Freitag, 21/1 44 bei Popitz. Müde, noch einmal zu Bett, um ½ 10 von Grete geweckt, weil Stackelberg am Telefon war. Er will nächste Woche nach Spanien reisen und nochmals anrufen, angenehmes Gespräch. Träumte von Eiringhausen, dem Häuschen in der Bachstraße, spielte Klavier, überhörte das Klopfen (während Grete klopfte). Frühstückte, machte mich und mein Gepäck zurecht, verabschiedete mich von Mamsell, gab ihr 50 Mark, und ging zum Bahnhof Steglitz. Am Potsdamer Bahnhof noch einiges
erledigt, vergebens, Telegramm an Frau Schnitzler wegen des schwarzen Anzugs in Frankfurt; auf den Zug und Anni gewartet. Sie kam pünktlich. Sehr nette Fahrt mit Anni bis Hildesheim, schöner Platz 1. Klasse, gegenüber ein Möbelfabrikant aus Berlin, früher Düsseldorf, von rheinischer Gesprächigkeit und Nettigkeit; schimpfte über die Bürokratie, den Papierkrieg, die vielen Syndicen in den Wirtschaftsgruppen usw. Kam rechtzeitig in Hagen an, unterwegs allerdings in Soest Alarm. In Hagen den Zug nach Plettenberg bekommen (alles, als ob das ungeheure Glückszufälle wären[)]; um ½ 12 in Plettenberg. Es war niemand an der Bahn, der Sohn von Waldemar Fleger begleitete mich. Zu Hause lag Ännchen im Bett, eitrige Mandelentzündung, Fräulein Geschke wollte Tee machen, ich trank aber nur eine Flasche Sekt und aß meine Butterbrote, las den Neujahrsbrief von Huber aus Straßburg, der die 2. Auflage von Heer und Staat geschickt hat; erst war ich zufrieden, allmählig sah ich den schleimigen Undank dieses Krieges. Um 1 ins Bett; abends war Alarm im ganzen Industriebezirk.