Montag 20/9 43. Nicht ausgeschlafen, um 8 auf, mit Popitz gefrühstückt, dann telefoniert, zur Bank, 1000 Mark abgehoben, zum Bristol Haareschneiden, Brinkmann gesehen (ich bin fromm, sagte er, als ich sagte, es bleibt einem nichts anderes übrig). Etwas enttäuscht von ihm. Wartete auf Fräulein Samić, Novákov kam erst nach 12, war rührend, erzählte von den Spielregeln der Serben. Es regnete in Strömen. Zu Pfeiffer, Entschädigungsantrag (200.000 Mark und 200 Flaschen), Ambour war auch da. Um ½ 2 holte mich Hodler im Wagen ab, wir fuhren zu Popitz, aßen Reh zu Mittag. Dann
die Koffer als Passagiergut zurecht gemacht und durch Hodler besorgt. Das ist eine unglaubliche Hilfe. Als er vom Bahnhof Steglitz zurückkam, fuhren wir zu Frau Hahm und tranken Kaffee. Hodler fuhr in die Oper (Traviata), Frau Hahm erzählte (ihre Tochter wird zum 3. Mal heiraten). Wir gingen noch bis zum Alten Krug, der abgeschlossen war, ich suchte die Schlüssel meines Schreibtisches, es paßte aber keiner. Dann zu Popitz zurück, zu Abend gegessen, vorher schönes Gespräch mit Corrie über Hans, über Sanssouci, ein liebes, rührendes Kind. Um 8 kamen Blötz und Weber-Schumburg und holten mich ab, Popitz unterhielt sich nett mit ihnen (der entzückende Blötz erzählte von der Unterbringung des Justizministeriums bei Torgau), tranken einen Cognac, dann fuhr uns Ackermann zum Bahnhof Zoo, alles klappte großartig, auf dem Bahnhof warteten wir auf den Zug, tranken meinen Wacholder, zeigte Blötz den Brief von Jünger, über Benito Cereno (er meinte, sofort vernichten), Weber erzählte von Streint. (Ein jüdischer Rabbiner hat ihn studieren lassen.) Dumm. Dann im Schlafwagen (den ich durch Haenl noch bekommen habe), mit einem rührenden Rittmeister Geinsmer. In Hamm war Entwarnung, bequeme Fahrt.