Mittwoch, 19/1 44. Nicht gut geschlafen, der Wein war zu gut und anregend. Um 9 langsam angekleidet, mit Freude an meine Vorlesung Völkerrecht gedacht, mit der S-Bahn zum , Haare schneiden lassen bei Bühler, Telegramm nach Plettenberg, daß ich Freitag abend komme. Sah Groh, der mir eine Bescheinigung geben will; im Ganzen traurig und voller Angst. Hielt meine Vorlesung gut, aber zu eifrig, hatte den Eindruck, daß die Hörer nicht folgen können (Raumordnung, Trennung von Land und Meer), nachher kam der Perser und will morgen helfen, die Bücher aufstellen. Fuhr mit S-Bahn nach Schlachtensee, trotz der Überfüllung war das sehr schön, wunderbares Gefühl, wieder eine Wohnung zu haben, aß gut zu Mittag, ging zu Bett, ruhte aus, um 4 kam Hodler, wir tranken schönen Tee, Schnaps, schöne Gänsebrustbrötchen, die beiden Frauen sprachen mit Hodler, freute mich an der Klugheit und dem Takt Duschkas. Um 5 ¼ mit Hodler zurück, vom Bahnhof Steglitz nach der Brentanostraße, schönes Gespräch über die Jungfrau von Orléans, er findet das abergläubisch, Stimmen gibt es nicht, ganz typische Aufklärung. Auf meinem Zimmer einen Augenblick Ruhe. Wiederbegegnung mit Donoso Cortés, tief enttäuscht, plötzlich großartig; Vorlesung vorbereitet, ich weiß nichts, um 8 aßen wir zu Abend, die nette Unterhaltung mit Popitz, Hodler, Corrie (Chefbesprechung mit Druckleitung, über Druckereien), dann ins Herrenzimmer. Popitz über Verwaltung, Oberpräsident als Kommissar, allgemeine Verwaltung und Sonderverwaltung, gegen den Anspruch der Post, ein Ministerium zu bilden, die 14 Tröstungen Luthers (von dem Heckel herausgegeben, während ihn sein Bruder in seinen wenigen Stunden seiner dienstfreien Zeit gefördert hat, in Paris, diese Heuchler und Betrüger), Bodenheimer Hoch getrunken, der gut war, nettes, mildes Gespräch mit dem sehr müden Popitz, fühlte mich wohl in meiner Rolle als Hase, ein Hase und ein Fuchs, der bist du wohl, Angst vor der eigenen Wohnung; der scheußliche Hausmeister, alles ruht auf der guten Duschka. Ziemlich munter zu Bett, Kontakt mit erfahrenen und bedeutenden Menschen, der mir sonst fehlt.
Mittwoch, 19. Januar 1944
Tagebucheintrag, Buch 19618
Mittwoch, 19/1 44. Nicht gut geschlafen, der Wein war zu gut und anregend. Um 9 langsam angekleidet, mit Freude an meine Vorlesung Völkerrecht gedacht, mit der S-Bahn zum, Haare schneiden lassen bei Bühler, Telegramm nach Plettenberg, daß ich Freitag abend komme. Sah Groh, der mir eine …
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Genannte Entitäten
Personen
- Cornelia Schulz-Popitz (?-5.9.1987)
- Duška Schmitt (1903-3.12.1950)
- Farhad Arasteh
- Jeanne, d'Arc, Heilige (6.1.1412-30.5.1431)
- Johannes Heckel (24.11.1889-15.12.1963)
- Johannes Popitz (2.12.1884-2.2.1945)
- Juan Donoso Cortés (1809-1853)
- N. N.
- Otto Hodler (9.4.1901-10.9.1990)
- Theodor Heckel (15.4.1894-24.6.1967)
- Wilhelm Groh (13.8.1890-15.1.1964)
Orte
Werke