Montag, 9/8 43. Besser geschlafen, aber immer Ohrenziehen, was soll ich tun. Schönes Wetter, wartete auf den Anruf von Rugina, um zur Bank zu gehen. Ein paar Notizen über den Nomos. Eine Karte von Veronica kam, mit lächerlichen (italienischen) Grüßen von Rosskopf. Immer noch über die Begegnung mit Popitz, vorgestern Abend, nachgedacht. Fremd und kalt; das ist ja die Edel- und Idealausgabe dieses schillerne Juwel und Pennalismus, von dem Max Weber spricht. Unfähig zu hören, dann plötzlich wieder bedeutender (wie wir über Askese sprechen, mit Zahler[:] Wußten Sie, daß es sich um Läuterung handelte bei dem, was ich sagte), kommt doch wohl nicht von seiner 1919 Erfahrung los. Meine Kenntnis der Judenfrage ist zu tief, als daß ich mit Philo- oder Antisemiten zu tun haben könnte; wenn nun ein Antisemit merkt, daß ich nichts mit Philo und , und mich als Bundesgenosse
Entzückt von dem Aufsatz von Ortega über Intellektuelle; hingerissen (man beginnt mit dem Wort an der heiligen katholischen usw. oder Intellektuell-Sein ist eine Verfassung, die geheim bleiben soll, wie Räuber, Spione oder Prostituierte zu sein), wollte es Popitz zeigen; schrieb mir eine Stelle von Villiers ab, wollte sie auch Jünger abschreiben, diese traurige Abhängigkeit. Ging an der Bank vorbei und überwies einige Rechnungen, nach dem Essen gut geschlafen, Bloy gelesen, um 5 kam Rugina zum Kaffee, las mir über das Kontinuitätsproblem der Rumänen vor, sprach mit ihm über den Wiener Schiedsspruch, rührende Anhänglichkeit, um 7 kam Medem, wir aßen zu Abend, er hat eine Flasche Cognac mitgebracht, sprachen über das Generalgouvernement, lieber, anhänglicher Kerl, die Gemeinschaft der anständigen und vernünftigen Menschen; gegenüber Schutzpanzer ( ), trank den Portwein, begleitete ihn zum Bahnhof Lichterfelde West. Früh zu Bett; immer Bloy gelesen; stürmisches Wetter.