Sonntag, 21/3 43. 2 Makk 8,7. Das alles trieb er am meisten des Nachts (den Feind schaden). Schrieb an Jünger zum Geburtstag, den Psalm 42, über den Précepteur von Thomas (sehr gut hat mir die Wiederholung der typischen Situation gefallen: Der Schwächling, der den Terror auszuüben verstand, wird ohnmächtig davon getragen; das ist eine symbolkräftige Auflösung der Angstsituation, freilich etwas zu prompt und leicht. Auch die sensuelle Gewichtslosigkeit des Buches stört mich nicht; vielleicht steht er unter einem luftigen Zeichen (Waage?). Es wäre wunderbar, wenn die Franzosen als Moralisten das befreiende Wort für die heutige Situation fänden.) Mein Vater erinnerte sich in der Tischrede, die er an seinem 90. Geburtstag hielt, daran, daß er als Kind einmal den Ausspruch gehört habe: [„]Die Märzfohlen halten sich am besten. Das ist ein biologischer Trost in diesen harten Zeiten des Tieres.“ Um 11 Besuch vom Gefreiten Moser aus Brüssel, Grüße von Rehkopp. Es gibt ein heiliges Land, terra sancta, aber kein heiliges Meer. Das Meer ist weder heilig noch gerecht. Ahlmann zu Mittag: Die Engländer segeln hoch im Wind. Die U-Boote gehören nicht dem Meer an, sondern sind eine Rache des Landes an die See. Der englische Kapitän will im Ruhestand das Meer nicht mehr sehen, er pflegt seinen Rasen und kauft sich mitten im Land ein (ich soll Grewe einmal zitieren). Er meint, Benito Cereno würde Ostern abschrecken. Nachmittags der Geburtstag des Patenkindes von Duschka, Axel Weber. Schreckliches Kollegengespräch mit Weber über Berber (den Grewe einen durch und durch korrupten Menschen nennt) über den schleimigen Huber, den giftigen Heckel, die gute Leipziger Fakultät. Abends erzählte Duschka von dem Brief der serbischen Bäuerin, fremde Vögel sind gekommen und haben unsere Hühner vertrieben, die Schnecken sind davongekrochen usw. Tief gerührt von dieser slawischen Seele, der ich ganz anheimgegeben bin. Traurig und verzweifelt zu Bett.
Sonntag, 21. März 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Sonntag, 21/3 43. 2 Makk 8,7. Das alles trieb er am meisten des Nachts (den Feind schaden). Er überfiel unversehens Städte und Flecke, und steckte sie an, und nahm ein die bequemsten Orte, und tat den Feinden großen Schaden. Am meisten aber trieb er das bei Nacht, daß man …
Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen
Genannte Entitäten
Personen
- Alfons Rehkopp
- Duška Schmitt (1903-3.12.1950)
- Ernst Jünger (29.3.1895-17.2.1998)
- Ernst Rudolf Huber (8.6.1903-28.10.1990)
- Friedrich Berber (27.11.1898-23.10.1984)
- Henri Thomas (1912-1993)
- Johann Schmitt (1853-1945)
- Johannes Heckel (24.11.1889-15.12.1963)
- Moser
- N. N.
- Werner Weber (31.8.1904-29.11.1976)
- Wilhelm Ahlmann (17.4.1895-7.12.1944)
- Wilhelm Grewe (16.10.1911-11.1.2000)