Sonntag, 18/4 43. 1 Macc. 12,43 (Jonathan läßt sich betrügen und ließ sein Volk heimgehen). Der Sliwowitz hat mir gut getan, einen Augenblick frisch und mutig, Hella schickt mir zu Ostern das Buch über Philip II von Reinhold Schneider. War doch etwas gerührt. Sonderbare Bindung an diese Betrügerin. Mitleid mit meiner eigenen Lächerlichkeit. Mit Frau Jünger beim Frühstück geplaudert, Carl Alexander spielte mit dem Bogen, Anima ist in der Kirche, ich hatte Herzbeschwerden und wurde erdrückt von der Gemeinheit des Lebens. Der Makler kam zu Frau Jünger wegen des Hauses in Döbbern. Wir aßen schön zu Mittag, nachher schlief ich fest bis 4 Uhr; schöner Kaffee und Kuchen. Mit den beiden Kindern durch den Park spazieren, in einem kleinen Blockhaus gespielt, Erstürmung und Verteidigung, sehe wie alt ich bin und keines Widerstands mehr fähig. Dann zu Hause auf Duschka gewartet, große Angst um sie, sie war bei Vater Johann. Ahlmann rief an, aber ich war durch meine Sorge um Duschka abgelenkt. Endlich kam sie um 8 Uhr, schön in der Küche zu Abend gegessen, die schöne Salamiwurst aus Rumänien, Sliwowitz dazu getrunken, nachher ich noch eine Flasche herrlichen Bordeaux, der sehr teuer und sehr gut war. Frau Jünger spricht nur von ihrem Hauskauf, sie hat mit Spengler nach Hamburg telefoniert. Ich fühlte mich beiseite und abwesend, in einer lächerlichen
Rolle. Las im Bett noch etwas, Wirsing und Reinhold Schneider über Philip II, beides nichts. Dieser Schneider besonders scheußlich mit seiner Pseudodramatik, Pseudolyrik, Pseudopsyche.