Mittwoch, 8. Dezember 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    Mittwoch, 8/12 43. Viel geschlafen. Traum: Einmal von Pierre Linn, er hat in Paris einen Mord begangen (?), Gilles war dabei, Polizei, Leers, schwitzt fürchterlich, seine Frau auch, ein unangenehmer französischer Strolch? Oder Polizist? Dann bin ich mit Franz Blei in einem Restaurant, wir müssen aber bald aufstehen, um anderen Platz zu machen, er hebt ironisch das Glas und sagt Heil Hitler; dann: mit Emil Langenbach, ich soll in Plettenberg einen Vortrag halten, bin aber nicht vorbereitet, habe eine Flasche Moselwein bei mir, die mir aber eigentlich gar nicht schmeckt. Denke hinterher: Das war ein Mülleimer-Traum; sah und hörte mich immer als Eselchen. Stand erst um ¼ 11 auf, machte mir den Kaffee, brachte Duschka eine Tasse, schöner Brief von Popitz, der mich glücklich machte,⁠ von Hodler, lächerliche Sache von München.⁠ Eifrig am Schreibtisch im Keller, einen Augenblick. So vergeht die Zeit, und doch hatte ich bisher großes Glück. Wollte Popitz gleich antworten. Oft wieder unternehmend, als wäre nichts geschehen in diesen letzten Jahren. Unverwüstliches Tier. Schreibe an Popitz, über den Fernschreiber (erlauben Sie mir, es für einen Nachteil zu halten, daß das Preußische Finanzministerium keinen Fernschreiber hat). Duschka schrieb nach Cloppenburg, ich ging um 4 zur Post, gab Einschreibebrief auf wie ein Ladenschwengel, brachte Frau Pfeiffer ¼ Ente, sie war gerührt und erzählte, daß ihr Sohn Sonntag komme, machte einen Spaziergang zum Grab der Mutter, im Nebel, und las zu Hause etwas im Kellerzimmer, das sehr gemütlich ist. Claire kam um ½ 7, große Freude, wir aßen zu Abend, tranken 2 Flaschen Wein, spielten mit dem Vater Skat. Duschka war den ganzen Tag auf, saß am Heizöfchen und war noch schwach. Las über Talleyrand von Duff Cooper, dumme Bewunderung für diesen Schädling.⁠ Verachtung für diesen Narren, der nur Angst davor hat, ein pauvre diable zu sein.

    Mittwoch, 8/12 43. Viel geschlafen. Traum: Einmal von Pierre Linn, er hat in Paris einen Mord begangen (?), Gilles war dabei, Polizei, Leers, schwitzt fürchterlich, seine Frau auch, ein unangenehmer französischer Strolch? Oder Polizist? Dann bin ich mit Franz Blei in einem Restaurant, wir müssen aber …

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