Dienstag, 5. Oktober 1943

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Gut ausgeschlafen, schöner Kaffee, mein Manuskript geschrieben, wollte es heute Nachmittag zu dem Rechtsanwalt Küchen bringen. Dann ein herrlicher Spaziergang zum Ibsenstein, wieder ganz in der Landschaft, die Quelle meiner Kraft. Nach dem Mittagessen geschlafen, wieder Angst vor Berlin. Nachricht von dem Tagesangriff auf Frankfurt.⁠ Um ½ 5 mit der armen, guten Duschka zur Stadt, beim Schuster Geck. Ein fröhlicher Toskaner, mit Sauerbruch befreundet, zum Rechtsanwalt Küchen, dummerweise mein Manuskript einem hilflosen Mädchen gegeben, das wird scheußlich, bei Emil Langenbach vorbei, der aber nicht zu Hause war. Den Wall-Graben heruntergegangen und mich an meine dortigen Begegnungen mit Klärchen Dierkes erinnert, schöner, ernster Abend, durch den Saley zurück, wunderbar ergriffen von den Linien der Berge, das ist also meine seelische Heimat; du lebst noch in deiner Jugend, jetzt wirst du herausgeworfen. Denke an die Juden in Dänemark, von denen 1000 in kleinen Booten über die stürmische Ostsee flüchteten. Trotzdem geht es ihnen besser als mir. Wir sind schon im Katarakt. Seit 5 Tagen ohne Post. Das wird noch Monate dauern, wenn nicht Jahre lang. Dieser war im Bösen,⁠ die anderen nur halb. Krach zwischen Ännchen und Üssie wegen des Zimmers, Üssie ist nach Hagen gefahren, Duschka holt sie ab. Zum Abendessen 2 Flaschen Weißwein, Skat mit dem Opa, noch im Musikzimmer Münster gehört.⁠

    Dienstag 5/10 43. Gut ausgeschlafen, schöner Kaffee, mein Manuskript geschrieben, wollte es heute Nachmittag zu dem Rechtsanwalt Küchen bringen. Dann ein herrlicher Spaziergang zum Ibsenstein, wieder ganz in der Landschaft, die Quelle meiner Kraft. Nach dem Mittagessen geschlafen, wieder Angst vor Berlin. Nachricht von dem Tagesangriff auf Frankfurt. …

    Eintrag im Buchkontext mit Annotationen lesen

    Genannte Entitäten

    Personen

    Orte