Samstag, 21/8 43. Bis 10 im Bett, nicht gut geschlafen, aber wenigstens ausgeruht. Immer die Angst vor der Erniedrigung in Berlin. Traum: Großer Rechtsanwalt in Charlottenburg, der Professor Eulenburg dabei; suchte den Weg nach dem Kammergericht. Traurig angezogen. Zerschmettert. Das kümmerliche Frühstück, zur Kirche, eine Stunde dort gesessen, zum Museumsdorf, aber verlaufen, wartete eine halbe Stunde vor der Schule von Anima, sie war aber schon zu Hause. Begrüße sie dort bei Wesselings einen Augenblick und war glücklich, sie zu sehen. Der einzige Inhalt, dabei die Zeit versäumt, weiß nicht, ob ich morgen früh oder Mittag fahren soll. Ging in der Hitze zum Deutschen Haus zurück, aß bescheiden zu Mittag (Kartoffeln und Rüben) und ging wieder zu Bett. Kein Wein. Furchtbare Hitze. Scheußliches Ohrenzirpen. Um 4 wollen Anima und Wesseling mich abholen, mit dem Ponychen. Sie kamen etwas nach 4, Herr Wesseling fuhr, Gottfried war dabei, wir fuhren mit dem entzückenden Pferdchen (vom Herzog von Croÿ aus Dülmen) in den Wald, zur Hütte, tranken dort Johannisbeer-Most und aßen Geburtstagskuchen, Anima suchte Brombeeren, machte einen auf den entzückenden ; Herr Wesseling zeigte uns die Schlinge für Krammets-Vögel. Um 7 fuhren wir zurück. Ich war glücklich, daß Anima so schön untergebracht ist. Aß im Deutschen Haus zu Abend, ein Spiegelei, dann wieder zu Wesselings und mit Anima zur Mühle, die gute Tante Mia, bekam von ihrem Bruder 2 Enten, 50 Eier, gab ihr 50 Mark. Tief gerührt, Anima spielte noch mit dem Füllen. Um 10 waren wir wieder [in] der Gesellschaft, verabschiedete mich, gab Herrn [Wesseling] 400 Mark (er wollte sie nicht nehmen, wollte mir versprechen, selbst das Geld auszulegen usw. Hinterher etwas das Gefühl, wie der alte Wülfing? Angst; erzählte von seiner Steuergeschichte). Ich ging nach Hause, ziemlich erholt von dem schönen Ausflug, trank noch ein Glas Bier und ging zu Bett. Merkwürdig getröstet, erinnerte mich des Schicksals der Juden, dachte an die Psalmen, wie viele Juden werden das gebetet haben. Wieder rein.
Samstag, 21. August 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Samstag, 21/8 43. Bis 10 im Bett, nicht gut geschlafen, aber wenigstens ausgeruht. Immer die Angst vor der Erniedrigung in Berlin. Traum: Großer Rechtsanwalt in Charlottenburg, der Professor Eulenburg dabei; suchte den Weg nach dem Kammergericht. Traurig angezogen. Zerschmettert. Das kümmerliche Frühstück, zur Kirche, eine Stunde dort gesessen, …