Montag, 5/4 43. Jes. 3,6 (Dann wird einer seinen Bruder aus seines Vaters Haus ergreifen: Du hast Kleider, sei unser Fürst, hilf du diesem Einsturz.) Diese Stelle schlage ich jetzt zum 3. Mal auf (27/9 39, 1/4 43). Anruf vom Institut, daß ich der Bücherei Lamaire zurückgebe. Stand auf, badete ganz kalt und ging zum Institut. Unterwegs in der Bahn 2 Verleger, die davon sprachen, daß Vorwerk in Basel ist. Ich hörte nicht weiter hin. Am Institut bis 3 Uhr gearbeitet, über Monroe-Doktrin, langes Gespräch mit Mosler über Großraum, Intervention, das römische Recht, hörte, daß die Völkerrechtsausschuss-Sitzung also doch am 26/27 März stattgefunden hat und ich nicht eingeladen war, blieb aber ziemlich ruhig. Es wird nicht viel gewesen sein. Die Arbeit tat mir gut; bin ich schon abhängig von den Theologen? Traurig mit der U-Bahn nachhause. Herrliches Wetter. Gegessen, geschlafen, bis 8 Uhr; über Ensor gelesen, von Fraenger, das deprimiert mich noch mehr. Was bin ich überhaupt? Wirklich: Nihilismus, das heißt, vor dem Nichts und aus dem Nichts. Zum Abendessen eine Flasche Bordeaux, nachher ein Spaziergang mit Duschka, schöner, klarer Sternenhimmel. In Erwartung eines Luftangriffs. Ensor vom Meer bestimmt. Aber ich finde ihn zu nervös; Fraenger deutet ihn ganz psychologisch-subjektivistisch vom Menschen: Masse, Maske; Raum. Abends noch spazieren gegangen, wollte den Orion sehen und die Plejaden, waren aber schon untergegangen. Müde, traurig zu Bett, um ½ 12. Duschka fand Ensor zu viel Literatur, mit Recht.
Montag, 5. April 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Montag, 5/4 43. Jes. 3,6 (Dann wird einer seinen Bruder aus seines Vaters Haus ergreifen: Du hast Kleider, sei unser Fürst, hilf du diesem Einsturz.) Diese Stelle schlage ich jetzt zum 3. Mal auf (27/9 39, 1/4 43). Anruf vom Institut, daß ich der Bücherei Lamaire zurückgebe. …