Montag, 19. Juli 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Kopfschmerzen, Ohrenziehen, scheußlich. Brief aus Bremen, Einladung von Janssen, freute mich, wegen des Lobes auf Land und Meer. Das ist meine einzige Freude. Arm und verzweifelt für eine Sekunde. Hielt meine Vorlesung leidlich (Übersicht über die 40 unmittelbar dem Führer unterstehenden Stellen). Nachher mit Hermann Walz, netter Stiftler, der eine völkerrechtliche Arbeit machen will (wer macht wen zum Völkerrechtssubjekt).⁠ Zu Hause die vielen Kinder. Müde zu Bett und geschlafen. Um 5 mit Uwe Jessen Kaffee getrunken und sehr nett unterhalten, er erzählte vom Arbeitsdienst, ich erschrak bis in die tiefste Seele vor solchen Möglichkeiten und Wünschen. Wir unterhielten uns noch über Vitoria, die Objektivität, sonderbar, die Rechthaberei seines Vaters. Seine Kameraden nennen ihn den Professor (oder den Erlkönig).⁠ Rührender Abschied um 7 Uhr; schenkte ihm Burckhardts „Weltgeschichtliche Betrachtungen“, mit der Widmung „Toute non pense etc.[] Steinbömer rief an, erzählte, daß Baeumler mich in seinem Vortrag zitiert hat (Land und Meer und das jüdische Beispiel von dem Leviathan).⁠ Abends kein Wein, dann noch Freyers Manuskript gelesen,⁠ mit großem Interesse, besonders das Auge, nichts als Augen. Wie weise ist dieser Freyer. Um 11 zu Bett, immer noch Ohrenziehen, aber ruhiger und endlich einmal ein etwas gesammelterer Abend. Traurig wegen des „neuen Diesseits“,⁠ bei Wieacker; welch Kitsch.

    Montag, 19/7 43. Kopfschmerzen, Ohrenziehen, scheußlich. Brief aus Bremen, Einladung von Janssen, freute mich, wegen des Lobes auf Land und Meer. Das ist meine einzige Freude. Arm und verzweifelt für eine Sekunde. Hielt meine Vorlesung leidlich (Übersicht über die 40 unmittelbar dem Führer unterstehenden Stellen). Nachher …

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