Montag, 2. August 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Vorbereitungen für die Abreise, während ich zu Hause bleibe. Die Köchin hat große Angst. Was soll ich machen. Dachte daran, Fräulein Suhr abzuholen. Dummer Kerl. Ich tue nichts, ich rolle meine kümmerlichen Tränen und feile an den Sätzen des Nomos der Erde. Bist du nicht endlich reif, armes Mückchen. Hörte durch Rörig, daß im Corriere della sera steht: Rückkehr zum senso giuridico, Respekt vor dem Menschenleben und der Person, zur Verfassungsübungen;⁠ jetzt hat also Frank wieder keinen Triumph, Tradition, der Schwindel wird immer größer. Telefongespräch mit Rörig, der vom Corriere della sera erzählte. Niemand rief bei mir an. Telefonierte Nachmittags mit Grewe, erzählte ihm von Madrid, amerikanische Literatur, seine Eltern in Hamburg sind gerettet, sein Buch ist bald fertig; widerlich selbstsüchtiger, armseliger Typ, ich bin doch ein armer Mensch, daß ich solche Menschen nicht ignorieren kann. Letzter Abend mit Duschka und Claire und den Kindern. Soll man das furchtbare Fräulein Samić holen (die serbische Brünhilde?), Duschka tat es nicht; sie weiß wohl, warum (meine Verfallenheit an diese grobe Art kennt sie wohl); dann bei Goruneanu, wegen des Autos, der aber verhindert ist und erst Donnerstag kommen kann; schließlich Frau Hahm und Leistikows, noch in der Dämmerung gesessen, während Claire und Duschka einpackten, Portwein getrunken, gab ihm mein „Land und Meer“, lieber sympathischer Mann. Alles empört über den Aufruf an die Berliner, der gestern Abend verteilt wurde; alles in Untergangsstimmung.⁠

    Montag, 2/8 43. Vorbereitungen für die Abreise, während ich zu Hause bleibe. Die Köchin hat große Angst. Was soll ich machen. Dachte daran, Fräulein Suhr abzuholen. Dummer Kerl. Ich tue nichts, ich rolle meine kümmerlichen Tränen und feile an den Sätzen des Nomos der Erde. Bist …

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