Dienstag, 13. Juli 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Todmüde und Fußschmerzen, aber die Wanderung hat mir gut getan. Gefühl des Untergangs, Nachricht von Jup, die arme Anima möchte nach Plettenberg fahren, Brief von Frau Jünger, innerlich müde zur Vorlesung gefahren, die Schriftsätze in der Ehescheidungssache⁠ mit Ekel gelesen; armer Lügner und Psychopath; der regiert uns also. Angenehm müde (von der anstrengenden Wanderung durch Berlin) zur Universität, meine Vorlesung ganz nett gehalten (Institutionalisierung des Führeramtes), nachher mit Rugina, dem netten Moldauer, gesprochen und mit der U-Bahn nach Hause. Wieder geschlafen, aber doch nicht frisch. Nasses Wetter. Ein paar Notizen über occupatio bellica Appel kam zum Französischunterricht, Bier getrunken zum Essen und früh zu Bett. Mit großem Erschüttern wieder Loewith über Bruno Bauer und Stirner. Deprimiert von der Lektüre der Schriftsätze. Staat zieht am 7/6 43 die Annahme zurück „mein Vertrauen zur Gerechtigkeit des Führers“ und behält sich das Recht auf Scheidung vor!! Sonderbare Rechtslage. Identifizierungen: die Frau 5 Jahre älter! Diese Art von Symbolbrief, vermischt mit Brutalität. Ich sei glücklich gewesen, weil meine Brutalität nicht so groß und mein äußerer Erfolg nicht so bestechend war. Das Ganze geht mich an wie ein Schauspiel vergangener Zeiten.⁠

    Dienstag, 13/7 43. Todmüde und Fußschmerzen, aber die Wanderung hat mir gut getan. Gefühl des Untergangs, Nachricht von Jup, die arme Anima möchte nach Plettenberg fahren, Brief von Frau Jünger, innerlich müde zur Vorlesung gefahren, die Schriftsätze in der Ehescheidungssache mit Ekel gelesen; armer Lügner und Psychopath; …

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