Mittwoch, 12/5 43. 1 Mak. Der Hohepriester Simon, und ganz Israel war eitel Freude, jeder hatte seinen Weinberg und lebte in Frieden. Froh, daß ich gestern Abend nichts getrunken hatte, ziemlich frisch, schönes Wetter, um 9 gefrühstückt, noch etwas Kaffee, meinen Vortrag für das OKH vorbereitet, ziemlich zufrieden, meine Übung Völkerrecht gehalten, leider ohne meinen Willen auf das Problem des Nomos gekommen, viel zu gut für diese Übung, welch sonderbare Schwäche und Hilflosigkeit. Frecher Brief von Rabl, der mir Ekel und Angst einjagte (er will ein Dr h. mit Rücksicht auf die angestrengte Kriegslage!). Sprach noch etwas mit Wasse, bin noch mißtrauisch, müde nach Hause und nach dem Essen geschlafen, vor Erschöpfung. Ohrensausen im rechten Ohr. Es ging aber vorbei, als ich aufgestanden war, kam aber am Schreibtisch immer wieder. Was mag das mit der Reise geben. Etwas am Schreibtisch für meinen morgigen Vortrag überlegt. Komme [mir] immer dumm und oberflächlich vor, las den Vortrag von Rotenberg bei der völkerrechtlichen Tagung und sehe, wie ich beiseite stehe. Anima übte sehr schön Gluck, Orpheus, ich war tief gerührt, milde Stimmung, Jugenderinnerungen, klassische deutsche Bildung, in dieser Welt der Bestien und Moloche. Grauenhafte Angst. Heute sind 25 Flaschen Wein von Weber-Schumburg gekommen. Stolzes Besitzgefühl, besonders als ich den Dhroner sah und den Pfälzer (Rheinwein zählt bei mir nicht; Spitzenwein auch, der tägliche Abendtrunk!). Spielte mit Anima im Garten Florett, holten Kličkoviċ ab, lag noch herum, las etwas über Wirtschaftskrieg, im Grunde völlig unvorbereitet, 11 zu Bett. Keinen Wein getrunken.
Mittwoch, 12. Mai 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Mittwoch, 12/5 43. 1 Mak. Der Hohepriester Simon, und ganz Israel war eitel Freude, jeder hatte seinen Weinberg und lebte in Frieden. Simon schaffete auch in den Städten Vorrat von Korn, und rüstete sie aus mit Bollwerken; und war berühmt in aller Welt. Er hielt Frieden im Lande, …