Freitag, 18/6 43. Traum: Erwarte Ernst Jünger, Gespräche, Situationen, ich weiß es nicht mehr. Morgens müde auf, wie schön, wenn ich über Vitoria arbeiten könnte; dummer Brief von Hahn wegen Lorenz von Stein; Pfeiffer rief an wegen eines Portugiesen, der heute Nachmittag kommen soll; ich dachte daran, daß heute der Geburtstag von Fritz Eisler ist; aber vor 30 Jahren hatte ich unsere Freundschaft schon durch lächerliche collage mit einer Betrügerin beschmutzt. Zum Haarschneiden und zum Ohrenarzt Eicken; dummerweise zur Bank französische Francs abgeliefert. Tief durchdrungen von der Wahrheit der Prognose Guénons, weg aus diesem Schmutzloch; erkannte meine lächerliche Illusion, ich wäre der Glückspilz, als den die Jüdin Berend mich ernannt hat; wie traurig, ging zur Auerstraße, langsam, vergiß nicht: In dieser Depression sieht dich der eine, der dich hält, genau so, wie wenn du dich oben fühlst. Setzte mich einen Augenblick am Robert Koch Denkmal, es trägt die Inschrift: Dem siegreichen Führer im Kampf gegen den Tod! Na ja. Dies tiefere Gesicht dazu. Komm endlich, süße Stunde der Befreiung. Bei Eicken ging es schnell, rührender Mann, holt Schmalz aus dem Ohr, aber das Ziehen scheint zu bleiben. Müde mit der S-bahn nach Haus; erdrückt von dem Schmerz dieser Welt. Ausgeruht, nachmittags kam der Portugiese Moncada; ich hole
ihn an der U-Bahn ab (er hatte sich verfahren). Wir unterhielten uns sehr schön bei einer Tasse Kaffee, sein Vater schrieb über Individuum und Gemeinschaft bei Thomas von Aquin. Erzählte, daß Gidel in Paris mich rühmte, von dem Katholizismus Verdross, der rumänischer Vertreter in dem Dobrudscha-Prozeß war (!) und am Prisengerichtshof ist, um ½ 6 kam Hans Schneider, mit Orden geschmückt, als Hauptmann, ich begleitete Moncada nach der S-Bahn, zu Schneider zurück, der sehr nett erzählte, in Breslau Professor geworden ist, wir tranken eine Flasche Pfälzer 37 (Ruppertsberger), er erzählte von Erik Wolf, dessen Interesse an „Land und Meer“, der Besuch Jüngers in seiner Käfersammlung, der Wolf enttäuscht hat, von den Spaniern (sie wollen immer Nahkampf[)], um 8 begleitete ich ihn zur U-Bahn. Abends früh zu Bett. Zum Glück kein Alarm, sodaß ich gut durchschlief.