Mittwoch, 28/7 43. Den 50. Geburtstag von Jup. Keine Nachricht von ihm. Morgens herumgelegen, müde, krank, energielos, verzweifelt, dazwischen wieder Vorlesung vorbereitet, deprimiert, plötzlich einige Gedichte von Blaga, die mir große Freude machten. Freude an der Freundschaft mit Goruneanu. Die Kinder bereiten eine Theateraufführung vor. Las Bruno Bauer: Rußland und das Germanentum, er ist der Isolierte; etwas mit ihm identifiziert, aber nicht viel: Liebe zu den Rumänen. Ähnlichkeit mit Bojić. La Coruña und Carol, armes Mückchen. Genieße das Galgenfristen; carpe horam (diem, oh, schon viel zu viel); welch eine unwürdige Sklaverei und dabei ist es doch die Wirklichkeit deiner menschlichen Existenz. Nicht als Sklave brachte uns ein Schicksal her... oh armer Knabe. In ex. pertatis jud. Las über Rumänien; wie romantisch. Dachte an all diese Menschen, die morgen abend kommen; welch ein Zustand. Judica et discerne, unendlich, was Bruno Bauer war, ein Christ im Sinne der Isoliertheit. Dabei bereitete ich mit sonderbarem Eifer meine letzte Vorlesung für morgen vor. Vormittags um 11 Alarm. Nachmittags Kaffee, zur Feier von Jups Geburtstag, Frau Hahm kam und schimpfte über die Terrorangriffe der Engländer. Frau Niermann erzählte von der Korrespondenz ihres Mannes mit Rosskopf über Konrad Weiß. Trank zwei Flaschen Wein, ging müde zu Bett und las noch Gedichte von Blaga.
Mittwoch, 28. Juli 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Mittwoch, 28/7 43. Den 50. Geburtstag von Jup. Keine Nachricht von ihm. Morgens herumgelegen, müde, krank, energielos, verzweifelt, dazwischen wieder Vorlesung vorbereitet, deprimiert, plötzlich einige Gedichte von Blaga, die mir große Freude machten. Freude an der Freundschaft mit Goruneanu. Die Kinder bereiten eine Theateraufführung vor. Las …