Ostersonntag, 25/4 43. 2 Kö 4,16 (In einem Jahr sollst du ein Kind herzen). Um ½ 7 aufgestanden, mit Anima zur Kirche, ärgerte mich über ihre schlechte Haltung, den vorgestreckten Kopf, die dicke Nase, ihre Unfähigkeit, richtig zu atmen. Sehr traurig. Müde etwas am Schreibtisch geschrieben. Was soll das alles. Die anderen triumphieren ja doch, die Neutralen, Bruns und Emge, die Dilettanten und Zauderer oder die nationalliberalen Dummköpfe. Wir warteten auf Duschka, die in der Kirche war und erst mittags kam, frühstückten schön, ich schrieb dann einige Zeilen über Landnahme. Mittags kam Haugg vom Kirchenministerium und Goruneanu; sehr nette Unterhaltung über Musik, über Gesetze (erzählte Haugg die Sache von Hegels Gesetzestheorie[)], Duschka erzählte von ihren Sorgen, ich sprach mit Goruneanu nicht über Benito Cereno. Schönes Mittagessen mit Himbeersaft, war viel schöner als mit Wein. Goruneanu brachte ein Pfund Kaffee, was uns alle tief rührte.
Ich machte einen Spaziergang mit ihm (wie wäre die Freiheit am besten gewährleistet, in einem Einheitsreich oder in mehreren Großräumen). Er ist gescheit, hat eine Zigeunerin zur Amme. Hielt offenbar den Amerikanismus für unwiderstehlich und unschicksalhaft. Wir tranken herrlichen Kaffee. Erklärte Goruneanu Beethoven als humanitäre Freimaurer-Musik, er hörte aufmerksam zu und ich fand ihn wunderbar. Begleitete die beiden zur U-Bahn Thielplatz, arbeitete noch etwas, aber langsam, abends schönes Abendessen. Hätte beinahe den serbischen Wein getrunken, aber ich tat es doch nicht. Nett mit Anima und Duschka unterhalten, um 10 müde ins Bett.