Montag, 26. April 1943

Ostermontag

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . 1 Chron. 28.8: So haltet alle Gebote des Herrn, eures Gottes, auf daß ihr besitzet das gute Land und vererbet auf eure Kinder nach euch ewiglich. Grauenhaft frömmlerisch, ist das alles; unchristlich. Aber wir sind die wahren, modernen Juden, posthumes Judentum, alles posthum. Gut ausgeschlafen und schön gefrühstückt, behaglich mit dem Kaffee von Goruneanu. Es ist doch erstaunlich, daß seit 3 Jahren immer wieder im letzten Augenblick etwas Kaffee kommt. Ordnete meinen Schreibtisch, das machte mir Freude, allmählig wächst auch das Manuskript des Nomos der Erde. Duschka war mit Anima nach Falkensee gereist, zu dem Sklavenschinder, der dort eine arme serbische Bäuerin schikaniert. Sie kamen ½ 3 zurück. Schönes Mittagessen, dann ausgeruht. Um 5 kam Ahlmann sehr pünktlich, aber das Gespräch kam doch nicht recht in Fluß. Er sprach von Freyer, von Friedensmöglichkeiten, Personalwechsel. Um ½ 7 kam Popitz mit Corrie, tat mir leid, daß er Zahler nicht mitgebracht hatte. Er schenkte mir 5 Flaschen Wein (Banbirger und Heppenheimer). Schönes Abendessen, aber ich war doch irgendwie zu abwesend. Streit über Beethoven als Freimaurermusik, Bedeutung von Tonika und Dominante (die schöne Sonate in F moll op. 10,2),⁠ nachher erklärte ich noch Heines Grenadiere. Du armer Dummkopf; am Abend Corrie viele Bücher mitgegeben. Um 1 gingen sie, wir begleiteten Popitz und Corrie nach der Brentanostraße. Todmüde zurück, um 2 Uhr zu Bett. Tieftraurig. Große Liebe zu Popitz und seinen Plänen (Sozialversicherung).⁠

    Ostermontag, 26/4 43. 1 Chron. 28.8: So haltet alle Gebote des Herrn, eures Gottes, auf daß ihr besitzet das gute Land und vererbet auf eure Kinder nach euch ewiglich. Nun vor dem ganzen Israel, der Gemeine des Herrn, und vor den Ohren unsers Gottes: So haltet und sucht alle …

    Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen

    Genannte Entitäten

    Personen

    Orte

    Werke