Sonntag, 20. Juni 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Um ½ 9 mit Ohrensausen aufgestanden. Traurig den Aufsatz für die Marine-Rundschau zurecht gemacht, an Wasse telefoniert, wegen des Paketes aus Agram an meinen Assistenten Wasse telefoniert, auf Frau Giese gewartet, etwas zurecht gemacht. Erdrückt von dem Übergewicht Duschkas, einsam wie nur je in meinem Leben, in den traurigsten Zeiten meiner ersten Ehe. Grauenhaft. Trost in einem Vers, einem spanischen Wort, Flucht nach La Coruña. Dabei die übertriebenen Vorbereitungen für die Hochzeit von Klićković, Geld herausgeworfen. Geheimer Trost: Das ist alles schon einmal da gewesen und vorübergegangen. Es geht mir wie dem armen Hahm; aber ich habe ein bißchen mehr Erbmasse, darum dauert es einige Zeit länger. Las inbrünstig Peman, de la Bestia y el Angel, über das Cruz und su exacta nobleza (ohne Krümmungen (sin torceduras!)[)]. Um ½ 3 mit Duschka, Anima, Gilles, Klićković und Frau zur Nachodstraße, Trauzeuge bei der russischen Trauung, die sehr schön war: fast Tränen in den Augen; die gute mütterliche Duschka leitet alles und macht das alles. 3 x um den Altar gegangen, die Krone über dem Kopf von der guten Cica gehalten. Gerührt von den Slawen. Im Übrigen generell passiv. Sah Maiwald, Frau Niederhausen.⁠ Wunderschöner Hochzeitszug mitten in dem fürchterlichen Berlin. Um ½ 5 waren wir wieder zu Hause und tranken Kaffee. Ich ruhte etwas aus. Um 7 aufgestanden, Semjonow kam mit seiner Frau, wir aßen wunderschön zu Abend, Gilles war sehr nett (Zielstrebigkeit führt immer in die Sackgasse; Tiefenperspektive in das Bild hinein). Schönes Abendessen, hielt meine Tischrede (konkrete Ordnungen, die Bibelstelle: sie aßen und tranken und feierten Hochzeiten; und der Maelstrom).⁠ Klićković erwiderte ganz rührend; neben mir saß links Frau Semjonow, fand sie sehr hübsch, aber anstrengend und zu damenhaft anspruchsvoll: Die Gäste blieben bis ½ 12. Moselwein, den Klićković besorgt hatte, schlechter weißer Bordeaux, ich stiftete noch 2 Flaschen Rauenthaler 37. Müde und mit Herzbeschwerden ins Bett. (Europäer: Thomas Mann? André Gide? Ortega y Gasset.[)] Nachts Alarm; stand nicht auf.

    Sonntag, 20/6 43. Um ½ 9 mit Ohrensausen aufgestanden. Traurig den Aufsatz für die Marine-Rundschau zurecht gemacht, an Wasse telefoniert, wegen des Paketes aus Agram an meinen Assistenten Wasse telefoniert, auf Frau Giese gewartet, etwas zurecht gemacht. Erdrückt von dem Übergewicht Duschkas, einsam wie nur je in meinem …

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