Montag 27/9 43. Nachts etwas gefroren, sonst aber gut erholt. Frau Pfeiffer kam und sagte, sie wolle den Regenmantel bei Frau König holen, telefonierte an Fräulein Samić und sprach mit Frau König, etwas gelesen und mein Manuskript korrigiert. Wieder Lebensmut, Arbeitsfreude, im alten Stil der Gymnasiastenzeit; wie traurig ist das. Schlief nach dem Essen auf dem Sofa, tiefe Depressionen, las Poe, dann etwas über Kriegsbegriffe gelesen, Papiere geordnet, wieder in der Arbeit.
Die geistige Flucht ist also mißlungen. Von 6 ¼ - 7 ¼ nach dem Regen im Saley herrliche, nasse Luft, nachgedacht, manch Wichtiges, aber die Flucht ist mißlungen, schöner Spaziergang auf den Saley, dachte an Fritz Eisler, unsere Fahrt zur Talsperre, Gespräche über die Natur von Tobias, jetzt reise ich morgen zu Schranz, von meiner Einsamkeit weg; dabei bin ich ohne peur d'être seul, sondern liebe die Einsamkeit. Abends zum Essen eine kalte Ente und eine Flasche von dem Moselwein, den Medem besorgt hat. Nachher eine Stunde Karten gespielt mit dem Vater und Duschka; die große Freude am Skatspielen hatte. Müde zu Bett, während Duschka noch in der Küche war und dann an Fräulein Samić schrieb. Traurig wegen Ännchen, deren volle Entfremdung ich fühle; grauenhaft die Verdoppelung in den Geschwistern. Ich habe es mit der fürchterlichen Cari ebenso gemacht und nun trifft mich die gerechte Antwort.