Freitag, 23/7 43. Ziemlich früh aufgestanden, schöner Vormittag, am Schreibtisch, Brief von Jup, mutlos, Angst vor jeder Reise und doch Drang nach dem Sauerland, Angst vor der Reise nach München, weil ich keine Kleider habe. Rührend wie Anima in der Mansarde ein spanisches Zimmer eingerichtet hat, mit gutem Geschmack, dazu sang sie ein Lied, ergriffen von der Naivität und der Begabung dieses Kindes; das alles auf einem Piratenschiff. Las Freyers Manuskript Über Weltgeschichte, Prophetismus in Griechenland; ach diese armen Deutschen. Las den ganzen Tag die Weltgeschichte Freyers. Vieles ist sehr schön, daß er ein lucidatus wäre, aber mir tut es weh: nichts verdankt er mir. Kluger Epigone Hegels und Diltheys, mein tiefster Impuls sieht sich verraten; peinlich, wenn er aufs Christentum kommt, hier wird er zwischen den orthodoxen Theologen und den rechten Christen völlig zerrieben. Den ganzen Tag so zu Hause gelegen, erkältet, im linken Ohr, abends eine Flasche Rotwein mit Duschka, Claire und Tante Luise; die Kinder singen entzückend; Anima spielte „spanische Kemenate mit bengamalischer Beleuchtung“, rührend diese Wiederholung meiner eigenen Liebe zum Kitsch. Um 10 zu Bett und schlecht geschlafen, weil ich zu wenig Bewegung hatte.
Freitag, 23. Juli 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Freitag, 23/7 43. Ziemlich früh aufgestanden, schöner Vormittag, am Schreibtisch, Brief von Jup, mutlos, Angst vor jeder Reise und doch Drang nach dem Sauerland, Angst vor der Reise nach München, weil ich keine Kleider habe. Rührend wie Anima in der Mansarde ein spanisches Zimmer eingerichtet hat, mit gutem …