Freitag, 14/1 44. Todmüde um 8 ¼ aufgestanden, immer wieder eingeschlafen, mußte aber aufstehen, weil Popitznervös war, eilig wegzukommen, denn Corrie wollte in die Vorlesung. Fuhr bis zur Kaiserallee, ging dann zur Fasanenstraße, hatte noch Zeit, in die Pariser Straße hinein, besuchte Körnchen, traf vorher einen Perser, Paletzki, der bei Schleicher promoviert, er begleitete mich in die Wohnung von Körnchen, dort war die entzückende Frau, nachher kam auch der Alte, rührendes Bild, die verbrannte Wohnung, die Bücher stehen noch, war tief erschüttert und dachte an mein unverdientes Behagen; dann zu Zahler, während ich die Wohnung suchte, kam ein Referendar Paulus, sprach mich an, weil er mich kannte, und half suchen, er ist jetzt in Füssen im Allgäu. Zahler war liebenswürdig und nett, wartete etwas, dann eine schöne Unterhaltung über die Philosophie der Bombenzerstörungen (die Menschheit ist ein Krebs, man schneidet immer einzelne Flächen heraus und erforscht sie, sehr hübsch, aber die Dummheit zeigt sich darin, daß er meint, auf diese Weise käme man allmählig zum Ganzen). Als ich sagte: Ich sehe in den Bombenerfahrungen Ritze, die durch unsere Nerven hindurchbrechen, meinte er, das haben wir im Ersten Weltkrieg auch geglaubt, es kommt aber nichts dabei heraus. Sehr interessantes, aber im Grunde trauriges Gespräch. Dann untersuchte er mich (ekelhaft, so nackt dazuliegen), stellte am Oberarm fest, fand, daß die Ohrengeräusche schon sehr weit gediehen sind, verschrieb mir Jod (),
Freitag, 14. Januar 1944
Tagebucheintrag, Buch 19618
Freitag, 14/1 44. Todmüde um 8 ¼ aufgestanden, immer wieder eingeschlafen, mußte aber aufstehen, weil Popitz nervös war, eilig weg - zukommen, denn Corrie wollte in die Vorlesung. Fuhr bis zur Kaiserallee, ging dann zur Fasanenstraße, hatte noch Zeit, in die Pariser Straße hinein, besuchte Körnchen, traf …