Montag, 25. Oktober 1943

Zwei Einträge an diesem Tag

  • 1. Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Gegen Morgen geschlafen; scheußlicher Traum: Ein Baron fährt vor mir her, ich habe einen schlichten Anzug an, nachher einen Frotté, auf dem plötzlich dicke Klumpen Butter lagen, die ich abzuputzen versuchte, es kam ein Mädchen und putzte mich ab, streichelte mir dabei den nackten Bauch. Alles dumm und widerlich und ein verzerrter Ausdruck meiner traurigen Lage. Bis 10 im Bett. Ännchen wollte mir Tee geben, ich nahm ihn aber nicht an. Tranken Kaffee, fing an zu arbeiten, da kam die Post: vom Dekan, Popitz, Hodler, Knauss usw. Erregt, Herzklopfen. Plötzlich wieder alles gleichgültig, will wieder dabei sein usw. Bilfinger soll Nachfolger von Bruns werden. Schadenfroh darüber, welch lächerliche Vetternwirtschaft, Schieberei über den Tod hinaus.⁠ Schrieb aufgeregt an Siebert, jammerte ihm etwas vor, brachte den Brief zum Kasten, ging zur Kersmecke. Wie traurig, wenn ich diese Spaziergänge nicht mehr machen kann. Aber alles traumhaft und gleichgültig. Wartete auf Duschka, die morgen kommen will. Nach dem Essen zu Bett, um ½ 4 kam Duschka, zu meiner Überraschung, mit schweren Koffern von Cloppenburg zurück. Freute mich darüber, wir tranken schönen Kaffee, ich holte das Manuskript des Nomos, gab dem Mädchen 50 Mark, große Kocherei und Entenrupferei den ganzen Nachmittag und Abend bis ½ 3 morgens. Abends viel Wein zum Abendessen, um Claire zu feiern. Ging müde und traurig zu Bett, Ännchen und Erna Geschke klebten zusammen, es war ein trauriger Anblick. (Heute Morgen Gespräch mit Ännchen: Ich dachte, du wärst damals von Spanien nach gegangen! Wie kommt sie dazu?)

    Montag, 25/10 43. Gegen Morgen geschlafen; scheußlicher Traum: Ein Baron fährt vor mir her, ich habe einen schlichten Anzug an, nachher einen Frotté, auf dem plötzlich dicke Klumpen Butter lagen, die ich abzuputzen versuchte, es kam ein Mädchen und putzte mich ab, streichelte mir dabei den nackten Bauch. Alles …

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  • 2. Tagebucheintrag, Buch 19618

    Freyer zog Ägypten mit in die Geschichte als Kultur, dazu Goldberg. Ägyptens Götter waren wirkliche Götter, die die Dogmen gemacht, gebaut, Technik (ebenso Rom, als es ein Imperium geworden war). Die 4 Weltreiche der danielischen Weissagungen und die christliche Heilsgeschichte kennen Ägypten nicht als Weltreich; sehr wichtig.

    im Sauerland: Jetzt kommt der Nebel wieder; die Berge schwimmen im Nebel, wie schwerfällige Schiffe; ich gehe durch ein enges sauerländisches Tal, in dickem-milchigem Nebel zwischen den schweren Bergen, als führe ich in einen großen, nebligen Hafen auf einem kleinen Nachen zwischen schweren Kriegsschiffen hindurch (Weg nach der Kersmecke), Nifelheim, Industriehafen; das Erwachen der Berge, plötzlich sind sie auf dem See, sind wach, Nachtleben läßt den blauen Himmel nicht zu uns.

    : Auf der Höhe des Saley, blauer Himmel, warme Sonne, im Tal dicker milchiger Nebel, aus dem Nebel steigen die langsamen Berge auf, wie blau-braune Inseln aus einem weißen Meer.

    Freyer zog Ägypten mit in die Geschichte als Kultur, dazu Goldberg. Ägyptens Götter waren wirkliche Götter, die die Dogmen gemacht, gebaut, Technik (ebenso Rom, als es ein Imperium geworden war). Die 4 Weltreiche der danielischen Weissagungen und die christliche Heilsgeschichte kennen Ägypten nicht als Weltreich; sehr wichtig. 25/10 43 …

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