Montag, 12/7 43. Um 7 wach, wegen des Examens aufgestanden, gefrühstückt, die Depressionen einer solchen Stunde; entsetzliches Mitleid, krank von Mitleid; bedrückt. Referendarexamen mit Spanaus, Kohlrausch, langweilig. Dachte mit Ekel an Frank, Noack, was euch nicht angehört, müßt ihr meiden. Hüte dich auch vor Bäumler, arme Mücke. Immer noch Ohrenzirpen; Wut über die lächerliche Tatbestandssubtilität der Strafrechtler, welch traurige Wissenschaft! Dich in der Zeit vertan! Verzweiflung dieses Lebens. Trost der guten, klugen und festen Duschka. Süße Gewohnheit des Lebens? Oh Gott. Hier enthüllen sich die Frankfurter. Trauriges Gefühl des Zaungastes. Wer wußte je das Leben recht zu fassen? Wut über die Professoren, die nicht aufhören können im Examen und die vom Präsidenten bestimmte Zeit überschreiten; Hedemann und Kohlrausch; oder wie Höhn beim Testen die ganze Seite beschmieren; armes Carlchen; beiseite gedrückt und wehrlos, mit deinem Sinn für Maß unter diesen Expansionisten und Privatimperialisten. Gut, daß ich . Aber die Wut und die Angst vergingen, nett mit Kohlrausch über Bruns (von der Bruns-Folge gestöhnt) und meint, Bruns sei geistesgestört. Um 1 schon wieder zu Hause. Gut ausgeruht, um 6 zur Regerstraße, Paracelsus gelesen, ist auch nur ein Angeber. Bei Frau Frank, die mir den ganzen Dreck erzählte, Angst vor diesem ganzen , Huber, Noack usw. Wir gingen dann zu mir, Duschka war sehr lieb, aßen schön zu Abend, tranken ein Glas Wein, nachher kam noch Werner Heldt. Um 10 begleitete ich Frau Frank in die Regerstraße. Um ½ 1 auf Autobus M vergebens gewartet, zu Fuß durch die Warnemünder Straße,
Cecilienallee, Thielallee zurück, todmüde und verschwitzt um ½ 2 zu Hause. Duschka war noch auf.