Dienstag, 10/8 43. Gehirngeräusche, scheußlich. Keine Post; froh, daß ich gestern Abend nicht Popitz angerufen habe, Bedürfnis nach Autarkie; Gefühl der Isolierung und Einsamkeit; staune über die ersten Christen, in der Arena, oder vor dem Prior, wenn ich mich an die Schwachheit dieser Schutzpanzer erinnere; durch die Apparatur der Nervenbeherrschung bricht das Neue, oder vielmehr das Andere. Wie einfach wäre das alles und wie bin ich der Dumme gewesen, der auf jeden „historischen“ Schwindel hereinfiel. Schrieb fleißig an dem Nomos (die Abwesenheit meiner Frau). Schlief mittags und fuhr um 5 zu Augusta von Oertzen, zum Tee, nette Unterhaltung über Siegfried Kardorffs Bismarck-Briefe, die Deutschen, die Aussichten des Krieges, um 7 ging ich weg, so vergeht wenigstens der Nachmittag, fuhr mit der U-Bahn zurück und war ½ 8 wieder zu Hause, wartete auf Hoche, der pünktlich kam, wir tranken den herrlichen Mouton Rothschild 34, aßen Brot dazu, er war nett, pessimistisch, die Stellung der Justiz, die Theorie Heckels (über Enteignung, über den Bereich des Kirchenministeriums, Reichsverwaltungsgericht), die Flucht aus Berlin, begleitete ihn um ½ 11 noch etwas an die Thielallee, angenehmer Besuch, aber was will der. Konnte nicht gleich einschlafen.
Dienstag, 10. August 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Dienstag, 10/8 43. Gehirngeräusche, scheußlich. Keine Post; froh, daß ich gestern Abend nicht Popitz angerufen habe, Bedürfnis nach Autarkie; Gefühl der Isolierung und Einsamkeit; staune Trauer über die ersten Christen, in der Arena, oder vor dem Prior, wenn ich mich an die Schwachheit dieser Schutzpanzer erinnere; durch die Apparatur …