Sonntag, 11. April 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Schlug 2 Mos über den Bau der Stiftshütte auf. War völlig Z, wie in den schlimmsten Stunden der Jahre 15/17. Gott hat uns in die Hände der Mörder gegeben. Schlief aber gut aus, trank Kaffee und war eine Stunde am Schreibtisch beschäftigt. Um 11 kam Werner Weber und verabschiedete sich, erzählte von Neuss und dem Prozeß, der zu der Rede vom 26/4 42 geführt hat (Körperverletzung),⁠ daß 50 Anwälte in Leipzig eingezogen sind. Wir tranken ein Glas Wermut. Um ½ 1 kam Pfeiffer, der bei uns zu Mittag aß. Nachher über Bilfinger, Völkerrecht, usw. unterhalten. Begleitete ihn zur U-Bahn, er ist ein besonderer Mann. Einsam zurück. Todmüde und erschöpft eine Stunde ausgeruht, als ob ich den ganzen Tag gearbeitet hätte. Um ½ 6 aufgestanden, mit Anima und Duschka herumgeplaudert, nichts getan, Wagner und Beck angerufen. Um 7 kam Klicković, kleinen Spaziergang mit ihm, dann eine Flasche schlechten Moselwein zum Abendessen. Nachher kamen Frau Hahm und Frau Hoffmann. Letztere, die mir früher so gut gefallen hatte, fand ich sentimental, romantisch, kitschig, sie kam wegen ihres jüdischen Mannes und Duschka war gleich hilfsbereit. Mir ekelte. Anima führte mit Klicković den „Zauberlehrling“ auf, mit großer Begeisterung. Da liegt offenbar ihr Interesse und ihre Begabung, traurig darüber. Voller düsterer Depressionen einsam zu Bett. Besah Bosch und fand einen sonderbaren Trost darin. In Erwartung der Zwangseinquartierungen.

    Sonntag, 11/4 43. Schlug 2 Mos über den Bau der Stiftshütte auf. War völlig Z, wie in den schlimmsten Stunden der Jahre 15/17. Gott hat uns in die Hände der Mörder gegeben. Schlief aber gut aus, trank Kaffee und war eine Stunde am Schreibtisch beschäftigt. Um 11 kam Werner …

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