Donnerstag, 6/5 43. Est. 1.14 (Die 7 Fürsten, die das Angesicht des Königs sehen). Schlecht geschlafen, Gefühl der Arterienverkalkung im Schädel. Trauriges Bewußtwerden; mit Widerwillen, Ekel, Verwunderung und einer gewissen Angst an die gestrige Begegnung mit Hella gedacht. Wie sonderbar, daß ich einfach weggegangen bin; das mußte also wohl so sein.
Telefonierte mit Oyazabal; für Samstag verabredet; überlegte meine Vorlesung, schrieb an Golombek und fuhr zur Universität. Schöne Vorlesung im überfüllten Hörsaal über Verfassung. Schnell nach Hause mit der S-Bahn, ausgeruht, um 6 kamen Otts zu dritt, arme Leute, falscher Prozeß gegen das Reichsarbeitsministerium, Dummheit des Anwalts Wiedemann (Feststellungsklage!), der Vater daraufhin verhaftet. Aber wie leid tut mir das alles. Trank mit Duschka Tee, freute mich über Anima, die Klavierlehrerin, Gräfin Strüve, ist mit ihr zufrieden, sie ist klug und verständig, erschrak tief vor Mitleid. Dann wieder einen Augenblick gearbeitet. Abends noch mit Anima Dickens gelesen, das war wunderschön. Nach dem Essen an meinem Vortrag für Madrid korrigiert, mit Duschka in einem Zimmer, die Rechnungen ordnete. Um ½ 12 zu Bett; Maiwald-Manuskript gelesen. Hatte Ohrenziehen. Frau von Schnitzler hat angerufen und kommt Sonntag.