Freitag, 2. April 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Nachts Herzbeschwerden, um 7 auf, Traum von Oppen (ist mit jungen Leuten eingeladen, wir suchen noch einige Flaschen Wein zusammen, im Keller noch schöner Kuchen, tut mir leid, ihn zu geben, der schöne Kuchen). 7.49 von Plettenberg abgereist, von Claire und Ännchen begleitet. Mit einigen landwirtschaftlichen Lehrern im Zug bis Hagen, einsam; der gute alte Redlich kam in mein Gedächtnis zurück, wie rührend sagte er mir: Gott schütze Sie. Weder vor diesen Sakramentalen und noch vor (den) Samaritern, wohl aber vor diesem alten Juden schäme ich mich; wie schön: wir erleben den Bankrott der idées générales⁠ (das hast du vor diese Säue geworfen); wie lustig sein ignorabimus; wie richtig sein Ansatz local government; wie weise sein „unter uns staatsrechtlichen Auguren“. Wie schmutzig auch die Juden sind, noch schmutziger ist der Judenfeind. 1 Kö 13,15: Er spricht zu ihm: Komm mit mir heim und iß Brot; (kurz nachher: du sollst nicht wieder gehen den Weg den du gegangen bist).⁠ Auf der Reise von Plettenberg nach Berlin: Erschrak vor den unhöflichen, neidischen Mitreisenden; im anderen Abteil viele sympathische Mitmenschen, die nette alte Psychologin, von Herrn Lersch, der Chemiker Claus Böhme; Pantrofil; Reinsalzflasche; Richard Kuhn; die Arbeitspsychologin aus Beuthen gab mir Lersch (Schülerin Poppelreuters). Duschka schlief in ihrem Abteil. Erfuhr etwas über die chemischen Mittel zur Zerstörung der Reblaus, schauerlich; will alle Farben für Lebensmittel verbieten. Jetzt sind wir um ein gutes Herz ärmer, sagte Duschka von der armen Oma. Trank Abends eine Flasche Mosel (aber zu viel Chemie!); typisch. Mit dem Programm, um die Reblaus zu töten, tötet man den Wein; den Juden zu vernichten, vernichtet man das deutsche Volk; ungeheuerliches Symbol! Der Geist verbindet, das Bewußtsein trennt (Hartmann, Spranger) ha, ha. ½ 11 müde und traurig zu Bett. Frau Schmitz in Breslau ist krank, Nerven und Seele zusammengebrochen.

    Freitag, 2/4 43. Nachts Herzbeschwerden, um 7 auf, Traum von Oppen (ist mit jungen Leuten eingeladen, wir suchen noch einige Flaschen Wein zusammen, im Keller noch schöner Kuchen, tut mir leid, ihn zu geben, der schöne Kuchen). 7.49 von Plettenberg abgereist, von Claire und Ännchen begleitet. Mit einigen landwirtschaftlichen …

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