Mittwoch, 24. November 1943

Ein Eintrag an diesem Tag

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Sehr schlecht geschlafen, der Laden klopfte des Nachts an die Wand, Traum von Attendorn,⁠ komme zur Praxis im Konvikt und sage[:] Melde mich gehorsamst zur Stelle, fühle mich aber ziemlich sicher und überlegen; erst um ½ 11 aufgestanden, ganz unschlüssig, wollte bei Scharpenack⁠ telefonieren, bekam aber keine Verbindung mit Berlin (nur Wehrmacht oder Kennummer), am Bahnhof⁠ hörte ich, daß die Züge nach Berlin fahren, aber umgeleitet werden, zum Grab der Mutter,⁠ bei Ostermann ein Glas Bier, zu Hause zu Mittag. Glücklich, wenn ich durch Wälder ziehe, wie Merlin,⁠⁠ aber wohl rasiert und gut gepflegt. Haß gegen den Begriff der Kultur. Sah zufällig in der Westfälischen Landeszeitung⁠ einen Aufsatz,⁠ der mich zitierte, Begriff des Politischen.⁠ Das sind also die Auswirkungen meiner Geistesprodukte, armer Kerl. Nachmittags ging ich mit Duschka⁠ einkaufen, zum Schneider (der eine Flasche Rotwein bekam), Balz,⁠⁠ Post usw. Traurig nach Hause, unsicher und in der Luft schwebend. Ännchen⁠ ging abends mit der Geschke⁠ zu Käthe Schmandt,⁠ sodaß wir wieder allein waren. Wir aßen sehr schön zu Abend, tranken Nahewein, den Medem⁠ besorgt hatte, ich korrigierte an meinem Vortrag für Lissabon, bis 12 ¼.⁠⁠ Traurig wegen Ännchen, Wut, aber dann doch wieder gehemmt und hilflos.

    Mittwoch, 24/11 43. Sehr schlecht geschlafen, der Laden klopfte des Nachts an die Wand, Traum von Attendorn, komme zur Praxis im Konvikt und sage: Melde mich gehorsamst zur Stelle, fühle mich aber ziemlich sicher und überlegen; erst um ½ 11 aufgestanden, ganz unschlüssig, wollte bei Scharpenack …

    Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen

    Genannte Entitäten

    Personen

    Orte

    Werke