Dienstag, 30. November 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    Dienstag, . Traum von Frau Sombart; sehr luxuriös, ejakuliert; bis 10 im Bett (unten war Besuch beim Vater, um 9 Uhr, hörte sie sprechen, hatte Angst, es war aber nur der Vikar, der die Kommunion brachte), behaglich angezogen. Erschrocken darüber, wie die Zeit vergeht, Brief aus Berlin, aber vom 20. November!⁠ Ännchen stiftete wieder Kaffee, wunderschönes Frühstück, sehr nett mit ihr gesprochen, behaglich an meinem Juristen-Aufsatz geschrieben, dann plötzlich wieder Alarm und aus der Behaglichkeit herausgerissen. Welch ein Dasein (dabei ist es in Wirklichkeit immer so gewesen; soll ich endlich ein Christ werden; viel zu schwach dafür). Tiefe Sorge um Claire und Duschka. Nach dem Essen (Kaninchenfleisch) mit Üssie um 3 zum Bahnhof, es kam aber niemand. Ich machte im Anschluß dann einen Spaziergang zum Grab der Mutter, über die Höhe des Grabens und durchs Sillbachtal wieder nach Eiringhausen zurück. Schöner, einsamer Spaziergang, es schneite etwas. Aber immer die subalterne Angst vor der Isolierung und dem Abgeschnittensein. Überlegte ein Telegramm an Popitz. Um ½ 6 kamen Duschka und Claire, todmüde und schwer bepackt, aus Cloppenburg zurück. Ich war erleichtert, aber auch wieder gestört. Man trank Tee, rupfte die Enten, das dauerte die ganze Nacht. Dazu tranken wir 3 Flaschen Wein (weißen und roten Sekt, eine Flasche Nahewein), ich ging um 12 ins Bett, Duschka erst um 4. Ich las Poe, Gordon Arthur Pym, dessen letzter Teil mir interessanter war. Abends Krach mit Üssie, als der Vater das Geld der Sparkassenbücher verteilte und „alles weg“ sagte, weil er nichts mehr damit zu tun haben wollte. Und so auch ich immer wieder: alles weg.

    Dienstag, 30/11 43. Traum von Frau Sombart; sehr luxuriös, ejakuliert; bis 10 im Bett (unten war Besuch beim Vater, um 9 Uhr, hörte sie sprechen, hatte Angst, es war aber nur der Vikar, der die Kommunion brachte), behaglich angezogen. Erschrocken darüber, wie die Zeit vergeht, Brief aus …

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