Donnerstag, 30/12 43. Duschka stand mit Anima auf, um in die Stadt zu gehen. Ich schlief noch etwas, müde, von Schmerzen geplagt, machte mir Kaffee, der aber nicht geriet, alles traurig, eifrig einige Briefe geschrieben (an Bauer in Oviedo, Leutnant Winkelmann, Schranz, Frau Hoyér . .
Nach dem Essen 2 Stunden ausgeruht, Duschka und Anima im gleichen Zimmer, Anima war sehr lustig. Um ¼ 4 zur Post, die Briefe besorgt, nach Plettenberg, bei Küchen vorbei, das Manuskript des Nomos wieder abgeholt, das Mädchen hatte angeblich kein Papier und hat nichts geschrieben, gleichgültig weitergegangen, zu Emil Langenbach, der aber nicht zu Hause war, dann beim Friseur Stumpf, Haareschneiden, glücklich, das zu erledigen, gab ihm bulgarische Zigaretten, warum eigentlich, aus Schwäche? Plettenberger Angst und Menschenfurcht? In der Dunkelheit nach Hause zurück, doch kam gerade eine Kleinbahn. Hörte, daß in Berlin Fliegerangriff war. Kaum war ich zu Hause, als Alarm einsetzte. Sonderbare Fügungen. Briefe von Brüggemann, Kiefer usw. Duschka meinte, man müsse trotzdem nach Berlin zurück. Ännchen rief mich um 7 zu Dr. Röll, sehr nettes Gespräch über meine Krankheiten, diese westfälisch-bergische Stimme (er ist aus Hagen) erweckt gleich mein Vertrauen; er paßt sich übrigens sehr klug an. Wir tranken erst einen Schnaps, dann ein Glas alten Chianti, seine Frau, im Wagen vor der Tür, wurde ungeduldig, ich versuchte, sie hereinzuholen, sie kam aber nicht. So ging er dann gegen 8 weg. Ich aß zu Abend, spielte mit Duschka und dem Vater Skat, und ging dann zu Bett. Mein Arm tut noch weh, aber das Gespräch mit Röll hat mich beruhigt. Las im Bett noch Laotse; Duschka backte noch einen Kuchen bis ½ 1.