Dienstag, 27/7 43. In der Zeitung die Nachricht zum Rücktritt Mussolinis, der Aufruf des Königs und Badoglios. Ich war in Deutschland der erste, der Mussolini begrüßt hat, und eine Theorie daraus machte. Jetzt ist das also aus. Überlegte, ob ich heute oder erst Donnerstag aufhören sollte. Optimismus schon wieder vergangen. Die dreisten Bockelsöhne, erfanden andere Töne. Hielt meine Vorlesung, leidlich, erleichtert nach Hause, Fleißprüfung eines netten Fräulein Schönberg. Zu Hause große Hitze, ausgeruht, um 4 aufgestanden, Weber kam, sprach von Leipzig, Michaelis, der nach Berlin kommt, (Neffe des Kanzlers, Freund Berbers, Wieackers Nervosität und Hysterie, alles sehr deprimierend, Tagung in München, zu der ich nicht eingeladen bin, Papierbewilligung für juristische Bücher aufgrund der Gutachten von Höhn, Ritterbusch, Dahm! Über den selbstgefälligen Huber und seine ehrgeizige Frau usw.[)]. Es ist zum Sterben. Wir tranken Kaffee,
dann eine Flasche Enkircher Steffensberg, allmählig habe ich keinen Wein mehr. Begleitete Weber zum Bahnhof Lichterfelde West. Duschka ist krank und im Bett. Frau Niermann rief an und will morgen kommen. Nach dem Abendessen kam Claus Valentiner. Erzählte von Aix, Jüngers großer Ruhe, Teilung des Zusammenhangs von Schutz und Gehorsam, über Nebel, der in Rom ist, französische Literaten, wir tranken eine Flasche sauren Zeltinger, bis ¼ 11. Müde und verzweifelt, ohne Schlaf, auf den Alarm gewartet, der aber nicht kam. Blötz hat angerufen und von Hamburg erzählt; Gruß aus Sodom und Gomorrha.