Sonntag, 24/10 43. Konnte nicht mit Jup fahren, weil es mir so schlecht ging. Schmerz im Zäpfchen, beim Schlucken, Ekel im Magen. Blieb bis 10 im Bett. Jup fuhr um 7 09 über Olpe zurück. Stand mühselig auf, aß nichts, ging eine halbe Stunde am Eschen spazieren, krank, schlechte Laune, deprimiert und völlig Z. Dann kam noch Josef Schröder, ich hielt es nicht aus. Dazu der Tabakdunst. Gut zu Mittag gegessen und gleich geschlafen, bis 5. Es ging besser, schönen Kaffee getrunken und etwas notiert. Kam wieder in einen gewissen Normalzustand. Aber meiner völlig nihilistischen Lage wohl bewußt. Spaziergang im Herbstnebel, wie als Primaner. Dieses Land ist mir nicht Heimat, sondern nur der Absprung, der Ausgangspunkt für eine Flucht aus der Enge gewesen, die Kraft, die mich damals trug, suchte ich wieder; mehr nicht. Zum Abendessen auf Ännchen gewartet, die mit Fräulein Geschke bei Schmandts ist und uns 3 zu Hause sitzen läßt. Wie traurig ist das alles. Die arme Mutter, die das jahrelang mit hat erleben müssen. Tief beleidigt von der Frechheit und Dreistigkeit dieses Ännchens. Las noch die französische Anthologie, die Epting mir geschickt hat, korrigierte etwas herum, einsam bei der Lampe. Las noch Heine, Rabbi von Bacharach, sehr schön die Stelle vom Todesengel, den der Rabbi sieht. Im ganzen widerlich in seiner alleswissenden Geschichte. Traurig um 10, als Ännchen zurückkam. Einsam zu Bett gegangen. Konnte nicht einschlafen, fürchterlich Z.
Sonntag, 24. Oktober 1943
Tagebucheintrag, Buch 19618
Sonntag, 24/10 43. Konnte nicht mit Jup fahren, weil es mir so schlecht ging. Schmerz im Zäpfchen, beim Schlucken, Ekel im Magen. Blieb bis 10 im Bett. Jup fuhr um 7 09 über Olpe zurück. Stand mühselig auf, aß nichts, ging eine halbe Stunde am Eschen spazieren, krank, schlechte …