Montag, 20. Dezember 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    Um 5 im Alten Krug vorbei, wegen morgen vormittag Bescheid gesagt, dann nach der Brentanostraße, todmüde eine Stunde im Bett, Angst vor , um ½ 8 von Popitz geweckt. Zum Abendessen, nachher Rheinwein getrunken, Hodler stiftete eine Flasche Rüdesheimer Bischofsberg, der sehr gut schmeckte, aber nur ästhetische Illusion war, nicht montagstypisch [oder] theologisch. Nettes Gespräch, in dem ich mich zurückhielt, alle waren freundlich und sympathisch, Corrie ein wenig verspielt (samt ihrem Vater Hänschen). Ich trank etwas zu viel und zu schnell, um 12 zu Bett. Popitz über Friedensburg(den Ratten, die aus ihren Löchern kommen).

    Montag . Nachts wenig geschlafen und viel gefroren. Um 7 aufgestanden, nun beginnt also der schwere Tag. Beim Frühstück war die hübsche Freundin von Corrie.⁠ War Punkt 8 am Alten Krug, die Möbelwagen kamen pünktlich, Herr Walter machte auf, alles klappte vorzüglich. War glücklich, die Glocke des Angelus von der zerstörten Dahlemer Kirche zu hören. Frau Hahm kam um ½ 9, ich begleitete sie zur Post, schrieb Duschka, bildete mir ein, heute fertig zu werden mit den Möbeln, was sich aber als Irrtum erwies. Suchte noch einige Bücher, mit Frau Hahm in ihrer Wohnung eine Tasse Kaffee, dann nach Schlachtensee, auf die Möbelwagen gewartet, sie kamen gegen 12 und packten die Möbel an. Angst vor den Einpackern. Kindische Angst, unkindische Freude und Erlösungen. Die sympathische Frau Bartels. Die Zimmer werden ganz voll, nachher Krach wegen des Trinkgeldes (jeder bekam schließlich 10 Mark! Der Älteste 20 Mark extra). Um ½ 4 mit Frau Hahm zu ihr, schönen Kaffee getrunken, über Hahm gesprochen (der Zettel: Ich bin auf dem Friedhof), über Lewinski. Über das Gedicht Der Nachtwandler von Däubler. Es kamen noch und seine Frau, wie sympathisch das alles.

    Um 5 im Alten Krug vorbei, wegen morgen vormittag Bescheid gesagt, dann nach der Brentanostraße, todmüde eine Stunde im Bett, Angst vor, um ½ 8 von Popitz geweckt. Zum Abendessen, nachher Rheinwein getrunken, Hodler stiftete eine Flasche Rüdesheimer Bischofsberg, der sehr gut schmeckte, aber nur ästhetische Illusion war, …

    Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen

    Genannte Entitäten

    Personen

    Orte