Donnerstag, 18/3 43. Wieder Sirach: 21,6 (Wenn der Elende ruft, so höret's Gott, und die Rache wird eilend kommen). (Dasselbe in der Hand, ganz aus der Übung: Immer die Mitte; der Bibelaufschläger bekommt allmählig die Einteilung in die Hand und kann dadurch die Auswahl beeinflussen!) Mittags holte mich Gremmels in der Universität ab, mit seiner Frau, wir aßen bei mir zu Mittag und brachten um 4 die Frau zum Bahnhof Lichterfelde, abends kam noch Frau Tula Huber, wir tranken meinen letzten Cognac, und aßen schön zu Abend. Immer wieder meine typische Situation, sich Freunde schaffen zu wollen mit dem ungerechten Reichtum, aber das nützt bei einer so kalten Streberin wie Frau Huber nicht viel, erzählte Gremmels vom κατέχων; er schien viel Verständnis dafür zu haben, hatte das Gefühl der geistigen Zeugung. Wiederbegegnung mit einem Buch von Benn, aus dem Jahr 1932, mit Hugo Ball; Schluß von den Folgen der Reformation: „Er wird ‚originell‘; er verfällt der Erbsünde des Protestantismus. Und er gerät in immer engere Sympathieallianz mit dem preußisch-protestantischen Pflicht- und Soldatengeist. Statt die mittelalterliche Weisheit zu exaltieren wie Schopenhauer es tat, hält er ihre Ideen für erschöpft[“] usw. (Über Nietzsche: „Bei vollem Bewußtsein und im Gefühle seiner Verantwortung untergräbt er Schritt für Schritt, und immer prinzipieller seine eigene Basis, gegen sein Empfinden, gegen seine Nerven, ja gegen seine Einsicht, und je mehr er sich isoliert, desto lauter nennt er diese Isolation seinen neuen Heroismus.“ usw.[)]
Donnerstag, 18. März 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Donnerstag, 18/3 43. Wieder Sirach: 21,6 (Wenn der Elende ruft, so höret's Gott, und die Rache wird eilend kommen). (Dasselbe in der Hand, ganz aus der Übung: Immer die Mitte; der Bibelaufschläger bekommt allmählig die Einteilung in die Hand und kann dadurch die Auswahl beeinflussen!) Mittags holte …