Dienstag, 21/12 43. Nachts einmal wach, große Angst, alles mache ich falsch. Um 7 aufgestanden, trotz der Müdigkeit, also jetzt geht das Leiden wieder los, aber nicht mehr so verzweifelt wie vorgestern (so kommt der Tag heran, o ginge er wieder). Frühstückte, gab Corry einen Kuß zum Abschied, zum Alten Krug. Dort war Markt! Die Wagen vom Spediteur kamen nicht, zur Amselstraße, welche Dummheit, daß ich die Kisten dort abholen ließ, aber in der Amselstraße waren die Spediteure auch noch nicht gewesen. Zum Alten Krug zurück; dort sagte mir der Wirt, daß sie erst morgen kommen. Jetzt kann ich ruhig fahren. Telefonierte [mit] Frau Hahm, nach der Brentanostraße, eingepackt, telefonierte, um ½ 11 kam Friedensburg, frühstückte noch etwas, Friedensburg erzählte von seiner Arbeit; daß er nicht mehr Referendar ist. Trug mir den Mantel von Duschka. Fuhr um 11 mit dem Wagen zum Potsdamer Bahnhof. Wasse kam auch noch, sehr sympathisch, erzählte mir seinen Konfirmationsspruch (denn die Gottliebe muß ihn drängen zum Bußgericht), will nach Greifswald, fand einen Platz im fast leeren Abteil 1. Klasse. Sah die nette Frau aus Nikolassee, doch war sie in Begleitung eines Bekannten. Ein Oberleutnant aus Innsbruck, der Schranz von Bern kennt. Ein Flieger, der aus Italien kam und erzählte, daß wir bald die Eisenbahn dort übernehmen. Der Oberleutnant war ein Rheinländer, Fischer, der mich 1933 in gesehen hat, in der Studentenschaft, mit Wallraff und Dietrich Schäfer befreundet war und bekannt. Wir unterhielten uns gut bis Braunschweig, dann schlief ich etwas, 5-7, Angst, in Hagen nicht mehr mitzukommen. Es wurde kalt im Abteil. In Soest stieg Fischer aus, wir unterhielten uns zuletzt noch über Rußland (er bewunderte den Mut der Kommissare, hielt aber Rußland für den gefährlichsten Feind, weil es das gefährlichste Land ist, das uns überflügeln würde, wenn wir es nicht von dieser Organisation befreien usw.). Der Zug fuhr von Soest schneller, aber es dauerte lange, bis wir in Hagen waren. Rannte in Hagen mit meinem Gepäck zum Bahnsteig 1, der Zug nach Plettenberg stand noch da. Immer den Angelus sehr fromm gebetet. Im Zug nach Hagen ein netter Industrieller, der nach Neuenrade wollte, wir sprachen von dem schnellen Wiederaufbau von Berlin; den und , der Leutnant sprach über Würzburg, über Wolgast, schließlich stellte sich heraus, daß es ein aus Holthausen war. So kamen wir schnell nach Plettenberg. Dort war Duschka mit Üssie an der Bahn. Also hatte alles gut geklappt, was mir wie ein Wunder erschien. Ich trank noch etwas Nahewein, aß etwas zu Abend. Üssie war beleidigt und traurig, sprach mit Duschka und ging um ½ 2 zu Bett, schlief mit Duschka im Zimmer, im anderen Bett Anima, der es gut zu gehen scheint.
Dienstag, 21. Dezember 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Dienstag, 21/12 43. Nachts einmal wach, große Angst, alles mache ich falsch. Um 7 aufgestanden, trotz der Müdigkeit, also jetzt geht das Leiden wieder los, aber nicht mehr so verzweifelt wie vorgestern (so kommt der Tag heran, o ginge er wieder). Frühstückte, gab Corry einen Kuß zum Abschied, …