Sonntag, 9. Januar 1944

  • Tagebucheintrag, Buch 19618

    . Ich stand um ½ 7 auf, ziemlich müde, Halsschmerzen, Eustachische Röhre, großer Aufbruch, Ännchen war schlampig und scheußlich, Üssie begleitete die 4 Kinder nach Cloppenburg und war lächerlich umsichtig. Josef Schröder sollte helfen, war aber langweilig und dusselig. Ein Mann von der Bahn holte das viele Gepäck. In Plettenberg am Bahnhof verlor ich sie. Angst, es würde wieder nicht klappen. Schließlich saßen wir doch im Zug, überfüllt, in Hagen fürchterliches Gedränge, umsteigen, das viele Gepäck. Aber die beiden vorzüglichen Frauen, Duschka und Claire, überwanden alles. Wir bekamen einen Platz I Klasse und hofften aufs Weitere. Dachte voller Ekel an den Schnüffler und die 3 Hexen,⁠ die dort das Haus bewohnen. Nette Mitreisende, die beiden tüchtigen Damen, wir waren alle todmüde und schliefen im Sitzen, ohne große Verspätung, pünktlich in Potsdam, ein netter Gepäckträger half uns und bekam eine Zigarre, fuhren zum Bahnhof Steglitz, trafen einen netten jungen Soldaten aus Saarbrücken, der uns das Gepäck trug, bis zur Brentanostraße. Popitz erwartete uns nicht, mein Fernschreiben ist anscheinend nicht angekommen. Er aber nett, nahm auch Claire auf. Corrie kam später, etwas patzig und selbstbewußt, bemühte sich aber, nett zu sein. Wir aßen bescheiden zu Abend. Ich war todmüde, blieb aber bis ½ 12 mit Popitz auf. Wir tranken 2 Flaschen guten Bordeaux, sprachen über Verwaltung, Duschka und Claire gingen um ½ 10 zu Bett, Corrie kam noch, hörte aber nicht auf unser Gespräch, sondern blätterte auffällig in anderen Büchern und Heften herum, benahm sich verwöhnt, rührend, wie Popitz eifrig wird, wenn er über Selbstverwaltung spricht, dazu gehört Freisinn usw. Mischung von Verwaltungsbeamten und Professoren, Prediger sogar, der Preußische Staat als sichtbare Kirche, er weiß davon nichts, oder nur bildungsmäßig. Endlich todmüde zu Bett, im Zimmer von der Mamsell. Rief in der Schönererzeile an, die Frau Müller war am Telefon, sprach dann mit Herrn Bartels.

    9/1/44, Sonntag. Ich stand um ½ 7 auf, ziemlich müde, Halsschmerzen, Eustachische Röhre, großer Aufbruch, Ännchen war schlampig und scheußlich, Üssie begleitete die 4 Kinder nach Cloppenburg und war lächerlich umsichtig. Josef Schröder sollte helfen, war aber langweilig und dusselig. Ein Mann von der Bahn holte das viele Gepäck. …

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