Donnerstag, 22. Juli 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Gut geschlafen, aber immer Ziehen im Ohr, hört das nicht auf? Schrecklich. Leises Ziehen durch mein Gehör, scheußlich. Brief von Jünger, der mich interessierte,⁠ bereitete mich auf meine Vorlesung ein bißchen vor, das machte mir sogar Freude, sonst weiß ich nicht, was ich tun soll. Das hielt mich etwas aufrecht. Hatte mein Manuskript vergessen und mußte vom Bahnhof noch einmal nach Hause rennen, das Schwitzen tat mir aber gut, Sehnsucht nach den Wanderungen im Sauerland. Examen mit dem Japaner Imani, gab ihm befriedigend (Md), dann meine Vorlesung gut erledigt, nachher mit einem Frankfurter namens Altmann, hatte meinen römischen Katholizismus gelesen, klug und interessant, hatte aber den Namen Ernst Jünger noch nicht gehört. Begleitete mich zur S- Bahn. Zu Hause die vielen Kinder am Tisch, ausgeruht, um 4 schon wieder auf, etwas notiert, zu Wagner, holte mir meine 6 Flaschen Wein, er ging dann mit, schlecht gelaunt und nazihaft, holt sich den Carr bei mir, auch Max Stirner und das Heft der berberischen Zeitschrift;⁠ tranken eine Flasche  Zeltinger Stephanshof, aßen schönen Pfannkuchen dazu, begleitete ihn zum Autobus, nachher nichts mehr getrunken, müde den Abend abgewartet, beeindruckt von seiner Rede (sehe schon die Welt unter der Führung der Kirchen), um 10 rief Ahlmann noch an, über Freyer (Schluß des Buches: Europas Ehre).⁠ Der Bastard; welcher Haß! Zu laut und unangenehm, will ihm das Manuskript Sonntag bringen. Die Fascisten-Funktionäre fliehen von Sizilien, überlassen das Land der Geistlichkeit!

    Donnerstag, 22/7 43. Gut geschlafen, aber immer Ziehen im Ohr, hört das nicht auf? Schrecklich. Leises Ziehen durch mein Gehör, scheußlich. Brief von Jünger, der mich interessierte, bereitete mich auf meine Vorlesung ein bißchen vor, das machte mir sogar Freude, sonst weiß ich nicht, was ich tun soll. …

    Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen

    Genannte Entitäten

    Personen

    Werke