Dienstag, 30/3 43. 4. Luk. 35 („Verstumme“, sagt Jesus dem bösen Geist). Bezog es auf mich. Gut ausgeschlafen, das Behagen, an der Bahre der Mutter, sie sieht sehr schön aus, das herrliche Gesicht, mit der sicheren Nase. Hatte den Drang, ihr etwas in den Sarg zu legen, einen Zettel mit der Aufschrift: mon fils tâchez d'être usw. Mit dem Vater gesprochen, es regnete, sodaß ich keinen Spaziergang machte. Was bedeutet der Tod der Mutter? Das Ende der Geborgenheit? Die eigene Geburt? Das alles während eines Erdbebens und der Leichenfledderei und Kadaver-Verwertung. Orgie einer Gangsterbande. Angst vor der Habgier Ännchens. Wartete auf Jup. Emmi Achterrath war vor einiger Zeit da, einen Augenblick wieder dies kindische Bedürfnis, aber schnell erholt: Verstumme. Jup kam um 5 mit Claire, er hatte große Angst, wegen etwas, was er heute Morgen im Sender gehört hatte. (40 Beamte Art bewirtschaften[)]. Mit Jup eine Flasche Cognac. Traum morgens: Anima spielte Klavier in dem Zimmer, in dem die Leiche der Mutter liegt, ich bin empört, sie sagt das ist doch nur eine Puppe (Wachspuppe); ich ohrfeige sie. Abends mit Jup Skat, über die Mutter, ihre Einsamkeit. Des Nachts lauerte der sauerländische Wind. „Der Wind der Förster der Erde.“ Allein dies war der 30.3.
Dienstag, 30. März 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Dienstag, 30/3 43. 4. Luk. 35 (Verstumme, sagt Jesus dem bösen Geist Und Jesus bedräute ihn und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie, und fuhr von ihm aus, und tat ihm keinen Schaden.). Bezog es auf mich. …