Montag, 19/4 43. Weish. 15.4 (Der Maler unnütze Arbeit). Im Bett noch Schneider über Philip II gelesen. Ergriffen von dem Tod dieses Mannes; schönes Frühlingswetter; traurig gefrühstückt, beim Friseur angemeldet. Völlige Leere und Z. Oft Sorge wegen der morgigen Besprechung mit Six. Gemütlich zum Hotel Bristol, Haare schneiden bei dem guten Bühler, gleich wieder zurück, mit der Frankfurter Zeitung und meinem Manuskript über den Nomos. Es ist lächerlich. Die völlige αβουλία. Nach dem Essen wieder geschlafen, erschöpft, dann mit den Kindern in den Park, trojanischen Krieg gespielt, Anima ermahnt, durch die Nase zu atmen, zum Abendessen eine Flasche Bier, auf Frau Jünger gewartet und neugierig, was es wird. Der kleine Carl Alexander sagte heute morgen beim Frühstück, lieb und ruhig: Ich habe geträumt, daß es nichts wird mit dem Kauf des Hauses, und war darüber im Traum sehr wütend. Todmüde nach dem Abendessen auf der Ottomane gelegen, in Erwartung eines Fliegerangriffs. Um 11 kam Frau Jünger zurück. Erzählte von der lächerlichen Gesellschaft in Döbbern , dem Notar als Schwerenöter und Kunstverehrer (Sektkelche geleert, Jünger von Jünger usw.). Sie erzählte nur von sich. Ich ging um 12 zu Bett. Traurig. Gehöre nicht dazu. Aber daß dieses deutsche Bürgertum zum Tode verurteilt ist, kann ich mir gar nicht mehr anders denken. Habe ich es nicht schon 1912 gewußt? Wie lange dauert das? Langmut Gottes vor allem mit mir. Las über Saint-Simon, das neue Christentum. Traurig über den Egoismus von Frau Jünger; Gefühl, daß alles abgekartet und gestellt ist.
Montag, 19. April 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Montag, 19/4 43. Weish. 15.4 (Der Maler unnütze Arbeit Denn uns verführen nicht so der Menschen böse Fündlein, noch der Maler unnütze Arbeit, nämlich ein bunt Bild mit mancherlei Farbe.). Im Bett noch Schneider über Philip II gelesen. Ergriffen von dem Tod dieses Mannes; schönes Frühlingswetter; traurig …