Schnaps, entzückt von der Unterhaltung mit Frau Hahm (von ihrem Zahnarzt <unclear>vergrätzt</unclear>). Also morgen oder übermorgen schon wieder nach Plettenberg. Große Angst, wegen meines französischen Vortrags völlig erledigt.<note type="editorial" xml:id="d1e42522">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> Hätte am liebsten abgesagt. Bei Popitz war <rs ref="#__GND_118712756" type="person" xml:id="d1e42530">John</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118712756" xml:id="d1e42530_entity-link"/> der <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e42533">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e42533_entity-link"/> kennt. Sonderbare Begegnung, auch <supplied>zu</supplied> <rs ref="#__GND_119174499" type="person" xml:id="d1e42540">Zubiri</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119174499" xml:id="d1e42540_entity-link"/> wieder etwas Vertrauen. Alarm, im Luftschutzkeller, um ½ 10 wieder oben, Rotwein getrunken mit <unclear><rs ref="#MoessingerFriedrichWilhelmMario" type="person" xml:id="d1e42544">Moessinger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MoessingerFriedrichWilhelmMario" xml:id="d1e42544_entity-link"/> und Popitz</unclear>. (<gap/>), der arme, verzweifelte <unclear>Moessinger</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-18" n="1943-11-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-18" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42558">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-18">Donnerstag, 18/11 43</date>. Etwas ausgeschlafen, Vortrag überlegt,<note type="editorial" xml:id="d1e42564">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> aber es ist ja alles unmöglich, aufgerieben vor Angst, mit der U-Bahn in die Stadt gefahren, im <rs ref="#HotelAdlon" type="place" xml:id="d1e42576">Adlon</rs> Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e42580">von Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e42580_entity-link"/> erwartet, auf ihrem Zimmer erzählte sie mir, von <rs ref="#HIrina" type="person" xml:id="d1e42583"><unclear>Irina H</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HIrina" xml:id="d1e42583_entity-link"/> <rs ref="#__GND_107141019" type="person" xml:id="d1e42586">Rohan</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107141019" xml:id="d1e42586_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118765191" type="person" xml:id="d1e42589">Sieburg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765191" xml:id="d1e42589_entity-link"/> <rs ref="#__GND_129391662" type="person" xml:id="d1e42592">Georg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129391662" xml:id="d1e42592_entity-link"/> kam und war etwas reserviert. Er war in Schweden (was man dort über den netten <rs ref="#__GND_118642499" type="person" xml:id="d1e42598">Stalin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642499" xml:id="d1e42598_entity-link"/> sagt), traf noch <unclear>Irina H</unclear>, Schwabinger Typ, gehört doch dazu, mit <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e42605">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e42605_entity-link"/> telefoniert, der nicht warten wollte, um 2 <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e42608">Schmoller</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e42608_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e42611">Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> mit dem ich zum <rs ref="#Kaiserhof" type="place" xml:id="d1e42617">Kaiserhof</rs> ging, ohne zu essen. Er will mir helfen. Ein netter Kerl, <rs ref="#__GND_12472809X" type="person" xml:id="d1e42622">Landfried</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12472809X" xml:id="d1e42622_entity-link"/> ist zurückgetreten als Staatssekretär. Müde um 4 zu Hause, um 5 mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e42625">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e42625_entity-link"/> Tee getrunken, in seinem Zimmer zu Mittag, <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e42628">Jessen</rs> kam noch und erzählte in alter Weise. Plötzlich Alarm (furchtbare Angst um <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42634">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42634_entity-link"/> sie kam aber im Augenblick, als die Alarmsirene ertönte), im Luftschutzkeller zu Abend gegessen, mit <rs ref="#SogemeierMartin" type="person" xml:id="d1e42639">Sogemeier</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SogemeierMartin" xml:id="d1e42639_entity-link"/> der nett war, nachher noch schönen Rüdesheimer getrunken. Zum Abschied.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-19" n="1943-11-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42647">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-19">Freitag, 19/11 43</date>. Morgens todmüde, eingepackt, alles klappte sehr gut, um 11 mit dem Auto zum <rs ref="#PotsdamerBahnhof" type="place" xml:id="d1e42653"><corr>Potsdamer</corr> Bahnhof</rs>, das Gepäck gleich aufgegeben, schöner Platz im Zug. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42659">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42659_entity-link"/> schlief meistens. Mit einem Major <rs ref="#__GND_118631942" type="person" xml:id="d1e42662">Westphal</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118631942" xml:id="d1e42662_entity-link"/> unterhalten, alter Generalstabler, er will objektiv bleiben, hat für <rs ref="#Schuhmacher" type="person" xml:id="d1e42668">Schuhmacher</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schuhmacher" xml:id="d1e42668_entity-link"/> 70000 mehr zusammengebracht für seinen 75 Geburtstag, kannte alle Leute, <unclear><rs ref="#__GND_118751433" type="person" xml:id="d1e42674">Sombart</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118751433" xml:id="d1e42674_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_4208353-9" type="place" xml:id="d1e42678">Bergkirchen</rs></unclear>, sonderbare Begegnung, in <rs ref="#__GND_4085028-6" type="place" xml:id="d1e42681">Altenbeken</rs> stieg er aus. In <rs ref="#__GND_4044283-4" type="place" xml:id="d1e42685">Paderborn</rs> Alarm, es wurde unheimlich, im dunklen Zug bis <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e42690">Hagen</rs>, eine Stunde Verspätung, in Hagen stand der Zug nach Siegen noch, aber wir warteten 3 Stunden, bis er abfuhr, ein Soldat aus Holland, über Kunsthandel, ein Mädchen aus Siegen, geil (die Lust empfängt und gebiert die Sünde).<note type="editorial" xml:id="d1e42695">Vgl. Jakobus 1,15.</note> Todmüde um 2 nachts in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e42701">Plettenberg</rs>. Koffer nach Hause geschleppt, erschöpft, Katastrophenstimmung, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e42704">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e42704_entity-link"/> machte uns auf, wir aßen noch ein Butterbrot und tranken Tokajer. Eine Flasche Barack ist in Hagen zerbrochen, der schöne Schnaps ausgeflossen. Deprimierend. Behaglich im Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-20" n="1943-11-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-20" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42715">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-20">Samstag, 20/11 43</date>. Bis ½ 12 im Bett, wieder völlig munter und gesund, aber ich kann nicht arbeiten. Las meine Briefe, war über den von <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e42721">Emmi Achterrath</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AchterrathEmmi" xml:id="d1e42721_entity-link"/> gerührt,<note type="editorial" xml:id="d1e42726">Der Brief von Emmi Wolf, geb. Achterrath, vom 2. November 1943 hat sich im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 18373.</note> tat nichts für meinen Vortrag in Lissabon,<note type="editorial" xml:id="d1e42729">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> wieder in der sonderbaren Sicherheit, die mir die Rückkehr an die <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e42736">Lenne</rs> gibt. Schlechtes Mittagessen, nachher unbeschreiblich schöner Spaziergang über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e42742">Saley</rs>, <rs ref="#Basaltgrube" type="place" xml:id="d1e42745">Basaltgrube</rs> (hier Selbstmord), nach Hause zurück. Blick auf den <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e42749">Eschen</rs>, die herrlichen Wälder, das <rs ref="#__ZOTERO_M7N2EDSM" type="document" xml:id="d3e42771">Waldlied</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_M7N2EDSM" xml:id="d3e42771_entity-link"/> von Lenau, die mit Schnee bedeckten, weißen Wiesen auf der <rs ref="#Wibbecke" type="place" xml:id="d1e42759">Wibbecke</rs> und dem <rs ref="#__GND_7779486-2" type="place" xml:id="d1e42762"><unclear>Lenscheid</unclear></rs>, Adventstimmung des Waldes. Sehr glücklich. Um 4 zu Hause ausgeruht, etwas geschlafen, <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e42767">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e42767_entity-link"/> erwartet, der aber um 5 noch nicht kam. An die Bahn. Um 6 nochmals gewartet. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42773">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42773_entity-link"/> kochte. Schöner Abend, wieder das Patinirblau<note type="editorial" xml:id="d1e42776">Anspielung auf den Maler <rs ref="#__GND_118591975" type="person" xml:id="d1e42778">Joachim Patinir</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591975" xml:id="d1e42778_entity-link"/></note> des sauerländischen Abends, um 7 kam Jup, wir aßen sehr schön (Gänsebrust), tranken Wein und Barack, Jup war wieder wunderbar in seinem ungebrochenen Rationalismus, aber der Krieg dauert doch noch länger. Nach dem Essen saßen wir am Kamin, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e42786">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e42786_entity-link"/> (der ich vor dem Essen einen Barack gegeben hatte) hatte Kopfschmerzen, weil sie es nicht bei uns aushält. Wir erzählten uns bis 1 Uhr, in dem Gefühl, daß man nicht weiß, ob man sich wiedersieht. Die gute <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e42794">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e42794_entity-link"/> sorgte rührend für alles.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-21" n="1943-11-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42800">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-21">Sonntag, 21/11 43</date>. Stand nicht auf, <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e42806">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e42806_entity-link"/> fuhr schon um 6 Uhr, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42809">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42809_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e42812">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e42812_entity-link"/> standen auf und machten ihm Kaffee. Schlief bis 10 Uhr, arbeitete etwas nach dem Frühstück an meinem französischen Vortrag für Lissabon,<note type="editorial" xml:id="d1e42818">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> eigentlich lächerlich und kümmerlich. Diese Anstrengung. Aber es ging einige Seiten vorwärts; fand aber nicht den französischen <rs ref="#__ZOTERO_22IDBGGZ" type="document" xml:id="d3e42846">Vortrag über Land und Meer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_22IDBGGZ" xml:id="d3e42846_entity-link"/> den ich suchte. Wer weiß, wozu es gut ist. Nach dem Essen mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e42832">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e42832_entity-link"/> wieder über den Nordabhang des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e42835">Saleys</rs> und über die <rs ref="#Basaltgrube" type="place" xml:id="d1e42839">Basaltgrube</rs> zurück. Sie sprach aber wenig und log mich an, daß sie in ein Blindenkonzert gehen wollte. In Wirklichkeit ging sie mit Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e42844">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e42844_entity-link"/> zu <rs ref="#SchmandtK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e42847">Käthe Schmandt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtK&#xE4;the" xml:id="d1e42847_entity-link"/> Ich ruhte etwas <corr>aus</corr> und arbeitete dann wieder, abends schönes Abendessen mit Tee, ich trank dazu eine Flasche Wein. Die arme Claire will noch diesen Abend nach Cloppenburg reisen, weil <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e42857">Clara-Luischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" xml:id="d1e42857_entity-link"/> Scharlach hat. Ich schrieb dann noch etwas, bis 11 ½ Uhr, um 12 zu Bett, mit Duschka, die ich noch etwas wärmte. Traurig über die Entfremdung Ännchens.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-22" n="1943-11-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e42865">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-22">Montag, 22/11 43</date>. Morgens wieder eingeschlafen und sehr gut ausgeruht, trotz des scheußlichen Klavierspiels. Um 10 auf, etwas Kaffee, schön geschrieben, Bücher von <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e42873">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e42873_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e42876">Im Nachlass Schmitts sind keine Bücher von Paul Adams erhalten.</note> was mich freute, der <rs ref="#__ZOTERO_22IDBGGZ" type="document" xml:id="d3e42898">Aufsatz über Freiheit der Meere</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_22IDBGGZ" xml:id="d3e42898_entity-link"/> sehr gut auf französisch. Nach dem Essen zur Post, dort Buch über <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e42885">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e42885_entity-link"/> geholt, das <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e42888">Fraenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e42888_entity-link"/> zurückschickte, Spaziergang in den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e42891">Saley</rs> hinein, immer an Lenaus <rs ref="#__ZOTERO_M7N2EDSM" type="document" xml:id="d3e42913">Waldlieder</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_M7N2EDSM" xml:id="d3e42913_entity-link"/> gedacht <quote source="#__ZOTERO_M7N2EDSM?p=18" xml:id="d1e42899">(jenseits ihrer Hörbarkeiten)</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e42899_quote-src" target="#d1e42899">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 18</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e42902">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e42902_entity-link"/> hatte mir den <rs ref="#__ZOTERO_M7N2EDSM" type="document" xml:id="d3e42924">Lenau</rs> mitgebracht, ich kam aber wenig zum Lesen, weil ich immer schrieb an meinem französischen Vortrag.<note type="editorial" xml:id="d1e42910">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> Trank schönen, starken Kaffee, so wurde es Abend. Um 7 Alarm, erschrak vor dieser Mahnung an die Wirklichkeit. Aber was habe ich denn und bin ich? Armer Träumer, schmelzendes Stückchen Eis, träumender Baum im Walde, grünes Hälmchen einer armen Moosdecke.<note type="editorial" xml:id="d1e42922">Hier klingt die Lenau-Lektüre nach, es handelt sich aber nicht um wörtliche Zitate aus 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17)</bibl>.</note> Schrieb etwas an meinem Vortrag für Lissabon, freute mich aufs Abendessen, trank eine Flasche Rotwein, der nicht besonders war, spielte mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e42929">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e42929_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42932">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42932_entity-link"/> Karten, trank nachher noch etwas Barack, und geriet wieder ins Arbeiten, sodaß ich bis 1 Uhr an meinem Vortrag herumkorrigierte, was mir viel Freude machte, besonders, wenn ich die <rs ref="#__ZOTERO_22IDBGGZ" type="document" xml:id="d3e42957">französische Übersetzung meines Vortrags <quote rend="quoted" xml:id="d1e42941">Land und Meer</quote></rs> dazu lese.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_Uj6F" n="1943-11-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51644">
                        Hat <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e51650">Bruno Bauer</rs> <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e51653">Hegel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e51653_entity-link"/> noch persönlich gekannt? Sicherlich hat er ihn noch gehört (1829-31), meinte <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e51659">Körnchen.</rs>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51663">
                        Nimmt man ihn beim Wort oder versucht man, ihn zu großer Klarheit zu zwingen, so beklagt er sich, man verdrehe ihm das Wort im Mund.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51670">
                        Der alte Generalstäbler <rs ref="#__GND_118631942" type="person" xml:id="d1e51674">(Westphal)</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118631942" xml:id="d1e51674_entity-link"/> nicht Land, sondern Zone (die <corr>Maginot</corr>-Linie war eine Zone). Vorstoßen, durchstoßen, nachstoßen, mit verschiedenen Waffen. Die Objektiven.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51691">
                        Das Waldlied <rs ref="#__GND_118571508" type="person" xml:id="d1e51697">Lenaus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118571508" xml:id="d1e51697_entity-link"/> am <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e51700">Saley</rs>, herrlich, das Moos (moosiger Träumer). <quote source="#__ZOTERO_M7N2EDSM?p=18" rend="quoted" xml:id="d1e51707">Jenseits ihrer Hörbarkeiten</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e51707_quote-src" target="#d1e51707">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 18</bibl>.</note> von neuem bewundert; die Adventstimmung des Waldes, der Wald als Göttlichstes und Adventist; der Advent hat schon etwas vom Frühling; die volle Gültigkeit des Kirchenjahres, Christ der einzige weiße Gott.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51716">
                        Vielleicht war es im Ganzen nicht mehr als: Brot und Wein; das ist aber mehr, als man hoffen durfte.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51724">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-22">22/XI 43</date> Begegnung mit dem großartigen Lenau: <quote source="#__ZOTERO_WJAREZM6?p=488" xml:id="d1e51736">O Einsamkeit, wie trinke ich gerne, an deiner frischen Waldzisterne</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e51736_quote-src" target="#d1e51736">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Gedichte</title>, Sämtliche Werke und Briefe in 6 Bänden, hg. von <editor>Eduard Castle</editor>, Leipzig: Insel-Verlag <date>1910</date>, S. 488</bibl>.</note> wie scheußlich statt Quelle.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51744">
                        Oder aus dem Gedicht: <quote source="#__ZOTERO_WJAREZM6?p=497-499" xml:id="d1e51748">Die Frivolen</quote>:<note type="quote-explanation" xml:id="d1e51748_quote-src" target="#d1e51748">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Gedichte</title>, Sämtliche Werke und Briefe in 6 Bänden, hg. von <editor>Eduard Castle</editor>, Leipzig: Insel-Verlag <date>1910</date>, S. 497-499</bibl>.</note> Der Bube läßt aufgären mit Gekreische Der niedern Leidenschaften trübe Maische<supplied>;</supplied> Was als ihr Heiligstes die Menschheit kennt, Er wirfts in seinen Kübel als Ferment.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-23" n="1943-11-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e42947">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-23">Dienstag, 23/11 43</date>, wieder müde bis 10 Uhr geschlafen, schönes Frühstück und etwas geschrieben, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e42953">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e42953_entity-link"/> zum Schneider und zur Post, um ein Paket von <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e42958">Reuschenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e42958_entity-link"/> zu holen, herrliches Öl, 2 Liter. Wunderbares Nebelwetter, die Berge schlafen; Wald, schläfst auch du.<note type="editorial" xml:id="d1e42967">Anspielung auf 
                            <bibl type="bookSection"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Wanderers Nachtlied. Ein gleiches</title>, in: <title>Goethes Werke. Gedichte. Erster Theil</title>, Weimar: Hermann Böhlau <date>1887</date>, S. 98</bibl>, dort heißt die letzte Zeile: <q>Balde ruhest du auch</q>.</note> Mittags Nachricht, daß ein Terrorangriff auf Berlin stattgefunden hat, wieder erschrocken; völlige Unsicherheit des <corr>kommenden</corr> Tages.<note type="editorial" xml:id="d1e42978">In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1843 begann die britische Luftwaffe mit dem ersten von insgesamt fünf schweren Großangriffen auf Berlin. Diese Angriffe gingen bis zum 3. Dezember 1943.</note> Es kamen 30 Flaschen Sekt, was mich sehr freute. Schönes Essen um 2 mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e42983">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e42983_entity-link"/> und Duschka, nachher begleitete ich die beiden zur Stadt und ging dann über den <rs ref="#Hestenberg" type="place" xml:id="d1e42987">Hestenberg</rs> und den <rs ref="#Brandenberg" type="place" xml:id="d1e42992">Brandenberg</rs> zurück, einsam, Wald, <rs ref="#__ZOTERO_M7N2EDSM" type="document" xml:id="d3e43014">Lenau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_M7N2EDSM" xml:id="d3e43014_entity-link"/> den ich aber allmählig sattbekam. Müde um 5 geschlafen, Nachricht von dem
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-23" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43005">
                        schweren Angriff auf Berlin, soll ich nun reisen? Unschlüssig, aber glücklich, noch einen Tag zu haben. Schrieb an meinem Vortrag, der mir allmählig gefällt, auf französisch, auch das macht mir Freude.<note type="editorial" xml:id="d1e43011">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> Um ½ 8 schönes Abendessen, eine Flasche Rotwein, nachher den Sekt probiert, der gut schmeckte, aber mir nicht bekam. Mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43018">Opa</rs> Skat gespielt, er ist dabei sehr eifrig und regt sich auf. Noch mit Üssie und Duschka etwas getrunken, traurig über <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43024">Ännchen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43024_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-24" n="1943-11-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-24" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43030">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-24">Mittwoch, 24/11 43</date>. Sehr schlecht geschlafen, der Laden klopfte des Nachts an die Wand, Traum von <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e43036">Attendorn</rs>, komme zur Praxis im Konvikt und sage<supplied>:</supplied> <quote xml:id="d1e43042">Melde mich gehorsamst zur Stelle</quote>, fühle mich aber ziemlich sicher und überlegen; erst um ½ 11 aufgestanden, ganz unschlüssig, wollte bei <rs ref="#Scharpenack" type="person" xml:id="d1e43045">Scharpenack</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Scharpenack" xml:id="d1e43045_entity-link"/> telefonieren, bekam aber keine Verbindung mit Berlin (nur Wehrmacht oder Kennummer), am Bahnhof hörte ich, daß die Züge nach Berlin fahren, aber umgeleitet werden, zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e43050">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e43050_entity-link"/> bei <rs ref="#Ostermann" type="place" xml:id="d1e43055">Ostermann</rs> ein Glas Bier, zu Hause zu Mittag. Glücklich, wenn ich durch Wälder ziehe, wie Merlin,<note type="editorial" xml:id="d1e43062">Anspielung auf Lenaus Gedicht <q>Merlin</q>, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 16-18</bibl>.</note> aber wohl rasiert und gut gepflegt. Haß gegen den Begriff der Kultur. Sah zufällig in der <rs ref="#__GND_7568954-6" type="work" xml:id="d1e43071">Westfälischen Landeszeitung</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_7568954-6" xml:id="d1e43071_entity-link"/> einen <rs ref="#__ZOTERO_2US53QG8?p=2" type="document" xml:id="d3e43094">Aufsatz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_2US53QG8?p=2" xml:id="d3e43094_entity-link"/> der mich zitierte, <rs ref="#__ZOTERO_XRBRTQR6" type="document" xml:id="d3e43097">Begriff des Politischen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XRBRTQR6" xml:id="d3e43097_entity-link"/> Das sind also die Auswirkungen meiner Geistesprodukte, armer Kerl. Nachmittags ging ich mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43083">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43083_entity-link"/> einkaufen, zum Schneider (der eine Flasche Rotwein bekam), <rs ref="#Balz" type="person" xml:id="d1e43086"><unclear>Balz</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Balz" xml:id="d1e43086_entity-link"/> Post usw. Traurig nach Hause, unsicher und in der Luft schwebend. <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43091">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43091_entity-link"/> ging abends mit der <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e43094">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e43094_entity-link"/> zu <rs ref="#SchmandtK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e43097">Käthe Schmandt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtK&#xE4;the" xml:id="d1e43097_entity-link"/> sodaß wir wieder allein waren. Wir aßen sehr schön zu Abend, tranken Nahewein, den <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e43103">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e43103_entity-link"/> besorgt hatte, ich korrigierte an meinem Vortrag für Lissabon, bis 12 ¼.<note type="editorial" xml:id="d1e43106">Schmitt hielt am 22. Mai 1944 am Deutschen Institut in Lissabon den französischen Aufsatz über Land und Meer nochmal; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 124</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> Traurig wegen Ännchen, Wut, aber dann doch wieder gehemmt und hilflos.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-25" n="1943-11-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43118">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-25">Donnerstag, 25/11 43</date>. Bis 11 im Bett, gut ausgeruht, eine behagliche Viertelstunde, gefrühstückt, an der Sparkasse 2000 Mark abgehoben, mit <rs ref="#OstermannPaul" type="person" xml:id="d1e43126">Paul Ostermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OstermannPaul" xml:id="d1e43126_entity-link"/> gesprochen (zu nachgiebig, nachher war ich erdrückt vor Scham), bei Ostermann eine Frau <rs ref="#Sch&#xFC;lauFrau" type="person" xml:id="d1e43129"><unclear>Schülau</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xFC;lauFrau" xml:id="d1e43129_entity-link"/> aus Berlin, gefragt, was sie wisse. Sie hatte gehört, daß die Züge nicht nach Berlin hineinfahren. Jetzt sitze ich also wieder hier, ohne Nachricht. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43135">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43135_entity-link"/> bereitete ihre Abreise nach Cloppenburg vor, machte mir ein herrliches Mittagessen, Schweineschnitzel, nachher geschrieben, zur Post, Duschka begleitet, in der nebligen Novemberdämmerung, wie ein Knabe herumgegangen, durch dieses grauenhafte, häßliche Dorf. Brief von <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e43142">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e43142_entity-link"/> der sonderbar ist.<note type="editorial" xml:id="d1e43145">Im Nachlass Schmitts hat sich der Brief Maiwalds vom 17. November 1943 erhalten, RW 0265 Nr. 29917. Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> Eigentlich wäre es schön, so zu leben, wenn der Haushalt besser wäre. Abends schönen Wein getrunken (Rotwein) mit Duschka, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43153">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43153_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43156">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43156_entity-link"/> nett unterhalten, aber Ännchen ging zu Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e43161">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e43161_entity-link"/> und <rs ref="#Schneiders" type="person" xml:id="d1e43164">Schneiders</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schneiders" xml:id="d1e43164_entity-link"/> wie traurig. Duschka packte ein, gab ihr noch einen Schnaps.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-26" n="1943-11-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43170">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-26">Freitag, 26/11 43</date> Traum von <rs ref="#__GND_1046852728" type="person" xml:id="d1e43176">Kier</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1046852728" xml:id="d1e43176_entity-link"/> (Widerwillen gegen diese hinterlistigen Österreicher), in Erwartung einer Nachricht von Berlin; entschloß mich, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43179">Duschka</rs> nach Hagen zu fahren, damit sie die schweren Koffer nicht zu tragen braucht. Wir frühstückten schön und gingen um 9 ½ zur Bahn; schöne Reise nach <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e43186">Hagen</rs>, am Bahnhof etwas gewärmt und gegessen im Erfrischungsraum, dann Alarm, eine halbe Stunde im Luftschutzraum, dann wieder auf den Bahnsteig. Der Zug nach Osnabrück fuhr ½ 1; bekam noch einen Platz, ging einsam und traurig noch etwas durch <supplied>die</supplied> Stadt, verzweifelt, hungrig zu Hause, keine Nachricht von <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e43195">Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e43195_entity-link"/> hörte, daß die Züge noch nicht nach Berlin fahren. Brief vom Sekretariat, vom <unclear>verfremdeten</unclear> <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e43201">Schmid</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e43201_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e43204">Ein entsprechender Brief hat sich nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> scheußlich. Mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43207">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43207_entity-link"/> im Dorf, bei Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e43211">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e43211_entity-link"/> hörte, daß <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e43214">Hellmut Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e43214_entity-link"/> in Krakau war während des Angriffs auf Berlin.<note type="editorial" xml:id="d1e43218">In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1843 begann die britische Luftwaffe mit dem ersten von insgesamt fünf schweren Großangriffen auf Berlin. Diese Angriffe gingen bis zum 3. Dezember 1943.</note> Bekam einen schönen Cognac, der mich sehr munter machte. Zu Hause im Kellerzimmer etwas gearbeitet, Bücher heruntergebracht, einen Augenblick wieder eifrig, weltenfremd, wie ein Gymnasiast. Das Geklimper der Schüler von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43225">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43225_entity-link"/> ist fürchterlich, das Zimmer kalt, armer Teufel. Abends Wein getrunken. Mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43228">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e43228_entity-link"/> Skat gespielt und an <corr>dem</corr> elektrischen Heizkörper gewärmt.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_BBEF" n="1943-11-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-26" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51457">
                        <note target="#DGI3" xml:id="d1e51459"> Erste Worte <rs ref="#__GND_118571508" type="person" xml:id="d1e51463">Lenaus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118571508" xml:id="d1e51463_entity-link"/> bei seiner Rückkehr aus Amerika <hi>1833</hi> an <rs ref="#__GND_118561545" type="person" xml:id="d1e51470">Justinus Kerner</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118561545" xml:id="d1e51470_entity-link"/> <quote rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_VA6MPE9E?p=214" xml:id="d1e51477">Das sind verschweinte, nicht vereinte Staaten von Amerika.</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e51477_quote-src" target="#d1e51477">Quelle: 
                                <bibl type="book"><author>Anton X. Schurz</author>, <title>Lenau's Leben. Großentheils aus des Dichters eigenen Briefen</title>, Stuttgart und Augsburg: J.G. Cotta <date>1855</date>, S. 214</bibl>.
                            </note> Wichtiges Argument. Im März 1833 schrieb er (an <rs ref="#__GND_116415878" type="person" xml:id="d1e51497">Georg von Reinbeck</rs>):<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116415878" xml:id="d1e51497_entity-link"/> <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_2WCK9SMP?p=199" xml:id="d1e51502">Amerika ist das wahre Land des Unterganges, der Westen der Menschheit. Das Atlantische Meer aber ist der isolierende Gürtel für den Geist und alles höhere Leben.</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e51502_quote-src" target="#d1e51502">Quelle: 
                                <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author> und <author>Eduard Castle</author>, <title>Briefe. Erster Teil</title>, Sämtliche Werke und Briefe in 6 Bänden, Leipzig: Insel-Verlag <date>1911</date>, S. 199</bibl>.
                            </note> (Er ist mit ungeheuren Illusionen in das Land der Freiheit gefahren).</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51534">
                        Schicke mich in meine Erkenntnis zurück, das ist Überlegenheit; Distanz, aber auch Isolierung und <date type="entry-date" when-iso="1943-11-26">26/XI 43</date> Vereinsamung, Gefahr der Verjudung, zu werden wie jener Beobachter in <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e51543">Boschs</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e51543_entity-link"/> Hölle,<note type="editorial" xml:id="d1e51546">Die Hölle ist der rechte Teil des Triptychons 
                            <bibl type="artwork"><author>Hieronymus Bosch</author>, <title>Garten der Lüste</title> (Öl auf Eichenholz, 220 × 390 cm), 1490-1500</bibl>.</note> mit seinem kalten Blick und seiner schweigend<supplied>-</supplied>traurigen Verzweiflung; Gefahr, aber nicht Notwendigkeit; die Erlösung durch den Christus rettet uns auch hier. Wir müssen einen Namen für diesen <hi>Verzweifelten</hi> bei Bosch finden: <rs ref="#__GND_11859527X" type="person" xml:id="d1e51568">Edgar Alan Poe</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859527X" xml:id="d1e51568_entity-link"/> Ich habe auch etwas von Ernst Jünger, vom <rs ref="#__ZOTERO_HE4HG9RM" type="document" xml:id="d3e51598">verlorenen Sohn</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HE4HG9RM" xml:id="d3e51598_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51577">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-25">25/XI 43</date> in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e51583">Plettenberg</rs> Jes. 17.14. <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Isa17,14" xml:id="d1e51589">Um den Abend, siehe, so ist Schrecken da; und ehe es Morgen wird, sind sie nimmer da. Das ist der Lohn unsrer Räuber und das Erbe derer, die uns das Unsre nehmen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51589_quote-src" target="#d1e51589">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Isa 17,14</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51605">
                        Schlug auf: 2 Kö 9: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=2Ki2,9" xml:id="d1e51612">Bevor er weggeht und entrückt wird, sagt Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde; und Elisa antwortet: daß mir werde ein zweifältig Teil von deinem Geiste.<app><lem type="origin">Und da sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Daß mir werde ein zwiefältig Teil von deinem Geiste.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51612_quote-src" target="#d1e51612">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, 2 Ki 2,9</bibl>. Ursprünglicher Text: Und da sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Daß mir werde ein zwiefältig Teil von deinem Geiste.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-27" n="1943-11-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43239">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-27">Samstag, 27/11 43</date>. Nachts große Sorge um <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43245">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43245_entity-link"/> daß sie friert. Morgens Traum: ich telefoniere; ich kann nicht nach Berlin kommen; eine klare scharfe Stimme antwortet: warum denn nicht? Blieb bis 10 im Bett, wärmte mich, hoffte, die beginnende Erkältung abzuwenden. Trank guten Tee, fühlte mich wohl, ein Brief von <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e43252">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e43252_entity-link"/> der mich besonders freute (weil er sagt: Lieber Carl Schmitt, plötzlich eine Wärme, die er sonst nicht hat).<note type="editorial" xml:id="d1e43258">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 171-173</bibl>. Allerdings lautet die Briefanrede Jüngers häufiger <q>Lieber Herr Schmitt</q>, der Text in diesem Brief ist aber herzlicher.</note> Machte einen schönen Spaziergang zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e43265">Ibsenstein</rs> im Schnee, das schweigende Land; Kontakt mit den Bergspitzen. Das tat mir gut. Zu Hause war <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43270">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43270_entity-link"/> schon aus der Schule zurück und erzählte, daß diese Nacht in Berlin wieder Fliegerangriff war.<note type="editorial" xml:id="d1e43278">In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1843 begann die britische Luftwaffe mit dem ersten von insgesamt fünf schweren Großangriffen auf Berlin. Diese Angriffe gingen bis zum 3. Dezember 1943.</note> Nach dem Essen gut geschlafen, etwas in dem <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e43301">Aufsatz über europäische Rechtswissenschaften</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43301_entity-link"/> für den <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e43286">Dekan</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e43286_entity-link"/> in Budapest,<note type="editorial" xml:id="d1e43289">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 59</bibl>.</note> abends Wein getrunken, mit der armen Üssie im Zimmer,
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-27" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43298">
                        mich um <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43302">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43302_entity-link"/> bemüht, mit ihr noch Rotwein getrunken, aber es nützt wirklich nichts, einsam noch Gottfried Keller, <rs ref="#__ZOTERO_M739J7FA" type="document" xml:id="d3e43326">Die 3 gerechten <corr>Kammacher</corr></rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_M739J7FA" xml:id="d3e43326_entity-link"/> gelesen, überrascht von der guten Erzählung, mit dämonischen Hintergründen, tief traurig, völlig aufgeschmissen um 12 ¾ zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-28" n="1943-11-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-28" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43315">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-28">Sonntag, 28/11 43</date>. Nachts Traum von <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e43321">Bilfinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e43321_entity-link"/> er ist eifrig und macht sich wichtig, es wird irgendwo vor einem Schalter verhandelt, an den er klopft. Ich höre, wie eine Stimme ihn einlädt, zum Auswärtigen Amt, für ½ 9 zum Kaffee, im <unclear>Frack</unclear>. Tief betroffen von meiner Niederlage, völlig Z, Selbstquälerei, müßte nach Berlin, kann aber einfach nicht, müßte <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e43336">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e43336_entity-link"/> schreiben, bei seinem Geburtstag dabei sein,<note type="editorial" xml:id="d1e43339">Johannes Popitz wurde am 2. Dezember 1943 59 Jahre alt.</note> weiß wirklich nicht, was ich machen soll, alle meine Niederlagen in Berlin überlegt, im Auswärtigen Amt, im Justizministerium, in allen anderen Behörden, <unclear>Unverschämtheit</unclear> von <unclear><rs ref="#__GND_116792221" type="person" xml:id="d1e43349">Heymann</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116792221" xml:id="d1e43349_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e43352">Bruns</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e43352_entity-link"/> Zu schwach, um mit einigem Stolz jetzt einfach zu verzichten. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43355">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43355_entity-link"/> hat sich von Popitz <unclear>feiern</unclear> lassen. Sehe an der armen <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43361">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43361_entity-link"/> was wir sind. Stand erst um 10 auf, im schönsten Schlaf durch Klaviermusik gestört, aber behaglich, immerhin in Angst, weil dieser Zustand ja nicht dauern kann. Frühstückte und schrieb an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e43367">Ernst Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e43367_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e43370">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 173-175</bibl>.</note> <rs ref="#SchwartzG&#xFC;nther" type="person" xml:id="d1e43375">Günther Schwartz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchwartzG&#xFC;nther" xml:id="d1e43375_entity-link"/> Das Essen war schlecht, zum Erbarmen, trotz des guten Schweinefleischs, aber die jämmerlichen Tanten können und wollen nicht kochen. Nach dem Essen im Regen mit Üssie nach <rs ref="#Holthausen" type="place" xml:id="d1e43383">Holthausen</rs>, trafen aber den Lehrer nicht; deprimierende Häßlichkeit dieser Industriedörfer, unbeschreibliche innere Jämmerlichkeit. Aber das wird sich noch lange halten. Auf dem Rückweg in der Kirche eine Andacht gehört (Litanei: daß du die Feinde <unclear>auch <supplied>mit</supplied> meiner Art demütigen mögest</unclear>, Herr erhöre uns).<note type="editorial" xml:id="d1e43395">In der Allerheiligenlitanei heisst es: <q>Dass Du die Feinde der heiligen Kirche demütigen wollest</q>.</note> Gefühl der Aufgeschmissenheit, völlig Z. Zu Hause Kaffee von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43404">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43404_entity-link"/> etwas ausgeruht und 2 Stunden schön gearbeitet, über <gap/> <rs type="document" ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43429">Vortrag über Rechtswissenschaft</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43429_entity-link"/> etwas über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e43414">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e43414_entity-link"/> in die Kindheits- und <corr>Knaben</corr>zeit zurück. Tiefe Geilheit nach <rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e43419">Hella</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e43419_entity-link"/> oder anderen. Unveränderlichkeit meiner selbst, armselige Identität, in immer gleichen Schranken und Geleisen, <unclear>die einen aus der wichtigen Straße</unclear>. Eine Flasche Rotwein zum Abendessen, nachher Skat gespielt mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43427">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e43427_entity-link"/> und Üssie, Üssie bekam einen Wutanfall mit Tränen, weil Ännchen spielte, sie rannte auf ihr Zimmer, ich mußte sie herunterholen. Scheußlich. Dann noch im Zimmer herumgelesen, trauriger Zustand. Um 12 zu Bett. Völlig Z.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-29" n="1943-11-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-29" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43440">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-11-29">Montag, 29/11 43</date>. Nachts Traum von <rs ref="#__GND_4046843-4" type="place" xml:id="d1e43446">Portugal</rs>: Ich komme in <rs ref="#__GND_4035919-0" type="place" xml:id="d1e43449">Lissabon</rs> an, werde von einem Vertreter des <rs ref="#DeutschesInstitutLissabon" type="place" xml:id="d1e43452">Deutschen Instituts</rs> empfangen, 2 Griechen sind da und unterhalten sich mit mir (<rs ref="#__GND_125063326" type="person" xml:id="d1e43458">Daskalakis</rs><note type="editorial" xml:id="d1e43460">Schmitts Habilitand aus dem Jahr 1938, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 71-72</bibl>.</note> Erinnerung?), das Wahngefühl eines solchen Gastdaseins, sehe Lissabon am Tejo liegen, in einer violetten Färbung. Das Ganze war eine typische Fata Morgana niedrigster Art, Schwächezeichen, kein echtes Signal; Traum aus Schwäche, nicht aus starker Aufnahmefähigkeit. Nachher nochmals geträumt, von <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e43480">Höhn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e43480_entity-link"/> dem ich etwas von <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e43483">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e43483_entity-link"/> zeige. Auch das erbärmlich, unfähig zum Widerstand, traurig, wie bei <rs ref="#OstermannPaul" type="person" xml:id="d1e43488">Ostermann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OstermannPaul" xml:id="d1e43488_entity-link"/> oder <rs ref="#Hanebeck" type="person" xml:id="d1e43491">Hanebeck</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hanebeck" xml:id="d1e43491_entity-link"/> Stand erst um 10 auf, dachte über Berlin nach, was soll man hier tun? Keine Post, schönes Frühstück. Warte auf <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43497">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43497_entity-link"/> hoffentlich kommt sie morgen, aber ich wage es nicht zu hoffen. Machte einen Spaziergang über den <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e43502"><corr>Ibsenstein</corr></rs> und den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e43505">Saley</rs>, <rs ref="#Basaltgraben" type="place" xml:id="d1e43508">Basaltgraben</rs>, sehr schön, aber das unbehagliche Gefühl des Abgeschnittenseins. Etwas über Bruno Bauer und <rs ref="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" type="document" xml:id="d3e43534">Judentum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" xml:id="d3e43534_entity-link"/> manchmal gefällt es mir, manchmal bin ich völlig unfähig, noch eine Zeile aufzuschreiben. Nach dem Essen etwas an dem <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e43537">Budapester Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43537_entity-link"/> geschrieben,<note type="editorial" xml:id="d1e43522">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alain de Benoist</author>, <title>Carl Schmitt. Internationale Bibliographie der Primär- und Sekundärliteratur</title>, Graz: Ares <date>2010</date>, S. 59</bibl>.</note> etwas geschlafen, Kaffee getrunken, den <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43527">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43527_entity-link"/> stiftete, danach wieder nett gearbeitet, fand sogar Ablenkung
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-29" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43537">
                        darin, den Aufsatz für den guten <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e43541">Kuncz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e43541_entity-link"/> schön zu formulieren. Zum Abendessen Nahewein, gab Ännchen und Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e43544">Geschke</rs> etwas mit, wir spielten nachher Skat, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43549">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43549_entity-link"/> <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43553">Opa</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e43553_entity-link"/> und ich, der Vater wollte immer sein <corr>Spar</corr>kassengeld loswerden, aber es kam nicht dazu. Abends noch Poe gelesen, mit großer Angst (<rs ref="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" type="document" xml:id="d3e43584">Artur Gordon <corr>Pym</corr></rs>),<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" xml:id="d3e43584_entity-link"/> Alarm, einsam und traurig zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-11-30" n="1943-11-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-11-30" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43573">
                        Dienstag, <date type="entry-date" when-iso="1943-11-30">30/11 43</date>. Traum von Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e43580">Sombart</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e43580_entity-link"/> sehr luxuriös, ejakuliert; bis 10 im Bett (unten war Besuch beim <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43588">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e43588_entity-link"/> um 9 Uhr, hörte sie sprechen, hatte Angst, es war aber nur der Vikar, der die Kommunion brachte), behaglich angezogen. Erschrocken darüber, wie die Zeit vergeht, Brief aus Berlin, aber vom 20. November!<note type="editorial" xml:id="d1e43596">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief vom 20. November 1943 aus Berlin mit Empfangsvermerk: 30.XI.43 in Plettenberg; RW 0265 Nr. 18460. Es handelt sich um eine Einladung des Direktors des Reichsinstituts für Seegeltung, <rs ref="#__GND_118772325" type="person" xml:id="d1e43598">Egmont Zechlin</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118772325" xml:id="d1e43598_entity-link"/> einen Vortrag zu halten.</note> <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43602">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43602_entity-link"/> stiftete wieder Kaffee, wunderschönes Frühstück, sehr nett mit ihr gesprochen, behaglich an meinem <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e43627">Juristen-Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43627_entity-link"/> geschrieben, dann plötzlich wieder Alarm und aus der Behaglichkeit herausgerissen. Welch ein Dasein (dabei ist es in Wirklichkeit immer so gewesen; soll ich endlich ein Christ werden; viel zu schwach dafür). Tiefe Sorge um <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e43615">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e43615_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43618">Duschka</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43618_entity-link"/> Nach dem Essen (Kaninchenfleisch) mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43621">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43621_entity-link"/> um 3 zum Bahnhof, es kam aber niemand. Ich machte im Anschluß dann einen Spaziergang zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e43627">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e43627_entity-link"/> über die Höhe des <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e43630">Grabens</rs> und durchs <rs ref="#Sillbachtal" type="place" xml:id="d1e43633">Sillbachtal</rs> wieder nach <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e43636">Eiringhausen</rs> zurück. Schöner, einsamer Spaziergang, es schneite etwas. Aber immer die subalterne Angst vor der Isolierung und dem <corr>Abgeschnittensein</corr>. Überlegte ein Telegramm an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e43646">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e43646_entity-link"/> Um ½ 6 kamen Duschka und Claire, todmüde und schwer bepackt, aus Cloppenburg zurück. Ich war erleichtert, aber auch wieder gestört. Man trank Tee, rupfte die Enten, das dauerte die ganze Nacht. Dazu tranken wir 3 Flaschen Wein (weißen und roten Sekt, eine Flasche Nahewein), ich ging um 12 ins Bett, Duschka erst um 4. Ich las Poe, <rs ref="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" type="document" xml:id="d3e43679">Gordon Arthur <corr>Pym</corr></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" xml:id="d3e43679_entity-link"/> dessen letzter Teil mir interessanter war. Abends Krach mit Üssie, als der Vater das Geld der Sparkassenbücher verteilte und <quote rend="quoted" xml:id="d1e43665">alles weg</quote> sagte, weil er nichts mehr damit zu tun haben wollte. Und so auch ich immer wieder: alles weg.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-01" n="1943-12-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43673">
                        Mittwoch, 1/12 43. Wieder lang geschlafen. Traum: Ich sehe <rs ref="#__GND_118663194" type="person" xml:id="d1e43677">Bilfinger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118663194" xml:id="d1e43677_entity-link"/> unterhalte mich nett mit ihm, frage aber nicht nach seiner <rs ref="#BilfingerMargarethe" type="person" xml:id="d1e43682">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BilfingerMargarethe" xml:id="d1e43682_entity-link"/> er spricht mit etwas ironischer Sachlichkeit, ich beherrsche mich gut; dann wieder im <rs type="place" ref="#__GND_2029553-4" xml:id="d1e43685">Auswärtigen Amt</rs>, ein Beamter liegt im Bett und läßt dann einen Mann in jener Uniform seine Erlebnisse und Heldentaten in Genf erzählen. Ich will aufstehen, bleibe aber doch sitzen. Das Ganze ein Ausdruck meiner innersten Ängste und Besorgnisse. Deprimierend. Um ½ 12 unten, schöner Kaffee, an meinem <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e43717">Juristen-Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43717_entity-link"/> gearbeitet, bald zu Ende. Erste Nachricht aus Berlin, von Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e43700">Hahm</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e43700_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e43704">Ein entsprechender Brief hat sich im Nachlass Schmitts nicht erhalten.</note> Jetzt kann ich weiter abwarten. Schönes Wetter, etwas Sonne. Oft Alarm. Das Haus ist wieder voll, der Küchenteufel regiert. Deprimiert von der Lektüre eines Briefes über französische Propaganda in der <corr>Tschechoslowakei</corr>, Einbruch der Spitzel in die Wissenschaft, sehe mich selbst in einem solchen Betrieb, der nur noch gröber und verlogener ist als der frühere. Schrieb morgens meine Juristen-Vorträge<note type="editorial" xml:id="d1e43715">Neben dem oben genannten vermutlich noch 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>La mer contre la terre</title>, in: <title>Cahiers franco-allemand</title>, 1941, Bd. 8, H. 11-12, S. 343-349</bibl>.</note> zu Ende, ging nachmittags um ¼ 4 in den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e43723">Saley</rs>, zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e43726">Ibsenstein</rs>, aber traurig und ohne Schwung, doch erleichtert es mich, auf der Höhe zu gehen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43731">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43731_entity-link"/> scheint krank zu sein, sehr besorgt um sie, wenn ich ihren dünnen Mantel sehe, sie will nach <unclear>Prag</unclear> reisen, um 6 kam <rs ref="#SchmandtK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e43739">Käthe Schmandt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtK&#xE4;the" xml:id="d1e43739_entity-link"/> trank mit ihr und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43742">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43742_entity-link"/> eine Flasche Wein, nachher schönes Abendessen, das Duschka und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e43747">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e43747_entity-link"/> gemacht hatten, Gänseleber, mit Sekt dazu, ich trank Rotwein. Tief ergriffen von der Hilflosigkeit der armen Käthe, Wehrlosigkeit gegen Behörden, Schicksal der Schmitts. Traurig um 12 zu Bett. Wärmte die arme Duschka.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-02" n="1943-12-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-02" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43756">
                        Donnerstag, 2/12 43. Immer traurig und Angst vor der <corr>Abgeschnittenheit</corr>. Ging vor dem Frühstück mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43762">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43762_entity-link"/> zur Sparkasse, um die Sparkassenbücher des <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e43767">Vaters</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e43767_entity-link"/> zu liquidieren. Nach dem Frühstück zu Hause an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e43771">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e43771_entity-link"/> geschrieben, einiges besorgt, den Bericht über Ungarn.<note type="editorial" xml:id="d1e43776">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> Nachricht, daß die Handelshochschule zerstört ist,<note type="editorial" xml:id="d1e43781">Die Berliner Handelshochschule wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört.</note> immer deprimiert und einfach fertig. Die Einladungen zu den Vorträgen (<gap/>, Bildungsinspektion in Kiel) blieben einfach liegen.<note type="editorial" xml:id="d1e43792">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief des Kapitänleutnants Mohr von der Inspektion des Bildungswesens der Marine in Kiel vom 16. November 1943 mit einer Einladung zu mehreren Vorträgen, RW 0265 Nr. 6380. Schmitt beantwortete den Brief am 10. Dezember 1943.</note> Kann kaum die Hand heben, warte auf den Wein, des Abends. Allmählig hört er auch auf und es kommt nichts nach. Schreibe etwas an dem <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e43817">Vortrag über den Juristen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e43817_entity-link"/> Bericht über Ungarn, nach dem Essen begleitete ich Ännchen, die ihren verlorengegangenen Spitz aus <rs ref="#__GND_7683459-1" type="place" xml:id="d1e43802">Ohle</rs> zurückholte, es war deprimierend, Brief an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e43808">Popitz</rs>, hat den Mann namens <rs type="person" xml:id="d1e43811"><unclear>Alof</unclear></rs> besorgt, auch ein Telegramm. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43814">Duschka</rs> blieb im Bett, wegen ihrer Erkältung und ihrer Halsschmerzen. Abends trank ich eine Flasche Rotwein, gab allen etwas mit, sodaß mir nicht viel übrig blieb, ziemliche Abscheu vor <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43821">Üssies</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43821_entity-link"/> Neurosen und Herrschsucht. Müde um 10 ins Bett, mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e43827">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e43827_entity-link"/> noch geplaudert, Poe gelesen, mit großem Interesse (<rs ref="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" type="document" xml:id="d3e43853">Rodman</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9NQ8B5WT" xml:id="d3e43853_entity-link"/> Viele Flugzeuge flogen die ganze Nacht über uns hin.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-03" n="1943-12-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-03" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e43841">
                        Freitag, 3/12 43. Bis 10 im Bett. Traum von <rs ref="#__GND_118591649" type="person" xml:id="d1e43845">Franz von Papen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591649" xml:id="d1e43845_entity-link"/> ich sitze mit <rs ref="#__GND_116848715 #__GND_129391662" type="group" xml:id="d1e43848">Schnitzlers</rs> und ihm am Tisch. Schnitzler sagt, er sei der reichste Mann von ganz Deutschland, ich spreche aber nicht mit ihm. Wurde mir meiner Unbedeutendheit bewußt, auch in der Sache <rs ref="#__GND_118608037" type="person" xml:id="d1e43856">Schleicher</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608037" xml:id="d1e43856_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e43859">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 282</bibl>.</note> Traurig um 10 Uhr auf, behaglich angekleidet, machte mir Kaffee, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43864">Duschka</rs> blieb zu Bett, Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e43869">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e43869_entity-link"/> ist abgereist, der Kaffee belebte mich sehr, Post von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e43872">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e43872_entity-link"/> (die Schreckensnacht mit <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e43878">Blötz</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e43878_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e43881">Im Nachlass Schmitts ist der Brief von Weber-Schumburg vom 24. November 1943 erhalten, RW 0265 Nr. 17805. Weber-Schumburg berichtet von seiner eigenen Ausbombung in Berlin in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1943, die er zufällig zusammen mit Blötz erlebte. Auch das Hotel Kaiserhof verbrannte.</note> <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e43884">Fraenger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e43884_entity-link"/> was mich sehr <corr>aufregte</corr>,<note type="editorial" xml:id="d1e43889">Der Brief von Fraenger an Schmitt vom 22. November 1943 hat sich im Nachlass erhalten, RW 0265 Nr. 3997. Fraenger schickte einen Sonderdruck mit und diskutierte den Zusammenhang zwischen Bosch und dem Leviathan, der auch im Aufsatz thematisiert wurde, vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Wilhelm Fraenger</author>, <title>Andacht zum Kinde. Auslegung eines Bildes von Hieronymus Bosch</title>, in: <title>Die neue Rundschau</title>, 1943, Bd. 54, S. 221-226</bibl>.</note> <rs ref="#GremmelsHeinrich" type="person" xml:id="d1e43895">Gremmels</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GremmelsHeinrich" xml:id="d1e43895_entity-link"/> der wieder an der Front war und darüber sehr glücklich ist.<note type="editorial" xml:id="d1e43900">Im Nachlass Schmitts ist der Brief von Gremmels vom 16. November 1943 erhalten, RW 0265 Nr. 5119. Nicht abgedruckt in: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Gremmels</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1938-1956</title>, in: <title>Schmittiana</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2001</date>, S. 51-129</bibl>. Vgl. zu Gremmels 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 94</bibl>.</note> Schrieb an <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e43907">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e43907_entity-link"/> und Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e43910">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e43910_entity-link"/> was ich für überflüssig halte, Duschka aber wünscht. Man soll nicht zurückbleiben. Sonderbare Rettung. Die Nacht war wieder ein Terrorangriff auf Berlin.<note type="editorial" xml:id="d1e43916">In der Nacht vom 18. auf den 19. November 1843 begann die britische Luftwaffe mit dem ersten von insgesamt fünf schweren Großangriffen auf Berlin. Diese Angriffe gingen bis zum 3. Dezember 1943.</note> Haschte es mittags, durch <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e43920">Üssie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e43920_entity-link"/> Nach dem Essen zur Sparkasse und zur Post, dann ½ 4 - 5 zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e43923"><corr>Ibsenstein</corr></rs>, einsam, aber beruhigt durch den Spaziergang. Der Arzt (<rs ref="#WilmesArztPlettenberg" type="person" xml:id="d1e43928">Wilmes</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WilmesArztPlettenberg" xml:id="d1e43928_entity-link"/> war bei Duschka, sie hat Rachen<unclear>katarrh</unclear> und soll bis Sonntag im Bett bleiben. Ich las für mich Fraenger über das kleine <rs ref="#__ZOTERO_VMPQB2PK" type="document" xml:id="d3e43956">Tafelbild</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_VMPQB2PK" xml:id="d3e43956_entity-link"/> von Bosch, mit großem Interesse.<note type="editorial" xml:id="d1e43939">Das Bild wird heute einem Nachfolger von Hieronymus Bosch zugeschrieben und trägt den Titel <q>Geburt Christi</q>.</note> Schöne Ablenkung, dieser <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e43946">Bosch</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e43946_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-04" n="1943-12-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e43952">
                        Samstag, 4/12 43. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e43956">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e43956_entity-link"/> ist die Nacht krank und stöhnend. Traurig um 9 aufgestanden, kaltes, wunderbares Wetter. Trank schon Kaffee, <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e43961">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e43961_entity-link"/> sorgte für Duschka, das arme <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e43964">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e43964_entity-link"/> blieb auch zu Hause. Ging zur Post und schickte den Brief an die <unclear>Scheusale</unclear> <corr/> nach <rs type="place" xml:id="d1e43974"><unclear>Wildungen</unclear></rs><note type="editorial" xml:id="d1e43976">Unklar, was gemeint ist.</note> ab. Bei Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e43979">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e43979_entity-link"/> die Nachricht von Berlin hat, ihr <rs type="person" ref="#__GND_1019036958" xml:id="d1e43985">Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e43985_entity-link"/> lebt und macht eine Auslandsreise. Zu Hause etwas mit Duschka, über die Kriegsmaschine; die deutsche Verfassung steht im Führererlass <corr/><supplied>vom</supplied> 12/11 43<note type="editorial" xml:id="d1e43999">Siehe Erlaß des Führers über das Familienunternehmen der Firma Fried. Krupp. Vom 12. November 1943. (RGBl. 1943 I, S. 655 f.).</note> (Familienunternehmen Krupp; und Rangordnung kriegswichtigen Raumbedarfs).<note type="editorial" xml:id="d1e44005">Siehe Erlaß des Führers über den Ausgleich kriegswichtigen Raumbedarfs. Vom 12. November 1943. (RGBl. 1943 I, S. 659 f.). Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Moll</author>, <title>Führer-Erlasse 1939-1945</title>, Stuttgart: Franz Steiner <date>1997</date>, S. 371</bibl>.</note> Wie berauscht von dem schönen Wetter, trotz der Fürchterlichkeit der Lage. Ohne Winterkleidung, die arme kranke Duschka. Nach dem Essen herrlicher Spaziergang zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e44014">Ibsenstein</rs>, zu Hause ausgeruht, um ½ 6 kam <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e44018">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e44018_entity-link"/> aus Köln, zu unserer großen Freude. Wir machten
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44028">
                        gleich einen Spaziergang zum <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e44032">Eschen</rs>. Aßen gut zu Abend und tranken Wein. Er sprach wundervoll, über <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e44035">Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e44035_entity-link"/> (<unclear>Der Heilige</unclear><note type="editorial" xml:id="d1e44039">Aufgrund des unspezifischen Titels ist das Bild nicht zu identifizieren.</note> <unclear>ist</unclear> nicht so <unclear>tief</unclear> wie <rs ref="#__ZOTERO_HE4HG9RM" type="document" xml:id="d3e44069">Der verlorene Sohn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HE4HG9RM" xml:id="d3e44069_entity-link"/> der erkannt hat; oder über <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e44052">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e44052_entity-link"/> der plötzlich gefühlvoll wird<supplied>)</supplied>, sprachen mit Duschka, tranken am Kamin einige Flaschen Wein und gingen nach 12 ins Bett. Immer das Gefühl des letzten <unclear xml:id="d1e44060"><app><lem>Mahls</lem><rdg>Mals</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e44060_alt-rdg" target="#d1e44060">Alternative Lesart zu „Mahls“: Mals</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-05" n="1943-12-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44068">
                        <date when-iso="1943-12-05">Sonntag, 5/12 43</date>. <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e44074">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e44074_entity-link"/> fuhr morgens in guter Laune ab. Ich blieb zu Bett, etwas Kopfschmerzen. Morgens Wut über <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44079">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44079_entity-link"/> die den ganzen Vormittag spielte (trotz der Kopfschmerzen von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44082">Duschka</rs><supplied>)</supplied>. Mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44087">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44087_entity-link"/> zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e44090">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e44090_entity-link"/> einen Kranz dorthin gebracht. In die Apotheke, für Duschka Medizin geholt; <unclear><rs ref="#AhnmannPlettenbergNN" type="person" xml:id="d1e44098">Ahnmann</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AhnmannPlettenbergNN" xml:id="d1e44098_entity-link"/> getroffen auf der Straße. Der Apotheker strahlte, diese guten deutschen Bürger; national-liberal. Oh Gott. Erdrückt von dieser Zeit, völlig abgeschnitten, Angst vor der Isoliertheit. Angst, das Saugröhrchen zu verlieren, an dem man hängt. Traurige Unfähigkeit, Christ zu sein. Abends eine Flasche Wein, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44108">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44108_entity-link"/> Karten gespielt, Ännchen für sich, was uns allen leidtut.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-06" n="1943-12-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44114">
                        <date when-iso="1943-12-06">Montag, 6/12 43</date>. Morgens mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44120">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44120_entity-link"/> in der Küche gefrühstückt, nett unterhalten und mir wieder Illusionen über sie gemacht. Sie gibt einem recht, weint usw. <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44125">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44125_entity-link"/> sagt: <quote xml:id="d1e44128">Du bist naiv</quote>, das traf mich sehr. Die arme <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44133">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44133_entity-link"/> wird schlecht bedient. Und magert ab im Bett. Nach dem Essen herrlicher Spaziergang über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e44136">Saley</rs>, <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e44139">Ibsenstein</rs>, unglaublich schön. Dabei ohne Nachricht. Die Vermieter der Wohnung in Schlachtensee haben geschrieben, antwortete ihnen, eingehend, mir sehr lästig, aber ich tue es für Duschka. Ich halte das alles für überflüssige Mühe. Aber man muß so tun als ob. Traurig, immer wieder enttäuscht von Ännchen, die in der Veranda auf dem Klavier von Üssie spielen ließ. Lächerlicher Klavierbetrieb. Traurig abends alleine gegessen, Ännchen ging mit dem Hund spazieren. Ich brachte, bei herrlichem Mondwetter, noch den Brief an Frau <rs ref="#DamesFrau" type="person" xml:id="d1e44153">Dames</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DamesFrau" xml:id="d1e44153_entity-link"/> (die bisherige Inhaberin der Wohnung in Schlachtensee) zur Post.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-07" n="1943-12-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44161">
                        <date when-iso="1943-12-07">Dienstag, 7/12 43</date>. Schlecht geschlafen. Traum, den ich vergessen habe, aber besonders deutlich Angst vor der Eisenbahn. Mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44169">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44169_entity-link"/> in der Küche gefrühstückt. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44172">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44172_entity-link"/> eine Tasse Kaffee gemacht. Mehrere Briefe geschrieben, aber keine Nachricht von der Universität. Nach dem Essen (in der Küche mit Ännchen und dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44178">Vater</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44178_entity-link"/> nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e44181">Plettenberg</rs> gegangen, über den Hang des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e44184">Saley</rs>; über den <rs ref="#Wall" type="place" xml:id="d1e44187">Wall</rs>, beim Friseur, der aber geschlossen hat, zur Firma Gesenkbau Biecker, dort Herr <rs ref="#SautterPlettenbergNN" type="person" xml:id="d1e44196"><unclear>Sautter</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SautterPlettenbergNN" xml:id="d1e44196_entity-link"/> der mir den Fernschreiber zur Verfügung stellte, höchstinteressante Situation, wollte an <rs ref="#__GND_127786279" type="person" xml:id="d1e44201">Gramsch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127786279" xml:id="d1e44201_entity-link"/> über den Vierjahresplan schreiben, die Leitung war aber gestört, dann schrieben wir über das Auswärtige Amt an <supplied>den</supplied> Austauschdienst (<rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e44206">Adams</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e44206_entity-link"/> bin gespannt, was das gibt. Angeregt weitergegangen, zum Lehrer <rs ref="#Sch&#xF6;lerKarl" type="person" xml:id="d1e44212">Schöler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xF6;lerKarl" xml:id="d1e44212_entity-link"/> in der Schule <rs ref="#HolthausenPlettenberg" type="person" xml:id="d1e44215">Holthausen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HolthausenPlettenberg" xml:id="d1e44215_entity-link"/> sympathischer, alter Mann, <unclear>Siegerländer</unclear>, erzählte von seinen eigenen Erweckungen, irreal, rührendes <unclear>protestantisches</unclear> Vertrauen. Leiden und <unclear>Zurücksetzen</unclear> (er wurde einige Jahre lang nicht Hauptlehrer). Gegensätze zur Kirche, <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Psa113" xml:id="d1e44228">Psalm 113</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e44228_quote-src" target="#d1e44228">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Psa 113</bibl>.</note>; Jesaja <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=JES54,17" xml:id="d1e44238">Jeder Waffe, die wider dich ist, soll es nicht gelingen<app><lem type="origin">Eine jegliche Waffe, die wider dich zubereitet wird, der soll nicht gelingen; und alle Zunge, so sich wider dich setzt, sollst du im Gericht verdammen. Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit von mir, spricht der Herr.</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e44238_quote-src" target="#d1e44238">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, JES 54,17</bibl>. Ursprünglicher Text: Eine jegliche Waffe, die wider dich zubereitet wird, der soll nicht gelingen; und alle Zunge, so sich wider dich setzt, sollst du im Gericht verdammen. Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihre Gerechtigkeit von mir, spricht der Herr.</note> <gap/> von anderer Seite schicken, fragte ihn schließlich nach dem κατεχων (das ist die Gemeinde der Heiligen). Um 6 mit der Kleinbahn zurück, nicht gerade befriedigt, aber doch eine Begegnung (wie anders der P. <rs ref="#__GND_117140600" type="person" xml:id="d1e44258">Schütz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117140600" xml:id="d1e44258_entity-link"/> in Budapest), wohin gehöre ich nun? Zu Hause stand Duschka auf zum Essen, Fräulein <rs ref="#SchneidersFr&#xE4;ulein" type="person" xml:id="d1e44263">Schneiders</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchneidersFr&#xE4;ulein" xml:id="d1e44263_entity-link"/> war wieder da und wollte offenbar zu uns zurück, davon angeekelt, trank beim Essen keinen Wein, sondern erst nachher, als die Damen weg waren. Spielte mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44268">Vater</rs> Skat, Duschka auch, sehr nett, las noch etwas <rs ref="#__GND_11859527X" type="person" xml:id="d1e44272">Poe</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-07" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44279">
                        und ging um ½ 12 zu Bett, nachdem ich Duschka noch das heiße Wasser für Inhalieren geholt hatte.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-08" n="1943-12-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-08" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44286">
                        <date when-iso="1943-12-08">Mittwoch, 8/12 43</date>. Viel geschlafen. Traum: Einmal von <rs ref="#LinnPierre" type="person" xml:id="d1e44294">Pierre Linn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LinnPierre" xml:id="d1e44294_entity-link"/> er hat in Paris <corr>einen</corr> Mord begangen (?), <rs ref="#__GND_118694952" type="person" xml:id="d1e44299">Gilles</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118694952" xml:id="d1e44299_entity-link"/> war dabei, <unclear>Polizei</unclear>, <rs ref="#__GND_116854804" type="person" xml:id="d1e44306">Leers</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116854804" xml:id="d1e44306_entity-link"/> schwitzt fürchterlich, seine <rs type="person" ref="#LeersFrau" xml:id="d1e44309">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LeersFrau" xml:id="d1e44309_entity-link"/> auch, ein unangenehmer französischer Strolch? Oder Polizist? Dann bin ich mit <rs ref="#__GND_118511653" type="person" xml:id="d1e44314">Franz Blei</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511653" xml:id="d1e44314_entity-link"/> in einem Restaurant, wir müssen aber bald aufstehen, um anderen Platz zu machen, er hebt ironisch das Glas und sagt <quote xml:id="d1e44322">Heil Hitler</quote>; dann: mit <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e44324">Emil Langenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e44324_entity-link"/> ich soll in Plettenberg einen Vortrag halten, bin aber nicht vorbereitet, habe eine Flasche Moselwein bei mir, die mir aber eigentlich gar nicht schmeckt. Denke hinterher: Das war ein <hi>Mülleimer-Traum</hi>; sah und hörte mich immer als Eselchen. Stand erst um ¼ 11 auf, machte mir den Kaffee, brachte <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44337">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44337_entity-link"/> eine Tasse, <hi>schöner Brief von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e44342">Popitz</rs></hi>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e44342_entity-link"/> der mich glücklich machte,<note type="editorial" xml:id="d1e44345">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Popitz vom 4. Dezember 1945, RW 0265 Nr. 11171.</note> von <unclear><rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e44349">Hodler</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e44349_entity-link"/> lächerliche Sache von München.<note type="editorial" xml:id="d1e44352">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief aus München vom 7. Dezember 1943, RW 0265 Nr. 16549, von einer nicht identifizierten Verfasserin, bei der es sich möglicherweise um die Arztwitwe Maria Stock handelt.</note> Eifrig am Schreibtisch im Keller, einen Augenblick. So vergeht die Zeit, und doch hatte ich bisher großes Glück. Wollte Popitz gleich antworten. Oft wieder unternehmend, als wäre nichts geschehen in diesen letzten Jahren. Unverwüstliches Tier. <hi>Schreibe an Popitz</hi>, über den Fernschreiber (erlauben Sie mir, es für einen Nachteil zu halten, daß das Preußische Finanzministerium keinen Fernschreiber hat). Duschka schrieb nach Cloppenburg, ich ging um 4 zur Post, gab Einschreibebrief auf wie ein Ladenschwengel, brachte Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e44368">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e44368_entity-link"/> ¼ Ente, sie war gerührt und erzählte, daß ihr <rs type="person" ref="#__GND_1019036958" xml:id="d1e44372">Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e44372_entity-link"/> Sonntag komme, machte einen Spaziergang zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e44377">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e44377_entity-link"/> im Nebel, und las zu Hause etwas im Kellerzimmer, das sehr gemütlich ist. <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e44381">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e44381_entity-link"/> kam um ½ 7, große Freude, wir aßen zu Abend, tranken 2 Flaschen Wein, spielten mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44384">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44384_entity-link"/> Skat. Duschka war den ganzen Tag auf, saß am Heizöfchen und war noch schwach. Las über <rs ref="#__ZOTERO_SZFSMR76" type="document" xml:id="d3e44412">Talleyrand</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SZFSMR76" xml:id="d3e44412_entity-link"/> von Duff Cooper, dumme Bewunderung für diesen Schädling.<note type="editorial" xml:id="d1e44395">Eine Ausgabe des Buches von 1962 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 26494.</note> Verachtung für diesen Narren, der nur Angst davor hat, ein pauvre diable zu sein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-09" n="1943-12-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44406">
                        <date when-iso="1943-12-09">Donnerstag, 9/12 43</date>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-10" n="1943-12-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-10" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44415">
                        <date when-iso="1943-12-10">Freitag, 10/12</date>. Unglaubliches Behagen; Traum von <rs ref="#__GND_11703651X" type="person" xml:id="d1e44419">Erwin Jacobi</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11703651X" xml:id="d1e44419_entity-link"/> gehe mit ihm einen Berg hinan (<rs type="place" ref="#__GND_4106956-0" xml:id="d1e44424">Trifels</rs>?). Erschrak vor meiner Behaglichkeit, blieb bis 10 im Bett, unten war ein Brief von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e44429">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e44429_entity-link"/> die Vorlesung an der Universität hat am 6. Dez. begonnen.<note type="editorial" xml:id="d1e44438">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Popitz vom 6. Dezember 1943, der den Mietvertrag für Schmitts neue Wohnung enthielt und in dem Popitz den Beginn der Vorlesungen mitteilt, RW 0265 Nr. 11170.</note> Erschrak, wollte gleich nach Berlin reisen, Popitz holt uns mit großer Energie dort hin; der Mietvertrag vom Liegenschaftsamt kam. Aufgeregt und aufgescheucht aus meinem Behagen. Wollte nach Berlin reisen, wenigstens für einige Tage. Trank Kaffee, mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44444">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44444_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44447">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44447_entity-link"/> die beide im Bett lagen, das <unclear>meiste</unclear> mit, unterhielt mich lange mit Ännchen über Musik, über <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44453">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44453_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e44456">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e44456_entity-link"/> und fand dann einen Augenblick Ruhe am Schreibtisch im Kellerzimmer. Vergaß all meine Sorgen und meinen Eifer, nach Berlin zu fahren, und korrigierte am <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e44485">Nomos der Erde</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e44485_entity-link"/> Armes Karlchen. Ärgerte mich über das dicke Ännchen, das Schokolade fraß und im Bett blieb. Die arme Duschka stand auf und kochte. Nach dem Essen begann das Klaviergeklimper wieder, grauenhaft. Ging zur Sparkasse, um für Ännchen die Steuer zu überweisen, wie ein Laufbursche. Mit Duschka und Üssie zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e44473">Oma</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e44473_entity-link"/> es war wieder winterlich geworden, die Straßen sind ganz glatt. Nachher sehr schönen Tee getrunken; über den κατεχων gelesen (<rs type="person" ref="#__GND_116948833" xml:id="d1e44482">Adolf Zahn</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116948833" xml:id="d1e44482_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e44486">Vermutlich <q>Die letzten Dinge</q> in 
                            <bibl type="book"><author>Adolph Zahn</author>, <title>Wanderung durch die heilige Schrift</title>, Halle: Richard Mühlmann <date>1869</date>, S. 253-257</bibl></note> Schönes Abendessen mit Nahewein; mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44493">Vater</rs> Skat gespielt. Zwischendurch Zahn über κατεχων, tief beeindruckt; noch etwas <unclear>protestantische</unclear> <gap/> (<rs type="person" ref="#__GND_107524031" xml:id="d1e44509">Steinberger</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107524031" xml:id="d1e44509_entity-link"/> Plane, Sonntag schon nach Berlin zu reisen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-11" n="1943-12-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-11" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44517">
                        <date when-iso="1943-12-11">Samstag, 11/12 43</date>. Wieder bis ½ 11 geschlafen, dränge nach Berlin, dann sehe ich die Dummheit dieses Eifers; ordnete meine Briefe, schöner Brief von <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e44527">Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e44527_entity-link"/> aber vom 25. November!<note type="editorial" xml:id="d1e44537">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Werner Weber vom 25. November 1943, RW 0265 Nr. 17743.</note> Dann aus Freiburg, von <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e44540">Friedensburg </rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e44540_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118579193" type="person" xml:id="d1e44543">Maunz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118579193" xml:id="d1e44543_entity-link"/> was mir eine ungeheure Freude machte und mein Selbstbewußtsein wieder stärkte.<note type="editorial" xml:id="d1e44548">Der Brief von Friedensburg an Schmitt vom 5. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts enthalten, RW 0265 Nr. 4360. Maunz bot an, Friedensburg in Freiburg zu promovieren. Dazu kam es aber nicht, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> Wartete auf das Frühstück, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44553">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44553_entity-link"/> scheint es besser zu gehen. Keine Nachricht von <rs ref="#__GND_1145726771" type="person" xml:id="d1e44557">Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e44557_entity-link"/> aus Berlin, allmählig besorgt. Herrlich an meinem <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e44584">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e44584_entity-link"/> herumkorrigiert (belebt durch freundliche Anerkennung durch Maunz), schön zu Mittag gegessen, dabei war <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44567">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44567_entity-link"/> aufgestanden, lief aber neurotisch weg, als Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e44570">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e44570_entity-link"/> nicht kam. Ich war traurig und ekelhaft und hoffte, bald wieder in Berlin in einem eigenen Haushalt zu sein. Ging dann mit <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e44576">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e44576_entity-link"/> über den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e44579">Saley</rs> spazieren, über das <rs ref="#Bussardtal" type="place" xml:id="d1e44582">Bussardtal</rs>, die Höhe des Saley, am <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e44585">Ibsenstein</rs> (der Idiot begegnete uns wieder), in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e44591">Plettenberg</rs>, an der Post Telegramm an <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e44594">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e44594_entity-link"/> daß wir Dienstag kommen. In der Abenddämmerung nach Hause, etwas am Schreibtisch, Tee getrunken.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-11" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44604">
                        Immer traurig, wenn ich die arme <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44608">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44608_entity-link"/> sehe, das neurotische Ännchen, an Berlin denke. <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e44611">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e44611_entity-link"/> kommt erst Dienstag, wie schade. Angst vor der Reiserei. Sorge um die Gesundheit Duschkas. Wunderbare Stunde am Schreibtisch, über den <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e44638">Nomos</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e44638_entity-link"/> schön korrigiert, unglaubliche Freude. Schönes Mittagessen, aber Ännchen und Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e44622">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e44622_entity-link"/> ziehen sich zurück. Widerlicher Betrieb, dazu das Klaviergeklimper. Um ½ 3 gingen wir (Duschka, Claire und ich) zum Friedhof, schönes sonniges Winterwetter, am Grab der lieben <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e44627">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e44627_entity-link"/> auf dem Heimweg ging ich <corr>bei</corr> <unclear><rs ref="#SautterPlettenberg" type="person" xml:id="d1e44633">Sautter</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SautterPlettenberg" xml:id="d1e44633_entity-link"/> vorbei, bedankte mich für den Fernschreiber, gab ihm 2 Schachteln bulgarische Zigaretten und war froh, das erledigt zu haben. Wieder etwas am Schreiben über den Nomos, trotz einiger Müdigkeit große Freude (über Meridian). Schöner Tee und Kuchen, den die beiden schnell gebacken hatten. Zum Abendessen eine Flasche Nahewein (ein Glas mit <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e44644">Josef Schröder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e44644_entity-link"/> getrunken). Während des Skatspielens mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44647">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44647_entity-link"/> lächerliche Szene mit Üssie, die jetzt plötzlich nicht mehr will, daß Ännchen auf ihrem Klavier in der Veranda spielt; wüste und ordinäre Schimpferei der Üssie, daß ich mich schämte (sie nannte Duschka eine böse Drüse, will das Klavier für ihre Nichte <rs ref="#SchmittAugusteTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e44655">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittAugusteTochtervonJup" xml:id="d1e44655_entity-link"/> neu erhalten, usw. Dafür hat sie <unclear>Kulturkreise</unclear> für Hexen usw.). Traurig noch herumgeredet, heller Mondschein. Also übermorgen in Berlin. Um 12 ins Bett, Duschka nähte noch Kleider für <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e44662">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e44662_entity-link"/> bis 2 Uhr.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-13" n="1943-12-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44668">
                        <date when-iso="1943-12-13">Montag, 13/12 43</date>. Nacht <gap/>; wüst aber erleichternd; bis 11 im Bett, großes Behagen, herrliches Winterwetter, auch nicht zu kalt, oft Eifer, nach Berlin zu kommen. Nachricht von <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e44678">Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e44678_entity-link"/> aus Leipzig, daß er ausgebombt ist und bei <rs ref="#__GND_118733648" type="person" xml:id="d1e44681">Michaelis</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118733648" xml:id="d1e44681_entity-link"/> wohnt.<note type="editorial" xml:id="d1e44685">Der Brief von Werner Weber an Schmitt vom 5. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 17744.</note> Wie traurig; soll ich <unclear>nach</unclear> Berlin. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44691">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44691_entity-link"/> zugeredet, daß sie nicht nach Cloppenburg fährt. Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e44694">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e44694_entity-link"/> schrieb, daß wir bei ihr wohnen können, schöner Brief von <rs ref="#Appel" type="person" xml:id="d1e44697">Appel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Appel" xml:id="d1e44697_entity-link"/> aus Paris (er <gap/> <quote xml:id="d1e44704">die schönen Bilder, die er bei uns sah, besonders den Julien</quote>,<note type="editorial" xml:id="d1e44709">Der Brief Appels vom 6. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 457. Schmitt besass wohl von Werner Gilles das Bild <q>Julien</q>, das aber nicht nachweisbar ist; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17), S. 23</bibl>.</note> <quote rend="quoted" xml:id="d1e44716">die einzigen schönen Sachen, die er im NS-Deutschland gesehen hat</quote>). Eine Stunde am Schreibtisch im Keller. Die gute <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e44725">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e44725_entity-link"/> hilft sehr eifrig Duschka. Nachmittags beim <rs ref="#Kreuz" type="place" xml:id="d1e44728">Kreuz</rs> und an der Quelle der <rs ref="#Bommecke" type="place" xml:id="d1e44731">Bommecke</rs>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e44735">
                        <date when-iso="1943-12-13">Montag 13/12</date> - <date when-iso="1943-12-21">Dienstag, 21/12</date> Reise nach <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e44744">Berlin</rs> (Möbel transportiert und Wintermantel geholt, bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e44747">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e44747_entity-link"/> gewohnt; Gespräch mit Popitz über mich als den <unclear>Emanierten</unclear> und <gap/>).
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_YeAF" n="1943-12-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-13" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e53433">
                        Montag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-13">13/12</date>, nachmittags zum <rs type="place" ref="#Kreuz" xml:id="d1e53440">Kreuz</rs>, Quelle der <rs type="place" ref="#Bommecke" xml:id="d1e53443">Bommecke</rs>, <rs type="place" ref="#B&#xF6;ddinghausen" xml:id="d1e53446">Böddinghausen</rs> zurück, abends reiste <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e53450">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e53450_entity-link"/> ab; hoffentlich kommt <rs type="person" ref="#__GND_143427482" xml:id="d1e53453">Anima</rs> <unclear xml:id="d1e53456"><app><lem>Dienstag</lem><rdg>Donnerstag</rdg></app></unclear>.<note type="alternative-reading" xml:id="d1e53456_alt-rdg" target="#d1e53456">Alternative Lesart zu „Dienstag“: Donnerstag</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53462">
                        Dienstag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-14">14/12</date>. 7.49 von <rs type="place" ref="#__GND_4046364-3" xml:id="d1e53469">Plettenberg</rs> nach Berlin (<rs type="person" ref="#__GND_139638237" xml:id="d1e53472">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e53472_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#__GND_116799471" xml:id="d1e53475">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e53475_entity-link"/> am Bahnhof), gut ausgeruht, im Zug von <rs type="place" ref="#__GND_4022917-8" xml:id="d1e53479">Hagen</rs> nach Berlin nette Unterhaltung mit einer Frau (<rs type="person" xml:id="d1e53484">Mallinckrodt</rs>?). aus Nikolassee; über <rs type="person" ref="#__GND_118588494" xml:id="d1e53487">Nolde</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118588494" xml:id="d1e53487_entity-link"/> Musik, <rs type="person" ref="#__GND_118536931" xml:id="d1e53490">Furtwängler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118536931" xml:id="d1e53490_entity-link"/> einem Herrn aus Krefeld (<gap extent="2 words"/>), einem jungen Mann aus Lüdenscheid (über Finanzierung), in <rs type="place" ref="#__GND_4046948-7" xml:id="d1e53498">Potsdam</rs> ausgestiegen, nach <rs type="place" ref="#__GND_4112721-3" xml:id="d1e53501">Steglitz</rs> gefahren, meinen schweren Koffer geschleppt (zum Glück kam gerade der Autobus T), um 8 bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53509">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e53509_entity-link"/> das Haus ist doch arg mitgenommen, todmüde, blieb aber auf bis 12 Uhr, aß zu Abend und trank hinterher schönen Burgunder. Hörte nachts über die Zerstörung von Berlin.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53516">
                        Mittwoch <date type="entry-date" when-iso="1943-12-15">14/12</date>. Todmüde um 8 aufgestanden, mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53523">Popitz</rs> gefrühstückt und in die Stadt, in der <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e53526">Universität</rs>, auf dem Dekanat, beim Kurator (Unabkömmlichkeitsstellung), mit <rs type="person" ref="#__GND_118765167" xml:id="d1e53540">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e53540_entity-link"/> gesprochen (der merkwürdig fremd war), erleichtert, daß alles erledigt ist. Zum <rs type="place" ref="#BristolBerlin" xml:id="d1e53543">Bristol</rs>, von da zur <gap/>, Haare schneiden lassen, am <rs type="place" ref="#__GND_4521224-7" xml:id="d1e53550">Bahnhof Friedrichstraße</rs> <rs type="person" ref="#__GND_116799471" xml:id="d1e53554">Duschka</rs> geschrieben.<note type="editorial" xml:id="d1e53557">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date></bibl>.</note> 2 zu <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e53571">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e53571_entity-link"/> mit ihm in das Hotel, Betriebs<unclear>versammlung</unclear>, Unter den Linden, Gänsebraten gegessen, er will nach Schweden (<gap extent="1 word"/>?) - wollte <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e53583">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e53583_entity-link"/> noch im <gap/> treffen, nach Hause gefahren, von <rs type="place" ref="#__GND_4112721-3" xml:id="d1e53589">Steglitz</rs> zur <rs type="place" ref="#Brentanostr." xml:id="d1e53592">Brentanostraße</rs> zu Fuß, zu Hause ausgeruht, abends mit Popitz Wein getrunken (von der Mittwochsgesellschaft),<note type="editorial" xml:id="d1e53597">Popitz war eines von 16 Mitgliedern der 1863 in Berlin gegründeten <q>freien Gesellschaft zur wissenschaftlichen Unterhaltung</q>, der hoch angesehenen <q>Mittwochsgesellschaft</q>.</note> Faß Rheinwein, er sprach über <unclear>Literatur</unclear> <gap/>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53611">
                        Donnerstag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-16">16/12</date>. Morgens länger geschlafen, telefoniert, mit <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e53618">Grewe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e53618_entity-link"/> dessen Buch verbrannt ist,<note type="editorial" xml:id="d1e53621">Grewes Arbeit erschien erst 1984, da der zur Hälfte umbrochene Satz am 4. Dezember 1943 bei einem Luftangriff auf Leipzig verbrannte; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Epochen der Völkerrechtsgeschichte</title>, Baden-Baden: Nomos <date>1984</date>, S. 15</bibl>.</note> nachmittags mit <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e53629">Hodler</rs> Gespräch (über Architektur und Sozialstruktur), 7 Alarm, mit <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e53634">Brinkmann</rs> im Luftschutzkeller, einige Luftminen, <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53637">Popitz</rs> ärgerte sich über die Professoren, <rs type="person" ref="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53641">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53641_entity-link"/> weinte wegen des Historischen Seminars, abends <supplied>in die</supplied> Stube gegangen, Moselwein getrunken.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53648">
                        Freitag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-17">17/12</date> länger geschlafen, zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e53655">Universität</rs>, <rs type="person" ref="#__GND_11686172X" xml:id="d1e53658">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e53658_entity-link"/> <rs type="person" ref="#__GND_117755222" xml:id="d1e53661">Reicke</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117755222" xml:id="d1e53661_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117401757" type="person" xml:id="d1e53665">Titze</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117401757" xml:id="d1e53665_entity-link"/> getroffen, zur <unclear><rs type="place" xml:id="d1e53671">Augustastraße</rs></unclear>, <rs type="person" ref="#__GND_1145726771" xml:id="d1e53674">Alfons Adams</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e53674_entity-link"/> Paß zurückbrachte, nach Hause, versuchte, nach <rs type="place" ref="#__GND_4112722-5" xml:id="d1e53678">Tempelhof</rs>, <unclear>Nordbau der Adam hinein</unclear>, <rs type="person" ref="#__GND_118608592" xml:id="d1e53684">Alfred Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e53684_entity-link"/> zu <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e53687">Emmi Achterrath</rs> <gap/>, mit <rs type="person" ref="#Wolf" xml:id="d1e53692">Wolf</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wolf" xml:id="d1e53692_entity-link"/> telefoniert, etwas <corr>geschlafen</corr>, traurig, abends mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53700">Popitz</rs> und <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e53703">Hodler</rs> Rotwein getrunken, also morgen die Wohnung.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-18" n="1943-12-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e50440">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-12-18">18/12 43</date>. Das Gespräch mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e50446">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e50446_entity-link"/> über den Staat, er bleibt beim allgemeinen Staatsbegriff (dem er einen Idealbegriff unterschiebt,<note type="editorial" xml:id="d1e50451">Zur Kontroverse siehe Schmitts Nachbemerkung zu: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Staat als ein konkreter, an eine geschichtliche Epoche gebundener Begriff (1941)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 375-385, hier S. 384-385</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Lutz.Arwed Bentin</author>, <title>Johannes Popitz und Carl Schmitt. Zur wirtschaftlichen Theorie des totalen Staates in Deutschland</title>, München: C.H. Beck <date>1972</date>, S. 134-139</bibl>.</note> auf den er nicht verzichten will und den ich für unhaltbar und schädlich halte), der Mann des Staats (ich in der Kirche, der Bewegung, der kleinen Eigenständigkeit, alles das, weil ich isoliert bin, isoliert wie <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e50463">Bruno Bauer</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e50463_entity-link"/> er warf mir professorale Rechthaberei vor, Imponiertheit, Geistreichelei; es war sehr kränkend und mein Versuch, die tiefere Ebene zu erreichen, durch unsere menschlichen Verschiedenheiten unserer Meinungsverschiedenheiten klar zu werden, scheiterte an seinem politischen Willen, der mir aber gar nicht imponieren konnte, in meiner knabenhaften Hilflosigkeit sprach ich sogar vom κατεχων, meinem innersten Geheimnis. Aber es rührte ihn nicht. Er will etwas, und damit ist seine Freundschaft zu mir zweckbestimmt. Das kann ja gar nicht gutgehen. Trotz seiner Gutmütigkeit und seiner persönlichen Anständigkeit. Die Situation ist stark und grauenhaft. Beschleuniger wider Willen; armer Illusionist! Dabei immer dialektische Option zwischen Land und Meer. Im Umschlagen in den Prointerventionismus; die 2 Aufsätze im <rs type="work" ref="#DasReich" xml:id="d1e50485">Reich</rs><note type="editorial" xml:id="d1e50487">Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Das Meer gegen das Land</title>, in: <title>Das Reich</title>, 9. März 1941, H. 10, S. 1-2</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Beschleuniger wider Willen oder: Problematik der westlichen Hemisphäre</title>, in: <title>Das Reich</title>, 19. April 1942, H. 16, S. 3</bibl>.</note> oder doch strukturelle Entwicklungsbegriffe Bauers!
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-10-9" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e53035">
                        Gewiß, <rs ref="#__GND_118521748" type="person" xml:id="d1e53039">Comte</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118521748" xml:id="d1e53039_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=120" xml:id="d1e53042">es ist Herabwürdigung, mit <unclear>Machthabern</unclear> zu tun zu haben.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e53042_quote-src" target="#d1e53042">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 120</bibl>.</note> Machthaber unter sich, sie bezeichnen sich heute als <gap/> des Fortschritts. <unclear>Reich</unclear> sind wir auch; bedeutender <quote source="#__ZOTERO_3XMT3SWQ?p=46" xml:id="d1e53056">Fortschritt auf dem Weg zum Bewußtsein der Freiheit.<app><lem type="origin">Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtseyn der Freiheit.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e53061">Vgl. auch 
                                <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 92</bibl>.
                            </note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e53056_quote-src" target="#d1e53056">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Georg Wilhelm Friedrich Hegel</author>, <title>Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte</title>, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Sämtliche Werke. Jubiläumsausgabe, hg. von <editor>Eduard Gans</editor> und <editor>Karl Hegel</editor>, Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (H. Kurtz) <date>1928</date>, S. 46</bibl>. Ursprünglicher Text: Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtseyn der Freiheit. — Vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Ball</author>, <title>Die Folgen der Reformation</title>, München und Leipzig: Duncker &amp; Humblot <date>1924</date>, S. 92</bibl>.</note> Schmutzpropaganda als Werkzeug der obersten deutschen Idee. (Auf dem Weg zur <rs ref="#Lennebr&#xFC;cke" type="place" xml:id="d1e53068">Lennebrücke</rs> hinunter); <date type="entry-date" when-iso="1943-10-9">9/10 43</date>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e53075">
                        Gespräch mit den guten Leuten (<rs type="person" ref="#Schr&#xF6;derKarl" xml:id="d1e53079">Karl</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derKarl" xml:id="d1e53079_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e53082">Josef Schröder</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e53082_entity-link"/> über den Leipziger Process;<note type="editorial" xml:id="d1e53085">Am 20. Juli 1932 ersetzte Reichspräsident Paul von Hindenburg per Notverordnung die preußische Regierung durch den Reichskanzler Franz von Papen. Otto Braun, der abgesetzte Ministerpräsident Preußens, klagte vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig. Vertreter des Reichs in diesem Prozess waren Carl Schmitt, Erwin Jacobi und Carl Bilfinger.</note> gerührt, also das ist Ruhm, und ein Name: einer sagte im Eisenbahnzug: Ein Mann aus Eiringhausen führt für das Reich den großen Prozeß! Inzwischen bin ich also in der Lage von <rs ref="#__GND_118591649" type="person" xml:id="d1e53100">Papen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591649" xml:id="d1e53100_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117473847" type="person" xml:id="d1e53103">Seldte</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117473847" xml:id="d1e53103_entity-link"/> usw. Aber ich habe etwas voraus: Der Leviathan hat mich wieder ausgespien; das war die Bedeutung des Schmutzartikels im <rs type="work" ref="#__GND_4132692-1" xml:id="d1e53114">Schwarzen Korps</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4132692-1" xml:id="d1e53114_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e53117">Es handelt sich um zwei Artikel: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N. N.</author>, <title>Eine peinliche Ehrenrettung</title>, in: <title>Das Schwarze Korps</title>, 3. Dezember 1936, Bd. 49, S. 14</bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>N. N.</author>, <title>Es wird noch immer peinlicher</title>, in: <title>Das Schwarze Korps</title>, 10. Dezember 1936, H. 50, S. 2</bibl>.</note> <unclear>Zeitungsleitung war Schmutzleitung</unclear>. Ich bin also ausgespien; das war meine Rettung.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e53129">
                        Zum Totlachen! Was waren <unclear xml:id="d1e53133"><app><lem>der Götter</lem><rdg>die Göttinger</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e53133_alt-rdg" target="#d1e53133">Alternative Lesart zu „der Götter“: die Göttinger</note> Sieben: Riesen, Zwerge, Prinzen? Die <unclear>vollkommenen Sieben</unclear>. 8 die <unclear>wollten</unclear><gap extent="1 words"/>, da waren's nur noch sieben, Hauptsache, daß es 7 waren, es waren 7 Götter; die Umstellung genügt für den Mythos; 7 Götter brauchen keinen Mythos, <gap/> Götter 7.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e53151">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-10-9">9/10 43</date> Abends schönes Gespräch mit dem <unclear>klugen</unclear> <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e53159">Jup</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e53159_entity-link"/> er ist für Rußland, gegen die Reichen, hält <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e53164">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e53164_entity-link"/> für einen Schlauberger, will nichts als seine Ruhe, durchschaut jeden Betrug, erklärt alles für Betrug; die Dichter schreiben ihre Bildnisse auf, mit 2 Flaschen Wein und einigen Luminal-Tabletten kann ich das auch; in den Ruinen von <unclear>Karthago</unclear>, grauenhafter Zustand. Am anderen Morgen kleine Übung am Braukeller auf dem Bahnhof von <rs ref="#__GND_4218442-3" type="place" xml:id="d1e53176">Finnentrop</rs>, Don Quichotte kämpft mit dem Kopf der kleinen Bürokratie; bis <rs ref="#__GND_4003450-1" type="place" xml:id="d1e53185">Attendorn</rs> mit ihm gereist.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e53189">
                        <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e53192">Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e53192_entity-link"/> sagte mir: Im Sauerland sagt man nasse Wiese saure Wiese; also naß = sauer und sauer = naß; <unclear>Hygrometer</unclear> des Nassauers: (ähnlich wie Land = Wurm), die Rückkehr in den Mutterschoß? Im Mutterschoß ist nichts mehr los!
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e53756">
                        Samstag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-18">18/12 43</date>. Nachts öfters wach und die Kerze angezündet, um zu wissen, wie viel Uhr es ist. Um ½ 7 aufgestanden, mit Ekel an die Sache Krupp Familienunternehmen gedacht.<note type="editorial" xml:id="d1e53765">Siehe Erlaß des Führers über das Familienunternehmen der Firma Fried. Krupp. Vom 12. November 1943. (RGBl. 1943 I, S. 655 f.).</note> Der verkrampfte <unclear>Atavismus</unclear> einer solchen Situation, ging zum <rs ref="#BahnhofSteglitz" type="place" xml:id="d1e53773">Bahnhof Steglitz</rs>, in die <unclear>Kante</unclear>, fuhr mit der S-bahn nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e53782">Schlachtensee</rs>, Punkt 8 im Haus, die Frau <rs ref="#BartelsFrau" type="person" xml:id="d1e53786">Bartels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BartelsFrau" xml:id="d1e53786_entity-link"/> war nett, aber die Packer kamen nicht. Saß also im Klappsessel (alles bessere Möbel als unsere), lächerliche Situation, armes Karlchen, Bruder Kellermeister, fürchte, daß <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e53792">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e53792_entity-link"/> noch kein Gefühl der wirklichen Situation hat. Warum lasse ich mich auf solche Dinge überhaupt ein? Hörte, wie nebenan telefoniert wurde, weil keine Kohlen mehr da sind und die Heizung einfriert. Wunderbarer Zustand, das <unclear>hübsche</unclear> <unclear>Frieren</unclear>: Aber Frau Bartels brachte mir einen elektrischen Ofen; alles sonderbar und traumhaft; ich kann nicht mehr tun, als <corr>meine</corr> Bereitwilligkeit zeigen. So verging eine Stunde. Um ½ 10 kamen Kohlen, ich gab dem Hausmeister 10 Mark für die Träger und wartete weiter. Der Prokurist <gap/> von meiner Speditionsfirma sagte mir, sie seien unterwegs, auch Montag werde ich den Möbelwagen schicken. Diese schiefe, halbe Situation, Nachgeben gegen <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53814">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e53814_entity-link"/> und Duschka, gegen mein eigenes, nihilistisches Flucht=Bedürfnis. Ich bezahlte die Kohlen, 10 Mark, 12 Mark, <gap/> Kurz nach 10 kamen die Packer, bekamen Kaffee, fingen an. Ich war sofort erleichtert und hatte wieder kleine Euphorie: lächerlich. Wärmte meine Füße, Frau Bartels war sehr nett, sah, daß ich alles falsch gemacht habe, weil ich den Weg zum Eßzimmer versperrte, bezahlte die Rechnungen, um 12 ging ich nach Hause, fuhr nach <rs ref="#__GND_1066209057" type="place" xml:id="d1e53841">Lichterfelde West</rs>, holte mir 1000 Mark, dann in einer kleinen Bäckerei Brötchen und Kaffee, um ¼ 1 schon wieder zu Hause. Ruhte etwas aus im Bett, aß dann mit Popitz zu Mittag, ging wieder zu Bett und schlief bis 5 Uhr, mit entsetzlichen Depressionen, fast erdrückt wach geworden, meine Lage erkannt, hätte ich mich doch nicht auf das lächerliche Mittransportieren der Möbel eingelassen, hörte <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e53851">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53851_entity-link"/> sagen, ein unglücklicher Mensch erscheint anderen meistens komisch; erschrak vor Popitz, alles dasselbe, <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e53856">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e53856_entity-link"/> zog sich auch zurück, weil Montag eine Sitzung mit <unclear>Träger</unclear> ist, ich muß den Bürgermeister noch verständigen, überflutet von Traurigkeit, Corrie interessiert sich nur noch für das Historische Seminar und empfindet mich als Störung; da bin ich in eine schöne Grube gefallen. Stand im Eßzimmer des Hauses und wußte nicht, wohin. Wollte mit Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e53868">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e53868_entity-link"/> einkaufen, aber sie war nicht da. Alle meine Wunden bluten. Dachte daran, daß der arme <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e53871">Paul Adams</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072479028" xml:id="d1e53871_entity-link"/> seinem <rs type="person" ref="#__GND_1145726771" xml:id="d1e53875">Bruder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1145726771" xml:id="d1e53875_entity-link"/> geschrieben hat, er wolle jetzt sterben. Ging in mein Zimmer, weil ich nicht wußte, wohin, und war bald geströstet; vielleicht soll ich hier sterben, plötzlich ungeheuerliche <unclear>Darstellung</unclear> zu all diesen Lächerlichkeiten und Menschen. Hatte den Wunsch, mit Duschka zu telefonieren, wagte es aber nicht, aus Empfindlichkeit gegen Popitz und seine Art, ich empfinde alle diese Wohltaten als Formen der Versklavung und Unterwerfung; damit willst du dich wohl nur der Dreieinigkeit entziehen? Habe gestern <rs ref="#__GND_116569638" type="person" xml:id="d1e53889">Eschweiler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116569638" xml:id="d1e53889_entity-link"/> sehr deutlich gesehen, Verstimmung im <gap/>, vielleicht komme ich durch den Tod zu ihm. Entdeckte einen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_JN44Z3ZB" xml:id="d3e53922">Aufsatz von ihm über Barock-Philosophie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JN44Z3ZB" xml:id="d3e53922_entity-link"/> <unclear>Zuflucht</unclear>, in den Büchern von Popitz! Vielleicht ist das ein Gruß. Das fortwährende Ohrensausen ist eine Mahnung an den Tod. Ich war doch während des 1. Weltkriegs in einer schlimmen Lage, mit einer kränklichen <rs type="person" ref="#SchmittCari" xml:id="d1e53906">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittCari" xml:id="d1e53906_entity-link"/> ohne Grund, in der Kaserne. So tröstete ich mich in der Ruhe des Zimmers. Um 8 aßen wir zu Abend, ich war äußerlich ruhig und plauderte mit, Corrie war müde und aufgelöst, Popitz machte den Tisch, nachher trank ich mit ihm eine Flasche Achkarren.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-19" n="1943-12-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-19" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e53240">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-12-19">Sonntag 19/12 43</date>. Um 6 wach, einige Stunden geschlafen, um 9 aufgestanden. Eine fürchterliche Nacht, Wutanfall gegen mich selbst, was habe ich mich in diese Grube lenken lassen, jetzt lassen sie mich sitzen, Wut auf <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53248">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e53248_entity-link"/> und seine Egalheit der Staatsbegriffe. Zog mich wütend an, holte mir Wasser zum Rasieren, ging ohne Frühstück um ½ 10 weg, fuhr mit dem Autobus nach <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e53256">Dahlem</rs>, stieg aus, im <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e53259">Alten Krug</rs> mitgeteilt, daß ich morgen die Sachen abhole, <rs ref="#WalterG" type="person" xml:id="d1e53262">Walter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WalterG" xml:id="d1e53262_entity-link"/> war rührend, in der zerstörten <rs ref="#__GND_7686744-4" type="place" xml:id="d1e53267">Kirche</rs> in Dahlem, ein Gegrüßt seist du Maria gebetet. Wieder munter und erleichtert, plötzliche Klärung, auf dem Weg zu <rs ref="#__GND_116593113" type="person" xml:id="d1e53273">Rörig</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116593113" xml:id="d1e53273_entity-link"/> Bekam eine Tasse Tee, die rührende <rs ref="#__GND_1118884655" type="person" xml:id="d1e53276">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1118884655" xml:id="d1e53276_entity-link"/> der man ansah, daß er sie terrorisiert. Ich war nett, wir sprachen über das Interesse von Popitz, <unclear>sie brachte</unclear> mir das Buch Verdun,<note type="editorial" xml:id="d1e53286">Möglicherweise 
                            <bibl type="book"><editor>Theodor Mayer</editor> (Hg.), <title>Der Vertrag von Verdun 843. Neun Aufsätze zur Begründung der europäischen Völker- und Staatenwelt</title>, hg. von <editor>Theodor Mayer</editor>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date></bibl>. Schmitt besass das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note> sprach über das kommende Frühjahr, sprach von seinem <rs type="document" ref="#__ZOTERO_ZC48MN8B" xml:id="d3e53318">Vortrag</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZC48MN8B" xml:id="d3e53318_entity-link"/> am Friedrichstag<note type="editorial" xml:id="d1e53295">Zu Ehren von Friedrich dem Großen, König von Preußen, an seinem Geburtstag am 24. Januar gefeierter historischer Gedenktag.</note> über die Hanse, begleitete mich zum Autobus (wir gingen nochmal um, um seinen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_9DH4J8HM" xml:id="d3e53326">Vortrag über Kopernikus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9DH4J8HM" xml:id="d3e53326_entity-link"/> zu hören). Im Autobus zurück, wollte erst nicht ins Haus hinein, ging dann aber, telefonierte mit <rs ref="#__GND_1072598450" type="person" xml:id="d1e53303">Sudhoff-Groß</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1072598450" xml:id="d1e53303_entity-link"/> der mich beruhigte und sehr hilfsbereit war, mit <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e53309">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e53309_entity-link"/> mit Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e53312">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e53312_entity-link"/> und <rs ref="#AchterrathEmmi" type="person" xml:id="d1e53315">Emmi Achterath</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#AchterrathEmmi" xml:id="d1e53315_entity-link"/> Will also doch zu ihr gehen, sie war sehr nett und gutmütig am Telefon. Wartete auf das Essen, weil <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e53320">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53320_entity-link"/> nicht kam, schließlich um ½ 3 gegessen und dann gleich nach <rs ref="#__GND_4112722-5" type="place" xml:id="d1e53323">Tempelhof</rs>. Es ist ein milchiges Wetter und nicht mehr so kalt. In <rs ref="#__GND_4087340-7" type="place" xml:id="d1e53329">Schöneberg</rs> umgestiegen. Unerhörte Freude an dem Gegrüßt seist du Maria, und zwar auf Deutsch. Zu Hause ausgeruht, sauber gemacht, Corrie ein paar Zigaretten gegeben, zum Abendessen, sehr nett unterhalten, über Rörig und <gap/> (der mit einer Prinzessin verlobt ist). Nachher mit Popitz, <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e53338">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e53338_entity-link"/> und Corrie 2 Flaschen Achkarren, bis 12 Uhr, nett geplaudert über Architektur, Baustil, alles sehr friedlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-20" n="1943-12-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48432">
                        Um 5 im <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e48436">Alten Krug</rs> vorbei, wegen morgen vormittag Bescheid gesagt, dann nach der <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e48439">Brentanostraße</rs>, todmüde eine Stunde im Bett, Angst vor <gap/>, um ½ 8 von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48447">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48447_entity-link"/> geweckt. Zum Abendessen, nachher Rheinwein getrunken, <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e48451">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e48451_entity-link"/> stiftete eine Flasche Rüdesheimer Bischofsberg, der sehr gut schmeckte, aber nur ästhetische Illusion war, nicht montagstypisch <supplied>oder</supplied> theologisch. Nettes Gespräch, in dem ich mich zurückhielt, alle waren freundlich und sympathisch, <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e48458">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e48458_entity-link"/> ein wenig verspielt (<unclear>samt</unclear> ihrem Vater <unclear>Hänschen</unclear>). Ich trank etwas zu viel und zu schnell, um 12 zu Bett. Popitz über <rs ref="#__GND_118693425" type="person" xml:id="d1e48468"><unclear>Friedensburg</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118693425" xml:id="d1e48468_entity-link"/>(<unclear>den Ratten, die aus ihren Löchern kommen</unclear>).
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e53347">
                        Montag <date type="entry-date" when-iso="1943-12-20">20/12 43</date>. Nachts wenig geschlafen und viel gefroren. Um 7 aufgestanden, nun beginnt also der schwere Tag. Beim Frühstück war die hübsche Freundin von <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e53356">Corrie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53356_entity-link"/> War Punkt 8 am <rs ref="#AlterKrug" type="place" xml:id="d1e53359">Alten Krug</rs>, die Möbelwagen kamen pünktlich, Herr <rs ref="#WalterG" type="person" xml:id="d1e53365">Walter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WalterG" xml:id="d1e53365_entity-link"/> machte auf, alles klappte vorzüglich. War glücklich, die Glocke des Angelus von der zerstörten <rs ref="#__GND_7686744-4" type="place" xml:id="d1e53369">Dahlemer Kirche</rs> zu hören. Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e53372">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e53372_entity-link"/> kam um ½ 9, ich begleitete sie zur Post, schrieb <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e53375">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e53375_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e53379">Nicht abgedruckt in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date></bibl>.</note> bildete mir ein, heute fertig zu werden mit den Möbeln, was sich aber als Irrtum erwies. Suchte noch einige Bücher, mit Frau Hahm in ihrer Wohnung eine Tasse Kaffee, dann nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e53388">Schlachtensee</rs>, auf die Möbelwagen gewartet, sie kamen gegen 12 und packten die Möbel an. Angst vor den Einpackern. Kindische Angst, unkindische Freude und Erlösungen. Die sympathische Frau <rs ref="#BartelsFrau" type="person" xml:id="d1e53393">Bartels</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BartelsFrau" xml:id="d1e53393_entity-link"/> Die Zimmer werden ganz voll, nachher Krach wegen des Trinkgeldes (jeder bekam schließlich 10 Mark! Der Älteste <corr/> 20 Mark extra). Um ½ 4 mit Frau Hahm zu ihr, schönen Kaffee getrunken, über <rs type="person" ref="#__GND_174075081" xml:id="d1e53408">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174075081" xml:id="d1e53408_entity-link"/> gesprochen (der Zettel: Ich bin auf dem Friedhof), über <rs ref="#Lewinski" type="person" xml:id="d1e53411">Lewinski</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Lewinski" xml:id="d1e53411_entity-link"/> Über das Gedicht <quote source="__ZOERTO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e53415">Der Nachtwandler</quote> von Däubler. Es kamen noch <rs type="person" xml:id="d1e53420"><gap/></rs> und seine <rs type="person" xml:id="d1e53423">Frau</rs>, wie sympathisch das alles.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-21" n="1943-12-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-21" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e48479">
                        <date when-iso="1943-12-21">Dienstag, 21/12 43</date>. Nachts einmal wach, große Angst, alles mache ich falsch. Um 7 aufgestanden, trotz der Müdigkeit, also jetzt <unclear>geht</unclear> das Leiden wieder los, aber nicht mehr so verzweifelt wie vorgestern <rs type="document" ref="#__ZOTERO_8B7D78XU?p=52" xml:id="d3e48512">(so kommt der Tag heran, o ginge er wieder)</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8B7D78XU?p=52" xml:id="d3e48512_entity-link"/> Frühstückte, gab <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e48494">Corry</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e48494_entity-link"/> einen Kuß zum Abschied, zum <rs type="place" ref="#AlterKrug" xml:id="d1e48497">Alten Krug</rs>. Dort war Markt! Die Wagen vom Spediteur kamen nicht, zur Amselstraße, welche Dummheit, daß ich die Kisten dort abholen ließ, aber in der <corr>Amselstraße</corr> waren die Spediteure auch noch nicht gewesen. Zum Alten Krug zurück; dort sagte mir der Wirt, daß sie erst morgen kommen. Jetzt kann ich ruhig fahren. Telefonierte <supplied>mit</supplied> Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e48509">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e48509_entity-link"/> nach der <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e48513">Brentanostraße</rs>, eingepackt, telefonierte, um ½ 11 kam <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e48516">Friedensburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e48516_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e48519">Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> frühstückte noch etwas, Friedensburg erzählte von seiner Arbeit; daß er nicht mehr Referendar ist. Trug mir den Mantel von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48527"><corr>Duschka</corr></rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48527_entity-link"/> Fuhr um 11 mit dem Wagen zum <rs ref="#PotsdamerBahnhof" type="place" xml:id="d1e48530">Potsdamer Bahnhof</rs>. <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e48534">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e48534_entity-link"/> kam <unclear>auch</unclear> noch, sehr sympathisch, erzählte mir seinen <unclear>Konfirmationsspruch (denn die Gottliebe muß ihn drängen zum Bußgericht)</unclear>, will nach Greifswald, fand einen Platz im fast leeren Abteil 1. Klasse. Sah die nette Frau aus Nikolassee, doch war sie in Begleitung eines Bekannten. Ein Oberleutnant aus Innsbruck, der <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e48546">Schranz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e48546_entity-link"/> von Bern kennt. Ein Flieger, der aus Italien kam und erzählte, daß wir bald die Eisenbahn dort übernehmen. Der Oberleutnant war ein <unclear>Rheinländer</unclear>, <rs ref="#Fischer" type="person" xml:id="d1e48553">Fischer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Fischer" xml:id="d1e48553_entity-link"/> der mich 1933 in <gap/> gesehen hat, in der Studentenschaft, mit <rs ref="#Wallraff" type="person" xml:id="d1e48561">Wallraff</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wallraff" xml:id="d1e48561_entity-link"/> und <rs ref="#Sch&#xE4;ferDietrichStudent" type="person" xml:id="d1e48564">Dietrich Schäfer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xE4;ferDietrichStudent" xml:id="d1e48564_entity-link"/> befreundet war und <gap/> bekannt. Wir unterhielten uns gut bis <rs type="place" ref="#__GND_4008065-1" xml:id="d1e48569">Braunschweig</rs>, dann schlief ich etwas, 5-7, Angst, in Hagen nicht mehr mitzukommen. Es wurde kalt im Abteil. In <rs type="place" ref="#__GND_4055374-7" xml:id="d1e48575">Soest</rs> stieg Fischer aus, wir unterhielten uns zuletzt noch über Rußland (er bewunderte den Mut der Kommissare, hielt aber Rußland für den gefährlichsten Feind, weil es das <corr>gefährlichste</corr> Land ist, das uns überflügeln würde, wenn wir es nicht von dieser Organisation befreien usw.). Der Zug fuhr von Soest schneller, aber es dauerte lange, bis wir in <rs type="place" ref="#__GND_4022917-8" xml:id="d1e48587">Hagen</rs> waren. Rannte in Hagen mit meinem Gepäck zum Bahnsteig 1, der Zug nach Plettenberg stand noch da. Immer den Angelus sehr fromm gebetet. Im Zug nach Hagen ein netter Industrieller, der nach Neuenrade wollte, wir sprachen von dem schnellen Wiederaufbau von Berlin; den <gap/> und <gap/>, der Leutnant sprach über Würzburg, über <unclear>Wolgast</unclear>, schließlich stellte sich heraus, daß es ein <gap/> aus Holthausen war. So kamen wir schnell nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e48605">Plettenberg</rs>. Dort war <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48608">Duschka</rs> mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e48613">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e48613_entity-link"/> an der Bahn. Also hatte alles gut geklappt, was mir wie ein Wunder erschien. Ich trank noch etwas Nahewein, aß etwas zu Abend. Üssie war beleidigt und traurig, sprach mit Duschka und ging um ½ 2 zu Bett, schlief mit Duschka im Zimmer, im anderen Bett <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e48621">Anima</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e48621_entity-link"/> der es gut zu gehen scheint.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-22" n="1943-12-22">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-22" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44760">
                        <date when-iso="1943-12-22">Mittwoch, 22/12 43</date> bis 11 Uhr geschlafen, traurig aufgestanden, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44766">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44766_entity-link"/> ist noch schwer erkältet. <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e44771">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e44771_entity-link"/> ist entzückend. Machte mich zurecht, kochte Kaffee, las meine Post, gestört durch <supplied>die</supplied> Strafverfügung der Reichsbahn, doch verging das schnell. Post von <unclear><rs ref="#Hella" type="person" xml:id="d1e44780">Hella Knoll</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hella" xml:id="d1e44780_entity-link"/> las etwas herum, wir aßen um 1 schon zu Mittag, dann ging ich mit Anima von 2-4 auf die Höhe des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e44785">Saley</rs> und über die <rs ref="#Basaltgrube" type="place" xml:id="d1e44789">Basaltgrube</rs> zurück. Wunderbar, das Kind ist klug und freundlich, große Freude, erstaunt, einen Menschen aus mir heraus entlassen zu haben. Wir sahen den Idioten, auf der Höhe des Saley einen schönen Bussard, sammelten Tannenzapfen. Nach dem Kaffee todmüde geschlafen, auf dem Sofa. Zum Abendessen etwas Wein getrunken, nachher war <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44797">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44797_entity-link"/> böse, aber ließ sich doch bereden, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44800">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44800_entity-link"/> Skat zu spielen. Der Vater ist furchtbar erkältet. Noch etwas Rotwein getrunken, dann um 11 ins Bett. Betete den Angelus. Wir haben heute abend furchtbar gelacht, als ich <rs ref="#__GND_118536931" type="person" xml:id="d1e44805">Furtwängler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118536931" xml:id="d1e44805_entity-link"/> und <gap/> <unclear>nachmachte</unclear>, während <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44815">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44815_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e44819"> Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e44819_entity-link"/> den <rs ref="#__ZOTERO_BS2SZQBH" type="document" xml:id="d3e44846">Kalif von Bagdad</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BS2SZQBH" xml:id="d3e44846_entity-link"/> und <rs ref="#__ZOTERO_JTIXBPHF" type="document" xml:id="d3e44852">Zampa</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JTIXBPHF" xml:id="d3e44852_entity-link"/> spielten.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-23" n="1943-12-23">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-23" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e44837">
                        <date when-iso="1943-12-23">Donnerstag, 23/12 43</date>. Um 8 wurden wir wach, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e44843">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e44843_entity-link"/> auf ihrer Chaiselongue, war entzückend, beteten den Angelus, um ½ 10 schon am Schreibtisch im Kellerzimmer. Schöner, milder Tag; fern von Berlin. Schönes Frühstück, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44850">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44850_entity-link"/> war ganz hysterisch und ekelhaft; etwas am Schreibtisch aufgeräumt, Wut über die Strafverfügung (freches und grobes Benehmen), dann schämte ich mich wieder dieser Wut, wollte nach Altena zum Betriebsamt reisen; ordnete ein paar Papiere, armer Teufel ohne Wohnung, die grauenhafte Unverschämtheit dieses sogenannten <quote rend="quoted" xml:id="d1e44858">Lebens</quote>. Ging mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44861">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44861_entity-link"/> zu Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e44864">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e44864_entity-link"/> brachte ihr ein Glas Honig, zur Apotheke. Bei <rs ref="#Gerke" type="place" xml:id="d1e44870">Gerke</rs> eine Flasche Steinhäger. Dann zu Mittag wieder zu Hause. Freude an Anima, die die Geheimschrift aus dem heiligen <rs ref="#__ZOTERO_DZCB3K44" type="document" xml:id="d3e44895">Skarabäus</rs> von Poe selber entzifferte. <corr>Nach dem</corr> Mittagessen ging ich mit Anima in den <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e44883">Saley</rs>, bis zum <rs ref="#Ibsenstein" type="place" xml:id="d1e44887"><corr>Ibsenstein</corr></rs>, schöne Sonne, warmes Tauwetter, wir suchten Moos für den Weihnachtsbaum. Nachher schlief ich, war aber nicht recht schlaffähig, die lächerliche Sache mit Altena stört mich, wie schwach und klein bin ich. Zum Abendessen schlechten Rotwein getrunken. Mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e44894">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e44894_entity-link"/> und Üssie Karten gespielt, traurig und beschäftigungslos zu Bett, mit Anima noch den Angelus gebetet. Die arme Duschka plagt sich den ganzen Tag und ist erkältet.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-24" n="1943-12-24">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-24" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44902">
                        <date when-iso="1943-12-24">Freitag, 24/12 43</date>. Nachts 3mal Alarm, ich hörte ihn aber nur um 3 Uhr, die Bomber sausten mächtig. Ob sie in Berlin waren?<note type="editorial" xml:id="d1e44910">In der Nacht zum 24. Dezember 1943 griff die britische Luftwaffe mit 338 Flugzeugen Berlin an und warf dabei 1.288 Tonnen Bomben auf die Reichshauptstadt.</note> Konnte nicht recht schlafen, wurde um 9 wieder wach, stand später auf, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e44913">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e44913_entity-link"/> ist mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e44916">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e44916_entity-link"/> ins Dorf, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e44922">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e44922_entity-link"/> den Angelus gebetet, sie ist zu lieb und gut, die Monate bei <rs ref="#Wesselings" type="group" xml:id="d1e44925">Wesselings</rs> haben ihr sehr gut getan. Etwas Post, <rs ref="#__GND_1122313217" type="person" xml:id="d1e44928">Ziegler</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-24" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e44935">
                        hat den <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e44961">Leviathan</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ARF9DNVB" xml:id="d3e44961_entity-link"/> geschickt, alter Knabe, bist du also wieder bei mir.<note type="editorial" xml:id="d1e44942">Der Brief der Hanseatischen Verlagsanstalt (Benno Ziegler) vom 16. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 17116. Allerdings schreibt Ziegler, dass er vom <q>Leviathan</q> kein Exemplar mehr auf Lager hatte.</note> Um ½ 11 kam Duschka aus dem Dorf zurück, die ersten Nachrichten über die Angriffe diese Nacht auf Berlin, morgens um 6 Uhr. Was bedeutet das? In Gottes Hand. Ging nach dem Essen zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e44952">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e44952_entity-link"/> an der Post vorbei (es war aber nichts da), fragte dort nach dem Wehrmachtsbericht und hörte, daß ein Terrorangriff auf Berlin gemeldet ist.<note type="editorial" xml:id="d1e44957">In der Nacht zum 24. Dezember 1943 griff die britische Luftwaffe mit 338 Flugzeugen Berlin an und warf dabei 1.288 Tonnen Bomben auf die Reichshauptstadt.</note> Bei <rs ref="#MarkusSchneiderPlettenberg" type="person" xml:id="d1e44960">Markus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#MarkusSchneiderPlettenberg" xml:id="d1e44960_entity-link"/> vorbei und das Röckchen für Anima geholt. Dann zu Hause Kaffee getrunken, müde 2 Stunden im Bett, völlig Z, zerrieben. Das Abendessen erst ½ 9, großartig, viel zu großartig, wie immer bei Duschka, in ihrer großen Breite, Huhn, Reis usw. Schöner Wein, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e44971">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e44971_entity-link"/> stiftete eine Flasche Graves; Üssie aß nicht. Ich war fast verzweifelt und glaubte umzufallen. Welch ein Dasein. Die lächerliche Sache mit Altena. Ging schließlich um 11 müde zu Bett, während Duschka mit <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e44979">Erna Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e44979_entity-link"/> noch bis ½ 3 morgens Kuchen backte. Anima ist heute mit Erna Geschke zur Beichte gegangen. 4 Briefe (Frau <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e44987"><unclear>Müller-Albrecht</unclear></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e44987_entity-link"/> <unclear>Frau <rs type="person" xml:id="d1e44992">Hess</rs></unclear>, Finanzamt für Liegenschaften und Frau <rs ref="#DamesFrau" type="person" xml:id="d1e44995">Dames</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#DamesFrau" xml:id="d1e44995_entity-link"/> scheußlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-25" n="1943-12-25">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-25" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e45003">
                        Samstag, <date when-iso="1943-12-25">25/12 43</date>. Um ½ 5 geweckt, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45010">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45010_entity-link"/> stand auf, ich um 5, wir gingen zusammen im Dunkeln zur Christmette in <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e45015"><corr>Eiringhausen</corr></rs>, die Kirche war überfüllt, schöne Weihnachtslieder, ein rotblondes Mädchen spielte Orgel, vielleicht <rs type="person" xml:id="d1e45021"><unclear>Christel Walter</unclear></rs>, sie spielte sehr sicher, was mir natürlich ungeheuer imponierte. Jugenderinnerungen und Impulse wieder aufgerührt. Anima wollte kommunizieren, die Kinder wurden aber nicht zugelassen. Wir gingen zusammen nach Hause, dort war um 8 Bescherung. Gab Anima den Füllfederhalter aus Budapest; bekam ein Messer mit Pfropfenzieher von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45028">Ännchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45028_entity-link"/> die krank war und nach dem Frühstück wieder zu Bett ging. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45034">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45034_entity-link"/> schwärmte von den serbischen Weihnachten. Ich wußte nicht, was ich tun sollte und ging schließlich in den Keller in mein refugium, las in meiner <rs ref="#__ZOTERO_K7I6QXNS" type="document" xml:id="d3e45064">Verfassungslehre</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_K7I6QXNS" xml:id="d3e45064_entity-link"/> die ich bei den Büchern von <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e45045">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e45045_entity-link"/> fand, ich wunderte mich über meine frühere Klugheit und Überlegenheit. Heute ist alles aus. Ich müßte ganz neu anfangen, ab ovo, allen Ballast beiseitelassen, stattdessen miete ich in Berlin eine neue Wohnung, völlig sinnlos das alles. Dachte mit großer Sorge an den armen <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e45058">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e45058_entity-link"/> der jetzt ohne <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e45061">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e45061_entity-link"/> einen Alarm hat durchmachen müssen. Mittags schönes Essen, mit Gänsebraten, für den Ännchen aufstand (sie hustete furchtbar, aber offenbar nervös, und kann die familiäre Atmosphäre nicht vertragen). Nach dem Essen gingen wir zum Friedhof an das Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e45071">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e45071_entity-link"/> nahmen den Hund mit, Anima ist lieb und nett, aber sie hält sich fürchterlich. Nachmittags geschlafen, kein Kaffee, herrlichen Kuchen gegessen, das Nordlicht<note type="editorial" xml:id="d1e45076">
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 1: Das Miittelmeer</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl>, 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 2: Sahara</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 3: Pan, orphisches Intermezzo</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl>.</note> von <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e45084">Emil Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e45084_entity-link"/> erhalten.<note type="editorial" xml:id="d1e45088">Der Brief Emil Langenbachs vom 24. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 8634. Das Geschenk sollte zum Wiederaufbau der zerstörten Bibliothek Schmitts beitragen.</note> Kaltes Abendessen mit Sekt, fabelhaft, ging danach früh zu Bett und schlief bald ein. Las den <rs ref="#__ZOTERO_NDNBVIAD" type="document" xml:id="d3e45113">Junker von Ballantrae</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NDNBVIAD" xml:id="d3e45113_entity-link"/> <corr>Thieme</corr> über <rs ref="#__GND_118605909" type="person" xml:id="d1e45100">Savigny</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605909" xml:id="d1e45100_entity-link"/> gelesen,<note type="editorial" xml:id="d1e45103">
                            <bibl type="book"><author>Martin Tielke</author>, <title>Duschkas Gästebuch 1938 bis 1943</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2024</date> (<title type="series">Carl Schmitt Opuscula. Plettenberger Miniaturen</title> 17)</bibl>.</note> im Grunde ist dieser <rs ref="#__GND_11862198X" type="person" xml:id="d1e45107">Thieme</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11862198X" xml:id="d1e45107_entity-link"/> von lächerlicher Arroganz und Feigheit. Ekel vor diesen Emanationen des protestantischen Pfarrhauses.<note type="editorial" xml:id="d1e45113">Karl Thieme sen., der Vater von Hans Thieme, war evangelisch-lutherischer Theologe.</note> Nachmittags hat mir Emil Langenbach die 1. Ausgabe von Nordlicht geschickt; wunderbares Geschenk. Tief gerührt, symbolisch.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-26" n="1943-12-26">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45119">
                        Sonntag, <date when-iso="1943-12-26">26/12 43</date>. Gut geschlafen, wieder behaglich; weit entfernt von Berlin. Stand um 10 auf, machte eine Flasche Bordeaux (von <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e45128">Mutius</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e45128_entity-link"/> für <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e45131">Emil Langenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e45131_entity-link"/> zurecht, ging aber erst mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45135">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45135_entity-link"/> in die <rs ref="#Kersmecke" type="place" xml:id="d1e45138">Kersmecke</rs> spazieren, dann um 11 ¼ schön gefrühstückt, und um ½ 12 mit Anima über den <rs ref="#Alter Wall" type="place" xml:id="d1e45143">Alten Wall</rs> zu Emil Langenbach. Traf ihn nicht zu Hause, gab die Flasche ab und besuchte mit Anima die <rs type="place" ref="#__GND_7535198-5" xml:id="d1e45148">evangelische Kirche</rs>, einen Augenblick in die <rs type="place" ref="#St.LaurentiusPlettenberg" xml:id="d1e45152">katholische Kirche</rs> und um 1 wieder zu Haus. Zu Hause wieder großartiges Mittagessen, alle Schmitts fühlten sich bedrückt von dieser Breite <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45157">Duschkas</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45157_entity-link"/> <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45160">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45160_entity-link"/> blieb im Bett. Nach dem Essen geschlafen, Duschka stand auf, um wieder Kuchen zu backen, weil sie <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e45165">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e45165_entity-link"/> erwartete. Um ½ 5 kam <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e45169">Helmut Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e45169_entity-link"/> wir tranken zusammen eine Flasche Forster 37 (jetzt habe ich noch 2 Flaschen Wein!). Unterhielten uns über die Internationale Rechtskammer (die Dänen sind ausgetreten, Verlagerung des Sitzes nach Preßburg oder Paris,<note type="editorial" xml:id="d1e45174">Die Internationale Rechstkammer existierte von 1941 bis 1943.</note> über <unclear><rs type="person" xml:id="d1e45180">Pathe </rs></unclear>, über meinen Fall in Altena). Inzwischen war <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e45183">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e45183_entity-link"/> gekommen. Pfeiffer ging um 6, ich telefonierte nicht mehr an <unclear><rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e45188">Schroer </rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e45188_entity-link"/> wie ich das erst wollte, unterhielten uns mit Jup, tranken Wein, aßen zu Abend, furchtbarer Tabaksqualm, die kleine <rs ref="#SchmittPaulineTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e45193">Paula</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittPaulineTochtervonJup" xml:id="d1e45193_entity-link"/> in Köln hat <corr>Diphteritis</corr>, Duschka
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-26" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45205">
                        blieb in dem entsetzlichen Tabaksqualm bis nachts 1 Uhr. Paralysiert, das Ende des Krieges erwartet, die Invasion für Januar, alles überflüssiges Zeug; aber Jup ist frech und auf der Höhe. Schließlich Krach, weil er sich über mich lustig machte, daß ich auch eine Strafverfügung von der Reichsbahn erhalten habe. Ärgerte mich über seine hämische Art und seine Unzuverlässigkeit (<quote xml:id="d1e45213">wir sind <unclear>schuldig</unclear></quote>, sagte er). Traurig und müde zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-27" n="1943-12-27">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-27" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e45220">
                        Montag, <date when-iso="1943-12-27">27/12 43</date>. Bis ½ 10 im Bett, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45227">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45227_entity-link"/> ist wieder krank und fürchtet, Diphteritis zu haben, ich überlege die Reise nach Altena. Trank zum Frühstück Tee. Wunderbares Nebelwetter, alles eingehüllt wie im tiefsten Schlaf. So müßte man jetzt schlafen, statt sich anzustrengen oder aufzuregen. Schrieb etwas an dem <rs type="document" ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e45257">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e45257_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118605909" type="person" xml:id="d1e45238">Savigny</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605909" xml:id="d1e45238_entity-link"/> Trank Tee zum Frühstück, etwas Post (Brief von dem armen <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e45241">Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e45241_entity-link"/> der in Leipzig Weihnachten feiert).<note type="editorial" xml:id="d1e45244">Der Brief Werner Webers an Schmitt vom 22. Dezember 1943 ist in Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 17745.</note> Kümmerliches Mittagessen, das Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e45249">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e45249_entity-link"/> gekocht hat, nachher etwas ausgeruht, mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45253">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45253_entity-link"/> gespielt, um ½ 3 kam <rs ref="#__GND_1019036958" type="person" xml:id="d1e45256">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e45256_entity-link"/> wir gingen nicht spazieren, weil es regnete, sondern tranken Tee und aßen etwas Kuchen, unterhielten uns eine Stunde über <unclear><rs type="person" xml:id="d1e45262">Pathe</rs></unclear>, <unclear><rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e45266">Schroer</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e45266_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e45269">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e45269_entity-link"/> (Frau <rs ref="#__GND_129868892" type="person" xml:id="d1e45273">Frank</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129868892" xml:id="d1e45273_entity-link"/> ist wieder in Krakau), begleitete ihn um 4 nach Hause, brachte den Brief an <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e45278">Medem</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e45278_entity-link"/> zum Kasten, telefonierte nach Winterberg mit <unclear>Schroer</unclear>, der am 1. Januar nach Plettenberg kommen will. Duschka liegt noch zu Bett und hat Fieber, sie fürchtet, Diphteritis zu bekommen, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45285">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45285_entity-link"/> hustet etwas hysterisch, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e45289">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e45289_entity-link"/> kriecht knochenlos herum, wie traurig ist das alles. Schrieb an <rs ref="#Wesseling" type="person" xml:id="d1e45294">Wesseling</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Wesseling" xml:id="d1e45294_entity-link"/> deprimiert, Z, lächerlich die Altenaer Sache, möchte aber morgen fahren. Lust, den letzten Wein zu trinken. <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e45302">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e45302_entity-link"/> hat den Bruno Bauer, <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" type="document" xml:id="d3e45328">Rußland und das Germanentum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e45328_entity-link"/> mitgenommen, was mich ärgerte. Abends eine Flasche Wein. <rs ref="#G&#xFC;ntherPlettenberg" type="person" xml:id="d1e45309"><unclear>Günter</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#G&#xFC;ntherPlettenberg" xml:id="d1e45309_entity-link"/> war mit seiner <rs ref="#G&#xFC;ntherFrauPlettenberg" type="person" xml:id="d1e45313">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#G&#xFC;ntherFrauPlettenberg" xml:id="d1e45313_entity-link"/> da und schwätzte, konnte nicht loskommen. Ich versuchte, eine Flasche Rotwein aufzumachen und verrenkte mir dabei den Arm, Muskel- oder Sehnenzerrung, sehr schmerzhaft. Spielte noch mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45318">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45318_entity-link"/> Skat und ging traurig zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-28" n="1943-12-28">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-28" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45324">
                        Dienstag, <date when-iso="1943-12-28">28/12 43</date>. Um ½ 9 aufgestanden, um nach <rs ref="#__GND_4001401-0" type="place" xml:id="d1e45331">Altena</rs> zu fahren. Einige Hindernisse (zu spät Kaffee, der Zug fuhr ein, als ich noch nicht am Bahnhof war. Heftige Schmerzen im rechten Oberarm). Trotzdem nach Altena, um ½ 11 dort angekommen, gleich zum Betriebsamt, Sachbearbeiter <unclear><rs ref="#Hafel" type="person" xml:id="d1e45342">Hafel</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Hafel" xml:id="d1e45342_entity-link"/> bescheidener Mann, war offenbar froh, daß alles so glatt und harmlos abging, ich auch, einigte mich mit ihm, bezahlte, wird meine Zurückweisung schreiben, glücklich, das erledigt zu haben. Fuhr erleichtert nach Hause zurück und war schon um ½ 12 wieder in <rs ref="#Plettenberg" type="place" xml:id="d1e45347">Plettenberg</rs>. Sagte <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45352">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45352_entity-link"/> nichts von der Sache, sie ist noch zu Bett; auch <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45356">Ännchen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45356_entity-link"/> Nach dem Essen 2 Stunden über den <rs ref="#Ipsenstein" type="place" xml:id="d1e45359"><corr>Ibsenstein</corr></rs> auf die Höhe des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e45362">Saley</rs>, im tiefsten Weihnachtsnebel, wunderschöne Stille und Erwartung, aber heftige Schmerzen im Arm. Angst vor Berlin, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45367">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45367_entity-link"/> ging leider nicht mit. Sie klimpert herum, ist aber sehr lieb und nett. Wir gingen zur Post, dann Kaffee getrunken, auf dem Sofa ausgeruht, heftigen Ischias bekommen, konnte mich aber noch bewegen. Zum Abendessen kein Glas Wein, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45375">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45375_entity-link"/> Skat gespielt, früh zu Bett, eine ungarische Geschichte gelesen, traurig und verzweifelt. Duschka scheint es besser zu gehen, sie hat kein Fieber mehr.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e50411">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-12-18">Auf der Reise zum Betriebsamt in <rs ref="#__GND_4001401-0" type="place" xml:id="d1e50416">Altena</rs> 28/12 43</date>. Der Über-Mensch ist der, der über-lebt, <hi>und soll nicht sterben</hi><supplied>:</supplied> sur-vival, sur-vivre, sur-réalisme über-<unclear xml:id="d1e50430"><app><lem>lebe</lem><rdg>ordne</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e50430_alt-rdg" target="#d1e50430">Alternative Lesart zu „lebe“: ordne</note> oder vernichte; wie einfach und klar sind die Worte, welche Dunstwolke von Ablenkungen ist um sie gebreitet!
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-29" n="1943-12-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e45383">
                        Mittwoch, <date when-iso="1943-12-29">29/12 43</date>. Bis 11 im Bett, Ischiasschmerz im Rücken, Muskelzerrung im Oberarm, mit Mühe angezogen. Angst und Widerwillen vor Berlin und vor <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e45392">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e45392_entity-link"/> der mich dahin lockt. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45395">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45395_entity-link"/> stand auf. Ich schrieb an das Betriebsamt, an <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e45399">Werner Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e45399_entity-link"/> Duschka nähte im Kellerraum. Nach dem Essen mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45404">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45404_entity-link"/> ins Dorf, Mantel zum Schneider <rs ref="#M&#xFC;llerFritzHerrenschneiderLettmecke" type="persson">Müller</rs>, an die Post die Rente für den <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45410">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45410_entity-link"/> geholt (immer die kindische Angst, daß sich einer vordrängt), zu Hause Kaffee, etwas geschlafen, glücklich, daß Duschka wieder auf ist, zum Abendessen eine Flasche <corr>Chianti</corr>, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45420">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45420_entity-link"/> trank natürlich mit, ziemlicher Ekel vor <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e45423">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e45423_entity-link"/> traurige Schlange, mit dem Vater Skat gespielt, um 10 ins Bett, Dante <rs ref="#__ZOTERO_BMJWA628?p=481-836" type="document" xml:id="d3e45449">Göttliche Komödie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BMJWA628?p=481-836" xml:id="d3e45449_entity-link"/> gelesen, aber müde, Rückenschmerzen, Armschmerzen, erledigt. (Diese Nacht: Terrorangriff auf Berlin).<note type="editorial" xml:id="d1e45430">In der Nacht zum 30. Dezember 1943 greifen 656 britische Flugzeuge Berlin an und werfen 2.325 Tonnen Bomben ab.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-30" n="1943-12-30">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45436">
                        Donnerstag, <date when-iso="1953-12-30">30/12 43</date>. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45443">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45443_entity-link"/> stand mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45446">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45446_entity-link"/> auf, um in die Stadt zu gehen. Ich schlief noch etwas, müde, von Schmerzen geplagt, machte mir Kaffee, der aber nicht geriet, alles traurig, eifrig einige Briefe geschrieben (an <rs ref="#BauerHerr" type="person" xml:id="d1e45452">Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BauerHerr" xml:id="d1e45452_entity-link"/> in Oviedo, <unclear>Leutnant</unclear> <rs ref="#WinkelmannRolf" type="person" xml:id="d1e45460">Winkelmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WinkelmannRolf" xml:id="d1e45460_entity-link"/> <rs ref="#__GND_12545595X" type="person" xml:id="d1e45463">Schranz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_12545595X" xml:id="d1e45463_entity-link"/> Frau <rs type="person" xml:id="d1e45466"><unclear>Hoyér</unclear></rs> <gap/>. <gap/>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-30" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45480">
                        Nach dem Essen 2 Stunden ausgeruht, Duschka und Anima im gleichen Zimmer, Anima war sehr lustig. Um ¼ 4 zur Post, die Briefe besorgt, nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e45484">Plettenberg</rs>, bei <rs ref="#K&#xFC;chen" type="person" xml:id="d1e45489">Küchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xFC;chen" xml:id="d1e45489_entity-link"/> vorbei, das Manuskript des <rs ref="#__ZOTERO_G7N3TGKI" type="document" xml:id="d3e45514">Nomos</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_G7N3TGKI" xml:id="d3e45514_entity-link"/> wieder abgeholt, das Mädchen hatte angeblich kein Papier und hat nichts geschrieben, gleichgültig weitergegangen, zu <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e45498">Emil Langenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e45498_entity-link"/> der aber nicht zu Hause war, dann beim Friseur <rs ref="#StumpfFriseur" type="person" xml:id="d1e45501">Stumpf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StumpfFriseur" xml:id="d1e45501_entity-link"/> Haareschneiden, glücklich, das zu erledigen, gab ihm bulgarische Zigaretten, warum eigentlich, aus Schwäche? Plettenberger Angst und Menschenfurcht? In der Dunkelheit nach Hause zurück, doch kam gerade eine Kleinbahn. Hörte, daß in Berlin Fliegerangriff war.<note type="editorial" xml:id="d1e45508">In der Nacht zum 30. Dezember 1943 greifen 656 britische Flugzeuge Berlin an und werfen 2.325 Tonnen Bomben ab.</note> Kaum war ich zu Hause, als Alarm einsetzte. Sonderbare Fügungen. Briefe von <rs ref="#__GND_116742917" type="person" xml:id="d1e45512">Brüggemann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116742917" xml:id="d1e45512_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e45515">Der Brief von Fritz Brüggemann an Schmitt vom 27. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 2098.</note> <rs ref="#__GND_116156503" type="person" xml:id="d1e45518">Kiefer</rs><note type="editorial" xml:id="d1e45520">Der Brief von Walther Kiefer an Schmitt vom 26. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 7538.</note> usw. Duschka meinte, man müsse trotzdem nach Berlin zurück. <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45525">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45525_entity-link"/> rief mich um 7 zu Dr. <rs ref="#R&#xF6;llArztHagen" type="person" xml:id="d1e45531">Röll</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#R&#xF6;llArztHagen" xml:id="d1e45531_entity-link"/> sehr nettes Gespräch über meine Krankheiten, diese westfälisch-bergische Stimme (er ist aus Hagen) erweckt gleich mein Vertrauen; er paßt sich übrigens sehr klug an. Wir tranken erst einen Schnaps, dann ein Glas alten Chianti, seine <rs ref="#R&#xF6;llFrau" type="person" xml:id="d1e45541">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#R&#xF6;llFrau" xml:id="d1e45541_entity-link"/> im Wagen vor der Tür, wurde ungeduldig, ich versuchte, sie hereinzuholen, sie kam aber nicht. So ging er dann gegen 8 weg. Ich aß zu Abend, spielte mit Duschka und dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45547">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45547_entity-link"/> Skat, und ging dann zu Bett. Mein Arm tut noch weh, aber das Gespräch mit Röll hat mich beruhigt. Las im Bett noch <rs ref="#__GND_118569678" type="person" xml:id="d1e45553">Laotse</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118569678" xml:id="d1e45553_entity-link"/> Duschka backte noch einen Kuchen bis ½ 1.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-12-31" n="1943-12-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e45559">
                        Freitag, <date when-iso="1943-12-31">31/12 43</date>. Traum: Ich komme zu spät zur Vorlesung (in <rs type="place" ref="#__GND_4127793-4" xml:id="d1e45566">München</rs>), ziehe mich lächerlich an, habe keine richtigen Kleider, bekomme die <corr>Elektrische</corr> nicht mehr usw. Bis 10 behaglich im Bett, aber Ischias- und Armschmerzen; genieße die letzten Tage, Schreck vor Berlin, seit den letzten Nachrichten über den Terrorangriff von Mittwoch abend.<note type="editorial" xml:id="d1e45576">In der Nacht zum 30. Dezember 1943 greifen 656 britische Flugzeuge Berlin an und werfen 2.325 Tonnen Bomben ab.</note> Aber <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45579">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45579_entity-link"/> hat Mut und will hingehen. Sie ist mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e45582">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45582_entity-link"/> nach Plettenberg gegangen. Diese Nacht hat es geschneit, wunderschönes Wetter. Nach dem Frühstück wieder behaglich einige Minuten am Schreibtisch im Keller, wahres refugium, vor dem Tabakdunst und sonstigem Stunk dieser Atmosphäre. <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45593">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45593_entity-link"/> brachte mir eine Tasse heißen Kaffee. Diese armen Schmitts, nach dem Essen nach <rs type="place" ref="#__GND_4046364-3" xml:id="d1e45598">Plettenberg</rs>, bei Schuster <rs ref="#GeckSchusterPlettenberg" type="person" xml:id="d1e45601">Geck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeckSchusterPlettenberg" xml:id="d1e45601_entity-link"/> die Gamaschen geholt, nebliges, warmes Wetter, Winterschlaf, dann zweimal an die Bahn, um Tante <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e45604">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e45604_entity-link"/> abzuholen, die aber nicht kam, sehr traurig, Schmerzen im Arm, was soll ich machen, schönes Abendessen, mit Sekt, Kartoffelsalat und Bratwurst, was sich Ännchen gewünscht hatte, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e45611">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e45611_entity-link"/> streikt, wie immer, lächerlicher Zustand; nachher am Kamin, <quote source="#__ZOTERO_KFUTKBMD" xml:id="d1e45614">O Maria hilf</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e45614_quote-src" target="#d1e45614">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><title>Meerstern, ich dich grüße. O Maria hilf</title>, in: <title>Sursum corda! Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Diöcese Paderborn</title>, Paderborn: Jungfermannsche Buchhandlung (Albert Pape) <date>[1913]</date>, S. 310</bibl>.</note> gesungen, so wurde es 12 Uhr, dann ging ich müde ins Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-01" n="1944-01-01">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-01" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e45620">
                        Samstag, <date when-iso="1944-01-01">1/1 1944</date>. Bis 11 im Bett, müde und traurig, Schmerz im rechten Oberarm. Schöner Brief von <rs type="person" ref="#__GND_116517298" xml:id="d1e45627">Epting</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e45627_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e45630">Der Brief von Karl Epting an Schmitt vom 26. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 3237.</note> Um 11 kam <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e45633">Emil Langenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LangenbachEmil" xml:id="d1e45633_entity-link"/> ich stand auf und zog mich schnell an, freute mich über den Besuch, er war lieb und nett, ohne jeden <unclear xml:id="d1e45639"><app><lem>Krampf</lem> <rdg>Kummer</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e45639_alt-rdg" target="#d1e45639">Alternative Lesart zu „Krampf“: Kummer</note> wir sprachen über sein Geschenk (Däublers Nordlicht),<note type="editorial" xml:id="d1e45645">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 1: Das Miittelmeer</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl>, 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 2: Sahara</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 3: Pan, orphisches Intermezzo</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date></bibl>. Die Bände sind im Nachlass Schmitts erhalten, RW 2065 Nr. 22612, Nr. 22616 und Nr. 22613. Das Geschenk sollte zum Wiederaufbau der zerstörten Bibliothek Schmitts beitragen.</note> machte ihm eine Tasse Kaffee, aßen den schönen Kuchen, den <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45656">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45656_entity-link"/> gebacken hatte, erzählte vom Plettenberger Klub (der durch <unclear>Bebombung</unclear> zerstört ist), begleitete ihn nach <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e45664">Plettenberg</rs>, wir besahen die schöne alte Kirche, die <quote rend="quoted" xml:id="d1e45667">bessere</quote> in Plettenberg,<note type="editorial" xml:id="d1e45670">Die katholische Familie Schmitt lebte in Plettenberg in der Diaspora, Emil Langenbach war vermutlich Protestant. Gemeint sein dürfte hier die Evangelische Lambertuskirche in der Stadtmitte, seit den 1950er Jahren Christuskirche genannt.</note> ging dann wieder zurück und aß zu Mittag. Nach dem Essen mit Duschka und <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e45675">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e45675_entity-link"/> (die verbissen schweigt) zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e45679">Mutter</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e45679_entity-link"/> im Regen und Nebel, dann zu Bett und etwas ausgeruht. Unterdessen kam <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e45682">Jup</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e45682_entity-link"/> mit den beiden Kindern, ich blieb aber noch im Bett. Stand gegen 7 auf, Jup erzählte (Spanien erkennt <rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e45687">Mussolini</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e45687_entity-link"/> nicht an; Weihnachtsbotschaft des Vatikans gegen die <unclear>verrückten</unclear> und verkommenen Regierungen,<note type="editorial" xml:id="d1e45695">
                            <bibl type="bookSection"><author/> und <author>Eugenio Pacelli</author>, <title>Il radiomessaggio natalizio ai popoli del mondo intero</title>, in: <title>Discorsi e radiomessaggi di sua sanitità Pio XII</title>, Milano: Società editrice "Vita e pensiero" <date>1944</date>, S. 147-165</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_118591649" type="person" xml:id="d1e45699">Papens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591649" xml:id="d1e45699_entity-link"/> lächerliche Rolle). Nachricht über die furchtbaren Angriffe auf Berlin.<note type="editorial" xml:id="d1e45702">In der Nacht vom 1. auf den 2 Januar 1944 greifen 421 britische Flugzeuge Berlin an und werfen 1.315 Tonnen Bomben ab.</note> Wir aßen nett zu Abend, hinterher spielten <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45705">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e45705_entity-link"/> und Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e45710">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e45710_entity-link"/> Klavier, <rs ref="#__ZOTERO_BS2SZQBH" type="document" xml:id="d3e45736">Kalif von <corr>Bagdad</corr></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BS2SZQBH" xml:id="d3e45736_entity-link"/> den ich dirigierte, ganz nett (Jup sagte erst: <quote xml:id="d1e45718">Mach keine Fratzen</quote>, nachher war er rührend nett und suchte mich <unclear>zu loben</unclear>; die kleine <rs ref="#SchmittAugusteTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e45724">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittAugusteTochtervonJup" xml:id="d1e45724_entity-link"/> dirigierte schließlich auch mit. Wir tranken den Rest des Sektes, eine Flasche Cognac, die Jup mitgebracht hatte, ich weiß nicht, ob ich nach Berlin soll. Schließlich um 12 ins Bett, wahnsinnige Erregtheit. <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_KFUTKBMD" xml:id="d1e45730">Gib uns heilig Leben, sichere Reise daneben<app><lem type="origin">Wollst ein reines Leben, Maria! sichern Weg uns geben, Maria!</lem></app></quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e45730_quote-src" target="#d1e45730">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><title>Meerstern, ich dich grüße. O Maria hilf</title>, in: <title>Sursum corda! Katholisches Gesang- und Gebetbuch für die Diöcese Paderborn</title>, Paderborn: Jungfermannsche Buchhandlung (Albert Pape) <date>[1913]</date>, S. 310</bibl>. Ursprünglicher Text: Wollst ein reines Leben, Maria! sichern Weg uns geben, Maria!</note> Also Jup meint: Ostern.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-02" n="1944-01-02">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45742">
                        Sonntag, <date when-iso="1943-01-02">2/1 44</date>. Bis ½ 12 im Bett, immer Behinderung des rechten Arms. Was soll ich mit Berlin machen? Behaglich angezogen und Kaffee getrunken, endlich wieder einen Augenblick am Schreibtisch. Der Sekunde überlassen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45751">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45751_entity-link"/> hat kein Fieber mehr und stand auf. Freute mich, im refugium einige Notizen zu machen. Nach dem Mittagessen (dicke Bohnen) geschlafen, immer schlafsüchtig, Angst vor der Reise, um 4 zu Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e45760">Pfeiffer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e45760_entity-link"/> die ich aber nicht zu Hause traf, zu <rs ref="#SautterPlettenberg" type="person" xml:id="d1e45765">Sautter</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SautterPlettenberg" xml:id="d1e45765_entity-link"/> wegen eines Fernschreibens an <rs ref="#__GND_1031738185" type="person" xml:id="d1e45768">Sogemeier</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1031738185" xml:id="d1e45768_entity-link"/> ob ich bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e45771">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e45771_entity-link"/> ankommen kann, am Mittwoch, froh, das erledigt
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-02" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45780">
                        zu haben, wieder zu Hause, herumgelesen, Prokosch <rs ref="#__ZOTERO_SDRT4WZH" type="document" xml:id="d3e45810">7 auf der Flucht</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_SDRT4WZH" xml:id="d3e45810_entity-link"/> schablonenhaft, manches interessant, besonders über die Russen; ergriffen von <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e45790">Bruno Bauers</rs> Ausführungen über die Russen,<note type="editorial" xml:id="d1e45796">Vermutlich 
                            <bibl type="book"><author>Bruno Bauer</author>, <title>Rußland und das Germanenthum</title>, Charlottenburg: Bauer <date>1853</date></bibl>.</note> aber doch auch wieder mißtrauisch, vieles ist doch scheußlichste Oberlehrerei, nach dem Abendessen mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45801">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45801_entity-link"/> und Duschka Skat gespielt, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e45804">Ännchen</rs> hat die letzte Flasche Wein gestiftet, wer weiß, was kommt, müde und resigniert ins Bett, immer noch Bauer gelesen, ungleich und doch nicht ganz hasenrein. Viel nachgedacht über meine Berliner Studienzeiten, wie traurig war das alles, und daraus hat mich Gott herausgeführt!<note type="editorial" xml:id="d1e45811">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Berlin 1907</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Piet Tommissen</editor>, Brüssel: Economische Hogeschool Sint-Aloysius <date>1990</date>, S. 11-21</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-03" n="1944-01-03">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45819">
                        Montag, <date when-iso="1944-01-03">3/1 44</date>. Bis ¼ 11 im Bett, Kaffee gemacht. Traum: Ich sehe <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e45826">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e45826_entity-link"/> in der <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e45829">Universität Berlin</rs>, im Bibliotheksaal, man zeigt uns eine neue Erfindung eines Bibliothekars aus Marburg, lauter Glaskästen, über die wir nicht lachen sollen, vermenge mich selbst im Traum mit Bruno Bauer, proletarierhaft, intellektueller, isolierter, keiner echten Kritik fähig, weil es keine echten Kritiker mehr gibt, zu klug, um sich betrügen zu lassen, zu schwach, um Widerstand zu leisten, der einsame Kritiker. Im Grunde eine sehr armselige Situation, ein Rest von Steinlein ermöglicht es mir, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e45841">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e45841_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#__GND_143427482" xml:id="d1e45844">Kind</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e45844_entity-link"/> anständig zu ernähren. Wie lange noch in einem bankrotten Land? Nach dem schönen Frühstück etwas am Schreibtisch im refugium notiert. Will an <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e45856">Epting</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e45856_entity-link"/> schreiben; tat es, sehr nett (über <rs ref="#__GND_118511866" type="person" xml:id="d1e45859">Bloy</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511866" xml:id="d1e45859_entity-link"/> und an <rs type="person" ref="#__GND_1106864190" xml:id="d1e45862">Mutius</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e45862_entity-link"/> der mir nett geschrieben hat (er ist inzwischen persönlicher Adjunkt<note type="editorial" xml:id="d1e45867">Veraltete Formulierung für <q>persönlicher Referent</q>.</note> von <rs ref="#__GND_1089064276" type="person" xml:id="d1e45873">Illgner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1089064276" xml:id="d1e45873_entity-link"/> im Wirtschaftsministerium geworden, interessanter Junge).<note type="editorial" xml:id="d1e45876">Der Brief von Bernhard von Mutius an Schmitt vom 28. Dezember 1943 ist im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 10096.</note> Nach dem Mittagessen kam <rs ref="#LangenbachEmil" type="person" xml:id="d1e45879">Emil Langenbach</rs> um 2 Uhr, rührender Waldhase,<note type="editorial" xml:id="d1e45884">Langenbach war Mitglied im Sauerländischen Gebirgsverein und trat 1957 nach mehr als 30 Jahren als Wegewart und Vorstandsmitglied zurück; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Hüsmert</author>, <title>Ernst Hüsmert über Carl Schmitt. Herscheider Erinnerungen</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2017</date> (<title type="series">Plettenberger Miniaturen</title> 10), S. 20</bibl>.</note> wir machten einen Spaziergang im Regen, über den <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e45889">Graben</rs> nach <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e45893">Affeln</rs>, bis über die Höhe hinweg, er erzählte von seinem Abenteuer mit einem vermeintlichen Spion, der <supplied>das</supplied> Walzwerk suchte, wir gingen auf dem Rückweg am Grab von <rs ref="#KaiserOtto" type="person" xml:id="d1e45900">Otto Kaiser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#KaiserOtto" xml:id="d1e45900_entity-link"/> vorbei, sprachen über Feuerbestattung als Nihilismus, er ist klug und bescheiden; zu Hause tranken wir eine Tasse Tee, ich war müde und deprimiert, er will uns zu <rs ref="#__GND_1340036983" type="person" xml:id="d1e45905">Kirchhoff</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1340036983" xml:id="d1e45905_entity-link"/> in Werdohl führen, der moderne Gemälde hat; Duschka setzte sich zu uns und war sehr nett. Um 5 ging er, hatte Lust, Wein zu trinken, er lehnte aber ab. <unclear xml:id="d1e45911"><app><lem>Er</lem><rdg>Ich</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e45911_alt-rdg" target="#d1e45911">Alternative Lesart zu „Er“: Ich</note> mochte sein großes Geschenk nicht <unclear>entwerten</unclear>. Schenkte ihm <rs ref="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" type="document" xml:id="d3e45943">die französische Anthologie</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETKUHQBQ" xml:id="d3e45943_entity-link"/> Dann las ich Bücher, die er mitgebracht hat (Brockhaus <rs type="document" ref="#__ZOTERO_4Z97EJ9A" rend="quoted" xml:id="d3e45946">Eigene Wege</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_4Z97EJ9A" xml:id="d3e45946_entity-link"/> wieder eine Begegnung mit dem sauerländischen Pietismus, rührende Geschichte<supplied>)</supplied>, erkältete mich dabei im Musikzimmer, nachher noch in dem lustigen, <unclear>kommunistisch</unclear><c type="ephemeral-hyphen">-</c>frechen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_PDA2UVHA" xml:id="d3e45959"><quote rend="quoted" xml:id="d1e45937">Führer</quote> durchs Sauerland</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PDA2UVHA" xml:id="d3e45959_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e45941">Schmitt besass ein Exemplar, das im Nachlass erhalten ist, RW 0265 Nr. 26291.</note> im rembrandtdeutschen <quote source="#__ZOTERO_AMCPPX3J" rend="quoted" xml:id="d1e45945">Rembrandt als Erzieher</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e45945_quote-src" target="#d1e45945">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Julius Langbehn</author>, <title>Rembrandt als Erzieher</title>, Leipzig: C.L. Hirschfeld <date>1890</date></bibl>.</note> der doch eine große Enttäuschung ist; Jugendstil, Gerede, Zeitkritik, Gezeter, ästhetische Begriffe zu mythischen aufgeplustert (<quote rend="quoted" xml:id="d1e45950">Blut</quote>), ein <rs ref="#__GND_118734423" type="person" xml:id="d1e45953">Moeller van den Bruck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118734423" xml:id="d1e45953_entity-link"/> arme Leute, geborene Opfer der frechen Gangster, die ihnen die Worte einfach stehlen. Beim Abendessen wurden meine Depressionen unerträglich, morgen also wieder ins Krematorium nach Berlin, spielte noch mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e45961">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e45961_entity-link"/> Skat, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e45964">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e45964_entity-link"/> stiftete ein Glas weißen Wermut, so ging der Abend hin, müde und völlig erledigt zu Bett, Angst und Wut wegen des einquartierten Lümmels, der mit seinen Beziehungen zu <rs ref="#__GND_118540041" type="person" xml:id="d1e45969">Göbbels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540041" xml:id="d1e45969_entity-link"/> droht. Duschka war lieb und überlegen, im Bett wurde mir besser, aber der Rembrandtdeutsche deprimiert mich noch mehr. Wie konnte man nur solche Bücher schreiben. Wie gut, daß ich als Knabe (1906 erschienen)<note type="editorial" xml:id="d1e45977">Die erste Ausgabe von Julius Langbehns Buch erschien 1890.</note> einfach davon nichts bemerkte! Dann noch etwas die Bibel, <rs ref="#JeremiaProphet" type="work" xml:id="d1e45980">Jeremias</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#JeremiaProphet" xml:id="d1e45980_entity-link"/> und <rs ref="#JesajaProphet" type="work" xml:id="d1e45984">Jesaja</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#JesajaProphet" xml:id="d1e45984_entity-link"/> <quote xml:id="d1e45987">die Städte werden zerstört werden.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e45989">Jer 4,26 und Jes 6,11.</note></quote>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-03" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e50189">
                        Ein Stein in ihren Haufen gefallen ist; anderen aber wird die Erschütterung zu einer Erweckung und Erneuerung werden.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-04" n="1944-01-04">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e45994">
                        Dienstag, <date when-iso="1944-01-04">4/1 44</date>. Mit tiefen Depressionen aufgewacht, herrlicher Schnee auf den schönen Bergen, also morgen. Nachricht, daß Berlin diese Nacht wieder angegriffen ist. Mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e46003">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e46003_entity-link"/> zur Post, sie gab Briefe nach Kroatien auf. Trafen Frau <rs ref="#PfeifferFrau" type="person" xml:id="d1e46006">Pfeiffer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PfeifferFrau" xml:id="d1e46006_entity-link"/> auf der Straße, ihr <rs type="person" ref="#__GND_1019036958" xml:id="d1e46012">Sohn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1019036958" xml:id="d1e46012_entity-link"/> ist krank und kommt Ende der Woche. Sah <rs ref="#HanebeckHeinrich" type="person" xml:id="d1e46015">Heinrich Hanebeck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HanebeckHeinrich" xml:id="d1e46015_entity-link"/> während ich vor <unclear><rs ref="#Werl" type="place" xml:id="d1e46019">Werl</rs></unclear> auf Duschka wartete. Wunderschönes Schneewetter. Die Kinder spielten im Haus herum. Duschka will nach Berlin; ihr Mut macht mir Freude. Ging nach dem Essen ins Bett, las den <rs ref="#__ZOTERO_AMCPPX3J" type="document" xml:id="d3e46047">rembrandtdeutschen Schmus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_AMCPPX3J" xml:id="d3e46047_entity-link"/> Bildungs-Plankton, schäme mich fast, noch <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e46033">Hölderlin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e46033_entity-link"/> zu zitieren; mein <rs ref="#__ZOTERO_XRBRTQR6" type="document" xml:id="d3e46059">Begriff des Politischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XRBRTQR6" xml:id="d3e46059_entity-link"/> ist doch <corr>einen</corr> Schritt weiter; vor allem aus diesen ästhetisch-religiösen Begriffen wie Rasse heraus. Wurde allmählig wieder ruhiger, wunderbarer Schnee, die Welt im weißen Laken, dachte mit Ruhe an die morgige Fahrt. Stand auf, schrieb an <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e46046">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e46046_entity-link"/> (Gratulation, über sein verbranntes Manuskript),<note type="editorial" xml:id="d1e46049">Der zur Hälfte umbrochene Satz von Wilhelm Grewes Arbeit verbrannte am 4. Dezember 1943 bei einem Luftangriff auf Leipzig; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Epochen der Völkerrechtsgeschichte</title>, Baden-Baden: Nomos <date>1984</date>, S. 15</bibl>.</note> wurde zum Nachbar <rs ref="#SchapernackPlettenbergNachbarBrockhauserWeg" type="person" xml:id="d1e46054">Schapernack</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchapernackPlettenbergNachbarBrockhauserWeg" xml:id="d1e46054_entity-link"/> gerufen, da <rs ref="#SautterPlettenberg" type="person" xml:id="d1e46057">Sautter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SautterPlettenberg" xml:id="d1e46057_entity-link"/> vom Fernschreiber anrief, daß er die <unclear>Kieler</unclear> Vereinigung nicht erreicht hat. Fahre jedenfalls morgen früh. Nachher nochmals gerufen, es kam die Antwort von <rs ref="#__GND_1031738185" type="person" xml:id="d1e46065">Sogemeier</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1031738185" xml:id="d1e46065_entity-link"/>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-04" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46072">
                        Freute mich, daß es klappte und fühlte mich im Zusammenhang. Ging um 5 ½ bei Mondschein mit <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e46076">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e46076_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e46079">Claire-Luischen</rs> <unclear>zum <rs ref="#Graben" type="place" xml:id="d1e46084">Graben</rs></unclear>, im Schnee, spielten dort etwas herum, noch an den Briefkasten bei <rs ref="#Ostermann" type="place" xml:id="d1e46090">Ostermann</rs> und wieder zurück. Traurig zu Abend gegessen und mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e46093">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e46093_entity-link"/> und Duschka Skat gespielt. <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46097">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e46097_entity-link"/> hat noch eine Flasche Moselwein aufgetrieben; <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e46100">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e46100_entity-link"/> etwas Wermut. Um 11 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-05" n="1944-01-05">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-05" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e46106">
                        Mittwoch, <date when-iso="1944-01-05">5/1 44</date>. Um ½ 7 geweckt, traurig und müde, aber aufgestanden, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e46113">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e46113_entity-link"/> hatte Halsschmerzen und blieb im Bett. Trank schönen Kaffee und ging mit <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46117">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e46117_entity-link"/> zur Bahn. Der frühere Zug stand noch da, wir liefen hin, aber ich konnte wegen der Schmerzen im rechten Oberarm nicht mehr in den fahrenden Zug einsteigen. Auf den nächsten gewartet, der aber 45 Minuten Verspätung haben soll, sodaß ich den Anschluß in Hagen nicht mehr bekomme. So standen wir am Bahnhof im Schnee. Ännchen holte die Post. <rs ref="#SchmittOtto" type="person" xml:id="d1e46125">Otto Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittOtto" xml:id="d1e46125_entity-link"/> kam und meinte, der Krieg dauert noch 2 Jahre. Dann setzten wir uns in den Wartesaal 3. Klasse, las die Post, besonders einen schönen Brief von <rs ref="#__GND_141306335" type="person" xml:id="d1e46128">Vicen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141306335" xml:id="d1e46128_entity-link"/> aus Madrid,<note type="editorial" xml:id="d1e46131">Der Brief Felipe González Vicens vom 11. Dezember 1943 befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 5072.</note> dann in plötzlichem Entschluß nach Hause zurück. Wer weiß, wozu es gut ist. Zu Hause noch bis 10 im Bett, Duschka war sehr lieb, ich sagte mir: <quote source="#__ZOTERO_3BEP7RKT?p=200" rend="quoted-open-beginnig" xml:id="d1e46136">Noch eine kurze Zeit, dann ist's gewonnen, dann ist der ganze Spuk in nichts zerronnen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e46136_quote-src" target="#d1e46136">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Sören Kierkegaard</author> und <author/>, <title>Sören Kierkegaard Buch des Richters. Seine Tagebücher 1833-1855 im Auszug aus dem Dänischen</title>, Jena und Leipzig: Eugen Diederichs <date>1905</date>, S. 200</bibl>.</note> <note type="editorial" xml:id="d1e46142">Die Verse stammen von <rs type="person" ref="#__GND_118914847" xml:id="d1e46144">Hans Adolph Brorson</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118914847" xml:id="d1e46144_entity-link"/> und sind Teil der Inschrift auf Kierkegaards Grabstein in Kopenhagen, allerdings heißt es da (in deutscher Übersetzung) <q>Streit</q> statt <q>Spuk</q>.</note> Traurig, um 11 zu <rs ref="#Scharpenacks" type="group" xml:id="d1e46152">Scharpenacks</rs>, Fernschreiben nach Berlin, daß ich mit Duschka erst Sonntag abend komme. Herrliches Schneewetter, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e46157">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e46157_entity-link"/> fährt mit <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e46160">Claire-Luischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" xml:id="d1e46160_entity-link"/> Schlitten, sie hat ihren Trainingsanzug zerrissen. Setzte mich ins refugium. Schrieb Briefe, besonders an den scheußlichen <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e46172">Müller-Albrecht</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e46172_entity-link"/> an <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e46175">Reuschenbach</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e46175_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e46178">Freyer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118535412" xml:id="d1e46178_entity-link"/> (<unclear>just</unclear> ein Exemplar <rs type="document" ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e46206">Land und Meer</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e46206_entity-link"/> über die Kurierabteilung, an Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e46187">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e46187_entity-link"/> Telegramm an den <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e46192">Dekan</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e46192_entity-link"/> die Kinder brachten es nachmittags zur Post. Ich ging nach dem Mittagessen zu Bett und schlief bis 5; Duschka, die Halsschmerzen hat, auch. Stand leise auf und arbeitete etwas im refugium. Las Böckmann, <rs ref="#__ZOTERO_GMXVF6WQ" type="document" xml:id="d3e46230">Geltung der Reichsverfassung in den Kolonien</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GMXVF6WQ" xml:id="d3e46230_entity-link"/> erst sehr interessant, nachher sah ich die Oberflächlichkeit und Dummheit von Schüler und Lehrer. Eine Stunde Ruhe, am Schreibtisch, aber sonst die alte Angst. Schäme mich dieser unwürdigen Sklaverei, Gott erlöse mich. Die <rs ref="#__GND_4035336-9" type="place" xml:id="d1e46213">Lenne</rs> schäumt mächtig, ein Sprung von dieser Brücke wie in Budapest; aber mich halten jenseits aller Hörbarkeiten<note type="editorial" xml:id="d1e46216">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 18</bibl>.</note> und Wissbarkeiten sonderbare Fäden hier fest und lenken mich. Abends kein Wein zum Abendessen, mit dem <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e46224">Vater</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e46224_entity-link"/> Karten gespielt, dann früh ins Bett. Tief bedrückt, die Angst, vom Saugnäpfchen abgedrängt zu werden; schließlich gleichgültig. Aber doch alt und nicht mehr so leichtsinnig. Viel an meine Berliner Studentenzeiten gedacht, welche Ahnungslosigkeit.<note type="editorial" xml:id="d1e46231">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Berlin 1907</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Piet Tommissen</editor>, Brüssel: Economische Hogeschool Sint-Aloysius <date>1990</date>, S. 11-21</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-06" n="1944-01-06">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-06" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e46241">
                        Donnerstag, <date when-iso="1944-01-06">6/1 44</date>. Las des Nachts Schnitzer, <rs ref="#__ZOTERO_TG9G7B4C" type="document" xml:id="d3e46274">Staat und Gebietshoheit</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TG9G7B4C" xml:id="d3e46274_entity-link"/> (Genf 35),<note type="editorial" xml:id="d1e46254">Ein Exemplar befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 27077. Auf dieses Buch machte ihn sein Assistent Günter Wasse in seinem Brief vom 5. Oktober 1943 aufmerksam, vgl. RW 0265 Nr. 17693.</note> gefesselt, mit großem Interesse, sah meine Ahnungslosigkeit, Lächerlichkeit des Kampfes gegen <rs ref="#__GND_120075075" type="person" xml:id="d1e46260">Bruns</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_120075075" xml:id="d1e46260_entity-link"/> meine Unwissenheit, wer hat mich durch alles dies hindurchgeführt, über Staatensukzession, <rs ref="#__ZOTERO_3J4WJPBP" type="document" xml:id="d3e46287">Palmas-Urteil</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_3J4WJPBP" xml:id="d3e46287_entity-link"/> sehr ergriffen; beschämt und doch gehoben, weil ich in diese Sphären hineingehöre. Träumte von <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e46267">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e46267_entity-link"/> der über eine Schrift von <rs ref="#Kerrl" type="person" xml:id="d1e46273">Kerrl</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kerrl" xml:id="d1e46273_entity-link"/> sprach, an der <rs type="person" xml:id="d1e46276">Kerrl</rs> pro Stück 34 Pfennig verdient. Morgens bis gegen 11 im Bett, gut ausgeruht, herrlich gefrühstückt, immer mit dem <rs ref="#__GND_115539212" type="person" xml:id="d1e46281">Schnitzer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_115539212" xml:id="d1e46281_entity-link"/> der mich fesselt, dann viele Briefe und Postkarten geschrieben (<rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e46284">Wasse</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e46284_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1120200946" type="person" xml:id="d1e46287">Friedensburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1120200946" xml:id="d1e46287_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e46291">Vgl. zu Friedensburg 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 107-108</bibl>.</note> <rs ref="#Emig" type="person" xml:id="d1e46296">Emig</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Emig" xml:id="d1e46296_entity-link"/> <rs ref="#__GND_1029799121" type="person" xml:id="d1e46299">Sobotta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1029799121" xml:id="d1e46299_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e46302">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e46302_entity-link"/> Frau <rs ref="#StockMaria" type="person" xml:id="d1e46307">Stock</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StockMaria" xml:id="d1e46307_entity-link"/> brachte sie nach dem Essen zur Post und machte einen Spaziergang zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e46312">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e46312_entity-link"/> und an die Affelner Grenze; im Schnee, der aber schon taute. Der Spaziergang war anstrengend und tat mir sehr gut. Die herrlichen Berge im Schnee, besonders der mächtige Doppel-Kamm des <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e46317">Saley</rs>, den man, von <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e46322">Affeln</rs> kommend, auf der Höhe sah. Tee getrunken, etwas viel gegessen, ins Bett gekrochen, gut ausgeruht bis 7 Uhr, aufgestanden, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46328">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e46328_entity-link"/> stiftete eine Flasche Chianti, der gut war, das machte mich wieder gesund, um 8 kam der Rechtsanwalt <rs ref="#K&#xFC;chen" type="person" xml:id="d1e46334">Küchen</rs> und spielte mit Ännchen 4händig; <rs ref="#__GND_118697641" type="person" xml:id="d1e46339">Grieg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118697641" xml:id="d1e46339_entity-link"/> Romanze, hörte zu, aber es war mir zu kalt, stiftete eine Flasche Sekt (er schmeckte wie eingeschlafene Füße, sagte der taktvolle Gast Küchen), <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e46345">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e46345_entity-link"/> war wütend auf Ännchen und ihr Spiel, <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e46348">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e46348_entity-link"/> hatte großen Spaß daran, das ganze Haus, besonders der <rs ref="#__GND_139638172" type="person" xml:id="d1e46351">Vater</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638172" xml:id="d1e46351_entity-link"/> liest mit Begeisterung <quote source="#__ZOTERO_4Z97EJ9A" rend="quoted" xml:id="d1e46356">Eigene Wege</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e46356_quote-src" target="#d1e46356">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Brockhaus</author>, <title>Eigene Wege. Eine Erzählung nach geschichtlichen Tatsachen</title>, 3. Aufl., Elberfeld: Buchhandel des Erziehungsvereins <date>1924</date> (<title type="series">Saat und Ernte</title> 15)</bibl>.</note> die Plettenberger Pietisten-Geschichte. Um 12 müde ins Bett; zwischendurch immer Schnitzer gelesen und wieder arbeitsfreudig.
                    </ab>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-07" n="1944-01-07">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-07" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e46372">
                        Freitag, <date when-iso="1944-01-07">7/1 44</date>. Schlecht geschlafen, etwas erkältet, erst ½ 12 aufgestanden, Kaffee getrunken und im refugium an den Schreibtisch gesetzt, um etwas zu arbeiten. Brief von <rs ref="#__GND_123562473" type="person" xml:id="d1e46386">Schmoller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_123562473" xml:id="d1e46386_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116985135" type="person" xml:id="d1e46390">Neuss</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116985135" xml:id="d1e46390_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e46393">Beide Briefe sind nicht im Nachlass Schmitts erhalten. Schmoller promovierte 1944 bei Schmitt, vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 106-107</bibl>.</note> Angst vor Berlin, wird immer unheimlicher, kälter und beziehungsloser; Trost in einem amor fati. Ziemlich bedrückt, Schmerz im Oberarm, Gefäßgeräusche im Ohr und im Hinterkopf. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e46402">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e46402_entity-link"/> ist noch im Bett. <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e46405">Anni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e46405_entity-link"/> hat telefoniert, daß sie in Berlin ist und gerne hilft. Ich werde wohl Sonntag reisen können? Ich saß etwas am Schreibtisch, wollte über Staatensukzessionen schreiben. Kam natürlich nicht dazu, nach dem Essen etwas ausgeruht, dann mit <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e46413">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e46413_entity-link"/> an die Bahn, um <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e46416">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e46416_entity-link"/> abzuholen, die aber nicht kam; traurig; nach dem Kaffee nochmals. Der Zug hatte über eine Stunde Verspätung, sie kam aber nicht mit. <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e46421">Anima</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e46421_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" type="person" xml:id="d1e46425">Claire-Luischen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaireLouiseTochtervonJup" xml:id="d1e46425_entity-link"/> liefen mir im Dunkeln weg, darüber war ich wütend, brachte Üssie nach Hause und rannte zurück, Angst, Sorge, Wut, alles durcheinander, wollte sie verprügeln und hätte es in der Wut wohl auch getan, aber als ich die beiden an der Sperre stehen und auf den Zug warten sah, war ich schon wieder besänftigt; und als Anima mit netter, sympathischer Stimme sagte: <quote xml:id="d1e46432">Entschuldige doch bitte, Papa, wir wollen es nicht wieder tun</quote>, war ich sogar glücklich. Wie arm und lächerlich ist das alles. Katastrophenstimmung. <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e46437">Josef Schröder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Schr&#xF6;derJosef" xml:id="d1e46437_entity-link"/> soll uns Sonntag helfen, das Gepäck bis Hagen bringen. Voller Verzweiflung; nicht einmal ein anständiger Tod; angemessener Tod. Dann wieder etwas Ablenkung durch völkerrechtliche <rs type="document" ref="#__ZOTERO_TG9G7B4C" xml:id="d3e46468">Arbeit</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TG9G7B4C" xml:id="d3e46468_entity-link"/> von Schnitzer und der Kritik daran. Das lächerliche, verfressene <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46448">Ännchen</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e46448_entity-link"/> die lächerliche, vermottete Tante Üssie; welch ein Haushalt! Zum Abendessen (serbische Weihnachten) eine Flasche schönen Bordeaux (23, Geschenk von <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e46453">Mutius</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e46453_entity-link"/> war herrlich, ich hatte aber heftige Ohrenschmerzen (Eustachische Röhre), Duschka und Üssie stopften Strümpfe, ich ging um 11 ins Bett, mit meinem Schnitzer.
                    </ab>
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                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-08" n="1944-01-08">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46461">
                        Samstag, <date when-iso="1944-01-08">8/1 44</date>. Des Nachts heftige Ohrenschmerzen. Traum von <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e46468">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e46468_entity-link"/> alles durcheinander, scheußlich, stand auf und nahm neue Watte, alles grauenhaft. Um ½ 11 aufgestanden, zur Post gegangen und 3 Telegramme aufgegeben (an Frau <unclear>Bartels</unclear>, an Familie <rs ref="#StandFamilie" type="group" xml:id="d1e46476">Stand</rs> nach Hildesheim, an Fräulein <rs ref="#Sami&#x107;Frl" type="person" xml:id="d1e46481"><corr>Samić</corr></rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sami&#x107;Frl" xml:id="d1e46481_entity-link"/> sie werden aber wohl nicht mehr ankommen. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e46484">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e46484_entity-link"/> läßt sich nicht aus ihrem Tempo treiben; traurig nach Hause, sehe den Neid der Plettenberger, den grausigen Mief von <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e46493">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e46493_entity-link"/> alles scheußlich, nur die Kinder sind lustig und nett. War krank, aß mein Frühstück. Schwitzte, bin müde und habe Ohrensausen. Etwas am Schreibtisch im refugium. Soll es also wirklich morgen in den Kessel gehen? Schöner Brief von <rs ref="#__GND_1055153861" type="person" xml:id="d1e46505">Semjonow</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055153861" xml:id="d1e46505_entity-link"/> der mich sehr rührte.<note type="editorial" xml:id="d1e46508">Im Nachlass Schmitt befindet sich ein Brief von Juri Semjonow vom 26. Dezember 1943, RW 0265 Nr. 15102.</note> Mittags kam <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e46512">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e46512_entity-link"/> zu meiner großen Freude. Nach dem kümmerlichen Mittagessen (Tasse Kartoffelsuppe, von <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46515">Ännchen</rs> gekocht) schlief ich 2 Stunden, gut verpackt von Claire und mit etwas Öl im Ohr. Um 4 kam ein Brief von <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e46520">Ahlmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e46520_entity-link"/> den eine Frau <rs ref="#WeimarPastorFrau" type="person" xml:id="d1e46524">Pastor Weimar</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WeimarPastorFrau" xml:id="d1e46524_entity-link"/> überbracht hatte, von Burg Bröhl, <unclear>wunderschön</unclear>, an Duschka, über <quote rend="quoted" xml:id="d1e46530">das gastlichste Haus, daß ich je kennengelernt habe</quote>. Stand auf, trank Kaffee, herrlicher Kuchen, aber ungeduldig, weil Duschka sich nicht beeilte. <rs ref="#SchmandtK&#xE4;the" type="person" xml:id="d1e46535">Käthe Schmandt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtK&#xE4;the" xml:id="d1e46535_entity-link"/> war da. Ich ging zum Bahnhof und holte die Billette, scheußlich. Aber dann wieder sehr glücklich, als es gut erledigt war. Noch ein herrlicher kleiner Spaziergang zum <rs ref="#Eschen" type="place" xml:id="d1e46540">Eschen</rs>, der dunkle Bergkranz des Abends, schützend und umhüllend. Also morgen in den Kessel.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e46547">
                        8/1 - 20/1 44 vergleiche anliegend
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-08" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47122">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-01-08">8/1 44</date>. Nachmittags kam Besuch von Frau <rs ref="#BremerFrau" type="person" xml:id="d1e47128"><unclear>Bremer</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BremerFrau" xml:id="d1e47128_entity-link"/> und ihrer <rs ref="#BremerSchwester" type="person" xml:id="d1e47131">Schwester</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BremerSchwester" xml:id="d1e47131_entity-link"/> die einen Brief von <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e47134">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e47134_entity-link"/> brachte.<note type="editorial" xml:id="d1e47137">Der Brief ist nicht im Nachlass Schmitts erhalten.</note> <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e47141">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e47141_entity-link"/> holte mich aus Faulheit oder Dummheit nicht aus dem Bett; holte auch <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47146">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47146_entity-link"/> nicht. Ich war ärgerlich und wütend, schöner Brief (<quote xml:id="d1e47149">das gastlichste Haus, das ich je gekannt habe</quote>). Ging noch zur Bahn, Karten holen, etwas spazieren, noch eine Stunde über Staatensuccessionen.<note type="editorial" xml:id="d1e47154">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 165-172</bibl>.</note> Duschka machte ein schönes Abendessen, tranken roten Sekt dazu, dann ging ich todmüde mit Halsschmerzen zu Bett. Währenddessen packten Duschka und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47164">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47164_entity-link"/> ein. Die rührende Claire will mit nach Berlin fahren. Sie ging erst um 5 zu Bett, stand schon um 6 wieder auf.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-09" n="1944-01-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-09" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e47170">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-01-09">9/1/44, Sonntag
                            <note type="editorial" xml:id="d1e47175">Mit Füller <q>Montag</q> überschrieben.</note></date>. Ich stand um ½ 7 auf, ziemlich müde, Halsschmerzen, Eustachische Röhre, großer Aufbruch, <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e47182">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e47182_entity-link"/> war schlampig und scheußlich, <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e47187">Üssie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e47187_entity-link"/> begleitete die 4 Kinder nach Cloppenburg und war lächerlich umsichtig. <rs ref="#Schr&#xF6;derJosef" type="person" xml:id="d1e47191">Josef Schröder</rs> sollte helfen, war aber langweilig und dusselig. Ein Mann von der Bahn holte das viele Gepäck. In <rs ref="#PlettenbergBahnhof" type="place" xml:id="d1e47196">Plettenberg am Bahnhof</rs> verlor ich sie. Angst, es würde wieder nicht klappen. Schließlich saßen wir doch im Zug, überfüllt, in <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e47201">Hagen</rs> fürchterliches Gedränge, umsteigen, das viele Gepäck. Aber die beiden vorzüglichen Frauen, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47207">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47207_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47210">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47210_entity-link"/> überwanden alles. Wir bekamen einen Platz I Klasse und hofften aufs Weitere. Dachte voller Ekel an den Schnüffler und die 3 Hexen,<note type="editorial" xml:id="d1e47215">Gemeint sind Ännchen, Üssie, Fräulein Geschke und Josef Schröder.</note> die dort das Haus <unclear>bewohnen</unclear>. Nette Mitreisende, die beiden tüchtigen Damen, wir waren alle todmüde und schliefen im Sitzen, ohne große Verspätung, pünktlich in <rs ref="#__GND_4046948-7" type="place" xml:id="d1e47223"><corr>Potsdam</corr></rs>, ein netter Gepäckträger half uns und bekam eine Zigarre, fuhren zum Bahnhof <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e47226">Steglitz</rs>, trafen einen netten jungen Soldaten aus Saarbrücken, der uns das Gepäck trug, bis zur <rs ref="#Brentanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e47231">Brentanostraße</rs>. <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47234">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47234_entity-link"/> erwartete uns nicht, mein Fernschreiben ist anscheinend nicht angekommen. Er aber nett, nahm auch Claire auf. <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e47240">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e47240_entity-link"/> kam später, etwas <unclear xml:id="d1e47243"><app><lem>patzig</lem><rdg>protzig</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e47243_alt-rdg" target="#d1e47243">Alternative Lesart zu „patzig“: protzig</note> und selbstbewußt, bemühte sich aber, nett zu sein. Wir aßen bescheiden zu Abend. Ich war todmüde, blieb aber bis ½ 12 mit Popitz auf. Wir tranken 2 Flaschen guten Bordeaux, sprachen über Verwaltung, Duschka und Claire gingen um ½ 10 zu Bett, Corrie kam noch, hörte aber nicht auf unser Gespräch, sondern blätterte auffällig in anderen Büchern und Heften herum, benahm sich verwöhnt, rührend, wie Popitz eifrig wird, wenn er über Selbstverwaltung spricht, <unclear>dazu gehört Freisinn</unclear> usw. Mischung von Verwaltungsbeamten und Professoren, Prediger sogar, der Preußische Staat als sichtbare Kirche, er weiß davon nichts, oder nur bildungsmäßig. Endlich todmüde zu Bett, im Zimmer von der Mamsell. Rief in der <rs ref="#Sch&#xF6;nererzeile" type="place" xml:id="d1e47261">Schönererzeile</rs> an, die Frau <rs ref="#M&#xFC;llerFrau" type="person" xml:id="d1e47264">Müller</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;llerFrau" xml:id="d1e47264_entity-link"/> war am Telefon, sprach dann <unclear>mit Herrn <rs ref="#BartelsHerr" type="person" xml:id="d1e47269">Bartels</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BartelsHerr" xml:id="d1e47269_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-10" n="1944-01-10">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47275">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-01-10">Montag, 10/1 44</date>. Bis 8 geschlafen, aber mit Unterbrechungen, Kopfschmerzen, Angst, rasierte mich, wieder zu Bett, schlief wieder ein, das tat mir gut. Um ½ 10 rief <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e47283">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e47283_entity-link"/> an, war darüber sehr glücklich und verabredete mich für morgen. Freute mich über <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47286">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47286_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47289">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47289_entity-link"/> die sehr unternehmend waren. Nettes Frühstück mit dem, was die beiden sich mitgebracht hatten, begleitete <corr>sie</corr> zum <rs ref="#SteglitzBahnhof" type="place" xml:id="d1e47297">Bahnhof Steglitz</rs>, überfüllte Stadtbahn, in der <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e47300">Universität</rs> mit Fräulein <rs type="person" xml:id="d1e47305">Mache</rs>, <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e47309">Siebert</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e47309_entity-link"/> nett gesprochen, glücklich, wieder im Geschirr zu sein, traf den jungen <rs ref="#__GND_1290218110" type="person" xml:id="d1e47312">Rothacker</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1290218110" xml:id="d1e47312_entity-link"/> der <rs ref="#__GND_1307084974" type="person" xml:id="d1e47315">Wasse</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1307084974" xml:id="d1e47315_entity-link"/> besucht hat, hielt meine Vorlesung zu <unclear>eifrig</unclear>. Erzählte von dem Fall in Finnentrop-Altena, sehr nett. Schnell zum <rs ref="#__GND_3021332-0" type="place" xml:id="d1e47322">Finanzministerium</rs>, auf <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47326">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47326_entity-link"/> gewartet. Traf <rs type="person" ref="#__GND_118708988" xml:id="d1e47329">Hassel</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118708988" xml:id="d1e47329_entity-link"/> der ihn besuchte, und <unclear><add><app><lem>ich</lem><rdg>er</rdg></app></add></unclear> sprach nett mit ihm (sein Aufsatz <rs type="document" ref="#__ZOTERO_5KDMZNFZ" xml:id="d3e47363">Untergang des Abendlandes</rs> <unclear>schon überholt</unclear>), erklärt, das Buch nicht zu lesen.<note type="editorial" xml:id="d1e47346">Hinter dem Pseudonym <q>Christian Augustin</q> verbirgt sich Christian August Ulrich von Hassell. Er bezieht sich auf Oswald Spenglers berühmte Abhandlung 
                            <bibl type="book"><author>Oswald Spengler</author>, <title>Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. 2 Bde.</title>, Wien und Leipzig: Braumüller <date>1918 und 1922</date></bibl>.</note> Fuhr mit Popitz nach Hause, nett unterhalten beim Mittagessen, dann geschlafen bis 5, Tee getrunken, auf Duschka gewartet, sie kam um 6, mit Claire, und war sehr zufrieden, <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e47357">Anni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e47357_entity-link"/> war gekommen, morgen <unclear>wollen</unclear> sie schon in <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e47362">Schlachtensee</rs> übernachten. Ich war darüber sehr glücklich, trotz der Sorge wegen der <unclear><rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e47367">Müller-Albrecht</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e47367_entity-link"/> Wir aßen zu Abend, die beiden Damen gingen früh zu Bett. Ich trank mit Popitz eine Flasche Hochheimer, sprach über <gap/>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47380">
                        (<rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e47385">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e47385_entity-link"/> hatte gesagt, der <rs ref="#__ZOTERO_ETN633J5" type="document" xml:id="d3e47413">Arbeiter</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETN633J5" xml:id="d3e47413_entity-link"/> Jüngers ist ein Berliner, anderweitig gibt es ihn gar nicht). Ging zufrieden ins Bett.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-10" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47478">
                        Er definiert immer in Verallgemeinerungen, begrifflich-scholastisch. Um 12 zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-13" n="1944-01-13">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47750">
                        traf <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e47754">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e47754_entity-link"/> und sprach nett mit ihm.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e47760">
                        <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e47768"><hi>Gutjahr</hi></rs><note type="editorial" xml:id="d1e47770">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-13" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47788">
                        <hi><date type="entry-date" when-iso="1944-01-13">Donnerstag, 13/1 44</date>,</hi> todmüde, konnte kaum aufstehen, schließlich doch um 9, heftige Schmerzen im Magen. Allmählig ging es natürlich, überlegte meinen Brief, telefonierte mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47798">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47798_entity-link"/> ging nach <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e47801">Steglitz</rs> zum Bahnhof, fuhr zur <rs ref="#__GND_1016783-3" type="place" xml:id="d1e47804">Universität</rs>, dort diktierte ich einen Brief, ein freundliches Mädchen, an den Bezirksstadtrat, schrieb an <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e47810">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e47810_entity-link"/> (<rs ref="#__GND_116334312" type="person" xml:id="d1e47813">Echebarría</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116334312" xml:id="d1e47813_entity-link"/> nimmt es mit für den Kurier), an <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e47816">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e47816_entity-link"/> an <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e47821">Ännchen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e47821_entity-link"/> Allmählig teile ich die neue Adresse <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e47825">Schlachtensee</rs> mit, obwohl mir der <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e47828">Müller-Albrecht</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e47828_entity-link"/> noch Angst macht. Traf <rs ref="#__GND_118705490" type="person" xml:id="d1e47834">Höhn</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118705490" xml:id="d1e47834_entity-link"/> und sprach nett mit ihm, auch <rs ref="#__GND_118701851" type="person" xml:id="d1e47839">Hartung</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118701851" xml:id="d1e47839_entity-link"/> dann hielt ich meine Vorlesung Verwaltung sehr gut, freute mich darüber, gab nachher Echebarría seine schöne Mappe zurück und den Brief für Conde, <rs ref="#GutjahrHerbert" type="person" xml:id="d1e47850">Gutjahr</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GutjahrHerbert" xml:id="d1e47850_entity-link"/> war da, sehr glücklich darüber, er begleitete mich zum <rs type="place" ref="#__GND_3021332-0" xml:id="d1e47853">Finanzministerium</rs> und will um 4 mit nach Schlachtensee fahren.<note type="editorial" xml:id="d1e47856">Herbert Gutjahr war ab Wintersemester 1935/36 etwa vier Jahre lang Universitätsassistent Schmitts und bespitzelte ihn für den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Reinhard Mehring</author>, <title>Carl Schmitt. Aufstieg und Fall. Eine Biographie</title>, München: C.H. Beck <date>2009</date>, S. 378</bibl>.</note> Holte <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47861">Popitz</rs> in seinem Ministerium ab. Er rief bei <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e47867">Zahler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e47867_entity-link"/> an, ich soll mich morgen untersuchen lassen. Wir fuhren zusammen zur <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e47870">Brentanostraße</rs>, durchs zerstörte, <unclear>gossen</unclear>hafte <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e47876">Berlin</rs>. Ich war todmüde. Aßen allein zu Mittag, sprachen über den <unclear xml:id="d1e47879"><app><lem>Ministerialdirigenten</lem><rdg>Ministerialdirektor</rdg></app> <rs ref="#Ribbe" type="person" xml:id="d1e47884">Ribbe</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Ribbe" xml:id="d1e47884_entity-link"/><note type="alternative-reading" xml:id="d1e47879_alt-rdg" target="#d1e47879">Alternative Lesart zu „Ministerialdirigenten“: Ministerialdirektor</note> über Referendarerfahrungen, die Vorliebe für Civilprozesse, ruhte dann eine Stunde aus, um 4 Anruf wegen des <rs ref="#__ZOTERO_NVDAGWN9" type="document" xml:id="d3e47913">Neudrucks</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NVDAGWN9" xml:id="d3e47913_entity-link"/> der <rs ref="#__ZOTERO_GUDZH2ME" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e47916">letzten globalen Linie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GUDZH2ME" xml:id="d3e47916_entity-link"/> an Herrn <unclear><rs type="person" xml:id="d1e47897">Rölden</rs></unclear>, dann kam Gutjahr. Erzählte sehr nett von Žytomyr und dem Rückzug, seinem Divisionär (<unclear><rs ref="#__GND_126765251" type="person" xml:id="d1e47903">Papenbroock</rs></unclear>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_126765251" xml:id="d1e47903_entity-link"/> wir fuhren im Autobus nach <rs ref="#__GND_4069322-3" type="place" xml:id="d1e47907">Zehlendorf</rs>, dann nach Schlachtensee, Duschka bewirtete uns mit gutem Tee, ich gab das von <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e47912">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e47912_entity-link"/> besorgte Handwerkszeug ab, Gutjahr plauderte sehr nett, <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47917">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47917_entity-link"/> kam auch. Ich war aber müde und deprimiert, obwohl mich der Besuch von Gutjahr sehr erfreut hatte. Wir fuhren mit der S-Bahn zurück, sprachen über Friedensmöglichkeiten, Unsinn der rassendoktrinären Politik, er war aufgeschlossen und klug, ich freute mich sehr über ihn, ging dann in der Dunkelheit von Steglitz zur Brentanostraße, gegen 7 angekommen, etwas auf meinem Zimmer, dann zu Abend gegessen; Heringe, Kartoffeln, nachher schwarzes Brot (Kriegsbrot mit Butter und Käse, unabsichtlich, aber doch nicht bedeutungslos<supplied>)</supplied>. Nachher holte <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e47933">Corry</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e47933_entity-link"/> den Radioapparat ins Herrenzimmer und spielte, ich ging müde auf mein Zimmer, kann diese Musik nicht mehr vertragen. Las zwischendurch einen Aufsatz von <gap/> über Kantorowicz <rs ref="#__ZOTERO_K4B55XRQ" type="document" xml:id="d3e47964">Friedrich II.</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_K4B55XRQ" xml:id="d3e47964_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e47944">Möglicherweise las Schmitt 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Albert Brackmann</author>, <title>Kaiser Friedrich II. in "mythischer Schau"</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1929, Bd. 140, H. 3, S. 534-549</bibl>.</note> diese armseligen Deutschnationalen, wie sind sie <unclear>im Grunde</unclear> unterlegen. Tiefe Depressionen. Um 10 wieder heruntergegangen, eine Flasche Hochheimer getrunken, sauer, war aber froh, etwas Wein zu haben, wie die Ratte, fragte, ob er nicht religiös sei, er will nicht darüber sprechen, kam immer wieder auf die Deutschen zurück, die falsche <unclear>Kritik</unclear>, sah einen wissenschaftlich unwissenschaftlichen Relativisten, will Judengesetze machen, christlicher Staat, sah den Abgrund, der uns trennt, todmüde.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-14" n="1944-01-14">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-14" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47962">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-01-14">Freitag, 14/1 44.</date> Todmüde um 8 ¼ aufgestanden, immer wieder eingeschlafen, mußte aber aufstehen, weil <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47968">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47968_entity-link"/>nervös war, eilig weg<c type="ephemeral-hyphen">-</c>zukommen, denn <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e47975">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e47975_entity-link"/> wollte in die Vorlesung. Fuhr bis zur <rs ref="#Kaiserallee" type="place" xml:id="d1e47979">Kaiserallee</rs>, ging dann zur <rs ref="#__GND_7672788-9" type="place" xml:id="d1e47982">Fasanenstraße</rs>, hatte noch Zeit, in die <rs ref="#PariserStr." type="place" xml:id="d1e47987">Pariser Straße</rs> hinein, besuchte <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e47990">Körnchen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116296933" xml:id="d1e47990_entity-link"/> traf vorher einen Pers<unclear>er</unclear>, <rs ref="#Paletzki" type="person" xml:id="d1e47996">Paletzki</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Paletzki" xml:id="d1e47996_entity-link"/> der bei <rs ref="#__GND_119486369" type="person" xml:id="d1e47999">Schleicher</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119486369" xml:id="d1e47999_entity-link"/> promoviert, er begleitete mich in die Wohnung von Körnchen, dort war die entzückende <rs type="person" ref="#K&#xF6;rnchenFrau" xml:id="d1e48004">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;rnchenFrau" xml:id="d1e48004_entity-link"/> nachher kam auch der Alte, rührendes Bild, die verbrannte Wohnung, die Bücher stehen noch, war tief erschüttert und dachte an mein unverdientes Behagen; dann zu <rs ref="#__GND_127694218" type="person" xml:id="d1e48009">Zahler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127694218" xml:id="d1e48009_entity-link"/> während ich die Wohnung suchte, kam ein Referendar <rs ref="#PaulusWernerReferendar" type="person" xml:id="d1e48015">Paulus</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#PaulusWernerReferendar" xml:id="d1e48015_entity-link"/> sprach mich an, weil er mich kannte, und half suchen, er ist jetzt in Füssen im Allgäu. Zahler war liebenswürdig und nett, wartete etwas, dann eine schöne Unterhaltung über die Philosophie der Bombenzerstörungen (die Menschheit ist ein Krebs, man schneidet immer einzelne Flächen heraus und erforscht sie, sehr hübsch, aber die Dummheit zeigt sich darin, daß er meint, auf diese Weise käme man allmählig zum Ganzen). Als ich sagte: <quote xml:id="d1e48022">Ich sehe in den Bombenerfahrungen Ritze, die durch unsere Nerven hindurchbrechen</quote>, meinte er, <quote xml:id="d1e48030">das haben wir im Ersten Weltkrieg auch geglaubt, es kommt aber nichts dabei heraus.</quote> Sehr interessantes, aber im Grunde trauriges Gespräch. Dann untersuchte er mich (ekelhaft, so nackt dazuliegen), stellte am Oberarm <gap/> fest, fand, daß die Ohrengeräusche schon sehr weit gediehen sind, verschrieb mir Jod (<gap/>),
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-16" n="1944-01-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-16" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48630">
                        Nachher Radio, romantische Musik, sehr schön <unclear><rs ref="#__GND_11878210X" type="person" xml:id="d1e48635">Marschner</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11878210X" xml:id="d1e48635_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118629662" type="person" xml:id="d1e48638">Weber</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629662" xml:id="d1e48638_entity-link"/> scheußlich der verlogene <rs ref="#__GND_118594117" type="person" xml:id="d1e48641">Wagner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594117" xml:id="d1e48641_entity-link"/> mit seinem Waldweben und seinem <rs ref="#__ZOTERO_7H2UD4MR" type="document" xml:id="d3e48668">Lohengrin</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_7H2UD4MR" xml:id="d3e48668_entity-link"/> (Gohohohohoot). Erste streitsüchtige Gespräche mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48652">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48652_entity-link"/>über die Kastration des 2. Reiches und seinen Zusammenbruch, Identitäts<c type="ephemeral-hyphen">-</c>frage, falscher Kompromiß,<note type="editorial" xml:id="d1e48659">Vgl. dazu 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Staatsgefüge und Zusammenbruch des zweiten Reiches. Der Sieg des Bürgers über den Soldaten</title>, Hamburg: Hanseatische Verlagsanstalt <date>1934</date></bibl>.</note> allmählich friedlicher, welch ein Abgrund zwischen uns! Dann noch wunderschöner Bordeaux 33er, herrlich, leider war Popitz todmüde, ich war munter, wir sprachen über meinen Budapester Vortrag, den er gelesen hat und der ihm zu gefallen scheint.<note type="editorial" xml:id="d1e48667">Offenbar im Typoskript, denn der Vortrag wurde erst später gedruckt; vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Die Lage der europäischen Rechtswissenschaft (1943/44)</title>, in: <title>Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924-1954. Materialien zu einer Verfassungslehre</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1958</date>, S. 386-429</bibl>.</note> Das machte mir Freude,<note type="editorial" xml:id="d1e48672">Mit Bleistift schrieb Schmitt darunter: <q>das machte mich sehr glücklich</q>.</note> vergaß die Luftkriegssituation, in der ich stecke, und war eine Stunde lang munter. ½ 12 zu Bett. <unclear>Gut</unclear> habe ich <rs ref="#__ZOTERO_V4V2D2KW" type="document" xml:id="d3e48704">Kanne</rs> <corr/> <unclear>dafür für <rs ref="#Sch&#xF6;lerKarl" type="person" xml:id="d1e48689">Schöler</rs></unclear>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xF6;lerKarl" xml:id="d1e48689_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e48692">Im Nachlass Schmitts befindet sich der Brief von Karl Schöler an ihn vom 20. Januar 1944, in dem sich Schöler für die Zusendung des Kanne-Büchleins bedankt.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-17" n="1944-01-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-17" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e48698">
                        Montag, <date type="entry-date" when-iso="1944-01-17">17/1 44</date>. Nicht gut geschlafen, nervös, Ohrenklingen, aber ausgeruht, eine Stunde lang angezogen, rasiert, wieder ins Bett, Vorlesung überlegt, um ½ 11 aus dem Haus und mit der U-Bahn in die Stadt. Will <rs ref="#Sch&#xF6;lerKarl" type="person" xml:id="d1e48710">Schöler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Sch&#xF6;lerKarl" xml:id="d1e48710_entity-link"/> den <rs ref="#__ZOTERO_V4V2D2KW" type="document" xml:id="d3e48737">Kanne</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_V4V2D2KW" xml:id="d3e48737_entity-link"/> schicken. Stieg <rs ref="#__GND_4732177-5" type="place" xml:id="d1e48717">Kaiserhof</rs> aus, ging an der Buchhandlung Schweitzer vorbei,<note type="editorial" xml:id="d1e48722">Die Buchhandlung befand sich in der Französischen Str.</note> um den <rs ref="#__GND_118605909" type="person" xml:id="d1e48725">Savigny</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605909" xml:id="d1e48725_entity-link"/> zu kaufen, bekam ihn aber nicht, zum Postamt in die Französische Straße, Brief an Schöler geschickt, noch einen an <rs ref="#__GND_107729059" type="person" xml:id="d1e48731">Medem</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_107729059" xml:id="d1e48731_entity-link"/> froh, das erledigt zu haben, und zur <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e48734">Universität</rs>. Dort sprach mich <rs ref="#Th&#xF6;ne" type="person" xml:id="d1e48737">Thöne</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Th&#xF6;ne" xml:id="d1e48737_entity-link"/> an, der die Bücher von der <rs ref="#__GND_1041680805" type="place" xml:id="d1e48740">Staatsbibliothek</rs> transportiert und mir helfen will, was mich sehr freute, <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e48745">Brinkmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e48745_entity-link"/> zeigte den Brief von Frau <rs ref="#__GND_117476129" type="person" xml:id="d1e48749">Sombart</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117476129" xml:id="d1e48749_entity-link"/> deren Bücher verbrannt sind. Brinkmann will wieder bei uns wohnen. Hielt dann meine Vorlesung, etwas eilig, aber gut und gedrängt. Nachher kam ein Ungar, der versprach, das Manuskript meines <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e48780">Budapester Vortrags</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e48780_entity-link"/> zu besorgen. Traf noch den Doktoranden <rs ref="#__GND_14067084X" type="person" xml:id="d1e48760">Maiwald</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_14067084X" xml:id="d1e48760_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e48764">Vgl. zu Maiwalds Promotion 1943 und der geplanten Habilitation 1944 bei Schmitt 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 80-81,104-105</bibl>.</note> <rs ref="#__GND_4094836-5" type="place" xml:id="d1e48769">Unter den Linden</rs>, <rs ref="#__GND_121127265" type="person" xml:id="d1e48772">Ritterbusch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_121127265" xml:id="d1e48772_entity-link"/> und seinen <rs ref="#RitterbuschFritz" type="person" xml:id="d1e48775">Bruder</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#RitterbuschFritz" xml:id="d1e48775_entity-link"/> der Bruder gefiel mir, Ritterbusch war mißtrauisch, ich war ganz klein und <unclear>dünn</unclear>, sagte <unclear>nichts</unclear>, sprach einen Augenblick von meiner Ausbombung, deprimierend und voller Angst vor diesen Henkersknechten. Zum <rs ref="#__GND_5167236-4" type="place" xml:id="d1e48787">Adlon</rs>, dort <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e48790">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e48790_entity-link"/> getroffen, dann auch <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e48793">Weber-Schumburg</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e48793_entity-link"/> Wir aßen gut, tranken eine Flasche Rotwein, Weber-Schumburg erzählte von Schweden, aber nicht ganz durchsichtig. Ich bezahlte, kaufte mir noch eine viel zu teure Flasche Wein, durch Vermitteln von Weber-Schumburg beim Barkellner. Fuhr nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e48801">Schlachtensee, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48803">Duschka</rs></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48803_entity-link"/> war entzückend, die Unverschämtheit von <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e48806"><unclear>Müller-Albrecht</unclear></rs> scheint auch den Behörden klarer zu werden. <unclear xml:id="d1e48814"><app><lem>Suchte</lem><rdg>Ordnete</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e48814_alt-rdg" target="#d1e48814">Alternative Lesart zu „Suchte“: Ordnete</note> einige Bücher, fand meinen Aufsatz über den <rs ref="#__ZOTERO_4BSW6DKN" type="document" xml:id="d3e48843">Wahnmonolog</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_4BSW6DKN" xml:id="d3e48843_entity-link"/> Aß um 5 ein Butterbrot und fuhr nach <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e48825">Steglitz</rs> zurück. Angst vor Alarm, weil dunkles Wetter. Zu Hause <unclear>nicht ins Bett</unclear> gegangen, bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48832">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48832_entity-link"/> im Zimmer, <rs ref="#__GND_118670174" type="person" xml:id="d1e48836">Donoso Cortés</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118670174" xml:id="d1e48836_entity-link"/> Reden gelesen,<note type="editorial" xml:id="d1e48839">Möglicherweise 
                            <bibl type="book"><author>Juan Donoso Cortès</author>, <title>Katholische Politik. In Reden</title>, übers. von Hans Abel, hg. von <editor>Hans Abel</editor>, München: Verlag der Vereinigung "Glaube und Treue" <date>1920</date></bibl> gemeint.</note> sehe meine frühere Unwissenheit, Popitz fand meinen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_4BSW6DKN" xml:id="d3e48867">Richard Wagner-Aufsatz</rs> von 1912 sehr schön; was mich natürlich freute. Beim Abendessen war ich bescheiden, nachher hörten wir Radio (<rs ref="#__GND_118536931" type="person" xml:id="d1e48849">Furtwängler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118536931" xml:id="d1e48849_entity-link"/>-Konzert, <gap/> <rs type="person" ref="#__GND_118508288" xml:id="d1e48855">Beethoven</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118508288" xml:id="d1e48855_entity-link"/>-Violinkonzert), schön, aber mir zu lang, dann Rotwein getrunken (die Spätweinlese), 2 Flaschen, Popitz war rührend nett und sprach über meinen Budapester Vortrag, fand, daß die juristischen Begriffe (insbesondere Achtung vor der Person) philosophischen Ursprungs sind, daher die Absetzung gegenüber der Philosophie und Theologie schwieriger ist, im übrigen rühmte er den Aufsatz als mutig. Ich war glücklich, jemanden zu finden, der meine Äußerungen liest und mit dem ich darüber sprechen kann. Um 12 ins Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-18" n="1944-01-18">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48870">
                        Dienstag, <date type="entry-date" when-iso="1944-01-18">18/1 44</date>. Bis 10 im Bett, ausgeruht, immer noch gehoben von dem Gespräch und der Anerkennung. Überlegte einige Änderungen, frühstückte, glücklich, daß kein Alarm war, zur Stadt, fragte <rs ref="#__GND_118743031" type="person" xml:id="d1e48880">Pyritz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118743031" xml:id="d1e48880_entity-link"/> nach der Äußerung <rs ref="#__GND_118540238" type="person" xml:id="d1e48883">Goethes</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540238" xml:id="d1e48883_entity-link"/> <supplied>(</supplied>Es bedarf nur eines Juden),<note type="editorial" xml:id="d1e48891">Brief Goethes an Carl Ludwig von Knebel vom 12. Januar 1814, in: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Wolfgang von Goethe</author>, <title>Goethes Briefe. September 1813 bis 24. Juli 1814</title>, Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger <date>1901</date> (<title type="series">Sophienausgabe</title> Abt. IV), S. 99</bibl>; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 514</bibl>. Bei Goethe heißt es: <q>Es ist freylich schwer, sich in Geduld zu fassen; man muß aber denken, daß es nur eines Betteljuden bedarf, um einen Gott am Kreuze zu verhöhnen.</q></note> traf <unclear><rs ref="#__GND_11870947X" type="person" xml:id="d1e48900">Hedemann</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11870947X" xml:id="d1e48900_entity-link"/> der einen Vortrag in Spanien halten soll, dann meine Vorlesung, sehr gut (Verfassungsrechtsvergleich, über <unclear xml:id="d1e48903"><app><lem>Ministeriale</lem><rdg><rs ref="#__GND_118585967" type="person" xml:id="d1e48907">Mussolini</rs></rdg></app></unclear>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118585967" xml:id="d1e48907_entity-link"/><note type="alternative-reading" xml:id="d1e48903_alt-rdg" target="#d1e48903">Alternative Lesart zu „Ministeriale“: Mussolini</note> nachher gab ich dem jungen Ungarn das <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e48936">Manuskript</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e48936_entity-link"/> für <rs ref="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" type="person" xml:id="d1e48916">Kuncz</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Kuncz&#xD6;d&#xF6;n" xml:id="d1e48916_entity-link"/> mit einem netten Postbeamten, der bei mir hört, <rs ref="#BartschHans-WernerStudent" type="person" xml:id="d1e48919">Bartsch</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#BartschHans-WernerStudent" xml:id="d1e48919_entity-link"/> in der Bahn gefahren, über Post unterhalten, dann nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e48924">Schlachtensee</rs>, schöne Fahrt; mein Gott, jetzt werde ich wieder auf diese Ebene geführt; innerlich ganz passiv; alles war die <unclear>schreckliche Sorge</unclear> <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48931">Duschkas</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48931_entity-link"/> nicht meine eigene. Aß mit <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e48934">Anni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e48934_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e48937">Tante Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e48937_entity-link"/> schon zu Mittag, ging zu Bett (Duschka ist zu <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48940">Popitz</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48940_entity-link"/> Freute mich, als sie kam, schlief eine Stunde gut, um 4 aufgestanden, <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e48946">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e48946_entity-link"/> kam, nachher noch Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e48949">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e48949_entity-link"/> nettes Gespräch, über Schweden, <rs ref="#Bl&#xF6;tzFerdinand" type="person" xml:id="d1e48952">Blötz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Bl&#xF6;tzFerdinand" xml:id="d1e48952_entity-link"/> um 5 ¼ zurück, Tee und Schnaps getrunken. Gab Weber-Schumburg meinen Vortrag aus Budapest; er will nach Paris. <hi>In <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e48959">Steglitz</rs> ausgestiegen</hi>, in der Dunkelheit gefallen, etwas am Knie verletzt, um ½ 7 schon wieder zu Hause. Nach dem Abendessen (Gespräch über <rs ref="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" type="document" xml:id="d3e48989">Orpheus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" xml:id="d3e48989_entity-link"/> von Gluck, das Popitz <hi>mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e48971">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e48971_entity-link"/> heute Nachmittag</hi> gesehen hatte), mit <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e48975">Hodler</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49054">
                        über <rs ref="#__GND_117446041" type="person" xml:id="d1e49058">Seeßelberg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117446041" xml:id="d1e49058_entity-link"/> akustische Architektur, sehr interessant (2 Brennpunkte hören sich gegenseitig sehr laut). Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e49061">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e49061_entity-link"/> eine Flasche herrlicher Rauenthaler 37, er war müde (von dem Zuhälter, nicht einmal ein Gangster, schleimiger <rs ref="#__GND_118534742" type="person" xml:id="d1e49066">Frank</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118534742" xml:id="d1e49066_entity-link"/> Schwein, <supplied>ich</supplied> sah den Haß, aber ist er fruchtbar<supplied>?</supplied>), über den jüdischen Anwalt <rs ref="#__GND_174059310" type="person" xml:id="d1e49076">Lion</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174059310" xml:id="d1e49076_entity-link"/> und seine <rs ref="#LionFrau" type="person" xml:id="d1e49079">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LionFrau" xml:id="d1e49079_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118616390" type="person" xml:id="d1e49082">Spranger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616390" xml:id="d1e49082_entity-link"/> der nichts mehr mit mir zu tun haben will, seitdem ich die Judentagung 36 gemacht habe,<note type="editorial" xml:id="d1e49088">Schmitt lud als Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes zum 4. und 5. Oktober 1936 zur Tagung <q>Das Judentum in der Rechtswissenschaft</q> ein.</note> was er damals für mich tat, er nennt sich einen Politiker und Staatsmann; gewann ihn sehr lieb. Um 11 ¼ zu Bett. Von dem Wein sehr frisch, etwas meine Vorlesung vorbereitet. Konnte nicht einschlafen.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-1-18" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e53715">
                        Dienstag <date type="entry-date" when-iso="1944-1-18">18/1/1944</date>. Abends bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e53724">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e53724_entity-link"/> (<rs ref="#Bretanostra&#xDF;e" type="place" xml:id="d1e53727">Brentanostraße</rs><supplied>)</supplied>, wo ich gleich nach dem Abendessen mit ihm und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e53736">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e53736_entity-link"/> über <rs ref="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" type="document" xml:id="d3e53767">Orpheus</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZKFSFDIN" xml:id="d3e53767_entity-link"/> von Gluck, das Popitz mit Corrie heute Nachmittag gesehen hatte, mit <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e53750">Hodler</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-19" n="1944-01-19">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-19" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49098">
                        Mittwoch, <date type="entry-date" when-iso="1944-01-19">19/1 44</date>. Nicht gut geschlafen, der Wein war zu gut und anregend. Um 9 langsam angekleidet, mit Freude an meine Vorlesung Völkerrecht gedacht, mit der S-Bahn zum <gap/>, Haare schneiden lassen bei <rs ref="#B&#xFC;hlerFriseur" type="person" xml:id="d1e49113">Bühler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#B&#xFC;hlerFriseur" xml:id="d1e49113_entity-link"/> Telegramm nach Plettenberg, daß ich Freitag abend komme. Sah <rs ref="#__GND_11686172X" type="person" xml:id="d1e49117">Groh</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11686172X" xml:id="d1e49117_entity-link"/> der mir eine Bescheinigung geben will; im Ganzen traurig und voller Angst. Hielt meine Vorlesung gut, aber zu eifrig, hatte den Eindruck, daß die Hörer nicht folgen können (Raumordnung, Trennung von Land und Meer), nachher kam der <rs ref="#ArastehFarhadStudentausTeheran" type="person" xml:id="d1e49122">Perser</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ArastehFarhadStudentausTeheran" xml:id="d1e49122_entity-link"/> und will morgen helfen, die Bücher aufstellen. Fuhr mit S-Bahn nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e49131">Schlachtensee</rs>, trotz der Überfüllung war das sehr schön, wunderbares Gefühl, wieder eine Wohnung zu haben, aß gut zu Mittag, ging zu Bett, ruhte aus, um 4 kam <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e49136">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e49136_entity-link"/> wir tranken schönen Tee, Schnaps, schöne Gänsebrustbrötchen, die beiden Frauen sprachen mit Hodler, freute mich an der Klugheit und dem Takt <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e49141">Duschkas</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e49141_entity-link"/> Um 5 ¼ mit Hodler zurück, vom <rs ref="#BahnhofSteglitz" type="place" xml:id="d1e49145">Bahnhof Steglitz</rs> nach der <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e49148">Brentanostraße</rs>, schönes Gespräch über die <rs ref="#__GND_118557238" type="person" xml:id="d1e49151">Jungfrau von Orléans</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118557238" xml:id="d1e49151_entity-link"/> er findet das abergläubisch, Stimmen gibt es nicht, ganz typische Aufklärung. Auf meinem Zimmer einen Augenblick Ruhe. Wiederbegegnung mit <rs ref="#__GND_118670174" type="person" xml:id="d1e49156">Donoso Cortés</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118670174" xml:id="d1e49156_entity-link"/> tief enttäuscht, plötzlich großartig; Vorlesung vorbereitet, ich weiß nichts, um 8 aßen wir zu Abend, die nette Unterhaltung mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e49162">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e49162_entity-link"/> Hodler, <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e49165">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e49165_entity-link"/> (Chefbesprechung mit <unclear>Druckleitung</unclear>, <unclear>über Druckereien</unclear>), dann ins Herrenzimmer. Popitz über Verwaltung, Oberpräsident als Kommissar, allgemeine Verwaltung und Sonderverwaltung, gegen den Anspruch der Post, ein Ministerium zu bilden, die <rs ref="#__ZOTERO_PJ3PB46I" type="document" xml:id="d3e49203">14 Tröstungen Luthers</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_PJ3PB46I" xml:id="d3e49203_entity-link"/> (von dem <gap/> <rs ref="#__GND_119437503" type="person" xml:id="d1e49185">Heckel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119437503" xml:id="d1e49185_entity-link"/> herausgegeben, während ihn sein <rs ref="#__GND_118709437" type="person" xml:id="d1e49188">Bruder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118709437" xml:id="d1e49188_entity-link"/> in seinen wenigen Stunden seiner dienstfreien Zeit gefördert hat, in Paris, diese Heuchler und Betrüger), Bodenheimer Hoch getrunken, der gut war, nettes, mildes Gespräch mit dem sehr müden Popitz, fühlte mich wohl in meiner Rolle als Hase, ein Hase und ein Fuchs, der bist du wohl, Angst vor der eigenen Wohnung; der scheußliche Hausmeister, alles ruht auf der guten Duschka. Ziemlich munter zu Bett, Kontakt mit erfahrenen und bedeutenden Menschen, der mir sonst fehlt.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-20" n="1944-01-20">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-20" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49204">
                        Donnerstag, <date type="entry-date" when-iso="1944-01-20">20/1 44</date>. Wieder kein Alarm die Nacht, verdächtige Ruhe. Um ½ 8 aufgestanden, rasiert und einen Augenblick wieder zu Bett. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e49213">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e49213_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e49216">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e49216_entity-link"/> gefrühstückt, mit ihnen in die Stadt gefahren, um im <rs type="place" ref="#__GND_2029553-4" xml:id="d1e49220">Auswärtigen Amt</rs> ein Paket abzuholen, aus Budapest, mit großen Erwartungen, es waren aber nur meine Bücher. Große Enttäuschung. Traurig bei Schweitzer vorbei,<note type="editorial" xml:id="d1e49225">Buchhandlung in der Französischen Straße.</note> den <rs ref="#__GND_118605909" type="person" xml:id="d1e49228">Savigny</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118605909" xml:id="d1e49228_entity-link"/> bestellt, ob ich ihn bekomme?<note type="editorial" xml:id="d1e49231">Im Nachlass Schmitts befindet sich nur ein Buch von Savigny, 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Carl von Savigny</author>, <title>Vom Beruf unserer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft</title>, 2. verm. Aufl., Heidelberg: J.C.B. Mohr <date>1828</date></bibl>, RW 0265 Nr. 27061.</note> Zum <rs ref="#CafeVictoriaUnterdenLinden" type="place" xml:id="d1e49239">Café Victoria</rs>, an <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e49244">Bruno Bauer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e49244_entity-link"/> den Berliner, gedacht, was hätte er gedacht (<quote xml:id="d1e49247">wer die Zukunft nicht kennt, kann auch die Vergangenheit nicht kennen</quote>),<note type="editorial" xml:id="d1e49249">Bisher nicht ermittelt.</note> zwischen diesen Ruinen einen Augenblick des Nachdenkens, die <rs ref="#__GND_4267115-2" type="place" xml:id="d1e49254">Hedwigskirche</rs> zerstört,<note type="editorial" xml:id="d1e49258">Die Hedwigskirche brannte nach einem alliierten Luftangriff in der Nacht auf den 2. März 1943 bis auf die Umfassungsmauern nieder, auch die Kuppel wurde zerstört.</note> damit die Lüge mit <rs ref="#__GND_1160650608" type="person" xml:id="d1e49261">Kathleen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1160650608" xml:id="d1e49261_entity-link"/> In die <rs ref="#__GND_1016783-3" type="place" xml:id="d1e49264">Universität</rs> zu <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e49267">Brinkmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e49267_entity-link"/> auf sein Zimmer, Todesanzeige von <rs ref="#__GND_118682644" type="person" xml:id="d1e49272">Eulenburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682644" xml:id="d1e49272_entity-link"/> besonders schön (<quote xml:id="d1e49276">ein Leben voller Erfolg, Glück und tiefsten Leidens ist vollendet</quote>),<note type="editorial" xml:id="d1e49278">Franz Eulenburg starb am 28. Dezember 1943 an den Folgen der Gestapo-Haft.</note> über <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e49281">Grewe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e49281_entity-link"/> darüber, daß er, wenn die Not noch größer wird, bereit ist, zum Katholizismus überzutreten (alles aber freibleibend deutsch), dann im Professorenzimmer mit <rs ref="#__GND_118701851" type="person" xml:id="d1e49288">Hartung</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118701851" xml:id="d1e49288_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11870947X" type="person" xml:id="d1e49292">Hedemann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11870947X" xml:id="d1e49292_entity-link"/> und <unclear><rs type="person" ref="#__GND_1030174954" xml:id="d1e49296">Füchslein</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030174954" xml:id="d1e49296_entity-link"/> <rs ref="#__GND_117755222" type="person" xml:id="d1e49299">Reicke</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117755222" xml:id="d1e49299_entity-link"/> Hielt meine Vorlesung gut, besonders über Oberpräsident in Preußen, für <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e49302">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e49302_entity-link"/> der es aber nicht verstanden zu haben scheint. Er brachte die Manuskripte meines <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e49338">Budapester Vortrags</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e49338_entity-link"/> den er außerordentlich <quote rend="quoted" xml:id="d1e49316">mutig</quote> fand (worüber ich erschrak), meinte, der Vortrag würde wie eine Bombe wirken, begleitete mich zur S-Bahn <rs ref="#__GND_4094836-5" type="place" xml:id="d1e49324">Unter den Linden</rs>. Ich fuhr nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e49327">Schlachtensee</rs>, aß dort zu Mittag, der Perser <rs ref="#ArastehFarhadStudentausTeheran" type="person" xml:id="d1e49333">Arasteh</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ArastehFarhadStudentausTeheran" xml:id="d1e49333_entity-link"/> war da, ein netter Junge, der half, die Bücher ordnen und sehr fleißig war, mit schwarzen orientalischen milden Augen. <corr/> Todmüde nach dem Essen geschlafen, schöner Tee mit Honig und Butterbroten. Rechtzeitig nach Hause zurück. Um 7 Alarm, im Luftschutzkeller nett unterhalten mit dem Generalintendant <rs ref="#WanderslebenWalterVon" type="person" xml:id="d1e49342">von Wandersleben</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WanderslebenWalterVon" xml:id="d1e49342_entity-link"/> über Heeresverwaltung und Kommandogewalt, schönes Gespräch. Um 8 ½ war der Alarm zu Ende, <corr/> <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e49351">Hodler</rs> erzählte von seinem Besuch,<note type="editorial" xml:id="d1e49356">Hodler wohnte seit 1942 bei Popitz im Haus, seine Familie lebte in Hameln. Die Kinder besuchten Hodler gelegentlich in Berlin; vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Martin Tielke</author>, <title>Dunkelmann und Lichtgestalt. Carl Schmitt, Johannes Popitz und der Widerstand</title>, in: <title>Sinn und Form</title>, Bd. 65, H. 4, S. 484-507, hier S. 489</bibl>.</note> noch Wein getrunken, Rotwein, Chatière, Popitz kam um 11 mit Corrie von <rs ref="#__GND_122776690" type="person" xml:id="d1e49367">Jessen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122776690" xml:id="d1e49367_entity-link"/> zurück, wir tranken noch weiteren Wein, bis 2 Uhr; über Träume (Corrie sehr nett über die <gap/> Art ihres Vaters<supplied>)</supplied>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-21" n="1944-01-21">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-21" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46565">
                        Freitag, <date when-iso="1944-01-21">21/1 44</date> bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e46574">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e46574_entity-link"/> Müde, noch einmal zu Bett, um ½ 10 von <rs ref="#GreteHausm&#xE4;dchenvonPopitz" type="person" xml:id="d1e46577">Grete</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GreteHausm&#xE4;dchenvonPopitz" xml:id="d1e46577_entity-link"/> geweckt, weil <corr><rs ref="#__GND_118752391" type="person" xml:id="d1e46581">Stackelberg</rs></corr><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118752391" xml:id="d1e46581_entity-link"/> am Telefon war. Er will nächste Woche nach Spanien reisen und nochmals anrufen, angenehmes Gespräch. Träumte von <rs ref="#Eiringhausen" type="place" xml:id="d1e46587">Eiringhausen</rs>, dem Häuschen in der <rs ref="#Bachstra&#xDF;eEiringhausen" type="place" xml:id="d1e46592">Bachstraße</rs>,<note type="editorial" xml:id="d1e46595">In diesem Haus wurde Schmitt geboren.</note> spielte Klavier, überhörte das Klopfen (während Grete klopfte). Frühstückte, machte mich und mein Gepäck zurecht, verabschiedete mich von Mamsell, gab ihr 50 Mark, und ging zum <rs ref="#BahnhofSteglitz" type="place" xml:id="d1e46601">Bahnhof Steglitz</rs>. Am <rs ref="#PotsdamerBahnhof" type="place" xml:id="d1e46604">Potsdamer Bahnhof</rs> noch einiges
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-21" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46611">
                        erledigt, <gap/> vergebens, Telegramm an Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e46617">Schnitzler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116848715" xml:id="d1e46617_entity-link"/> wegen des schwarzen Anzugs in Frankfurt;<note type="editorial" xml:id="d1e46620">Das Telegramm ist nicht erhalten, vgl. aber 
                            <bibl type="bookSection"><author>Lilly von Schnitzler</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1919 bis 1977</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Rolf Rieß</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2011</date>, S. 113-256, hier S. 169-170</bibl>.</note> auf den Zug und <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e46625">Anni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e46625_entity-link"/> gewartet. Sie kam pünktlich. Sehr nette Fahrt mit Anni bis <rs ref="#__GND_4024881-1" type="place" xml:id="d1e46634">Hildesheim</rs>, schöner Platz 1. Klasse, gegenüber ein Möbelfabrikant aus <unclear>Berlin</unclear>, früher Düsseldorf, von rheinischer Gesprächigkeit und Nettigkeit; schimpfte über die Bürokratie, den Papierkrieg, die vielen Syndicen<note type="editorial" xml:id="d1e46641">Veraltete Schreibweise für <q>Unternehmensjuristen</q>.</note> in den Wirtschaftsgruppen usw. Kam rechtzeitig in <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e46648">Hagen</rs> an, unterwegs allerdings in <rs ref="#__GND_4055374-7" type="place" xml:id="d1e46651">Soest</rs> Alarm. In Hagen den Zug nach Plettenberg bekommen (alles, als ob das ungeheure Glückszufälle wären<supplied>)</supplied>; um ½ 12 in <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e46658">Plettenberg</rs>. Es war niemand an der Bahn, der Sohn von <rs ref="#FlegerWaldemar" type="person" xml:id="d1e46662">Waldemar Fleger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#FlegerWaldemar" xml:id="d1e46662_entity-link"/> begleitete mich. Zu Hause lag <rs ref="#__GND_139638237" type="person" xml:id="d1e46667">Ännchen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_139638237" xml:id="d1e46667_entity-link"/> im Bett, eitrige Mandelentzündung, Fräulein <rs ref="#GeschkeErna" type="person" xml:id="d1e46670">Geschke</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GeschkeErna" xml:id="d1e46670_entity-link"/> wollte Tee machen, ich trank aber nur eine Flasche Sekt und aß meine Butterbrote, las den <rs type="document" ref="#__ZOTERO_9MMA7UR4?p=309-311" xml:id="d3e46698">Neujahrsbrief</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9MMA7UR4?p=309-311" xml:id="d3e46698_entity-link"/> von <rs ref="#__GND_118707450" type="person" xml:id="d1e46679">Huber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118707450" xml:id="d1e46679_entity-link"/> aus Straßburg, der die 2. Auflage von <rs ref="#__ZOTERO_VMATVXK8" type="document" xml:id="d3e46705">Heer und Staat</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_VMATVXK8" xml:id="d3e46705_entity-link"/> geschickt hat;<note type="editorial" xml:id="d1e46685">Die erste Auflage aus dem Jahr 1938 befindet sich mit Widmung des Verfassers im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 23184.</note> erst war ich zufrieden, allmählig sah ich den schleimigen Undank dieses Krieges. Um 1 ins Bett; abends war Alarm im ganzen Industriebezirk.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-29" n="1944-01-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e46693">
                        Samstag, <date when-iso="1944-01-29">29/1 44</date>. Bis 11 geschlafen, zwischendurch einige Male wach. Traum: Eine fremde Frau ist mit ihrem Kind in unserem Schlafzimmer einquartiert, sie tut wehleidig, ich ärgere mich furchtbar, bin aber hilflos, hänge meinen Hut an einen Haken, an dem die seidenen Unterkleider der Frau hängen, gehe in ein anderes Zimmer, wo <rs ref="#SchmandtJosef" type="person" xml:id="d1e46704">Schmandt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmandtJosef" xml:id="d1e46704_entity-link"/> und einige Bekannte sind, spreche zu ihnen ironisch über Fortschritt, die Fabriken werden immer zahlreicher, immer mehr Schornsteine rauchen; warum ist das nicht so, weil die Juden und Pfaffen den Fortschritt verhindern. Schlagen wir die Juden und die Pfaffen tot, da haben wir wieder eine Front. In diesem Stil, aber die anderen verstanden die Ironie nicht, wandten sich ab und so war ich allein. Um 11 aufgestanden, etwas Ischias, Pakete ausgepackt, <unclear>beglückt</unclear> von dem Kaffee, den <rs ref="#__GND_117125733" type="person" xml:id="d1e46722">Moncada</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117125733" xml:id="d1e46722_entity-link"/> dem <rs ref="#__ZOTERO_TQPR8Z6T" type="document" xml:id="d3e46748">Gidel</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TQPR8Z6T" xml:id="d3e46748_entity-link"/> beigelegt hatte, tief gerührt. Das muß ich nun alles wieder nach Berlin schleppen. Koche mir Kaffee, die Gans von <rs ref="#SchlachtereiSechtenbeckPlettenberg" type="place" xml:id="d1e46730">Sechtenbeck</rs> war schon geholt, suchte mich für das Einpacken zu ordnen; schöner Brief von <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e46735">Werner Weber</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e46735_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e46739">Im Nachlass Schmitts befindet sich ein Brief von Werner Weber vom 17. Januar 1944, RW 0264 Nr. 17746.</note> führte dann mein Tagebuch, <rs ref="#__GND_118592653" type="person" xml:id="d1e46743">Pepys</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118592653" xml:id="d1e46743_entity-link"/> Glück am Schreibtisch;<note type="editorial" xml:id="d1e46747">Schmitt spielt an auf Pepys bedeutendes Geheimtagebuch aus den Jahren 1660 bis 1669, hier auf die Eintragungen vom 12. April 1661 (
                            <bibl type="book"><author>Samuel Pepys</author> und <author>Henry B. Wheatley</author>, <title>The diary of Samuel Pepys</title>, London: Bell <date>1897</date>, S. 10</bibl>), 26. Juli 1665 (
                            <bibl type="book"><author>Samuel Pepys</author> und <author>Henry B. Wheatley</author>, <title>The diary of Samuel Pepys</title>, London: Bell <date>1897</date>, S. 27-28</bibl>) und 17. Juli 1667 (
                            <bibl type="book"><author>Samuel Pepys</author> und <author>Henry B. Wheatley</author>, <title>The diary of Samuel Pepys</title>, London: Bell <date>1897</date>, S. 26</bibl>). Eine gekürzte Ausgabe befand sich in Schmitts Nachlass, das Buch wurde aber im Antiquariat angeboten. Eine entsprechende Stelle dort lediglich: 
                            <bibl type="book"><author>Samuel Pepys</author>, <title>Das Geheimtagebuch des Sir Samuel Pepys 1660-1669</title>, hg. von <editor>Maja Schwartzkopff-Winter</editor>, München: Georg Müller <date>1931</date>, S. 99</bibl>.</note> Erscheinungsform des Narzissmusmus?<note type="editorial" xml:id="d1e46760">Schmitt verdoppelt die Schlusssilbe; vermutlich als rhetorische Steigerungsgeste.</note> Aber da ist ja immer noch viel mehr, als in solchen Worten enthalten sein kann. Herrliche Farben der Berge, in glasiger-dunkler Tiefe. Morgen wieder in den Kessel, Schleppen der Koffer, mein Gott, was soll die Habe; stelle mir schon, wie die arme Tante <rs ref="#__GND_122629868" type="person" xml:id="d1e46770">Üssie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_122629868" xml:id="d1e46770_entity-link"/> alle denkbaren Unglücksfälle vor, Entgleisungen, Fliegeralarm usw.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e46774">
                        <date when-iso="1944-01-07">7/1/44</date>: <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e46780">Anni</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e46780_entity-link"/> hat telegraphiert, daß sie in Berlin ist und gerne hilft.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-09-15" n="1944-09-15">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46794">
                        Zurück in die Problemlosigkeit des Mutterleibs; zurück in die Erholung des Mutterleibs; der Mensch braucht Erholung, Schlaf ist die einzige Erholung, wahrer Schlaf nur im Mutterleib und in den Erinnerungen des Mutterleibs; Erinnerungen sind Weiterwirkungen; berechtigtes, notwendiges <unclear>Weiterwirken</unclear>; der Jude kann nicht schlafen, deshalb möchte er auch andere am Schlafen hindern und in ihrem Schlaf stören. Das <unclear xml:id="d1e46811"><app><lem>ist</lem><rdg>war</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e46811_alt-rdg" target="#d1e46811">Alternative Lesart zu „ist“: war</note> das Verbrechen des Juden. Eingehüllt in die Erinnerungen, diese gehen in den Mutterleib, natürlich.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e46819">
                        Der Jude <rs ref="#__GND_118515624" type="person" xml:id="d1e46823">Brod</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118515624" xml:id="d1e46823_entity-link"/> Man male sich aus, ein Ausschuß heimattreuer Griechen protestiert gegen Goethes <rs ref="#__ZOTERO_TG49EVDP" type="document" xml:id="d3e46853">Iphigenie</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TG49EVDP" xml:id="d3e46853_entity-link"/> als Einmischung in eine deutsch-<corr>griechische</corr> Hochschulangelegenheit. <unclear>Anwanzerei eines <gap/></unclear>. <unclear>Der Schluß</unclear> ist: Ein solcher Jude; ist das nicht der höchste Grad des Betrugs.<note type="editorial" xml:id="d1e46846">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Max Brod</author>, <title>Die Frau die nicht enttäuscht. Roman</title>, Amsterdam: Allert de Lange <date>1933</date>, S. 212</bibl>. <app><lem type="origin">Es ist ja so, als ob etwa nach der Erklärung Goethes <q>das Land der Griechen mit der Seele suchend</q> eine griechische Deputation bei ihm erschienen wäre, um ihm laut Volksbeschluß ebenso feierlich wie brüsk mitzuteilen, dazu habe er kein Recht, das Land der Griechen ginge ihn gar nichts an, und seine Liebe werde griechischerseits nicht nur nicht erwidert, sie sei überdies lächerlich, ja sie werde als Frevel wider das Griechentum betrachtet und entsprechend gestraft werden.</lem></app></note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49386">
                        Alle Schießbuden-Sieger, alle Karussellherren, alle Schiffsschaukel-Piraten, sie alle werden überboten von dem billigen Jakob; dem Größten aller Zeiten; der entfesselte billige <rs ref="#__GND_118551353" type="person" xml:id="d1e49394">Hiob</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551353" xml:id="d1e49394_entity-link"/> begriff das Großkapital und der Plut- (was denkste?), der Plut. <unclear>etwa</unclear> wie seine Plutukratie.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e49414">
                        Das gefiel mir so gut (bei <rs type="person" ref="#__GND_118570358" xml:id="d1e49418">D. H. Lawrence</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118570358" xml:id="d1e49418_entity-link"/> gelesen). <quote source="#__ZOTERO_BUM6H4DU?p=191" xml:id="d1e49422">Wasser ist nicht H2O; H2O ist eine Formel, die aus Experimenten mit Wasser gewonnen ist<app><lem type="origin">H2O is not water, it is a thought-form derived from experiments with water.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e49432">Schmitt besaß das Buch, es wurde aber im Antiquariat zum Verkauf angeboten.</note></quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e49422_quote-src" target="#d1e49422">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>David Herbert Lawrence</author>, <title>Apocalypse</title>, Hamburg: The Albatros modern continental library <date>1934</date>, S. 191</bibl>. Ursprünglicher Text: H2O is not water, it is a thought-form derived from experiments with water. — Schmitt besaß das Buch, es wurde aber im Antiquariat zum Verkauf angeboten.</note> mehr haben auch alle diese Kakerlaken wie Quanten-<rs type="person" ref="#__GND_118594818" xml:id="d1e49437">Planck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594818" xml:id="d1e49437_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#__GND_118548670" xml:id="d1e49441">Heisenberg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548670" xml:id="d1e49441_entity-link"/> nicht gesagt.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e49445">
                        Dialektik des Gleichheitsdenkens, des Gleich-Machens (von unten nach oben, aber auch von oben nach <corr>unten</corr>). Jeder ist <quote rend="quoted" xml:id="d1e49453">Herr</quote>, monsieur. Jeder ist adelig (die Deutschen sogar ein Volk von Neuadeligen), jeder hat Rasse; warum nicht; <hi>das</hi> ist doch erst die <unclear>Egalisierung</unclear>, aus der aber mit dialektischer Notwendigkeit die Ungleichheit entsteht für Herrentum.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-15" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49504">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-09-15">15/9 44</date> <hi>Jenseits aller Verwertbarkeiten</hi>; glücklich am <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e49513">Saley</rs>, umhüllt von grünen Tannen und von alten Erinnerungen; bei <quote rend="quoted" xml:id="d1e49519">Mutter</quote> Grün, im Mutterleib; das ist das Geheimnis des Hauses, des wahren Eigentums, der Schale, der Kruste, der Haut, der Felle, der Pelze. Ich denke <hi>nicht</hi>, also bin ich.<note type="editorial" xml:id="d1e49528">Anspielung auf den ersten Grundsatz in 
                            <bibl type="book"><author>René Descartes</author>, <title>Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animal immortalitas demonstratur</title>, Paris <date>1641</date></bibl>.</note> <hi>Jenseits der Zerstörbarkeiten</hi>; (jenseits ihrer Hörbarkeiten);<note type="editorial" xml:id="d1e49537">Vgl. das Gedicht <q>Merlin</q> in 
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 18</bibl>.</note> <hi>diese Undiktierbarkeiten</hi>, richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet (ist dasselbe wie liebet eure Feinde), die rechte Wange darbieten;<note type="editorial" xml:id="d1e49549">Mt 7,1; Mt 5,44 und Mt 5,39.</note> vernichtet nicht, damit ihr nicht vernichtet werdet? Es gibt aber keine Vernichtung. Viel schlimmer noch, damit ihr nicht in das verwandelt werdet, was ihr vernichtet. Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden; zu deinem Heil; Mensch, was du vernichten willst, in das wirst du verwandelt werden. Zu deinem Unheil.
                    </ab>
                    <lg xml:id="d1e49564">
                        <l><hi>Jenseits der Vernichtbarkeiten</hi>,</l> 
                        <l><hi>Jenseits der Verzichtbarkeiten</hi></l> 
                        <l><hi>Jenseits ihrer Sichtbarkeiten</hi>.</l></lg>
                    <ab xml:id="d1e49584">
                        Wie bedeutend war das alles im Vergleich zu <quote source="#__ZOTERO_3J6P39DI" rend="quoted" type="document" xml:id="d1e49590">Jenseits von Gut und Böse</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e49590_quote-src" target="#d1e49590">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Nietzsche</author>, <title>Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft</title>, Leipzig: C.G. Naumann <date>1886</date></bibl>.</note> wie wirklich Jenseits von solchen Dingen ist, als auch Jenseits von Gott und Gottlosigkeit, Verzicht auf solche Schießbuden-Meisterschüsse und Jahrmarkt-Triumphe.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-09-16" n="1944-09-16">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-16" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46858">
                        Samstag, <date when-iso="1944-09-16">16/9</date> in <rs ref="#__GND_4070734-9" type="place" xml:id="d1e46865">Elberfeld</rs> bei <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e46868">Schroer</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e46868_entity-link"/> <rs ref="#__GND_126627630" type="person" xml:id="d1e46871">Niebecker</rs> auf der <unclear>Rückkehr</unclear>.<note type="editorial" xml:id="d1e46879">Vgl. zu Niebecker 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author> und <author>Duschka Schmitt</author>, <title>Briefwechsel 1923 bis 1950</title>, hg. von <editor>Martin Tielke</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2020</date>, S. 272</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-16" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e49473">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-09-16">16/9 44</date>, Rückreise von <rs ref="#__GND_4070734-9" type="place" xml:id="d1e49479">Elberfeld</rs> nach <rs ref="#__GND_4022917-8" type="place" xml:id="d1e49482">Hagen</rs> und <rs ref="#__GND_4046364-3" type="place" xml:id="d1e49485">Plettenberg</rs>. Bekanntschaft mit <rs ref="#__GND_126627630" type="person" xml:id="d1e49490">Niebecker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_126627630" xml:id="d1e49490_entity-link"/> aus <unclear>Senden</unclear>, <gap/> Mutterhaus der Franziskanerinnen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-09-17" n="1944-09-17">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46887">
                        <date when-iso="1944-09-17">17/9 44</date>. Sonntag morgen, 11.20, auf meinem gewohnten Spaziergang am <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e46893">Saley</rs>, sah den Tieffliegerangriff auf Ohle und Eiringhausen, unmittelbar über mir die englischen oder amerikanischen Flieger, komme ich noch nach Berlin zurück, vorher kam ein Bussard vorbeigeflogen, unsicher und offenbar durch Lufterschütterung aus seiner Ruhe aufgescheucht.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-09-17" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e46909">
                        Beziehungsebene? Diese Begegnungen: <rs ref="#__GND_130455849" type="person" xml:id="d1e46913">Schroer</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_130455849" xml:id="d1e46913_entity-link"/> <rs ref="#Lamberts" type="person" xml:id="d1e46916">Lamberts</rs> <unclear>rief an</unclear>, Bekannschaft mit <rs ref="#__GND_126627630" type="person" xml:id="d1e46921">Niebecker</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_126627630" xml:id="d1e46921_entity-link"/> las von Rechtsanwalt Lamberts, <gap extent="2 words"/> in Münchengladbach, und am Sonntag morgen am <rs ref="#Saley" type="place" xml:id="d1e46931">Saley</rs> dieses Schauspiel eines feindlichen Luftangriffs auf Eiringhausen und Ohle. Ein dicker schwarzer Käfer kroch ruhig weiter auf dem Weg, er wird den Krieg überleben. Wie komme ich morgen nach Berlin, armes Karlchen; herrlich, die ungestörte Feierlichkeit der Berge. Um 11 wollte ich zum Grab der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e46943">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e46943_entity-link"/> gehen, es kam Voralarm, die Sirene ertönte zur <unclear>Sonntagsmesse</unclear>, ich ging um, unentschlossen auf den Saley, wo ich 11.20 den Tieffliegerangriff, als Schauspiel sah. Wer hat mich damals bewogen, umzukehren und auf den Saley zu gehen? Die innerliche Unentschlossenheit war das Mittel sicherster Führung. Unser armer Bussard, flügellahm und nichts mehr von seiner sonstigen schönen Sicherheit. <quote source="#__ZOTERO_QX5NWCBZ?p=140" xml:id="d1e46957">Sie treiben uns lächelnd hinaus, die Götter</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e46957_quote-src" target="#d1e46957">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author> und <author>Norbert von Hellingrath</author>, <title>Stimme des Volks, 1. Fassung</title>, in: <title>Hölderlins Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Gedichte 1800-1806</title>, München und Leipzig: Georg Müller <date>1916</date>, S. 139-141, hier S. 140</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e46963">
                        Dann kam um ¼ 12 noch eine Gruppe und 2 Plettenberger vorbei, mit denen ich einige Worte sprach; <unclear>wie schade</unclear>. Dachte an den <seg type="longhand"><gap/></seg>: <gap extent="3 words"/> bei der <unclear>Messe in Ebach</unclear> <quote rend="quoted" xml:id="d1e46982">wie gemacht</quote>. Die Angst der Hähne vor dem Raubvogel? Aus blauem Himmel kommt er herunter, <unclear>welch <hi>irrer</hi></unclear> Raumbegriff, wenn eine völlig neue Gefahr aus der Luft kommt.<note type="editorial" xml:id="d1e46995">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 290-298</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_kpca" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e16773">
                        <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e16776">Ahlmann</rs> 26/4/43
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16782">
                        <rs ref="#__GND_128645946" type="person" xml:id="d1e16785">Josef Wagner</rs> 28/4/43 (Spazieren im <rs ref="#__GND_4251922-6" type="place" xml:id="d1e16792">Grunewald</rs><supplied>)</supplied>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16796">
                        <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e16799">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e16799_entity-link"/> 4/1 44
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16803">
                        Hinten Brief an <rs ref="#__GND_11874402X" type="person" xml:id="d1e16811">Reifenberg</rs> 21/7 43 über den <rs ref="#__ZOTERO_ARF9DNVB" type="document" xml:id="d3e16819">Leviathan</rs>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16822">
                        <rs ref="#__GND_118823817" type="person" xml:id="d1e16825">Smend</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118823817" xml:id="d1e16825_entity-link"/> 17/7 43 <rs ref="#__GND_118632345" type="person" xml:id="d1e16829">Wieacker</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632345" xml:id="d1e16829_entity-link"/> 18/7 43 <rs ref="#__GND_118505882" type="person" xml:id="d1e16833">Baeumler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505882" xml:id="d1e16833_entity-link"/> 19/7 43 Besuch <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e16840">Ahlmann</rs>, <rs ref="#__GND_118535412" type="person" xml:id="d1e16843">Freyer</rs> 18/7/43
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16850">
                        Samstag 17/4/43 Besuch <rs ref="#__GND_11877235X" type="person" xml:id="d1e16856">Zehrer</rs> Lektüre <rs ref="#__GND_118509039" type="person" xml:id="d1e16861">Walter Benjamin</rs> <rs ref="#__ZOTERO_99FW2ZV6" type="document" xml:id="d3e16869">Deutsches Trauerspiel</rs><note type="editorial" xml:id="d1e16874">Ein Exemplar befindet sich, mit vielen Anmerkungen versehen, im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 29012.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16877">
                        26/4/43 <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e16881">Popitz</rs> 8/12/43 <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e16886">Popitz</rs> 13/12 43
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16892">
                        <unclear>Und herrlicher Brief</unclear> /07/43
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_z8ge" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e16903">
                        9/3: 1943 20/1: 1944
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16910">
                        Dienstag 24/8/43 Morgens 1.20 großer Sprengbombenangriff in <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e16919">Dahlem</rs>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16923">
                        12/1/44 Geburtstag <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e16929">Göring</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e16929_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e16933">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e16933_entity-link"/> traurig.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16937">
                        Hochzeit <rs ref="#__GND_1145782876" type="person" xml:id="d1e16941">Kličković</rs> 20/06/43
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e16947">
                        Tod der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e16952">Mutter</rs> 27/3/43
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="d1e27652" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e27654">
                        Samstag, Sonntag, Montag mit <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e27658">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e27658_entity-link"/> im <rs ref="#HotelPalace" type="place" xml:id="d1e27661">Palace</rs> geübt.<note type="editorial" xml:id="d1e27664">Vgl. zur Spanienreise 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise nach Spanien 28. Mai bis 11. Juni 1943</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 230-238</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_ek2u" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e47006">
                        <date when-iso="1949-04-20">20/4 49</date>. Nietzsches <rs ref="#__ZOTERO_3J6P39DI" type="document" xml:id="d3e47037">Jenseits von Gut und Böse</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_3J6P39DI" xml:id="d3e47037_entity-link"/> ist nur eine <hi>posthume Theoretisierung</hi> des beyond the line.<note type="editorial" xml:id="d1e47025">Reflexion auf 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author>, <title>Strahlungen</title>, Tübingen: Heliopolis Verlag <date>1949</date></bibl> und 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernst Jünger</author>, <title>Über die Linie</title>, in: <title>Anteile. Martin Heidegger zum 60. Geburtstag</title>, Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann <date>1950</date>, S. 245-284</bibl></note> Aber diese <unclear>Theoretisierung</unclear> ist wichtig; sie gibt <corr/> dem Faktum der Linie eine Strahlung, die es möglich macht, die Linie auf andere Völker und Zeiten zu übertragen, sie zu einer reicheren Erkenntnis zu steigern, nachdem sie bisher nur die <unclear>Faktumreichen bemerkten</unclear>. Ein Gedanke wird zerstört nicht durch kritische Verneinung, sondern durch unkritische Bejahung und Verbreitung.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e47054">
                        <date when-iso="1949-11-21">21/11</date><note type="editorial" xml:id="d1e47059">Datierung unsicher.</note> <rs ref="#__GND_118850245" type="person" xml:id="d1e47062">Däubler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118850245" xml:id="d1e47062_entity-link"/> der Dichter der naturphilosophischen Definitionen und der impressionistisch-<unclear>parabolisierenden</unclear> Deskriptionen. <quote source="#__ZOTERO_5KC4MEJE" xml:id="d1e47071">Ihr Ruhen auf Schnee ist ein fiebriges Zaudern.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e47071_quote-src" target="#d1e47071">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Kalte Nacht</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 43</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e47075">
                        <unclear>Lichte sich mehr Wesen den das Leid mein <gap/>, keine Kälte rühren</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e47090">
                        Sie hielten mich schon für tot und rissen mir die Hufeisen ab, das heißt sie beschlagnahmten meine <unclear>Bibliothek</unclear>. Als so mehr, versuchten sie mit <gap/> <unclear>für den eigenen</unclear> <gap extent="1 word"/> einen zweiten <unclear>Schlag</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-01-11" n="1944-1-11">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-01-11" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47425">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-01-11">11/1/44</date>. Herr <rs ref="#__GND_138582661" type="person" xml:id="d1e47433">John</rs> besuchte <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47440">Popitz</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47440_entity-link"/> Ich wartete darauf, gerufen zu werden. John ging aber weg, wußte nichts von meinen Vortragsplänen, dann abends bei Popitz in seinem Zimmer bis ½ 12. Tranken einen guten, aber etwas säuerlichen <corr>Rauenthaler</corr>.
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-1-11" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47485">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-1-11">Dienstag, 11/1 44</date>. Um 4 Voralarm, einen Augenblick wurde heftig geschossen, ich stand auf, auch <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47491">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47491_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47494">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47494_entity-link"/> aber wir gingen nicht in den Luftschutzkeller und nach einer halben Stunde schon wieder zu Bett. Dann wieder um 8 aufgestanden, aber nicht ausgeschlafen. Liebe und Sorge zu Duschka, die aber sehr mutig und tapfer war. Begleitete die beiden zum Autobus, um ½ 11, und fuhr dann von <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e47502">Steglitz</rs> in die Stadt. War schon um 11 Uhr da, beim Dekanat, beim <rs ref="#__GND_116533714" type="person" xml:id="d1e47507">Rektor</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116533714" xml:id="d1e47507_entity-link"/> wegen der Übungen in meiner Vakanz, bei <rs ref="#__GND_116520515" type="person" xml:id="d1e47510">Carl Brinkmann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116520515" xml:id="d1e47510_entity-link"/> und seinem Assistenten <unclear><rs ref="#K&#xF6;ppenvon" type="person" xml:id="d1e47514">von Köppen</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#K&#xF6;ppenvon" xml:id="d1e47514_entity-link"/> nett mit Brinkmann über seine Weihnachtsferien und die <quote rend="quoted" xml:id="d1e47520">Magie</quote> von Frau <rs ref="#__GND_143427482" type="person" xml:id="d1e47523">Schmitt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_143427482" xml:id="d1e47523_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e47526">Zwischen den Familien Schmitt und Brinkmann gab es enge Beziehungen; Anima wurde dabei auch als <q>Prinzessschen</q> bezeichnet.</note> Plötzlich Alarm, um ½ 12, in den Luftschutzkeller der <rs type="place" ref="#__GND_1016783-3" xml:id="d1e47531">Universität</rs>, Tausende von Studenten, mit <rs ref="#__GND_141750936" type="person" xml:id="d1e47536">Gieseke</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_141750936" xml:id="d1e47536_entity-link"/> <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e47540">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e47540_entity-link"/> noch etwas gesprochen, aber traurig und irgendwie erledigt. Die Hälfte der Professoren war noch da. Um ½ 1 Entwarnung, traf <rs ref="#__GND_116334312" type="person" xml:id="d1e47545">Echebarría</rs> <gap/>, hielt meine Vorlesung und freute mich, das erledigt zu haben. Mit <rs ref="#__GND_1055300201" type="person" xml:id="d1e47550">Hopp</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1055300201" xml:id="d1e47550_entity-link"/> den ich <rs ref="#__GND_4094836-5" type="place" xml:id="d1e47553">Unter den Linden</rs> traf (Staatsbegriffe, dummer Kerl übrigens, aber sympathisch), dann zum <rs ref="#__GND_5167236-4" type="place" xml:id="d1e47559">Adlon</rs>, <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e47562">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e47562_entity-link"/> getroffen, sehr schön mit ihm gesprochen, über Wirtschaftsministerium, <rs ref="#__GND_118591649" type="person" xml:id="d1e47565">Papen</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591649" xml:id="d1e47565_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e47568">Epp</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e47568_entity-link"/> die Friedensfühler, und <unclear><rs type="person" ref="#__GND_1312332093" xml:id="d1e47572">Gehre</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1312332093" xml:id="d1e47572_entity-link"/> er hat alles großartig besorgt, schöner Rotwein, schlechter Fisch, das Ganze kostete mich fast 50 Mark. Freute mich aber, Mutius gesehen zu haben - große Freude über Echebarría, der mich morgen um 1 treffen will, einen Anzug mitgebracht hat, ein Kleid für Duschka! Unglaublich. Um 4 in der <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e47585">Brentanostraße</rs>, Sehnsucht nach Duschka und Sorge um sie. Schlief etwas, um 5 Tee mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47588">Popitz</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47588_entity-link"/> dann <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e47592">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e47592_entity-link"/> besucht, die krank ist, auf meinem Zimmer etwas nachgedacht, Duschka ein Telefonat, abends mit Popitz und <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e47597">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e47597_entity-link"/> zusammen zu Abend gegessen; wieder auf mein Zimmer, Vorlesung Völkerrecht etwas überlegt, eigentlich sehr friedlich, trotz der vielen Alarme. Wut von Popitz, wenn er hört, daß es mit <rs ref="#__GND_4005728-8" type="place" xml:id="d1e47602">Berlin</rs> zu Ende sein soll. <hi>Herr <rs ref="#__GND_138582661" type="person" xml:id="d1e47607">John</rs></hi> besuchte Popitz, ich wartete darauf, gerufen zu werden. John ging aber weg, ließ mich grüßen, <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e47616">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e47616_entity-link"/> wußte nichts von meinem Vortragsplan.<note type="editorial" xml:id="d1e47619">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Reise von Staatsrat Professor Dr. Carl Schmitt nach Spanien und Portugal (Mai-Juni 1944)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 239-251</bibl>.</note> Dann abends bei Popitz in seinem Zimmer, bis ½ 12, tranken einen guten, aber etwas sauren Rauenthaler. Sprachen über Berlin (<corr>Mutius hatte gesagt: Der <rs ref="#__ZOTERO_ETN633J5" type="document" xml:id="d3e47651">Arbeiter</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ETN633J5" xml:id="d3e47651_entity-link"/> Jüngers</corr> ist ein Berliner, anderweitig gibt es ihn gar nicht!), ging zufrieden zu Bett.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-1-12" n="1944-1-12">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1944-1-12" type="entry-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47638">
                        <date type="entry-date" when-iso="1944-1-12">Mittwoch, 12/1 44.</date> Blieb bis ½ 10 im Bett, ziemlich gut geschlafen, tiefe Scham wegen meiner schnell wiedererwachenden Freude an diesem enthüllten Schwindel. Du großer <unclear>Test</unclear> Christi oder der Cäsaren. Überlegenheit der Antwort Christi, die imstande ist, auch dem Cäsar gerecht zu werden, was der Cäsar gegenüber Christus nicht kann. Hielt meine Vorlesung Völkerrecht von 11-13 sehr schön, 2 Stunden ohne Pause durch; freute mich meiner Sicherheit, nachher kam <rs ref="#__GND_124263917" type="person" xml:id="d1e47652">Lemmel</rs><note type="editorial" xml:id="d1e47654">Hielt im Wintersemester 1943/44 eine Veranstaltung mit dem Titel <q>Rassische Grundlegung des Rechts</q>. Vgl. zu ihm 
                            <bibl type="bookSection"><author>Christian Tilitzki</author>, <title>Carl Schmitt – Staatsrechtslehrer in Berlin: Einblicke in seinen Wirkungskreis anhand der Fakultätsakten 1939-1944</title>, in: <title>Etappe</title> <date>1991</date>, S. 62-117, hier S. 72-74</bibl>.</note> (dem ich vorher im Dozentenzimmer gesagt hatte, daß manche Rassentheorien politische Verbrechen sein könnten), suchte ihn zu beruhigen, war nett und empfahl ihm <rs ref="#__ZOTERO_P6KRY6LF" type="document" xml:id="d3e47686">Land und Meer</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_P6KRY6LF" xml:id="d3e47686_entity-link"/> dann kamen <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e47666">Weber-Schumburg</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e47666_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116334312" type="person" xml:id="d1e47669"><corr>Echebarría</corr></rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116334312" xml:id="d1e47669_entity-link"/> dieser mit dem großen Paket. Tief gerührt. Wir gingen zusammen zum <rs ref="#Central-Hotel" type="place" xml:id="d1e47674">Central-Hotel</rs>, Weber-Schumburg besorgte Plätze, aßen zu Mittag (Rostbraten), nicht gut, schlechtes Bier, ich bezahlte, Weber-Schumburg erzählte von Schweden und der Deutschenfeindlichkeit, dann auf seinem Zimmer Kaffee getrunken (er gab die Bohnen, aber der Kaffee war leider sehr dünn), schönes Gebäck dazu, Echebarría war sehr nett, meinte, ein Strafgericht werde auch über Spanien kommen und die dortigen <corr>Latifundien</corr> besetzen. War glücklich über den schönen Stoff, den er mir gebracht hatte, und schleppte ihn gleich nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e47688">Schlachtensee</rs>. Dort traf ich Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e47691">Hahm</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e47691_entity-link"/> große Freude, herumtelefoniert, <unclear>Schikanen</unclear> wegen des <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e47696">Müller-Albrecht</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e47696_entity-link"/> freute mich über die Energie von <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e47700">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e47700_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e47704">Claire</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e47704_entity-link"/> sah ihre Betten, das Eßzimmer ist schon eingerichtet. Fröhlich mit Frau Hahm zurückgefahren, im Autobus, sie erzählte von der Hochzeit ihrer Tochter. Um 6 in die <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e47709">Brentanostraße</rs>. Ins Bett gekrochen, etwas ausgeruht. Um ½ 8 zum Abendessen gerufen. Mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e47712">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e47712_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e47715">Hodler</rs> nett unterhalten, über Hechingen<note type="editorial" xml:id="d1e47721">Otto Hodler wurde in Hechingen geboren.</note> und die dortigen Juden, über Schweden. Popitz war todmüde, aber trotzdem ein nettes Gespräch bei einer Flasche <gap/>, über <unclear>Füsillade</unclear> (<rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e47730">Epp</rs>?)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e47730_entity-link"/> gelacht. Über die Möglichkeit einer Wiederherstellung der früheren Sozialordnung und Wirtschaft, an die er glaubt, während ich nicht daran glaube, lebhafte Diskussion, sah die Verschiedenheit, meine eigene Neigung zum Erschüttertsein, war auch müde und ging um 12 ins Bett. Muß morgen den Brief an <rs ref="#__GND_118765167" type="person" xml:id="d1e47738">Siebert</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118765167" xml:id="d1e47738_entity-link"/> schreiben. Popitz sprach traurig über <rs ref="#__GND_118540157" type="person" xml:id="d1e47741">Göring</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118540157" xml:id="d1e47741_entity-link"/> zu dessen Geburtstag er eingeladen war, aber nicht gegangen ist,
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-1-14" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e47778">
                        <rs ref="#__GND_116296933" type="person" xml:id="d1e47780">Körnchen</rs>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48088">
                        Rezept. Nachher sprach noch der Arzt <rs ref="#WiensArzt" type="person" xml:id="d1e48092">Wiens</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WiensArzt" xml:id="d1e48092_entity-link"/> sehr nett mit mir, begeistert für Zahler, machte eine Blutprobe. Ich ging noch in die Apotheke am <rs ref="#__GND_4069307-7" type="place" xml:id="d1e48097">Kurfürstendamm</rs>, fuhr mit der Elektrischen nach <rs ref="#__GND_1066209057" type="place" xml:id="d1e48100">Lichterfelde West</rs>, holte mir 1000 Mark auf der Bank, aß etwas Kuchen, und ging traurig zur <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e48106">Brentanostraße</rs>. Beim Mittagessen nette Unterhaltung mit <rs ref="#HaverbeckEdgar" type="person" xml:id="d1e48109">Haverbeck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#HaverbeckEdgar" xml:id="d1e48109_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e48112">Edgar Haverbeck wohnte mit Popitz zusammen in einem Doppelhaus. Haverbecks Vetter war Carl Langbehn (1901-1944), der zusammen mit Popitz am 3. Oktober 1944 zum Tode verurteilt wurde.</note> Corry war sehr nett, wir sprachen über Zahler, den alle kennen. Dann brachte ich noch den Nachsendeantrag nach dem Postamt <rs ref="#__GND_4087308-0" type="place" xml:id="d1e48121">Dahlem</rs> (aus der Kirche <unclear>etwa</unclear> jetzt die <unclear>Kruzifixe nicht fort</unclear>)<note type="editorial" xml:id="d1e48128">Möglicherweise meint Schmitt die 1930-1932 erbaute Jesus-Christus-Kirche in der Hittorfstr. An der Hauptfassade wurde außen eine überlebensgroße Bronzefigur <q>Christus segnet die Gemeinde</q> des Bildhauers Ludwig Isenbeck angebracht.</note> und ging schnell nach Hause zurück, um zu schlafen. Bis 6 Uhr. Gegen 7 noch im Bett. Popitz klopfte, weil Alarm ist. Also wieder dasselbe, Sorge um <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48138">Duschka</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48138_entity-link"/> wohl Kindheitsaffekt, Mutter und Schwester (daher habe ich auch eine Tochter bekommen!). War im Luftschutzkeller bis ½ 9, mit dem netten Heeresintendanten <rs ref="#WanderslebenWalterVon" type="person" xml:id="d1e48143">Wandersleben</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WanderslebenWalterVon" xml:id="d1e48143_entity-link"/> und seiner <rs ref="#WanderslebenFrau" type="person" xml:id="d1e48146">Frau</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WanderslebenFrau" xml:id="d1e48146_entity-link"/> hübsch unterhalten (über Angers,<note type="editorial" xml:id="d1e48152">Angers war seit 1942 ein Zentrum der Gestapo.</note> ich war taktlos, weil ich kurz sagte, <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e48158">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e48158_entity-link"/> sei der Ängstliche, ich hielt es für sicher, daß der Scherz verstanden würde, merk dir das und halt den Mund). Wir aßen schön zu Abend, ich ging etwas auf mein Zimmer, Herr <rs ref="#__GND_138582661" type="person" xml:id="d1e48163">John</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_138582661" xml:id="d1e48163_entity-link"/> war da, erzählte, daß es <rs ref="#__GND_11665001X" type="person" xml:id="d1e48166">Conde</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11665001X" xml:id="d1e48166_entity-link"/> gut geht, daß er einen Wagen hat, mit <rs type="person" xml:id="d1e48169"><gap/></rs> zusammen ist, aber die <unclear>Form im Ganzen machtlos ist</unclear>. Freute mich über die Nachricht, gab die <unclear>deutsche</unclear> Adresse von <rs type="person" xml:id="d1e48180"><gap/></rs> und <rs ref="#__GND_1030229473" type="person" xml:id="d1e48183">Reuschenbach</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1030229473" xml:id="d1e48183_entity-link"/> wir unterhielten uns über seine Herkunft (er war Assistent bei <rs ref="#__GND_1035158582" type="person" xml:id="d1e48186">Unruh</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1035158582" xml:id="d1e48186_entity-link"/> über <rs ref="#Schreibers" type="person" xml:id="d1e48189">Schreibers</rs> Institut für Luftrecht. Er ist Hesse, erinnert mich manchmal an <rs ref="#__GND_117411892" type="person" xml:id="d1e48195">Wirsing</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117411892" xml:id="d1e48195_entity-link"/> finde ihn sympathisch und sehr angenehm, aber ich kenne ihn nicht. Wir tranken schönen österreichischen Wein.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_SDKe" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e48049">
                        <rs ref="#__GND_138582661" type="person" xml:id="d1e48052">John</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-1-15" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48058">
                        Samstag, <date when-iso="1944-01-15">15/1 44</date>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48201">
                        Samstag, <date when-iso="1944-01-15">15/1 44</date>. Schlief bis 10 Uhr, war trotzdem todmüde und schwach, sah um 11 <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48208">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48208_entity-link"/> in seiner Uniform zu einer Beerdigung fahren (eines Ministerialrats <rs type="person" xml:id="d1e48211"><unclear>Richter</unclear></rs> aus seinem Ministerium, Burschenschaftler); frühstückte und fuhr mit dem Autobus nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e48217">Schlachtensee</rs>, schleppte meinen Talar mit. Dort war schon der Student <rs ref="#__GND_124286372" type="person" xml:id="d1e48220">Altmann</rs> aus Frankfurt am Main, half Bücher aufräumen, glücklich über das <unclear>Wiederbegegnen</unclear> mit den Büchern, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48227">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48227_entity-link"/> war lieb und nett, ebenso <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e48230">Claire</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e48230_entity-link"/> und <rs ref="#StandAnni" type="person" xml:id="d1e48234">Anni</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StandAnni" xml:id="d1e48234_entity-link"/> Wir aßen um ½ 2 bescheiden zu Mittag, nachher gingen wir durch den Garten, ich möchte wissen, ob Duschka zufrieden ist, oder nur meinetwegen so tut, erstaunlich, eine solche Wohnung zu finden, die Sache mit dem elenden <rs ref="#M&#xFC;ller-Albrecht" type="person" xml:id="d1e48241">Müller-Albrecht</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#M&#xFC;ller-Albrecht" xml:id="d1e48241_entity-link"/> wird sich wohl regeln (er ist im juristischen Examen durchgefallen), schlief nach dem Mittagessen über eine Stunde in dem Federbett, wunderbar warm, aber traurig, die <unclear>Kiefern</unclear> dieser märkischen Landschaft, ich bin doch hier fremd, wieder Angst vor der neuen Wohnung, aber Duschka geht ihren Weg; entdeckte Notizen über <rs type="person" ref="#__GND_118670174" xml:id="d1e48249">Donoso Cortés</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118670174" xml:id="d1e48249_entity-link"/> und wunderte mich über mein Wissen als 33Jähriger. Dann stand ich wieder auf, ordnete ein paar Bücher, wartete auf <corr>Duschka</corr> und Claire, die aber nicht kamen, trank mit Anni schönen Tee und ging zum <rs ref="#Bahnhof Schlachtensee" type="place" xml:id="d1e48256">Bahnhof Schlachtensee</rs>, fuhr nach <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e48261">Steglitz</rs> zurück, Popitz hatte Besuch, ich unterhielt mich noch nett mit <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e48265">Corry</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e48265_entity-link"/> korrigierte meinen Vortrag über <rs ref="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" type="document" xml:id="d3e48291">die Lage der europäischen Rechtswissenschaft</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_8J7XCFEZ" xml:id="d3e48291_entity-link"/> den <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e48271">Mutius</rs> geschickt hatte, das Glück der Ablenkung, die in einer solchen Arbeit liegt. Schöne Unterhaltung mit dem guten <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e48276">Hodler</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e48276_entity-link"/> dessen Schwägerin verstorben ist; ein rührender, <unclear xml:id="d1e48282"><app><lem>lieber</lem><rdg>lieblicher</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e48282_alt-rdg" target="#d1e48282">Alternative Lesart zu „lieber“: lieblicher</note> Kerl, rührend das Schwächlich-Katholische seines Wesens. Beim Abendessen nette Unterhaltung mit Popitz über die Beerdigung, die Kraft der Lutherischen Bibel, Corrie war sehr nett, wir riefen bei Duschka an, inzwischen <unclear>meldete</unclear> sich <rs ref="#__GND_118920413" type="person" xml:id="d1e48294"><unclear>Heinz</unclear></rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118920413" xml:id="d1e48294_entity-link"/> aus <unclear>Bern</unclear>, nachher hörten wir <corr>Radio</corr> (beschwingte Musik, hübsches Nicolai-Duett aus <rs ref="#__ZOTERO_A6SKSCTD" type="document" xml:id="d3e48330">Lustige Weiber</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_A6SKSCTD" xml:id="d3e48330_entity-link"/> dann tranken wir Wein, Achkarren und hinterher Ahrwein, lachten viel (<unclear>darf</unclear> nicht mehr <gap/> sagen, werde also nur noch <gap/> sagen), Popitz <quote rend="quoted" xml:id="d1e48319">malte in Apokryphen</quote>, <rs ref="#__GND_118548670" type="person" xml:id="d1e48322">Heisenbergs</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548670" xml:id="d1e48322_entity-link"/> Kakerlaken, <rs ref="#__GND_118613138" type="person" xml:id="d1e48326">Semmelweis</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118613138" xml:id="d1e48326_entity-link"/> <gap/> und <unclear>Existenzen darf ich nicht mehr sagen (unexakt)</unclear>, um 2 zu Bett, sehr gehoben.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1944-1-16" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48068">
                        <date when-iso="1944-01-16">16/1 44</date> <rs ref="#__GND_118548670" type="person" xml:id="d1e48075"><hi>Heisenberg</hi></rs> <unclear>Kakerlaken</unclear>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e48338">
                        Sonntag, <date when-iso="1944-01-16">16/1 44</date>. Bis ½ 10 ausgeruht, nicht geschlafen, aber gestärkt durch den schönen Abend, alles schlief noch im Hause, <rs ref="#__GND_112151152X" type="person" xml:id="d1e48345">Corrie</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_112151152X" xml:id="d1e48345_entity-link"/> machte mir eine Tasse Tee. Telefonierte mit <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e48350">Weber-Schumburg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e48350_entity-link"/> dann fuhr ich mit dem Autobus T nach <rs ref="#__GND_127204-4" type="place" xml:id="d1e48357">Schlachtensee</rs>, dort war <rs ref="#__GND_1106864190" type="person" xml:id="d1e48360">Mutius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1106864190" xml:id="d1e48360_entity-link"/> schon. Schönes Gespräch über meinen Budapester Vortrag,<note type="editorial" xml:id="d1e48365">Vgl. 
                            <bibl type="bookSection"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Bericht über die Vortragsreise nach Ungarn (Vortrag im deutschen wissenschaftlichen Institut Budapest am 9. November 1943 und an der Kgl. ungarischen Peter-Paszany-Universität am 11. November 1943)</title>, in: <title>Schmittiana</title>, hg. von <editor>Christian Tilitzki</editor>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>1998</date>, S. 208-212</bibl>.</note> über <rs ref="#__GND_119495279" type="person" xml:id="d1e48370">Epp</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_119495279" xml:id="d1e48370_entity-link"/> als <unclear>Füsillade</unclear> (<rs ref="#__GND_118661299" type="person" xml:id="d1e48376">de Bonald</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118661299" xml:id="d1e48376_entity-link"/> schönen Tee getrunken mit <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e48379">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e48379_entity-link"/> und <rs ref="#SchmittClaire" type="person" xml:id="d1e48382">Claire</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittClaire" xml:id="d1e48382_entity-link"/> Wir fuhren um ½ 1 nach <rs ref="#__GND_4112721-3" type="place" xml:id="d1e48385">Steglitz</rs>, kamen Punkt ½ 2 bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48391">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48391_entity-link"/> an, zum Hasenbraten, war aber zu <gap/> und scharf, schöner Bordeaux dazu, nette, aber (wohl infolge der guten Knaben<supplied>)</supplied> etwas stockende Unterhaltung. Nachher tranken wir noch Tee. Um ½ 4 brachte ich die beiden zum Autobus, von wo sie zu Frau <rs ref="#__GND_108222538X" type="person" xml:id="d1e48400">Hahm</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_108222538X" xml:id="d1e48400_entity-link"/> fuhren. Immer in Sorge um Duschka, das Gespräch von Herrn <rs ref="#Dames" type="person" xml:id="d1e48406">Dames</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#Dames" xml:id="d1e48406_entity-link"/> der den Juden <unclear>ausgetrieben</unclear> hat, vom Hausmeister, dem gekündigt ist usw. Ich sehe schwarz, aber die tapfere Duschka fürchtet sich nicht. Ging nach Hause zurück und schlief bis 6, das tat mir gut, einen Augenblick schön gearbeitet über <rs ref="#__GND_118670174" type="person" xml:id="d1e48413">Donoso Cortés</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118670174" xml:id="d1e48413_entity-link"/> Erstaunt über meine Erkenntnisse 1921. Heute keinen Schritt weiter. Um 7 einen Augenblick mit <rs ref="#__GND_1335472215" type="person" xml:id="d1e48418">Hodler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1335472215" xml:id="d1e48418_entity-link"/> gesprochen. Beim Abendessen <unclear>Gespräch</unclear> über <gap/>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_MC8I" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e48984">
                        über <rs ref="#__GND_117446041" type="person" xml:id="d1e48988">Seeßelberg</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117446041" xml:id="d1e48988_entity-link"/> akustische Architektur (2 Brennpunkte hören sich gegenseitig sehr laut<supplied>)</supplied>, mit <supplied><rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e48996">Popitz</rs></supplied><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e48996_entity-link"/> eine Flasche herrlicher Rauenthaler 37. Er war müde.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_kiNP" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e49005">
                        Über <rs ref="#__GND_118616390" type="person" xml:id="d1e49009">Spranger</rs> <rs ref="#__GND_174059310" type="person" xml:id="d1e49013">Lion</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_174059310" xml:id="d1e49013_entity-link"/> und seine <rs ref="#LionFrau" type="person" xml:id="d1e49017">Frau</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LionFrau" xml:id="d1e49017_entity-link"/> Über Spranger
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="d1e49027" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e49029">
                        19/1/44
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_NxCW" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e49036">
                        bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e49041">Popitz</rs> <rs ref="#Brentanostr." type="place" xml:id="d1e49045">Brentanostraße</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_EjFS" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e49758">
                        An <rs ref="#__GND_1029799121" type="person" xml:id="d1e49762">Sobotta</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_1029799121" xml:id="d1e49762_entity-link"/> 6/1 44. Zu seinem Hinweis auf Marx, <rs ref="#__ZOTERO_XUFNVN56" type="document" xml:id="d3e49790">Judenfrage</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_XUFNVN56" xml:id="d3e49790_entity-link"/> Hinweis auf Bruno Bauers <rs ref="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" type="document" xml:id="d3e49795">Judenfrage</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Z4XN4S8N" xml:id="d3e49795_entity-link"/> 1843, und <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" type="document" xml:id="d3e49799">Rußland und das Germanentum</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e49799_entity-link"/> 1853, seinen Nachlaß hat der Bolschewist um 1930 aus Deutschland nach Moskau, ins Marx-Engels-Archiv, gebracht!!!<note type="editorial" xml:id="d1e49779">Der Nachlass Bruno Bauers soll sich im Russischen Staatlichen Archiv für Zeitgeschichte in Moskau befinden.</note> Schicksal des <hi>deutschen</hi> Denkers, von dem die Offiziellen Deutschlands nichts gemerkt haben, am wenigsten die approbierte Wissenschaft, weder <unclear xml:id="d1e49785"><app><lem>Philosophie, noch Historiografie</lem><rdg>Philosophen, noch Historiker</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e49785_alt-rdg" target="#d1e49785">Alternative Lesart zu „Philosophie, noch Historiografie“: Philosophen, noch Historiker</note> noch <quote rend="quoted" xml:id="d1e49797">Forschung zur Judenfrage.</quote> Das war für mich eine bittere Erfahrung, bitterliches <corr/> Ausgebombt<supplied>-</supplied> sein und das klägliche Dasein eines wohnungslosen Flüchtlings. Aber lassen wir das; es ist <unclear>klarer</unclear> durch ihren Hinweis auf <rs ref="#__GND_118578537" type="person" xml:id="d1e49813">Marx</rs> <unclear>Innerlichstes</unclear>. Die Schrift von <rs ref="#__ZOTERO_XUFNVN56" type="document" xml:id="d3e49843">Marx</rs> ist über ein dutzendmal neu herausgegeben worden; die Schriften von Bruno Bauer an uns hier nur einige wenige, an den Fingern abzählbar. Mit herzlichen Grüßen usw.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e49826">
                        Glaube an die Hilfe der <rs ref="#SchmittLuiseMutter" type="person" xml:id="d1e49830">Mutter</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittLuiseMutter" xml:id="d1e49830_entity-link"/> (auf dem Weg zu ihrem Grab 6/1 44). Aber-Glaube wird das doch erst, wenn man nicht <unclear xml:id="d1e49833"><app><lem>anders</lem><rdg>endlich</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e49833_alt-rdg" target="#d1e49833">Alternative Lesart zu „anders“: endlich</note> darüber spricht, oder eine Methode daraus macht, oder andere zwingen will, es zu glauben; erst mit der Veräußerung; ungeheurer Spielraum der Innerlichkeit, vor jeder Zerstörung durch einen Beobachter geschützt.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e49843">
                        An Frau <rs ref="#StockMaria" type="person" xml:id="d1e49847">Stock</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#StockMaria" xml:id="d1e49847_entity-link"/> Tout ce qui arrive<note type="editorial" xml:id="d1e49853">Von Schmitt oft verwendetes Zitat Léon Bloys, frz. <q>Tout ce qui arrive est adorable</q>, dt. <q>Alles, was geschieht, ist anbetungswürdig</q>; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Le Mendiant ingrat. Journal de l'Auteur, 1892-1895</title>, Paris: Société de mercure de France <date>1908</date>, S. 248,376</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 407</bibl>.</note> ist frommer und tiefer als <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e49864">Hegels</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e49864_entity-link"/> vernünftig; vernünftig ist es ja auch gar nicht, aber adorable. Bemerkte, daß mein Lieblingssatz: On se lasse de tout excepté de penser nur eine Variante von cogito ergo sum ist.<note type="editorial" xml:id="d1e49886">Erster Grundsatz des französischen Philosophen René Descartes, eigentlich lat.<q>ego cogito, ergo sum</q>, dt. <q>ich denke, also bin ich</q> in <rs ref="#__ZOTERO_EJVV3UIA" type="documenr"/>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e49896">
                        Rolle des Juristen: Hält sich an die Effektivität der <hi>staatlichen</hi> Macht: Seid untertan der Obrigkeit; das ist Jurisprudenz, das ist Recht und Weisheit; aber seid untertan, nicht blindlings, sondern behaltet die Obrigkeit im Auge, achtet auf das, was sie tut, auf die Folgerichtigkeit ihrer Befehle, nehmt sie beim Wort; legt sie fest, bindet sie an sich selbst. (Reine Selbstbindung ist Unsinn, schaltet sich ein Dritter ein, der die Selbstbindung kontrolliert; das ist der Sinn der Selbstbindung).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e49928">
                        Morgens 7/1 44: Mit erschreckender Deutlichkeit: Die Überlebenden machen sich seßhaft; <unclear>Mächtige</unclear> gründen Familiengüter; die anderen sind die <corr>Ausgebombten</corr>, du gehörst zu den Ausgebombten; <unclear>willst du</unclear> es endlich glauben? Erscheinungsform des <unclear>Proletariers und</unclear> des <quote rend="quoted" xml:id="d1e49949">Vernichteten</quote>, im Vergleich zu der die marxistischen Vorstellungen sehr harmlos sind. Die Seßhaft-Gemachten und Erblich-Gewordenen werden schon mit den Ausgebombten fertig, mein Freundchen; mach dir nichts vor; du weißt inzwischen, wohin du gehörst.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_y1CU" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e49961">
                        <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Psa114" xml:id="d1e49964">Psalm, als Israel zog aus Ägypten (<hi>114</hi>)</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e49964_quote-src" target="#d1e49964">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Psa 114</bibl>.</note> Feierte die Befreiung der Seelen aus der Knechtschaft (so <rs ref="#__GND_118523708" type="person" xml:id="d1e49976">Dante</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118523708" xml:id="d1e49976_entity-link"/> in seinem <rs ref="#__ZOTERO_BMJWA628?p=438" type="document" xml:id="d3e50004">Widmungsschreiben</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BMJWA628?p=438" xml:id="d3e50004_entity-link"/> an <rs ref="#__GND_11948059X" type="person" xml:id="d1e49984">Can Grande della Scala)</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11948059X" xml:id="d1e49984_entity-link"/> Im <rs ref="#__ZOTERO_BMJWA628?p=605" type="document" xml:id="d3e50014">2. Gesang</rs> des Purgatorio singen die Seelen, die an der Insel der Reinigung landen, diesen Psalm. (Darin steht ja auch: <hi><quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Psa110,7" xml:id="d1e50001">Vom Bach am Wege wird er trinken<app><lem type="origin">Er wird trinken vom Bache auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.</lem></app></quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e50001_quote-src" target="#d1e50001">Quelle: 
                                <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Psa 110,7</bibl>. Ursprünglicher Text: Er wird trinken vom Bache auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.
                            </note></hi>, das ist das Vertrauen, daß der Gott Trank und Speise schickt, am Wege.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50008">
                        Schimpfe, lieber Carl, aufs régime nicht allzu laut, du hast, bevor es da war, eifrig schon daran gebaut.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50028">
                        Schimpft, liebe Leute, doch aufs Regime nicht allzu <supplied>laut</supplied>, ihr habt, bevor es da <supplied>war</supplied>, selber eifrig schon daran gebaut.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50039">
                        3/4.1.1944: Begegnung mit dem armen Rembrandt-Deutschen;<note type="editorial" xml:id="d1e50043">Wohl <rs ref="#__GND_11872634X" type="perspn">Julius Langbehn</rs>, Verfasser von 
                            <bibl type="book"><author>Julius Langbehn</author>, <title>Rembrandt als Erzieher</title>, Leipzig: C.L. Hirschfeld <date>1890</date></bibl>.</note> typisch protestantisches, norddeutsches Gezeter. In ästhetischer <unclear>Bildungs<c type="ephemeral-hyphen">-</c>kategorie</unclear>, mit <unclear><rs ref="#__GND_11859964X" type="person" xml:id="d1e50062">Rembrandt</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859964X" xml:id="d1e50062_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e50066">Bismarck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e50066_entity-link"/> , <unclear><rs ref="#__GND_118613723" type="person" xml:id="d1e50072">Shakespeare</rs></unclear>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118613723" xml:id="d1e50072_entity-link"/> <unclear><rs ref="#__GND_118616242" type="person" xml:id="d1e50076">Spinoza</rs></unclear><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616242" xml:id="d1e50076_entity-link"/> usw. als Heiligen, aufgeplusterte Begriffe wie Blut, deutsch, <unclear>Volk</unclear>, als Pseudo-Mythen. Wie traurig ist das alles; das unendliche Schimpfen auf die Zeit, auf die Professoren (das ist er doch selbst), auf die halbe Bildung. Das also war die <quote rend="quoted" xml:id="d1e50089">Opposition</quote> im Jahre 1906. Gut, daß ich nichts davon bemerkt habe, als ich Zeitgenosse war. Der große Jugendstil, rührend, auch das <corr>Ornament</corr> auf dem Buch. Erinnert mich fast an <rs ref="#__GND_118734423" type="person" xml:id="d1e50102">Moeller van den Bruck</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118734423" xml:id="d1e50102_entity-link"/> planktisch im Bildungs-Plankton. Ästhetische Sehnsucht nach dem Politischen; traurig. Warum begegnet mir das alles jetzt? Weil es erledigt und bedeutungslos, geschichtlich aufgehoben ist? Wie wunderbar hat Gott mich aufgespart, für die Zeit von 1919 - 1939. Warum soll das weitergehen? Müßte ich nicht aufhören, <rs ref="#__GND_118551981" type="person" xml:id="d1e50112">Hölderlin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e50112_entity-link"/> zu zitieren. Ist das nicht noch immer dieser Stil.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50116">
                        An <rs ref="#__GND_118542109" type="person" xml:id="d1e50120">Grewe</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542109" xml:id="d1e50120_entity-link"/> 4/1 44: Gratulation zu seiner Vermählung; in dem <unclear>Maelstrom</unclear> der gegenwärtigen Weltlage ist das kleine Boot einer Familie eine sicherere Stätte als die mächtigen Vehikel riesiger Organisationen. Zu seinem Buch 1-8: Ich habe es natürlich gleich verschlungen und die überlegene Verarbeitung der konfusen historischen Literatur bewundert.<note type="editorial" xml:id="d1e50134">Die Arbeit erschien erst 1984, da der zur Hälfte umbrochene Satz am 4. Dezember 1943 bei einem Luftangriff auf Leipzig verbrannte; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Epochen der Völkerrechtsgeschichte</title>, Baden-Baden: Nomos <date>1984</date>, S. 15</bibl>. Aus der Gliederung im gedruckten Buch läßt sich nicht rekonstruieren, welche Teile Schmitt im Januar 1944 gelesen hat.</note> Daß Sie meine Bemerkung zu <rs ref="#__GND_115620346" type="person" xml:id="d1e50141">Rein's</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_115620346" xml:id="d1e50141_entity-link"/> Arbeiten zitieren, ist zu viel Ehre.<note type="editorial" xml:id="d1e50144">Grewe zitiert 
                            <bibl type="book"><author>Gustav Adolf Rein</author>, <title>Die europäische Ausbreitung über die Erde</title>, Potsdam: Akad. Verl.-Ges. Athenaion <date>1931</date></bibl> und 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Raum und Großraum im Völkerrecht</title>, in: <title>Zeitschrift für Völkerrecht</title>, 1940, Bd. 24, S. 145-179</bibl> zusammen in 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Grewe</author>, <title>Epochen der Völkerrechtsgeschichte</title>, Baden-Baden: Nomos <date>1984</date>, S. 191-192</bibl>.</note> Begreiflicherweise war die Spannung auf den Fortgang des <unclear xml:id="d1e50153"><app><lem>Gedenksatzes</lem><rdg>Gedankensatzes</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e50153_alt-rdg" target="#d1e50153">Alternative Lesart zu „Gedenksatzes“: Gedankensatzes</note> sehr groß. Es ist zu traurig, daß das Buch nicht bald erscheint. Doch ist es schließlich auch nicht an den Tag oder das Jahr gebunden, und ich darf ihnen vielleicht, als der Ältere und als ein fatorum libellorum peritis, aussprechen, daß die Kinder unseres Geistes schon mit dem Manuskript ihr Eigenleben beginnen und <corr>unserer Väter</corr> <unclear>Wünsche</unclear> <gap/>! Immer ohne besseren Zeitsinn, tiefer Schnitt. Das sage ich freilich nur allgemein, denn ich kenne bisher nur eine Einleitung, die allerdings bedeutend genug ist, um dem Ganzen bereits die Fähigkeit, ein Schicksal zu haben, zuzusprechen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="d1e50546" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50548">
                        Der Streit um die Frage, ob die Erde sich um die Sonne dreht oder die Sonne um die Erde, ist doch nur ein Streit um den Beobachtungsstandpunkt; einen anderen als den anthropozentrischen Beobachtungsstandpunkt kann es nicht geben. Heute: <seg rend="lonhand">global</seg>, immer noch die Nachwirkung jenes Wechsels des Beobachtungsstandpunktes, der im 17. Jahrhundert eingetreten ist; verbindet sich jetzt mit falscher Transcendenz: Gott ist anthropozentrisch: das heißt, oben und unten unterscheiden können; das ganz Andere. Der Haß gegen den atopilen, Haß gegen die Unterschiede von oben und unten.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50572">
                        Parasitäre Typen wie <rs ref="#__GND_118682024" type="person" xml:id="d1e50576">Emge</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e50576_entity-link"/> sie plätschern im Bildungs-Plankton, wie die Fische im Plankton des Meeres, ihnen fliegen die gebratenen Tauben buchstäblich in das Maul; die geistvollen Einfälle ergeben sich von selbst, wenn man nichts tut als <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e50592">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e50592_entity-link"/> lesen und herumplätschern.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50598">
                        Aus einem Aufsatz<note type="editorial" xml:id="d1e50602">Bisher nicht ermittelt.</note> von <rs ref="#GnuvaPaul" type="person" xml:id="d1e50605">Paul Gnuva</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GnuvaPaul" xml:id="d1e50605_entity-link"/> (Rundfunker<supplied>):</supplied> Denken fürs Ohr, Sprechen fürs Auge, Schweigen fürs Herz. Ist das nicht Irrsinn<supplied>?</supplied>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50625">
                        Will die <quote rend="quoted" xml:id="d1e50629">Wirtschaft</quote> verselbständigen; das Geld soll nur eine wirtschaftliche, keine politische Rolle spielen; das ist falsch. Falscher Begriff des Politischen; spricht noch von <quote rend="quoted" xml:id="d1e50634">Welt</quote>, indem er das Geld der Welt zuordnet, entwertet er den <quote rend="quoted" xml:id="d1e50644">Staat</quote>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50649">
                        Begegnete am anderen Tag einem Adepten von <rs ref="#__GND_118608592" type="person" xml:id="d1e50653">Schmid</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118608592" xml:id="d1e50653_entity-link"/> <rs ref="#LauermannDietmar" type="person" xml:id="d1e50656">Lauermann</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LauermannDietmar" xml:id="d1e50656_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50661">
                        in der völligen <quote rend="quoted" xml:id="d1e50665">Beziehungslosigkeit</quote> scheint mir ein Fehler zu stecken!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50671">
                        <hi>Auch die Trennung von Staatsgeld</hi> und Weltgold ist <hi>nur im Großraum möglich.</hi><note type="editorial" xml:id="d1e50680">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Schmid</author>, <title>95 Thesen über Geld und Gold. Eine Staatsgeld- und Weltgoldlehre</title>, Berlin: Der Graue Verlag <date>1935</date>, S. 32-33u.ö.</bibl>.</note> Innen-Recht und Außenrecht sind 2 verschiedene Begriffe von Recht!! Staatsgeld in Kleinräumen lächerlich und entsetzlich; nur Weltgold schrecklich und ein Mittel der Versklavung.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50699">
                        (Das Gold ist gegenüber dem Geld das ganz Andere! Immer dasselbe Schema.)
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_GMqr" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50722">
                        <rs ref="#__GND_116569638" type="person" xml:id="d1e50725">Eschweiler</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116569638" xml:id="d1e50725_entity-link"/> (sah ihn im Dez. 43, in Berlin über dem Breitenbachplatz) freundlich, mir zuwinken, aus dem Jenseits. Dann fand ich einen <rs ref="#__ZOTERO_JN44Z3ZB" type="document" xml:id="d3e50758">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_JN44Z3ZB" xml:id="d3e50758_entity-link"/> von ihm bei <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e50736">Popitz</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e50736_entity-link"/> über die Gegensätze in der Barock-Philosophie, deren Kern Stoizismus ist: Individualismus und Kommunismus, Freiheit und Gesetz, das abstrakte Individuum kann unmittelbar ins abstrakte Gemeinwesen versetzt werden, mag dies nun Menschheit, Weltstaat, Weltkirche oder Weltverein genannt werden. Das ist dann der <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_JN44Z3ZB?p=290" xml:id="d1e50752">ewige Friede</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50752_quote-src" target="#d1e50752">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Karl Eschweiler</author>, <title>Der weltanschauliche Geist der Barockscholastik</title>, in: <title>Deutsches Volkstum. Monatsschrift für das deutsche Geistesleben</title>, 1. April 1936, Bd. 18, H. 4, S. 282-290, hier S. 290</bibl>.</note> und die <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_JN44Z3ZB?p=290" xml:id="d1e50756">ewige Philosophie</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e50756_quote-src" target="#d1e50756">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Karl Eschweiler</author>, <title>Der weltanschauliche Geist der Barockscholastik</title>, in: <title>Deutsches Volkstum. Monatsschrift für das deutsche Geistesleben</title>, 1. April 1936, Bd. 18, H. 4, S. 282-290, hier S. 290</bibl>.</note> Alles wird begrifflich entgegengesetzt, aber kein weltanschauliches (!) Anderssein. Eschweiler sagt richtig: Dieser abstrakte Universalismus der Allgemein-Menschheit erlaubt es, ihm jede Subjektivität zu unterschieben, eine Herrschaft unauffällig zu erhalten, ohne ihr weltanschauliches Selbst offen einsetzen zu müssen, <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_JN44Z3ZB?p=284" xml:id="d1e50768">aus dem Gebrauch der stoischen Denkmethoden allein läßt sich darum nicht erkennen, welches die <corr>weltanschauliche</corr> Subjektivität ihres Gebrauchers ist.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50768_quote-src" target="#d1e50768">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Karl Eschweiler</author>, <title>Der weltanschauliche Geist der Barockscholastik</title>, in: <title>Deutsches Volkstum. Monatsschrift für das deutsche Geistesleben</title>, 1. April 1936, Bd. 18, H. 4, S. 282-290, hier S. 284</bibl>.</note> Das kann nur an der konkreten geschichtlichen Wirksamkeit entschieden werden. Sehr schön, sehe jetzt mich selbst: Freund und Feind; sehe den Grund meiner Freundschaft mit <rs ref="#LinnPierre" type="person" xml:id="d1e50781">P. Linn</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#LinnPierre" xml:id="d1e50781_entity-link"/> der den <quote rend="quoted" xml:id="d1e50786">Idealismus</quote> <rs ref="#__GND_118594893" type="person" xml:id="d1e50789">Platons</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118594893" xml:id="d1e50789_entity-link"/> als den wahren Feind erkannt hat. Eschweilers <rs ref="#__ZOTERO_JN44Z3ZB" type="document" xml:id="d3e50817">Aufsatz</rs> aus dem <rs ref="#DeutschesVolkstum" type="work" xml:id="d1e50796">Deutschen Volkstum</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#DeutschesVolkstum" xml:id="d1e50796_entity-link"/> 1936 April.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50805">
                        Vultus fortunae variatur imagine lunae crescit, descrescit, constans persistere nescit<note type="editorial" xml:id="d1e50814">Sprichwort, dt.: Das Glück ist wechselhaft wie der Mond, es nimmt zu, es nimmt ab, beständig ist es nie.</note> (soll <rs ref="#__GND_117643726" type="person" xml:id="d1e50817">Schliemann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117643726" xml:id="d1e50817_entity-link"/> gesehen haben, Inschrift in Königsberg.<note type="editorial" xml:id="d1e50823">Nicht ermittelt.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50826">
                        <rs ref="#__ZOTERO_WNASPEAX" type="document" xml:id="d3e50854">95 Thesen vom Geld</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WNASPEAX" xml:id="d3e50854_entity-link"/> von Fred Schmid, 1935. <quote source="#__ZOTERO_WNASPEAX?p=32-33" xml:id="d1e50833">Trennung des Goldes vom Geld (Gold ist Ware; Geld ist Währung), Staatsgeld und Weltgeld völlig getrennt; das Geld der einen Ebene stellt auf der anderen Ebene überhaupt kein Geld mehr dar! Das Staatsgeld jeder Nation hat jenseits der Grenze aufgehört, Geld zu sein, das <corr>Gold</corr> des Welthandels hört innerhalb des Staates auf, Geld zu sein;</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50833_quote-src" target="#d1e50833">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Schmid</author>, <title>95 Thesen über Geld und Gold. Eine Staatsgeld- und Weltgoldlehre</title>, Berlin: Der Graue Verlag <date>1935</date>, S. 32-33</bibl>.</note> Staat als Personifikation für den Welthandel.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50870">
                        Bleibe beim Begriff <hi>Welthandel</hi>!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50877">
                        <quote source="#__ZOTERO_WNASPEAX?p=33" xml:id="d1e50880">Staatsgeld und Weltgold sind inkommensurabel!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50880_quote-src" target="#d1e50880">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Schmid</author>, <title>95 Thesen über Geld und Gold. Eine Staatsgeld- und Weltgoldlehre</title>, Berlin: Der Graue Verlag <date>1935</date>, S. 33</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50889">
                        <quote source="#__ZOTERO_WNASPEAX?p=54" xml:id="d1e50892">Der <corr>Goldbesitz</corr> wird von der privaten Ebene losgelöst; kein direkter Kontakt mit der Welt, <unclear>Weg</unclear> nur über den Staat.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50892_quote-src" target="#d1e50892">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Schmid</author>, <title>95 Thesen über Geld und Gold. Eine Staatsgeld- und Weltgoldlehre</title>, Berlin: Der Graue Verlag <date>1935</date>, S. 54</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50905">
                        <quote source="#__ZOTERO_WNASPEAX?p=34" xml:id="d1e50908">Beide (Staatsgeld und Weltgold) verhalten sich nicht wie eine Währung zur anderen; zwischen beiden besteht kein natürlicher Umrechnungsfaktor. Verhalten sich nicht wie rot und blau, oder 3 : 5; sondern wie 3 : rot!</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50908_quote-src" target="#d1e50908">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Alfred Schmid</author>, <title>95 Thesen über Geld und Gold. Eine Staatsgeld- und Weltgoldlehre</title>, Berlin: Der Graue Verlag <date>1935</date>, S. 34</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_mK1p" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50934">
                        Immer wieder darüber nachgedacht: Die Lust empfängt und <corr>gebiert</corr> die Sünde;<note type="editorial" xml:id="d1e50940">Jak 1,15.</note> sie könnte also auch den Geist empfangen? Ist sie ein bloßes Sich-Öffnen, in das nun ein Samen fällt? Ein guter oder böser Samen? Die Lust ist in der Tat ein Sich-Öffnen, ein Sich-Ausliefern, ein Wehrlos-<unclear>Werden</unclear>. <quote source="#__ZOTERO_7KWG3TA5?p=111" xml:id="d1e50950">Nicht die Lust will Ewigkeit,</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50950_quote-src" target="#d1e50950">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Nietzsche</author>, <title>Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen</title>, Chemnitz: Ernst Schmeitzner <date>1884</date>, S. 111</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e50952">Das Buch befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 24930.</note> sondern der Samen, den die Lust empfängt. Die reine Lust will gar nichts; der Wille ist das, was die Lust empfängt. In die Lust des Mannes kriecht die Sehnsucht nach der Rückkehr in den Mutterleib hinein, das ist die Sehnsucht nach dem Tod; dieser Samen empfängt die Lust und wird zur Sünde. Aber das gilt doch nur für die Lust des Mannes, nicht für die Lust der Frau. In diese kriecht die Angst vor der Belastung durch Geburt des Kindes, und wird dadurch zur Sünde.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50969">
                        Sehe mit grotesker Deutlichkeit plötzlich: Wir werden zusammen Skat spielen, unsere Überlegungen über die Spielnachbarn, und uns hinterher über die Spiele unterhalten, den beinahe gewonnenen Grand usw. Das ist doch dasselbe, wie wenn die Kaiser und Könige und Marschälle und Agenten ihre Völker zur Schlachtbank führen, und sich über Theheran oder andere Dinge unterhalten; und dann kommen diese widerlichen Sklaven, eine lächerliche Kaste von Bedienten, und schreiben die Geschichte dieser Spiele, wie elend diese Historiker. In <rs ref="#__GND_118521748" type="person" xml:id="d1e50989">Comte</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118521748" xml:id="d1e50989_entity-link"/> noch ein Rest von Stolz des clerc, als er sagt: <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=120" xml:id="d1e50995">Im Grunde ist jede Beteiligung an der Macht <quote rend="quoted" xml:id="d1e50999">grundsätzlich herabwürdigend</quote>.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50995_quote-src" target="#d1e50995">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 120</bibl>.</note> Diese armseligen Historiker aber sind nicht einmal beteiligt. Dem gegenüber erhebt sich die menschliche Würde in den Christen, sodaß sich die Frage ergab: Kann ein Christ Historiker sein? Ist das ungefähr so, als wollte man fragen, kann ein Mensch ein Esel sein. Geistreiche Antwort: Ein Historiker kann Christ sein, denn es gibt ja sogar Deutsche Christen, aber ein Christ kann nicht Historiker sein. Der Historiker wird Archivbeamter, oder Propagandist, Herold, Forscher.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51013">
                        12/12 <rs ref="#__GND_118654578" type="person" xml:id="d1e51017">Erwin von Beckerath</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118654578" xml:id="d1e51017_entity-link"/> Solche <quote rend="quoted" xml:id="d1e51020">Aushebungen</quote>, wie ich sie erlebe, sind ein Mittel <gap/> Einsicht. Tout ce qui arrive ...<note type="editorial" xml:id="d1e51027">Von Schmitt oft verwendetes Zitat Léon Bloys, frz. <q>Tout ce qui arrive est adorable</q>, dt. <q>Alles, was geschieht, ist anbetungswürdig</q>; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Le Mendiant ingrat. Journal de l'Auteur, 1892-1895</title>, Paris: Société de mercure de France <date>1908</date>, S. 248,376</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 407</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51038">
                        Wort und Ort; das Meer ist Wort, nicht Ort; keine Ortungen, Ort ist <hi>Bild</hi>, nicht Wort; sehr schön ist die Äußerung von <rs ref="#__GND_118527207" type="person" xml:id="d1e51064">Drake</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118527207" xml:id="d1e51064_entity-link"/> Violinen sind dem Meer angemessener, Trompeten und Pfeifen dem Land (Othello).<note type="editorial" xml:id="d1e51078">Bisher nicht ermittelt.</note> Dann aber das Problem der Instrumentalmusik: Hier emanzipiert sich die Musik vom Wort; also <hi>noch unbildlicher</hi>; reines Meer. (Die Meereslinien nicht wuchtig, sondern mehr Kreise und Biegungen. )
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51097">
                        Traumfiguren in Wort-Kostümen; groteske Vermummungen; groteske Mumifizierungen durch sprachliche Fassung; groteske Verlarvungen durch <unclear xml:id="d1e51108"><app><lem>Wort-Hüllen</lem><rdg>Wort-Hülsen</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e51108_alt-rdg" target="#d1e51108">Alternative Lesart zu „Wort-Hüllen“: Wort-Hülsen</note> und Wort-Verpackungen, die den Sinn und sogar den bloßen Inhalt des Traumes unkenntlich machen. Vom Trugbild (<corr>visuell</corr>) zum geschriebenen Wort, man malt sich diese phantastischen Transformationsprozesse aus, das ist ja eine wahre Hexenküche der Verwandlungen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_rjJa" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51129">
                        Da waren sie also in Teheran, die Drei Großen,<note type="editorial" xml:id="d1e51136">Vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943 trafen US-Präsident <rs ref="#__GND_118602551" type="person" xml:id="d1e51138">Roosevelt</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118602551" xml:id="d1e51138_entity-link"/> der britische Premierminister <rs ref="#__GND_118520776" type="person" xml:id="d1e51141">Churchill</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118520776" xml:id="d1e51141_entity-link"/> und der sowjetische Staatschef <rs ref="#__GND_118642499" type="person" xml:id="d1e51144">Stalin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642499" xml:id="d1e51144_entity-link"/> zur ersten gemeinsamen Konferenz in Teheran zusammen. Beraten wurde über die Koordination militärischer Operationen und über die territorialen Neuregelungen nach dem Ende des Kriegs.</note> und der kleine Atopile<note type="editorial" xml:id="d1e51148">Wohl <rs ref="#__GND_118537849" type="person" xml:id="d1e51150"/>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118537849" xml:id="d1e51150_entity-link"/></note> wäre zu gerne dabei, und da er nicht dabei, müssen wir weiter verrecken; mit dem falschesten Ansatz der Welt.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51159">
                        Die Welt ist nicht eine problemlose Einheit; sie ist auch nicht bipolar, sondern polypolar, wie eine Fuge des 17. Jahrhunderts.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51175">
                        <quote source="#__ZOTERO_XT3BT4SX?p=270" rend="quoted" xml:id="d1e51178">Doch uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhn</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51178_quote-src" target="#d1e51178">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Friedrich Hölderlin</author>, <author>Nobert von Hellingrath</author> und <author>Friedrich Seebass</author>, <title>Hyperion oder der Eremit in Griechenland</title>, in: <title>Hölderlin. Sämtliche Werke. Historisch-Kritische Ausgabe. Gedichte, Hyperion, Briefe 1794-1798</title>, Berlin: Propyläen-Verlag <date>1923</date>, S. 83-291, hier S. 270</bibl>.</note> (Hölderlin).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51185">
                        <rs ref="#__GND_11859527X" type="person" xml:id="d1e51190">Poe</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859527X" xml:id="d1e51190_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_QDNRMWDP?p=195" xml:id="d1e51193">Dann aber erregte etwas Neues und Schreckliches die Aufmerksamkeit der Gaffer und bewies, wie viel aufregender für eine Volksmenge der Anblick eines kämpfenden Menschen ist als die entfesselte Wut der seelenlosen Materie.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51193_quote-src" target="#d1e51193">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Edgar Allan Poe</author> und <author>James A. Harrison</author>, <title>Metzengerstein</title>, in: <title>The complete works of Edgar Allan Poe</title>, New York: Thomas Y. Cromwell &amp; Company Publishers <date>1902</date>, S. 185-196, hier S. 195</bibl>.</note> (<corr>Metzenger<c type="ephemeral-hyphen">-</c>stein).</corr>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51219">
                        Und nun erst die christliche <corr>Maskerade</corr>:
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51228">
                        <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e51232">Bismarcks</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e51232_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_29W48MXBp=70" xml:id="d1e51235">in verbis simus faciles</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51235_quote-src" target="#d1e51235">Quelle: .</note>, furchtbar in seinem Zynismus; gibt es denn keine vis verborum? Wie schön das <quote source="#__ZOTERO_UGBMFQCX?p=143" xml:id="d1e51245">Gespräch bei Poe zwischen Oinos und Agathos, über die Schöpferkraft der Worte: Alle Bewegung kann nur aus Gedanken kommen, und die Quelle aller Gedanken ist Gott, und die Wirkungsantriebe, die sich der irdischen Atmosphäre mitteilen, gehen über das gesprochene Wort, das eine Wirkung auf die Luft ausübt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51245_quote-src" target="#d1e51245">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Edgar Allan Poe</author> und <author>James A. Harrison</author>, <title>The Power of Words</title>, in: <title>The complete works of Edgar Allan Poe</title>, New York: Thomas Y. Cromwell &amp; Company Records <date>1902</date>, S. 139-144, hier S. 143</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51262">
                        Die unvermeidliche Zerstörung des Traum-Inhaltes durch Worte und Namen, die schon im wachen Zustand gefunden sind. Die Übersetzung der Sprache des Träumens in die Sprache des Wachseins, oder die Transformation aus einer Welt in die andere, die Transposition, Transfusion, alles ein Problem.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_V4DD" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51288">
                        <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=173-175" xml:id="d1e51291">Brief</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51291_quote-src" target="#d1e51291">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 173-175</bibl>.</note> an <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e51294">Jünger</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e51294_entity-link"/> 28/XI 43. (Über Ungarn, <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e51297">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e51297_entity-link"/> ist nach Cloppenburg gereist). Alle Berechnungen und Pläne werden <corr>sinnlos</corr> und doch besteht alles soziale Dasein aus lauter solchen Berechnungen und Plänen. Ich leide weniger an den vielen Entbehrungen unseres gegenwärtigen Vagabundenlebens als <supplied>an</supplied> der bei jedem Luftalarm sich aufdrängenden Unlogik des Mißverhältnisses von Schutz und Gehorsam. Ein Minimum von Logik gehört zur menschlichen Existenz und macht, wie die kleinen Teilchen im Gehör, das Gleichgewicht erst möglich. Auch in den Katarakten gelten solche Minima. Meine größte Sicherheit sind Wandrungen in den schweigenden Wäldern. <corr>Wanderer</corr> (<quote source="#__ZOTERO_8IJRBUTX?p=151" xml:id="d1e51321">Es will sich der Wanderer zu Wartenden legen</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e51321_quote-src" target="#d1e51321">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Das Nordlicht. Theil 3: Pan, orphisches Intermezzo</title>, Florentiner Ausgabe, München und Leipzig: Georg Müller <date>1910</date>, S. 151</bibl>.</note> Der Advent ist schöner, nämlich aktueller, als der Frühling. In den letzten Tagen beschäftigt mich dabei ein <quote rend="quoted" xml:id="d1e51326">Waldlied</quote> von <rs ref="#__GND_118571508" type="person" xml:id="d1e51329">Lenau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118571508" xml:id="d1e51329_entity-link"/> mit folgenden Versen<supplied>:</supplied>
                    </ab> 
                    <lg rend="quoted" source="#__ZOTERO_M7N2EDSM?p=18" xml:id="mcy3">
                        <l>Stimmen, die den andern schweigen,</l> 
                        <l>Jenseits ihrer Hörbarkeiten,</l> 
                        <l>hört Merlin vorübergleiten.</l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="mcy3_quote-src" target="#mcy3">
                            <bibl type="book"><author>Nikolaus Lenau</author>, <title>Wald und Schilflieder</title>, Berlin-Charlottenburg: Alfred Hoennicke <date>1917</date> (<title type="series">Daphnis-Drucke</title> 17), S. 18</bibl>.
                        </note>
                    </lg> 
                    <note place="parallel" target="#mcy3" xml:id="d1e51355"> Hörbarkeiten: objektiv wie Kostbarkeiten; Lustbarkeiten; oder subjektiv: was <hi>ich</hi> hören kann. Hörbarkeit: aktivisch oder passivisch? </note> 
                    <ab xml:id="d1e51366">
                        Dieses jenseits ihrer Hörbarkeiten ist so schwebend, weil in der Schwebe bleibt, worauf es sich grammatisch bezieht: auf die Stimmen, die schweigen; auf die andern, denen sie schweigen; auf Merlin, der sie hört? Das ist wundervoll. Trotz vieler Verschmiertheiten ist Lenau doch eine echte Antenne für echte Hörbarkeiten. Über <rs ref="#__GND_11851380X" type="person" xml:id="d1e51383">Hieronymus Bosch</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851380X" xml:id="d1e51383_entity-link"/> arbeitet Dr. <rs ref="#__GND_118692380" type="person" xml:id="d1e51389">Wilhelm Fraenger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118692380" xml:id="d1e51389_entity-link"/> an einem großen Buch, das sehr gut zu werden scheint.<note type="editorial" xml:id="d1e51392">Schmitt las offenbar 
                            <bibl type="book"><author>Wilhelm Fraenger</author>, <title>Hieronymus Bosch. Das tausendjährige Reich. Grundzüge einer Auslegung</title>, Coburg: Winkler-Verlag <date>1947</date></bibl> im Manuskript.</note> Ich habe ihm von meiner Spanienreise im Juni noch viele Details aus dem Prado besorgt, besonders über den <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" rend="quoted" type="document" xml:id="d3e51428">Garten der Lüste</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e51428_entity-link"/> (jardin de las delicias). Die Bosch-Tradition in Spanien ist sehr merkwürdig. Die Bilderstürmer in Holland hätten die Bilder von Bosch vernichtet, wenn nicht die Spanier sie gerettet hätten. Um den <rs ref="#__ZOTERO_RG44GSSI" type="document" xml:id="d3e51440">Walter Schubart</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_RG44GSSI" xml:id="d3e51440_entity-link"/> werde ich mich bemühen; das Thema ist sehr wichtig, weil Europa sich heute den Kindern und Ausgeburten seines eigenen Geistes gegenübersieht, nicht, wie früher, Fremden, Sarazenen oder Mongolen.<note type="editorial" xml:id="d1e51423">Ernst Jünger verweist auf das Buch von Schubart in 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernst Jünger</author>, <title>Über die Linie</title>, in: <title>Anteile. Martin Heidegger zum 60. Geburtstag</title>, Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann <date>1950</date>, S. 245-284, hier S. 246-247</bibl>.</note> Neulich schlug ich auf: Jes. 17,14. Geben Sie bald wieder ein Zeichen! Herzlich Ihr <rs ref="#__GND_11860922X" type="person" xml:id="d1e51435">Carl Schmitt</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11860922X" xml:id="d1e51435_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51439">
                        Πυρσοι προσοισω (Zitat bei Poe, <quote source="#__ZOTERO_T2RJZIEF?p=1" xml:id="d1e51450">Die Andromache des Euripides</quote>).<note type="quote-explanation" xml:id="d1e51450_quote-src" target="#d1e51450">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Edgar Allan Poe</author> und <author>James A. Harrison</author>, <title>The conversation of Eiros and Charmion</title>, in: <title>The complete works of Edgar Allan Poe</title>, New York: Thomas Y. Cromwell &amp; Company Publishers <date>1902</date>, S. 1-8, hier S. 1</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_DLJx_part2" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51945">
                        <quote rend="quoted-open-beginning" source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=300" xml:id="d1e51948">Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die Schwänze einkneifen und sich in ihren königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51948_quote-src" target="#d1e51948">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 300</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=301" xml:id="d1e51967">Nehmt euch in Acht</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51967_quote-src" target="#d1e51967">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 301</bibl>.</note> vor dem, was der Deutsche in seinem Freiheitsrausch tun wird. <corr>Der</corr> Franzose gefällt nur der Hälfte des deutschen Volkes: Das ist aber <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=302" xml:id="d1e51978">eben diejenige Hälfte, die keine Waffen trägt, und deren Freundschaft euch also wenig frommt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e51978_quote-src" target="#d1e51978">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 302</bibl>.</note> Aufforderung an die Franzosen, sich immer gerüstet zu halten, auf den Posten zu bleiben, das Gewehr im Arm. Erstaunliche Instinkte eines Juden; durch alle Mächte hindurch plötzlich großartig.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_jlwx" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e51990">
                        Wir wollen reiten Tag und Nacht bis wir den Traum erfahren.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e51997">
                        (S. 125 der <quote source="#__ZOTERO_ETKUHQBQ??p=124-126" xml:id="d1e52004">Anthologie</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52004_quote-src" target="#d1e52004">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>René Lasne</author> und <author>Karl Epting</author>, <title>Anthologie de la poésie allemande des origines à nos jours. 2 Bde.</title>, Paris: Stock <date>1943</date></bibl>.</note> von <rs ref="#__GND_116517298" type="person" xml:id="d1e52007">Epting</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116517298" xml:id="d1e52007_entity-link"/> der Ritter und die Maid).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52013">
                        Wo ist unsere Bildung besser aufgehoben, wo wird sie fruchtbar werden? Wo werden wir selber als Deutsche fruchtbar werden? Bei den Amerikanern oder bei den Russen? Bei denen, die sich von uns führen lassen, und nicht bei denen, die uns verachten und als führerbedürftig ansehen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52022">
                        Das Regierungssystem <rs ref="#__GND_118750860" type="person" xml:id="d1e52026">Salazar</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118750860" xml:id="d1e52026_entity-link"/> heißt in Portugal <quote rend="quoted" xml:id="d1e52029">die <hi>Situation</hi></quote>, großartig. Kein status mehr! <rs ref="#__GND_118548247" type="person" xml:id="d1e52040">Heinrich der Seefahrer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548247" xml:id="d1e52040_entity-link"/> ein Zeitgenosse des <rs ref="#__GND_129070807" type="person" xml:id="d1e52043">Cusanus</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_129070807" xml:id="d1e52043_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52047">
                        Seenahme <hi>bei Flächenhaftigkeit</hi> der Raumvorstellung nicht möglich? Jedenfalls sinnlos, das sei der wahre Grund der Freiheit der Meere; seit der Volumenhaftigkeit hört das auf. Daher Seenahme im Mittelalter (trotz geringer technischer Möglichkeiten) selbstverständlich. Die Inselnahme (genauer, die <quote source="__ZOTERO_G7N3TGK?p=149" xml:id="d1e52060">Entscheidung für das Meer</quote>) entgegen<unclear>gesetzt</unclear> allen übrigen Entscheidungen (Staats-Entscheidungen), vor allem auch dem cuius regio, eius religio.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_DLJx_part1" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52165">
                        Mit Staunen und Traurigkeit die berühmte Prophezeiung <rs ref="#__GND_118548018" type="person" xml:id="d1e52169">Heines</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548018" xml:id="d1e52169_entity-link"/> gelesen (am Schluß von <rs rend="quoted-open-end" type="work" xml:id="d1e52172">Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</rs>, <rs ref="#__ZOTERO_IEHQDSI3" type="document" xml:id="d3e52201">1. Aufl. 1835</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_IEHQDSI3" xml:id="d3e52201_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_U9M7KB7I" type="document" xml:id="d3e52204">2. Auflage 1852</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_U9M7KB7I" xml:id="d3e52204_entity-link"/> muß noch feststellen, ob diese Stelle schon in der 1. Auflage steht, was ich kaum glaube, also ist es <hi>1852</hi>!!<supplied>)</supplied>.<note type="editorial" xml:id="d1e52189">Die besagte Stelle findet sich nicht in der 1. Auflage von 1835.</note> Der <seg>Naturphilosoph</seg> <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=298" xml:id="d1e52197">wird dadurch furchtbar sein, daß er mit den ursprünglichen Gewalten der Natur in Verbindung tritt, daß er die dämonischen Kräfte des altgermanischen Pantheismus beschwören kann, und daß in ihm jene Kampflust erwacht, die wir bei den alten Deutschen finden</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52197_quote-src" target="#d1e52197">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 298</bibl>.</note> (die Kämpfe, nur ganz zu kämpfen). <quote rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=298" xml:id="d1e52213">Das Christentum</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52213_quote-src" target="#d1e52213">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 298</bibl>.</note> - und das ist sein schönstes Verdienst - <quote rend="quoted-open-beginning" source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=298-299" xml:id="d1e52216">hat jene brutale germanische Kampflust einigermaßen besänftigt, konnte sie jedoch nicht zerstören, und wenn einst der <corr/> zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht, dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige Berserkerwut, wovon die nordischen Dichter so viel singen und sagen. Jener Talisman ist morsch, und kommen wird der Tag, wo er kläglich zusammenbricht. Die alten steinernen Götter erheben sich dann aus dem verschollenen Schutt und reiben sich den tausendjährigen Staub aus den Augen, und Thor mit dem Riesenhammer springt endlich empor und zerschlägt die gotischen Dome. Wenn ihr dann das Gepolter und Geklirre hört, hütet euch, ihr Nachbarskinder, ihr Franzosen, und mischt euch nicht in die Geschäfte, die wir Deutschen zu Hause verbringen.<app><lem type="origin">die wir zu Hause in Deutschland vollbringen.</lem></app> Es könnte euch schlecht bekommen. Hütet euch, das Feuer anzufachen, hütet euch, es zu löschen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52216_quote-src" target="#d1e52216">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 298-299</bibl>. Ursprünglicher Text: die wir zu Hause in Deutschland vollbringen.</note> usw. Immer wieder von neuem diese Warnung an die Franzosen. Der deutsche Donner kommt, <quote source="#__ZOTERO_U9M7KB7I?p=300" xml:id="d1e52273">und wenn ihr es einst krachen hört wie es noch niemals in der</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52273_quote-src" target="#d1e52273">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Der Salon. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland</title>, 2. Aufl., Hamburg: Hoffmann und Campe <date>1852</date>, S. 300</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e52275">Fortsetzung des Zitats oben auf S. 66.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_F5Gh" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e52898">
                        Welche Beruhigung in den Worten des <rs ref="#__GND_118620452" type="person" xml:id="d1e52903">Tacitus</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118620452" xml:id="d1e52903_entity-link"/> (<rs ref="#__GND_4348468-2" type="work" xml:id="d1e52906">Hist.</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4348468-2" xml:id="d1e52906_entity-link"/>. Er sagt von einem Römer: <quote source="#__ZOTERO_RMHPTR9E?p=126" xml:id="d1e52912">constans adversus metus</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52912_quote-src" target="#d1e52912">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Cornelius Tacitus</author>, <title>Historiae cum fragmentis</title>, hg. von <editor>Carl Nipperdey</editor>, Berlin: Weidmann <date>1871</date>, S. 126</bibl>.</note>. (Tröstete mich einige Tage lang; du lebst vom Wind der latinisierten Worte).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52918">
                        <quote rend="quoted" xml:id="d1e52921">Verfahren</quote> kennen sie nicht: <hi>aber</hi> Methoden und Kunstgriffe; wenn einer mit der Methode, mit der sie an den Franziskanerorden herangegangen sind und ein paar arme Teufel und Brüder wegen Sittlichkeits<c type="ephemeral-hyphen">-</c>verbrechen an der Welt brandmarkten, wenn ich mit dieser Methode an diese verschworene Gemeinschaft selber heranginge, so <unclear>würde die werte Welt die Krätze bekommen</unclear>, das ist die Verfassung Deutschlands. Aber Verfahren ist im Deutschen sowieso schon <unclear>synonym</unclear> mit verfahren.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52942">
                        Meine Depressionen sind ja wirklich nichts als leeres und <corr>gesundheitsschädliches</corr> Zeitverprassen. Aber durch den Rest von Christlichem, der in mir steckt, empfinde ich das gerade als Vorteil und Überlegenheit, so könnte man, in aktivistischen Momenten, die Wut auf das Christentum bekommen (nicht auf das kirchliche, sondern das wahre, Apostolische, <rs ref="#__GND_118562002" type="person" xml:id="d1e52952">Kierkegaard</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118562002" xml:id="d1e52952_entity-link"/>sche Christentum) und es in sich und den anderen Menschen auszurotten suchen, nicht weil es jüdisch, sondern weil es so unjüdisch ist; so würde man sich in einen Juden verwandeln.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52963">
                        Volk sind die Nicht-Regierenden, sind die Un-Mächtigen; aber alle Macht soll sich vom Volk ableiten und ausgehen. Also die Macht geht aus von der Un-Macht und Ohnmacht; profanistische Dialektik oder phantastischer Betrug; die Organität generiert die Macht. Das alles wird mit dreister <unclear>Starre</unclear> gelehrt von Positivisten, die sich über theologische Dogmen lustig machen. Volk sind die Nicht-Organisierten,
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e52988">
                        nach der Lektüre von Weizsäcker:<quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_PAUI8HX9?p=46" xml:id="d1e52992">Nicht das Gröbste beherrscht das Feinste, sondern das Feinste das Gröbste</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e52992_quote-src" target="#d1e52992">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Viktor von Weizsäcker</author>, <title>Wahrheit und Wahrnehmung. Über das Nervensystem. Zwei Vorträge</title>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date>, S. 46</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_PAUI8HX9?p=46" xml:id="d1e52995">Grundgesetz des Organs und des Organismus</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e52995_quote-src" target="#d1e52995">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Viktor von Weizsäcker</author>, <title>Wahrheit und Wahrnehmung. Über das Nervensystem. Zwei Vorträge</title>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date>, S. 46</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_PAUI8HX9?p=45" xml:id="d1e53000">(Auslösungsbegriff <rs type="person" ref="#__GND_118579584" xml:id="d1e53003">Robert Mayers</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118579584" xml:id="d1e53003_entity-link"/></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e53000_quote-src" target="#d1e53000">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Viktor von Weizsäcker</author>, <title>Wahrheit und Wahrnehmung. Über das Nervensystem. Zwei Vorträge</title>, Leipzig: Koehler &amp; Amelang <date>1943</date>, S. 45</bibl>.</note> Maximal - Minimal; beides ist ja ganz egal. Die alte Welt war nach der Entdeckung der neuen Welt doch nicht mehr <unclear>integral</unclear>, so wie bisher die <hi>alte</hi> Welt; die alte Welt mit einer neuen Welt denkbar, ist eben schon wesentlich geändert; das nennt man <quote rend="quoted" xml:id="d1e53020">Dialektik</quote> der geschichtlichen Entwicklung; und das kann <corr/> <unclear>nebeneinander entstehen</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_ZyEa" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e53211">
                        Dabei großes Gespräch über die Verwendung des allgemeinen Begriffes Staat, es war <unclear>fürchterlich</unclear>, er warf ununterbrochen den Idealbegriff Staat und den allgemeinen Begriff durcheinander, machte mir zum Vorwurf, daß ich mich nicht genug der Verwertbarkeit <supplied>zuwende</supplied>,<note type="editorial" xml:id="d1e53225">Schmitt schrieb mit Bleistift darunter: dass ich rechthaberisch bin, Imponiertheit.</note> Geistreichelei usw. Ich versuchte immer, auf den tieferen Punkt zu kommen, aber vergeblich, schließlich löste sich der <unclear xml:id="d1e53230"><app><lem>Krampf</lem><rdg>Kampf</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e53230_alt-rdg" target="#d1e53230">Alternative Lesart zu „Krampf“: Kampf</note> etwas, aber die Sache ist aus. Traurig zu Bett. Sah den Eselskampf. Dumm, daß ich über den κατεχων sprach, in meiner Hilflosigkeit.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_mwLU" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e53917">
                        später noch einmal (S. <unclear reason="omission"/><supplied>)</supplied>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53927">
                        Den großen Gedanken noch einmal denken (<rs ref="#__GND_118563386" type="person" xml:id="d1e53931">Klopstock</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118563386" xml:id="d1e53931_entity-link"/> 19. Jahrhundert <supplied>)</supplied>. Dann die Historiker (<unclear><rs ref="#__GND_118598279" type="person" xml:id="d1e53939">Ranke</rs></unclear>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118598279" xml:id="d1e53939_entity-link"/> <unclear>die</unclear> Philologen: Gedachtes noch einmal denken; dann die Juristen: Gesetzgebung <hi>noch einmal</hi> denken; also immer <hi>re</hi>produktiv. Aufhören der Produktivität: <unclear xml:id="d1e53955"><app><lem>Verschieben der</lem><rdg>Er schiebt die</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e53955_alt-rdg" target="#d1e53955">Alternative Lesart zu „Verschieben der“: Er schiebt die</note> Produktivität in eine andere Region, die einen im Grunde nichts angeht: Deismus? Nein? Den verlorenen Weltkrieg <hi>noch einmal</hi> führen: Ergebnis: alles posthum.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e53971">
                        Immer wieder bei den Engländern: Sie haben es nicht gewollt und gedacht, die Deutschen dagegen wohl; der Vergleich mit <rs ref="#__GND_4099361-9" type="work" xml:id="d1e53976">Macbeth</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4099361-9" xml:id="d1e53976_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_76BZHJ62" type="document" xml:id="d3e54006">Unwin. Gill. 1916.</rs> <rs ref="#__ZOTERO_NNGW9FED" type="document" xml:id="d3e54010">Mackinder</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_NNGW9FED" xml:id="d3e54010_entity-link"/> 1919: Und gedacht, die anderen planmäßig und mit strategischer Überlegenheit; was werfen sie uns also vor: unsere größere <hi>Bewußtheit</hi>; vollkommen richtig. Das mußte unsere Überlegenheit sein (auch wir sind Imperialisten, aber mehr unbewußt, nicht durch Programme und Pläne). Seeley, <quote source="#__ZOTERO_BK3CRJ9G?p=17" xml:id="d1e53998">Anfall von Geistesabwesenheit<app><lem type="origin">We seem, as if were, to have conquered and peopled half the world in a fit of absence of mind.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e53998_quote-src" target="#d1e53998">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>John Robert Seeley</author>, <title>The Expansion of England. Two courses of Lectures</title>, Leipzig: Bernhard Tauchnitz <date>1884</date>, S. 17</bibl>. Ursprünglicher Text: We seem, as if were, to have conquered and peopled half the world in a fit of absence of mind.</note><note type="editorial" xml:id="d1e54004">Ähnlich zitiert in 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Eugen Mündler</author>, <title>Der Krieg gibt das Gesetz</title>, in: <title>Das Reich. Deutsche Wochenzeitung</title>, 31. Januar 1943, S. 3</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_Qik6" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54038">
                        Bellum, schöne Reihenfolge bei <rs ref="#__GND_118622110" type="person" xml:id="d1e54044">Thomas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118622110" xml:id="d1e54044_entity-link"/> II, II, Quaestio 40; 1. quaestio 
                        <list>
                            <item xml:id="d1e54061">36: invidia</item> 
                            <item xml:id="d1e54066">37: discordia (quae opponitur paci) Frage: utrum discordia sit filia inanis gloriae, (oder die ira Ja, sie ist eine Tochter der inanis gloriae!)</item> 
                            <item xml:id="d1e54100">38: contentio (ist sie ein peccatum mortale inordinata, ja, andere nicht!) Ist sie filia inanis gloriae</item> 
                            <item xml:id="d1e54123">39. Schisma</item> 
                            <item xml:id="d1e54128">40. Bellum (4 Artikel: Ist er Sünde; dürfen Kleriker Krieg führen; sind im Krieg Hinterhalte erlaubt; darf man an Feiertagen Krieg führen)</item> 
                            <item xml:id="d1e54134">41. Rixa (filia irae)</item> 
                            <item xml:id="d1e54139">42. Seditio</item> 
                            <item xml:id="d1e54145">43. Scandalo</item>
                        </list>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_pGyf" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54157">
                        estoy caido en una emboscada.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54164">
                        Klio, 35, Heft 3/4, 1942, S. 184/5: <quote source="#__ZOTERO_AN4ZH3RI" xml:id="d1e54171">Aufsatz</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54171_quote-src" target="#d1e54171">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Albrecht von Blumenthal</author>, <title>Roma quadrata</title>, in: <title>Klio. Beiträge zur alten Geschichte</title>, 1942, Bd. 35, H. 3-4, S. 1-8</bibl>.</note> von Albrecht <supplied>von</supplied> Blumenthal über Roma quadrata, wie auch Walde (in seinem <quote source="#__ZOTERO_84T2MHGK?p=657" xml:id="d1e54188">Lexikon</quote>)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54188_quote-src" target="#d1e54188">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Alois Walde</author>, <title>Lateinisches etymologisches Lexikon</title>, Zweite umgearbeitete Auflage, Heidelberg: Carl Winter Universitätsbuchhandlung <date>1910</date>, S. 657</bibl>.</note> sagt, roma = rod-ma, zu rod, ra'dati, graben, roma = das Quadratische; mundus = das Runde. Nach <rs ref="#__GND_118648446" type="person" xml:id="d1e54205">Altheim</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118648446" xml:id="d1e54205_entity-link"/> heißt mundus: der Eingang zur Unterwelt.<note type="editorial" xml:id="d1e54214">Bei diesen Überlegungen stützt sich Schmitt offenbar nur auf den Aufsatz von Albrecht von Blumenthal, denn im Lexikonartikel von Walde wird Rom als <q>Stromstadt</q> beschrieben, und die Vorstellung von <q>mundus</q> als Eingang zur Unterwelt, die Blumenthal Franz Altheim zuschreibt (S. 185, Anm. 1), ist weder in der Etymologie noch in der Frage über die Ursprünge geklärt. Die von Schmitt wiedergegebene Zeichnung findet sich am Ende von Blumenthals Aufsatz.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54221">
                        bellum justum est utraque parte <hi>injustum</hi>! Bleibt immer Krieg? Dann scheitert doch der ganze <rs ref="#__GND_118768735" type="person" xml:id="d1e54232">Vitoria</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118768735" xml:id="d1e54232_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54236">
                        Dieses Verdunkeln ist doch eigentlich nur eine Ent-hüllung (und Ver-hüllung, beides zusammen: die <unclear xml:id="d1e54248"><app><lem>künstlichen Rechte</lem><rdg>künstliche Reihe</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e54248_alt-rdg" target="#d1e54248">Alternative Lesart zu „künstlichen Rechte“: künstliche Reihe</note> und die künstliche Aufhebung der künstlichen <unclear xml:id="d1e54256"><app><lem>Rechte</lem><rdg>Reihe</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e54256_alt-rdg" target="#d1e54256">Alternative Lesart zu „Rechte“: Reihe</note> ist die Verhüllung!)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54264">
                        Peman, 1943: <quote source="#__ZOTERO_J9PDMUPQ?p=40" xml:id="d1e54270">Der Teufel sagt: La Nada es libre: pero el Ser esclavo; Libre es el mar y libres sus cantares de huracán y de miedo. Der Teufel (la bestia) die Krümmung, die la serpiente que se enroscó en el árbol de la Vida tenia esa figura contraria en su violenta torcedura a la exacta nobleza de la Crùz</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54270_quote-src" target="#d1e54270">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José María Pemán</author>, <title>Poema de la bestia y el ángel</title>, Zaragoza: Ed. Jerarquía <date>1938</date>, S. 40</bibl>.</note> (S. 40).
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_YSI8" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54302">
                        Rupert von Deutz, <quote source="#__ZOTERO_X8872XN4" xml:id="d1e54312">de victoria verbi Dei</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54312_quote-src" target="#d1e54312">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author/>, <title>De victoria Verbi Dei</title>, Augsburg: Anton Sorg <date>1487</date></bibl>.</note> (1130 ?), deutsch; nicht französisch (<rs ref="#__GND_118622110" type="person" xml:id="d1e54318">Thomas</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118622110" xml:id="d1e54318_entity-link"/> französisch), hat auch einen <quote source="#__ZOTERO_CTS8J7JQ" xml:id="d1e54321">Kommentar zur Apokalypse</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54321_quote-src" target="#d1e54321">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author/>, <title>Commentarium in Joannis Apocalypsin Libri XII (1117/1120)</title>, Nürnberg: Johann Petreius <date>1526</date></bibl>.</note> geschrieben (Neuss, 7/4 43).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54331">
                        <quote source="#__ZOTERO_8JGTRAMK?=act1scene1" xml:id="d1e54334">Keine Ruhe an Tag und Nacht nichts, was mir Vergnügen bereitet aufstehen müssen, wenn es schellt, das ertrage, wem's gefällt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54334_quote-src" target="#d1e54334">Quelle: 
                            <bibl type="artwork"><author>Wolfgang Amadeus Mozart</author> und <author>Lorenzo Da Ponte</author>, <title>Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni</title> (Oper, 165 min), 1787,</bibl>.</note> Ich will endlich Ruhe haben, will nicht länger dorten sein, <add place="right"> wie schön, wie schön ist es im Sauerland wie <gap/> ist es im Sunderntal dort trinkt man Veltiner Bier und</add>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54360">
                        Lassen wir den Tarentianern ihre erzürnten Götter!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54370">
                        Lassen wir den Juden ihren wütenden Javeh! Lassen wir den Deutschen ihren wütenden <rs ref="#__GND_118551655" type="person" xml:id="d1e54378">Adolf</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551655" xml:id="d1e54378_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_eIsG" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54387">
                        <rs ref="#__GND_118548018" type="person" xml:id="d1e54390">Heines</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118548018" xml:id="d1e54390_entity-link"/> junge und <gap/> kranke Liebe; <unclear>Liebsamkeit</unclear> bald jung, bald holzig, enges Bildungsniveau, <unclear>bald schwache</unclear> <gap/>, das entlarvte Leben.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54413">
                        Spöttelte, daß der Raum der Fiktionen den Menschen ins kosmische <unclear>Herz schleudert</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54426">
                        <gap/> <rs ref="#__GND_118561596" type="person" xml:id="d1e54431">Kerschensteiner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118561596" xml:id="d1e54431_entity-link"/> (von <unclear>seiner Frau</unclear>), Erlebter Neu-Idealismus von <rs ref="#__GND_118566806" type="person" xml:id="d1e54440">Krieck</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118566806" xml:id="d1e54440_entity-link"/>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_bcAH" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54447">
                        Komme dir bloß <unclear>nicht</unclear> wichtig vor, wichtig vor, (mache mir kein <gap/> vor,) denn wir sind vom Schwarzen-Korps, Schwarzenkorps. Wenn ein Engländer aber, dann verstehe ich es, ja dann verstehe ich diese künstlich-natürlichen Menschen, diese künstlich-germanischen; Deutsch ist der <hi>Kunst-Germane</hi>, der spricht Schriftdeutsch, lutherisch, muß sich daher am Juden rächen, für seine Nicht-Natur, der Jude ist sein ganz großes Alibi.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54474">
                        <quote source="#__ZOTERO_GFQWC77V?p=20" rend="quoted" xml:id="d1e54477">Soweit die deutsche Zunge klingt</quote>:<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54477_quote-src" target="#d1e54477">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernst Moritz Arndt</author>, <title>Des Deutschen Vaterland</title>, in: <title>Ernst Moritz Arndts Werke. Erste einheitliche Ausgabe seiner Handschriften, Mit Anmerkungen hrsg. von Heinrich Meisner</title>, Leipzig: Karl Fr. Pfau <date>1893</date>, S. 18-21, hier S. 20</bibl>.</note> Nun, <unclear>wir</unclear> klingen zwischendurch in ausländischen Sendern auf der ganzen Welt und über den Globus hinweg, neben allen anderen Sprachen. Das ist, zum Unterschied von <unclear>zwischen-staatlich</unclear>, international!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54495">
                        Erkannte auf der Höhe nach <rs ref="#__GND_1095669222" type="place" xml:id="d1e54499">Affeln</rs> (<rs ref="#Ausspann" type="place" xml:id="d1e54502">Ausspann</rs>) in der <quote source="#__ZOTERO_HHEKV7AE?p=247" xml:id="d1e54507">Erinnerung an den September 1923</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54507_quote-src" target="#d1e54507">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <author>Gerd Giesler</author>, <author>Ernst Hüsmert</author> und <author>Wolfgang H. Spindler</author>, <title>Der Schatten Gottes. Introspektionen, Tagebücher und Briefe 1921 bis 1924</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2014</date>, S. 247</bibl>.</note> und meinen <quote source="#__ZOTERO_HHEKV7AE?p=484-485" xml:id="d1e54513">Brief an <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e54515">Duschka</rs></quote>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e54515_entity-link"/><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54513_quote-src" target="#d1e54513">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <author>Gerd Giesler</author>, <author>Ernst Hüsmert</author> und <author>Wolfgang H. Spindler</author>, <title>Der Schatten Gottes. Introspektionen, Tagebücher und Briefe 1921 bis 1924</title>, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2014</date>, S. 484-485</bibl>.</note> Die gute Duschka ist kein Geschenk dieser sauerländischen Berge. In Wahrheit haben die Berge mehr der Fülle und auf eine wunderbare, immer neues Glück bringende Weise, das Gegenteil der bösen Erfüllung böser Wünsche; bleibt bei mir, ihr Heiligen dieser Berge und Bäche. <rs type="person" ref="#__GND_11948174X" xml:id="d1e54523">Severin</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11948174X" xml:id="d1e54523_entity-link"/> Die unendlich abwartende Ruhe dieser Berge, sie wissen selbst nicht, was sie abwarten (die Berge warten ab, sie wissen, daß dann <supplied>das</supplied> Meer aus Nebel <unclear>doch</unclear> siegen wird. So öffnen sie sich der Sonne mit vorsichtiger Anstrengung ihrer Seele<supplied>)</supplied>; aber sie warten im Nebel, Schlaf des Abwartens; sie warten nicht auf etwas, sondern sie warten ab; die Hülle des Nebels dient ihnen nur dazu, sich selbst in sich selbst einzuhüllen wie ein Schläfer, indem er sich in die Decke hüllt, sich in sich selbst einhüllt. Wie auf alten Bildertafeln des <unclear>Mittelalters</unclear> die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane, dabei aber immer im Rhythmus ihrer Linie verbleibend.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e54552">
                        Nach 1848 ist die Theorie von der Abstammung des Menschen entstanden und durchgedrungen; daher stammen die seit etwa 1870 in Dichtungen <rs type="person" ref="#__GND_118514814" xml:id="d1e54559">Brehms</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118514814" xml:id="d1e54559_entity-link"/> die Menschen von solchen ab, die die Abstammung vom Affen für plausibel halten; in einigen weiteren Generationen, wenn die <corr>Arten</corr> neu bemessen, <unclear>er</unclear>: werden sie wirklich aussehen wie Gorillas.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_qbRs">
                    <note type="meta-date" resp="#editor" xml:id="d1e54579"> <date when-iso="1943-10" type="entry-date"/> </note>
                    <ab xml:id="d1e54584">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-04-05"><unclear>5/4 43</unclear></date>.<note type="editorial" xml:id="d1e54590">Der Tageseintrag dürfte vom Oktober 1943 stammen. Schmitt ist nach der Ausbombung in Plettenberg. Dafür spricht auch das Zitat von Konrad Weiß. Am 4. Oktober 1943 erlebte Frankfurt am Main den ersten Großangriff.</note> Wie typisch und schön der Gegensatz: Im Augenblick des Einschlags: (Luftangriff auf Frankfurt am Tag 4 Tage ohne Post<supplied>)</supplied>. <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e54601">Duschka</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e54601_entity-link"/> betet, ich sage: <quote source="#__ZOTERO_SGUNBPEJ" xml:id="d1e54604">des geringsten Eichenfalles Wirkung grinst im Weltenraum</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54604_quote-src" target="#d1e54604">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Theodor Däubler</author>, <title>Der Nachtwandler</title>, in: <title>Das Sternenkind. Gedichte</title>, Leipzig: Insel <date>1916</date>, S. 18-19</bibl>.</note> <rs ref="#SchmittJoseph" type="person" xml:id="d1e54608">Jup</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#SchmittJoseph" xml:id="d1e54608_entity-link"/> Bin ich nicht zum Glück gereift. Ich epimetheisch; Jup <unclear>prometheisch</unclear>-aktiv; Duschka fromm.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54620">
                        Heute kamen die 3 Kisten Wein (von <rs ref="#__GND_127719903" type="person" xml:id="d1e54624">Weber-Schumburg</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_127719903" xml:id="d1e54624_entity-link"/> während noch keine Bücherkiste gekommen ist; offenbar ist der Gott des Weines treuer als der Geist der Bücher.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54630">
                        Fortsetzung von: <quote source="#__ZOTERO_7K262JHA?p=655" xml:id="d1e54634">Dieser Zeit miteingegoren, ging die Habe mir verloren, wie ich nur mein Sein gewinne, war das alles nicht von Sinnen.<app><lem type="origin">
                                    <l>Unsrer Welt miteingegoren</l> 
                                    <l>geht die Habe uns verloren.</l> 
                                    <l>Fragend, was ich sonst noch bin,</l> 
                                    <l>fahre weiter, dunkler Sinn!</l></lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54634_quote-src" target="#d1e54634">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author> und <author>Friedhelm Kemp</author>, <title>Gedichte 1914-1939</title>, München: Kösel-Verlag <date>1961</date>, S. 655</bibl>. Ursprünglicher Text: Unsrer Welt miteingegoren geht die Habe uns verloren. Fragend, was ich sonst noch bin, fahre weiter, dunkler Sinn!</note> (Bezieht sich miteingegoren: auf mich (uns) oder auf die Habe? Beides grammatisch möglich und typisch für diese Art von orakulando.)
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54665">
                        Unsere Angst: Wir waren schlecht und heruntergekommen genug, um <hi>dich</hi> zu ermöglichen, ja zu ernötigen.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54678">
                        Zitiert bei <rs type="person" xml:id="d1e54684">Egger</rs>, <rs type="work" xml:id="d1e54687">Das Reich von 30/1 43</rs>:<note type="editorial" xml:id="d1e54690">Bisher nicht ermittelt.</note> Nach diesem Krieg gibt es kein Besieger und Besiegter, sondern nur noch Überlebende und Vernichtete (nicht: Tote, nicht Vernichter und Vernichtete), nachher aber doch Aufforderung zum <hi>Sieg</hi>. Interessante Art der Begriffsbilder (nicht Tote, sondern Vernichtete; nicht Ende der Antike, sondern Zusammenbruch).<note type="editorial" xml:id="d1e54703">Dieselbe Formulierung findet sich bei Goebbels in seiner <quote source="#__ZOTERO_D7T2E2MZ?p=252" xml:id="d1e54705">Rede in Heidelberg am 9. Juli 1943.</quote>
                            <note type="quote-explanation" xml:id="d1e54705_quote-src" target="#d1e54705">Quelle: 
                                <bibl type="book"><author>Joseph Goebbels</author> und <author>Helmut Heiber</author>, <title>Goebbels-Reden 1939-1945</title>, Düsseldorf: Droste Verlag <date>1972</date>, S. 252</bibl>.
                            </note></note> Über lebende Leichname; <hi>überlebende</hi> Vernichtete; der Genius des Sauerlandes liegt in seinen tiefen Tälern und dicken Wäldern wie ein Schläfer in dicken sauerländischen Plumeaus (Oberbetten); er schläft im Nebel, wenn die Sonne scheint, geht ein traumhaftes Lächeln über sein Gesicht; aber niemals kommt er aus seiner schlafenden Innerlichkeit und Selbstbezogenheit heraus.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54728">
                        <quote source="#__ZOTERO_D7T2E2MZ?p=240-257" xml:id="d1e54731">Rede
                            <note type="editorial" xml:id="d1e54733">Die Rede fand am 9. Juli 1943 in der Heidelberger Stadthalle statt.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54731_quote-src" target="#d1e54731">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Joseph Goebbels</author> und <author>Helmut Heiber</author>, <title>Goebbels-Reden 1939-1945</title>, Düsseldorf: Droste Verlag <date>1972</date>, S. 240-257</bibl>. — Die Rede fand am 9. Juli 1943 in der Heidelberger Stadthalle statt.</note> in Heidelberg Sommer 43: Also, wie Goebbels sagt, <quote source="#__ZOTERO_D7T2E2MZ?p=253" xml:id="d1e54738">eine stählerne Romantik; c'est cela, stählerne Romantik, darum ist eben Romantik als solche erledigt; historisch erledigt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54738_quote-src" target="#d1e54738">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Joseph Goebbels</author> und <author>Helmut Heiber</author>, <title>Goebbels-Reden 1939-1945</title>, Düsseldorf: Droste Verlag <date>1972</date>, S. 253</bibl>.</note>
                    </ab>
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e54752">
                        Las in der <rs ref="#__ZOTERO_F9U3D9C2" type="document" xml:id="d3e54782">Löwin</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F9U3D9C2" xml:id="d3e54782_entity-link"/> von Konrad Weiß (auf der Reise von <rs ref="#__GND_7701002-4" type="place" xml:id="d1e54759">Wennemen</rs> nach <rs ref="#__GND_4218442-3" type="place" xml:id="d1e54762">Finnentrop</rs>) <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_F9U3D9C2?p=17" xml:id="d1e54766">Wenn du dir bekannte Wege genießen willst, so danke dafür und <unclear>freue ihrer</unclear><c type="ephemeral-hyphen">-</c>es brennt im Herzen, wenn der Geist verzagt.<app><lem type="origin">Wenn dir der bekannte Weg weggenommen wird, so danke dafür und freue dich. Es brennt im Herzen, wenn der Geist verzagt.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54766_quote-src" target="#d1e54766">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Konrad Weiss</author>, <title>Die Löwin. Vier Begegnungen</title>, Augsburg: Dr. Benno Filser Verlag <date>1928</date>, S. 17</bibl>. Ursprünglicher Text: Wenn dir der bekannte Weg weggenommen wird, so danke dafür und freue dich. Es brennt im Herzen, wenn der Geist verzagt.</note>
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54777">
                        Die Kohl-Weisslinge, der <rs ref="#__GND_117016365" type="person" xml:id="d1e54786">Niermann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117016365" xml:id="d1e54786_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_116632739" type="person" xml:id="d1e54789">Rosskopf</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116632739" xml:id="d1e54789_entity-link"/> Rosskopf der Weiss- Kohl- Köpfe.
                    </ab>
                    <ab xml:id="d1e54801">
                        Zusammenhang von Lust und Furcht ( <quote source="#__ZOTERO_7KWG3TA5?p=111" xml:id="d1e54807">Lust will Sicherheit, die Lust will Sicherheit, will tiefe, tiefe Sicherheit</quote>.)<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54807_quote-src" target="#d1e54807">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Nietzsche</author>, <title>Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen</title>, Chemnitz: Ernst Schmeitzner <date>1884</date>, S. 111</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e54810">Das Buch befindet sich im Nachlass Schmitts, RW 0265 Nr. 24930.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_mNex" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e54933">
                        Ortega: <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=49,51" xml:id="d1e54939">Der Mensch ist das Seiende, das sich selbst macht.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54939_quote-src" target="#d1e54939">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 49,51</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=85" xml:id="d1e54946">In der Geschichte des Menschen konstruiert sich eine selbständige Vernunft, durch das, was dem Menschen geschehen ist</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54946_quote-src" target="#d1e54946">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 85</bibl>.</note> (sic, müßte doch heißen: was der Mensch aus sich selbst gemacht hat!). <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=85" xml:id="d1e54956">Die historische Vernunft ist radikaler als die <corr>physikalische</corr><app><lem type="origin">Die historische Vernunft ist rationaler als die physikalische.</lem></app></quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e54956_quote-src" target="#d1e54956">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 85</bibl>. Ursprünglicher Text: Die historische Vernunft ist rationaler als die physikalische.</note> <quote source="#__ZOTERO_3AQ37NMF?p=86" xml:id="d1e54964"><hi>1844</hi>!! schrieb <rs ref="#__GND_118521748" type="person" xml:id="d1e54968">Comte</rs> (Discours sur l'esprit positif)<supplied>:</supplied> <quote rend="quoted" xml:id="d1e54976">Man kann versichern, daß der Lehre, die hinlänglich das Gesamte der Vergangenheit erklärt haben wird, unweigerlich dadurch allein die geistige Vorherrschaft der Zukunft zufallen muß.</quote></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e54964_quote-src" target="#d1e54964">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>José Ortega y Gasset</author>, <title>Geschichte als System und Über das römische Imperium</title>, Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1943</date>, S. 86</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_xA4i" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e55364">
                        Die Herrschaft im Luftraum kann nicht impermeabel sein, wie die Herrschaft über eine Fläche festen Landes; verschiedene Elemente sind verschiedene Aggregatzustände und damit verschiedene Vorstellungen von Undurchdringlichkeit, <corr>Impermea<c type="ephemeral-hyphen">-</c>bilität</corr>. Indem einer einen fremden Sender hört, spottet er der Impermeabilitätsansprüche eines totalen Staates. Total heißt doch impermeabel; total heißt doch: ganz angefüllt, ohne leeren Raum, das heißt ohne die Möglichkeit einer Bewegung; Totalbewegung ist entweder Veitstanz, oder völliger Widersinn.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55401">
                        Was <rs type="person" ref="#__GND_118742337" xml:id="d1e55405">Picard</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118742337" xml:id="d1e55405_entity-link"/> und andere Schwabinger so tiefsinnig beschrieben (bei Veit, <quote source="#__ZOTERO_2RC3VIJQ?p=144-150" xml:id="d1e55411"><corr>Tragik</corr> des technischen Menschen 35</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e55411_quote-src" target="#d1e55411">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Otto Veit</author>, <title>Die Tragik des technischen Zeitalters. Mensch und Maschine im 19. Jahrhundert</title>, Berlin: S. Fischer Verlag <date>1935</date>, S. 144-150</bibl>.</note> wiederholt) über die Flucht, ist doch in der Proletarierexistenz; der Proletarier ist immer auf der Flucht, oder auf dem Sprung, das heißt dem Absprung, ich sehe es an mir selbst, bejahe diese Situation, sonst wirst du sie nicht überwinden; der κατέχων steht <hi>hinter</hi> dem Absprung, nicht vor ihm; der Sprung ins Reich der Freiheit ist nichts als die Bewegung der Existenz des Proletariers.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_lopK" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e55470">
                        <quote source="#__ZOTERO_EQIBJ28T?p=362" xml:id="d1e55473">Christus Dei Filius per quem Pax Terminationis in terra processit! (Gromatici veteres ed. Lachmann I p. 362<supplied>)</supplied>.<app><lem type="origin">Christus filius dei, per quem et pax terminationis in terra processit,</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55473_quote-src" target="#d1e55473">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Karl Lachmann</author> und <author>Adolf Rudorff</author>, <title>Die Schriften der römischen Feldmesser</title>, Berlin: Georg Reimer <date>1848</date>, S. 362</bibl>. Ursprünglicher Text: Christus filius dei, per quem et pax terminationis in terra processit,</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_dFFm" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e55519">
                        <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_X8KDHQ2Z?p=125" xml:id="d1e55522">Der Übergang zum subatlantischen Klima lag jenseits des Erkenntnisvermögens der Antike</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55522_quote-src" target="#d1e55522">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Constantin von Dietze</author> und <author>Günther Wollheim</author>, <title>Germanische Vorgeschichte. Eine ethnographische Studie zur deutschen Agrargeschichte</title>, in: <title>Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik</title>, 1943, Bd. 158, H. 2/3, S. 97-132, hier S. 125</bibl>.</note> (so von Dietze und Wollheim, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_X8KDHQ2Z" xml:id="d3e55566">Germanische Vorgeschichte</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_X8KDHQ2Z" xml:id="d3e55566_entity-link"/> <rs type="work" ref="#4162678-3" xml:id="d1e55543">Jahrbücher für National<supplied>ökonomie</supplied> und Statistik</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#4162678-3" xml:id="d1e55543_entity-link"/> S. 125, August 1943. 7000 - <corr>5500</corr> Wärmezeit (Eiche, Linde usw.), 5500 - 1000 atlantisch, zwischen 900 und 500 - subatlantisch: feucht, kühl, Buche breitet sich aus.<note type="editorial" xml:id="d1e55569">Vgl. 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Constantin von Dietze</author> und <author>Günther Wollheim</author>, <title>Germanische Vorgeschichte. Eine ethnographische Studie zur deutschen Agrargeschichte</title>, in: <title>Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik</title>, 1943, Bd. 158, H. 2/3, S. 97-132, hier S. 108</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55574">
                        Göbbels hat ein Buch veröffentlicht: <rs type="document" ref="#__ZOTERO_TQRA3EDI" xml:id="d3e55608">Die Zeit ohne Beispiel</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_TQRA3EDI" xml:id="d3e55608_entity-link"/> (also der Geist: ohne <unclear>Polen</unclear>?) (<unclear>Copyright</unclear> 1942)<note type="editorial" xml:id="d1e55594">Die Erstauflage erschien 1941, die 4. Auflage 1942.</note> (des <rs type="document" ref="#__ZOTERO_9UBJ9NXX" xml:id="d3e55627">Aufsatzes: Von der Kunst, zur Welt zu sprechen</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_9UBJ9NXX" xml:id="d3e55627_entity-link"/> und zwar zur wirklichen Welt; nicht zu den Halbwelten) (Ich bilde mir ein, diese Kunst zu beherrschen).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55605">
                        Wie völlig neu erscheint mir jetzt das Bild von Bosch vom <rs type="document" ref="#__ZOTERO_HE4HG9RM" xml:id="d3e55640">Verlorenen Sohn</rs>!<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_HE4HG9RM" xml:id="d3e55640_entity-link"/> Der war ja ausgebombt! Das bist du eben selbst, dieser unsichere Blick aufs zerstörte <quote rend="quoted" xml:id="d1e55617">Heim</quote>; der schwächliche Anlauf zu einer Flucht aus der Schweinerei.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_m2yv" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e55655">
                        Also gut: die Beschleuniger (wider Willen) der Bewegung; Wegbereiter des Antichristen,
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55660">
                        <quote source="#__ZOTERO_KTVV25I2" xml:id="d1e55663">das Mariengedicht</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e55663_quote-src" target="#d1e55663">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Edgar Allan Poe</author> und <author>James A. Harrison</author>, <title>Hymn</title>, in: <title>The complete works of Edgar Allan Poe</title>, New York: Thomas Y. Cromwell &amp; Company Publishers <date>1902</date>, S. 58</bibl>.</note> von Poe; wie schön; gibt es überhaupt eine andere Poesie? <unclear>Im Aufsagen</unclear> sehe ich nicht <rs type="person" ref="#__GND_11859527X" xml:id="d1e55673">Poe</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859527X" xml:id="d1e55673_entity-link"/> sondern <rs type="person" ref="#__GND_118558587" xml:id="d1e55677">Jünger</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e55677_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55681">
                        Beschloß, die Parlamentsreden des Kulturkampfes zu lesen, der schwebenden national<unclear>liberalen</unclear> Professoren, das muß doch eine Fundgrube sein; sie wußten nicht, daß <rs type="person" ref="#__GND_118506102" xml:id="d1e55689">Bakunin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118506102" xml:id="d1e55689_entity-link"/> ihr Verbündeter, ihr wahrer Motor war, der große Beweger, sie selber Beschleuniger wider Willen; die Front: West-Ost, Amerika und Rußland, der Spanien, der einzige κατέχων, nicht <unclear>zurechne</unclear>.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-09" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e55708">
                        Was lähmt einen eigentlich gegenüber der politischen Machtkonzentration? Nicht ein physikalischer Druck; das wäre viel zu äußerlich erklärt, <unclear>überhaupt nicht sein, sondern nur umschreiben</unclear>. Sondern die Erklärung: die plötzliche <hi>Erkenntnis</hi>, daß man diese Situation noch nicht <hi>kennt</hi>, nicht von innen; von innen kennt sie nur der Machthaber selbst; das gibt ihm seine Überlegenheit, auch wenn er ein Geisteskranker ist, verrückt; Machthabe ist schon göttlich oder geisteskrank sein, und da es mit <corr>den</corr> Mitteln nichts mehr <unclear>war</unclear>, so bleibt eben nur das andere, ihm gegenüber war der Nicht-Geisteskranke gelähmt.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e55733">
                        Meine 3 Wünsche: <rs ref="#__GND_118656228" type="person" xml:id="d1e55737">Bernanos</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118656228" xml:id="d1e55737_entity-link"/> sehen; ein Gespräch mit <rs ref="#__GND_124148336" type="person" xml:id="d1e55742">Quincy Wright</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_124148336" xml:id="d1e55742_entity-link"/> über den Kriegsbegriff; das <rs ref="#__ZOTERO_5ZE3BJXG" type="document" xml:id="d3e55776">Requiem</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_5ZE3BJXG" xml:id="d3e55776_entity-link"/> auf den Tod der Kaiserin <rs ref="#__GND_101103573" type="person" xml:id="d1e55751">Maria</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_101103573" xml:id="d1e55751_entity-link"/> von Vittoria hören.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_z1eW" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e56406">
                        Christian Morgenstern: <quote source="#__ZOTERO_UCK2BS2H?p=112" rend="quoted" xml:id="d1e56411">Oh, wenn erst die Leidenschaft für den Planeten als solchen uns ergriffen haben wird, der große amor (sic) nostro (sic), dann wird es auch keine Kriege mehr geben, dann werden ungleich gewaltigere Unternehmungen diese armseligen Kraftproben einer noch dunklen Periode überflüssig machen! Denn freilich: Das bittere Zuchtmittel des Krieges durch philanthropische Mahnungen nur einfach abschaffen zu wollen, geht nicht an. Zuerst muß der Geist der Völker den neuen Aufgaben, den neuen höheren Ambitionen gewachsen sein, zuerst muß ihn der Furor jener neuen Anstrengungen, Wagnisse und Opfer anfallen, <corr>ehe</corr> er den alten furor bellicus entlassen darf, ehe er von sich sagen darf: Ich habe den Krieg wahrhaft – überwunden.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56411_quote-src" target="#d1e56411">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Christian Morgenstern</author>, <title>Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen</title>, München: R. Piper &amp; Co. <date>1918</date>, S. 112</bibl>.</note> (Begegnete mir 25/8 43 in Plettenberg, auf der Flucht; werden das die Amerikaner sein? Unwahrscheinlich.).
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_qa6G" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e56687">
                        Das Geheimnis der Freimaurerei ist doch nur das Geheimnis eines Reiches: Solche Geheimorden sind überstaatliche Gebilde, jedem Reich wesentlich und notwendig; was dem spanischen Weltreich der Jesuitenorden, wurde den Engländern die Freimaurerei, sie <corr>entstand</corr>, als England ein Weltreich wurde; die Franzosen unterwarfen sich, soweit sie nicht katholisch blieben. In Deutschland fing es an, als <rs type="person" ref="#__GND_118586408" xml:id="d1e56698">Napoleon</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586408" xml:id="d1e56698_entity-link"/> besiegt war, Ordnungsgründungen vom Schlage <rs type="person" ref="#__GND_118684132" xml:id="d1e56702">Karl Follen</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118684132" xml:id="d1e56702_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e56706">
                        Der Prediger Salomo, C. 10,1: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Ecc10,1" xml:id="d1e56713">Schädliche Fliegen verderben die Salbe des Apothekers.<app><lem type="origin">Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56713_quote-src" target="#d1e56713">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Ecc 10,1</bibl>. Ursprünglicher Text: Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.</note> C. 9,18: <quote source="#__ZOTERO_543LHLYQ?bible=Ecc9,18" xml:id="d1e56723">Weisheit ist besser als Kriegsrüstung.<app><lem type="origin">Weisheit ist besser denn Harnisch; aber ein einiger Bube verderbet viel Gutes.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56723_quote-src" target="#d1e56723">Quelle: 
                            <bibl type="book"><title>Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers</title>, Großoktavausgabe, Stuttgart: Württembergische Bibelanstalt <date>1909</date>, Ecc 9,18</bibl>. Ursprünglicher Text: Weisheit ist besser denn Harnisch; aber ein einiger Bube verderbet viel Gutes.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e56729">
                        <quote source="#__ZOTERO_ICEVXPRM?p=46" xml:id="d1e56732"><corr>Ut,</corr> cum vorandi vicerit libidinem, Late triumphet imperator Spiritus.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56732_quote-src" target="#d1e56732">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Aurelius Prudentius Clemens</author>, <title>Aurelii Prudentii Clementis Carmina</title>, hg. von <editor>Johannes Bergmann</editor>, Wien und Leipzig: Holder-Pichler-Tempsky A.G. <date>1926</date> (<title type="series">Corpus Scriptorum Ecclesiasticorum Latinorum</title>), S. 46</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_uSFS" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e56820">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118606557" xml:id="d1e56826">Scharnhorst</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118606557" xml:id="d1e56826_entity-link"/> ein Jakobiner; und ich ein <unclear>Erschreckter</unclear>. Was trieb mich zur Diktatur; du bist nicht weiter als Dezember 1912.<note type="editorial" xml:id="d1e56839">Schmitt bezieht sich hier auf das Erscheinungsdatum seines Frühwerks 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Gesetz und Urteil. Eine Untersuchung zum Problem der Rechtspraxis</title>, Berlin: Otto Liebmann <date>1912</date></bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_wHod" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e56848">
                        <quote source="#__ZOTERO_Z68M9TM5?p=85" xml:id="d1e56852">Sing him the song of placebo</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56852_quote-src" target="#d1e56852">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Francis Bacon</author>, <title>The essays or counsels civil and moral of Francis Bacon viscount St. Alban, Baron verulam. From the final edition (A.D. 1625) with notes and a glossary</title>, hg. von <editor>Leon Kellner</editor>, Leipzig: Bernhard Tauchnitz <date>1919</date>, S. 85</bibl>.</note> (Bacon).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e56861">
                        <quote source="#__ZOTERO_Z68M9TM5?p=153" xml:id="d1e56864">Serpens nisi serpentem comederit draco non fit.<app><lem type="origin">Serpens nisi serpentem comederit non fit draco.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e56864_quote-src" target="#d1e56864">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Francis Bacon</author>, <title>The essays or counsels civil and moral of Francis Bacon viscount St. Alban, Baron verulam. From the final edition (A.D. 1625) with notes and a glossary</title>, hg. von <editor>Leon Kellner</editor>, Leipzig: Bernhard Tauchnitz <date>1919</date>, S. 153</bibl>. Ursprünglicher Text: Serpens nisi serpentem comederit non fit draco.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_1943-08" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note>
                    <ab xml:id="d1e56880">
                        August 43. Las (eigentlich zum ersten Mal) <rs type="person" ref="#__GND_118616110" xml:id="d1e56886">Spengler</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616110" xml:id="d1e56886_entity-link"/> Gut, daß ich das nicht früher gelesen habe. Es hätte mich selber meiner Unbefangenheit beraubt und mir wenig genützt. Oberlehrerei mit geschichtlichen Allgemeinbegriffen, <rs type="person" ref="#__GND_118547739" xml:id="d1e56892">Hegel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e56892_entity-link"/> und <rs type="person" ref="#__GND_118587943" xml:id="d1e56896">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e56896_entity-link"/> (Wille zur Macht), mit geschichtlichem <hi>Stoff</hi> ausgemalt oder besser verwurstet zu einer Art historisch-soziologisch-literarischem Gesamtkunstwerk. Schrankenlos komisch, die Rolle dieser schreibenden Machtkollision und Machthaberei und Machtwollerei. Sieht er sich denn nicht selber <quote rend="quoted" xml:id="d1e56905">existenzieller</quote>, das heißt papierbeschwörend, um auf diese Weise ein bißchen <quote rend="quoted" xml:id="d1e56911">Macht</quote> zu erschleichen <gap/>, armer Teufel. Die Sprache klingt hohl; die Desillusionierung der inneren Macht (schon <unclear>erprobt</unclear>) ist ganz oberlehrerhaft; muß man denn nicht lachen, über einen, <hi>der schreibt</hi>, daß der Mensch ein Raubtier ist, er schimpft und macht sich lustig über Stammtische und Kleingeisterei und ist <unclear>währenddessen</unclear> in einer geradezu rührend gebildeten Weise <quote rend="quoted" xml:id="d1e56931">auf hohem Niveau <corr/> mit großem Horizont</quote>.<note type="editorial" xml:id="d1e56936">Bisher nicht ermittelt.</note> Wenn er uns sagt, was ein Cäsar ist, oder ein <rs type="person" ref="#__GND_117527017" xml:id="d1e56942">Cecil Rhodes</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_117527017" xml:id="d1e56942_entity-link"/> ich höre unseren guten <rs type="person" xml:id="d1e56948"><unclear>Hanke</unclear></rs>, ganz besonders rührend, wenn er faustisch sagt: Faustisch ist die Diplomatie, faustisch ist die Geldwirtschaft usw.<note type="editorial" xml:id="d1e56956">Kein genaues Zitat nachweisbar. Schmitt fasst Formulierungen, die Spengler häufig verwendet, zusammen.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_yQK6" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e56961">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118501828" xml:id="d1e56964">Alexander der Große</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118501828" xml:id="d1e56964_entity-link"/> rühmte sich, daß er den besiegten Völkern die alten Lieder und Tänze zurückgebracht hat. Diese Art von Verwandlung in einen Naturschutzpark ist wohl typisch für den Imperialismus. Trotzdem hat es bei Alexander etwas Rührendes. Die Menschheit ist wohl dumm genug, von uns in 1000 Jahren ähnlich gerührt zu sein.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e56972">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118575449" xml:id="d1e56975">Luther</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118575449" xml:id="d1e56975_entity-link"/> hat die Bibel zerstört, indem er sie populär machte; so wird jetzt die Rassenlehre zerstört, indem sie populär gemacht wird; das Ende ist immer nicht die kritische Vernichtung, sondern die unkritische Verbreitung; die Kritik zerstört dann, mit billigen Mitteln, das bereits Zersetzte. Dieses Stadium ist für die Rassenlehre ebenfalls längst da. Wo die Bibel nicht populär verbreitet wurde, gibt es keine so wütende Textkritik wie bei den Deutsch-Evangelischen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_tIaq" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57151">
                        Wie nett kann er die Sprache melken, dieser Jude <rs ref="#__GND_118629387" type="person" xml:id="d1e57158">Wassermann</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629387" xml:id="d1e57158_entity-link"/> <quote rend="longhand quoted" source="#__ZOTERO_3J7XMQQ7?p=70" xml:id="d1e57161">Bildung vernichtet Bild, Gelehrsamkeit die Lehre, Gesinnung den Sinn; Erfolg die Folge, Liebhaberei die Liebe, Betriebsamkeit den Trieb.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57161_quote-src" target="#d1e57161">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Jakob Wassermann</author>, <title>Mein Weg als Deutscher und Jude</title>, Berlin: S. Fischer <date>1921</date>, S. 70</bibl>.</note> Wie schlau und sogar klug, das Ergebnis ist aber doch Widerwille; das Unrecht bindet uns an das Opfer des Unrechts. <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_3J7XMQQ7?p=125" xml:id="d1e57174">Vor allem reißt dem Wüterich die Peitsche aus der Hand.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57174_quote-src" target="#d1e57174">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Jakob Wassermann</author>, <title>Mein Weg als Deutscher und Jude</title>, Berlin: S. Fischer <date>1921</date>, S. 125</bibl>.</note> Sagt er S. 125 (1921, <rs ref="#__ZOTERO_3J7XMQQ7" type="document" xml:id="d3e57209">Mein Weg als Deutscher und Jude</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_3J7XMQQ7" xml:id="d3e57209_entity-link"/> Wollte mit <rs ref="#__GND_118741497" type="person" xml:id="d1e57187">Popitz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118741497" xml:id="d1e57187_entity-link"/> darüber sprechen; <hi>sehe aber schnell</hi>, daß es gar keinen Zweck hat.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_qwiz" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57445">
                        <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e57448">Hegel</rs><supplied>:</supplied> Die Figuren <rs type="person" ref="#__GND_118613723" xml:id="d1e57452">Shakespeares</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118613723" xml:id="d1e57452_entity-link"/> sind <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_TBF6R79N?p=569" xml:id="d1e57456">freie Künstler ihrer selbst</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57456_quote-src" target="#d1e57456">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Georg Wilhelm Friedrich Hegel</author>, <title>Vorlesungen über die Aesthetik. Dritter Band</title>, Sämtliche Werke. Jubiläumsausgabe, hg. von <editor>Heinrich Gustav Hotho</editor>, Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (H. Kurz) <date>1928</date>, S. 569</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_n8hR" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <lg source="#__ZOTERO_FSRI4NAG?p=313" xml:id="d1e57463">
                        <l>Bruder, jedes Buch erscheint dir wie eine Krankheit,</l> 
                        <l>die du bezwungen,</l> 
                        <l>der aber ist in der Erde, der zu dir sprach</l> 
                        <l>ist im Winde, ist im fließenden Bach,</l> 
                        <l>oder vom Nichts verschlungen.</l> 
                        <l>- Mit diesem Blatt schließe ich das Tor und ziehe den Schlüssel ab.</l> 
                        <l>Nun bin ich irgendwo unten oder irgendwo oben.</l> 
                        <l>Du, lösche dein Licht und frage dich:</l> 
                        <l>Das erlebte Geheimnis, wo ist es hingestoben?</l> 
                        <l>Lauert im Ohr dir noch ein Wort</l> 
                        <l>vom Märchen des Blutes, das zu dir drang?</l> 
                        <l>Wende die Seele der Wand zu</l> 
                        <l>und die Träne gen Untergang.</l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="d1e57463_quote-src" target="#d1e57463">
                            <bibl type="book"><author>Lucian Blaga</author>, <title>Gedichte. Zweisprachige Rumänisch-deutsche Ausgabe</title>, übers. von Ruth Herrfurth, hg. von <editor>Ruth Herrfurth</editor>, Bukarest: Minerva-Verlag <date>1980</date>, S. 313</bibl>.
                        </note>
                    </lg> 
                    <ab xml:id="d1e57543">
                        <rs ref="#__GND_118658980" type="person" xml:id="d1e57545">L. Blaga</rs>
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_rgFQ" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57551">
                        <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e57554">Hegel</rs><supplied>:</supplied> <quote source="#__ZOTERO_GSD737GJ?p=315" rend="quoted" xml:id="d1e57559">Derselbe sorgt für sich und seine Familie und ebenso arbeitet er auch für das Allgemeine (Sesshaftmachung der Sippe!); nach jener Seite heißt er bourgeois, nach dieser citoyen. Spieß- und Reichsbürger, einer so sehr formaler Spießbürger als der andere. (Hegel).</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57559_quote-src" target="#d1e57559">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Karl Löwith</author>, <title>Von Hegel bis Nietzsche</title>, Zürich: Europa-Verlag <date>1941</date>, S. 315</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e57587">Klammerzusatz von Schmitt.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57590">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118574043" xml:id="d1e57593">Löwith</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574043" xml:id="d1e57593_entity-link"/> über <rs type="person" ref="#__GND_118618261" xml:id="d1e57596">Stirner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118618261" xml:id="d1e57596_entity-link"/> (im Anschluß an <rs type="person" ref="#__GND_118578537" xml:id="d1e57599">Marx</rs>),<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118578537" xml:id="d1e57599_entity-link"/> S. 333 (<rs type="document" ref="#__ZOTERO_GSD737GJ" xml:id="d3e57634">Von Nietzsche bis Hegel)</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_GSD737GJ" xml:id="d3e57634_entity-link"/> Stirner hat, ohne es zu wissen (sagt Marx), <quote source="#__ZOTERO_GSD737GJ?p=332-333" xml:id="d1e57613">das Verdienst, der Ausdruck der deutschen Kleinbürger von heute zu sein, die danach trachten, bourgeois zu werden. Es war ganz in Ordnung, daß, so kleinlich, zaghaft und befangen diese Bürger praktisch auftreten, ebenso marktschreierisch, bramarbasierend und vorwitzig der Einzige unter ihren philosophischen <corr>Repräsentanten</corr> in die Welt hinaus renommiert...
                            <note type="editorial" xml:id="d1e57630">Auslassung durch Schmitt.</note> Sancho sieht jetzt vielleicht, durch welche Nabelschnur sein Verein mit dem Zollverein zusammenhängt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57613_quote-src" target="#d1e57613">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Karl Löwith</author>, <title>Von Hegel bis Nietzsche</title>, Zürich: Europa-Verlag <date>1941</date>, S. 332-333</bibl>. — Auslassung durch Schmitt.</note> <quote source="#__ZOTERO_GSD737GJ?p=333" xml:id="d1e57646">Stirner ist im ganzen privaten <corr>Egoismus</corr> der bürgerlichen Gesellschaft befangen, verabsolutiert, daß zur <quote rend="quoted" xml:id="d1e57651">Kategorie</quote> des Egoismus<app><lem type="origin">Stirner verabsolutiert den Bourgeoisie-Egoismus, den Privatmenschen und das Privateigentum zur <hi><quote rend="quoted" xml:id="d1e57658">Kategorie</quote></hi> des Egoismus</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57646_quote-src" target="#d1e57646">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Karl Löwith</author>, <title>Von Hegel bis Nietzsche</title>, Zürich: Europa-Verlag <date>1941</date>, S. 333</bibl>. Ursprünglicher Text: Stirner verabsolutiert den Bourgeoisie-Egoismus, den Privatmenschen und das Privateigentum zur Kategorie des Egoismus</note> <quote rend="quoted-open-end" source="#__ZOTERO_GSD737GJ?p=333" xml:id="d1e57663">sein Gedanke (sagt Löwith)
                            <note type="editorial" xml:id="d1e57665">Klammerzusatz von Schmitt eingefügt.</note> steht ebenso wie seine faktische Existenz am äußersten Rand einer substanzlos gewordenen, und ernüchterten Welt</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57663_quote-src" target="#d1e57663">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Karl Löwith</author>, <title>Von Hegel bis Nietzsche</title>, Zürich: Europa-Verlag <date>1941</date>, S. 333</bibl>. — Klammerzusatz von Schmitt eingefügt.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_H2Tn" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57760">
                        <rs ref="#__GND_118739824" type="person" xml:id="d1e57764">Péguy</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118739824" xml:id="d1e57764_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_R5AGKWWQ?p=84" xml:id="d1e57767">le temporel est essentiellement militaire.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57767_quote-src" target="#d1e57767">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Charles Péguy</author>, <title>L'Argent (suite)</title>, Paris: Nouvelle Revue Francaise <date>1932</date> (<title type="series">Oeuvres complètes</title>), S. 84</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57772">
                        (Renan, <quote source="#__ZOTERO_X77NJ8AR?p=312" xml:id="d1e57779">L'Etats des Esprits en 1849, p. 312): Qu'importe que la journée de demain soit sûre ou <corr/> incertaine? Qu'importe que l'avenir nous appartienne ou ne nous appar<c type="ephemeral-hyphen">-</c>tienne pas? La vérité est-elle moins belle, <corr>et</corr> Dieu est-il moins grand? Le monde croulerait qu'il faudrait philosopher encore?</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57779_quote-src" target="#d1e57779">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Ernest Renan</author>, <title>Réflexions sur L'État des Esprits</title>, in: <title>Questions Contemporaines</title>, Paris: Michel Lévy Freres <date>1868</date>, S. 297-335, hier S. 312</bibl>.</note> Schön, dieser französische Intellektualismus und Philosophismus.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_kuuc" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57810">
                        Auf die Freiheit ohne Freizeit folgt die Freizeit ohne Freiheit. <quote rend="quoted" xml:id="d1e57822">Freizeitgestalter</quote> (ich müßte mir eine Liste der Molochswörter machen; darauf kommt dieses ekelige Wort); Freitodgestaltung. Sie sind ja fast alle so traurig: <unclear>Menschenbetreuung; Verstellung der Betreuten</unclear>; bevor ich sterbe, <unclear>möchte</unclear> ich noch einmal <hi>in einem großen Bogen</hi> zurück, auf diese elendste aller Sachen und auf dieses elendste aller Worte.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57837">
                        Die Diatonik ist das musikalische Urmaterial des Bürgertums (sagt der psychoanalysiernde Marxist <rs ref="#__GND_118500775" type="person" xml:id="d1e57846">Wiesengrund</rs>);<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118500775" xml:id="d1e57846_entity-link"/> stimmt, aber indem es dieser Jude sagt, wird es sofort falsch; wie grauenhaft; das war doch die westliche Rationalisierung; großartige Sache. Indem der Jude ein Wort gebraucht, fälscht er etwas, notwendigerweise, in dem Licht des jüdischen Bewußtseins verändert sich die belichtete Sache, indem nun der Anti-Jude polemisch darauf reagiert, wird aus der Fälschung <corr/> ebenso scheußliche Verunstaltung; trauriges Dilemma. <hi>Beide</hi> raus. (<gap/>: Wenn <rs ref="#__GND_118616641" type="person" xml:id="d1e57865">Stahl-Jolson</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118616641" xml:id="d1e57865_entity-link"/> das Wort Pietät gebraucht.<supplied>)</supplied>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57875">
                        Fand das so unsagbar entzücklich, die Reklame für ein Möbelgeschäft: Von der schlechten 75 Mark-Küche bis zum raffiniert ausgestatteten Luxuszimmer für jeden Geschmack das Richtige. (So auch von dem feierlichen Gesetz bis zur schlichten Anordnung.)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57884">
                        <rs ref="#__GND_118522779" type="person" xml:id="d1e57888">Benedetto Croce</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118522779" xml:id="d1e57888_entity-link"/> 1942 (<rs rend="quoted-open-end" type="work" xml:id="d1e57891">La Critica</rs>). <quote source="#__ZOTERO_A2RI3Z98" xml:id="d1e57897">Perchè non possiamo non dirci christiani;</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57897_quote-src" target="#d1e57897">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Benedetto Croce</author>, <title>Perchè non possiamo non dirci "Cristiani"</title>, in: <title>La Critica. Rivista di Letteratura, Storia e Filosofia</title>, 1942, Bd. 40, S. 289-297</bibl>.</note> wie erstaunlich vorsichtig und evasiv und doch wie taktvoll und schön, ist diese Formulierung!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e57908">
                        <quote source="#__ZOTERO_RSFH3PF9?p=36" xml:id="d1e57912">Surge, ne et tu pariter pereas in scelere civitatis<app><lem type="origin">Surge, tolle uxorem tuam, et duas filias quas habes: ne et tu pariter pereas in scelere civitatis.</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57912_quote-src" target="#d1e57912">Quelle: 
                            <bibl type="book"><editor>Caspar Joseph Martinus Bottemanne</editor> (Hg.), <title>Biblia Sacra Vulgatae Editionis. Sixti V. Pont. max. jussu recognista et Clementis VIII auctoritate edita. Ab artificibus hisce temporibus vigentibus ornata. Biblia illustrata</title>, hg. von <editor>Caspar Joseph Martinus Bottemanne</editor>, Amsterdam <date>1901</date>, S. 36</bibl>. Ursprünglicher Text: Surge, tolle uxorem tuam, et duas filias quas habes: ne et tu pariter pereas in scelere civitatis.</note> Gen. 19,15. Das Wort, das Fleisch, das Geld, der Arme. (Synonyme für Christus, sagt <rs ref="#__GND_118511866" type="person" xml:id="d1e57925">Bloy</rs>).<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118511866" xml:id="d1e57925_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e57928">Bisher als Zitat nicht nachweisbar; Extrakt aus 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Das Blut des Armen</title>, übers. von Clemens ten Holder, hg. von <editor>Clemens ten Holder</editor>, Salzburg: Pustet <date>1936</date></bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_sSO5" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e57938">
                        <quote source="#__ZOTERO_PQS33SD2" xml:id="d1e57941"><rs ref="#Zeitschriftf&#xFC;rKirchengeschichte" type="work" xml:id="d1e57942">Z. f. Kirchengeschichte</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#Zeitschriftf&#xFC;rKirchengeschichte" xml:id="d1e57942_entity-link"/> 56 (1937), S. 259-279, <seg rend="quoted">Nietzsche &amp; Bruno Bauer</seg> von Ernst Benz,
                            <note type="editorial" xml:id="d1e57958">Schmitt bezieht sich hier nur auf den 4. Abschnitt des umfangreicheren Aufsatzes.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e57941_quote-src" target="#d1e57941">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313</bibl>. — Schmitt bezieht sich hier nur auf den 4. Abschnitt des umfangreicheren Aufsatzes.</note> <gap/><unclear>exkursiv</unclear> die Übereinstimmung mit dem <rs ref="#__ZOTERO_KNT3IK7F" type="document" xml:id="d3e57993">Entdeckten Christentum</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_KNT3IK7F" xml:id="d3e57993_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e57967">Ein Exemplar des Buches ist in Schmitts Nachlass erhalten, RW 0265 Nr. 25529.</note> (Christentum als Ausdruck des Ekels einer Zeit an sich selbst, Untergang von Kunst und Wissenschaft, des <quote rend="quoted" xml:id="d1e57975">Naturgeistes</quote>, wie <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e57978">Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e57978_entity-link"/> sagt (<hi>übermenschlich</hi>, aber damit nicht wahrhaft menschlich, sagt Bruno Bauer<gap/>.<note type="editorial" xml:id="d1e57986">Schmitt komprimiert hier Aussagen von 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313, hier </bibl>.</note> Das scheint <rs ref="#__GND_118655655" type="person" xml:id="d1e57993">Benz</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118655655" xml:id="d1e57993_entity-link"/> nicht zu bemerken!!), <quote source="#__ZOTERO_PQS33SD2?p=266" xml:id="d1e57996">Priesterbetrug</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57996_quote-src" target="#d1e57996">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313, hier S. 266</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_PQS33SD2?p=268-269" xml:id="d1e57999">Eunuchenlust</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e57999_quote-src" target="#d1e57999">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313, hier S. 268-269</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_PQS33SD2?p=270" xml:id="d1e58004">Christentum als Haß gegen alles Schöne und Edle, Menschenopfer</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58004_quote-src" target="#d1e58004">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313, hier S. 270</bibl>.</note> usw. <quote source="#__ZOTERO_PQS33SD2?p=261" xml:id="d1e58008">Beruft sich auf Tschizewskij, der in einer vorzüglichen <rs type="document" ref="#__ZOTERO_FPB3QES9" xml:id="d3e58042">Studie</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_FPB3QES9" xml:id="d3e58042_entity-link"/> über <rs ref="#__GND_118547739" type="person" xml:id="d1e58016">Hegel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e58016_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e58020">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e58020_entity-link"/> den Nachweis erbracht hat, daß sich Nietzsches Gedanken mit Bruno Bauers ganz berühren; Revue d'histoire de la philosophie, 3. année, fasc. 3, Juli - Sept. 1929.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58008_quote-src" target="#d1e58008">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Ernst Benz</author>, <title>Nietzsches Ideen zur Geschichte des Christentums</title>, in: <title>Zeitschrift für Kirchengeschichte 3. Folge</title>, 1937, Bd. 7, H. 56, S. 169-313, hier S. 261</bibl>.</note> S. 12 - <unclear>27</unclear>.<note type="editorial" xml:id="d1e58040">Unklar, warum Schmitt falsche Seitenangaben nennt. Möglicherweise hat er die Lagenzählung innerhalb der Zeitschrift notiert.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58044">
                        Wie die Römer in das kunstvoll ausbalancierte Gleichgewichtssystem der hellenistischen Mächte einbrachen (nachdem sie Karthago besiegt hatten, also nach der Schlacht bei Zama), so brechen heute die Amerikaner in das Gleichgewichtssystem des bisherigen Völkerrechts ein. Daher hat <rs ref="#__GND_118602551" type="person" xml:id="d1e58058">Roosevelt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118602551" xml:id="d1e58058_entity-link"/> recht, wenn er es verneint;<note type="editorial" xml:id="d1e58061">Vgl. auch 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 272</bibl>.</note> auch der <rs type="document" ref="#__ZOTERO_Q6RRVUT9" xml:id="d3e58095">Aufsatz</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_Q6RRVUT9" xml:id="d3e58095_entity-link"/> im <rs type="work" ref="#AmericanJournalofInternationalLaw" xml:id="d1e58070">AJIL, Quincy Wright</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#AmericanJournalofInternationalLaw" xml:id="d1e58070_entity-link"/> wichtiges Problem.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58074">
                        <rs type="person" xml:id="d1e58077">Sallust</rs> (<quote source="#__ZOTERO_M66EI86F?p=325" xml:id="d1e58080">selbst dem Verfall verfallen</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58080_quote-src" target="#d1e58080">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 325</bibl>.</note> wie Freyer von ihm sagt) schreibt, daß in dieser Zeit die korrupte <quote source="#__ZOTERO_2PX4JPJD?p=48" rend="quoted-open-end" xml:id="d1e58085">Fortuna beginnt zu rasen</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58085_quote-src" target="#d1e58085">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Gaius Sallustius Crispus</author>, <title>Caii Sallustii Crispi de coniuratione Catilinae liber. Erklärt und übersetzt</title>, übers. von Christian Gottlob Herzog, hg. von <editor>Christian Gottlob Herzog</editor>, Leipzig: Karl Franz Köhler <date>1828</date>, S. 48</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58093">
                        Kümmerlicher Caesarismus <corr>dieses</corr> <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e58102">Willens zur Macht</quote>. Im Zeitalter des Caesarismus will <rs type="person" xml:id="d1e58105">Nietzsche</rs> Caesar werden; wenn alle nach diesem Ziel laufen, läuft er auch, auf <unclear xml:id="d1e58111"><app><lem>seine</lem><rdg>besondere</rdg></app></unclear><note type="alternative-reading" xml:id="d1e58111_alt-rdg" target="#d1e58111">Alternative Lesart zu „seine“: besondere</note> Weise; kümmerlich.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_PnTX" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58120">
                        <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=267" xml:id="d1e58123">Kolonie als Abflußkanal für überflüssige Menschenmassen (in England, bei <rs ref="#__GND_118641158" type="person" xml:id="d1e58125">Morus</rs><supplied>)</supplied>.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58123_quote-src" target="#d1e58123">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 267</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=265" xml:id="d1e58131">Für <rs ref="#__GND_118651595" type="person" xml:id="d1e58133">Bacon</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118651595" xml:id="d1e58133_entity-link"/> <unclear>Kolonie</unclear> Plantations Essay 33 (man will nur <hi>besiedlungsfähige</hi> Gebiete als Kolonie erwerben; Morus ist der Meinung, daß Gold = Macht ist (wenigstens außerhalb Utopien).</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58131_quote-src" target="#d1e58131">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 265</bibl>.</note> <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=255" xml:id="d1e58159">Ausgangspunkt war <hi>die Zweiteilung von Macht und Recht im englischen</hi> Meer und in den englischen <unclear>Unternehmungen</unclear>: Die Könige herrschen absolut auf dem Meer und in den Kolonien; auf dem Land dagegen herrschen die Ständefreiheit und der Frieden; common law</quote>.<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58159_quote-src" target="#d1e58159">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 255</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58172">
                        M. Freund, <rs ref="#__ZOTERO_8LL32LY6" type="document" xml:id="d3e58207">Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus, <rs ref="#__GND_4274390-4" type="work" xml:id="d1e58187">Hist. Z.</rs><anchor type="entity-link" subtype="work" corresp="#__GND_4274390-4" xml:id="d1e58187_entity-link"/> 142 (1930)</rs>, S. 255.<note type="editorial" xml:id="d1e58194">Schmitt zitiert Freund verkürzt und paraphrasierend; vgl. auch die Erwähnung des Aufsatzes in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum</title>, Köln: Greven <date>1950</date>, S. 67</bibl></note> <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=255" xml:id="d1e58201">Absolut war der König auf dem Meer; unumschränkte Gewalten herrschten in den Kolonien; der innere Kern des Reiches dagegen ward unter die Herrschaft des Common Law und des ständischen Rechts gestellt</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58201_quote-src" target="#d1e58201">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 255</bibl>.</note> S. 255. <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=255-256" xml:id="d1e58214">Die erste Schlacht der parlamentarischen Opposition ging darum, ob <rs ref="#__GND_118639889" type="person" xml:id="d1e58218">Jakob I</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118639889" xml:id="d1e58218_entity-link"/> die Grenze der See ausdehnen durfte, um Zölle zu erheben. <rs ref="#__GND_118799096" type="person" xml:id="d1e58223">Strafford</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118799096" xml:id="d1e58223_entity-link"/> kam aus der absolutistisch regierten Grenzmark des Nordens und Irland, wo der Absolutismus herrschte.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58214_quote-src" target="#d1e58214">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 255-256</bibl>.</note> S. 272, schon bei <rs ref="#__GND_118641158" type="person" xml:id="d1e58233">Morus</rs> <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=272" xml:id="d1e58237">die <rs ref="#__GND_118578537" type="person" xml:id="d1e58239">Marxsche</rs> Formulierung des englischen Kapitalismus. Kapital statt Kanonen.<app><lem type="origin">Für eine Politik, die die Sicherheit des Staates wesentlich auf die Finanzmittel des Staates gründet, könnte die Marxsche Formulierung des englischen Freihandels gelten: Kapital statt Kanonen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58237_quote-src" target="#d1e58237">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 272</bibl>. Ursprünglicher Text: Für eine Politik, die die Sicherheit des Staates wesentlich auf die Finanzmittel des Staates gründet, könnte die Marxsche Formulierung des englischen Freihandels gelten: Kapital statt Kanonen.</note> <quote rend="quoted" source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=272" xml:id="d1e58253">Binnenmoral</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58253_quote-src" target="#d1e58253">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 272</bibl>.</note> der <rs ref="#__ZOTERO_QATG3EKB" type="document" xml:id="d3e58285">Utopia</rs> <quote source="#__ZOTERO_8LL32LY6?p=272" xml:id="d1e58259">gegenüber einem minderwertigen Feind</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58259_quote-src" target="#d1e58259">Quelle: 
                            <bibl type="journalArticle"><author>Michael Freund</author>, <title>Zur Deutung der Utopia des Thomas Morus. Ein Beitrag zur Geschichte der Staatsräson in England</title>, in: <title>Historische Zeitschrift</title>, 1930, Bd. 142, S. 254-278, hier S. 272</bibl>.</note> (sonst bei <rs ref="#__GND_118693190" type="person" xml:id="d1e58265">Freund</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118693190" xml:id="d1e58265_entity-link"/> nur eine Wiedergabe der <unclear>Inhalte</unclear> der Utopia<supplied>)</supplied>, Vergleich mit Bacon, <quote source="#__ZOTERO_Z68M9TM5?p=130-134" xml:id="d1e58278">Plantation</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58278_quote-src" target="#d1e58278">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Francis Bacon</author>, <title>The essays or counsels civil and moral of Francis Bacon viscount St. Alban, Baron verulam. From the final edition (A.D. 1625) with notes and a glossary</title>, hg. von <editor>Leon Kellner</editor>, Leipzig: Bernhard Tauchnitz <date>1919</date>, S. 130-134</bibl>.</note>.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_RrIB" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58288">
                        Hobbes: <quote source="#__ZOTERO_FFRSGDBF?p=92" xml:id="d1e58293">oratione homo non melior fit sed <corr>potentior</corr></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58293_quote-src" target="#d1e58293">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Thomas Hobbes</author>, <title>Thomae Hobbes Malmesburiensis. Opera philosophica quae latine scripsit. Omnia in unum corpus nunc primum collecta</title>, hg. von <editor>William Molesworth</editor>, London: John Bohn <date>1839</date>, S. 92</bibl>.</note>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58298">
                        gens sans aveu (Masse der <unclear>Proleten</unclear>), die Freibleibenden, das ist die einzige Freiheit, die sie kennen und meinen.<note type="editorial" xml:id="d1e58308">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Louis XV Roi du France</author>, <title>Ordonnance du Roy Contre les Vagabonds &amp; Gens sans aveu du 10. Novembre 1718</title>, Paris: De L'imprimerie Royale <date>1718</date></bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58314">
                        <rs type="person" xml:id="d1e58318">Ἡροδότου Ἁλικαρνησσέος</rs> ἱστορίης ἀπόδεξις ἥδε, ὡς μήτε τὰ γενόμενα ἐξ ἀνθρώπων τῷ χρόνῳ ἐξίτηλα γένηται, μήτε ἔργα μεγάλα τε καὶ θωμαστά, τὰ μὲν Ἕλλησι, τὰ δὲ βαρβάροισι ἀποδεχθέν-τα, ἀκλεᾶ γένηται, τά τε ἄλλα καὶ δι᾽ ἣν αἰτίην ἐπολέμησαν ἀλλήλοισι.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58338">
                        Zu den eleusinischen Mysterien waren alle zugelassen, Männer und Frauen, auch Sklaven, nur eine Bluttat schloss davon aus; sie kamen als <hi>Einzelne</hi> zur Mutter und wurden von ihr empfangen. Die Bluttat ja; wir hätten die Götter und den Kult der Polen übernehmen müssen, die <unclear>Marienverehrung</unclear>, das wäre ein Sieg gewesen; und die ganze Frömmigkeit der ost-kirchlichen Völker; das war also unsere Aufgabe; schweigen wir darüber; zu traurig. Die <unclear>gemeinen</unclear> Instinkte, die verschworene Gemeinschaft: nur <hi>gemeinsames Blut</hi>, das gemeinsame Blut ist gemeinsam vergossenes <corr>Blut</corr>, gemeinsame Bluttat, gemeinsame Verbrechen (das heißt eine <hi>gemeinsame Bluttat</hi>) bindet sie zusammen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58377">
                        <quote source="#__ZOTERO_5R9HP7NX?p=86" xml:id="d1e58380">Das Chaos organisieren</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58380_quote-src" target="#d1e58380">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Friedrich Nietzsche</author>, <title>Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben</title>, hg. von <editor>Hans Freyer</editor>, Leipzig: Insel-Verlag <date>[1937]</date>, S. 86</bibl>.</note> sagt Nietzsche. Aber wer hat das denn jemals großartiger gemacht als die christlich-römische Kirche in der Völkerwanderung und im Mittelalter?
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58390">
                        Sehr schön über Verfassung Mach. <quote source="#__ZOTERO_2VC3WUB9?p=19-23" xml:id="d1e58396">Disc. I 6
                            <note type="editorial" xml:id="d1e58398">Schmitt paraphrasiert und ergänzt den Hinweis auf Toynbee.</note></quote>:<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58396_quote-src" target="#d1e58396">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Niccolo Machiavelli</author>, <title>Discorsi. Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte</title>, übers. von Friedrich von Oppeln-Bronikowski, hg. von <editor>Friedrich von Oppeln-Bronikowski</editor>, Berlin: Reimar Hobbing <date>1922</date> (<title type="series">Klassiker der Politik</title> 2), S. 19-23</bibl>. — Schmitt paraphrasiert und ergänzt den Hinweis auf Toynbee.</note> Geheimnis der römischen Verfassung, daß nicht <hi>alles</hi> geregelt ist; peinliche, konkrete Situationen; Verfassung entsteht als challenge-response (<rs type="person" ref="#__GND_118623532" xml:id="d1e58411">Toynbee</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118623532" xml:id="d1e58411_entity-link"/>; Antwort auf Lage, auf die Einsprüche, die sie erheben. Handeln von Fall zu Fall; kein Programm!
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_ZuB2" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58421">
                        <rs ref="#__GND_118668528" type="person" xml:id="d1e58424">Carr</rs><supplied>:</supplied> <quote rend="quoted" xml:id="d1e58428">Die Politik neigt mehr und mehr dazu, sich in Führern statt in Parteien zu versinnbildlichen</quote> (Symbolisten?).<note type="editorial" xml:id="d1e58431">Nicht wörtlich nachzuweisen, vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Edward Hallett Carr</author> und <author>Elisabeth Rotten</author>, <title>Grundlagen eines dauernden Friedens</title>, Zürich: Steinberg <date>1943</date>, S. 31,123,127,177-178,188</bibl>.</note> <quote rend="quoted" xml:id="d1e58437"> Eine wirkliche Gefahr liegt in der Tat darin, dass, wie es in gewisser Hinsicht 1919 und später geschah, juristische Diskretionen über Souveränität, Ligen und Föderationen dazu benützt werden, die öffentliche Meinung von den praktischen Folgen der militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der militärischen und wirtschaftlichen Wechselbeziehungen, abzulenken .... mit Verfassungsplänen beginnen, heißt am verkehrten Ende anfangen.</quote><note type="editorial" xml:id="d1e58450">Paraphrase von 
                            <bibl type="book"><author>Edward Hallett Carr</author> und <author>Elisabeth Rotten</author>, <title>Grundlagen eines dauernden Friedens</title>, Zürich: Steinberg <date>1943</date>, S. 191-192</bibl>, Auslassung von Schmitt.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58455">
                        Der 1. Satz von <rs type="person" ref="#__GND_118549855" xml:id="d1e58459">Herodots</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118549855" xml:id="d1e58459_entity-link"/> Buch <quote rend="quoted" xml:id="d1e58464">Klio</quote>: 19/7 43 <quote source="#__ZOTERO_DGHABSXI?p=1" xml:id="d1e58469">Daß die großen Taten der Griechen und der Barbaren nicht ruhmlos bleiben und vergessen werden. Und warum die Griechen mit den Barbaren Krieg führen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58469_quote-src" target="#d1e58469">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Herodot von Halikarnassos</author>, <title>Herodots Historien</title>, übers. von August Horneffer, hg. von <editor>August Horneffer</editor>, Leipzig: Werner Klinkhardt <date>1910</date>, S. 1</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58474">
                        <quote source="#__ZOTERO_DGHABSXI?p=1" rend="quoted" xml:id="d1e58477">Was Herodot von Halikarnass erkundet hat, hat er hier aufgezeichnet, auf dass nicht mit der Zeit vergehe, was von Menschen geschah, noch die großen wunderbaren Taten ruhmlos dahinsinken, die von den Hellenen wie von den Barbaren vollbracht worden sind, vor allem aber, warum sie miteinander Krieg führten.<app><lem type="origin">Herodotos von Halikarnassos hat diese Historien aufgezeichnet, damit bei der Nachwelt nicht in Vergessenheit gerate, was unter Menschen einst geschehen, damit das Andenken an große und wunderbare Taten nicht erlösche, die die Hellenen und die Barbaren getan, zumal aber, damit man die Ursachen wisse, weshalb sie gegen einander Krieg geführt haben.</lem></app>
                            <note type="editorial" xml:id="d1e58489">Schmitt besass das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58477_quote-src" target="#d1e58477">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Herodot von Halikarnassos</author>, <title>Herodots Historien</title>, übers. von August Horneffer, hg. von <editor>August Horneffer</editor>, Leipzig: Werner Klinkhardt <date>1910</date>, S. 1</bibl>. Ursprünglicher Text: Herodotos von Halikarnassos hat diese Historien aufgezeichnet, damit bei der Nachwelt nicht in Vergessenheit gerate, was unter Menschen einst geschehen, damit das Andenken an große und wunderbare Taten nicht erlösche, die die Hellenen und die Barbaren getan, zumal aber, damit man die Ursachen wisse, weshalb sie gegen einander Krieg geführt haben. — Schmitt besass das Buch, es wurde aber antiquarisch zum Verkauf angeboten.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58492">
                        Diese Art Weltgeschichte: doch nur ein humanistisches Mittel, um sich darüber hinwegzutäuschen, daß die Wirklichkeit etwas sehr Niedriges und Gemeines ist und eine höhere Art von Wirklichkeit zu konstruieren; die Gemeinheit zu ornamentieren und auszuschmücken; <corr>den</corr> Leviathan in ein Lämmchen zu verwandeln, <supplied>ihm</supplied> ein Schafsfell oder eine Toga umzuwerfen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58513">
                        Fabelhaft Freyer: die Juden ein <hi>theologisch rekonstruiertes Volk</hi> (Buch Esra).<note type="editorial" xml:id="d1e58522">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date>, S. 167-172</bibl>.</note> Richtig; das ist eine Definition des Juden; aber Gott erwählt, und <hi>dann</hi>, nachdem die Erwählung entfiel, theologisch rekonstruiert; was wird das denn nun erst mit den biologisch rekonstruierten Völkern geben?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_ikHV" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58545">
                        13/7 43. Meine Rückkehr aus Spanien nach Berlin: statt <unclear>carrer</unclear> Verrücktheit, folia!<note type="editorial" xml:id="d1e58556">In den folgenden 12 Zeilen hat Schmitt oberhalb der spanischen Wörter die deutsche Übersetzung hinzugefügt. Diese findet sich im Herausgeberkommentar.</note>
                    </ab> 
                    <lg source="#__ZOTERO_BJ8JN3HS?p=26" xml:id="d1e58560">
                        <l>Miré los muros de la patria mia</l> 
                        <l><seg rend="lonhand">Si un tiempo fuertes, ya desmoronados</seg>, 
                            <note xml:id="d1e58571">untergehen, einstürzen</note></l> 
                        <l>De la carrera de la edad cansados 
                            <note xml:id="d1e58578">müde, matt, Langeweile</note></l> 
                        <l>Por quien caduca ya su valentia. 
                            <note xml:id="d1e58585">(moros <unclear>kaltes <gap/> Deutschland</unclear><supplied>)</supplied>.</note></l> 
                        <l/> 
                        <l>Salime al campo, y vi que el sol bebia</l> 
                        <l>Los arroyos 
                            <note xml:id="d1e58607">Bach</note> del hielo 
                            <note xml:id="d1e58610">Eis, Eis, Frost</note> desatados; 
                            <note xml:id="d1e58615">ungebunden, regellos, gelöst</note></l> 
                        <l>Y del monte quejosos 
                            <note xml:id="d1e58623">klagend</note> los ganados, 
                            <note xml:id="d1e58627">Vieh</note></l> 
                        <l>Que con sombras hurtó 
                            <note xml:id="d1e58632">Stahl</note> su luz al dia.</l> 
                        <l/> 
                        <l>!! Entré en mi casa; vi que amancillada 
                            <note xml:id="d1e58640">beflecken</note></l> 
                        <l>De anciana
                            <note type="editorial" xml:id="d1e58647">alt</note> habitación era despojos; 
                            <note xml:id="d1e58651">Überbleibsel</note></l> 
                        <l>Mi báculo más corvo y menos fuerte,</l> 
                        <l/> 
                        <l>Vencida de la edad senti mi espada,</l> 
                        <l>Y no hallé cosa en que poner los ojos</l> 
                        <l>Que no fuese recuerdo de la muerte.</l>
                        <note type="quote-explanation" xml:id="d1e58560_quote-src" target="#d1e58560">
                            <bibl type="book"><author>Francisco de Quevedo</author>, <title>Obras de D. Francisco de Quevedo y Villegas. Poesías- Colleción ordenada y corrigenda</title>, hg. von <editor>Florencio Janer</editor>, Madrid: Hernando S.A. <date>1926</date> (<title type="series">Biblioteca de Autores Españoles</title> 69), S. 26</bibl>.
                        </note>
                    </lg> 
                    <ab xml:id="d1e58673">
                        De la Conquista del Satán Antichrist
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58683">
                        Es gibt <quote rend="quoted" xml:id="d1e58687">das kleine ironische Geheimnis</quote>, sagt <rs ref="#__GND_118562002" type="person" xml:id="d1e58693">Kierkegaard</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118562002" xml:id="d1e58693_entity-link"/> <quote rend="quoted-open-beginning" xml:id="d1e58696">daß ein Mensch, wenn er bloß das Wie seiner Innerlichkeit beschreibt, indirekt zeigen kann, daß er ein Christ ist, ohne daß er den Namen Christi zu nennen braucht.</quote> <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e58709">Christ sein ist etwas <corr>tief</corr> Durchreflektiertes, daß es die ästhetische Dialektik nicht zuläßt, die teleologisch einen Menschen etwas für andere sein läßt, was er nicht für sich selbst ist.</quote>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58729">
                        Nimmt ihm keiner mehr ab.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_VrvW" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58737">
                        Frau <rs ref="#__GND_116701811" type="person" xml:id="d1e58742">Arnold Ruge geb. Nietzsche</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116701811" xml:id="d1e58742_entity-link"/> ecco. Aber der Mythenmacher will, daß <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e58748">Nietzsche</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e58748_entity-link"/> vom Himmel gefallen ist, fiel aus der Wolke <unclear>Wagner</unclear>, der Übermensch, <hi>kann keine Tante</hi> haben. Die Lehre von der unbefleckten Empfängnis leuchtet mir auf einmal ein. Die entsetzliche Mache des Wortes Übermensch; seine polare Entsprechung ist der Untermensch; Zerstörung des Menschen zwischen Oben und Unten; die Neutralisierung <quote rend="quoted" xml:id="d1e58765">Mensch</quote> künstlich übermontiert. Der Barbar ist ja gerade <hi>kein</hi> Untermensch; mit Untermenschen ist kein <hi>Krieg</hi> mehr möglich.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58776">
                        Die vis verborum (<rs ref="#__GND_118626000" type="person" xml:id="d1e58782">Valla</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118626000" xml:id="d1e58782_entity-link"/> fehlt den Arabern, fehlt <rs ref="#__GND_118505254" type="person" xml:id="d1e58787">Avicenna</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505254" xml:id="d1e58787_entity-link"/> und <rs ref="#__GND_118505238" type="person" xml:id="d1e58790">Averroes</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505238" xml:id="d1e58790_entity-link"/> (Toff., S. 480), <quote rend="quoted" xml:id="d1e58795">ubi de vi verborum agitur, quae plurimae sunt in philosophia quaestiones.</quote><note type="editorial" xml:id="d1e58799">Bisher nicht ermittelt.</note> Hos ego homines verear? Hos ego audiam? Jawohl, die vis verborum <quote source="#__ZOTERO_29W48MXBp=70" xml:id="d1e58809">In verbis simus faciles</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58809_quote-src" target="#d1e58809">Quelle: .</note> ha, ha, daher verzichte ich auf das vis verborum <quote rend="quoted" xml:id="d1e58820">Ausradieren</quote> zum Beispiel ist ein solches Wort; Freizeitgestaltung, Untermensch ein anderes; <gap/>; Freizeit<hi>gestaltung</hi>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58827">
                        Be-<hi>sud</hi>eln, ich weiß nicht mehr den Zusammenhang, aber er hat das Wort auch gebraucht, <unclear>Freyer</unclear>, besudeln.<note type="editorial" xml:id="d1e58839">Nicht nachweisbar in 
                            <bibl type="book"><author>Hans Freyer</author>, <title>Weltgeschichte Europas</title>, 2. Auflage, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt <date>1954</date></bibl>; möglicherweise im Manuskript, das Schmitt vorab las.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58844">
                        Die neue Folxjaßmaschke, Volks-Folx-Jaß-Maexke, die Volksjasmaske also hat sich nicht bewährt; dagegen der <unclear>Naz.</unclear> <unclear>Mensch rein sei</unclear>; Christian Maske<note type="editorial" xml:id="d1e58862">Hauptfigur in 
                            <bibl type="book"><author>Carl Sternheim</author>, <title>1913. Schauspiel in drei Aufzügen</title>, Leipzig: Kurt Wolff Verlag <date>1915</date></bibl>.</note> von <rs ref="#__GND_118617958" type="person" xml:id="d1e58867">Carl Sternheim</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118617958" xml:id="d1e58867_entity-link"/> der Volx- Nietzschke und das Nietzsche-Volk.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58880">
                        Von <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e58884">Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e58884_entity-link"/> enttäuscht: das neue Diesseits.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_QPGY" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e58894">
                        Auf der 2. Ausgabe der relecciones des <rs type="person" xml:id="d1e58902">Vitoria</rs>, 1565 in Salamanca erschienen, steht als Umschrift um das Wappen: <quote source="#__ZOTERO_P3CHZHFB?p=XXIV" xml:id="d1e58912">Consilio et Virtute Chimaeran superari, id est fortiores et deceptores.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58912_quote-src" target="#d1e58912">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1933</date>, S. XXIV</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e58919">Ein Exemplar der Ausgabe von Getino hat sich im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 25201.</note> Begegnete mir 8/6 43 in Salamanca, <corr>jetzt</corr> wieder 9/7 43, in meinen Überlegungen, aus Anlass der Zerstörung Kölns; dann wieder 16/9 44, auf der Reise von Plettenberg nach Elberfeld.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58935">
                        <hi>Anlässlich Kölns</hi> Der Krieg gegen die Zivilbevölkerung und die Vernichtung ganzer Städte ist nur scheinbar der Höhepunkt des Totalen Krieges; er ist dialektisch schon ein weiteres Stadium, in dem der Krieg aufhört, total zu sein. Er ist absolut, <quote rend="quoted" xml:id="d1e58945">rein</quote> und ist nicht mehr total, denn die Schädigung der Volkswirtschaft, die darin liegt, daß Tausende von <quote rend="quoted" xml:id="d1e58950">Arbeitern</quote> getötet werden, ist nur scheinbar. Ein großer Teil dieser <quote rend="quoted" xml:id="d1e58953">Tausenden</quote> war nur zur Ernährung unserer selbst und zur Aufrechterhaltung des zivilen Sektors notwendig. Indem er vernichtet wird, wird der Gegner gezwungen, den Krieg immer rein militärisch zu gestalten, alles sterben zu lassen, was nicht Soldat ist, die letzten Reste des früheren nicht-kriegerischen Daseins abzustoßen und sich auf den reinen Krieg einzurichten, dieser aber kann lange dauern.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58972">
                        Dez. 12 in Köln: <quote source="#__ZOTERO_EWNQW2WW?p=64" xml:id="d1e58978">Die Zeit ist reif zur Diktatur</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e58978_quote-src" target="#d1e58978">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Tagebücher Oktober 1912 bis Februar 1915</title>, hg. von <editor>Ernst Hüsmert</editor>, Berlin: Akademie Verlag <date>2003</date>, S. 64</bibl>.</note> nach 30 Jahren kommt die Antwort; an diese Quelle des Wissens möchte ich zurück. <unclear>Die Ausstattung der Unzahmen wird ausgebrannt</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58986">
                        <rs ref="#__GND_118591568" type="person" xml:id="d1e58989">Panofsky</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118591568" xml:id="d1e58989_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=164" xml:id="d1e58992">eher werden die Recken verjuden.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e58992_quote-src" target="#d1e58992">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 164</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e58995">
                        <rs ref="#__GND_11857308X" type="person" xml:id="d1e58998">Abraham Lincoln</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11857308X" xml:id="d1e58998_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_X6XWUJ2P?p=77" xml:id="d1e59001">Das Schaf und der Wolf haben sich über den Begriff der Freiheit noch nicht geeinigt.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59001_quote-src" target="#d1e59001">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Abraham Lincoln</author>, <title>Complete Works</title>, 2. Aufl., hg. von <editor>John G, Nicolay</editor> und <editor>John Hay</editor>, New York: Francis D. Tandy Company <date>1905</date>, S. 77</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_A2lc" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59009">
                        Wiederbegegnung mit <rs ref="#__GND_11851752X" type="person" xml:id="d1e59013">Burkhardt</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851752X" xml:id="d1e59013_entity-link"/> Da sind sie ja alle, meine geliebten Idealtypen: die Zerstörer, die Beschleuniger, die Vereinfacher; jetzt erst erscheinen sie mir; früher sah ich sie nicht; <quote source="#__ZOTERO_2QGWPSBI?p=266" xml:id="d1e59018">Herr gib uns blöde Augen.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59018_quote-src" target="#d1e59018">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Johann Baptist von Albertini</author>, <title>Dreißig Predigten. Für Mitglieder und Freunde der Brüdergemeinde</title>, 2. Aufl., Gnadau <date>1825</date>, S. 266</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59021">
                        <quote source="#__ZOTERO_8FFETMRZ?p=281" xml:id="d1e59024">Und tief im Ohre Melodei<app><lem type="origin">Und mir im Ohre Melodei</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e59024_quote-src" target="#d1e59024">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Annette von Droste-Hülshoff</author>, <title>Lyrische Gedichte</title>, hg. von <editor>Lewin Schücking</editor>, Stuttgart und Berlin: J.G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger <date>[1898]</date> (<title type="series">Annette Freiin von Droste-Hülshoffs gesammelte Schriften in drei Bänden</title>), S. 281</bibl>. Ursprünglicher Text: Und mir im Ohre Melodei</note> sagt Annette; ich dagegen: des Nichtsgezirps Ur-Dissonanz<note type="editorial" xml:id="d1e59039">Bisher nicht ermittelt.</note> liegt mir im Ohr; Tag und Nacht. (Nach dem Besuch bei <rs ref="#__GND_102727732" type="person" xml:id="d1e59048">Eicken</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_102727732" xml:id="d1e59048_entity-link"/> Riesen ziehen durch mein Gehör, scheußliches Gezirpse, des Riesen <gap/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59055">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118587943" xml:id="d1e59058">Nietzsche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e59058_entity-link"/> großer Friedrich Wilhelm, die Impression entzündet sich an der durch gute philologische Schulung präparierten Reibefläche eines sensiblen Nervensystems.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59064">
                        Begreift es doch endlich: Der Unterschied von Juristisch und Politisch ist die <unclear>schmale</unclear> Hintertür, durch jene sich die juristische Verbindlichkeit entzieht, sich für unzuständig erklären kann, sich drückt, wenn man festgelegt werden soll, eine Sache von sich abschütteln usw. Und das will uns bekämpfen, armes Mückchen. Eben, ein System souveräner Rechtssymbole entscheidet systematisch solche <unclear>Ausweichungen</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59082">
                        Vitoria (de Indis, 1. releccion) Get. II 345: <quote source="#__ZOTERO_EMHMQVU2?p=345" xml:id="d1e59088">Ex timore servili accedere ad Mysteria et Sacramenta Christi, sacrilegum est.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59088_quote-src" target="#d1e59088">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>Primera Relección De los Indios</title>, in: <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1934</date>, S. 281-380, hier S. 345</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e59092">Ein Exemplar dieser Ausgabe hat sich im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 25201.</note> Ohne Gott, ja: Ex timore servili sind alle diese Sakrilegien geschehen.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_xTIa" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59108">
                        Wie schön: Vitoria, <rs ref="#__ZOTERO_ZAJKSD8M" type="document" xml:id="d3e59153">de arte magica</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZAJKSD8M" xml:id="d3e59153_entity-link"/> (wie rational!) (Getino III p. 78/79)<note type="editorial" xml:id="d1e59126">Die dreibändige Vitoria-Ausgabe hat sich im Nachlass Schmitts erhalten, RW 0265 Nr. 25201.</note> 9/7 43 Hinweis auf den <quote rend="quoted" xml:id="d1e59131">Philosophen</quote>: <quote source="#__ZOTERO_ZAJKSD8M?p=78" xml:id="d1e59134">quod formae non imprimuntur in materia ab aliqua substantia separata, sed reducuntur in actum de potentia materiae per actionem formae in materia existentibus</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59134_quote-src" target="#d1e59134">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>De arte magica</title>, in: <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1935</date>, S. 62-80, hier S. 78</bibl>.</note>? sic!. Weil <quote source="#__ZOTERO_ZAJKSD8M?p=78" xml:id="d1e59149">omne agens agit in sibi simile<app><lem type="origin">omne autem agens agit in sibi simile</lem></app></quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e59149_quote-src" target="#d1e59149">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>De arte magica</title>, in: <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1935</date>, S. 62-80, hier S. 78</bibl>. Ursprünglicher Text: omne autem agens agit in sibi simile</note> daher <quote source="#__ZOTERO_ZAJKSD8M?p=78" xml:id="d1e59159">existere omnes res naturales per generationem, non forma sine materia, vel forma separata.<app><lem type="origin">existere per generationem, sit compositum, non forma sine materia, vel forma separata.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59159_quote-src" target="#d1e59159">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>De arte magica</title>, in: <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1935</date>, S. 62-80, hier S. 78</bibl>. Ursprünglicher Text: existere per generationem, sit compositum, non forma sine materia, vel forma separata.</note> Die Dämonen können diese Gesetze nicht ändern (welcher Glaube an die <quote rend="quoted" xml:id="d1e59171">Natur</quote> als <quote rend="quoted" xml:id="d1e59174">Vernunft</quote>); sie können sich aber wohl der Naturgesetze bedienen, <quote source="#__ZOTERO_ZAJKSD8M?p=79" xml:id="d1e59180">cum daemones sint peritissimi astrologi!
                            <note type="editorial" xml:id="d1e59182">Die erste Hälfte des Satzes wurde von Schmitt übersetzt, Zusatz in Klammern von Schmitt.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59180_quote-src" target="#d1e59180">Quelle: 
                            <bibl type="bookSection"><author>Francisco de Vitoria</author> und <author>Luis G. Alonso Getino</author>, <title>De arte magica</title>, in: <title>Relecciones Teológicas del Maestro Fray Francisco de Vitoria</title>, Madrid: La Rafa <date>1935</date>, S. 62-80, hier S. 79</bibl>. — Die erste Hälfte des Satzes wurde von Schmitt übersetzt, Zusatz in Klammern von Schmitt.</note> Das Dämonische an <rs ref="#__GND_118505696" type="person" xml:id="d1e59187">Bacon</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118505696" xml:id="d1e59187_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59191">
                        <unclear>Zweifeln</unclear>: das erste ist: die Anziehungskraft der verlorenen Sache (dieser Ausspruch gewinnt mich plötzlich, die Anziehungskraft solcher Theorien ist jedenfalls enorm und sicherer als die Anziehungskraft der Sache<supplied>)</supplied>; das Bayerisch-Dorfbubenhafte, der Hallodri, sieht seine große Chance in einer ratlos gewordenen Welt. Es genügt, sagt er, zu behaupten, daß man etwas weiß, über <rs ref="#__GND_11859169X" type="person" xml:id="d1e59214">Paracelsus</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11859169X" xml:id="d1e59214_entity-link"/> du selber, armer Kerl, bist aus Feigheit draußen geblieben; Feigheit ist übrigens auch ein Rettungs-Instinkt und <unclear>inseriös zu verachten</unclear>. Verlorener Sohn der Kirche, der Sakristei entsprungen, C. <gap/> Ihm ist also <unclear>nicht bange, tief in <corr>den</corr> Geheimnissen des Herrenhauses; die rasenden Menschen <supplied>zu</supplied> hören</unclear>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59246">
                        <rs type="person" ref="#__GND_118682024" xml:id="d1e59249">Carl August Emge</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118682024" xml:id="d1e59249_entity-link"/> als <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e59254">Friedrich Wilhelm Nietzsche</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e59254_entity-link"/> oder u. u.; der U-U-Typus.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59266">
                        Wie der hellblaue Dämon auf dem rechten Flügelbild des <rs ref="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" type="document" xml:id="d3e59311">Jardín de las delicias</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_WVTTQ6DR" xml:id="d3e59311_entity-link"/> von Bosch: <supplied>der</supplied> ununterbrochen frißt und sofort in seinem Stuhlgang wieder von sich gibt, versaut und verbraucht, so diese Art von <unclear>Propaganda</unclear> mit jedem Wort, das sie in den Mund nehmen: gute Europäer.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59287">
                        (Anarchie: Schutz ohne Zwang) Zwang ohne Schutz. Trennung des ewigen Zusammenhangs von Schutz und Gehorsam. Große Erkenntnis: <hi>der Terror ohne Okkupation</hi>; Landnahme. Die Luftwaffe ermöglicht es: zu terrorisieren, ohne zu okkupieren. Doppelterror, Zwang zum Gehorsam ohne <unclear>jeglichsten</unclear> Schutz.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_dTrx" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59303">
                        <rs ref="#__GND_118587943" type="person" xml:id="d1e59306">Nietzsche</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118587943" xml:id="d1e59306_entity-link"/> ein zappeliger Impressionist, phosphoresziert herum und <corr>blufft</corr> uns mit lauter Sondermeldungen. Geheimnis der Bildung: die gute <unclear>philologische</unclear> Bildung, die er in der Schule gehabt hat, präparierte Reibefläche.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59320">
                        Ich sehe in <gap/> den Hahn auf der <unclear>anglikanischen</unclear> Kirche; aha, da kräht also noch ein Hahn; dann bleibe ich noch, sagt der <gap/>, und <unclear>man</unclear> hat noch genug zu essen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59344">
                        <rs ref="#__GND_118625403" type="person" xml:id="d1e59347">Unamuno</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118625403" xml:id="d1e59347_entity-link"/> zeichnete seiner <rs type="artwork" ref="#__ZOTERO_IFV6H8AR">Büste</rs> ein Kreuz auf das Herz; erzählte mir <rs type="person" xml:id="d1e59355">Garcia Dias</rs> 3/7 43. (Das ist mein Kreuz an der <rs ref="#HoheMolmertKreuz" type="place" xml:id="d1e59360">Hohen Molmert</rs>.) Marañon: <gap/> ein schönes <unclear xml:id="d1e59370"><app><lem>Tieramulett</lem><rdg>Trageamulett</rdg><rdg>Traumamulett</rdg></app></unclear>!<note type="alternative-reading" xml:id="d1e59370_alt-rdg" target="#d1e59370">Alternative Lesarten zu „Tieramulett“: Trageamulett, Traumamulett</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59377">
                        Genieße Freiheit der Galgenfrist, die dir der <unclear>Britishman</unclear> noch leiht; der Schinderknecht steht schon bereit, der dir zur Zeit beschieden ist, gestaltet deine freie Zeit.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59386">
                        Eigentümliche Dialektik: künstliche Erhellung besiegt durch Verdunkeln, die Künstlichkeit künstlicher Freizeit (durch <gap/> Maschinen) zerstört durch Freizeitgestalter.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59398">
                        Die Freimaurer-Melodie in der 3. Symphonie hat in Wirklichkeit schon keinen Ausweg mehr und keine Entwicklung, sie kann die Dominante nicht mehr erreichen; diese Tonalität hat überhaupt nur einen Ausweg: die Dominante = ein illusionistischer Scheinausweg.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_H2KB" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59415">
                        Jeder zieht sich in ein Klosett zurück, reinigt sich, wäscht und putzt sich, aber dann führen wir uns gegenseitig die Komödie eines reinen, blühenden und duftenden Lebens vor.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59422">
                        Groteske: mit <corr>blöden</corr> Augen, blicken nach Westen und <unclear>brüllen</unclear> Gemeinschaft, blicken nach Osten und <unclear xml:id="d1e59430">brüllen <app><lem>Personen</lem><rdg>Persönlichkeit</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e59430_alt-rdg" target="#d1e59430">Alternative Lesart zu „Personen“: Persönlichkeit</note> und so immer hin und her; und dieses Volk selbst steht da alleine noch einmal <unclear>zwischendrin</unclear>; erschütternd, die Antwort des Weltgeistes kann doch nur ein Feuerregen vom Himmel sein.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59444">
                        Woher der lächerliche Gedanke der dynastischen Legitimität (statt der der Krone?), woher dieses traurige Verkrampfen des Königtums im 19. und 20. Jahrhundert? Aus dem Gedanken des Blutes, der race: der race <unclear>capétien, mérovingien, carlovingien</unclear> usw.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59468">
                        <unclear xml:id="d1e59471"><app><lem><rs ref="#__GND_1088350062" type="person" xml:id="d1e59474">Harrach</rs></lem><rdg>Hurra</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e59471_alt-rdg" target="#d1e59471">Alternative Lesart zu „Harrach“: Hurra</note> wir gewinnen den Propagandakrieg 14-18, umgedrehter Spieß; postum<corr/> (Kölner Dom, statt Reimser Kathedrale).<note type="editorial" xml:id="d1e59480">Gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs, im September 1914, wurde die Kathedrale von Reims von der deutschen Armee beschossen und in Brand gesetzt. Aufgrund der symbolischen Bedeutung des Bauwerks als Krönungskirche und Nationaldenkmal Frankreichs löste dieses Ereignis weltweite Empörung aus. Der Kölner Dom, seit seiner Fertigstellung im 19. Jahrhundert das Nationalsymbol für Deutschland, wurde im Zweiten Weltkrieg durch Fliegerbomben schwer beschädigt, obwohl er auf den ersten Blick unzerstört blieb.</note> 30/6 43.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59486">
                        Vitoria: <quote source="#__ZOTERO_DEUF2MQT?p=244" xml:id="d1e59491">Hispani, cum primum navigaverunt ad terras barbarorum, nullum<corr/> jus secum adferebant, occupandi provincias illorum … <hi>non plus quam si illi</hi> <hi>invenissent</hi> nos.
                            <note type="editorial" xml:id="d1e59510">Auslassung von Schmitt.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59491_quote-src" target="#d1e59491">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Francisco de Victoria</author>, <title>De indis et de iure belli relectiones</title>, hg. von <editor>Ernest Nys</editor>, Washington: The Carnegie Institution <date>1917</date> (<title type="series">The classics of International Law</title> 7), S. 244</bibl>. — Auslassung von Schmitt.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59514">
                        Erschrak vor dieser <quote rend="quoted" xml:id="d1e59518">Objektivität</quote> eines spanischen Monarchs, eines Europäers; Beispiel des Gegensatzes historischen und unhistorischen Denkens durch Europäer, für ihn war die Entdeckung Amerikas offenbar keine Überraschung; <rs type="person" ref="#__GND_118542702" xml:id="d1e59528">Grotius</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118542702" xml:id="d1e59528_entity-link"/> behauptet (aber schon polemisch), es sei überhaupt keine Entdeckung; Streit darum, was das ist. Wenn er so hoch über der geschichtlich <corr>konkreten</corr> Situation steht, warum mischt er sich dann in den Streit ein? Warum, weiß er es besser, ohne auch nur einen Tag bei den Indianern gewesen zu sein? (<quote source="#__ZOTERO_VZ49SPFS?p=28-30,78" xml:id="d1e59540">Grotius, Mare lib., cap. 2
                            <note type="editorial" xml:id="d1e59542">Schmitt fasst das gesamte Büchlein zusammen.</note></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59540_quote-src" target="#d1e59540">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Hugo Grotius</author>, <title>Von der Freiheit des Meeres</title>, hg. von <editor>Richard Boschan</editor>, Leipzig: Felix Meiner <date>1919</date> (<title type="series">Philosophische Bibliothek</title> 97), S. 28-30,78</bibl>. — Schmitt fasst das gesamte Büchlein zusammen.</note>). Immer die <hi>Gleichung</hi>: immer das Analoge zwischen Galli und Hispani, übertragen auf das Verhältnis von Spaniern und Indianern!
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_w79R" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59562">
                        <rs type="person" ref="#OberheidPeter" xml:id="d1e59565">Peter Oberheid</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#OberheidPeter" xml:id="d1e59565_entity-link"/> gegen Ernst Jünger <rs type="document" ref="#__ZOTERO_VJADEJR4" xml:id="d3e59607">(Gärten und Straßen)</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_VJADEJR4" xml:id="d3e59607_entity-link"/> <rs type="person" ref="#__GND_118558587" xml:id="d1e59571">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e59571_entity-link"/> sei jetzt der Soldat, der damals, 1917, bei der Waffen<gap/>, während eines großen <unclear>Truppenappells</unclear>, auf den Hahn schießt (23/5 43).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59587">
                        Das Nichts fördert das Nichts; und nennt sich dann total.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59592">
                        Sie spielen Rollen, <rs type="document" ref="#__ZOTERO_QJF28UGQ" xml:id="d3e59638">Dreigroschenoper</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_QJF28UGQ" xml:id="d3e59638_entity-link"/> Aber die Contre-Rolle ist schon erfunden, und die Contre-<gap/>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59614">
                        <rs ref="#__GND_137144547" type="person" xml:id="d1e59617">Ahlmann</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_137144547" xml:id="d1e59617_entity-link"/> sagte: die dreifache Indiskretion dieser jungen Leute (26/5 43<supplied>)</supplied>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59623">
                        Vor 7 Jahren machte ich ein Gedicht: Ein Caliban verdunkelte meinen Tag.<note type="editorial" xml:id="d1e59633">Nicht ermittelt.</note> Heute, wo ich aus einem nicht verdunkelten Land zurückkomme, sage ich, daß er mir <corr/> die künstlich erhellte Nacht verdunkeln kann, nicht aber den Tag (Rückkehr aus Madrid 12/6 43) (wieder gelesen 20/4 49 in Plettenberg).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59649">
                        Kein Wunder: Für den Dörfler ist der Jude der einzige <gap/>. Die Inkarnation der <gap/>; <gap/><unclear>Antisemitismus</unclear>; die <unclear>Vollmenschen</unclear>; daher die Überraschung, wenn die wahre Judenfrage beginnt; unser lieber Dorfbube. Die romantische Schlangenbeschwörung. Dialektische Notwendigkeit <gap/><unclear>tun</unclear>, der Dörfler <hi>verwandelt</hi> sich in den Juden. Gib dem Dorfbuben Deutschland als Spielraum und den deutschen Staat als Waffe und die deutsche Armee ist gefallen.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_YzGE" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59813">
                        Anti-Alkoholismus, <corr>Anti-Semitismus</corr>, Identität beider; der Alkohol <c type="ephemeral-hyphen">-</c>der Jude; <quote rend="quoted" xml:id="d1e59828">Frei</quote>, aus seinen Bindungen mit ätherischen Ölen gelöst, ist natürlich <hi>der</hi> Feind; aber es kommt gar nicht auf den <hi>reinen</hi> Alkohol und den reinen Juden an. <quote source="#__ZOTERO_LKR823CP?p=159" xml:id="d1e59841">Lieber durch als für.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e59841_quote-src" target="#d1e59841">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 159</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59844">
                        omine auctus,<note type="editorial" xml:id="d1e59849">Lat., dt.: durch das Vorzeichen ermutigt.</note> <rs type="person" xml:id="d1e59852">Tac.</rs> Ann. (Drusus) (oder diminutus! Könnte es ja auch sein.)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59864">
                        (Verfolgung der Christen); heute der Juden, Ann. XV 44<supplied>:</supplied> Unde miseratio oriebatur, tamquam non utilitate publica, sed in saevitiam unius absumerentur.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59879">
                        Es gibt ein Auge, das dir in deiner Situation, mag sie dir noch so großartig und triumphal erscheinen, nichts Anderes sieht und beobachtet, wie du eine krabbelnde Ameise im Ameisenhaufen siehst und beobachtest. Diese Möglichkeit ist unbestreitbar und unwiderleglich; als bloße Möglichkeit reicht sie aus, dein Leben auf eine andere Ebene zu stellen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59890">
                        Frage dich im Ernst, Jüngling, beneidest du einen berühmten Mann wie <rs type="person" ref="#__GND_118547739" xml:id="d1e59894">Hegel</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118547739" xml:id="d1e59894_entity-link"/> um seinen Ruhm, wenn du daran denkst, daß sein großer Jugendfreund <rs type="person" ref="#__GND_118551981" xml:id="d1e59899">Hölderlin</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551981" xml:id="d1e59899_entity-link"/> um dieselbe Zeit, da Hegel der berühmte Professor in Berlin war, als einsamer, in sich <corr/> verfallener, scheinbar verblödeter Mann bei einem Tischlermeister <corr/> in Tübingen lebte. Mit wem würdest du tauschen, wenn du die Wahl hättest?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_a7hr" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e59920">
                        Entsetzliche Ernüchterung, als ich Bruno Bauers Evangelienkritik 1850/1 las: Er kreischt (wie ein Nazi!), er spricht von <quote rend="quoted" xml:id="d1e59929">wimmern</quote>, Machwerk, schimpft auf den <quote rend="quoted" xml:id="d1e59933"><corr>Vater</corr></quote>, Rechthaberei, Schulmeisterei unter Berufung auf eine konstruierte <quote rend="quoted" xml:id="d1e59939">Urschrift</quote>, an der dann alles gemessen wird, mit pedantischer Wut und einem widerlichen Vernichtungstrieb. Selber Jude, du armer Judenbekämpfer; wäre dein Gemüt nicht judenhaft .... (22/4 43)<note type="editorial" xml:id="d1e59947">Schmitt fasst hier seine Eindrücke nach der Lektüre zuammen; ein direktes Zitat lässt sich nicht nachweisen.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59951">
                        simple comme bonjour; rührende Idylle setzt das voraus; so kann man nur in einem Land sprechen, das die Zeit des Heil <gap extent="1 word"/> nicht erlebt hat; hier wird simple ein polemischer Begriff.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59966">
                        Vielleicht sind wir im Jahre 1799, und ist Stalingrad nicht mehr als das, was <rs ref="#__GND_118620134" type="person" xml:id="d1e59970">Suworow</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118620134" xml:id="d1e59970_entity-link"/> war: Die Russen besiegen die <quote rend="quoted" xml:id="d1e59973">revolutionäre</quote> französische Armee wie nichts; die Österreicher lassen sich imponieren durch neue Methoden und den genialen Führer <rs ref="#__GND_118586408" type="person" xml:id="d1e59978">Napoleon</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586408" xml:id="d1e59978_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e59982">
                        Ostern 1943. Die großen Parallelen: wie man vor 100 Jahren seit <rs ref="#__GND_118642871" type="person" xml:id="d1e59988">Tocqueville</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118642871" xml:id="d1e59988_entity-link"/> die Demokratie als das Schicksal empfand, so heute die <quote rend="quoted" xml:id="d1e59993">Technisierung</quote> der Erde und ihre Folge: Amerikanismus oder Bolschewismus. Das bedeutet das amerikanische Jahrhundert! (Die damalige Demokratisierung war schon die Technisierung!) Was setzen wir dem entgegen? Eine romantische Idylle, <corr>unwahr</corr> und verlogen? Oder eine Überbietung der Technisierung? Oder den κατεχων?
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60006">
                        <quote source="#__ZOTERO_8ZHQGWN5?p=315" xml:id="d1e60009">Die selben <hi>brechent</hi> uns die Reht und <hi>stoerent</hi> unser E.<app><lem type="origin">die selben brechent uns diu reht und stœrent unser ê</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60009_quote-src" target="#d1e60009">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Walther von der Vogelweide</author>, <title>Walther von der Vogelweide</title>, hg. von <editor>Wilhelm Wilmanns</editor>, Halle: Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses <date>1883</date>, S. 315</bibl>. Ursprünglicher Text: die selben brechent uns diu reht und stœrent unser ê</note> (<rs ref="#__GND_118628976" type="person" xml:id="d1e60026">Walther von der Vogelweide</rs>)<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118628976" xml:id="d1e60026_entity-link"/>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60031">
                        Deutlich, während eines erotischen Traums, daß der physisch-sexuelle Trieb <hi>dasselbe</hi> ist wie der Trieb, Macht zu haben oder an der Macht beteiligt zu sein. Die Art, wie sich die Menschen an den Reichtum herandrängen, sich existenziell gehoben haben, <corr/> gesteigert fühlen, wenn sie mit der Macht in Kontakt sind, das ist in der Tat Bucklerei und Hurerei, wie die Schrift sagt.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60049">
                        3 Verdorbene, 3 Bezähmer des Kakodämons. <rs ref="#__GND_118574841" type="person" xml:id="d1e60054">Ludendorff</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118574841" xml:id="d1e60054_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11877722X" type="person" xml:id="d1e60057">Kirdorf</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877722X" xml:id="d1e60057_entity-link"/> <rs ref="#__GND_11877171X" type="person" xml:id="d1e60060"><corr>Wilamowitz</corr>-Moellendorff</rs>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11877171X" xml:id="d1e60060_entity-link"/> in diesen drei Dörfern ist der kleine Kakodämon geboren, der über uns die Geißel schwingt - das also sei der Eindruck des Dorfes, den ich am 7/4 33 hatte! Rührender Stier, rührende Täuschung.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_Ga4s" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e60073">
                        ex amaritudine animi scribo <rs type="person" xml:id="d1e60080">(Otto von Freising</rs>, praef. ad Frd. imp. Immer wieder sagt er: miseriam in modum tragoediae.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60092">
                        Das Tierreich <rs type="person" xml:id="d1e60098">Hegels</rs>, die Bürgergesellschaft, ist doch das vor-staatliche Recht; ist das nicht dasselbe wie <rs ref="#__GND_118551698" type="person" xml:id="d1e60102">Hobbes</rs>?<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118551698" xml:id="d1e60102_entity-link"/> Die Originalität dieser Deutschen ist immer nur plumpe Wichtigmacherei und Anmaßung. Völkerrecht = staatliches Außenrecht, das andere Völkerrecht = internationales Privatrecht, Flächen-Raum - Lebens-Raum; von der Fläche her bestimmt und gemessen, von den <unclear>kommunistischen</unclear> <gap/> Verortungen her gewonnen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60119">
                        Die Kontinuität der Conquista; scelus infandum; auch hier haben wir die Stelle der Juden eingenommen. Heute: die <hi>innereuropäische</hi> Conquista im Namen Europas. Gründonnerstag 43.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60140">
                        Die geheimnisvolle, beschwörende Kraft des Schlusses, der eine Art Auferstehung beschreibt, ja strahlende Gewalt des Gedichtes von Heine <rs ref="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" type="document" xml:id="d3e60184">Die beiden Grenadiere</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=98-99" xml:id="d3e60184_entity-link"/> <quote source="#__ZOTERO_6M2MMQN4?p=99" xml:id="d1e60149">Dann steig' ich gewaffnet hervor aus dem Grab, den Kaiser den Kaiser<app><lem type="origin">Dann steig' ci gewaffnet hervor aus dem Grab', den Kaiser, den Kaiser zu schützen.</lem></app></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60149_quote-src" target="#d1e60149">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Heinrich Heine</author>, <title>Buch der Lieder</title>, Heines Werke in neun Teilen, hg. von <editor>Helene Hermann</editor> und <editor>Raimund Pissin</editor>, Berlin und Leipzig: Deutsches Verlagshaus Bong &amp; Co. <date>[1927]</date>, S. 99</bibl>. Ursprünglicher Text: Dann steig' ci gewaffnet hervor aus dem Grab', den Kaiser, den Kaiser zu schützen.</note> <unclear reason="omission"/>. Woher diese erstaunliche Kraft? Das ist doch mehr, als alle <corr>Kunst</corr> wäre, woher bei einem sonst so widerlichen und verlogenen Dichter? Es ist der geheimnisvolle Zusammenhang des Juden mit dem Cäsarismus. (<rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e60166">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e60166_entity-link"/> hat ihn gesehen, nicht aber gehabt.<supplied>)</supplied> Sie haben gerufen: Wir haben keinen anderen König als den Cäsar.<note type="editorial" xml:id="d1e60174">Joh 19,15.</note> Seit diesem Augenblick gehören sie zu jeder Wiederholung des Cäsarismus. Das war unter <unclear><rs ref="#__GND_118586408" type="person" xml:id="d1e60180">Napoleon</rs></unclear>;<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118586408" xml:id="d1e60180_entity-link"/> das war <unclear>endlich möglich</unclear> unter <rs ref="#__GND_118632892" type="person" xml:id="d1e60185">Wilhelm II.</rs> Ist das schon die Verjudung <corr>des</corr> Christentums, das <unclear>Tertium der Imperium Romanum-Kaiser</unclear>, oder ist das die Folge der Christianisierung des Römischen Imperiums; die <seg type="longhand">Ent-Zäsar</seg>isierung.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60213">
                        Wichtiger als alles Andere: <rs ref="#__GND_11851136X" type="person" xml:id="d1e60217">Bismarck</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11851136X" xml:id="d1e60217_entity-link"/> schrieb in der Nachricht vom Tode <rs ref="#__GND_118632884" type="person" xml:id="d1e60220">Wilhelms I</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118632884" xml:id="d1e60220_entity-link"/> (9/3 88) seine <quote rend="quoted" xml:id="d1e60226">Losung</quote>: obiit Imperate,<note type="editorial" xml:id="d1e60233">Bisher nicht ermittelt.</note> lateinisch-sakral; und dann der Imperialismus und Cäsarismus seit der Reichsgründung?
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_FEeL" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e60454">
                        <rs ref="#__GND_118582151" type="person" xml:id="d1e60458">Michelet</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118582151" xml:id="d1e60458_entity-link"/> S. 107<supplied>:</supplied> <quote xml:id="d1e60464">La Prusse est une mosaique, l'Autriche une caricature, la Russie un monstre</quote>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60472">
                        Freischwebende Intelligenz - Verstehen ist Teilnahme; teilnahmsloses Verstehen; <hi>Teilnahme</hi> ist Parteinahme, Begriff des Politischen; <hi>part</hi>-icipatio (politische <corr>Toleranz</corr> und Intoleranz, = Teilnahme und das ganze Überwinden der Teilnahme). Diese Art Beteiligung kann immer nur ein Teil, nicht das Ganze umfassen.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60498">
                        Handel ist seinem Wesen nach frei; aller Handel ist Freihandel; wo die Freiheit aufhört, hört auch der Handel auf, wird aus dem Handel Verteilung, der Kaufmann <unclear>wie</unclear> Händler verwandelt sich, ist ein Verteiler!!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60507">
                        Bei <quote source="#__ZOTERO_MHG6NE5P?p=16-17" xml:id="d1e60511">Sebastian Brant</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60511_quote-src" target="#d1e60511">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Sebastian Brant</author>, <title>Das Narrenschiff. Faksimile der Erstausgabe von 1494 mit einem Anhang</title>, hg. von <editor>Franz Schultz</editor>, Straßburg: Karl J. Trübner <date>1913</date>, S. 16-17</bibl>.</note> sagt ein Narr, dem man ein Teil in den Hintern gehauen hat; ich habe zwar ein Teil im Hintern und werde bald sterben, aber ich habe einen Sohn, der ist ebenso ein Narr wie ich und raucht seine Pfeife wie ich und der wird mich fortsetzen. (<unclear>Farmer</unclear>; freute mich über seinen Haß gegen den biologischen Mist).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60524">
                        <rs ref="#ValentinerClaus" type="person" xml:id="d1e60527">Valentiner</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#ValentinerClaus" xml:id="d1e60527_entity-link"/> (oder jemand anderes?) hat folgende Stelle in Bernanos, J. d. c. d. c. angestrichen: <quote source="#__ZOTERO_AWZTSGE9?p=179,180" xml:id="d1e60533"> si notre espèce doit périr, elle périra de dégout, <corr>d'ennui</corr>. La personne humaine aura été lentement rongée, comme une poutre par ces champignons invisibles ... Et ces guerres généralisées qui semblent témoigner d'une activité prodigieuse de l'homme, alors qu'elles dénoncent au contraire son apathie grandissante ... Ils finiront par mener vers la boucherie, à époques fixes, d'immenses troupeaux résignés.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60533_quote-src" target="#d1e60533">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Georges Bernanos</author>, <title>Journal d'un curé de Campagne</title>, Paris: Plon <date>1936</date>, S. 179,180</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e60555">Die erste Auslassung im Zitat stammt von Schmitt, die zweite steht im Original.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60560">
                        Dachte an die Menschenopfer der Azteken-Priester; an die Opfer: Einige waren begeisterte Opfer, andere apathisch, einige durch die Priester berauscht und narkotisiert, andere hatten sich selbst berauscht und narkotisiert; andere waren entseelt. Die Erde ist erst am Anfang ihrer geologischen und biologischen Entwicklung; <quote xml:id="d1e60571">Le mal, lui aussi, commence</quote>. (Der <gap/> <unclear>Proudhon</unclear> von den blutigen Prostrationen<supplied>)</supplied>.
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_Z0Pn" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e60596">
                        <hi><rs ref="#__GND_118582151" type="person" xml:id="d1e60601">J. Michelet</rs>,<anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118582151" xml:id="d1e60601_entity-link"/> Pologne et Russie, légende de</hi> Kosciusko, <rs type="place" xml:id="d1e60607">Paris</rs> <hi>1852</hi> (Bruno Bauers: <quote source="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d1e60612">Rußland und das Germanenthum</quote>,<note type="quote-explanation" xml:id="d1e60612_quote-src" target="#d1e60612">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Bruno Bauer</author>, <title>Rußland und das Germanenthum</title>, Charlottenburg: Bauer <date>1853</date></bibl>.</note> 1853), S. Wenn wir Rußland zulassen, lassen wir la choléra zu! (132) Wenn wir Rußland zulassen, communisme.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60635">
                        <hi>La loi</hi>: la Russie simplement une force - force barbare, monde sans loi, monde ennemi de la loi. <quote rend="quoted" xml:id="d1e60654">qui n'admet la civilisation moderne que pour dissoudre le monde occidental et tuer la loi elle-même</quote> (131/2)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60673">
                        e glorieux martyre Bakounine (S. 130)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60680">
                        <quote rend="quoted" xml:id="d1e60683"><hi>Le monde de la Loi a sa frontière où elle fut au moyen âge, sur la Vistule et le Danube.</hi></quote> (132)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60703">
                        Hier la Russie nous disait: je suis le christianisme, Demain elle nous dit: je suis le socialisme (133).
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60717">
                        S. 126: Unsere Welt verliert allmählig <corr>ihre</corr> alte Grundlage, <corr>ihre</corr> Idee, la paternité; sie hat sich noch nicht auf ihre neue Grundlage gestellt: <hi>la loi, le <corr>gouver-</corr></hi> <hi>nement de l'homme</hi> par lui-même. <hi>Großartig.</hi> <hi>Ô désert, ô vide, ô néant! Plus de père,</hi> <hi>pas encore la loi</hi>.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60758">
                        Ein Occidentale ist niemals <hi>ganz</hi> skeptisch; er glaubt wenigstens an die Wissenschaft; l'âme n'est jamais vide. Wohl aber ein Rußland, bei diesen Tartaren; wenn hier der Mensch anfinge, wirklich zu zweifeln,, dann würden wir das spectable effroyable d'une démagogie sans idée, sans principes, sans sentiment <corr>haben</corr>. D'un mouvement aveugle. Qui sauvera la Russie de cette infernale perdition, et l'Europe de la nécessité d'exterminer ce géant ivre et fou? Polen!
                    </ab>
                </div>
                <div type="entry" subtype="diary" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_weid" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e60808">
                        Ce n'est pas le tout de se tromper, il faut encore être modeste.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60819">
                        Mackinder, <quote source="#__ZOTERO_UXMNGRWZ" xml:id="d1e60824">democratic ideals and reality.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60824_quote-src" target="#d1e60824">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Halford John Mackinder</author>, <title>Democratic Ideals and reality. Study in the politics of reconstruction</title>, London: Constable <date>1919</date></bibl>.</note> S. 199: Die Deutschen fochten im Ersten Weltkrieg an 2 Fronten; <quote source="#__ZOTERO_UXMNGRWZ?p=199" xml:id="d1e60832">without fully making up her mind on which front she meant to win</quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e60832_quote-src" target="#d1e60832">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Halford John Mackinder</author>, <title>Democratic Ideals and reality. Study in the politics of reconstruction</title>, London: Constable <date>1919</date>, S. 199</bibl>.</note> sie hatte 2 Ziele: Hamburg und die überseeische Herrschaft, und Bagdad und das Heartland; und daher waren ihre strategischen Entscheidungen unsicher. (Merkwürdig, das ist meine Art zu argumentieren; warum versteht das niemand hier? Armer, einsamer Narr;<supplied>)</supplied> erstaunlich dieser <rs type="person" ref="#__GND_11878112X" xml:id="d1e60856">Mackinder</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_11878112X" xml:id="d1e60856_entity-link"/> über the Going Concern; den Gegensatz von Insel-Denken und Land-Denken
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60866">
                        oder <quote source="#__ZOTERO_UXMNGRWZ?p=84" xml:id="d1e60870"><hi>S. 84: air-power is chiefly an arm</hi> <hi>of land-power.</hi></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60870_quote-src" target="#d1e60870">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Halford John Mackinder</author>, <title>Democratic Ideals and reality. Study in the politics of reconstruction</title>, London: Constable <date>1919</date>, S. 84</bibl>.</note>
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60879">
                        Immer wieder: <quote source="#__ZOTERO_UXMNGRWZ?p=236-262" xml:id="d1e60883">The imperious Reality of the Going Concern. Die <hi>World-Islanders</hi> müssen sich verbünden, damit die Erde nicht in die Hände der <hi>heart-landsmen</hi> fällt, und damit das Heartland mit oceanic freedom durchdrungen wird
                            <note type="editorial" xml:id="d1e60906">Schmitt fasst den Abschnitt zusammen. Das Buch ist im Nachlass Schmitts erhalten; RW 0265 Nr. 24857.</note></quote>;<note type="quote-explanation" xml:id="d1e60883_quote-src" target="#d1e60883">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Halford John Mackinder</author>, <title>Democratic Ideals and reality. Study in the politics of reconstruction</title>, London: Constable <date>1919</date>, S. 236-262</bibl>. — Schmitt fasst den Abschnitt zusammen. Das Buch ist im Nachlass Schmitts erhalten; RW 0265 Nr. 24857.</note> <quote source="#__ZOTERO_UXMNGRWZ?p=184" xml:id="d1e60909">interessante Bemerkungen über die Juden, die er auf der <hi>deutschen</hi> <unclear>Seite</unclear></quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e60909_quote-src" target="#d1e60909">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Halford John Mackinder</author>, <title>Democratic Ideals and reality. Study in the politics of reconstruction</title>, London: Constable <date>1919</date>, S. 184</bibl>.</note>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="diary" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_diary-entry_lev1" n="1943-09">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date notAfter-iso="1943-09-30" type="default-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e60922">
                        7.32 10.32 <note place="right" xml:id="d1e60929">13.00</note> an <hi>9.13</hi> ab Hagen nach Bestwig 9.15 <hi>9.00</hi> in Hohensyburg nach Bestwig ab Bestwig nach Siedlinghausen 12.57
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60963">
                        <hi>16.12</hi> in Bestwig
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60980">
                        ab Bestwig 12.52, in Siedlinghausen 13.39
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60992">
                        an 18.17
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e60999">
                        ab <unclear>H.</unclear> 7.14, ab Finnentrop 7.43. in Bestwig 9 (und gefahren ¼10)
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e61023">
                        ab Plettenberg 9.21 <unclear>läufig in Finnentrop</unclear>. ab Finnentrop 13.41, in Meschede 15.11 <unclear reason="omission"/> 15.55
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="letter-draft" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_letter-draft_1943-12-29" n="1943-12-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50196">
                        An <rs ref="#__GND_1072479028" type="person" xml:id="d1e50200">Adams</rs> <date type="entry-date" when-iso="1943-12-29">29/12 43</date>. Frau <rs ref="#__GND_116799471" type="person" xml:id="d1e50208">Schmitt</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_116799471" xml:id="d1e50208_entity-link"/> will unbedingt nach Berlin zurück <quote source="#__ZOTERO_UZD9DI42?p=122" rend="quoted" xml:id="d1e50212">Nun, Petrowitsch, dann wandern wir nur weiter.</quote><note type="quote-explanation" xml:id="d1e50212_quote-src" target="#d1e50212">Quelle: 
                            <bibl type="book"><author>Reinhold Schneider</author>, <title>Macht und Gnade. Gestalten, Bilder und Werte in der Geschichte</title>, Leipzig: Insel-Verlag <date>1941</date>, S. 122</bibl>.</note><note type="editorial" xml:id="d1e50214">Das Buch hatte Schmitt besessen, es wurde aber im Antiquariat zum Verkauf angeboten. Schneider zitiert 
                            <bibl type="book"><author>Petrow Awwakum</author>, <title>Das Leben des Protopopen Awwakum von ihm selbst niedergeschrieben</title>, hg. von <editor>Rudolf Jagoditsch</editor>, Berlin und Königsberg: Ost-Europa-Verlag <date>1930</date>, S. 110</bibl>.</note> Sie schreiben, <quote xml:id="d1e50221">der <corr>Enthusiasmus</corr> der frühchristlichen Zerstörung der Welt sei weit und fern von uns.</quote><note type="editorial" xml:id="d1e50225">Zitat aus der Postkarte von Paul Adams vom 16. Dezember 1943 an Schmitt, die sich im Nachlass erhalten hat, RW 0265 Nr. 138.</note> Aber ist das nicht immer dieselbe Situation des christlichen Äon? Die termitisierte massa perditionis der Großstadt ist ja auf ihr <quote rend="quoted" xml:id="d1e50236">neues Diesseits</quote> dressiert und kann nach jeder noch so grauenhaften Zerstörung immer nur den alten Ameisenhaufen von neuem beginnen, jeder Erschütterung, jeder Erneuerung, jeder Erweckung, jeder Wiedergeburt unfähig. Die Parallele <corr/> mit der Zeit der Caesaren und des ersten Christentums ist eben mehr als eine Parallele; es ist die immer identische zentrale Situation des immer noch christlichen Äons. Bei <rs ref="#__GND_118507249" type="person" xml:id="d1e50251">Bruno Bauer</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118507249" xml:id="d1e50251_entity-link"/> ist das besonders klar zu sehen, namentlich in seiner <gap/> Schrift <rs ref="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" type="document" rend="quoted" xml:id="d3e50283">Rußland und das Germanenthum</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_BG5WSGQQ" xml:id="d3e50283_entity-link"/> 1853, deren weltpolitische Kerngedanken den politischen Testamenten der Hohenzollern entsprechen: Preußen (Deutschland) gehört an die Seite Rußlands; der Westen ist keiner inneren Erschütterung mehr fähig; daher sind unsere fällig!
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50267">
                        <rs ref="#__GND_118558587" type="person" xml:id="d1e50270">Jünger</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118558587" xml:id="d1e50270_entity-link"/> fragt mich nach einem Buch von Walter Schubart: <rs ref="#__ZOTERO_RG44GSSI" type="document" xml:id="d3e50298">Europa und die Seele des Ostens</rs>.<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_RG44GSSI" xml:id="d3e50298_entity-link"/><note type="editorial" xml:id="d1e50276">Vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Ernst Jünger</author> und <author>Carl Schmitt</author>, <title>Briefe 1930-1983</title>, 2., ergänzte und überarbeitete Neuausgabe, hg. von <editor>Helmuth Kiesel</editor>, Stuttgart: Klett-Cotta <date>2012</date>, S. 171-173,600-601</bibl>.</note> Haben Sie davon gehört? Es soll vor etwa 10 Jahren erschienen sein.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50284">
                        Der Anblick der zertrümmerten <corr>Wohnblöcke</corr> in der <rs ref="#__GND_7670280-7" type="place" xml:id="d1e50290">Leipziger Straße</rs> ist ebenso eine Enthüllung jämmerlichster <unclear xml:id="d1e50293"><app><lem>Gräßlichkeit</lem><rdg>Häßlichkeit</rdg></app></unclear>,<note type="alternative-reading" xml:id="d1e50293_alt-rdg" target="#d1e50293">Alternative Lesart zu „Gräßlichkeit“: Häßlichkeit</note> wie der Anblick der Schutthaufen zerstörter Villen in den westlichen Vororten. Hier werden erstaunliche Nichtigkeiten sichtbar. Auch durch Zerstörung der <rs ref="#__GND_7686744-4" type="place" xml:id="d1e50303">katholischen Pfarrkirche in Dahlem</rs>, die jetzt wie eine Kino-Kulisse dasteht und nicht einmal in diesem Zustand auf <quote rend="quoted" xml:id="d1e50308">Wirkung</quote> zu verzichten weiß.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50312">
                        Schreiben Sie bald wieder.
                    </ab> 
                    <ab xml:id="d1e50317">
                        Adams schrieb: <quote rend="quoted-open-end" xml:id="d1e50323">Wenn das Gehäuse zerbricht, wissen sie (diese alten Frauen und Männer) nicht mehr, was sie tun sollen. Der Enthusiasmus der frühchristlichen Zerstörung der Welt ist weit und fern; vielleicht auch weil die 2. Ankunft und der neue Himmel und die neue Erde nicht mehr geglaubt und gehofft werden.</quote>
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="letter-draft" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_letter-draft_1943-12-31" n="1943-12-31">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-31" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50341">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-12-31">31/12. 43.</date> An Frau <rs ref="#__GND_116848715" type="person" xml:id="d1e50347">von Schnitzler</rs> <rs ref="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=168-169" type="document" xml:id="d3e50375">geschrieben</rs>:<anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_F3M95PHQ?p=168-169" xml:id="d3e50375_entity-link"/> <rs ref="#__ZOTERO_ZUS7TECI" type="document" xml:id="d3e50378">Laudse</rs><anchor type="entity-link" subtype="document" corresp="#__ZOTERO_ZUS7TECI" xml:id="d3e50378_entity-link"/> ist eine wunderbare Nahrung und wohl geeignet, einem die immer wiederkehrenden Anfälle eines <quote rend="quoted" xml:id="d1e50356">Willens zu</quote> etwas abzugewöhnen.<note type="editorial" xml:id="d1e50362">Schmitt besass ein Exemplar des Laotse mit Widmung von Lilly von Schnitzler, das Buch wurde allerdings im Antiquariat zum Verkauf angeboten.</note> Man sieht dann deutlicher, daß dieser jämmerliche <quote rend="quoted" xml:id="d1e50365">Wille zu</quote> die tiefste <corr>Ohnmacht</corr>, weil unfruchtbarste Ohnmacht, ist. Aber der Anblick des zerstörten Berlin, der zertrümmerten Wohnblöcke im Inneren der Stadt, der weggeblasenen Villen in den Vororten vermittelt doch noch Erkenntnisse anderer Art, Enthüllungen der Kern-Situation des christlichen Äon und des Schicksals der termitisierten massa perditionis unserer Großstädte, die keiner Erschütterung, keiner Erweckung, keiner Wiedergeburt mehr fähig sind. Ich bleibe dabei: Tout ce qui arrive<note type="editorial" xml:id="d1e50388">Von Schmitt oft verwendetes Zitat Léon Bloys, frz. <q>Tout ce qui arrive est adorable</q>, dt. <q>Alles, was geschieht, ist anbetungswürdig</q>; vgl. 
                            <bibl type="book"><author>Léon Bloy</author>, <title>Le Mendiant ingrat. Journal de l'Auteur, 1892-1895</title>, Paris: Société de mercure de France <date>1908</date>, S. 248,376</bibl> und 
                            <bibl type="book"><author>Carl Schmitt</author>, <title>Glossarium. Aufzeichnungen aus den Jahren 1947 bis 1958</title>, Erweiterte. berichtigte und kommentierte Neuausgabe, Berlin: Duncker &amp; Humblot <date>2015</date>, S. 407</bibl>.</note> und vertraue auf den <unclear>geheimnisvollen</unclear> Sinn dieses tremendum. Beten Sie für uns, wie wir für Sie beten.
                    </ab>
                </div>
                <div subtype="letter-draft" type="entry" xml:id="RW-0265-19618_letter-draft_1943-12-29_n-2" n="1943-12-29">
                    <note type="meta-date" resp="#machine"><date when-iso="1943-12-29" type="entry-date"/></note> 
                    <ab xml:id="d1e50497">
                        <date type="entry-date" when-iso="1943-12-29">29/12 43</date> Brief an <rs ref="#__GND_118629751" type="person" xml:id="d1e50505">Werner Weber</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#__GND_118629751" xml:id="d1e50505_entity-link"/> in Leipzig:<note type="editorial" xml:id="d1e50508">Es handelt sich um Schmitts Antwortbrief auf Werner Webers Brief vom 22. Dezember 1943, der sich im Nachlass erhalten hat, RS 0265 Nr. 17744. Weber berichtet hier über das Ausgebombtsein seiner Wohnung und der Universität.</note> <quote rend="quoted" xml:id="d1e50513">Ich weiß, wie schwer Ihre Lage ist, lieber Herr Weber, und was Ihrer lieben <rs type="person" ref="#WeberFrau" xml:id="d1e50515">Frau</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#WeberFrau" xml:id="d1e50515_entity-link"/> jetzt alles an physischen und seelischen Leiden zugemutet wird, wie wenig menschlicher Trost hier vermag, weiß ich ebenfalls aus eigener Erfahrung. Trotzdem liegt ein geheimnisvoller Sinn in allem, was geschieht und was uns trifft, und man ist erst dann besiegt und <quote rend="quoted" xml:id="d1e50522">vernichtet</quote>, wenn man den Zusammenhang mit diesem Sinn selber preisgegeben und abgeschnitten hat. Wir müssen alle in diesen schrecklichen Zeiten unendlich Neues lernen, und wenn ich die grauenhaft zerstörten Wohnblocks der Berliner Innenstadt oder die jämmerlich zusammengestürzten Villen der westlichen Vororte sehe, so glaube ich, Enthüllungen einer falschen und verlogenen Art vom Dasein zu sehen. Selbst die halb-eingerissene <rs ref="#__GND_7686744-4" type="place" xml:id="d1e50532">katholische Kirche in Dahlem</rs> und das von einer Sprengbombe getroffene Pfarrhaus des überaus sympathischen Pfarrers <rs ref="#GebhardtHermann" type="person" xml:id="d1e50537">Gebhard</rs><anchor type="entity-link" subtype="person" corresp="#GebhardtHermann" xml:id="d1e50537_entity-link"/> nehme ich davon nicht aus. Die termitisierte <unclear>Großstadt</unclear>masse lebt einfach weiter, wie Ameisen, denn</quote>
                    </ab>
                </div>
            </body>
        </text>
    </TEI>