Mittwoch, 5/5 43. Dan. 12.12 letzte Verse (Wohl dem, der da wartet und erreicht 1135 Tage). Mit Adams telefoniert, das tat mir gut, er will alles für die Spanienreise übernehmen. Nebel rief an, er war beim General Knaus, soll dort vielleicht ankommen, ich soll dort einen Vortrag im engsten Kreise halten. Hebt mich natürlich wieder. Fuhr zur Universität, las noch mein Manuskript, hielt eine sehr gute völkerrechtliche Übung vor 20 Menschen. Nachher mit Wasse, der mir nicht gefiel, aber mein neuer Assistent ist, und mit Maiwald, der sehr nett erzählte. Er hat mit Ziegler gesprochen, wegen der Drucklegung seiner Arbeit. Fuhr nach Hause und ruhte nach dem Essen aus. Hella hatte angerufen. Ich fuhr um 5 zum Bristol, ließ mir die Haare schneiden, traf dort Seldte, im Frisiersalon, der mir auf eine rührende Weise guten Tag sagte; dann traf ich Hella, trank den Kümmel-Wermut im Teeraum des Bristol; trauriges Gespräch, ich wollte höflich sein, es ging einfach nicht, sie erzählte von Posen, von Hansel und (der mir widerlich wird), berühmte pessimistische Politisiererei, ohne jede Verantwortung, ging schließlich um 7 Uhr weg und fuhr nach Hause. Glücklich Anima zu sehen. Bei Duschka waren Serben, denen sie geholfen hat. Tief bedrückt von der Nachricht, daß Dortmund von Flieger angegriffen und beschädigt ist, dachte an die gute Johanna. So wird unsere Jugend zerstört. Auch daraus „treiben uns lächelnd hinaus die Götter.“ Traurig, als ich hörte, daß Gutjahr an Hella geschrieben hat, daß er Hauptmann und Bataillons-Führer geworden ist. Ich gehöre so mehr zu den . Die arme Frau Ott will mich besuchen, wegen ihres Prozesses. Tief deprimiert. Immer an Dortmund gedacht, den schwierigen Terror, die Zerstörung der Justiz. Den heftigen fast bis physischen Weindurst nicht befriedigt. Mit Anima englisch gelesen, Dickens, wie schön; Gespräch mit Winckelmann über Max Weber. Um 10 zu Bett. Noch J. Treibel von Fontane gelesen, mit großem Vergnügen, Angst vor Hella. Nachts Treibel zu Ende gelesen, noch etwas Maiwald-Arbeit über Seebeute.
Mittwoch, 5. Mai 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Mittwoch, 5/5 43. Dan. 12.12 letzte Verse (Wohl dem, der da wartet und erreicht 1135 Tage Wohl dem, der da wartet, und erreicht tausend drei hundert und fünf und dreißig Tage!). Mit Adams telefoniert, das tat mir gut, er will alles für die Spanienreise übernehmen. Nebel rief …
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Genannte Entitäten
Personen
- Alfons Adams (27.10.1899-?)
- Anima Schmitt de Otero (20.8.1931-17.6.1983)
- Benno Ziegler (11.10.1894-1.1.1949)
- Charles Dickens (7.2.1812-8.6.1870)
- Duška Schmitt (1903-3.12.1950)
- Gerhard Nebel (26.9.1903-23.9.1974)
- Günter Wasse
- Hans Schneider (11.12.1912-9.7.2010)
- Hella Ehrik
- Helma Ott
- Herbert Gutjahr (25.10.1911-12.3.1944)
- Johanna
- Johannes Winckelmann (29.3.1900-21.11.1985)
- Max Weber (21.4.1864-14.6.1920)
- Robert Knauß (14.6.1892-14.2.1955)
- Rudolf Smend (15.1.1882-5.7.1975)
- Serge Maiwald (4.8.1916-22.2.1952)
Orte
Werke