Samstag, 29. Januar 1944

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    Samstag, 29/1 44. Bis 11 geschlafen, zwischendurch einige Male wach. Traum: Eine fremde Frau ist mit ihrem Kind in unserem Schlafzimmer einquartiert, sie tut wehleidig, ich ärgere mich furchtbar, bin aber hilflos, hänge meinen Hut an einen Haken, an dem die seidenen Unterkleider der Frau hängen, gehe in ein anderes Zimmer, wo Schmandt und einige Bekannte sind, spreche zu ihnen ironisch über Fortschritt, die Fabriken werden immer zahlreicher, immer mehr Schornsteine rauchen; warum ist das nicht so, weil die Juden und Pfaffen den Fortschritt verhindern. Schlagen wir die Juden und die Pfaffen tot, da haben wir wieder eine Front. In diesem Stil, aber die anderen verstanden die Ironie nicht, wandten sich ab und so war ich allein. Um 11 aufgestanden, etwas Ischias, Pakete ausgepackt, beglückt von dem Kaffee, den Moncada dem Gidel beigelegt hatte, tief gerührt. Das muß ich nun alles wieder nach Berlin schleppen. Koche mir Kaffee, die Gans von Sechtenbeck war schon geholt, suchte mich für das Einpacken zu ordnen; schöner Brief von Werner Weber; führte dann mein Tagebuch, Pepys Glück am Schreibtisch;⁠ Erscheinungsform des Narzissmusmus?⁠ Aber da ist ja immer noch viel mehr, als in solchen Worten enthalten sein kann. Herrliche Farben der Berge, in glasiger-dunkler Tiefe. Morgen wieder in den Kessel, Schleppen der Koffer, mein Gott, was soll die Habe; stelle mir schon, wie die arme Tante Üssie, alle denkbaren Unglücksfälle vor, Entgleisungen, Fliegeralarm usw.

    7/1/44: Anni hat telegraphiert, daß sie in Berlin ist und gerne hilft.

    Samstag, 29/1 44. Bis 11 geschlafen, zwischendurch einige Male wach. Traum: Eine fremde Frau ist mit ihrem Kind in unserem Schlafzimmer einquartiert, sie tut wehleidig, ich ärgere mich furchtbar, bin aber hilflos, hänge meinen Hut an einen Haken, an dem die seidenen Unterkleider der Frau hängen, gehe in ein …

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